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AtinaT

Haben Singles ihre Zeit verplempert und selbst Schuld?

Empfohlener Beitrag

AtinaT
Geschrieben (bearbeitet)

In sehr vielen Threads habe ich immer wieder gelesen, dass man als Single selbst Schuld ist, an seinem Dasein. Man hat sich nicht früh genug gebunden, war zu wählerisch und hat die Zeit mit Parties verplempert.

Was denkt ihr? Das kann doch nicht wahr sein, oder?

Ich hatte 4 Beziehungen und 3 Geschichten, bei denen ich gerne eine Beziehung gehabt hätte, aber zu spät erkannte, dass es nur eine Affäre war.

Die Beziehungen gingen irgendwann kaputt (1 durch mich, 3 durch die Männer) und bei 2 hätte ich mir auf jeden Fall eine lebenslange Partnerschaft (sogar inkl. Kindern) vorstellen können. Aber ich war halt nicht die richtige für die Männer.

Hätte ich vorher besser aussuchen müssen? Wo hab ich denn meine Zeit verplempert? Und wo findet man noch Männer, die ledig sind?


bearbeitet von AtinaT
Tristania_
Geschrieben

Auch, wenn man sich früh bindet, ist das noch längst keine Garantie für eine lebenslange Partnerschaft - aber das weißt Du selbst.

Ich denke, Deine Zeit wird noch kommen.


Carlhh
Geschrieben

"Schuld" ist m.E. ein unglücklicher, evtl sogar ungeeigneter Begriff. Da schwingt immer sowas schwer Beladenes, sowas Moralinsaures mit.

Lebenswege sind sehr unterschiedlich. Und es kann sehr unterschiedliche Gründe haben, warum der/die eine sich früh bindet und der/die andere nicht. Und ich vermag nicht zu erkennen, dass das eine oder andere generell besser ist als das andere.


Geschrieben (bearbeitet)

Single zu sein bedeutet nicht, dass man nichts über die Liebe weiß. Es bedeutet nur, dass man genug weiß um zu warten bis man das bekommt was man will und nicht das nimmt, was man kriegen kann


Irgendwo mal gelesen und ich finde, es ist passend.
Nur weil man anspruchsvoll ist und nicht mit dem erst besten eine Beziehung eingeht, heißt es doch noch lange nicht, dass man seine Zeit verplempert hat. Ich finde, wenn man Zeit verplempert, dann ist es eher die Zeit, die man mit dem falschen Partner zusammen ist, damit man z.b. nicht alleine ist


bearbeitet von only_me_w
Reggaeton
Geschrieben

Also, ich glaube einfach nicht an eine Beziehung für's Leben!!

O.k., die gibt's aber mit 90% von denen möchte ich auch nicht tauschen wollen.

Menschen verändern sich, außer den paar eingefleischten Stubenhockern. Man/Frau findet neue Interessen, neuen Beruf, neue Hobbies, neuen Freundeskreis, neue Ideen, neuen Mut...

Mal läuft in einer Beziehung die Veränderung parallel, meist aber nicht, deswegen "leben sich ja so viele Paare auseinander".

Und als Single ist es doch nur mies, wenn man/frau den Zustand nicht akzeptiert. Es gibt auch mengenweise Vorteile und Freiheiten, die muss mensch nur erkennen und nutzen. Inzwischen ist die Welt doch voll mit Singles oder "Getrenntlebenden" — da muss Singlesein doch nicht gleichbedeutend sein mit Alleinsein

(Sagt einer, der seit 19 Jahren verheiratet ist und nicht an Trennung denkt, aber das nach mehreren längeren Single-Perioden. Ich bin halt so alt - LOL.)


mieh001
Geschrieben

Ich war 23 Jahre verheiratet und davon waren ein paar Jahre verplempert
und jetzt bin ich gerne Single, mir ging es noch nie so gut
das heißt aber nicht, wenn einer kommt, der mir gefällt, das ich dann nein sage
und wenn ich merke es passt mir nicht mehr, beende ich das Verhältnis

Schuld ist nicht der richtige Begriff, es war wie es war und ist jetzt wie es ist und das ist gut so


arno1980002
Geschrieben

Alles, was Du erlebst, also auch Beziehungen, die Du eingehst, haben einen Sinn. Aus allen Beziehungen wirst Du irgendetwas Positives mitgenommen haben, und wenn es eine Lernerfahrung war. Schuld bist Du nur, wenn Du das heute nicht wertschätzen kannst.
Insofern ist dieses alberne Zeitverplemper-Gelaber Quatsch - es sei denn, Du hast selbst das Gefühl, die Zeit besser verbracht haben zu können. Dann würde ich mal in mich gehen und genau hinhören, warum ich dieses Gefühl habe.

Ansonsten überleg´ Dir heute, wo Du hinwillst, wie Du in Zukunft leben willst und stelle die Weichen in diese Richtung. Dann ergibt sich auch die nächste sinnstiftende Partnerschaft, oder auch ein sinnstiftendes Singleleben ganz von selbst


Engelschen_72
Geschrieben (bearbeitet)

Hätte ich vorher besser aussuchen müssen? Wo hab ich denn meine Zeit verplempert?


Ich bin 40, hatte zwei Partnerschaften, wovon die eine fast 14 Jahre lang hielt.
Keine meiner beiden Partnerschaften sehe ich als verplemperte Zeit an!

Verplemperte Zeit wäre eine Partnerschaft, wenn man diese eingeht, nur um nicht allein sein zu müssen.
Um halt jemanden an seiner Seite zu haben. Ja, auch das gibt es.

"Sucht" man sich den Menschen, in den man sich verliebt, für den sich dann Gefühle einstellen und mit dem man eine Partnerschaft eingeht, wirklich aus?

Ich bin der Meinung, daß sowas einfach passiert, zumindestens hab ich mir keinen der beiden Männer bewußt ausgesucht, mit keinem
"ausgemacht", daß wir jetzt eine Partnerschaft eingehen werden.

Es kam, wie`s kam und ich bereue die Zeit, die ich mit beiden verbringen durfte, nicht.


bearbeitet von Geile72
AtinaT
Geschrieben

Mit dem Abstand und dem Vergleich sehe ich auch, dass bei meinem letzten Ex und mir schon lange vorher der Wurm drin war, heute bin ich ihm dankbar, dass er im Gegensatz zu mir den Mut (oder die Verzweiflung) hatte, diese Beziehung zu beenden. Es hätte nur fairer ablaufen können.

Ohne diese Trennung wäre ich vermutlich kein Single geworden und bis an mein Lebensende treu bei ihm geblieben, auch wenn ich nicht glücklich war. Wir haben uns auseinander entwickelt und zuwenig Interesse an der Entwicklung des anderen gehabt. Beide. Völlig ohne die Schuldfrage (dass er mich - wie ich hinterher erfahren habe, sogar mehrfach - betrogen hat, ist trotzdem nicht zu entschuldigen!).

Ich hoffe, ich habe aus unseren Fehlern gelernt. Dass man sich nicht bequem zurücklehnen kann, in der Annahme, den anderen zu kennen.


Engelschen_72
Geschrieben

.... bis an mein Lebensende treu bei ihm geblieben, auch wenn ich nicht glücklich war.


Aber warum tut man das? Warum verharrt man in etwas, wenn man nicht glücklich ist?
Ich habe nur dieses eine Leben und ich möchte glücklich sein!

Meine letzte Partnerschaft war geprägt von einer sehr großen Liebe zueinander, auch wenn wir irgendwann feststellen mussten, daß diese Liebe zum
miteinander glücklich sein nicht mehr reicht.
Sicherlich hätten wir weiterhin zusammenbleiben können, für die nächsten 20 Jahre.
Nur die Frage, die wir uns beide irgendwann stellten, ob wir das wirklich möchten?!?
Verharren in einer Situation, in der beide nicht mehr glücklich waren.

Wir haben dann gemeinsam den Weg gewählt uns als Paar zu trennen, diese Entscheidung ist uns beiden verdammt schwer gefallen. Viele Gespräche, viel miteinander geweint, aber uns dann trotzdem dazu entschieden.
Und wir haben gemerkt, daß es die beste Entscheidung für
UNS war!
Und das wir jetzt glücklich miteinander sind, als sehr, sehr gute Freunde, als Vertraute.


SinnlicheXXL
Geschrieben

Eigentlich verstehe ich gar nicht genau, was dein Problem ist! Du hattest Beziehungen - bist also nicht per se beziehungsunfähig. Wäre es besser, wenn deine Ehe nach 20 Jahren in die Brüche gegangen wäre und du nun zum ersten Mal in deinem Leben single wärst?

In all deinen Beziehungen gab es doch auch schöne Zeiten - und gute Gründe, warum ihr euch getrennt habt. Was genau ist dein Problem? Denkst du, dass du keinen Mann auf Dauer halten kannst? Bedauerst du, keine Familie (sprich Kinder) zu haben? Wenn ja, dann frage dich, warum das so ist und wenn du wirklich darunter leidest, dann solltest du die Ursachen suchen und ggf. etwas daran ändern - notfalls auch mit professioneller Hilfe.


AtinaT
Geschrieben

Bedauerst du, keine Familie (sprich Kinder) zu haben? Wenn ja, dann frage dich, warum das so ist und wenn du wirklich darunter leidest, dann solltest du die Ursachen suchen und ggf. etwas daran ändern - notfalls auch mit professioneller Hilfe.




Danke SinnlicheXXL, für Deine klaren Worte. Du hast es auf den Punkt gebracht.


DickeElfeBln
Geschrieben (bearbeitet)

In sehr vielen Threads habe ich immer wieder gelesen, dass man als Single selbst Schuld ist, an seinem Dasein. Man hat sich nicht früh genug gebunden, war zu wählerisch und hat die Zeit mit Parties verplempert.


sowas überlese ich großzügig - den kein andere kennt meinen lebensweg

Was denkt ihr? Das kann doch nicht wahr sein, oder?


andere wissen eh immer besser über das was man selber tut bescheid...ergo ... also denke ich.....nichts .....dabei

Aber ich war halt nicht die richtige für die Männer.[/qoute]
nun gut manch einer bleibt deswegen auch nur verbandelt dann, weil er vor dem alleinsein...oder dem finanziellen absturtz angst hat - aber ist das erstrebenswert?? - dann lieber singel

Hätte ich vorher besser aussuchen müssen? Wo hab ich denn meine Zeit verplempert? Und wo findet man noch Männer, die ledig sind?


warum, hast du nicht die zeiten, egal wie lang und kurz sie waren, mit genau diesen menschen genossen..und wolltest genau zu dem zeitpunkt, mit denen zusammen sein???

lass die anderen reden...schmunzel..vorallem die gebundenen - jeder hat sein eignes leben


bearbeitet von DickeElfeBln
Engelschen_72
Geschrieben

Achso. Es geht also eigentlich darum, warum keine Parternschaft gehalten hat und Kinder hervorgebracht hat


AtinaT
Geschrieben

Woher wisst Ihr, dass es wirklich Liebe ist, was Ihr empfindet?

Es gab gute und schlechte Tage aber ich komme immer mehr zur Gewissheit, dass das, was ich für ihn in der letzten Zeit empfunden habe, überhaupt keine liebe war sondern nur Angst vor dem allein sein. Angst davor, dass ich ihn nicht mehr sehe und spüren kann.

Liebe ist doch etwas, dass nur dort ist, wo man sich wohl fühlt. Fühlt man sich nicht mehr wohl, dann ist die Liebe auch weg und wird abgelöst durch die Angst, dass man jemand verliert. Das fühlt sich dann ähnlich an wie liebe aber die Liebe an sich, kann doch nicht weh tun.

Woher holt Ihr die Sicherheit, dass das was Ihr fühlt, wirklich liebe ist und nicht nur ein Angst Gefühl, ein Chaos im Bauch und Kopf!


oxycodon01
Geschrieben

Zuerst würde ich mich von dem Selbstvorwurf befreien.

Schielt man nicht immer auf das, was man nicht hat? Der Single hat keine Bindung und weiß manchmal vll nicht wozu er morgens aufsteht, der andere hat eine Familie und möchte mal in Ruhe gelassen werden.

Da hat die Wurst 2 Enden...


Geschrieben (bearbeitet)

Wichtig ist doch (vorsicht es folgt Küchenpsychologie), dass man sich erst mal selbst liebt. Wenn sich Liebe nur durch die Beziehung zu jemand anderem definiert, ist es keine Liebe sondern Abhängigkeit. Auch damit können viele Menschen glücklich sein, aber eben manche auch nicht.

Erst wenn ich es für mich denken kann, auch alleine einen gewissen Sinn (Glück, Zufriedenheit, wie auch immer) gefunden zu haben, kann ich auch mit einem anderen Menschen eine stabile Basis finden.

Und das alles hat nichts mit Alter zu tun, sondern nur mit der persönlichen Stabilität.

(Küchenpsycholgiemodus aus)


bearbeitet von megamod
oxycodon01
Geschrieben

Wichtig ist doch (vorsicht es folgt Küchenpsychologie), dass man sich erst mal selbst liebt.


ja, aber ich glaube die batterien sind leer


AtinaT
Geschrieben

Achso. Es geht also eigentlich darum, warum keine Parternschaft gehalten hat und Kinder hervorgebracht hat




nicht nur sondern auch..


SinnlicheXXL
Geschrieben

Atina - ist das nur eine vorübergehende Sinnfrage oder hält das schon länger an?

> Tja, in der Tat ist die Frage nach Kindern vermutlich die Weitreichendste im Leben. Leider ist es für dich mit 49 zu spät (außer du wolltest medizinisch nachhelfen) und da ich mal in der Situation war, wo ich Angst hatte, keine Kinder bekommen zu können, kann ich möglicherweise auch nachvollziehen, wie es dir in der Hinsicht geht. Was soll man da Tröstliches sagen? Dass es Untersuchungen gibt, wonach Kinder zwar kurzfristig glücklich machen, aber durch all den Stress und Ärger, den sie auch verursachen, nicht wirklich jeden dauerhaft glücklich machen? Dass es womöglich noch schrecklicher ist, Kinder zu haben, die sich nicht groß um einen kümmern als gar keine? Ich weiß es nicht!

Letztendlich musst du versuchen, mit dir ins Reine zu kommen und Frieden mit deinem Schicksal zu schließen. Dann kannst du erfüllende Aufgaben, Freunde und sicher auch wieder einen Partner finden.

Übrigens machen meine Kinder keinen Unterschied zwischen ihren biologischen und nur angeheirateten Großeltern.


samaris2603
Geschrieben

Ich mach mir nicht gross gedanken darum ob ich mit verflossenen beziehungen meine zeit "verplempert" hab. Die waren halt ne zeitlang die richtigen für mich... und irgendwann nicht mehr. Oder umgekehrt, ich für die nicht mehr.
Und ich hatte ehrlich gesagt nur 2 beziehungen wo ich mir dachte "oh mein gott, den hast du dir wirklich mal angetan" und das war nicht kurz nach beziehungsende, sondern bei beiden jahre nachdem die beziehung beendet war


AtinaT
Geschrieben

Ja, die Frage ist wirklich berechtigt: Was ist so anders am Alleinsein ohne Mann als am Alleinsein mit Mann? Nichts, wenn man es genau betrachtet und mal ganz nüchtern rangeht. Aber wir Menschen sind leider (oder Gott sei Dank?) so konstruiert, dass uns unsere Gefühle manchmal den rationalen Blick blockieren.

Manchmal denk ich, es ist bei mir etwas falsch angeklemmt


((((( ist das nur eine vorübergehende Sinnfrage oder hält das schon länger an? ))))

Diese Gedanken kommen und gehen! Manchmal wird mir alles zuviel!!


Geschrieben

In sehr vielen Threads habe ich immer wieder gelesen, dass man als Single selbst Schuld ist, an seinem Dasein. Man hat sich nicht früh genug gebunden, war zu wählerisch und hat die Zeit mit Parties verplempert. ...



irgendwo hier habe ich in den letzten tagen diesen unsäglichen quatsch in ähnlicher form auch gelesen. als ob es das höchste aller lebensziele sei, einen menschen an seiner seite vorzuweisen; eine schmach, ungebunden durch's leben zu gehen.

um jeden preis eine beziehung führen? nein, für mich schließe ich das aus. ich habe das glück, sehr ausgeglichen zu sein und in mir zu ruhen. ich fühle mich auch als single komplett. gewinnt jemand mein herz und ich seines, dann ist es der krönende bonus zu meinem lebensglück.

das ist die krux, an der meiner meinung nach unzufriedene singles verzweifeln: die überzeugung dass es jemand anderes braucht, um erst glücklich zu werden. und verschwindet dieser andere aus ihrem leben, ist auch das glück dahin...

all jene, die ihre partnerschaft so demonstrativ vor sich hertragen, wie ein mantra vor sich herbeten - nicht etwa aus der motivation heraus, alle welt solle an ihrem gefühlsüberschwang teil haben, weil man sonst schier platzen müsse - diese leute machen mich misstrauisch. schaut man hinter die kulissen, sieht man wahrscheinlich eher verblichene leinwand und rostige seilzüge; wahrscheinlich schon einen neuen hauptdarsteller hinter dem vorhang warten...


oxycodon01
Geschrieben

@ Ariadne001

super!


Engelschen_72
Geschrieben

ich fühle mich auch als single komplett. gewinnt jemand mein herz und ich seines, dann ist es der krönende bonus zu meinem lebensglück.


Sehr, sehr gut in Worte gefasst!


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