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Liebe und Begierde oder passt es nur ziemlich gut?


Anonymes-Mitglied-1

Empfohlener Beitrag

Am 1.8.2026 at 16:08, schrieb Anonymes-Mitglied-1:

Hallo, durch ein anderes Thema angeregt, denke ich gerade über vergangene Beziehungen nach. 

So war ich mehrere Jahre mit einer tollen Frau zusammen, die ich sehr lieb hatte...aber das große Kribbeln und Begehren kam irgendwie nie so richtig auf.

Direkt im Anschluss lernte ich eine Frau kennen, mit der es von Anfang an extrem aufregend war (nicht nur im positiven Sinne) und als wir nach eineinhalb Jahren mit viel Party und Sex fest zusammenkamen, ließ ich meine zunächst unterdrückten Gefühle zu und es stellte sich heraus, dass ich sie wahnsinnig geliebt habe und dementsprechend war jede Berührung jedes Küssen und der Sex elektrisierend und häufig wie im Rausch. 

In der zweitgenannten Beziehung sagten wir uns auch immer wieder "ich liebe dich"...beim Sex oder auch engumschlungen ohne Sex, wiederholten wir es so häufig und gleichzeitig, während wir uns fast gegenseitig zerquetschten und es fühlte sich unglaublich an. 

Mit der erstgenannten gab es "nur" ein "ich hab dich lieb" und ich frage mich rückwirkend, ob diese Beziehung überhaupt hätte sein sollen...sie hatte definitiv mehr Liebe verdient. 

Wie ist es bei euch, braucht ihr dieses große Kribbeln und Verlangen oder langt es euch, wenn man sich mag oder lieb hat und es irgendwie ganz gut harmoniert? 

 

Das große Kribbeln, also diese Schmetterlinge im Bauch, denk ich, fliegen nicht ein Leben lang. Es kommen andere Dinge, die für mich auch sehr wichtig sind, um einen Alltag bestreiten zu können. Du bist ja anscheinend auch nicht mehr mit ihr zusammen, obwohl das doch so elektrisierend war.

Für mich muss der Sex befriedigend sein und man muss gemeinsam daran arbeiten, dass es so ist. Miteinander reden und sich einfach die Zeit dafür nehmen. Ehrlichkeit, Loyalität und Achtung voreinander müssen da sein. Konflikte gelöst werden, Kompromisse eingegangen werden und nicht der Schuldige gesucht werden. Nicht schweigen, wenn etwas schief läuft, nicht denken, das wird schon wieder, denn das ist oft ein Irrtum. Man kann natürlich immer, wenn das große Kribbeln weg ist, sich neues Kribbeln suchen. Ich denke aber nur, dass man dann immer schneller an den Punkt kommt, wo die Schmetterlinge weg sind.

Die Fähigkeit zu lieben ist zu aller erst in dir selbst begründet und wächst mit der Zeit. Dies ist ein Fakt. Auch hast du beschrieben, wie du selbst auch die Fassade fallen gelassen bzw. die totale Innigkeit zugelassen hast und dies ist das eigentlich Entscheidende. Erst in diesem Zustand kann diese tiefe emotionale Verbundenheit entstehen. Sei froh, du konntest diese tiefe Liebe spüren.

Mit der zweiten fühlte es sich offensichtlich intensiver an. So sollte es auch sein.

Daher ist *ich liebe Dich* auch ernst gemeint.

Mit der ersten war es auch schön, aber da fehlte wohl dieses kribbeln und logischer Weise reichte das dann auch nur für ein *ich hab Dich lieb.*
Für mich gibt es eine unterschiedliche Bedeutung beider Aussagen.

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