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Wie sind eure Erfahrungen Polyamorie zu leben?


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Was in deinem Eingangsthread nicht ganz deutlich wird, ob es jetzt wirklich um (eine) feste Beziehung(en) geht. Da du aber von Polyamorie schreibst, gehe ich davon aus.

Ich kenne die Anwandlung ebenfalls nur zu gut, dass man denkt, das eigene Herz sei so groß, dass es mehr als nur einen Partner lieben kann und dass es das vor allem auch braucht. Letztlich scheint es aber keine Schnittmenge einerseits von Menschen zu geben, mit denen man sich das selbst vorstellen könnte, und andererseits solchen, die sich das ebenso vorstellen können. Ich glaube, dass für ein Funktionieren Voraussetzung wäre, dass alle Beteiligten tatsächlich gleichberechtigte Teilhaber dieser einen Gemeinschaft sind, also keiner muss seinen Partner mit einem anderen teilen, sondern jeder gewinnt quasi einen hinzu.

Wenn man so etwas vor Augen hat, sollte man es auch nicht nur träumerisch verklären, sondern auch realistisch die Gestaltung des Alltags vor Augen haben. Je mehr Mitspieler, desto klarer sollten von Anfang an Regeln gelten, für alle Lebensbereiche. Auch wenn sich das jetzt ziemlich unromantisch anhört. Aber das ist wie in einer WG oder Kommune. Verliebtheit, rosarote Träumereien, ein bisschen guter Wille am Anfang reichen nicht aus. Mehr Beziehungen bedeuten nicht (immer nur) mehr Glück, sondern auch mehr Beziehungsarbeit.

Geschrieben

Keine Ahnung was Polyamorie is.Wenn die Partner/innen damit klar komme das sie eine/r von einige sind is es ok.

Geschrieben

Hallo, hast du Lust zu treffen?

Geschrieben
vor 21 Stunden, schrieb FrauenLust66:

Wie sind eure Erfahrungen Polyamorie zu leben?

Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, so leben zu wollen.

Polyamory bedeutete im Kern mal, dass man mehrere Menschen gleichzeitig (im partnerschaftlichen Sinne) liebt, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Lebesgefühl liegt. Man traut sich, Gefühle zu mehreren gleichzeitig zuzulassen, und es schadet auch erst einmal niemandem, wenn man Liebe zu mehreren empfindet. So (und nur so) lebe ich das auch seit vielen Jahren. Heute wird der Begriff ziemlich aufgebohrt und ist längst durch den Mainstream umdefiniert. Aber egal.

Eine einzelne Beziehung ist für mich schon intensiv genug. Neben Job, Hobbys und sonstiger Freizeitgestaltung, die ich für mich selbst brauche, sehe ich keine Möglichkeit, zusätzlich noch eine zweite oder dritte Liebesbeziehung zu führen. Abgesehen davon, dass ich für eine weitere Beziehung gar keine angemessenen Kapazitäten (Zeit, Orga) hätte, müssten in einem polyamoren Konstrukt ja auch alle Beteiligten irgendwie damit zurecht kommen. Das wäre mir zu viel Durcheinander und zu kräftezehrend.

Ich habe auch keine Defizite in der einen Beziehung, die ich führe. Mir fehlt nichts, was ich mit einer zweiten oder dritten Beziehung kompensieren müsste. Deswegen kann ich sogar die Personen, für die ich mehr als Freundschaft empfinde, ohne Beziehungshintergedanken oder sexuellen Antrieb treffen. Ich liebe diese Menschen, aber ich entscheide mich, Beziehung nur mit einer einzigen dieser Personen zu führen.

Weil ich auch über die Jahrzehnte der Dialoge mit anderen gehört habe, mit welchen Problemen die meisten polyamor lebenden Menschen zu kämpfen haben, finde ich, dass ich meine Ansicht und Lebensweise auch nicht unbedingt ändern muss. Die Dynamik polyamorer Beziehungen, die oftmals nur schwer zu ertragen ist, möchte ich persönlich nicht erleben.

Geschrieben

Ist mir zu stressig...meist weil sich doch Gefühle auf allen Ebenen ausbilden...

Geschrieben

Guten Tag
Wir wünsche dir einen schönen Abend

Morgen wir machen eine sexparty.
Wir sind 2 paaren. Ob du möchtest kommen. Und wir sind nicht weit von dir in Linz am Rhein.

Anfangen um 15 Uhr.
Privat treffen.

LG Sylvia

Geschrieben

Tatsächlich heißt Polyamorie doch nur, dass man mehrere Personen lieben kann. Insofern kann das ein (bisexuelles) Dreiecksverhältnis, polygame Beziehungen, wie sie auch heute noch in etlichen Kulturen üblich sind, kommuneartige Lebensformen oder auch vollkommen freie Lebensverhältnisse sein. Im Grunde sind tatsächlich auch Fremdgeher, die mit ihrer Affäre mehr als nur den Sex teilen, polyamor - nur widerspricht es dem eigentlichen Gedanken, da meist der betrogene Part nicht gefragt wurde, bzw. nicht damit einverstanden ist.

Ich denke, dass ich inzwischen sehr gut polyamor leben könnte, weil ich selten eifersüchtig bin und auch mehrere Männer parallel lieben kann. Allerdings nur mit anderen Menschen, die auch keine 24/7-Beziehung mehr wollen. Leider ist es sehr schwer außerhalb des BDSM-Bereichs passende Partner zu finden. Liebhaber, klar jede Menge. Nur leider hat davon kaum einer den Mut ehrlich zu seiner Hauptfrau zu sein.

Ich finde sehr wohl, dass Polyamorie für alle möglichen Leute eine Option darstellen könnte. Für all jene, die entweder gerne teilen, sich von einer rund um die Uhr Beziehung überfordert fühlen oder Kompromissbeziehungen führen (z.B. auch wenn ein Partner medizinisch bedingt für viele Bereiche ausfällt) könnte das eine enorme Bereicherung darstellen. Dass real damit viele Leute Probleme haben, liegt auch daran, dass wir ganz anders sozialisiert sind. Solange man auf Vater-Mutter-Kind getrimmt und "jemanden teilen" als negativ dargestellt wird, kommt das für zu wenige Menschen in Betracht.

Geschrieben

Vielleicht interessant für Dich, es gibt ein entsprechendes Netzwerk Gleichgesinnter.

https://polyamory.de/polytreffen

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
Am 1.2.2021 at 21:49, schrieb Diva95:

Schöne Vorstellung. Aber die Realität eher kompliziert und nicht immer schön.

Daran sollten dann alle Beteiligten arbeiten.

  • 3 Monate später...
Geschrieben
Am 2.2.2021 at 06:58, schrieb Pcarter:

In Polyamorie steckt das Wort Amor. Das steht für Liebe. Hier in diesem Forum Gewinne ich den Eindruck, dass Sex und Liebe zu oft in einen Topf geworfen werden. Wenn du einfach mehrere Sexpartner parallel haben möchtest, und das möglichst eifersuchtsfrei, dann hat das für mich noch lange nichts mit Polyamorie zu tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Polyamorie planbar ist, denn für mich ist auch Liebe zwischen zwei Menschen nicht planbar.

Wenn du also wirklich mehrere Menschen liebst, und auch von ihnen geliebt wirst, dann musst du auch mit genau diesen klären, ob eine gemeinsame Beziehung möglich wäre. In den meisten Beiträgen habe ich aber das Gefühl es geht nur um mehrere parallele Fickfreundschaften, und da würde mir persönlich die Liebe eindeutig fehlen.

Das Gefühl haben wir auch, das einige nur von sex und leben wie im Rudel...denken haben. 

Und das alle das leben auf engsten Raum verleben müssen. 

  • 1 Monat später...
Geschrieben
Am 1.2.2021 at 20:22, schrieb FrauenLust66:

Ich möchte meinen Horizont ausweiten, Grenzen überschreiten, Neues leben. Schon lange bemerke ich, dass mich die klassische Zweierbeziehung nicht mehr so anspricht und glücklich macht. Ich kann mir vorstellen, meine Liebe auszudehnen auf mehrere Partnerinnen und Partner. Vielleicht durchaus auch mit räumlicher Nähe. 

Ich stelle mir die Umsetzung sehr kompliziert vor. Wie sind Eure Erfahrungen, liebe Poly-Poppers-und-Lovers? Ein schwüler Traum oder gelebte Realität?

Es kommt - wie so häufig - immer darauf an.

Ich habe ca. drei Jahre lang in einer polyamoren Beziehung gelebt. Ich war damals 26 bis 29 und viel unterwegs. Daher wollte ich ein Zimmer untervermieten, sprich eine WG aufmachen, um Geld zu sparen. Schnell fand sich eine sympatische Studentin. Ihre Freundin war fast immer bei uns "zu Besuch" und irgendwann eröffneten mir die beiden, dass sie ein Paar seien. So zog auch ihre Freundin bei uns ein. Wir haben uns auf Anhieb alle drei sehr gut verstanden und waren füreinander da. Mehr wurde erst daraus, als wir an einem kalten Wintertag zusammen einen Film im Fernsehen geschaut und uns dazu gemeinsam auf die Couch gekuschelt haben. Aus kuscheln wurde im Laufe des Abends streicheln...dann küssen....viel später Petting. Das zog sich über Stunden in jeder erdenklichen Kostellation. Weit nach Mitternacht gingen die Mädels in ihr Bett und nahmen mich ungefragt mit. Hier haben wir dann zu dritt "Liebe gemacht". Tatsächlich passt dieser kitschige Ausdruck am aller besten, denn mit den Bildern aus Pornos hatte das nichts zu tun. Keine wilden Stellungen, kein "geficke", dafür ganz viel kuscheln, streicheln und noch mehr Gefühl.

Von da an haben wir immer in einem Bett geschlafen, in jeder Konstellation auch miteinander geschlafen und eigentlich eine ganz normale Beziehung geführt. Gut, zwei Geburtstage, die man(n) vergessen konnte, zwei Mal pro Monat eine Frau in homonellem Ausnahmezustand und drei Meinungen bei gemeinsamen Entscheidungen. Grundsätzlich haben wir uns aber super ergänzt und waren rundherum zufrieden. Im Alltag wie auch sexuell.

Nach drei Jahren hat sich aber eine der beiden in eine andere Frau verliebt und hat nach einigem hin und her unsere Beziehung verlassen. Die zwei sind bis heute verheiratet. Zunächst haben wir beiden verbliebenen versucht, weiter zusammen zu bleiben, aber tatsächlich fuktionierte es zu zweit überhaupt nicht mehr. Zu dritt warten wir "perfekt", aber zu zweit fehlte immer was. Es folgten viele Jahre, in denen wir drei nichts mehr voneinander hörten. Heute sind wir wieder befreundet und haben regelmäßig Kontakt, aber untereinander keinen Sex mehr.

Ich persönlich glaube, dass es funktionierende, polyamore Beziehungen geben kann und auch gibt. Allerdings bin ich auch überzeugt davon, dass man sie nicht suchen oder gar konstruieren kann, sondern dass sie sich von ganz allein ergeben müssen.

 

  • 2 Monate später...
Anonymes-Mitglied-1
Geschrieben

Ich hab hier vor einem Jahr eine Frau kennen gelernt. Nein, ich hab nicht aktiv gesucht, hat sich so ergeben, wie das Leben halt so spielt. Eine tolle Frau, war sofort irgendwas, 2. Date quatschen, 3. endete im Bett und das sogar mit dem Einverständnis meiner Frau. Irgendwie hat sich ab da mein/unser Leben komplett verändert. Es wurde immer intensiver, enger gefühlvoller....die Gefühle spielten komplett verrückt. Beide Frauen kannten sich und mochten sich, aber sind nicht sexuell aneinander interessiert. 

Inzwischen leben wir in einer Polyfidelity Beziehung, mit getrennten Haushalten aber doch sehr eng zusammen, ein zusammenziehen ist noch nicht möglich, aber ist im Hinterkopf. Vor einem Jahr, wusste ich nicht mal was das ist, hat sich so entwickelt und wir sind glücklich damit, wie es derzeit ist. Steigerung gibt es bestimmt noch und auch noch Veränderungen, es kommt so wie es kommt. Es hat ja auch zufällig begonnen, also muss es sich auch zufällig weiter entwickeln, keiner von uns hatte das geplant, bzw auf der Wunschliste. Eine wollte sogar nie den Mann teilen und von der anderen hätte ich es auch nie erwartet das Sie das so locker nimmt und so zufrieden damit ist.

Sowas kann also aus dem nichts entstehen.......aber ist auch sehr zerbrechlich....meine Meinung, wie heißt es so schön, "Drei ist einer zuviel".....Ich/Wir genießen die Zeit, die uns gegeben wird und bemühen uns, das es so bleibt.

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