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Bandscheibenvorfall


di****

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

habe 5 jahre chronische dauerschmerzen rund um die uhr hinter mir - egal ob stehend, sitzend, liegend. sicher liegt jeder fall anders, aber in solchen situationen ist jeder versuch die mühe wert. meine persönliche erfahrungen:

wesentlich schneller und effektiver als der menschliche physiothe***ut hat sich ein TENS-gerät erwiesen. das verschaffte immerhin binnen minuten mehrere schmerzfreie stunden. an die optimale elektrodenlage, programm und reizstärke tastet man sich selbst relativ schnell heran. lässt sich auch im auto, auf dem bürostuhl anwenden, die elektroden und kabel mit tape fixiert sogar bei bewegung. zu haben für unter 100.-€.

dann im august 3 x beim osteopathen gewesen, seitdem beschwerdefrei, den TENS bis heute nicht wieder benutzt. mache seitdem 1 bis 2 mal für 30 sek. eine dehnübung. damit ich´s nicht vergesse ritualisiert, während der kaffe durchluft. kosten für der osteopathen um die 80.-€ die std.. viele kassen erstatten wenigstens einen teil der kosten.

Geschrieben

Hallo zwei vorfälle in zwei Jahren seit über einen jahr wieder erträglich, viel Rehasport und kontrolierte Bewegungen. Gehe wieder normal auf Arbeit obwohl ich nur noch auf den Termin für die OP gewartet hatte. Zum Glück dauerte das zu lange.Was ich damit sagen will bewegen und Geduld.

Geschrieben
Am 31.12.2020 at 09:48, schrieb savina67:

Hallo, habt ihr es schonmal mit Osteopathie versucht. Bei mir hat es gut geholfen.
LG

Bei mir auch. Ich hatte im C5 Bereich einen und nach etlichen Behandlungen hab ich die CranioSacrale Therapie entdeckt- die hat dann geholfen!

Geschrieben

Bei den beschriebenen Schmerzen wäre für mich das Sexuelle mit dem Partner erst einmal weniger wichtig. Vordergründig ginge es mir darum, was kann getan werden, an der Sache was zu ändern/ verbessern. Sexuelles kann man auch mit einem solchen schmerzlichen Handicap haben. Sex bedeutet nicht immer aufeinander herumhüpfen oder irgendwelche Turnübungen und Verrenkungen.

Es gibt verschiedene Therapien, welche man machen kann. Hier heißt es rausfinden, auf welche dein Mann anspricht. Das Pauschalrezept funktioniert auch hier nicht.

 

Geschrieben (bearbeitet)

Ach je.

Jetzt wo das Kind schon im Brunnen ist, ist natürlich der erste Ansatz mal, die Schmerzen in den Griff zu bekommen.
Da gibts viele unterschiedliche Dinge, die vielen Leuten unterschiedlich helfen. Muss Mensch ausprobieren. Von Wärme, Reizstrom, Pillen, lokalen Injektionen (Arzt), Massagen, Thermalbad, Korsett, anderen Schlaflösungen (viele Betten sind zu weich für Rückenpatienten) bis hin zu diversen alternativmedizinischen Geschichten, die IMHO eher auf Glauben als auf Wirkmechanismen basieren.
Aber ich habe auch dabei oft Leute getroffen, die solche Sachen als hilfreich empfunden haben.
Und nach einem halben Jahr Schmerzen, so intensiv wie du sie beschreibst, ist nicht nur der originale, traumatisch BSV längst abgeheilt und der Sequester (das ausgetretene Material) vom Körper resorbiert, sondern der Schmerz hat sich auch chronifiziert.
Das bedeutet die normale BSV-chirurgie ist nicht nur längst sinnlos geworden, sondern auch andere chirurgische Maßnahmen können ggf den inzwischen vom Hirn verursachten Schmerz gar nicht mehr unbedingt beheben.


Physiotherapie ist leider bei uns ein Beruf mit...höflich ausgedrück - extrem weiter Spanne an Kompetenzen.
Die Ausbildung ist vergleichsweise kurz und oberflächlich, das weiterlernen teuer, finanziell nicht nennenswert lohnend und nicht für alle - ich oute mich mal - Kollegen eine Priorität.

Das bedeutet faktisch, man kann in eine Praxis gehen und jedesmal einen anderen Mensch haben, der kaum untersucht sondern einfach los knetet wo´s halt grad weh tut -
und in einer Anderen wird erstmal gründlichst die individuelle funktionelle Anatomie gecheckt, Schwachpunkte ermittelt, sorgsam dokumentiert, ein Therapieplan aufgestellt und besprochen und dann über Monate beim selben, mit dem Fall vertrauten, Fachmensch einerseits Schmerzbekämpfung betrieben, andererseits geplante Umprogrammierung von Bewegunsgmustern und Training von Schwachstellen vermittelt.
Ersteres kann mit Glück helfen, letzteres braucht weniger Glück, aber viel eigene Teilnahme und tägliche Hausaufgaben.
Und ist eher selten, weil die Verordnungs- und Bezahlsysteme unserer KVs ersteres Modell fördern.

Von daher lohnt es sich auf jeden Fall, verschiedene Physios auszuprobieren. Und wenn jemand mit Rückenkneten anfängt ohne zumindest 10, 15 Minuten Beweglichkeiten getestet zu haben, ist das schon mal kein gutes Zeichen.
Ich empfehle da inzwischen, sich vom Arzt ein Privatrezept für Physio ausstellen zu lassen (braucht der PT, damit seine Haftpflicht greift) - und dann erst mal privat bezahlte Ersttermine bei verschiedenen Praxen auszumachen.
Wenn man bei einer Lusche gelandet ist, lohnt es nicht wirklich das ganze 6er-Rezept der KV dort zu verbrennen, zumal die Rezeptebühr 10Euro+10% beträgt, man zahlt also für den ersten Termin, dann Abbruch, wesentlich mehr als für alle sechs im Durchschnitt.
Ist einer gefunden, der kompetent und wirksam ist, dort bleiben, auf The***uten-stabilität bestehen und mit KV-Rezepten weiter machen.
Kollegen mit Osteopatischer Zusatzausbildung stehen meistens fachlich auf sehr soliden Beinen im Vergleich zu 0815-PT`s.

Langfristig ist es wichtig zu verstehen, daß ein BSV kein einmaliger, schicksalshafter Defekt ist, sondern fast immer das Endergebnis von Jahre- und jahrzehntelanger Fehlbelastung. Da kann Fehltraining im Kraftraum genauso verantwortlich sein wie eine Plauze die am Gerüst zerrt oder stundenlanger Büroarbeit auf ungeeigneten Sitzmöbeln.
Wenn so eine Bandscheibe jahrelang im selben Segment Überlastungen erfährt, platzt sie halt irgendwann. Wenn die Überlastung gleich bleibt, mag der erste BSV abheilen, aber ein Jahr später platz dieselbe wieder, oder die drüber oder drunter.

Auf Dauer ist tatsächlich Bewegung und Training das Heilmittel NR 1. um weitere Probleme zu verhindern. Ob man da Schwimmen geht, Yoga macht , im Fitnesstudio drei verschiedene Kurse die Woche bucht oder zum Rückensport geht und dahim täglich weiter übt , ist dann eher Geschmacksfrage.
 aber unser Bewegungsapparat ist zwingend darauf angewiesen, benutzt zu werden. Jeden tag das volle Bewegungsausmaß aller Muskelgruppen und Gelenke nutzen, drehen, wenden, dehnen, stützen.
Und so wiedersinnig es sich für deinen Mann jetzt, im chronischen Schmerzmuster, anfühlen mag - auch für die Schmerzbekämpfung extrem wichtig.
Nach eine halben Jahr wird das nicht mehr von selber und vom hinlegen besser,
da muss er sich aus dem chronifzierten Schmerz herausarbeiten.

 

 

Oj, Roman geschrieben.
Mir ist langweililig im Lockdown, scheint es.

bearbeitet von KuppenTanz
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