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Gedanken #4

Empfohlener Beitrag

Geschrieben (bearbeitet)

"Once I ran to you, now I run from you."
-Marilyn Manson

 

Mein Leben ist längst überschattet von dem, was passiert ist. Es wurden Fehler gemacht, Herzen gebrochen und herbe Lektionen gelernt, und was zurückblieb ist die Hoffnung, dass alles gut wird und man es irgendwann, irgendwie, mit irgendwem besser machen wird. Fuck, das klingt nach Klugscheißerei und demselben Mist, den ich meinen Eltern früher nie glauben wollte.

Die Tage sind vorbei, in denen der morgendliche Blick in den Spiegel für mich bereits den Gipfel des Ekels darstellte. Ich kann schon lange wieder lächeln, aber, um den guten, alten Ozzy zu zitieren: "Happiness I cannot feel, and love to me is so unreal." Ob da etwas dran ist? Keine Ahnung. Ich bin verdammt, die Scheiße rauszufinden; mich kopfüber risikobereit in das Haifischbecken zu stürzen und zu versuchen, mit auf dem Rücken gefesselten Händen klarzukommen.

Einst haben wir an diesem Ort gewohnt, der den Menschen so viel Freude und so viel Leid brachte, der uns so viel Freude und so viel Leid brachte. Scheiße, was war nur aus uns geworden? Meine Erinnerungen daran sind heute nicht mehr als zerklüftete Buhnen im salzigen Meerwasser. Weißt du noch, wie wir am Strand darauf balancierten? Wie wir darauf saßen, Bier tranken und du mir den Sternenhimmel schenktest? Irgendwann aber werden die Wellen, die tagtäglich dagegen preschen, das Holz zerbarsten haben. Übrig bleiben werden nur ein paar spitze Pfähle, die aus dem Wasser ragen, die man vom Strand aus sehen kann; aber um die sich die Menschen nicht weiter sorgen werden.

Soll ich aufgeben? Ich habe oft in den Himmel geschaut und Benedikt gefragt. Soll ich zu dir kommen, Bruder? Aber er schickte mir stets Zeichen, dass er mich noch nicht erwartet, dass er mich noch nicht bei sich haben will. Denn es geht nicht darum, aufzugeben, sondern darum, loszulassen und zu akzeptieren, wer wir sind.
So schmerzlich wir Menschen auch an Vergangenem hängen - es hat uns zu denen gemacht, die wir heute im Spiegel sehen. Eine Tatsache, für die wir ehrfürchtig danken sollten, statt uns im Schlamm der Vergangenheit zu suhlen und Illusionen hinzugeben, müssen wir den Staub von den Schultern klopfen und nach vorn blicken - nie zurück.

Hab ich nicht recht, Benni?

 

 

IMG_4509.jpg

bearbeitet von writerboy
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yourfreshprince
Geschrieben
vor 27 Minuten, schrieb writerboy:

"Once I ran to you, now I run from you."
-Marilyn Manson

 

Mein Leben ist längst überschattet von dem, was passiert ist. Es wurden Fehler gemacht, Herzen gebrochen und herbe Lektionen gelernt, und was zurückblieb ist die Hoffnung, dass alles gut wird und man es irgendwann, irgendwie, mit irgendwem besser machen wird. Fuck, das klingt nach Klugscheißerei und demselben Mist, den ich meinen Eltern früher nie glauben wollte.

Die Tage sind vorbei, in denen der morgendliche Blick in den Spiegel für mich bereits den Gipfel des Ekels darstellte. Ich kann schon lange wieder lächeln, aber, um den guten, alten Ozzy zu zitieren: "Happiness I cannot feel, and love to me is so unreal." Ob da etwas dran ist? Keine Ahnung. Ich bin verdammt, die Scheiße rauszufinden; mich kopfüber risikobereit in das Haifischbecken zu stürzen und zu versuchen, mit auf dem Rücken gefesselten Händen klarzukommen.

Einst haben wir an diesem Ort gewohnt, der den Menschen so viel Freude und so viel Leid brachte, der uns so viel Freude und so viel Leid brachte. Scheiße, was war nur aus uns geworden? Meine Erinnerungen daran sind heute nicht mehr als zerklüftete Buhnen im salzigen Meerwasser. Weißt du noch, wie wir am Strand darauf balancierten? Wie wir darauf saßen, Bier tranken und du mir den Sternenhimmel schenktest? Irgendwann aber werden die Wellen, die tagtäglich dagegen preschen, das Holz zerbarsten haben. Übrig bleiben werden nur ein paar spitze Pfähle, die aus dem Wasser ragen, die man vom Strand aus sehen kann; aber um die sich die Menschen nicht weiter sorgen werden.

Soll ich aufgeben? Ich habe oft in den Himmel geschaut und Benedikt gefragt. Soll ich zu dir kommen, Bruder? Aber er schickte mir stets Zeichen, dass er mich noch nicht erwartet, dass er mich noch nicht bei sich haben will. Denn es geht nicht darum, aufzugeben, sondern darum, loszulassen und zu akzeptieren, wer wir sind.
So schmerzlich wir Menschen auch an Vergangenem hängen - es hat uns zu denen gemacht, die wir heute im Spiegel sehen. Eine Tatsache, für die wir ehrfürchtig danken sollten, statt uns im Schlamm der Vergangenheit zu suhlen und Illusionen hinzugeben, müssen wir den Staub von den Schultern klopfen und nach vorn blicken - nie zurück.

Hab ich nicht recht, Benni?

 

 

IMG_4509.jpg

Klingt sehr traurig. 

Ich möchte nur höflich darauf hinweisen, dass Marilyn Manson nicht Urheber des ersten Zitats ist, sondern es von Soft Cell gecovert hat. 

 

Alles Gute! 

cuddly_witch
Geschrieben

Diese Zeilen kommen aber net von Marilyn Manson.  Tainted Love (Verdorbene Liebe) ist ein von Ed Cobb geschriebenes Lied. 1965 nahm Gloria Jones die Originalversion von Tainted Love auf; Produzent war Ed Cobb, der vorher bei The Four Preps war. Dann hat das Softcell 1981 mal gecovert und jetzt zum Schluß der Marilyn. 

Titillates
Geschrieben

Marylin manson: the game of life is hard to play!  Kopf hoch und weiter gehn.

  • Gefällt mir 1
Geschrieben
vor 10 Minuten, schrieb yourfreshprince:

Klingt sehr traurig. 

Ich möchte nur höflich darauf hinweisen, dass Marilyn Manson nicht Urheber des ersten Zitats ist, sondern es von Soft Cell gecovert hat. 

 

Alles Gute! 

gloria Jones 1965 . Sie war die erste 😎

earlybird309
Geschrieben

O, Anwendungsfehler ... Alles Liebe!

southsidecouple
Geschrieben (bearbeitet)

Zu MM und dem Song wurde alles gesagt...

Mit so nem Problem wird jeder anders fertig. Und das ist auch sehr individuell. Aber eines ist sicher:

Die Zeit erleichtert es... So ist halt das Leben!

bearbeitet von southsidecouple
Mitdabei123
Geschrieben (bearbeitet)

Verzweiflung kann Bestandteil von Trennungsschmerz sein. Ich BEzweifle es.

Man mag mich als Klugscheißer anprangern, ist ok.

Meine Lebenerfahrungen zählen nur für mich; eure müsst ihr selber sammeln und verarbeiten.

Was ist vermieden habe, andere nach Ursachen oder Lösungen zu fragen.

Allerdings ist Ursachenforschung wichtig - für dich/euch alleine - und GEDANKEN stets frei.

Unlängst habe ich ein interssantes Buch gelesen. Die/der eine oder andere kennt es: "Ruhe da oben!" (ohne etwas von der Anpreisung zu haben - ist nur ein ehrlich gemeinter Tipp)

bearbeitet von Mitdabei123
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