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Imperatorin

Suchtverlagerung

Empfohlener Beitrag

NathalieG
Geschrieben

Sucht ist ja eine Kompensation. Also muss/sollte man sich die Frage stellen: "was muss ich kompensieren" und da anfangen. Es geht also bei einer Therapie im Grunde nicht darum die "Sucht" los zu lassen, sondern darum zu ergründen, warum wurde ich süchtig nach.....

Wenn man dies heraus gefunden hat, und somit keine Kompensation mehr nötig ist (ich meine vor allem die Süchte die keinen körperlichen Entzug brauchen) ist auch die Sucht nicht mehr vorhanden.

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Drakar
Geschrieben

Es gibt einen Unterschied zwischen Sucht und Abhängigkeit. Sogar einen sehr großen.
Beides fängt aber im Kopf an. Vor allem der Wille diesen Kreis zu durchbrechen.

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Aspidelaps
Geschrieben

Da gibt es keine allgemeinen Tipps ... wie du selbst schon sagst ... es ist eine reine Kopfsache... bei vielen Süchten und zwängen wird eine Konfrontationtherapie durchgeführt... wenn du der Meinung bist du hast ein ungesundes Verhältnis zum Sex dann such professionelle Hilfe auf

Kellogs82
Geschrieben

Sucht ist nicht gleich Sucht.
Und ja, vieles fängt im Kopf an. Dennoch hat jede Sucht auch körperliche Auswirkungen.Die Leute fühlen sich am Anfang Glücklich, ausgeglichen, stark, euphorisch. Irgendwann driftet das ganze allerdings ins Gegenteil ab. Es wird immer schwerer diese Gefühle beibehalten zu können. Man braucht immer mehr von seiner "Sucht".
Bei fast jeder Sucht oder Abhängigkeit gibt meist auch Co-Abhängige die den Süchtigen/Abhängigen in irgendeiner Art "unterstützen" in "Schutz" nehmen oder was auch immer.

Es ist ein schleichender Prozess.

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Pcarter
Geschrieben (bearbeitet)

Meine Ex-Frau nannte das immer "sich glücklich kaufen". Da stellt sich eben die Frage, wieso muss man sich glücklich kaufen? Woher kommt das Gefühl, es fehle etwas zum Glück? Wie nachhaltig ist der Kauf-Kick? Ich denke eher nicht so, denn sonst würde ja ein einmaliger Kauf helfen. Ich bin ja auch für meine "Konsumzurückhaltung" bekannt. Das kommt daher, dass ich genau reflektiere, was ich in der Vergangenheit schon gekauft habe, und in wieweit dieser gekaufte Artikel wirklich mein Leben bereichert hat. Wie viel von den Dingen ist ungenutzt in einen dunklen Schrank gewandert? Wie hoch ist die Chance, das der begehrte Neuerwerb wirklich den projizierten Nutzen bringt? Was könnte ich mit dem Geld besseres anfangen?
Meist ernüchtern mich diese Überlegungen soweit, dass ich dem Kaufimpuls wiederstehen kann.

bearbeitet von Pcarter
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Lion-Sin
Geschrieben

Disziplin ist wohl das Zauberwort. Sich aktiv ablenken, wenn bekannte Muster beginnen. Auch heißt es Kontrolle zurück zu bekommen und im kontrollierten Maße, in dem Beispiel, shoppen gehen. Dazu sich selbst reglementieren und daran halten.
Nebst, Alkohol wie Heroin, die eben doch eine starke körperliche Komponente haben, sind eben deswegen mit einer Null Toleranz Politik behaftet, weil beim Konsum die körperliche Abhängigkeit wieder von vorn beginnt...
Als Beispiel nehme Raucher, bei den meisten ist noch jahrzehntelang später, in gewissen Situationen, ein Suchtdruck vorhanden. Die müssen sich dann auch einfach selbst am Riemen reißen, anders geht es eben nicht. Der Wille ist dass was einen dann aufrecht hält...

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Pastor2710
Geschrieben

Wie sieht das mit Zwängen aus?

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Serafina_47-7777
Geschrieben (bearbeitet)

Ich bin grundsätzlich jemand der sein Geld nur einsetzt..., wenn ich langfristig einen nutzen darin sehe - ( manchmal lasse ich mich natürlich auch mal verführen und der Nutzen spielt da keine große Rolle!). Ich war vor 15 Jahren mal Raucher und diese Sucht war mir langfristig einfach zu teuer, solche Charaktereigenschaften Helfen natürlich auch!😉

bearbeitet von Serafina_47-7777
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xxx_schlingel
Geschrieben

Ist das nicht von "Stoff" zu "Stoff" unterschiedlich...?
Will meinen, das es darum geht, warum du deinen "Stoff" überhaupt erst genommen hast...
.
Ich habe bis September letzten Jahres grünes geraucht, wie ein verdurstender, um den kratzenden Mann in meinem Hinterkopf zu besänftigen und ruhig zu stellen... Quasi als Antidrepressivum...
Hab von einem Tag auf den anderen aufgehört und bemerkt, das in etwa wie mit dem Rauchen ist... Etwa eine Woche Scheiße fühlen, weil noch Reste vorhanden sind und sowohl ich, als auch mein Körper, nach dem guten Gefühl geschrien haben...
Der Rest war Traditionsbewältigung, will meinen, die Situationen bewältigen, in denen man zum Blättchen und zum Blütchen gegriffen hat...
.
Der Schlüssel liegt meiner Meinung nach in der Etablierung neuer Traditionen, ohne dabei in eine neue Sucht abzugleiten... Traditionen, die dir das selbe Gefühl geben, wie es dein Stoff tat...

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HotelHighlife
Geschrieben

hi, nach 2,5 jahre therapie als bps habe ich gelernt auch mit süchte umzugehen,das zauberwort heisst alles _bewusst_ zu machen und-behutsam-, es war sehr anstrengend das zu verstehen,aber im nachhinein macht es auch dann mehr spass sich seinen süchten hinzugeben. wenn das zu schwierig ist zu verstehen, einfach per pn melden für eine ausführliche erklärung

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Duracelline
Geschrieben

Ich sehe das so: Wer bestimmt, wann die Sucht anfängt oder aufhört? Da wird man doch wieder in eine Form gepresst. Manche Süchte sind doch nicht so selbstschädigend, wie es Aussenstehende sehen. Klamottenkaufsucht kannst du für immer ausschalten, indem du deine Kreditkarten abschaffst.

Lady_Samira
Geschrieben (bearbeitet)

Vieles wurde schon benannt, es geht in der Therapie zunächst um Verstehen und Wissen um das eigene Verhalten (egal ob bei Suchtmittelgebundenen oder Suchtmittelungebundenen Suchtformen wie Kaufen,Sex usw): Was bedeutet das Suchtmittel für dich? Mit welchen Bedeutungen hast du es im Laufe der Zeit aufgeladen? Nutzt du es z.B. zum aufwachen,beruhigen,trösten usw? Dann gilt es nach einem angemessenen Ersatz zu suchen, denn dann kann der Verzicht auch realistisch im Alltag gelingen. Wenn du es z.B. zum beruhigen nutzt, such dir andere Beruhigungsrituale,wie Meditation, Yoga, PME, einen Tee trinken oder anderes.

Zur Stärkung des eigenen Durchhaltevermögens: Was verbindest du damit,wenn du suchtfrei leben kannst? Wie viel Geld sparst du,wenn du es auf dein Leben hoch rechnest? Womit wirst du dich belohnen,wenn du 1 Woche,1 Monat usw. geschafft hast? Viele machen sich eine Liste/Plakat o.ä. und hängen es gut sichtbar in der Wohnung auf.

Wichtig ist auch ein Notfallplan,den du immer bei dir trägst für die Momente mit großen Suchtdruck,in denen du nicht mehr klar denken kannst. Dieser beinhaltet im Normalfall: Als allererstes "RAUS AUS DER SITUATION",um wieder zur Ruhe kommen zu können. Langsam bis 10 zählen, denn dann ist der schlimmste Druck meist überstanden. Dann ist es hilfreich, dein Ziel aufzulisten und einen oder mehrere Menschen,die du im Notfall kontaktieren kannst ("Buddys"),es ist ungeheuer heilsam,einfach mitzuteilen,dass gerade wieder ein harter Moment ist...

Was evtl. auch hilfreich sein kann: Schau dir die 12 Schritte der anonymen Alkoholiker an, die sind zum Großteil auf anderes übertragbar...

Bei Dingen wie der Sexsucht geht es um vorübergehenden Verzicht: Ein Jahr Abstinenz und dann vorsichtiges Herantasten mit viel Achtsamkeit& Begleitung durch Therapie, Gruppentherapie& einen Buddy.

Zum besseren Durchalten kann die Sichtweise helfen: Es geht nicht darum, für immer aufzuhören (zu große Hürde),sondern immer nur um die nächste Situation. Es geht darum, die nächste Zigarette nicht zu rauchen. Das nächste Ding,das verlockt,nicht zu kaufen.

 

bearbeitet von Lady_Samira
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Guido_Quiler
Geschrieben

Oft geht es bei Suchtverhalten um die Sublimierung von Dingen oder Gefühlen die man gerne hätte.. Wenn man sich das vor Augen führt und erkennt was zu kurz kommt kann das schon helfen...

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HotelHighlife
Geschrieben

@lady samira, warst du auch schon in therapie?

Beladona
Geschrieben

Das hat mit inneren Zwängen und Ängsten zu tun, du "belohnst" dein Gehirn mit Shopping damit du ein Glücksgefühl entwickelst, für einen minimalen kurzen Augenblick. Quasi Belohnungsbereich des Gehirns wird gefüttert. Im Umkehrschluss bist du aber irgendwann pleite. Dadurch ergibt sich der nächste Psychische Schaden.

Süchte entstehen aus einem Grund, die Wurzel dieser ist zu suchen um mit diesem Trigger leben/ umgehen zu können. Da gibt's keine kurze Anleitung, das braucht Ergrüngung. Am besten Fachbücher, sofern noch möglich. Ansonsten Profis, Caritas bietet auch solch Hilfen an. Selbstbeherrschung und ehrlich zu sich selbst sein, ist oberstes Gebot.

Von einer Sucht in die nächste zu rutschen, hilft auch nicht wirklich weiter.

Hoffe dir helfen diese tollen Beiträge weiter.

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Sonnenschatten
Geschrieben

Ich habe bis auf die Sache mit dem Essen alle suchte abgelegt ... beim Sex war es so das ich eine Zeit lag einfach ohne klar kommen musste .. danach war alles wieder normal ... jede sucht hat ein Ursprung.. da musst angesetzt werden .. sonst wird es ein ewiger Teufels Kreis

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Markimark-2930
Geschrieben
Vor 10 Minuten , schrieb Beladona:

Das hat mit inneren Zwängen und Ängsten zu tun, du "belohnst" dein Gehirn mit Shopping damit du ein Glücksgefühl entwickelst, für einen minimalen kurzen Augenblick. Quasi Belohnungsbereich des Gehirns wird gefüttert. Im Umkehrschluss bist du aber irgendwann pleite. Dadurch ergibt sich der nächste Psychische Schaden.

Süchte entstehen aus einem Grund, die Wurzel dieser ist zu suchen um mit diesem Trigger leben/ umgehen zu können. Da gibt's keine kurze Anleitung, das braucht Ergrüngung. Am besten Fachbücher, sofern noch möglich. Ansonsten Profis, Caritas bietet auch solch Hilfen an. Selbstbeherrschung und ehrlich zu sich selbst sein, ist oberstes Gebot.

Von einer Sucht in die nächste zu rutschen, hilft auch nicht wirklich weiter.

Hoffe dir helfen diese tollen Beiträge weiter.

Perfekt beschrieben, genau so ist es. Dem ist Nichts mehr hinzuzufügen.

ElliPyrelli
Geschrieben

Als Polytoxikomanin drehe ich es ganz geschickt, indem ich meine Süchte permanent abwechsele, um nicht auf einer Abhängigkeit hängen zu bleiben. Läuft👍

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Mmmmartin
Geschrieben

Im Endeffekt geht es nur um Glückshormone. Und je einfacher die ausgeschieden werden können, umso eher verfällt man dem. Irgendwann ist das Gehirn zu schwach, um den Körper zu mobilisieren, sich für die Glückshormone anzustrengen und dann ist es passiert.
Was hilft sind z.b. einfach Hobbies. Was weiß ich, stricken oder malen oder musizieren. Dort muss man sich anstrengen, um Erfolge zu habe, aber man strengt sich gerne an, weil die Tätigkeit an sich schon glücklich macht. Wenn man dann noch die beste Freundin mit einem schönen Schal oder Bild erfreuen kann, gibt es doppelt Belohnung.
In jedem Fall muss man aber bereit sein, etwas für sein Glück zu tun und nicht nur wieder schnell "auf den Glücksknopf drücken". In der Übergangsphase würde ich jegliche Versuchung so weit entfernen, dass es wirklich ein großer Aufwand wäre, die Sucht zu befriedigen. Vermutlich wird das auch (große) Teile des Freundeskreises betreffen.

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stetsheiss
Geschrieben

Passt zwar nur bedingt und eher für Matheinteressierte:
Kommt ein Vektor zur Drogenberatung und meint:
„Ich glaube, ich bin linear abhängig“ 😉

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nevermind1985
Geschrieben
Vor 23 Minuten , schrieb Beladona:

Das hat mit inneren Zwängen und Ängsten zu tun, du "belohnst" dein Gehirn mit Shopping damit du ein Glücksgefühl entwickelst, für einen minimalen kurzen Augenblick. Quasi Belohnungsbereich des Gehirns wird gefüttert. Im Umkehrschluss bist du aber irgendwann pleite. Dadurch ergibt sich der nächste Psychische Schaden.

Süchte entstehen aus einem Grund, die Wurzel dieser ist zu suchen um mit diesem Trigger leben/ umgehen zu können. Da gibt's keine kurze Anleitung, das braucht Ergrüngung. Am besten Fachbücher, sofern noch möglich. Ansonsten Profis, Caritas bietet auch solch Hilfen an. Selbstbeherrschung und ehrlich zu sich selbst sein, ist oberstes Gebot.

Von einer Sucht in die nächste zu rutschen, hilft auch nicht wirklich weiter.

Hoffe dir helfen diese tollen Beiträge weiter.

Es ist genau umgekehrt: Das Gehirn belohnt die süchtige Person, indem es Dopamin ausschüttet, wenn die Person der Sucht nachgibt. Dabei spielt es letztendlich keine Rolle, ob man nach einer Substanz oder einem Verhalten süchtig ist.
Korrekt hingegen ist die Tatsache, dass eine Sucht immer eine Ursache hat. Wird diese nicht therapiert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Person rückfällig wird

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ErfurtChick
Geschrieben

Spielsüchtige sind nach Spielen mit Geld süchtig - sollte eigentlich klar sein. Somit kann der Süchtige Brettspiele mit seinem Kind spielen, bis er Schwielen hat.
Dann sind ALLE Drogensüchte mit körperlichem Entzug verbunden, mal.mehr oder weniger.
Warum glaubst Du, dass der "Trick" bei der Shopping-Sucht auch bei allen anderen Süchten helfen würde?
Ich denke, Du solltest mal mit einem Suchthelfer oder Therapeuten sprechen - denn dann bekommst Du Wissen vermittelt.

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ertappt
Geschrieben

Ich habe eine Sucht
und auch mit Wucht
ich liebe schöne Frauen
da muss ich einfach schauen
Bitte mich nicht kurieren
sonst kann ich nicht funktionieren
Diese Sucht ist einfach toll
und ich fühle mich wohl.

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streichelfest
Geschrieben

Sucht ist nicht gleich Sucht. Während Tabak körperliche und psychische Abhängigkeit erzeugt, kommt man relativ einfach wieder davon ab. Eine Spielsucht oder Shoopingsucht beispielsweise basiert auf Selbstkonditionierung und kann verschiedene Auslöser haben (beispielsweise füllen einer gefühlten oder realen Leere). Solche Verhaltensmuster lassen sich meist nur innerhalb einer Therapie ändern. Die Frage ist ja immer, ab wann es krankhaft, also sich zur Belastung wandelt. Wenn es sich um eine echte Sucht handelte, wäre ein Therapeut oder Therapeutin der richtige Ansprechpartner.
Grundsätzlich ist es gut, sich irgendwas zu suchen, was auch Glücksgefühle hervorruft und dann das regelmäßig praktizieren, aka ein Hobby suchen. Also es geht ja darum die Muster zu durchbrechen und sich zu rekonditionieren und Alternativen zu etablieren. Und man sollte Menschen um sich herum haben, die davon wissen und so hier und da die Gedanken von Außen ordnen, wenn man selbst gerade einen Tunnelblick hat.

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