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Erkrankung des Partners


Anonymes-Mitglied-1

Empfohlener Beitrag

Mir persönlich geht's ähnlich, ich bin auch erkrankt, November bin ich hier weg, würd ja gerne mit einer, gerne auch die wo mir den Spark geschickt hat, aber mein Kopf und Körper sagt nein. Shit Happens 🤷

Ich habe das Zitat - angeblich von Nelson Mandela - mal geschickt bekommen. Das sagt für mich dazu alles aus.

Wenn eine Frau dich „Baby“ oder „Schatz“ nennt, bedeutet das nichts.
Wenn eine Frau dir Geschenke kauft, bedeutet das nichts.
Wenn eine Frau die Mutter deines Kindes wird, bedeutet das nichts.
Wenn eine Frau bei dir einzieht, bedeutet das nichts.
Eine Frau, die dich überall positiv in den sozialen Medien postet, bedeutet nichts.

Selbst eine Frau, die sagt, dass sie dich liebt, bedeutet nichts.

Und lass dich von mir überraschen.
Eine Frau, die dich heiratet, bedeutet ebenfalls nichts.

Was wirklich zählt, ist eine Frau, die dich aufrichtig respektiert, schätzt und zu dir steht.

Die bereit ist, mit dir zu wachsen, dich zu unterstützen und ein Leben mit dir aufzubauen und in allen Zeiten an deiner Seite ist.

Das, mein Freund, ist es, was wirklich etwas bedeutet.

--------------


Das zählt selbstverständlich umgekehrt für den Mann genau so.

 

Whow - das hätte von mir sein können! Super.

PS: 38 Jahre mit der ersten, immer noch geliebten, Frau verheiratet.

Und es war durch die Turbulenzen des Lebens kein „Selbstläufer“.

Kommt drauf an in welchem Stadion und wie Aufnahmefähigkeit die Person noch ist. Eventuell kann man das auch noch miteinander besprechen....
Ich habe lose Kontakt zu einem sehr netten Pärchen. Sie ist mit einem anderen Mann verheiratet, der nach einem schlimmen Badeunfall seit ca 10 Jahren schwerstbehindert ist. Der neue Partner kam dann irgendwie nach fünf Jahren oder so mit ins Spiel. Sie kümmert sich liebevoll um ihren Mann und ihr neuer Partner auch. Die haben sogar zu dritt in einem Haus gelebt. Die Pflege des Ehemannes wurde aber immer aufwendiger und so haben sie sich schweren Herzens dazu entschlossen ihn in ein Pflegeheim zu geben. Aber sie haben ihn nicht abgeschoben, die besuchen ihn, wenn es geht täglich, holen ihn ab für Ausflüge und so weiter... Das ist ein großartiges Trio... Es ist also möglich....
Ich weiß nicht ob das Alter dafür wichtig ist. Aber dieser Badeunfall ist schon ganz kurz nach der Hochzeit gewesen, da waren die beiden gerade mal zwei oder drei Jahre zusammen und noch sehr jung, Ende 20.

Ich hab mich mal quer durch die Antworten gelesen (Anonympostings sehe ich nicht, daher fehlt mir die Initalfrage, aber anhand der Antworten hab ich ein grobes Bild).

Erst mal ist es wieder mal ganz großes Kino, wenn Menschen pauschal aburteilen, ohne zu wissen, wie der Einzelfall tatsächlich aussieht. Antworten der Art "Muss jeder selbst entscheiden" scheinen mir hier noch mit zu den schlauesten zu gehören. Davon gab's ja, wenn ich das richtig sehe, nicht wenige.

Die Ratschläge, den Partner oder die Partnerin unbedingt zu verlassen, bevor man einen Seitensprung begeht, finde ich dagegen nicht sehr schlau und ähnlich unempathisch, wie es gleichzeitig denjenigen vorgeworfen wird, die bei Erkrankung des Partners eine Fremdgehüberlegung anstellen. Es nützt einer erkrankten Person nicht im Geringsten, wenn die Partnerin oder der Partner sich trennt. Im Gegenteil, je nach Erkrankung kann es das Leid enorm vergrößern. (Ja, ein Fremdgehen, das rauskommt, vergrößert das Leid ebenfalls, aber da ein Fremdgehen schon bei gesunden Partnern selten rauskommt, wäre dieses Risiko, sachlich betrachtet, deutlich geringer; je nach Erkrankung und Situation geht das gegen Null.)

Letztlich ist nur wichtig: Wir stecken nicht drin und wir haben keine Ahnung, was ein angemessenes Verhalten in der speziellen Situation eines uns fremden Paares wäre. Allerdings wurdet ihr (wurden wir) nach der Meinung gefragt, wenn ich das richtig sehe, und dann muss ein(e) TE auch mit den Antworten leben - egal wie unterirdisch sie vereinzelt ausfallen.

Am 27.9.2026 at 09:07, schrieb Anonymes-Mitglied-1:

Meint Ihr es ist falsch, sich eine Affaire zu suchen oder Partner/in zu verlassen, wenn diese/r von Demenz oder einer stark einschränkenden Erkrankung betroffen ist und die eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigt werden? Ist für Euch das Versprechen "Bis das der Tod uns scheidet" noch von Bedeutung? Was meint Ihr und warum?

Das ganze ist sehr egoistisch formuliert, aber damit muß der TE klar kommen.

Drehen wir den Spieß mal um: wenn ich von einer stark einschränkten Krankheit betroffen wäre, würde ich mich freuen, wenn meine Partnerin für mich da ist und bei mir bleibt. Zugleich habe ich eine Verantwortung für ihr Wohlergehen.

So ich das noch kann, würde ich ihr aktiv anbieten, mich zu verlassen, wenn die Pflege über ihre Kräfte geht. Und ich würde ihr anbieten, sich den Sex zu holen, den ich ihr nicht geben kann.

Ich würde nicht wollen, daß sie sich für mich aufopfert.

(bearbeitet)
vor 4 Stunden, schrieb ImWesten442:

So ich das noch kann, würde ich ihr aktiv anbieten, mich zu verlassen, wenn die Pflege über ihre Kräfte geht. Und ich würde ihr anbieten, sich den Sex zu holen, den ich ihr nicht geben kann.

Ich persönlich würde weder das eine (Angebot, mich zu verlassen) noch das andere (Angebot, Sex woanders zu holen) tun.

In meiner Beziehung merke ich, ob und wie stark wir einander zugewandt agieren und leben - egal ob es im Leben grad prima läuft oder ob es Krisen (in diesem Fall gesundheitliche) zu bewältigen gibt. Wie jeder von uns mit dem anderen umgeht, ist die jeweils individuelle Sache, und wir spüren und erfahren, wie der andere mit uns umgeht, und können bewerten, ob sich das gut anfühlt. Es ist dabei die Eigenvarantwortung eines jeden, sich sowohl um sich selbst als auch um die Beziehung zu kümmern, die man leben möchte (sofern man sie weiterleben möchte).

In diesem Zusammenhang bedarf es keiner Angebote von mir, weil meine Partnerin von ganz allein darauf kommt, was ihr wichtig ist und wie sie sich verhalten will. Ein Angebot, mich zu verlassen, halte ich dabei sogar für störend. Wenn es mir darauf ankäme, würde ICH SIE verlassen, um ihr die Freiheit zu ermöglichen, ihr aber nicht anbieten, dass sie gehen kann, wenn sie will. Das könnte sie sowieso jederzeit, wenn sie wollte, und es müsste nicht von mir extra ausgesprochen werden.

Ich hab schon als gesunder Mensch keinen blassen Schimmer davon, ob sie Sex anderswo erlebt oder nicht. Das ist das übliche Verfahren beim Fremdgehen in dieser Welt: dass der Partner nichts davon weiß. Warum sollte das anders laufen, wenn ich erkrankt bin? Ich merke in den ganzen Jahren nicht, dass unsere Beziehung irgendwie leidet, also ist ein Fremdgehen ihrerseits, sofern es überhaupt stattfindet, ganz offensichtlich irrelevant für unser Miteinander. Wäre ich schwer erkrankt, würde sich das nicht ändern. Ein Mensch kann fremdgehen, aber trotzdem gut und liebevoll und dem Partner zugewandt in der Beziehung sein - ganz egal ob der Partner gesund oder krank ist.

Das gilt auch hierfür:

Zitieren

Ich würde nicht wollen, daß sie sich für mich aufopfert.

Entweder will man die Beziehung fortführen oder nicht. Von Aufopfern würde ich da gar nicht sprechen. Ich sehe das nicht schwarz und weiß. Ich halte es für problemlos möglich, dass jemand an seiner Beziehung festhält und für den Partner da ist, auch wenn er zusätzlich anderswo (heimlich) sexuell aktiv ist. Ein Dableiben ist nicht gleichzusetzen mit einem "Aufopfern". Für mich wäre es auch gar nicht der Rede wert, das mit meiner Partnerin zu thematisieren. Wenn sie ihr Leben mit mir fortsetzen will, auch wenn ich erkrankt bin, dann ist das ihre Entscheidung, und sie lässt mich spüren, ob sie weiterhin gerne mit mir zusammen ist. Ob sie nebenbei eine Affäre hat, kann ich nie wissen, auch nicht, wenn ich gesund bin und bleibe. Also konzentriere ich mich darauf, was wir miteinander erleben und wie wir im direkten Kontakt miteinander umgehen.

Nur das halte ich für relevant.

Mir Gedanken oder Sorgen darum zu machen, ob sie mal fremdgegangen ist oder das irgendwann vielleicht mal tut, finde ich absurd. Die Beziehung fühlt sich gut an. Fertig. Erst wenn sich etwas darin nicht gut anfühlt, müssen wir uns das anschauen, aber ob der Grund dann ein Fremdgehen ist oder etwas anderes, wäre dann erst zu klären.
:smirk:

bearbeitet von LacusLenitatis

An und in Beziehungen muss man arbeiten, täglich arbeiten 

Und wenn man seinen Partner liebt möchte man auch das er so glücklich wie möglich ist

Daher findet man in einer glücklichen Beziehung oder Ehe immer eine Lösung für Probleme, wenn es denn mal welche geben sollte

 

Am 28.9.2026 at 08:47, schrieb Dr_Brain:

Statistisch gesehen verlassen Männer ihre Partnerinnen signifikant häufiger, wenn diese schwer erkranken oder pflegebedürftig werden, als umgekehrt. Zu diesem Ergebnis kommen mehrere internationale Langzeitstudien. Zum Thema „Fremdgehen“ in direkter Verbindung mit einem Pflegegrad gibt es kaum valide, isolierte Statistiken, jedoch ist die Trennungs- und Scheidungsrate stark geschlechtsspezifisch verschoben.

Eine wegweisende und viel beachtete US-Studie (u. a. vom Fred Hutchinson Cancer Research Center) untersuchte Paare, bei denen ein Partner an Krebs oder Multipler Sklerose erkrankte. Das Ergebnis: Wurde die Frau krank, endeten 20,8 % der Ehen in Trennung oder Scheidung. Wurde hingegen der Mann krank, lag die Trennungsrate bei nur 2,9 %. Das Risiko für Frauen, in einer schweren Krankheitsphase verlassen zu werden, war damit rund sechsmal so hoch.Spätere Validierung: Eine weitere, groß angelegte Studie im Journal Health and Social Behavior (2015) bestätigte die Tendenz: Während die Erkrankung eines Ehemanns das Scheidungsrisiko statistisch kaum merklich erhöhte, stieg das Scheidungsrisiko bei einer schweren Erkrankung der Ehefrau messbar an.

Frage zu der Studie: wurde dort der Grund der Trennung genannt, warum sich die Partner, egal ob männlich oder weiblich,  von dem erkrankten Partner getrennt hat? 

 

 

Am 27.9.2026 at 09:07, schrieb Anonymes-Mitglied-1:

Meint Ihr es ist falsch, sich eine Affaire zu suchen oder Partner/in zu verlassen, wenn diese/r von Demenz oder einer stark einschränkenden Erkrankung betroffen ist und die eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigt werden? Ist für Euch das Versprechen "Bis das der Tod uns scheidet" noch von Bedeutung? Was meint Ihr und warum?

Es ist ein kirchliches Versprechen und hält oft nur bis zur nächst besseren Partie. Die Lebensumstände kennst nur du, ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn man Bedürfnisse hat. Im Zweifel weiß der Partner ja nicht einmal mehr, wer vor einem steht. Je nach Schwere oder Fortschritt der Erkrankung muss man als naher Angehöriger aufpassen, nicht selbst daran zu zerbrechen. Ich kenne genügend Beispiele, da war es wie eine Befreiung als der Partner ins Pflegeheim musste, ich kenne aber keinen Fall, in dem ein sexueller Ausgleich gesucht wurde, weil man in der Zeit der Pflege einfach andere Sorgen als sexuelle Erfüllung hatte. Das ist aber etwas individuelles und jeder Mensch ist unterschiedlich, von daher, wenn du glaubst es hilft, such dir eine Affäre. Trenne dich, wenn es besser erträglich ist, die moralische Keule schwingen dann andere.

Gerade bei hohem Altersunterschied ist bei einem alternden gebrechlichem Partner dann der andere unterfordert, eingeschränkt oder wer weiß was und dann trennt man sich, weil das eigene Leben noch nicht vorüber ist. Die Entscheidung kann nur jeder selbst treffen. Wer erben will, sollte verheiratet bleiben (sorry, konnte ich mir nicht verkneifen).:coffee_happy:

Je nach Erkrankung sollte man vielleicht erst einmal das Gespräch suchen. In einer Ehe sollte man solche Probleme lösen können. Vielleicht (er-) kennt der Partner diese Bedürfnisse nicht!? Bei Demenz sicher schwanger, aber bei anderen Erkrankungen sollte doch ein Gespräch gesucht werden

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