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Werden wir noch als Mensch gesehen – oder nur nach Aussehen und Status bewertet?


Odin-69

Empfohlener Beitrag

Anonymes-Mitglied-10

Zu große Oberflächlichkeit ist natürlich kritisch zu sehen. Dennoch sollte sich jeder bewusst sein, dass man diese Dinge größtenteils selbst in der Hand hat.
Es sind alles Entscheidungen, ob man jeden Tag Fastfood verspeist und vor dem Fernseher rumhängt, oder den Körper in Form bringt; ob man sich jahrzehntelang in einem schlecht bezahlten Job ausnutzen lässt, oder in eine Weiterbildung investiert; ob man sein Geld unnötig ausgibt, oder beiseite legt, um sich später Dividenden auszahlen zu lassen.
Auch Charakterstärke lässt sich formen. Ich war lange Zeit mit allem unzufrieden, aber momentan merke ich, wie die intensive Persönlichkeitsentwicklung langsam Früchte trägt.

vor 1 Stunde, schrieb Anonymes-Mitglied-10:

Persönlichkeitsentwicklung langsam Früchte trägt.

Persönlichkeitsentwicklung? Toller Körper, besserer Job, mehr Dividenden?

Vor 35 Minuten , schrieb Myrff:

Persönlichkeitsentwicklung? Toller Körper, besserer Job, mehr Dividenden?

Ob man schon zur Hochzeit mit sich selbst gratulieren kann?

(bearbeitet)
Am 27.7.2026 at 14:49, schrieb Anonymes-Mitglied-8:

Frau ist etymologisch ein Titelwort („Herrin“), das später die neutrale Geschlechtsbezeichnung Weib ersetzt hat.

Weib selbst ist sprachgeschichtlich das eigentliche Pendant zu Mann und bildet die Basis für das Adjektiv weiblich.

Ich finde das Wort "Weib" nicht abwertend. Aber die gesellschaftliche Sensibilität gegenüber diskriminierender Sprache hat zugenommen. Dies führt dazu, dass belastbare Begriffe gemieden werden, auch wenn sie historisch neutral waren.

Weib bleibt für mich etymologisch die sachliche Geschlechtsbezeichnung.

Zu dir persönlich:

Als Mann kannst du dir das persönlich wünschen, dass eine Frau sich so von dir betiteln lässt, du hast jedoch nicht zu bestimmen, was Frauen allgemein abwertet. 

Allgemein zum aufgegriffenen Thema:

Die Weltbevölkerung entwickelte sich geistig. Aber Manche propagieren auch heute noch mittelalterliche Bräuche. Aderlass, ***igung und Hexenverbrennung war auch zu einer Zeit üblich. Den Zusammenhang muss ich hier hoffentlich nicht näher erläutern. 

 

Deine Aussage ist auch nur teilweise richtig, enthält aber einige Verkürzungen und eine Schlussfolgerung, die sprachwissenschaftlich umstritten ist.

Hier die korrekte zeitgenössische Einordnung der diversen Epochen, zum Wort Weib, wenn man recherchiert:

Was stimmt?

„Weib“ war ursprünglich die neutrale Bezeichnung für eine erwachsene Person weiblichen Geschlechts.

Im Althochdeutschen (wīb) bedeutete das Wort zunächst einfach „Frau“, „Ehefrau“ oder allgemein eine weibliche Person. Es war nicht abwertend. (nachweislich seit dem 8. Jahrhundert (also vor rund 1.250 Jahren) in schriftlichen Quellen belegt)

„Weiblich“ stammt von „Weib“ ab.

Das Adjektiv weiblich geht tatsächlich direkt auf das Substantiv Weib zurück.

„Frau“ bedeutete ursprünglich „Herrin“.

Das Wort Frau entwickelte sich aus althochdeutsch frouwa und bezeichnete zunächst eine vornehme Dame oder Herrin – also einen sozialen Titel, vergleichbar mit „Herr“.

Was ist ungenau?

„Frau hat später die neutrale Geschlechtsbezeichnung Weib ersetzt.“

Das trifft den historischen Verlauf nur vereinfacht.

Tatsächlich verlief über mehrere Jahrhunderte ein Bedeutungswandel:

Weib verlor allmählich an Prestige und wurde zunehmend als grob oder herabsetzend empfunden.
Frau weitete seine Bedeutung aus und wurde schließlich zur allgemeinen Bezeichnung für erwachsene weibliche Personen.

Es war also kein plötzlicher Ersatz, sondern ein langsamer semantischer Wandel.

Was ist problematisch?

Die Aussage:

„Weib bleibt für mich etymologisch die sachliche Geschlechtsbezeichnung.“

ist als persönliche Bewertung legitim, aber sprachwissenschaftlich nur eingeschränkt haltbar.

Der Grund:

Etymologie beschreibt die Herkunft eines Wortes.
Die aktuelle Bedeutung wird durch den heutigen Sprachgebrauch bestimmt.


Ein klassisches Beispiel:
Das englische Wort silly bedeutete früher „glücklich“ oder „gesegnet“. Trotzdem würde heute niemand behaupten, es sei sachlich in diesem Sinn zu verstehen.

Genauso gilt:
Auch wenn Weib irgendwann vor über 1.000 Jahren historisch neutral war, wird es im heutigen Standarddeutsch überwiegend als abwertend, derb oder archaisch wahrgenommen. Das ist unabhängig von seiner ursprünglichen Bedeutung.

vor 21 Stunden, schrieb Anonymes-Mitglied-8:

Das was heute mit unserer Sprache gemacht wird, kann ich nicht als Weiterentwicklung sehen. Es ist ein Dilemma. 

Das ist nur für das Patriarchat ein Dilemma. Für die Frauenwelt ist die sprachliche Entwicklung und Wertestellung der Frau essentiell notwendig und seit Jahrtausenden überfällig. Das ist imho auch der Grund  wieso vielen Männern missfällt, dass es Frauen gibt, die finanzielle Stabilität des Mannes erwarten. Plötzlich muss der Mann charakterlich überzeugen UND gut verdienen. Plötzlich darf nicht mehr der Mann das Dating bestimmen, nach Äußerlichkeiten und Alter der Frau, sondern die Frau bestimmt, ob es überhaupt zum Date kommt. Veränderungen sind wichtig und richtig. Für Frauen überfällig und überlebensnotwendig.

 

bearbeitet von Dr_Brain
Tippfehler

Wenn "Status" Bildung, Abschluss, Job, finanzielle Unabhängigkeit, Lebensstandard usw. beschreibt, dann ist das für mich genauso wichtig wie Charakter, Humor, Umgangsformen, Optik u.a. Für ein gemeinsames Leben sind viele Überschneidungen nun einmal hilfreich, für den ONS aber wohl egal. Es liegt offensichtlich in der Natur der Menschen, sich über angebliche Oberflächlichkeit zu beklagen, nur weil sie gewünschte Kriterien nicht erfüllen.

(bearbeitet)
vor 3 Minuten, schrieb DoofieBerlin:

Wenn "Status" Bildung, Abschluss, Job, finanzielle Unabhängigkeit, Lebensstandard usw. beschreibt, dann ist das für mich genauso wichtig wie Charakter, Humor, Umgangsformen, Optik u.a. Für ein gemeinsames Leben sind viele Überschneidungen nun einmal hilfreich, für den ONS aber wohl egal. Es liegt offensichtlich in der Natur der Menschen, sich über angebliche Oberflächlichkeit zu beklagen, nur weil sie gewünschte Kriterien nicht erfüllen.

Sehe ich genau so. Beschweren möchten sich immer diejenigen , die die Anforderungen nicht erfüllen . 

Faktisch betrachtet, hat der Beruf eine maßgebliche Auswirkung auf Charakter, Auswahl des Umfeldes und Lebenseinstellung. Natürlich ist es nicht oberflächlich nach Beruf und Bildung zu fragen. Zeigt deutlich Entwicklung und Lebenseinstellung. 

bearbeitet von Dr_Brain
vor 19 Stunden, schrieb Alpha-Frau:

 

Ähnlich wie bei Fräulein.
Keine Ahnung warum sich manche darüber mokieren.
Es bleibt in meinem Wortschatz.

Hallo mein geliebtes Weib ist doch ein Kompliment - oder etwa nicht? :two_hearts:

Gerade eben, schrieb Dino_Haraldino:

Hallo mein geliebtes Weib ist doch ein Kompliment - oder etwa nicht? :two_hearts:

Fräulein hat einen negativen Beigeschmack :P

Interessante Menschen strahlen ihre Persönlichkeit ganz automatisch auch durch die Optik aus. Dieser erste Eindruck ist nicht wegzudenken und was optisch nicht passt, das wird weder mir noch meinem Mann körperlich jemals nah kommen und verbleibt in der beliebigen Masse. Es muss alles zu 100% stimmen, damit es unsere Lebenszeit wert ist.

(bearbeitet)
Am 26.7.2026 at 13:51, schrieb Strapser:

 

Sorry, habe es etwas zu einfach ausgedrückt gehabt. Genau diese Diskusionskultur und auch das aushalten von anderen Meinungen die geht verloren. Und meiner Ansicht nach, haben wir dieses Problem schon...

MMn sind nicht immer unterschiedliche Meinungen das Problem, sondern die Umsetzung einer Meinung in Verhalten! Beispiel: Mir ist die Meinung eines Menschen über queere Menschen grundsätzlich soweit egal, dass ich es eh nicht beeinflussen kann! Aber mir ist nicht egal, wenn sich jemand herausnimmt, andere, zum Beispiel queere Menschen, scheiße zu behandeln! Das können wir auf jeden Menschen übertragen, der Gefahr läuft, von irgendwelchen Honks angegangen zu werden, verbal oder physisch! Jeder darf Dicke häßlich finden 🤷🏼‍♀️ Niemand hat das Recht, Dicke zu beschimpfen 🤨

bearbeitet von Luderwicht
vor 11 Minuten, schrieb Luderwicht:

MMn sind nicht immer unterschiedliche Meinungen das Problem, sondern die Umsetzung einer Meinung in Verhalten! Beispiel: Mir ist die Meinung eines Menschen über queere Menschen grundsätzlich soweit egal, dass ich eh nicht beeinflussen kann! Aber mir ist nicht egal, wenn sich jemand herausnimmt, andere, zum Beispiel queere Menschen, scheiße zu behandeln! Das können wir auf jeden Menschen übertragen, der Gefahr läuft, von irgendwelchen Honks angegangen zu werden, verbal oder physisch! Jeder darf Dicke häßlich finden 🤷🏼‍♀️ Niemand hat das Recht, Dicke zu beschimpfen 🤨

Nowend und Moin :princess:Luderwicht lerin - schmunzel. Ich gebe Dir 100% recht. Mensch bleibt Mensch ob dick oder dünn - keinen Mensch darf man beleidigen :two_hearts: 1000 virtuelle :kiss: für Dich

vor 11 Minuten, schrieb Dino_Haraldino:

Nowend und Moin :princess:Luderwicht lerin - schmunzel. Ich gebe Dir 100% recht. Mensch bleibt Mensch ob dick oder dünn - keinen Mensch darf man beleidigen :two_hearts: 1000 virtuelle :kiss: für Dich

🥰

Dienstag um 13:45, schrieb Dr_Brain:

Sehe ich genau so. Beschweren möchten sich immer diejenigen , die die Anforderungen nicht erfüllen . 

Faktisch betrachtet, hat der Beruf eine maßgebliche Auswirkung auf Charakter, Auswahl des Umfeldes und Lebenseinstellung. Natürlich ist es nicht oberflächlich nach Beruf und Bildung zu fragen. Zeigt deutlich Entwicklung und Lebenseinstellung. 

Beschwerden kommen immer nur von jenen, die von Haus aus versuchen nach oben zu greifen und immer wieder feststellen müssen, dass sie da nichts erreichen.
Natürlich spielt beruflicher Status auch in eine Persönlichkeit mit hinein und ebenfalls in das äußerliche Niveau im Sinne von Stil und Auftreten.
Wenn die Optik schon alles verrät, was im eigenen Leben als “unmöglich/stillos” angesehen wird, dann zeigt man sich doch nicht in solch einer Begleitung im öffentlichen Raum! Fremdschämpotenzial begegnet einem unfreiwillig hundertfach am Tag, da setzt man sich doch nicht extra daneben. Man muss doch nicht weniger sein als man selbst ist, um anderen damit suf deren geringerem Anspruchsniveau zu begegnen und noch weniger muss man als Aufwertung ihrer selbst fungieren. Was jemand nicht aus eigenem Antrieb erreicht, um z.B. mit oder meinem Mann auf wertvoller Augenhöhe zu begegnen, das existiert schlicht nicht der Wahrnehmung.
Ausnahmen gibt es sicherlich in jedem Umfeld, ein Müllwerker kann eine interessantere Persönlichkeit sein als ein hochdotierter Manager, weil sich der Müllwerker für ein breitgefächertes Gebiet an Wissen interessiert und sich Bildung aktiv und voller Freude abgeholt hat, was dem Manager nicht gelungen ist.
Irgendwo haben wir das mal gelesen und es stimmt für uns:
“Von unten betrachtet wird es als Arroganz beschimpft, was auf Augenhöhe als gelassener Selbstwert geschätzt wird”

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