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Weihnachten: Das überbewertetste Fest aller Zeiten.


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Bei mir ändert sich das alle paar Jahre. Als Kind fand ich natürlich, dass es das tollste Fest überhaupt war. Dann fand ich einige Jahre lang, dass der Konsum- und Familienterror nur schlimm sei. Anschließend war es einige Jahre lang ein lustig- und auch besinnliches Treffen der ganzen Familie. Als meine Kinder noch ans Christkind glaubten, war es richtiggehend ergreifend.

Heute war es einfach so, dass wir uns wie jedes Jahr mit Freunden zum Mittagessen trafen und anschließend zu meiner Familie fuhren. Mit (Kinder-) Mette, Bescherung, gemeinsamen Weihnachtslieder singen und essen. Braten gibt es erst morgen und daher bringt jeder meiner Geschwister etwas Kaltes mit. Daher ist für jeden von uns der Stress begrenzt und wir sitzen in erster Linie gemütlich zusammen. Geschenke gibt es für die Kinder und für Eltern/Geschwister/Partner nur dann, wenn einem grad ein gutes Geschenk einfällt.

Allerdings könnten uns drei Sonn- und Feiertage schon lang werden! Hier regnet es, nichts hat offen und irgendwann haben wir hoffentlich die geschenkten Legoteile alle zusammengebaut.

Ein schönes Fest auch den Weihnachtshassern!


Geschrieben

??????????????

Was stört euch das Konsumverhalten der anderen ???

Was stört es euch das die Werbung Weihnachten ausschlachtet ????

Was stört es euch das andere sich bei den Geschenken versuchen zu übertrumpfen ??

Es hat doch Rincewind1966 passend geschrieben:

Es ist das Fest der Gnade. Wir sollen gnädig sein unseren Mitmenschen gegenüber, sollen sie so akzeptieren wie sie sind. Sollen, auch wenn es nur für ein paar Stunden wäre die Vergangenheit vergessen und unseren Mitmenschen nahe sein. Sollen aber auch gnädig sein uns selbst gegenüber, sollen so leben wie wir es wollen, nicht wie es andere es gerne hätten,



Warum sollte man auf Geschenke verzichten ??

Warum sollte es kein gekauftes Geschenk sein ???

Nur weil der eigentliche Sinn des Festes angeblich nicht mehr gefeiert wird ??

Wer von euch die genau dieses hier anprangern kennt den noch den Sinn des Festes ??

Wer von euch die dieses anprangern freut sch mit alle anderen in der Kirche über Jesus Geburt ???

Auf Geschenke sollte man nur verzichten wenn sie nicht von Herzen kommen. Auch ein gekauftes Geschenk kann von Herzen kommen. Denn stellt euch vor: Es gibt auch Leute die nicht Handwerklich begabt sind und auch keine Kreativität ihr eigen nennen. Die kaufen halt etwas. Teilweise vom Mund abgespart um ihrem Partner zu Weihnachten einen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen.

Wir bekennen : Wir feiern nicht Jesus Geburt. Aber wir feiern ein besinnliches Fest für uns und nicht für andere.


Allen ein frohes Weihnachtsfest.

Gruss aus Celle


Geschrieben

So viel ich weiß geht der Brauch des Schenkens auf das Nikolausfest am 6.12. zurück, und dies wiederum auf die historische Figur des Bischofs Nikolaus. Nur Kinder bekommen demnach nach der Trqadition Geschenke. Martin Luther hat die Heilgenverehrung abgelehnt und den Brauch des Schenkens nach Weihnachten verlegt.

In Holland ist es noch so wie früher: dort kriegen die Kinder am Vorabend des Nikolaustages ihre Geschenke.


Geschrieben

Weihnachtszeit - eine besinnliche Zeit.

Und doch kommt vermutlich fast niemand so richtig dazu, sich in dieser Zeit zu besinnen. In sich reinzuhören.

Ich hab das die letzten Jahre auch immer auf den Konsumrausch geschoben. Dieses Jahr wurde mir aber noch ein anderer Punkt bewußt.

Weihnachtszeit ist auch die Hochzeit der gesellschaftlichen Verpflichtungen. Weihnachtsfeier von der Firma aus. Weihnachtsfeier beim Kegelverein. Weihnachtsfeier im Musikverein. Weihnachtsfeier im Fußballverein. Weihnachtsfeier hier, Weihnachtsfeier dort.


Geschrieben (bearbeitet)

Ich habe letztes Jahr ein "echtes" Weihnachtsgedicht geschrieben, dieses Jahr ein sehr kritisches und ein humorvolles - und ich glaube, da steckt ein Kern Wahrheit drin.
Weihnachten ist nichts Festes, nichts Vorbestimmtes, sondern Weihnachten ist das, was wir es und vor allem uns sein lassen in dieser Zeit.

Wie alle Dinge ist es komplex und erlaubt viele Elemente, die ineinandergreifen.
Manch einer z.B. mag auf die Werbung hereingefallen sein und zuviel gekauft haben, findet aber dennoch in den Tagen die Muße zur Besinnung und das Glück in der innigen Verbundenheit mit seinen Lieben.

Die größte zutreffende Kritik an der Kritik es Weihnachstfestes, die iÜ mittlerwelie aus genausovielen Klischees und Platitüden besteht, wie das kommerzialiserte Fest selbst, ist, dass sie so furchtbar einseitig ist, und dass jedes Jahr immer wider die gleichen Leute ins gleiche mittlerweile verbeulte und ausgenudelte Blechblasinstrument tröten und uns weismachen wollen, Weihnachten hätte keinen Wert mehr.

Dabei hat Weihachten keinen Wert - wir machen ihn, wir schöpfen ihn jedes Jahr neu - der eine mit mehr dem Herzen, der andere mehr mit der Geldbörse - aber kaum einer einseitig nur mit dem einen, oder anderen.

Wenn es nach dem allgemeinen Meckertenor geht, darf man Weihnachten keine Liebe mehr zeigen, weil man doch das ganze Jahr lieben soll, oder darf an Karneval nicht mehr lustig sein, weil man doch das ganze Jahr lustig sein soll.
Ich halte das für miesepetrig - denn wir alle lieben das ganze Jahr und wir haben auch oft Spaß, und man will uns unterjubeln, dass wir für ein paar Tage den besseren Menschen markieren, den wir aber gar nicht nötig haben, weil wir ganzjährig schon gar keine schlechten Menschen sind -

und das ist das eigentlich Schlimme: in dem man uns das Fest als Monstrum vorhält, erklärt man uns zu Restjahresdeppen, die sich mal eben im Dezember aufbäumen, um zu einem verlogenen Abklatsch von Gandhi oder Mutter Theresa zu werden.

Ich halte das für unfair und kleingeistig...


bearbeitet von Lichtschimmer
Geschrieben

Ich bin auch kein ausgesprochener Weihnachtsfan der total darauf abgeht, wie lange vor Weihnachten, wir damit schon konfrontiert werden aber was ich persönlich als schlimmer empfinde sind die ganzen Weihnachtsphilosophen die darüber philosophieren was man darf und was man nicht darf, was man tun sollte oder auch nicht, wie verlogen alles ist und das der Ursprung und der Sinn nicht erhalten bleibt.

Soll man doch jeden machen lassen wie er möchte ... und wer keine Geschenke kaufen will, soll halt selber basteln. Wer besinnlich sein will, kann es ja in seinen 4 Wänden sein. Wer auch sonst mit den seinen zusammen sein will, der kann es doch das ganze Jahr über pflegen, hat doch niemand eine Last mit ... etc. etc. etc.

In dem Sinne genießt noch die restlichen Weihnachtstage ... jeder auf die Weise die er bevorzugt


Geschrieben

Vor einigen Jahren habe ich es an Heilgabend sogar noch zur Kinder-Christmette geschafft, meist alleine und habe dann den ganzen Stress auf der Arbeit in diesem Moment hinter mir gelassen. Oft sind mit mir die Gefühle durch gegangen und ich habe geflennt wie ein Schlosshund vor Rührung, wenn die Kinder ihr Krippenspiel aufgeführt haben, aber eigentlich war es nur der Abbau des Zeitdrucks den der Monat Dezember so mit sich bringt.
Mitlerweile habe ich, bedingt dadurch dass ich kein kleines Kind mehr habe, an den Weihnachtstagen solche Dienste die es mir nicht mehr ermöglichen in die Mette zu gehen.
Gestern nach dem Job bin ich schnell nach Hause, duschen, umziehen und dann zu meiner Mutter. Meine Mutter gestesst von der ganzen Vorbereitung des Essens, mein Schwager schon am frühen Abend einnickend, weil er die letzten Tage in seinem Job so viele Überstunden machen musste, mein 20 jähriger Sohn genervt, weil er soooo lange bleiben musste und 4 Leute die Kette rauchen. Meine Anmerkung, dass es früher bei uns irgendwie Stilvoller, besinnlicher und festlicher zuging ging irgendwie in dem Trubel unter, da jeder seine Geschichten der letzten Wochen in denen wir uns nicht gesehen hatten, los werden wollte.
Irgendwann bin ich mit meiner Mutter in die Küche zum Luft holen und spülen geflüchtet.
Mein Sohn ist um halb 11 abgehauen, ich habs bis 23 Uhr geschafft und bin dann nur noch hundemüde ins Bett gefallen.
Jetzt habe ich ein Kopf, als hätte ich schlechten Rotwein zum Essen getrunken, obwohls nur Apfelsaftschorle war und freue mich, dass ich wenigstens 1 freien Tag habe.
Ich liebe das Fest eigentlich, die ganzen Lichter und Kerzen, aber ich bin immer dankbar, wenn der Heilgabend geschafft ist, denn der 1. Weihnachtstag ist für mich der Schönste und entspannenste, wenn ich denn wie dieses Jahr frei habe.
Beschenkt wir bei uns nur noch unsere Mutter, ansonsten sparen wir uns das Geschenke, obwohl ich die Bescherung immer schön fand, aber da war mein Sohn auch noch klein.
Der Gedanke an seine leuchtenden Augen, wenn er seine Geschenke auspackte und dann strahlend auf mich zukam und mich vor überschwenglicher Freude drückte sind leider schon etwas vorbei.
Mich wundert immer nur, dass sich niemand mehr etwas schenkt, aber wenn man die Berichte im TV schaut, anscheinend die Kauflust der Deutschen ungebremst sei und der Handel mehr als zufrieden ist.
Erinnert mich irgendwie an TuttiFrutti...keiner hats geschaut, aber es gab enorme Einschaltquoten.
Heute gehts wieder zu meiner Mutter und dann aber nur im ganz kleinen Kreis und anschliessend einen langen Spaziergang mit meiner Mutter und Hund...darauf freue ich mich am meisten.
Das We habe ich ganz normal Dienst und dann war´s das für mich mal wieder für dieses Jahr.
In den letzten 19 Jahren hatte ich noch nie beide Weihnachtstage frei...aber 2033 gehe ich ja in Rente...dann aber...


Geschrieben

Ohne den Konsumterror, und ohne diese scheinbaren "Verpflichtungen" ist Weihnachten wieder richtig schön. Warum tun wir eigentlich Dinge, die wir gar nicht mögen oder wollen?


Ich denke, wir Menschen, unabhängig von Herkunft und Religion brauchen einfach mal ein paar Tag Ruhe und Frieden, Tage der Besinnung auf uns und das Leben.

Und das gerade in den dunklen kalten Tagen im Dezember, wenn die Sehnsucht nach Sonne und Wärme so groß ist, man sonst nicht viel tun kann, wenn die Winterdepressionen blühen...

Ob wir nun christlich die Geburt Jesu, das Channukkafest, das Opferfest oder heidnisch die Wintersonnenwende feiern, oder den Jahreswechsel, für mein Gefühl sollten es einfach Tage der Menschlichkeit, der Wärme, des Lichts sein. Tage, an denen man fühlt, dass man nicht allein ist, geliebt wird (das können ja durchaus von Herzen kommende Geschenke ausdrücken), an denen einem bewußt wird, dass auch die längste Nacht irgendwann zu Ende ist und dass die Sonne bald wieder länger, wärmer und heller scheint, auch im übertragenden Sinne.

Ob das genau an einem bestimmten Tag sein muss, soll jeder für sich entscheiden.

Wer dazu Rituale benötigt, nur zu.

Wenn die Ritaule mehr Zeit und Kraft fordern, als man hat, als man dafür eigentlich aufwenden will, dann kann man das schon eine Überbewertung nennen.

Aber es liegt an jedem selber, was er aus diesen Tagen macht. Und ist es nicht schon ein Geschenk an sich, 2 1/2 Tagean denen (fast) alle frei haben?

Ich wünsche jedem/r das Weihnachten, dass er/sie gerne hätte.
Und ich grüße alle, die an diesen Tagen arbeiten, Danke dafür


Geschrieben







Newcomer... bei euren Punkt 3 stößt es mir sauer auf... wenn es meinem Vater sonst nicht Wert wäre sich Zeit zu nehmen, könnte ich auch sehr gut an diesem Tag auf ihn verzichten. (Wie auch auf alle anderen Menschen denen das ganze Jahr über alles andere wichtiger ist...)





Es soll Menschen geben, die für diesen Jahresbesuch die übrigen elf Monate sparen.
Es geht nicht um die Zeit, es geht einfach ums Geld und die Möglichkeit.
Wir wissen ganz genau, dass er im Januar schon wieder anfängt, für die Fahrt und die Geschenke der Kinder zu sparen.
Obwohl die Kids jedes Jahr wieder sagen "Opa, du musst nichts schenken - du musst nur einfach da sein"
Und das Schöne daran ist: sie meinen es auch wortwörtlich so.

der weibliche Part


Geschrieben




Entschuldigung, ich hab das wohl falsch interpretiert... aber an deiner Erklärung seh ich das du dir das gedacht hattest. Dann hoffe ich das es ein toller Tag für euch war!!




Geschrieben

Kein Problem, war ja keine Absicht von dir:=)
Aber: es sind noch tolle Tage. Denn wenn er dann erscheint, bleibt er ne ganze Woche


Geschrieben

Wer dazu Rituale benötigt, nur zu.

Wenn die Ritaule mehr Zeit und Kraft fordern, als man hat, als man dafür eigentlich aufwenden will, dann kann man das schon eine Überbewertung nennen.



Schöne Definition. Grundsätzlich mag ich Rituale. Aber nur, wenn sie selbstgestaltet von allen Beteiligten sind.

Für viele läuft das doch nach Pflichtschema ab: wessen Eltern werden an welchem Tag besucht und wie lang "muss" man dort bleiben? *schüttel*

In dem Moment, in dem man sich selbst überlegt, was man will (z.B. alles ignorieren und drei Tage relaxen), verliert es das Tamtam an Schrecken.


Geschrieben

Ich komm auf das gleiche Zitat zurück:

Wer dazu Rituale benötigt, nur zu

Für das Ritual wird Zeit in Form von freien Tagen zur Verfügung gestellt. Zeit, die man sonst nicht immer hat. Jetzt kommt es darauf an, etwas daraus zu machen, oder nicht.

Das ganze Gemecker gegen Weihnachten richtet sich doch eigentlich gegen die Leute, die Weihnachten (angeblich) falsch leben. Im Prinzip ist man als Kritiker (mithin ich auch) denen gegenüber intolerant, die z.B. konsumieren wollen, weil die Kritiker (ich bin das eingeschränkt) ihren Lebensstil für höherwertiger achten, als den der andern.
Das ist irgendwie typisch deutsch.

Das Fest selbst kann nix dafür, dass manche sich stressen und prassen wollen.
Und wem nicht passt, was die anderen tun, kann was anderes machen. Holzspielzeig verbrennen, meditatives Häkeln an den Feiertagen, endlich mal Analverkehr ausprobieren... was immer man mag.

Und dann heißt es ganz entspannt: leben und leben lassen...


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