Beim Sex scheint es ein Hauptgericht zu geben, das erstaunlich viele automatisch mitbestellen.

Küssen. Hände. Reibung. Körper an Körper. Dieses langsame Näherkommen, bei dem längst niemand mehr ernsthaft behaupten würde, dass hier gerade nichts Sexuelles passiert. Und trotzdem bekommt all das sprachlich oft nur einen Nebenjob: Vorspiel.

Als müsste danach noch etwas kommen. Etwas mit Penetration. Etwas, das aus dem ganzen heißen Drumherum endlich „richtigen Sex“ macht.

Genau an dieser Stelle wird Outercourse interessant. Nicht weil penetrativer Sex plötzlich uncool wäre. Sondern weil die Frage erlaubt ist, warum Penetration eigentlich automatisch das Finale spielen soll.

Wer einmal bewusst Sex ohne Penetration ausprobiert, merkt ziemlich schnell: Außen ist verdammt viel Platz.

 

Auf einen Blick:

  • Outercourse beschreibt sexuelle Handlungen ohne Penetration, wobei der Begriff unterschiedlich verwendet wird.
  • In diesem Artikel meinen wir damit Sex ohne vaginales, anales oder orales Eindringen.
  • Küssen, äußere Stimulation mit den Händen, gegenseitige Masturbation, Reiben, erotische Massage und äußere Toy-Stimulation können dazugehören.
  • Outercourse kann Vorspiel sein. Er kann aber genauso der komplette Sex sein.
  • Ein Orgasmus ohne Penetration ist absolut möglich, aber genauso wenig Pflicht wie bei jeder anderen Sexpraktik.
  • Ohne Penetration bedeutet nicht automatisch ohne Schwangerschafts- oder STI-Risiko. Entscheidend ist, was ihr konkret miteinander macht.

Direkt springen zu:

Was ist Outercourse?  |  Outercourse vs. Vorspiel  |  Richtiger Sex?  |  7 Ideen  |  Ansprechen  |  Orgasmus  |  Safer Sex  |  FAQ

 

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Was ist Outercourse?

Outercourse bezeichnet sexuelle Aktivitäten ohne Penetration. Ganz so eindeutig ist die Sache in der Praxis allerdings nicht, weil Menschen den Begriff unterschiedlich verwenden.

Manche meinen mit Outercourse alles außer Penis-in-Vagina-Sex und zählen deshalb zum Beispiel Oralsex dazu. Andere verwenden den Begriff enger und verzichten auf jede Form des Eindringens.

Für diesen Artikel bleiben wir bei dieser engen Variante: Niemand dringt mit Penis, Fingern, Zunge oder Sextoys vaginal, anal oder oral ein. Küssen, Streicheln, äußere Stimulation, Reiben, gegenseitige Masturbation, Massage und Toys, die außen bleiben, können trotzdem ziemlich viel beschäftigen.

Und nein, dafür braucht es kein offizielles Regelwerk am Nachttisch. Wenn du mit jemandem Outercourse ausprobieren möchtest, ist die hilfreichste Definition sowieso die, auf die ihr euch gemeinsam verständigt.

 

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Manche Berührungen sind viel zu gut, um nur die Einleitung zu sein. (Quelle: Envato)

 

Outercourse vs. Vorspiel: Der Unterschied steckt nicht in der Hand

Hier wird es spannend, denn dieselbe Berührung kann Vorspiel oder Outercourse sein.

Ihr küsst euch, streichelt euch, reibt euch aneinander und landet zehn Minuten später bei penetrativem Sex? Dann würdet ihr diesen ersten Teil wahrscheinlich als Vorspiel bezeichnen.

Ihr küsst euch, streichelt euch, reibt euch aneinander, stimuliert euch mit den Händen, kommt vielleicht beide und denkt danach nicht eine Sekunde: „Mist, jetzt haben wir den eigentlichen Sex vergessen“?

Dann war das sehr wahrscheinlich nicht bloß die Vorgruppe.

Nicht die Technik entscheidet, ob etwas Vorspiel ist. Das Drehbuch tut es.

Beim klassischen Sex-Drehbuch läuft Erregung häufig auf ein bestimmtes Ziel hinaus: Küssen, Berühren, Penetration, Orgasmus, fertig. Outercourse nimmt dieses Ziel heraus und lässt offen, welche Berührung wichtig wird und wie lange ihr bei ihr bleiben wollt.

Darin ähnelt die Idee ein bisschen Slow Sex: Nicht möglichst schnell irgendwo ankommen, sondern merken, was unterwegs eigentlich passiert.

 

Ist Sex ohne Penetration überhaupt richtiger Sex?

Die Frage klingt im ersten Moment ein bisschen absurd.

Wenn jemand dich küsst, deine Haut berührt, dich mit der Hand stimuliert und du dabei einen Orgasmus bekommst, wird die Situation nicht plötzlich unsexuell, nur weil niemand etwas eingeführt hat.

Trotzdem sitzt diese Vorstellung erstaunlich tief: Penetration ist Sex. Alles davor ist Vorbereitung.

Dass Menschen das sehr unterschiedlich erleben, zeigt auch eine Diskussion aus der Poppen.de-Community von 2023. Ausgangspunkt war die Frage, ob Sex erst dann nachhaltig befriedigend sei, wenn Penetration dazugehört. Viele widersprachen deutlich. Einige beschrieben Penetration als nur eine von vielen Spielarten. Andere sagten genauso klar, dass sie persönlich genau dieses Gefühl brauchen, um sich vollständig befriedigt zu fühlen.

Und genau da liegt eigentlich die brauchbarste Antwort: Was sich für dich vollständig anfühlt, muss nicht für jemand anderen vollständig sein.

 

Outercourse muss penetrativen Sex also nicht vom Thron stoßen. Vielleicht reicht es schon, wenn wir aufhören, ihm automatisch einen Thron hinzustellen.

 

Hier kommst du zum Forum  https://www.poppen.de/forum/

 

Warum behandeln wir Penetration so oft wie das Hauptgericht?

Weil wir Sex häufig genau so gelernt haben.

In Filmen, Pornos und vielen Gesprächen folgt auf Erregung irgendwann Penetration. Das ist der Moment, ab dem es „wirklich losgeht“. Alles davor soll heiß machen. Alles danach ist Nachspiel.

Das Problem ist nicht, dass jemand penetrativen Sex besonders gerne mag. Bitte sehr. Viel Spaß.

Interessant wird es erst dort, wo aus einer persönlichen Vorliebe eine allgemeine Hierarchie entsteht. Wo Hände, Reibung oder äußere Stimulation automatisch als weniger vollständig gelten, obwohl sie für die beteiligten Menschen vielleicht genau das sind, was sich am besten anfühlt.

Genau diese Spannung taucht auch in einem Poppen.de-Thread aus dem Jahr 2024 auf. Dort wird Penetration von einigen sinngemäß als Hauptgericht beschrieben, während andere gerade Nähe, Berührungen und unterschiedliche Körperspiele in den Mittelpunkt stellen. Der Threadstarter präzisiert später sogar, dass es ihm gar nicht darum geht, Penetration komplett auszuschließen. Er fragt vielmehr, warum sie so häufig erste oder einzige Priorität bekommt.

 

 

Das ist für Outercourse eigentlich die interessantere Frage als jedes Pro und Contra.

Was würdest du beim Sex anders machen, wenn Penetration heute nicht automatisch auf der To-do-Liste stünde?

 

Muss Outercourse Penetration komplett ausschließen?

Wenn wir die enge Definition verwenden, ja: Während des Outercourse findet keine Penetration statt.

Das bedeutet aber nicht, dass ihr am Anfang des Abends einen notariell beglaubigten Vertrag unterschreiben müsst.

Ihr könnt zum Beispiel sagen: Heute wollen wir bewusst nur außen spielen. Dann bleibt ihr dabei.

Ihr könnt genauso gut ohne festes Ziel anfangen und irgendwann beide feststellen, dass ihr jetzt doch Lust auf penetrativen Sex habt. Wenn alle Beteiligten das wollen, ändert ihr eben den Plan. Dann ist es ab diesem Moment streng genommen kein reiner Outercourse mehr.

Tragisch ist das nicht.

Der interessante Gedanke lautet nicht: Penetration ist verboten.

Sondern: Penetration ist nicht automatisch erwartet.

 

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Hände, Haut, Reibung, Wärme: Außen gibt es mehr Spielraum, als viele denken. (Quelle: Envato)

 

7 Outercourse-Ideen, bei denen Penetration niemand vermissen muss

Jetzt zum praktischen Teil. Und nein, du brauchst dafür kein Akrobatikdiplom.

 

1. Knutscht, bis ihr vergesst, dass danach noch etwas kommen sollte

Langes Küssen wird bei Sex erstaunlich schnell zur Durchgangsstation. Dabei kann genau dort die Spannung entstehen, die sonst nach drei Minuten übersprungen wird.

Küsst euch langsam, härter, am Hals, an den Schultern, am Bauch. Lasst die Hände wandern, ohne sofort die Genitalien anzusteuern.

Es gibt keinen Preis für die Person, die als Erste in der Unterwäsche ankommt.

 

2. Hände können Hauptdarsteller sein

Bei Outercourse können Hände ziemlich viel übernehmen: Penis, Hoden, Vulva, äußere Klitoris, Damm, Brustwarzen, Po oder die Stellen, von denen nur die Person vor dir weiß, dass sie dort wahnsinnig empfindlich ist.

Wichtig für unsere Definition: Die Finger bleiben außen.

Bei einem Penis kannst du mit Griff, Tempo, Druck, Gleitgel und beiden Händen variieren. Wenn du dafür konkreter werden möchtest, findest du in unseren Handjob-Tipps weitere Ideen.

Bei einer Vulva lohnt sich dagegen ein Gedanke besonders: Nicht automatisch irgendwo hineinwollen. Äußere Berührung kann genug sein.

 

3. Masturbiert miteinander

Gegenseitige Masturbation klingt manchmal ein bisschen nach Teenager-Zwischenlösung. Dabei hat sie einen ziemlich erwachsenen Vorteil: Du bekommst eine Live-Demonstration davon, wie die andere Person sich selbst am liebsten berührt.

Statt zu raten, kannst du schauen.

Wie viel Druck? Welche Bewegung? Schnell oder langsam? Direkt oder lieber drumherum?

Danach kannst du übernehmen. Oder ihr bleibt einfach dabei, euch selbst anzufassen und euch gegenseitig zuzusehen.

Das ist kein weniger intimer Sex. Manchmal ist es sogar erstaunlich intim, jemanden so genau sehen zu lassen, was wirklich funktioniert.

 

4. Reibt euch aneinander

Frottage, Grinding, Dry Humping: Viele Begriffe, ziemlich simples Prinzip.

Ihr reibt eure Körper oder Genitalien aneinander, mit Kleidung, Unterwäsche oder nackt. Becken an Becken, Vulva an Oberschenkel, Penis am Körper der anderen Person oder einfach möglichst viel Haut auf möglichst viel Haut.

Mit Kleidung kann das Spiel zusätzlich etwas Gemeines haben: Viel Reibung, viel Spannung und ständig dieses Gefühl, dass da noch eine Schicht zwischen euch liegt.

Wer gerne Streicheln und intensive Berührungen mag, findet auf Poppen.de übrigens auch Menschen und Diskussionen rund um genau diese Vorliebe.

 

5. Entdeckt Oberschenkel, Bauch und Po als Spielfläche

Genitalien haben beim Sex einen bemerkenswert guten PR-Berater. Dabei liegen direkt daneben ziemlich viele Körperstellen, die sich wunderbar zum Drücken, Reiben und Dazwischenklemmen eignen.

Ein Penis kann zwischen Oberschenkeln gleiten, eine Vulva kann gegen einen Oberschenkel gerieben werden, Körper können sich ineinander verschieben, ohne dass irgendjemand irgendwo eindringt.

Der Vorteil: Ihr könnt Winkel, Druck und Geschwindigkeit ständig verändern.

Der Nachteil: Möglicherweise müsst ihr danach neu definieren, was ihr bisher für „nur ein bisschen Rumreiben“ gehalten habt.

 

6. Lasst Sextoys außen spielen

Vibratoren müssen nicht eingeführt werden, um ihren Job zu machen.

Auflegevibratoren, Wand-Vibratoren oder andere Toys können äußerlich an Vulva, Klitoris, Penis, Damm oder anderen empfindlichen Stellen eingesetzt werden.

Auch hier gilt: Lass dich nicht vom Produktnamen herumkommandieren. Nur weil ein Toy theoretisch irgendwo hineinpassen würde, muss es dort noch lange nicht hin.

Und wenn du es bei einer anderen Person benutzt: lieber einmal fragen, wo und wie, statt voller Enthusiasmus direkt die höchste Vibrationsstufe zu zünden.

 

7. Macht aus einer Massage den Sex und nicht die Vorbereitung darauf

Öl, warme Hände, langsamer Druck, Rücken, Po, Beine, Bauch, Brust, Innenseiten der Oberschenkel.

Und diesmal kein Gedanke wie: „Okay, wann geht es endlich los?“

Es läuft bereits.

Eine erotische Massage kann minutenlang sanft bleiben oder irgendwann ziemlich eindeutig werden. Ihr könnt euch gegenseitig reizen, stoppen, wieder anfangen und genau dort bleiben, wo es sich am besten anfühlt.

Manchmal ist die heißeste Abwechslung nicht eine kompliziertere Technik. Sondern der Luxus, eine einfache Berührung nicht sofort wieder zu verlassen.

 

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Der schwierigste Outercourse-Move ist manchmal der Satz davor

Technisch ist Sex ohne Penetration nicht besonders kompliziert.

Kommunikativ kann es schwieriger werden.

Denn „Ich möchte heute keine Penetration“ wird schnell als „Ich möchte dich nicht“ gehört, obwohl das zwei völlig unterschiedliche Sätze sind.

Deshalb hilft es, nicht nur zu sagen, was du nicht willst, sondern auch, worauf du Lust hast.

Zum Beispiel:

  • „Ich hätte heute richtig Lust, Penetration komplett wegzulassen und zu schauen, was wir sonst miteinander machen.“
  • „Ich will dich. Ich habe nur gerade viel mehr Lust auf Hände und Körperkontakt als auf Reinstecken.“
  • „Lass uns heute mal das, was sonst Vorspiel heißt, zum ganzen Abend machen.“
  • „Ich möchte gerade nichts in mir haben. Anfassen, küssen und miteinander kommen klingt dafür ziemlich perfekt.“

Das ist klarer als ein halbherziges „mal schauen“, bei dem die andere Person innerlich trotzdem mit Penetration rechnet.

Genauso darf die Antwort übrigens lauten: „Ich habe heute wirklich Lust auf Penetration.“

Dann habt ihr keinen Gewinner und keinen Verlierer. Ihr habt Informationen.

 

 

Lust muss nicht in dasselbe Drehbuch passen

Auf Poppen.de kannst du offen über Vorlieben, Fantasien und Grenzen sprechen und Menschen kennenlernen, die ebenfalls wissen wollen, was sich für euch beide gut anfühlt. Erst schreiben, Wünsche abgleichen und dann selbst entscheiden, wie weit ihr gehen möchtet.

Menschen mit passenden Vorlieben kennenlernen

 

Orgasmus ohne Penetration: Ja. Aber bitte nicht als neue Challenge.

Eine der häufigsten Fragen rund um Outercourse lautet: Kann man ohne Penetration überhaupt zum Orgasmus kommen?

Ja.

Ein Orgasmus braucht keine Penetration. Hände, Reibung, äußere Toy-Stimulation, Druck oder die Kombination aus mehreren Reizen können völlig ausreichen.

Gerade bei Menschen mit Vulva kann äußere Stimulation der Klitoris eine zentrale Rolle spielen. Wenn penetrativer Sex nicht automatisch alles andere überholt, bleibt plötzlich mehr Zeit für genau die Berührungen, die sonst gerne unter „zusätzlich“ laufen.

Das passt auch zu einem größeren Thema, das wir beim Orgasm Gap schon ausführlicher beleuchtet haben: Sex wird noch immer häufig so gedacht, dass Penetration den Kern bildet und andere Formen der Stimulation außen herum stattfinden.

Outercourse dreht diese Priorität zumindest für einen Moment um.

Aber bitte nicht mit dem nächsten Leistungstest verwechseln.

Aus „Heute brauchen wir keine Penetration“ sollte nicht werden:

„Jetzt musst du aber beweisen, dass du ohne Penetration kommst.“

Manchmal kommt ein Orgasmus. Manchmal nicht. Manchmal ist jemand zweimal gekommen und die andere Person überhaupt nicht. Solange alle Beteiligten Spaß hatten und sich wohlfühlen, ist der Abend deswegen nicht unvollständig.

 

Outercourse ist auch interessant, wenn Penetration gerade nicht geht

Sex ohne Penetration muss nicht nur eine neugierige Abwechslung sein.

Es gibt Phasen, in denen Penetration unangenehm ist, nicht gewünscht wird oder aus persönlichen Gründen einfach keine Option ist. Vielleicht ist jemand empfindlich, erschöpft, angespannt oder hat gerade schlicht keine Lust darauf.

Outercourse eröffnet dann einen angenehmen Gedanken: Der Sexabend muss nicht abgesagt werden, nur weil eine bestimmte Praktik ausfällt.

Gleichzeitig sollte niemand körperliche Schmerzen einfach mit alternativen Sexpraktiken überdecken. Wenn Penetration wiederholt schmerzt oder Beschwerden macht, gehört das medizinisch abgeklärt und nicht tapfer weggeatmet.

 

Ist Outercourse Safer Sex?

Outercourse kann bestimmte Risiken reduzieren, je nachdem, was ihr macht. Sex ohne Penetration bedeutet aber nicht automatisch Sex ohne Risiko.

 

Wichtig: Bestimmte STI können auch ohne Penetration durch Hautkontakt oder sexuelle Körperflüssigkeiten übertragen werden. Gelangt Sperma auf die Vulva oder in die Nähe des Vaginaleingangs, ist auch eine Schwangerschaft nicht völlig ausgeschlossen. Welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, hängt deshalb von den konkreten Praktiken ab. Barrieren wie Kondome oder Lecktücher können bei passenden Aktivitäten das Übertragungsrisiko reduzieren. Geteilte Toys sollten gereinigt oder mit einem frischen Kondom genutzt werden. Und wie immer gilt: Zustimmung zu einer Praktik bedeutet nicht automatisch Zustimmung zur nächsten.

 

Die International Society for Sexual Medicine weist ebenfalls darauf hin, dass Haut-zu-Haut-Kontakt und Körperflüssigkeiten bei Outercourse relevant für die Übertragung von STI sein können.

Und noch etwas, das leicht vergessen wird: „Keine Penetration“ ist eine Grenze, keine Einladung zur Verhandlung.

Wenn jemand vorher sagt, dass nichts eingeführt werden soll, bedeutet ein heißer Moment später nicht automatisch, dass diese Grenze verschwunden ist. Nachfragen ist ziemlich einfach. Gedankenlesen dagegen wird im Bett weiterhin überschätzt.

 

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Outercourse ist kein Ersatz für Sex. Er ist Sex, wenn ihr beide genau dort bleiben wollt. (Quelle: Envato)

 

Ist Outercourse besser als penetrativer Sex?

Nein.

Und penetrativer Sex ist auch nicht besser als Outercourse.

Das klingt fast enttäuschend unspektakulär, ist aber wahrscheinlich die nützlichste Antwort des ganzen Artikels.

Wenn du das Gefühl des Eindringens liebst, darf es ein zentraler Teil deiner Sexualität sein. Wenn du manchmal stundenlang küssen, reiben, anfassen und masturbieren willst, ohne dass irgendwann jemand „jetzt aber richtig“ sagt, darf das genauso Sex sein.

Outercourse ist keine neue Pflichtübung für besonders aufgeklärte Menschen.

Er ist eher eine Erinnerung daran, dass Sex größer ist als eine einzelne Bewegung.

Und manchmal ist es ziemlich spannend, die vermeintliche Hauptsache einmal wegzulassen und zu schauen, was plötzlich alles Hauptsache werden kann.

 

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FAQ zu Outercourse und Sex ohne Penetration

Was ist Outercourse?

Outercourse beschreibt sexuelle Aktivitäten ohne Penetration, wobei der Begriff unterschiedlich verwendet wird. In diesem Artikel verwenden wir die enge Definition: Niemand dringt mit Penis, Fingern, Zunge oder Toys vaginal, anal oder oral ein. Küssen, Streicheln, äußere Stimulation, Reiben, gegenseitige Masturbation und erotische Massage können dazugehören.

Was zählt zu Sex ohne Penetration?

Zu Sex ohne Penetration können unter anderem Küssen, Streicheln, äußere Stimulation von Penis, Vulva oder Klitoris, gegenseitige Masturbation, Frottage, Dry Humping, erotische Massagen und äußerlich eingesetzte Sextoys gehören. Entscheidend ist, dass niemand vaginal, anal oder oral eindringt.

 

Ist Outercourse dasselbe wie Petting?

Outercourse und Petting überschneiden sich stark, werden aber nicht immer identisch verwendet. Petting bezeichnet meist sexuelle Berührungen ohne klassischen Geschlechtsverkehr. Outercourse betont stärker, dass sexuelle Lust und gegebenenfalls auch der komplette Sex ohne Penetration stattfinden können.

 

Ist Oralsex Outercourse?

Das hängt von der verwendeten Definition ab. Manche Menschen zählen Oralsex zu Outercourse, solange kein vaginaler Geschlechtsverkehr stattfindet. Andere verstehen unter Outercourse jede Sexualität ohne Penetration. In diesem Artikel verwenden wir die engere Definition und schließen orale Penetration deshalb aus.

 

Kann man ohne Penetration zum Orgasmus kommen?

Ja. Ein Orgasmus ohne Penetration ist möglich. Äußere Stimulation mit Händen, Reibung, Toys oder anderen Berührungen kann völlig ausreichen. Gerade die Klitoris lässt sich äußerlich stimulieren. Trotzdem muss ein Orgasmus auch beim Outercourse kein Pflichtziel sein.

 

Kann man durch Outercourse schwanger werden?

Das Schwangerschaftsrisiko hängt davon ab, was beim Outercourse passiert. Ohne vaginalen Geschlechtsverkehr ist es deutlich geringer, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Gelangt Sperma auf die Vulva oder in die Nähe des Vaginaleingangs, kann eine Schwangerschaft möglich sein.

 

Können STI beim Outercourse übertragen werden?

Ja. Einige sexuell übertragbare Infektionen können auch ohne Penetration durch direkten Hautkontakt oder Körperflüssigkeiten übertragen werden. Das konkrete Risiko hängt von der jeweiligen Praktik ab. Kondome, Lecktücher oder andere Barrieren können bei passenden Aktivitäten das Risiko reduzieren.

 

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