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Lob der Enthaltsamkeit


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Der Frühling ist da, die Knospen sprießen und platzen, die Lust auf Leben treibt Stängel und Blätter ans milde Licht, allerorten duftet und grünt es, die Säfte jeglicher Kreatur geraten in Wallung und steigern unser unstillbares Verlangen nach immer wiederkehrender Paarung mit Gleichgesinnten ins Unermessliche.

Im Vorübergehen streifen unsere gierigen Blicke die sich unter leichterer Kleidung immer deutlicher abzeichnenden Körperformen, und ein namenloses Beben erfasst unsere Glieder.

Selbst in diesen der meist virtuellen Sinnenlust geweihten Hallen spürt man die schneller gehenden Pulse in den noch schweißfeuchteren, in ruheloser Hast über abgenutzte Tastaturen gleitenden Händen. Der Drang, sich in diesem Zustand mitzuteilen, treibt die Vorstellungskraft in neue, nie gekannte Dimensionen und nährt die Illusionen unserer ach so fernen Gegenüber. Denn ebenso atemlos wie wir selbst folgen sie den Reihen unserer Buchstabenleiber, die gegenüber wirklichen, warmen, blutdurchströmten Körpern doch sehr mager und armselig wirken, um ihnen auch noch das letzte Quäntchen Leben aus der dürren Gestalt zu quetschen.

Gerade in diesen Zeiten ungestillter, dafür umso explosiverer Sehnsüchte, schlaflos, mit den Händen im Schritt verbrachter Nächte, wäre doch Enthaltsamkeit das geeignetste Mittel, dem losen Treiben unserer animalischen Triebe engste Grenzen zu setzen und damit uns und unseren Mitmenschen das Leben ein wenig einfacher zu machen.

Ora et labora, bete und arbeite, meinte schon der heilige Benedikt, denn allein dieser Weg führe zu Gott. Auch wenn diese Losung schon etwas bejahrt ist, könnten wir ihr doch für unser stetiger Wollust gewidmetes Leben etwas abgewinnen.

Ist es nämlich nicht so, dass wir schon gar nicht mehr wissen, was wir uns als nächstes wünschen sollen bei all diesen überaus verlockenden Reizen, die uns auf hochauflösenden Fotografien in Millionen Pixeln entgegen blecken? Würde es unseren armen Seelen nicht gut tun, wenn wir uns gerade dann, wenn alles auf Vereinigung und Selbstvermehrung aus ist, ein wenig der reinigenden Keuschheit verschrieben?

Teilt mir Eure Meinung mit!


Geschrieben (bearbeitet)

Unstillbares Verlangen? Mein Verlangen ist durchaus stillbar...

Namenloses Beben? Schön, dann sagt's mir halt seinen Namen nich...

Geweihte Hallen? Hier? Echt??

Abgenutzte Tastaturen?
Deine vielleicht, meine nicht.

Der Drang mitzuteilen?
Aha.

"mit den Händen im Schritt verbrachter Nächte"
Pubertierende Jungs vielleicht. Ich nicht.

"Ist es nämlich nicht so, dass wir schon gar nicht mehr wissen, was wir uns als nächstes wünschen sollen bei all diesen überaus verlockenden Reizen"
Richtig, es ist nicht so.

Pubertierst Du?

Meine Meinung: Hör' auf, das Zeug zu rauchen, das Du grad hast, und mach was vernünftiges.
Ist ja nicht auszuhalten, so ein Schwulst...


bearbeitet von cuthein
weil wegen
Geschrieben (bearbeitet)

ich hatte jahrelang eine beziehung, in der ich unfreiwillig enthaltsam lebte und festgestellt, dass dies gegen meine natur ist, ich kann daran nichts erstrebenswertes finden


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Vielleicht isser Priester und noch bißl benebelt vom Österlichen Weihrauche...??


Geschrieben

Enthaltsamkeit ist in jedem Fall aus meiner Sicht ein Fehler.

Denn Enthaltsamkeit kann man nur erstrebenswert finden wenn man sich nicht bewußt ist, daß das eigene Leben jederzeit beendet sein kann. Eine Sekunde Unachtsamkeit im Strassenverkehr, eine falsche Reaktion reichen da schon. Dann ist alles vorbei. Und was hat dann Enthaltsamkeit gebracht? Nichts!

Natürlich: Wer tot ist, braucht sich keine Fehler mehr vorzuwerfen. Dennoch schade, wenn jemand enthaltsam war. Die Lebenden wissen: das Verhalten war falsch. Leben muß man auskosten. Weil Leben wertvoll ist. Unwiederbringlich. Es gibt keine Neuauflage.


Geschrieben

Oder der Cellofreund hat zuvielö am Kollophonium geschnüffelt...


Geschrieben

Ich glaube, unser cellofreund, hat sein Statement nicht ganz so erst gemeint...

Aber man weiss ja nie, hab mir den Nick schon mal notiert!


Geschrieben

... hab mir den Nick schon mal notiert!


Warum?
Willste das Zeug, das er raucht, auch haben...??


Geschrieben



Ich sag's mit Wilhelm Busch:

Wärst du wirklich so ein rechter


Wärst du wirklich so ein rechter
Und wahrhaftiger Asket,
So ein Welt- und Kostverächter,
Der bis an die Wurzel geht,

Dem des Goldes freundlich Blinken,
Dem die Liebe eine Last,
Der das Essen und das Trinken,
Der des Ruhmes Kränze hasst -

Das Gekratze und Gejucke,
Aller Jammer hörte auf;
Kracks! mit einem einz'gen Rucke
Hemmtest du den Weltenlauf.


Geschrieben

kann mir jemand das mal für mein alter entsprechend erklären?
ich verstehe nämlich nichts, gar nichts oder soll das heissen:
man soll einfach alt werden ohne noch spass zu haben?


Geschrieben

Warum?



Vielleicht schreibt er mich ja mal an, man weiss nie?


Geschrieben

Da hat wohl jemand seinen Winterschlaf beendet.... .


Geschrieben (bearbeitet)

@saavik: Um Himmels Willen... mal den Teufen nicht an die Wand...


bearbeitet von cuthein
Geschrieben

hallo saavik du hast immerhin einen standortvorteil


Geschrieben (bearbeitet)



"mit den Händen im Schritt verbrachter Nächte"
Pubertierende Jungs vielleicht. Ich nicht.
Pubertierst Du?



Mein Lieber, dass ein gesunder Griff mit der eigenen Hand ans mehr oder minder mächtige Gemächt den Geist befreit, wenn keine zärtliche Gespielin mit den ihr eigenen Handreichungen in greifbarer Nähe ist, das ist wahrlich nicht pubertär, sondern eher eine souveräne, selbstbestimmte Antwort auf den Ruf der Natur.

Aber Du lebst ja in Bayern, einem Landstrich also, der auch heute, in diesen sexuell fortschrittlichen Zeiten, noch immer mit katholischen Gewissensminen übersät ist. Und mit Dienern der Kirche, die unentwegt behaupten, dass Masturbieren blind macht. Seltsam nur, dass sie selbst nicht schon längst erblindet sind....


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

standortvorteil



Eben!!!!


Geschrieben (bearbeitet)

was durch enthaltsamkeit passiert und wie die menschen damit...sagen wir mal umgehen...können wir doch fast täglich in den medien erfahren.


bearbeitet von jackmann123
zu schnell getippt...
Geschrieben

... in Bayern, einem Landstrich also, der auch heute, in diesen sexuell fortschrittlichen Zeiten, noch immer mit katholischen Gewissensminen übersät ist....


Was man wohl in den evangelischen Gebieten Frankens zu dieser scharfsinnigen Analyse spricht...?


Geschrieben (bearbeitet)

Vielleicht schreibt er mich ja mal an, man weiss nie?



Liebste Saavik,

nach ausführlichem Studium Deines Profils sehe ich mich tatsächlich in große Versuchung geführt, zumal Du all die Rundungen aufzuweisen hast, nach denen es das Tier in mir gelüstet...

Doch würde ich mich jetzt, da ich eben zur Enthaltsamkeit aufgerufen habe, nicht unglaubwürdig machen, auch in Deinen Augen?


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

... nach denen es das Tier in mir gelüstet...


Es muß doch aber heißen "...nach denen es dem Tier in mir gelüstet..." ??
Dativ... Rettet dem Dativ...


Geschrieben

@cello

*sarkasmus

was passiert, wenn man zu lange enthaltsam lebt, sieht man beim Bodenpersonal Gottes. Vom Masturbieren müssen einige schon blind geworden sein, so hat der heutige Benedikt das Zölibat kurzerhand Heilig gesprochen, falls ich das richtig verstanden habe.

Wer sich nicht an die Vorgabe hält, spielt gern mit kleinen Jungs, manchmal mit kleinen Mädchen, in jedem Fall hat man eine Haushälterin und das Bistum hat "schwarze Kassen" für Alimente, aber das ist nicht für die öffentlchen Ohren bestimmt. Dann redet ein Bischof schon mal von Geschwätz, sonst müsste er nämlich in den Mixa.

*sarkasmus aus

Die Grundbedürfnisse der Meschen sind:

atmen, trinken, essen, figgn - erst danach kommen weitere Bedürfnisse.

Wer würde schon freiwillig aus Essen verzichten, wie hoch wäre die Überlebenschance. Beim Verzicht auf Sex ist die Überlebenschance etwas höher.


Geschrieben

Doch würde ich mich jetzt, da ich eben zur Enthaltsamkeit aufgerufen habe, nicht unglaubwürdig machen, auch in Deinen Augen?



Genau!!!!Ich wäre untröstlich, würdest du in Versuchung geführt!!!Denk an die Hölle, die dir dann sicher wâre!!!!! DAS kann ich nicht verantworten!!!!


Geschrieben (bearbeitet)

Es muß doch aber heißen "...nach denen es dem Tier in mir gelüstet..." ??
Dativ... Rettet dem Dativ...



Herzlichen Dank für Ihren Korrekturversuch. Tatsächlich regiert nach dem Verbum "gelüsten" der Akkusativ.
Aber, zugestanden, es ist Ihnen gelungen, mich für ein Momentchen zu verunsichern.

Wahrscheinlich hat Ihnen aber Ihr dativlastiger Dialekt einen bösen Streich gespielt.


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Genau!!!!Ich wäre untröstlich, würdest du in Versuchung geführt!!!Denk an die Hölle, die dir dann sicher wâre!!!!! DAS kann ich nicht verantworten!!!!



Ja, ja, ich fürchte, in dieser Hölle möchte ich gerne braten, zumindest jenes unleugbare Element in und an mir, das mich zum Manne macht!


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