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Was würde sich verändern, wenn Sexualität weniger tabu wäre?


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Bei den zitierten Bonobos ist Sex vermutlich alles andere als frei und hat mit Lust und Körpergefühl nicht viel zu tun. Er erfüllt Aufgaben, die noch Gegenstand von Forschungen sind. Er wird somit also mehr als bei uns Menschen als Zwangshandlung zum Zwecke eines friedlicheren Zusammenlebens durchgeführt, laut heutigem Stand der Forschung.  Mehr Sex ist also auch in deren Gesellschaft nicht selbstbestimmt. Im Gegenteil. Und damit für uns nicht erstrebenswert. Wo bleibt denn da der so oft gewünschte Spass? 

Freiheit wird durch Projektion der eigenen Wünsche in andere Menschen zu einem Zwang. Wer sagt denn, dass ich alles tun will, nur weil ich die Freiheit habe, es zu tun? Wenn der Wunsch nach sexueller Freiheit oder Ent-tabuisierung für manche Menschen als logische Schlussfolgerung dazu führen würde, dass alle so Sex haben, wie wir ihn in Pornos sehen, ist die Freiheit doch schon wieder unterdrückt, oder nicht? 

Wie wäre es denn mit einer vollkommenen, respektvollen Akzeptanz der Vorlieben und Geschmäcker anderer Menschen? Oder, wie wäre es mit einer Ent-priorisierung der Sexualität? Die hohe Trennungsrate von Paaren aus Mangel an Sex oder wegen nicht-befriedigtem Verlangen nach bestimmten Sexualpraktiken zeigt doch nicht, dass Sex zu tabuisiert ist, sondern dass wir mit unseren unterschiedlichen Arten des Verlangens nicht adäquat umgehen können. Schliessliche findet längst nicht jede/r nach einer Trennung den perfekten Partner in allen Belangen.

Wer sagt denn, dass eine Ent-tabuisierung zu mehr und vor allem zu befriedigenderem Sex für uns alle führen würde? Ich habe Zweifel. Es würde meiner Meinung nach, bei einer gleichbleibend hohen gesellschaftlichen Akzeptanz der sexuellen Diversität, zwei bis drei Generationen dauern, bis sich offenerer Dialog zu sexuellen Themen  (hier gut sichtbar: Vorlieben, Ansprüche, körperliche Eigenschaften, ... )   tatsächlich in einer breit akzeptierten höheren gelebten Akzeptanz sexueller Themen (Theorie) und damit auch einem Mehr an sexueller Freiheit (Lebensstil, Praxis) niederschlagen. Aber mehr Sex für alle?

Freiheit war aber noch nie eine Garantie für Zufriedenheit. Und jetzt?   Sind wir tatsächlich einen Schritt weiter ?  Würden nicht nach wie vor Mehrheiten Minderheiten brandmarken und ausgrenzen ?  

 

(bearbeitet)

Ich kenne nur ein offenes und tabuarmes Leben.
Es ist wunderbar.

bearbeitet von MolliPassion

Tabu? Warum ist Sex tabu? Das ist doch individuell verschieden. Aber ich denke, dass vor allem die Männer sich mehr ausnehmen würden als Frauen. 

vor 3 Stunden, schrieb Tanner:

Wir würden alle ständig übereinander herfallen und uns jederzeit ausleben können, wie die Karnickel...
Doggy auf der Straße wäre nicht mehr nur den Hunden vorbehalten und gesellschaftlich voll akzeptiert.
Da ficken entspannt, wäre die Menschheit im besten Fall nicht mehr so extrem sexuell frustriert und unzufrieden.
Vielleicht würden sie so auch endlich davon absehen, weiterhin solche Geigen wie Tino, Alice, Donald, Wladimir und Co. zu ihren An- Führern zu "wählen"

Meinst du, Menschen können nur zwischen Verklemmtheit und Dauerorgie wählen? Da fehlt mir ein bisschen die Fantasie

Ich denke wir haben uns, was sexualität betrifft, doch schon sehr viel weiter entwickelt. Deine Endlösung ist keine. Wenn in der sexuälität alles ohne tabu wäre, gäbe es neue. Im Job, im Status oder sonstwo. Ich finde die kleinen Schritte die gemacht wurden, sollten weiter ausgebaut werden. Wenn ich hier manchmal den Umgang Miteinander lese, hauts mich regelmässig um. Selbst wenn einem das Thema null betrifft, wird immer wieder drauf gehauen. Vielleicht sollten wir, gerade hier, wo sexuelle Themen eben kein Tabu mehr sein sollten, mehr Tolleranz und Respekt leben. Das wäre für mich ein Schritt in die richtige Richtung.

Mal wieder ohne die 159 Beiträge zu lesen
In einer Beziehung sollte es kein Tabu sein , über Sexualität zu sprechen und dementsprechend diese auch ausleben zu können. Was die "Gesellschaft" von der mir gewählten Sexualität hält ist mir doch vollkommen Latte 🤷🏼‍♀️ wichtig ist das ich mit meinem Partner auf einer Linie sein kann.

Vor 20 Stunden, schrieb Arteras:

Schau zurück in die 1960er Jahre und du hast die Antwort. Die Menschen waren weniger verlogen im Vergleich zu heute und standen zu ihren Neigungen.

Ist das Satire? Homosexuell wurden damals im allgemeinen zusammengeschlagen... Frau mit unehelichem Kind wurde komplett fertiggemacht, die konnte Einpacken. Zusammenwohnen ohne Trauschein? Verkuppelung! Und das sind nur drei Beispiele...

Vielleicht würde dann endlich mal Treue neu definiert. Viele Menschen machen sich das Leben selbst schwer weil sie zu viele Tabus haben.

Sexualität ist nicht wirklich Tabu. Das Thema kann relativ offen besprochen werden. Zumindest in meiner Wahrnehmung.

Vor 20 Stunden, schrieb blackbeard65:

Das würde sich ändern:
Die Menschen würden auf der Strasse vögeln wenn sie jemandem attraktiven über den Weg laufen,... wäre unangenehm jeden Meter über zwei sich liebende steigen zu müssen =)

Völliger Blödsinn... Insgesamt wäre die Gesellschaft kulturell gesehen kaum oder gar nicht verklemmt. Dadurch hätte sich ein ganz anderer Umgang mit dem Thema entwickelt. Das Schreckenszenario, das dann wildfremden Leute übereinander herfallen ist dem jetzigen Umgang, der nun einmal Teil unserer Kultur ist, geschuldet. Wir sind damit aufgewachsen und kennen es nicht anders in beurteilen deshalb u. U. so wie sie. Kurz gesagt : unsere Kultur hat uns geformt da wir mit ihr aufgewachsen sind. Bei einer anderen Kultur, die z. B. einen lockereren Umgeng damit verinnerlicht, kämen sie zu ganz anderen Ansichten.

(bearbeitet)

Dieses Thema lässt mich irgendwie nicht recht locker, weil ich ebenfalls der Ansicht bin, dass unsere Gesellschaft sexuell schon sehr freizügig (geworden) ist. 


Mir behagt irgendwie auch nicht der Ansatz, mit einem ther-apeutischen Liberalisierungs-Rundumschlag die "Verklemmtheit" oder Scham kurieren zu wollen.

Müsste man sich nicht erstmal genauer ansehen, woher die rühren?


Dazu fiele mir als Erstes das Klima ein, in dem man groß geworden ist. Gerade diese Einflüsse wiegen doch eher so schwer, dass gesellschaftliche Veränderungen einem da nicht wirklich weiterhelfen.

Vielleicht eher noch jemand, dem man vertraut, der viel Geduld und Zuwendung mitbringt. 

Als Nächstes sehe ich schon den Punkt, dass die angesprochene Präsenz der Sexualität in Medien etc für manchen schlicht eine Überforderung darstellt. 

Beste Beispiele erleben wir ja hier. Jede Vorliebe oder Fantasie muss haarklein dargelegt werden. Bitte, ich gönne jedem seins. Aber im RL kann man eben nicht weiterscrollen.... 

Und wenn zum Teil geäußert wurde, man könne dann ja wenigstens offener mit anderen Leuten sprechen, denke ich spontan an die PNs, in denen einem als erstes ungebeten sämtliche Fantasien aufs Auge gedrückt werden. 

Was ist falsch daran, wenn jemand tatsächlich nur eine zärtliche Zweisamkeit möchte, statt des "höher, schneller, weiter", das andere zu suchen scheinen? 

Und inwieweit darf Sexualität nicht wirklich Privatsache bleiben? 

Mir geht zum Teil der so wichtige "Konsens" unter:

ich möchte und werde unbedingt auch weiterhin selber entscheiden, wann, wie und mit wem ich mich über Sexualität austausche.

Wenn man sich da nicht meiner Zustimmung vergewissert, kann ich auch verdammt schnell "verklemmen". 

bearbeitet von geniesserin56

Ich verstehe die Frage nicht. Sexualität ist für mich etwas privates. Tabus und Grenzen habe ich jede Menge. Allerdings will ich weder auf meine Privatsphäre noch auf meine Prinzipien verzichten. Das macht doch überhaupt keinen Sinn.

Vor 17 Stunden, schrieb lieber_Kater:

Das klingt gut. Melde dich wenn es soweit ist. Damit ich passendes Werkzeug zusammen packen kann. Bissel gemütlich wollen wir es schließlich haben. 

Das mach ich, versprochen. Ich verlass mich auf dich. ☺️

Oh, einen wichtigen Punkt habe ich völlig vergessen:

wenn man hier gelegentlich liest, in welcher Art und Weise über Frauen geurteilt wird, die selbstbestimmt ihre Sexualität leben, könnte man denken, die Gesellschaft habe genügend damit zu tun, die vielfach noch herrschenden viktorianisch anmutenden Moralvorstellungen auf den Stand der Jetzt-Zeit zubringen. 

Bevor man ihr (der Gesellschaft) noch mehr zumutet. 

 

Vor 17 Stunden, schrieb Tiefkuehlpizza:

Soweit würde ich nicht gehen. 

Es wäre auch nicht meins, aber wie man hier lesen kann, suchen einige auch den Kick.

Und da waren auch Stimmen dabei, die ich werde für asozial noch für minder intelligent halte. 

Es ist einfach eine andere Art, Dinge zu leben. Für mich vollkommen in Ordnung.  Man kann koexistieren. Man kommt sich  ohnehin nicht in die Quere,  weil man zu verschieden tickt.

Das mit der Koexistenz klingt sehr gut. Nur denke ich wenn gesellschaftliche Regeln in Bezug auf die zwischenmenschliche Ebene aufgehoben werden würde eine friedliche Koexistenz nicht mehr möglich sein. Denn gewisse Regeln bedeuten dass eben Jede/r sich daran halten soll. Wenn der Eine was will und der Andere nun gerade nicht - wer hat dann Recht, wer setzt sich durch? Eine Koexistenz funktioniert nicht ohne Regeln. Klar klingt es erstmal gut dass man sich seinen Vorstellungen entsprechend ausleben kann, nur braucht es dazu meist auch (mindestens) ein entsprechendes Gegenüber das dasselbe möchte. So egoistisch und selbstbezogen wie die Menschen mittlerweile größtenteils sind wirds nicht funktionieren. Schon allein die gedanklichen These, ob die Frauen Männern dann 'zur Verfügung zu stehen haben' weil es eben der Wunsch der Männer ist und was passiert wenn Frauen da nicht mitmachen wollen dürfte ein großes Eskalationspotential haben,und erst recht wenn das real so eintreten würde. Die sexuelle Entfaltung jedes Einzelnen ist bis zu bestimmten Grenzen kein Problem, fallen diese Grenzen weg wird es unkontrolliertes und unkontrollierbares Chaos geben,da bin ich mir sicher.

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