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Was wollen Männer bieten?


Mi****

Empfohlener Beitrag

Mist, die Antwort ist im Nirvana verschwunden 😏

vor 5 Stunden, schrieb Enja781:

Aber sind wir dann nicht doch wieder bei Bewusstsein, zu erkennen, ob der Andere "authentisch" ist, oder nicht? 

Nein 🙂

Der andere handelt dann unbewusst aufgrunddessen, was er unbewusst wahrnimmt, verarbeitet und in Handlungen umsetzt, die sich für ihn richtig anfühlen. Also ist das dann zwar authentisch - aber es bedeutet nicht, dass man selbst das dann auch bewusst als authentisch wahrnimmt. Oder vielmehr: Es fehlt das unerklärliche Ziehen im Hinterkopf, das einen fühlen lässt, dass irgendetwas nicht stimmt - wenn der kleine Analyst ganz weit unten einen Bericht mit der Bewertung „nicht authentisch“ schreibt und in der Chefetage nur ein Statusbericht mit einem roten Punkt ankommt. Ohne zu wissen, wer den warum da gesetzt hat - nur dass das Kennzahlensystem aufgrund von irgend etwas, was ein kleiner unwichtiger Indianer festgestellt hat, nun diesen Status meldet.

vor 5 Stunden, schrieb Enja781:

Ich bin absolut kein Freund von der Tiefenpsychologie. Na ja, je nachdem wie sie angewandt wird, aber es ist dennoch völlig veraltet.

Und da steht genau der wesentliche Satz dazu. Dass es da grundlegende Mechanismen gibt und dass die sich unter bestimmten Bedingungen auf eine gewisse Weise äußern und dass es dann Methoden gibt, da einzugreifen, ist für mich gesetzt. 
Aber das ist kein universelles Handbuch mit simplen Flussdiagrammen, FAQs und Fehlerbehandlungsroutinen, die grundsätzlich immer bei jedem funktionieren. Nicht im Sinne „ach, ich bin so besonders und funktioniere ganz anders als alle anderen und weiß es selbst am besten.“ Auch Quark. Das trifft auf allerhöchstens 1-2% der Menschen zu. Und auch die verstehen längst nicht alles. 
Da steckt aber trotzdem vieles drin, was tatsächlich funktioniert - allerdings nicht per Fingerschnippen und mit Diagnose per Fragebogen, und an der Stelle läuft aufgrund von Selbstüberschätzung und unglücklicher Berufswahl viel schief.

Und noch wilder: vieles, was funktioniert, funktioniert nicht einmal deshalb, weil es wirklich genau verstanden wird. Mitunter ist es sogar nur eine abstrakte Analogie. Ich bin in letzter Zeit einigen wirklich bescheuerten Methoden begegnet, die sich im Grenzbereich tummeln. So, wie die beschrieben werden, ist es reine Esoterik. Aber manches funktioniert trotzdem - aber nicht weil man da tatsächlich „seine Mitte verschiebt“ und „Energien lenkt“. Diese Beispiele nehme ich nun, weil sie manchen Ideen aus der Tiefenpsychologie ins Absurde überzeichnet auf abstrakter Ebene entsprechen.
Sie funktionieren nicht direkt, sondern weil sie etwas kongnitiv nicht begreifbar und kontrollierbares konkret vorstellbar und handhabbar machen. Ich habe dazu meine Theorie, warum das funktionieren kann - damit basiert ein Teil im Prinzip auf Neuro(re)Programmierung und ist effektiv nur verkleidet.

Aber diese anderen Beispiele, bei denen jemand spontan zu Diagnosen kommt und die Standardlösung aus der Schublade zieht… verbuche ich unter Dilettantismus. Dafür bin ich viel zu sehr darauf trainiert, alles aus mehreren Perspektiven zu überprüfen. Da verstehe ich auch gut, dass Du mit Freud auf Kriegsfuß stehst. Ein Fan bin ich auch - aber für ein paar Zitate und Binsenweisheiten ist er allemal gut 😉

vor einer Stunde, schrieb Immersion:

Ein Fan bin ich auch NICHT - aber für ein paar Zitate und Binsenweisheiten ist er allemal gut 😉

Ups.

vor 16 Stunden, schrieb Immersion:

Mist, die Antwort ist im Nirvana verschwunden 😏

Nein 🙂

Der andere handelt dann unbewusst aufgrunddessen, was er unbewusst wahrnimmt, verarbeitet und in Handlungen umsetzt, die sich für ihn richtig anfühlen. Also ist das dann zwar authentisch - aber es bedeutet nicht, dass man selbst das dann auch bewusst als authentisch wahrnimmt. Oder vielmehr: Es fehlt das unerklärliche Ziehen im Hinterkopf, das einen fühlen lässt, dass irgendetwas nicht stimmt - wenn der kleine Analyst ganz weit unten einen Bericht mit der Bewertung „nicht authentisch“ schreibt und in der Chefetage nur ein Statusbericht mit einem roten Punkt ankommt. Ohne zu wissen, wer den warum da gesetzt hat - nur dass das Kennzahlensystem aufgrund von irgend etwas, was ein kleiner unwichtiger Indianer festgestellt hat, nun diesen Status meldet.

Und da steht genau der wesentliche Satz dazu. Dass es da grundlegende Mechanismen gibt und dass die sich unter bestimmten Bedingungen auf eine gewisse Weise äußern und dass es dann Methoden gibt, da einzugreifen, ist für mich gesetzt. 
Aber das ist kein universelles Handbuch mit simplen Flussdiagrammen, FAQs und Fehlerbehandlungsroutinen, die grundsätzlich immer bei jedem funktionieren. Nicht im Sinne „ach, ich bin so besonders und funktioniere ganz anders als alle anderen und weiß es selbst am besten.“ Auch Quark. Das trifft auf allerhöchstens 1-2% der Menschen zu. Und auch die verstehen längst nicht alles. 
Da steckt aber trotzdem vieles drin, was tatsächlich funktioniert - allerdings nicht per Fingerschnippen und mit Diagnose per Fragebogen, und an der Stelle läuft aufgrund von Selbstüberschätzung und unglücklicher Berufswahl viel schief.

Und noch wilder: vieles, was funktioniert, funktioniert nicht einmal deshalb, weil es wirklich genau verstanden wird. Mitunter ist es sogar nur eine abstrakte Analogie. Ich bin in letzter Zeit einigen wirklich bescheuerten Methoden begegnet, die sich im Grenzbereich tummeln. So, wie die beschrieben werden, ist es reine Esoterik. Aber manches funktioniert trotzdem - aber nicht weil man da tatsächlich „seine Mitte verschiebt“ und „Energien lenkt“. Diese Beispiele nehme ich nun, weil sie manchen Ideen aus der Tiefenpsychologie ins Absurde überzeichnet auf abstrakter Ebene entsprechen.
Sie funktionieren nicht direkt, sondern weil sie etwas kongnitiv nicht begreifbar und kontrollierbares konkret vorstellbar und handhabbar machen. Ich habe dazu meine Theorie, warum das funktionieren kann - damit basiert ein Teil im Prinzip auf Neuro(re)Programmierung und ist effektiv nur verkleidet.

Aber diese anderen Beispiele, bei denen jemand spontan zu Diagnosen kommt und die Standardlösung aus der Schublade zieht… verbuche ich unter Dilettantismus. Dafür bin ich viel zu sehr darauf trainiert, alles aus mehreren Perspektiven zu überprüfen. Da verstehe ich auch gut, dass Du mit Freud auf Kriegsfuß stehst. Ein Fan bin ich auch - aber für ein paar Zitate und Binsenweisheiten ist er allemal gut 😉

Ich habe zwei Mal gelesen und weiß nicht, ob ich verstanden habe. Ich wurde direkt mit Gedanken geflutet und kann mich kaum konzentrieren. Also müssen die Gedanken erst raus, bevor ich aufnahmefähig bin 🤣.

Ich habe nichts gegen die Psychologie. Wir versuchen halt zu verstehen. Aber man kann nicht alles in Schubladen stecken. Menschen sind einfach ALLE verschieden. Man kann ganz grobe Einschätzungen vornehmen. Grob! 

Aber auch nicht alles ist eine "Krankheit", die behandlungsbedürftig ist. Dafür gibt es Diagnosekriterien wie "Leidensdruck". Dann kann man versuchen dabei zu helfen, den Leidensdruck zu lindern. Aber ist es immer eine "Krankheit"? Und ich jede "Krankheit" behandlungsbedürftig? Wer bestimmt, was "normal" ist und wie Menschen sein müssen? 

Ich denke mal, dass jeder Mensch irgendwelche Erfahrungen gehabt hat, die ihn geprägt haben. Was ist "Störung" und was nicht? 

Ich denke, dass alles viel komplexer ist, als die "Psychologie" in der Lage ist zu verstehen. Als The***ut würde ich dazu anregen sich selbst zu verstehen. Sich zu reflektieren. Gefühle verstehen, Muster zu erkennen, Wünsche zu erkennen, Motivation zu schaffen. Krankheiten würde ich nicht diagnostizieren wollen, obwohl genau das nötig ist, damit die Krankenkasse bezahlt :). 

"Krankheiten" sind "Fehler" und das sind sie, meines Erachtens nicht immer.

Wir wissen, dass der Placebo Effekt real ist. Wir wissen wie viel Einfluss die Gedanken auf den Körper haben. Wie viel Einfluss haben dann Gedanken auf Gefühle und Gefühle auf den Körper? Oder Gedanken auf die Gefühlswelt. 

Es ist durchaus okay Dinge (als The***ut) zu hinterfragen, aber ich denke auch, dass man (Patient) das dann auch weiß und fühlt. Es ist nicht richtig wenn der The***ut innerhalb seiner Glaubenssätze und Muster "Krankheiten" diagnostiziert, die nicht verifiziert sind. 

Ich kann JEDEM eine Krankheit diagnostizieren 🤣. Zur Not sage ich, dass es ein Abwehrmechanismus ist, wenn die Person einfach mal behauptet, dass sie das Problem gar nicht hat.  🤣. Das ist aber "wissenschaftlich" nicht so korrekt. Wobei Psychologie ja eh keine Wissenschaft ist... Das wird in vielen Serien so gesagt.

Vielleicht ist es manchmal einfach gar nicht so wichtig, ob man "krank" ist und viel wichtiger, wie es einem damit geht. Ohne Leidensdruck besteht doch gar kein Grund etwas zu ändern.

Natürlich gibt es immer Optimierungspotenzial. 

 

 

vor 1 Stunde, schrieb Enja781:

Menschen sind einfach ALLE verschieden.

Mach doch SO was nicht... ich habe tatsächlich vorgestern "Das Leben des Brian" mal wieder gesehen - und jetzt will da ein "Ich nicht!" raus :smiley:

Und ohne Spaß: Im Prinzip und theoretisch ja - aber unterm Strich ist bei den individuellen Kombinationen von Persönlichkeitsbausteinen und Mustern ziemlich viel Ware von der Stange bei. Und weil das irreführend ist: Nein, das bedeutet nicht (unbedingt), dass Menschen wirklich gleich sind - aber dass einzelne Elemente, die ihre Persönlichkeiten (und ihre Psyche) maßgeblich bestimmen, sehr viel weniger individuell sind/sein können.

Ich mag da das Bild von Legosteinen sehr. Was man daraus baut, kann identisch, ähnlich oder völlig verschieden sein. Aber es folgt meist typischen, manchmal exotischen Regeln (man kann Steine manchmal auf Arten verbinden, die so nicht gedacht waren) und die Steine selbst sind standardisiert. Auch wenn manche schon SEHR speziell sind und farblich mal... interessante Kombinationen ergeben.

Das lässt sich auch auf die Psychologie übertragen - und auch der Typ von Psychologen bzw. dieses Verständnis von Psychologie, dass darin steckt, passt da rein. Das wären dann insbesondere Leute, die sich auf Abweichungen von Bauanleitungen konzentrieren.

Ich denke, diese Fixierung auf den pathologischen Aspekt kommt vor allem daher, weil es in der öffentlichen Wahrnehmung eine sehr starke Verknüpfung zwischen den Begriffen "Psychologie", "Therapie", "Leidensdruck" und "Erkrankung" gibt.

Kleine Abzweigung: manche Abweichungen von der Norm gelten inzwischen ja nun nicht mehr unbedingt als Krankheit (und da schlägt das Pendel direkt ins andere Extrem um... anderes Thema). Und der Begriff der Normalität hat ohnehin zwei Qualitäten: die deskriptive und die normative. Die eine sagt aus: normal ist, was die vorherrschende Eigenschaft ist. Ich wollte es jetzt mit dem "Modus" aus der Statistik verbinden - das kommt dem schon recht nahe. 10 Leute, 5 davon sind blond, zwei braunhaarig, zwei schwarz, einer rot - damit ist "blond" deskriptiv betrachtet normal, obwohl es nicht einmal die Mehrheit abbildet. Und mir ist klar, dass das Eis da SEHR dünn ist, wenn ich nicht noch SEHR viel präziser werde - aber für den Grundgedanken reicht es. Jetzt kommt "normativ" ins Spiel, und das sagt aus, ob die Leute blond sein *sollten* und ob eventuell etwas getan werden müsste, wenn sie es nicht sind. Diese beiden Dimensionen werden regelmäßig verwechselt - und ich denke, manchmal mit voller Absicht. Ja, ich springe auch gedanklich ;)

Zurück zur Psychologie: Die wird in der Praxis sehr viel weiter angewendet als nur im Zusammenhang mit psychischem Leidensdruck. Ja, manche ihrer Ausläufer strapazieren den Begriff "Wissenschaft" schon sehr - aber die Grundprinzipien genügen diesem Anspruch durchaus. Insbesondere dann, wenn die Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens eingehalten werden - insbesondere (es ist gar nicht so leicht, die Fachbegriffe zu vermeiden :persevere:) alles als Theorie zu betrachten, die durch Beobachtungen gestützt werden, die aber jederzeit auch widerlegbar sein müssen und Sollbruchstellen vorzusehen. Aber noch mehr: die Vorgehensweise wissenschaftlich zu halten - und nicht durch einen visuellen Abgleich mit einer Verbrecherkartei zu ersetzen. Analytisch vorzugehen, Abkürzungen eher vermeiden (gerade da lauern dann die Überraschungen), mit dem eigenen Fehler rechnen - und möglichst bewusst mit Wahrscheinlichkeiten umgehen. (da ist es wieder, dieses Mal aus einer anderen Perspektive :smiley: - quasi der Blick aus dem 4. Stock aus dem Fenster des Nachbargebäudes).

Bei der Feststellung eines Abwehrmechanismus ist es mitunter so eine Abkürzung. Aber gerade dort ist es viel komplexer. Faktisch IST es einer. Grundsätzlich.
Das bedeutet allerdings NICHT, dass der Psychologe da mit seiner Theorie, was genau er dahinter finden wird, richtig liegt - oder dass er diese spezielle Theorie tatsächlich hat. Manchmal ist das lediglich die Erwartung des Patienten. Es ändert aber nichts daran, dass es eine Abwehrreaktion ist. Das ist ein wenig so, wie wenn man mit seinem Auto in die Werkstatt geht, ein seltsames Verhalten seines Autos schildert - und dem Mechaniker dann verbietet, die Motorhaube zu öffnen.
Woran es nun liegt, lässt sich so pauschal einfach nicht sagen.
Am Patienten, der tatsächlich eine so harte Blockade hat - die es ihm zu diesem Zeitpunkt nicht erlaubt, auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Psychologe auch nur richtig liegen KÖNNTE. Das steckt in der Natur dieser Blockaden - wenn sie existiert, äußert sie sich exakt so. Der Patient bewegt sich dann ausschließlich in einem aus seiner Perspektive stimmigen - und abgeschlossenen - Rahmen.
Der Boden vibriert so komisch.
Das ist die Waschmaschine.
Hier IST keine Waschmaschine.
Die steht ja auch im Keller.
Hier gibt es keinen Keller.
Doch. Du siehst ihn nur nicht, weil Du Dein Zimmer nie verlässt.
So ein Unsinn, dieses "Zimmer" ist die Welt. Sonst gibt es nichts. Jetzt finde gefälligst raus, was mit dem Boden nicht stimmt.

Es kann auch am Psychologen liegen, der zumindest taktisch unklug vorgeht - oder dem an einem Punkt nichts anderes mehr übrig bleibt, als die Blockade frontal anzugehen. Was vorher geschehen ist, kann ich so unmöglich pauschal beurteilen. Die Möglichkeit, dass es ein Checklisten-Schnellverfahren war, kann ich nicht ausschließen.

vor 2 Stunden, schrieb Enja781:

Das wird in vielen Serien so gesagt.

"Geologie ist keine richtige Wissenschaft" - Dr. Sheldon Cooper
DER musste jetzt einfach sein :smiley:
Das hast Du jetzt nicht als Argument gemeint, schon klar.

vor 2 Stunden, schrieb Enja781:

Vielleicht ist es manchmal einfach gar nicht so wichtig, ob man "krank" ist und viel wichtiger, wie es einem damit geht. Ohne Leidensdruck besteht doch gar kein Grund etwas zu ändern.

Warum stellt sich dann überhaupt die Frage nach einer Krankheit? Wann und in welcher Situation kommt es dazu?
Spontan fallen mir zwei Möglichkeiten ein:

Entweder, weil da mehr oder weniger ungefragt eine Meinung vom Spielfeldrand kommt, dass ein Verhalten auf eine Krankheit hinweist. Vielleicht ist es jemand, der sich gerne reden hört.

Oder man selbst verspürt TATSÄCHLICH einen Leidensdruck - bringt den mit dieser Beobachtung aber nicht in Verbindung, weil sich das außerhalb des eigenen Rahmens abspielt und von innen überhaupt keinen Sinn ergibt. Vielleicht kommt diese Einschätzung dann sogar vom Spezialisten.

Maßgeblich ist da, ob es den Leidensdruck überhaupt gibt. Und manchmal kommt der SEHR indirekt über 4 Bande. Warum sollte, dass mir gerade die Deckenlampe auf den Kopf fällt, etwas damit zu tun haben, dass ich vorgestern einen Kasten Wasser ins Obergeschoss getragen habe?

Im Übrigen bedeutet "Leidensdruck" noch nicht einmal unbedingt "krank". Der kann auch durch eine Denkstruktur oder Perspektive entstehen, die dann, wenn sie auf die Umwelt trifft, zu Problemen führt. Ganz allgemein ausgedrückt: Weil die Welt nicht so ist, wie man es von ihr erwartet - und die Folgen einen erheblich belasten. Das muss aber absolut nichts mit einer Krankheit zu tun haben.

Und wenn man keinen Leidensdruck verspürt? Optimierung? Nun, man könnte es durchaus so sehen, dass der Wunsch nach Optimierung zusammen mit der Erkenntnis, dass man das selbst ohne Hilfe nicht erreichen kann (oder vielleicht überhaupt nicht) ebenfalls eine Art Leidensdruck sein kann. Manchmal auch sehr erheblicher. Und dann?

Umgekehrt? Krankheit ganz ohne Leidensdruck? Da stellt sich dann die Frage, woher dann überhaupt die Diagnose kommt. Es ist ja nicht so, dass man zur psychologischen Vorsorgeuntersuchung geht, bei der dann zufällig ans Licht kommt, dass man eine Erkrankung hat, die einem (noch) keine Beschwerden bereitet und die auch ansonsten symptomfrei verläuft. Wie erfährt man dann überhaupt davon? Dazu fällt mir nur der ungefragte Kommentar aus dem Off ein - und wie qualifiziert der ist...? Gerade wenn es da um Erkrankungen geht, kann man alles, was über "das würde ich mal abchecken lassen" hinaus geht (mit wenigen Ausnahmen - bedauerlicherweise wird aber die Tatsache, dass es Ausnahmen gibt, auch bei völliger Ignoranz als universelle Rechtfertigung herangezogen), getrost als "Rauschen" verbuchen.

So. Ich fürchte, jetzt hast Du Kopfschmerzen...
(Min Chef meinte vor einigen Wochen in einem Termin mit mir und einem anderen, als dem der Schmerz im Gesicht stand mit einem leicht schadenfrohen Lächeln "ich kenne das - er hat diese Wirkung auf Leute.")

vor 9 Minuten, schrieb Immersion:

Da stellt sich dann die Frage, woher dann überhaupt die Diagnose kommt. Es ist ja nicht so, dass man zur psychologischen Vorsorgeuntersuchung geht, bei der dann zufällig ans Licht kommt, dass man eine Erkrankung hat, die einem (noch) keine Beschwerden bereitet und die auch ansonsten symptomfrei verläuft. Wie erfährt man dann überhaupt davon?

Ich fürchte die allermeisten und v.a. die schwersten psychischen Erkrankungen werden ohnehin erst erkannt, wenn's (beinahe) zu spät ist.

Denn die psychisch kränksten, merken's ja oft selbst nicht, oder wundern sich warum andere "krank" auf sie reagieren.

Jetzt mal mit die schlimmsten Straftaten der letzten Jahre wurde allesamt von psychisch kranken begangen. (ok, wobei man sich auch etwas fragen muss, ob nicht jede Art von Gewaltverbrechen grundsätzlich schwerste psychische- geistige Schäden als Vorlauf/Ursache haben?)

Aber "abgespeckt" terrorisieren viele ihr Umfeld, belästigen andere, nerven, stalken, unterdrücken, bedrohen und fühlen sich dabei vollkommen gesund, machen sich häufig über diejenigen "Psychos" lustig, die eigentlich so gesund sind und die ihre Probleme zu erkennen und sich helfen lassen.

Manchmal könnte man ja auch sagen, dass sie Menschen in psychiatrische Behandlung begeben, um sich vor tatsächlich freilaufenden, psychisch gestörten Menschen in Sicherheit zu bringen.

 

Wie man davon erfährt? Indem man so gesund, so selbst reflektiert und erwachsen ist zu erkennen, dass man eben Hilfe braucht. Spätestens wenn's einem dann andere zu verstehen geben und man geistig in der Lage ist, das auch richtig zu deuten.

Was eben grade bei Männern oft ein immenses (gesellschaftliches) Problem ist.

HansDampf77
vor 22 Minuten, schrieb Immersion:

Umgekehrt? Krankheit ganz ohne Leidensdruck? Da stellt sich dann die Frage, woher dann überhaupt die Diagnose kommt. Es ist ja nicht so, dass man zur psychologischen Vorsorgeuntersuchung geht, bei der dann zufällig ans Licht kommt, dass man eine Erkrankung hat, die einem (noch) keine Beschwerden bereitet und die auch ansonsten symptomfrei verläuft. Wie erfährt man dann überhaupt davon? Dazu fällt mir nur der ungefragte Kommentar aus dem Off ein - und wie qualifiziert der ist...? Gerade wenn es da um Erkrankungen geht, kann man alles, was über "das würde ich mal abchecken lassen" hinaus geht (mit wenigen Ausnahmen - bedauerlicherweise wird aber die Tatsache, dass es Ausnahmen gibt, auch bei völliger Ignoranz als universelle Rechtfertigung herangezogen), getrost als "Rauschen" verbuchen.

Es ist dann auch immer die Frage, ob die Betreffenden ihren Zustand mit einem Leidensdruck verstehen oder es als normalen Zustand verstehen, da sie es nicht anders kennen. 
Habe z.B. eine Frau kennengelernt die massive Probleme hatte, doch länger brauchte bis sie es verstanden hat, da sie dachte das es ihr ja „gut“ geht, obwohl es nur bedingt der Fall war. Sie kannte es halt nicht anders, da ihr Leben Lang Gewalt und Missbrauch ihr Leben bestimmte. Wahrscheinlich hat sie sich aus Selbstschutz damit arrangiert, dies und ihr dadurch ausgelöstes Verhalten als normal angesehen hat.
 

Zusätzlich können einige schwerwiegenden Ereignisse, die einen schwer belasten, aus Selbstschutz auch verdrängt werden, so weit das es nur noch im Unterbewusstsein ist und irgendwann ggf. wieder hoch kommt. 

Was ich mit einer anderen Frau mitbekommen habe, die als Kind missbraucht wurde und das lange komplett verdrängte. Ich merkte schon das da was nich in Ordnung ist, doch wusste ich nicht genau was der Grund ist und sie es mir auch nicht sagen könnte. 
Doch im Alter von 22 Jahren kam Alles wieder hoch, mit Panikattacke und co… 

 

Menschen können auch unbewusst manipuliert werden, was oberflächlich oft der Fall ist, z.B. von der Wirtschaft. Das geht aber auch tiefgründig, mit ggf. negativen Folgen, ohne das man selbst merkt das man so manipuliert wird. 
Habe mich schon immer viel damit beschäftigt wie ich menschlich und teilweise körperlich auf Menschen eingehen kann. Dabei habe ich auch Fehler gemacht, die ich hätte nicht machen sollen, obwohl ich es nicht böse oder egoistisch meinte. Da denke ich gerade an Techniken aus der NLP, womit man auf Menschen wirken kann, sie „trainieren“ kann, ohne das sie es bewusst mitbekommen… 

vor 39 Minuten, schrieb Zauberhände94469:

Ich fürchte die allermeisten und v.a. die schwersten psychischen Erkrankungen werden ohnehin erst erkannt, wenn's (beinahe) zu spät ist.

Denn die psychisch kränksten, merken's ja oft selbst nicht, oder wundern sich warum andere "krank" auf sie reagieren.

Jetzt mal mit die schlimmsten Straftaten der letzten Jahre wurde allesamt von psychisch kranken begangen. (ok, wobei man sich auch etwas fragen muss, ob nicht jede Art von Gewaltverbrechen grundsätzlich schwerste psychische- geistige Schäden als Vorlauf/Ursache haben?)

Aber "abgespeckt" terrorisieren viele ihr Umfeld, belästigen andere, nerven, stalken, unterdrücken, bedrohen und fühlen sich dabei vollkommen gesund, machen sich häufig über diejenigen "Psychos" lustig, die eigentlich so gesund sind und die ihre Probleme zu erkennen und sich helfen lassen.

Manchmal könnte man ja auch sagen, dass sie Menschen in psychiatrische Behandlung begeben, um sich vor tatsächlich freilaufenden, psychisch gestörten Menschen in Sicherheit zu bringen.

 

Wie man davon erfährt? Indem man so gesund, so selbst reflektiert und erwachsen ist zu erkennen, dass man eben Hilfe braucht. Spätestens wenn's einem dann andere zu verstehen geben und man geistig in der Lage ist, das auch richtig zu deuten.

Was eben grade bei Männern oft ein immenses (gesellschaftliches) Problem ist.

Da hast Du Recht! Nicht Alle die z.B. im Maßregelvollzug sitzen, sehen ein das sie ein psychisches Problem haben, an dem sie arbeiten sollten. Da ist dann die „böse Gesellschaft“ für ihre Situation schuld, aber nicht sie selbst mit ihrem Verhalten. 

Luderwicht
vor 11 Stunden, schrieb Enja781:

Als The***ut würde ich dazu anregen sich selbst zu verstehen. Sich zu reflektieren. Gefühle verstehen, Muster zu erkennen, Wünsche zu erkennen, Motivation zu schaffen. Krankheiten würde ich

Genau das geschieht in einer Therapie 🎉

Leider begeben sich viele Menschen in Therapie mit der Vorstellung, dass der The***ut als Fachmann einem sagt wie es richtig geht und dann geht man störungsfrei nach Hause!

Vor 13 Minuten , schrieb Luderwicht:

Genau das geschieht in einer Therapie 🎉

Leider begeben sich viele Menschen in Therapie mit der Vorstellung, dass der The***ut als Fachmann einem sagt wie es richtig geht und dann geht man störungsfrei nach Hause!

Es ist wohl noch etwas schlimmer. Die Erwartung ist - in EINIGEN (nicht allen) mir bekannten Fällen - dass es wie bei einer Werkstatt oder einem Arzt läuft. Der Dienstleister macht etwas, der Arzt verschreibt etwas - und das Problem ist gelöst.
So nicht. Es ist eher wie ein Personal Trainer. Die Arbeit nimmer einem nicht ab.

In zwei Fällen in meinem Umfeld ist das den Betreffenden bewusst - und sie gehen deshalb nicht zu einem Psychologen. Weil ihnen mehr - oder weniger - bewusst ist, dass sie etwas an sich selbst ändern müssten und dass eine Therapie ohne aktive Mitarbeit nichts wegzaubert.

vor 20 Stunden, schrieb Immersion:

Mach doch SO was nicht... ich habe tatsächlich vorgestern "Das Leben des Brian" mal wieder gesehen - und jetzt will da ein "Ich nicht!" raus :smiley:

Und ohne Spaß: Im Prinzip und theoretisch ja - aber unterm Strich ist bei den individuellen Kombinationen von Persönlichkeitsbausteinen und Mustern ziemlich viel Ware von der Stange bei. Und weil das irreführend ist: Nein, das bedeutet nicht (unbedingt), dass Menschen wirklich gleich sind - aber dass einzelne Elemente, die ihre Persönlichkeiten (und ihre Psyche) maßgeblich bestimmen, sehr viel weniger individuell sind/sein können.

Ich mag da das Bild von Legosteinen sehr. Was man daraus baut, kann identisch, ähnlich oder völlig verschieden sein. Aber es folgt meist typischen, manchmal exotischen Regeln (man kann Steine manchmal auf Arten verbinden, die so nicht gedacht waren) und die Steine selbst sind standardisiert. Auch wenn manche schon SEHR speziell sind und farblich mal... interessante Kombinationen ergeben.

Das lässt sich auch auf die Psychologie übertragen - und auch der Typ von Psychologen bzw. dieses Verständnis von Psychologie, dass darin steckt, passt da rein. Das wären dann insbesondere Leute, die sich auf Abweichungen von Bauanleitungen konzentrieren.

Ich denke, diese Fixierung auf den pathologischen Aspekt kommt vor allem daher, weil es in der öffentlichen Wahrnehmung eine sehr starke Verknüpfung zwischen den Begriffen "Psychologie", "Therapie", "Leidensdruck" und "Erkrankung" gibt.

Kleine Abzweigung: manche Abweichungen von der Norm gelten inzwischen ja nun nicht mehr unbedingt als Krankheit (und da schlägt das Pendel direkt ins andere Extrem um... anderes Thema). Und der Begriff der Normalität hat ohnehin zwei Qualitäten: die deskriptive und die normative. Die eine sagt aus: normal ist, was die vorherrschende Eigenschaft ist. Ich wollte es jetzt mit dem "Modus" aus der Statistik verbinden - das kommt dem schon recht nahe. 10 Leute, 5 davon sind blond, zwei braunhaarig, zwei schwarz, einer rot - damit ist "blond" deskriptiv betrachtet normal, obwohl es nicht einmal die Mehrheit abbildet. Und mir ist klar, dass das Eis da SEHR dünn ist, wenn ich nicht noch SEHR viel präziser werde - aber für den Grundgedanken reicht es. Jetzt kommt "normativ" ins Spiel, und das sagt aus, ob die Leute blond sein *sollten* und ob eventuell etwas getan werden müsste, wenn sie es nicht sind. Diese beiden Dimensionen werden regelmäßig verwechselt - und ich denke, manchmal mit voller Absicht. Ja, ich springe auch gedanklich ;)

Zurück zur Psychologie: Die wird in der Praxis sehr viel weiter angewendet als nur im Zusammenhang mit psychischem Leidensdruck. Ja, manche ihrer Ausläufer strapazieren den Begriff "Wissenschaft" schon sehr - aber die Grundprinzipien genügen diesem Anspruch durchaus. Insbesondere dann, wenn die Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens eingehalten werden - insbesondere (es ist gar nicht so leicht, die Fachbegriffe zu vermeiden :persevere:) alles als Theorie zu betrachten, die durch Beobachtungen gestützt werden, die aber jederzeit auch widerlegbar sein müssen und Sollbruchstellen vorzusehen. Aber noch mehr: die Vorgehensweise wissenschaftlich zu halten - und nicht durch einen visuellen Abgleich mit einer Verbrecherkartei zu ersetzen. Analytisch vorzugehen, Abkürzungen eher vermeiden (gerade da lauern dann die Überraschungen), mit dem eigenen Fehler rechnen - und möglichst bewusst mit Wahrscheinlichkeiten umgehen. (da ist es wieder, dieses Mal aus einer anderen Perspektive :smiley: - quasi der Blick aus dem 4. Stock aus dem Fenster des Nachbargebäudes).

Bei der Feststellung eines Abwehrmechanismus ist es mitunter so eine Abkürzung. Aber gerade dort ist es viel komplexer. Faktisch IST es einer. Grundsätzlich.
Das bedeutet allerdings NICHT, dass der Psychologe da mit seiner Theorie, was genau er dahinter finden wird, richtig liegt - oder dass er diese spezielle Theorie tatsächlich hat. Manchmal ist das lediglich die Erwartung des Patienten. Es ändert aber nichts daran, dass es eine Abwehrreaktion ist. Das ist ein wenig so, wie wenn man mit seinem Auto in die Werkstatt geht, ein seltsames Verhalten seines Autos schildert - und dem Mechaniker dann verbietet, die Motorhaube zu öffnen.
Woran es nun liegt, lässt sich so pauschal einfach nicht sagen.
Am Patienten, der tatsächlich eine so harte Blockade hat - die es ihm zu diesem Zeitpunkt nicht erlaubt, auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Psychologe auch nur richtig liegen KÖNNTE. Das steckt in der Natur dieser Blockaden - wenn sie existiert, äußert sie sich exakt so. Der Patient bewegt sich dann ausschließlich in einem aus seiner Perspektive stimmigen - und abgeschlossenen - Rahmen.
Der Boden vibriert so komisch.
Das ist die Waschmaschine.
Hier IST keine Waschmaschine.
Die steht ja auch im Keller.
Hier gibt es keinen Keller.
Doch. Du siehst ihn nur nicht, weil Du Dein Zimmer nie verlässt.
So ein Unsinn, dieses "Zimmer" ist die Welt. Sonst gibt es nichts. Jetzt finde gefälligst raus, was mit dem Boden nicht stimmt.

Es kann auch am Psychologen liegen, der zumindest taktisch unklug vorgeht - oder dem an einem Punkt nichts anderes mehr übrig bleibt, als die Blockade frontal anzugehen. Was vorher geschehen ist, kann ich so unmöglich pauschal beurteilen. Die Möglichkeit, dass es ein Checklisten-Schnellverfahren war, kann ich nicht ausschließen.

"Geologie ist keine richtige Wissenschaft" - Dr. Sheldon Cooper
DER musste jetzt einfach sein :smiley:
Das hast Du jetzt nicht als Argument gemeint, schon klar.

Warum stellt sich dann überhaupt die Frage nach einer Krankheit? Wann und in welcher Situation kommt es dazu?
Spontan fallen mir zwei Möglichkeiten ein:

Entweder, weil da mehr oder weniger ungefragt eine Meinung vom Spielfeldrand kommt, dass ein Verhalten auf eine Krankheit hinweist. Vielleicht ist es jemand, der sich gerne reden hört.

Oder man selbst verspürt TATSÄCHLICH einen Leidensdruck - bringt den mit dieser Beobachtung aber nicht in Verbindung, weil sich das außerhalb des eigenen Rahmens abspielt und von innen überhaupt keinen Sinn ergibt. Vielleicht kommt diese Einschätzung dann sogar vom Spezialisten.

Maßgeblich ist da, ob es den Leidensdruck überhaupt gibt. Und manchmal kommt der SEHR indirekt über 4 Bande. Warum sollte, dass mir gerade die Deckenlampe auf den Kopf fällt, etwas damit zu tun haben, dass ich vorgestern einen Kasten Wasser ins Obergeschoss getragen habe?

Im Übrigen bedeutet "Leidensdruck" noch nicht einmal unbedingt "krank". Der kann auch durch eine Denkstruktur oder Perspektive entstehen, die dann, wenn sie auf die Umwelt trifft, zu Problemen führt. Ganz allgemein ausgedrückt: Weil die Welt nicht so ist, wie man es von ihr erwartet - und die Folgen einen erheblich belasten. Das muss aber absolut nichts mit einer Krankheit zu tun haben.

Und wenn man keinen Leidensdruck verspürt? Optimierung? Nun, man könnte es durchaus so sehen, dass der Wunsch nach Optimierung zusammen mit der Erkenntnis, dass man das selbst ohne Hilfe nicht erreichen kann (oder vielleicht überhaupt nicht) ebenfalls eine Art Leidensdruck sein kann. Manchmal auch sehr erheblicher. Und dann?

Umgekehrt? Krankheit ganz ohne Leidensdruck? Da stellt sich dann die Frage, woher dann überhaupt die Diagnose kommt. Es ist ja nicht so, dass man zur psychologischen Vorsorgeuntersuchung geht, bei der dann zufällig ans Licht kommt, dass man eine Erkrankung hat, die einem (noch) keine Beschwerden bereitet und die auch ansonsten symptomfrei verläuft. Wie erfährt man dann überhaupt davon? Dazu fällt mir nur der ungefragte Kommentar aus dem Off ein - und wie qualifiziert der ist...? Gerade wenn es da um Erkrankungen geht, kann man alles, was über "das würde ich mal abchecken lassen" hinaus geht (mit wenigen Ausnahmen - bedauerlicherweise wird aber die Tatsache, dass es Ausnahmen gibt, auch bei völliger Ignoranz als universelle Rechtfertigung herangezogen), getrost als "Rauschen" verbuchen.

So. Ich fürchte, jetzt hast Du Kopfschmerzen...
(Min Chef meinte vor einigen Wochen in einem Termin mit mir und einem anderen, als dem der Schmerz im Gesicht stand mit einem leicht schadenfrohen Lächeln "ich kenne das - er hat diese Wirkung auf Leute.")

Na, irgendwie komme ich schon mit :).

Aber natürlich ist es trotzdem  komplex :).

Viel schwieriger als einfach "nur" medizinische Dinge zu diagnostizieren. Da kann man ein Röntgenbild machen und sieht, dass der Knochen gebrochen ist. Fertig. Diagnose steht :)

Ich glaube aber auch, dass es auch "Persönlichkeit" und nicht nur "Störungen" gibt, die behoben werden müssen.

Das war eigentlich auch der Hauptgrund, warum ich aus der Pädagogik ausgestiegen bin. Alles wird auf einmal "genormt". Z.B. Kind muss mit 12 Monaten laufen, mit X Monaten sprechen, mit X Monaten mit einen Stift halten, mit einer Schere schneiden können usw.

Und wehe da Kind lässt sich einen Monat mehr Zeit. Dann geht es direkt ab zum Ergothe***uten. 

Wir haben so eine "Mangelgesellschaft". Alles, was nicht "Norm" ist, muss sofort korrigiert werden. Egal, ob das ein Problem darstellt oder nicht. Dafür kann das Kind ganz andere Stärken haben, die nicht mehr gefordert werden, weil erst die Mängel behoben werden müssen.

Ich finde das furchtbar. Damit wird den Kindern doch von klein auf eingetrichtert, dass sich nicht genügend, weil sie XYZ noch nicht können. Schon bei den Vorsorgeuntersuchungen im Kleinkindalter. Dann im Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule. Wie sehen nicht die Stärken, sondern vermehrt, was nicht stimmt. Natürlich muss man einem Kind auch die Möglichkeit geben, sich zu entfalten z.B. nicht dauerhaft im Kinderwagen festgeschnallt, damit es sich laufen lernen kann. Aber muss man das Kind drängen oder gar erniedrigen? 

Müssen alle gleich sein? Dann läuft ein Kind halt 3 Monate später. Na und?!? Den Rückstand holt es wahrscheinlich noch auf.

Im Kindergarten fingen die an mit "Bewertungsbögen". (Mein Wort). Was kann das Kind. Farben unterscheiden, schneiden, sprechen, malen etc. 

Es ist nicht falsch, das im Auge zu behalten und unterstützend einzuwirken, aber ein Mensch, auch wenn er noch ein sehr jünger Mensch ist, ist erstmal so wie er ist!

Der Wunsch zu laufen, kommt dann, wenn die Neugierde da ist, die Welt zu entdecken und große Menschen nachzuahmen. Wenn (noch) kein Wunsch da ist, dann ist er eben (noch) nicht da. Lassen wir ihm doch noch Zeit.

Und bei Erwachsenen ist es doch ähnlich. Eigentlich müssen wir so sein, wie es irgendjemand als "normal" bestimmt hat. Das, was man braucht, um leistungsfähig zu sein. Und wenn man dem aus Gründen nicht nachkommt, muss man ja "gestört" sein und dass muss behoben werden. 

Ich möchte nicht zu viel sagen, das ist doch sehr persönlich. Mir ist das so passiert, dass ich zu einem Gutachter musste und völlig falsch beurteilt wurde, obwohl der Fragebogen etwas völlig anderes aussagte. Auch meine Aussage wurde mit "mangelnder Krankheitseinsicht" abgelehnt. Und dann "musste" ich eine Therapie machen und ich wurde von The***uten abgelehnt, weil ich DAS Problem gar nicht hatte. Also musste ich einen Deal eingehen. Die The***utin musste mir erst diese "Krankheit" bestätigen, um dann die Heilung zu dokumentieren. Es war mir nicht möglich diese Krankheit einfach nicht zu haben. Ich musste vorher von der nicht vorhandenen Krankheit geheilt werden 🤣. Das war furchtbar!

Ich sag ja nicht, dass man nicht optimieren kann! Es ist immer gut, wenn mal ein Außenstehender draufguckt und eine Meinung äußert. Vielleicht bin ich auch "krank". Das schließe ich gar nicht aus. Aber wenn etwas wirklich nicht so ist, wie es dargestellt wird, kann man das auch nur schwer ändern.

Und warum muss das eigentlich "geändert" werden? 

Später hatte ich eine andere Form der Unterstützung. Sehr tolle Frau :). Die ist sehr gut auf mich eingegangen. Die hat sich so ihre Gedanken gemacht, mich aber nicht im Schubladen gesteckt. Sie hat mich ernst genommen und unterstützt und Tipps gegeben. Sie habe ich auch immer wieder gefragt, was sie "wirklich" denkt. Die sogenannten "blinden Flecken". Aber ich fühlte mich nicht in eine Schublade gesteckt. Sie sagte dann wie Dinge wie "ich glaube, dass Sie sich eigentlich XYZ wünschen, aber nicht daran glauben, dass..." Darüber konnte ich nachdenken und mich reflektieren. Sie hat mir aber nichts unterstellt! Sie hat mich als Mensch ernst genommen und nicht als Patientennummer. Natürlich müssen bei The***uten die Leute auch krank sein. Wie gesagt, wahrscheinlich bin ich das auch:). Aber ich würde gerne selbst entscheiden was genau ich ändern möchte. Anders funktioniert es eh nicht.

Ich halte mich für sehr reflektiert, ich habe nur nicht immer für alles eine Lösung.

 

 

Anonymes-Mitglied-1

Bestimmt was besseres als wie KI Romane

(bearbeitet)
vor 3 Stunden, schrieb Enja781:

Na, irgendwie komme ich schon mit :).

🖤 Ich merke es - und so macht es auch Spaß 😎

vor 3 Stunden, schrieb Enja781:

Das war eigentlich auch der Hauptgrund, warum ich aus der Pädagogik ausgestiegen bin. Alles wird auf einmal "genormt".

Das kommt heraus, wenn jemand sich zu sehr auf die Mitte der Normalverteilung konzentriert und alles links und rechts vernachlässigt. Im Prinzip nichts anderes als das Pareto-Prinzip. Man konzentriert sich auf ein Schema, mit dem man mehrheitlich gut fährt. In den angrenzenden Grauzonen gibt es dann die Tendenz, bei Abweichungen erst mal zuzusehen, dass eine Angleichung an die Norm erfolgt - oder es als tolerierbar Abweichung, aber eben ein Defizit zu verbuchen. Nehmen die Abweichungen zu, steigt auch der Aufwand, darauf einzugehen - und zwar überproportional. Auf dem Papier gibt es Konzepte für den Umgang damit - in der Praxis scheitert die Umsetzung dann aber gerne mal an der dafür erforderlichen Zeit.

Der nächste Pferdefuß ist, dass in einem solchen System jegliche Abweichung zum Problem wird. Abweichungen können Störungen sein (einschließlich Erkrankungen), grundlegende Defizite (einschließlich einer in manchen Bereichen nicht dem Standardzeitplan folgenden Entwicklung), simple Abweichungen (wenn jemand blau schmecken kann, ist das nun nicht unbedingt ein Problem, erfordert aber einen anderen Umgang) - oder eben Überflieger mit Fähigkeiten, die weit über den Erfahrungshorizont derer, die da beurteilen sollen, hinaus geht.

Ich weiß ganz genau, wie so ein Diagnostiklabyrinth mit widersinnigen Abläufen aussehen kann. Nicht genau so, wie Du es beschrieben hast und nicht bezogen auf mich selbst - aber gut genug. Und wenn man da vergleicht, was der Auslöser war, der die Kette ausgelöst hat und was ganz am Ende herausgekommen ist, ist das schon durchaus grotesk. Aber es zeichnet auch ein sehr deutliches Bild der Abläufe nach Checklisten und einfachen Ablaufdiagrammen. Es muss A oder B sein, etwas anderes sieht der Ablauf nicht vor. D wäre es gewesen.
Theoretisch lassen sich diese Systeme schlagen - aber eigentlich nur dann, wenn man rechtzeitig merkt, dass man in sie hinein gezogen wird und dann einen Weg findet, das System nicht nur von innen, sondern auch von außen zu betrachten. Im Prinzip muss man dann mogeln (da meldet sich der Nerd mit dem Kobayashi-Maru-Test) - aber da ergibt sich ein kleines Problem:

Klar kann man dann, wenn man die Karte des Labyrinths mit den Notausgängen oder Schwachpunkten in der Mauer hat, einen Ausweg finden. Dann trickst man es zwar aus - hat aber möglicherweise trotzdem verloren, weil man Punkte, an denen ein eigenes Problem, dessen man sich nicht bewusst ist, aufgedeckt werden könnte, umgeht, weil man einfach nur raus will. Um wirklich sicher zu sein, welchen Weg man gehen sollte, muss man sich mindestens so viel Wissen aneignen wie der Architekt - und, da es um Psychologie geht, auch verinnerlichen und akzeptieren, dass die eigene Perspektive es mitunter unmöglich macht, etwas zu sehen. Außerdem, dass bestimmte Schritte den Zweck haben, einem selbst die dafür notwendige Perspektive zu erschließen. 
Heißt in der Konsequenz, dass man dafür im Eilverfahren einen Teil des einschlägigen Studiums bewältigen müsste - und dabei die Falle vermeiden muss, das eigene Verständnis zu überschätzen. Nicht unmöglich - aber das (und insbesondere der letzte Punkt) erfordert schon einen sehr seltenen Persönlichkeitstyp.

Aber wenn man an einem bestimmten Punkt im falschen Gang steht und an dieser Stelle nur vorgesehen ist, dass man weitergeht - eine bestimmte Diagnose akzeptieren muss, ob sie nun zutrifft oder nicht, was man entweder beurteilen kann oder es nur glaubt - dann ist das ein Problem. Ich hatte es ja schon geschrieben: die Möglichkeit, dass der Weg sich als falsch erweist, aber man gezwungen wird, weiterzugehen, existiert. Und da dann erst mal rauszukommen… Aber wem erzähle ich das 😉

Und ich habe das nur als Begleiter erlebt. Je unmittelbarer man selbst betroffen ist, desto herausfordernder wird es, weil dann der Druck noch mal ein anderer ist.

vor 3 Stunden, schrieb Enja781:

Die ist sehr gut auf mich eingegangen. Die hat sich so ihre Gedanken gemacht, mich aber nicht im Schubladen gesteckt. Sie hat mich ernst genommen und unterstützt und Tipps gegeben. Sie habe ich auch immer wieder gefragt, was sie "wirklich" denkt. Die sogenannten "blinden Flecken". Aber ich fühlte mich nicht in eine Schublade gesteckt. Sie sagte dann wie Dinge wie "ich glaube, dass Sie sich eigentlich XYZ wünschen, aber nicht daran glauben, dass..." Darüber konnte ich nachdenken und mich reflektieren. Sie hat mir aber nichts unterstellt!

Dann hast Du da gleich doppelt Glück gehabt. Mit der Therap€utin - und mit deiner eigenen Art. 
 

Kleiner Nachtrag:

dass du die persönlicheren Aspekte außen vor lässt, ist nicht nur in Ordnung. Das ist hier absolut notwendiger Selbstschutz - und ich habe ebenfalls eine klare Grenze für ein Forum.

bearbeitet von Immersion
vor 20 Stunden, schrieb Immersion:

🖤 Ich merke es - und so macht es auch Spaß 😎

Das kommt heraus, wenn jemand sich zu sehr auf die Mitte der Normalverteilung konzentriert und alles links und rechts vernachlässigt. Im Prinzip nichts anderes als das Pareto-Prinzip. Man konzentriert sich auf ein Schema, mit dem man mehrheitlich gut fährt. In den angrenzenden Grauzonen gibt es dann die Tendenz, bei Abweichungen erst mal zuzusehen, dass eine Angleichung an die Norm erfolgt - oder es als tolerierbar Abweichung, aber eben ein Defizit zu verbuchen. Nehmen die Abweichungen zu, steigt auch der Aufwand, darauf einzugehen - und zwar überproportional. Auf dem Papier gibt es Konzepte für den Umgang damit - in der Praxis scheitert die Umsetzung dann aber gerne mal an der dafür erforderlichen Zeit.

Der nächste Pferdefuß ist, dass in einem solchen System jegliche Abweichung zum Problem wird. Abweichungen können Störungen sein (einschließlich Erkrankungen), grundlegende Defizite (einschließlich einer in manchen Bereichen nicht dem Standardzeitplan folgenden Entwicklung), simple Abweichungen (wenn jemand blau schmecken kann, ist das nun nicht unbedingt ein Problem, erfordert aber einen anderen Umgang) - oder eben Überflieger mit Fähigkeiten, die weit über den Erfahrungshorizont derer, die da beurteilen sollen, hinaus geht.

Ich weiß ganz genau, wie so ein Diagnostiklabyrinth mit widersinnigen Abläufen aussehen kann. Nicht genau so, wie Du es beschrieben hast und nicht bezogen auf mich selbst - aber gut genug. Und wenn man da vergleicht, was der Auslöser war, der die Kette ausgelöst hat und was ganz am Ende herausgekommen ist, ist das schon durchaus grotesk. Aber es zeichnet auch ein sehr deutliches Bild der Abläufe nach Checklisten und einfachen Ablaufdiagrammen. Es muss A oder B sein, etwas anderes sieht der Ablauf nicht vor. D wäre es gewesen.
Theoretisch lassen sich diese Systeme schlagen - aber eigentlich nur dann, wenn man rechtzeitig merkt, dass man in sie hinein gezogen wird und dann einen Weg findet, das System nicht nur von innen, sondern auch von außen zu betrachten. Im Prinzip muss man dann mogeln (da meldet sich der Nerd mit dem Kobayashi-Maru-Test) - aber da ergibt sich ein kleines Problem:

Klar kann man dann, wenn man die Karte des Labyrinths mit den Notausgängen oder Schwachpunkten in der Mauer hat, einen Ausweg finden. Dann trickst man es zwar aus - hat aber möglicherweise trotzdem verloren, weil man Punkte, an denen ein eigenes Problem, dessen man sich nicht bewusst ist, aufgedeckt werden könnte, umgeht, weil man einfach nur raus will. Um wirklich sicher zu sein, welchen Weg man gehen sollte, muss man sich mindestens so viel Wissen aneignen wie der Architekt - und, da es um Psychologie geht, auch verinnerlichen und akzeptieren, dass die eigene Perspektive es mitunter unmöglich macht, etwas zu sehen. Außerdem, dass bestimmte Schritte den Zweck haben, einem selbst die dafür notwendige Perspektive zu erschließen. 
Heißt in der Konsequenz, dass man dafür im Eilverfahren einen Teil des einschlägigen Studiums bewältigen müsste - und dabei die Falle vermeiden muss, das eigene Verständnis zu überschätzen. Nicht unmöglich - aber das (und insbesondere der letzte Punkt) erfordert schon einen sehr seltenen Persönlichkeitstyp.

Aber wenn man an einem bestimmten Punkt im falschen Gang steht und an dieser Stelle nur vorgesehen ist, dass man weitergeht - eine bestimmte Diagnose akzeptieren muss, ob sie nun zutrifft oder nicht, was man entweder beurteilen kann oder es nur glaubt - dann ist das ein Problem. Ich hatte es ja schon geschrieben: die Möglichkeit, dass der Weg sich als falsch erweist, aber man gezwungen wird, weiterzugehen, existiert. Und da dann erst mal rauszukommen… Aber wem erzähle ich das 😉

Und ich habe das nur als Begleiter erlebt. Je unmittelbarer man selbst betroffen ist, desto herausfordernder wird es, weil dann der Druck noch mal ein anderer ist.

Dann hast Du da gleich doppelt Glück gehabt. Mit der Therap€utin - und mit deiner eigenen Art. 
 

Kleiner Nachtrag:

dass du die persönlicheren Aspekte außen vor lässt, ist nicht nur in Ordnung. Das ist hier absolut notwendiger Selbstschutz - und ich habe ebenfalls eine klare Grenze für ein Forum.

Mir wurde eine soziale Phobie unterstellt, die ich ausgehend von meinem persönlichen Empfinden und Verhalten definitiv und dem Wissen zu den Diagnosekriterien definitiv nicht habe. Ich bin zwar nicht der Typ, der rund um die Uhr hunderte Menschen um sich haben muss und ich genieße es sehr alleine zu sein, aber ich fühle mich nicht ängstlich und schon gar nicht eingeschränkt. Irgendwie hat sich die Gutachterin genau daran festgebissen, dass ich nicht so viel Kontakt "brauche". Eigentlich finde ich das gar nicht so krank. Da finde ich die "kränker", die Tausende Freunde und Likes auf irgendwelchen Seiten brauchen und keine 5 Minuten mit sich alleine sein können. So bin ich "unabhängig" . Ich weiß auch nicht, warum das in meinem Privatleben wichtig sein sollte. Wenn es um Ausbildung, Arbeit oder Umschulung geht, geht es doch im Prinzip auch nicht um Menschen. Also, die sind schon da, aber ich kam aus der Pädagogik. Hätte in den Beruf gewählt, wenn ich eine soziale Phobie hätte 🤣.

Ich weiß nicht wie diese Person genau darauf kam und warum, aber dennoch war es wichtig, dass ich "gesund" bin, um zu bekommen, was ich will.

Die Therapie war nicht unnütz. Aber es war so sinnlos, dass ich wegen etwas in Therapie musste, das ich wirklich nicht hatte und die The***utin die Berichte fälschen musste. Also erst war ich "krank" und hab das "eingesehen" und dann geändert. Die eigentliche Therapie habe ich dann genutzt, um andere Dinge anzusprechen, die aber auch nicht pathologisch waren. Ich war nur so wütend über das System! Da ist dann eine einzige Person, die falsch diagnostiziert und man dann nur mit Aufwand wieder rauskommt. Und wütend darüber, wie einfach es gerade als Tiefenpsychologe ist, irgendwas zu unterstellen, weil die persönliche Einschätzung des Patienten überhaupt nicht zählt bzw. zählen muss. 

Ich denke, dass ich sehr reflektiert bin. Das wurde mir zumindest auch immer gesagt. Ich bin auch gerne bereit mich mit "Ideen" auseinanderzusetzen. Z.B. was ich besser machen könnte, was mich daran hindert XYZ zu tun, was ich mir wünsche, wie ich sein möchte, wie ich "besser" sein könnte, was ich dafür brauche etc. Manchmal fehlt einfach Wissen, aber das kann man sich heutzutage recht leicht aneignen. (Früher musste ich dafür dauernd in die Bücherei 🤣)

The***uten sind ja auch nur Menschen mit ihrer ganz eigenen Geschichte und Vorannahmen. Auch darüber wie jemand sein "sollte". 

Ich habe das Gefühl, dass Viele auch nur in eine "Norm" pressen wollen. Ich glaube aber nicht, dass das "richtig" ist. Und danach haben wir ganz viele Menschen, die in eine Norm gepresst wurden, dauerhaft unter Stress stehen und die Norm bestimmen, weil sie in der Norm sind 🤣.

Guck Dir einfach mal das deutsche Schulsystem an. Das ist eigentlich ein gutes Beispiel. Es gäbe so viele bessere Lösungen. In anderen Ländern klappt das viel besser. Aber es wird einfach daran festgehalten und die Kinder "gequält" und "normiert".

Ich finde es natürlich völlig richtig Kinder und Jugendliche und Erwachsene zu unterstützen! (Auch das funktioniert ja nicht, wenn man 2 Jahre auf einen Therapieplatz warten muss) Aber, jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken und Schwächen und Interessen und Gefühle. Warum muss jeder die eierlegende Wollmilchsau sein und ist direkt "falsch", wenn er XYZ nicht kann oder mag oder Beides? 

Ich habe mich sehr viel mit Suggestionen/Autosuggestion/Placebo/ Nocebo beschäftigt. (Stichwort Coue - mit Akzent) Apotheker so um 1902)

Dazu gibt es auch Studien. Da wurden Lehrern gesagt, dass X willkürlich ausgewählte Schüler hochbegabt seien und am Ende waren alle leistungsstärker. Wie sich das Wissen auf das Verhalten der Lehrer ausgewirkt haben könnte, brauche ich Dir ja nicht zu erklären. 

Aber natürlich wirkt sich Verhalten und Suggestionen auch auf das Kind aus.

 Und jeden anderen Menschen! Deswegen mag ich diese Defizit-Gesellschaft nicht. Je mehr gesagt wird, was die Person NICHT kann, desto schlechter wird sie sich fühlen. Und warum muss man das können? Ist man ein schlechterer Mensch? Liegt es vielleicht nur am Gegenüber, dass man das nicht kann oder sich anders verhält? Möchte man vielleicht einfach nicht. Hat man einfach andere Bedürfnisse? Ist es falsch andere Bedürfnisse zu haben? 

Je mehr gesagt wird, WIE jemand ist, gut oder schlecht, es wird sich in das System integrieren. Natürlich hat die Kindheit da das größte Gewicht und die Häufigkeit. Sag einem Kind doch 20 Mal am Tag, dass es nichts kann und dumm ist. Das wird Folgen haben. Sag einem Kind wie schlau es ist und alles lernen kann. Auch das wird Folgen haben.

Und genau das machen wir einfach nicht mehr. Das ist traurig. 

Wir gehen mehr auf Defizite, um alle Menschen in eine gewünschte Norm zu pressen. Selbst wenn diese Norm für viele Menschen nicht passt.

Das betraf jetzt hauptsächlich Erziehung und entsprechend auch Partnerschaften und Freundschaften.

In der Psychiatrie/Therapie ist es natürlich anders. Da braucht es Diagnosen, damit es bezahlt wird. Aber auch das finde ich nicht sonderlich gut, weil einfach nicht alles "krank" ist. Auch das System sollte mal verändert werden :)

Wird es aber nicht. Natürlich nicht.

Es gibt überall gute und schlechte Leute. Das Problem ist, dass die guten Leuten entweder aufhören, ins Ausland gehen oder ausgebucht sind. Lehrer, die aufhören, Ärzte/The***uten die gehen oder keine neuen Patienten mehr annehmen oder nur noch privat abrechnen, weil die Krankenkasse nur für X Patienten zahlt. Viele, die aufhören, weil das System nicht stimmt. Krankenpfleger, Erzieher etc..

Ich rege mich gerade auf 🤣.

Also, ich sehe schon, dass alles "läuft". In dem sehr schlechten System läuft es ganz wunderbar und vorhersehbar "schlecht". Das läuft seit X Jahren schlecht, das kann noch X Jahre weiter schlecht laufen. Kein Grund was zu ändern. Besser wird es sicher nicht mehr werden.

Aber hauptsache bestimmte Unternehmen machen X Millionen/Milliarden Umsatz. Und wenn nicht, sind sie ja schon fast pleite. 

 

 

 

 

 

HansDampf77
Am 3.4.2026 at 08:42, schrieb Enja781:

Ich sag ja nicht, dass man nicht optimieren kann! Es ist immer gut, wenn mal ein Außenstehender draufguckt und eine Meinung äußert. Vielleicht bin ich auch "krank". Das schließe ich gar nicht aus. Aber wenn etwas wirklich nicht so ist, wie es dargestellt wird, kann man das auch nur schwer ändern.

Und warum muss das eigentlich "geändert" werden? 

Natürlich werden auch bei Diagnosen Fehler gemacht, doch nur weil man glaubt das eine Diagnose falsch ist, ist sie nicht gleich falsch. 
 

Ein Beispiel: 

Ein Vater eines Kindes in meinem Umfeld ist Kokainsüchtig, hat deswegen seine Frau und Kind verloren. Hat 50% seines Gewichts verloren. War vorher nicht übergewichtig und ist jetzt nur noch Haut und Knochen. Hat hohe Schulden und hat alles was er mal hatte zu Geld gemacht,  z.T. weit unterm Wert verschleudert. Hat Probleme mit der Justiz, da er durch Straftaten seine Sucht finanziert, nachdem er Nichts mehr hatte. 
 

Doch spricht man mit Ihm, sieht er partout nicht ein das er ein schwerwiegendes Problem hat, er nicht süchtig wäre und meint noch das es ihm gut ginge. 
 

Er musste einen Entzug machen, um nicht ins Gefängnis zu müssen und um seine Tochter wiedersehen zu dürfen. Er hat sich darauf eingelassen, doch hatte es kein Sinn, da er uneinsichtig ist und sucht die Schuld für seine jetzige Situation bei Anderen… 

Warum Einiges geändert werden „muss“, bzw. es von einem gefordert wird, liegt nicht selten daran das man eine Gefahr für sich und/oder Andere darstellt… 

vor 43 Minuten, schrieb HansDampf77:

Natürlich werden auch bei Diagnosen Fehler gemacht, doch nur weil man glaubt das eine Diagnose falsch ist, ist sie nicht gleich falsch. 
 

Ein Beispiel: 

Ein Vater eines Kindes in meinem Umfeld ist Kokainsüchtig, hat deswegen seine Frau und Kind verloren. Hat 50% seines Gewichts verloren. War vorher nicht übergewichtig und ist jetzt nur noch Haut und Knochen. Hat hohe Schulden und hat alles was er mal hatte zu Geld gemacht,  z.T. weit unterm Wert verschleudert. Hat Probleme mit der Justiz, da er durch Straftaten seine Sucht finanziert, nachdem er Nichts mehr hatte. 
 

Doch spricht man mit Ihm, sieht er partout nicht ein das er ein schwerwiegendes Problem hat, er nicht süchtig wäre und meint noch das es ihm gut ginge. 
 

Er musste einen Entzug machen, um nicht ins Gefängnis zu müssen und um seine Tochter wiedersehen zu dürfen. Er hat sich darauf eingelassen, doch hatte es kein Sinn, da er uneinsichtig ist und sucht die Schuld für seine jetzige Situation bei Anderen… 

Warum Einiges geändert werden „muss“, bzw. es von einem gefordert wird, liegt nicht selten daran das man eine Gefahr für sich und/oder Andere darstellt… 

Ja, gut, das ist aber wieder eine andere Sache. Natürlich ist eine Diagnose nicht IMMER falsch, aber trotzdem muss man damit vorsichtig sein.

Eine Sucht kommt ja auch nicht aus dem Nichts. Dafür gibt es auch Gründe und oft ist es eine Art Selbsttherapie. Natürlich ist das nicht die optimale Lösung, aber es geht einem erstmal subjektiv besser. Da ist dann aber nicht DIE Sucht das Problem, sondern ein anderes, dahinterliegendes Problem. Das muss nichtmal eine handfeste Störung sein. Man hat einfach nur noch nicht gelernt, anders damit umzugehen. Ich glaube auch dass die Sucht nach Zigaretten Gründe hat. Wer kommt schon von selbst auf die Idee sich selbst zu vergiften. Zigarettensucht ist auch eine Sucht. Die wird aber toleriert. Deswegen funktioniert Hypnosetherapie gegen Rauchen oft nicht. Je nach The***ut.  Man kann nicht einfach etwas wegnehmen, ohne Ersatz zu bieten. Man muss an die Ursachen gehen!

Es gibt auch Esssucht oder Magersucht. Bulimiker verbinden Beides. Aber wer verweigert freiwillig dem Körper Essen, das er zum Überleben braucht? In dem Wissen, dass es zum Tod führen kann. Das Problem ist ein völlig anderes. Und ja ich habe auch gesehen, wie Magersüchtige "therapiert" werden. Gut, das ist schon 30 Jahre her, aber "schön" war das nicht.

Und Esssucht ist ja gesellschaftsfähig. Man schädigt sich zwar selbst, bringt sich und Andere aber nicht um :). 

Die Frage ist, wie schädigend diese Sucht ist. Warum darf ich mich selbst nicht schädigen? Wen geht das was an, wenn ich Andere nicht schädige? Natürlich gibt es hilfreichere Möglichkeiten mit der Belastung umzugehen. Oft. Nicht immer. 

Als Kind, oder Jugendlicher ist es schwer schädigendem Umgang zu entkommen.

Oder nehmen wir Prostituierte, die oft abhängig sind, um das ertragen zu können. Da sind NICHT die Drogen das Problem.

Und man kann die Drogen nicht einfach wegnehmen, wenn sich an den Ursachen nichts ändert. Natürlich will da niemand in einen "einfachen" Entzug. Es müsste ganz woanders angesetzt werden. Aber dafür fehlt ja Zeit und Personal.

 

 

 

 

HansDampf77
vor 24 Minuten, schrieb Enja781:

Ja, gut, das ist aber wieder eine andere Sache. Natürlich ist eine Diagnose nicht IMMER falsch, aber trotzdem muss man damit vorsichtig sein.

Eine Sucht kommt ja auch nicht aus dem Nichts. Dafür gibt es auch Gründe und oft ist es eine Art Selbsttherapie. Natürlich ist das nicht die optimale Lösung, aber es geht einem erstmal subjektiv besser. Da ist dann aber nicht DIE Sucht das Problem, sondern ein anderes, dahinterliegendes Problem. Das muss nichtmal eine handfeste Störung sein. Man hat einfach nur noch nicht gelernt, anders damit umzugehen. Ich glaube auch dass die Sucht nach Zigaretten Gründe hat. Wer kommt schon von selbst auf die Idee sich selbst zu vergiften. Zigarettensucht ist auch eine Sucht. Die wird aber toleriert. Deswegen funktioniert Hypnosetherapie gegen Rauchen oft nicht. Je nach The***ut.  Man kann nicht einfach etwas wegnehmen, ohne Ersatz zu bieten. Man muss an die Ursachen gehen!

Es gibt auch Esssucht oder Magersucht. Bulimiker verbinden Beides. Aber wer verweigert freiwillig dem Körper Essen, das er zum Überleben braucht? In dem Wissen, dass es zum Tod führen kann. Das Problem ist ein völlig anderes. Und ja ich habe auch gesehen, wie Magersüchtige "therapiert" werden. Gut, das ist schon 30 Jahre her, aber "schön" war das nicht.

Und Esssucht ist ja gesellschaftsfähig. Man schädigt sich zwar selbst, bringt sich und Andere aber nicht um :). 

Die Frage ist, wie schädigend diese Sucht ist. Warum darf ich mich selbst nicht schädigen? Wen geht das was an, wenn ich Andere nicht schädige? Natürlich gibt es hilfreichere Möglichkeiten mit der Belastung umzugehen. Oft. Nicht immer. 

Als Kind, oder Jugendlicher ist es schwer schädigendem Umgang zu entkommen.

Oder nehmen wir Prostituierte, die oft abhängig sind, um das ertragen zu können. Da sind NICHT die Drogen das Problem.

Und man kann die Drogen nicht einfach wegnehmen, wenn sich an den Ursachen nichts ändert. Natürlich will da niemand in einen "einfachen" Entzug. Es müsste ganz woanders angesetzt werden. Aber dafür fehlt ja Zeit und Personal.

 

 

 

 

Nicht immer, aber oft haben Süchte oder auch andere psychische Probleme ihre Gründe. 
 

Doch nicht selten ist es nicht weniger schwer, wie ein Entzug, wenn man an die Wurzel des eigentlichen Problem geht… 

Doch um die wirklichen Probleme anzugehen, bedarf es eine gute Diagnose UND die Einsicht das man ein Problem hat! 
 

Natürlich können auch Diagnosen falsch sein. Doch wenn man persönlich das Gefühl hat das eine Diagnose falsch ist, sollte man sich andere Meinungen einholen. Doch wenn man immer wieder ähnliche Diagnosen bekommt, sollte man dann vielleicht auch mal an seine Einsicht arbeiten. 
 

Es ist leider so das Zeit und Personal fehlt, doch gibt es, in unserer Gesellschaft, verhältnismäßig viele Möglichkeiten Hilfe zu bekommen, auch wenn es teilweise einen langen Atem bedarf. 
 

Habe es in den letzen Jahren leider selbst erleben müssen, bei zwei medizinischen Fällen. Beim einen Fall wollte mein linker Arm nicht so, wie ich wollte… Vom Arzt wurde ich direkt in die Notaufnahme eines Krankenhaus geschickt. Da wurde ich vielen anderen Patienten vorgezogen, da der Verdacht auf Schlaganfall, Herzinfarkt oder Aorta-Riss bestand. Da habe ich in Kürze Untersuchungen bekommen, wofür ich sonst hätte lange auf Termine hätte warten müssen. Nachdem klar war das die schlimmsten Befürchteten ausgeschlossen werden konnte, habe ich andere Untersuchungen bekommen. Für die ich dann aber zu anderen Ärzten musste, bei denen ich warten musste bis ich die Termine bekam. Ja, es hat sich hingezogen, wegen der Wartezeit auf Terminen. Doch habe ich alle Untersuchungen und Behandlungen bekommen die ich brauchte. 
 

Bei anderen Fall hatte ich einen Infekt, doch konnten die Ärzte nicht schnell erkennen was ich hatte. Da war ich direkt 10 Tage im Krankenhaus, in dem sie sehr viele unterschiedliche Untersuchungen mit mir machten. Zum Glück hatte der Infekt wohl keinen „schlimmen“ Grund, so das mein Körper es alleine schaffte und die Ärzte den Auslöser nicht herausfinden konnten. 

vor 19 Stunden, schrieb HansDampf77:

Nicht immer, aber oft haben Süchte oder auch andere psychische Probleme ihre Gründe. 
 

Doch nicht selten ist es nicht weniger schwer, wie ein Entzug, wenn man an die Wurzel des eigentlichen Problem geht… 

Doch um die wirklichen Probleme anzugehen, bedarf es eine gute Diagnose UND die Einsicht das man ein Problem hat! 
 

Natürlich können auch Diagnosen falsch sein. Doch wenn man persönlich das Gefühl hat das eine Diagnose falsch ist, sollte man sich andere Meinungen einholen. Doch wenn man immer wieder ähnliche Diagnosen bekommt, sollte man dann vielleicht auch mal an seine Einsicht arbeiten. 
 

Es ist leider so das Zeit und Personal fehlt, doch gibt es, in unserer Gesellschaft, verhältnismäßig viele Möglichkeiten Hilfe zu bekommen, auch wenn es teilweise einen langen Atem bedarf. 
 

Habe es in den letzen Jahren leider selbst erleben müssen, bei zwei medizinischen Fällen. Beim einen Fall wollte mein linker Arm nicht so, wie ich wollte… Vom Arzt wurde ich direkt in die Notaufnahme eines Krankenhaus geschickt. Da wurde ich vielen anderen Patienten vorgezogen, da der Verdacht auf Schlaganfall, Herzinfarkt oder Aorta-Riss bestand. Da habe ich in Kürze Untersuchungen bekommen, wofür ich sonst hätte lange auf Termine hätte warten müssen. Nachdem klar war das die schlimmsten Befürchteten ausgeschlossen werden konnte, habe ich andere Untersuchungen bekommen. Für die ich dann aber zu anderen Ärzten musste, bei denen ich warten musste bis ich die Termine bekam. Ja, es hat sich hingezogen, wegen der Wartezeit auf Terminen. Doch habe ich alle Untersuchungen und Behandlungen bekommen die ich brauchte. 
 

Bei anderen Fall hatte ich einen Infekt, doch konnten die Ärzte nicht schnell erkennen was ich hatte. Da war ich direkt 10 Tage im Krankenhaus, in dem sie sehr viele unterschiedliche Untersuchungen mit mir machten. Zum Glück hatte der Infekt wohl keinen „schlimmen“ Grund, so das mein Körper es alleine schaffte und die Ärzte den Auslöser nicht herausfinden konnten. 

Das ist jetzt etwas schwieriger für mich zu antworten.

Auch The***uten und Ärzte sind Menschen und die wollen auch gerne alte Diagnosen, die alt sind und lassen sich ggf. davon beeinflussen. In der Medizin ist es etwas leichter, weil man einfach Tests machen kann und auch machen sollte. Z.B. Hausarzt sagt, dass der Blutdruck und das EKG Okay ist. Ein Jahr später gibt es erst den Termin beim "Facharzt". Darf er sich darauf verlassen, was vor einem Jahr war? Kann sich nicht etwas verändern? 

Bei der Psyche ist es deutlich schwieriger. Ich verändere mich täglich :). Ich mache Erfahrungen, ich erlerne  neue  Fähigkeiten, ich habe neue Erkenntnisse. Vielleicht habe ich auch neue Ängste und Sorgen. Eine neue Sicht auf die Welt und die Menschen in meinem Umfeld.

 Wenn ich jetzt eine Bronchitis habe, habe ich sie in etwa einer Woche nicht mehr. Warum wird Verhalten oder Probleme in der Vergangenheit für eine Einschätzung herangezogen? Z.B. ob man vor 30 Jahren mal Drogen probiert hat oder Ladendiebstahl begangen hat? Gerade Jugendliche Straftäter bekommen wenig Chancen, was sie in eine Abwärtsspirale treibt. 

Warum nimmt man den Menschen nicht so, wie er JETZT ist?!? Und das muss auch jederzeit neu entdeckt werden.

Ich hatte @Immersion etwas dazu geschrieben und neue Gedanken dazu :)

Meiner Meinung nach sollte es nicht darum gehen, wie man sein "MUSS", sondern wie man sein "WILL" Konsequenzen gibt es immer, aber wenn man ist, wie man sein möchte, sind sie wenigstens berechtigt. 

Einer der Hauptprobleme ist, dass man sich versucht anzupassen, selbst damit unglücklich ist und das Verhalten vielleicht sogar auf Ablehnung stößt, was noch unglücklicher macht. Dann weiß man nicht mehr, wie man sein "soll" und wahrscheinlich nichtmal mehr, wie man sein möchte. Man verliert sich selbst. 

Das geht auch an @Immersion. Ich hatte einen sehr ausgeprägten Perfektionismus. Das hört sich auf den ersten Blick nicht schlecht an. Mich hat es belastet. Ich habe mich in Kleinigkeiten verzettelt, ich kam nicht voran, ich konnte meine eigenen Ansprüche nicht erfüllen. Kurzum, ich fühlte mich schlecht. Obwohl Perfektionismus, also Dinge perfekt zu machen, war es belastend und nicht erstrebenswert. Das hatte natürlich auch Gründe 🤣 und es war nicht einfach.

Nun bin ich "nur" noch bei sorgfältig. Sorgfältig finde ich gut. Ich erlaube mir Fehler zu machen. Passiert immer mal. Es macht mich nicht mehr fertig. Ich suche das Positive darin (aus dem Fehler lernen). Zu viel Perfektionismus  hemmt. 

Ich könnte nie diese Arroganz haben, dass ich Recht habe. Es sind höchstens meine Gedanken, die natürlich durch meine Gefühle beeinflusst werden. Wie könnte ich die Arroganz haben, irgendwem eine "Störung" zu diagnostizieren, die verändert werden muss?!?

Ich kann sehen, was jemandem etwas schwerer fällt als Anderen, aber muss das geändert werden? Ist ein Mensch nicht gut genug, wenn er zu emotional oder zu rational oder zu X ist?

Wieder zurück! Meiner Meinung nach muss man sein, wie man sein möchte und nicht, wie man sein soll!

Es ist eine Entscheidung! Dafür muss man auch die Konsequenzen tragen und ggf. selbst erfahren, dass man etwas verändern möchte. Es muss aus einem selbst heraus kommen und nicht aufgrund von "Kriterien", die eine Norm darzustellen versuchen.

 

 

vor 11 Minuten, schrieb Enja781:

Wenn ich jetzt eine Bronchitis habe, habe ich sie in etwa einer Woche nicht mehr. Warum wird Verhalten oder Probleme in der Vergangenheit für eine Einschätzung herangezogen?

Es gibt zwar auch langfristige Effekte im Immunsystem und einige andere Kleinigkeiten - aber tendenziell verhält sich eine Bronchitis ganz anders als einschneidende Erfahrungen. Mit einer deutlichen Betonung auf „einschneidend“ und ergänzt um „erlernte und verfestigte Verhaltensmuster“.

Du hast Deinen Perfektionismus erwähnt - der ist ein ganz brauchbares Beispiel, obwohl er anderem nur entfernt ähnelt, aber es reicht. Ob der nun rein erlernt oder noch tiefere Ursachen hat… keine Ahnung, aber bei dem kann ich auch (Überraschung) mitreden 😏
Dessen muss man sich überhaupt erst mal bewusst werden - und ob man den überhaupt endgültig loswerden kann, sehe ich etwas skeptisch (weil er nahtlos in das Bewusstsein übergeht, dass weniger Sorgfalt unzureichende Ergebnisse liefert… und das nun mal an irgend einem Punkt stimmt). Aber man kann sich langfristig Strategien antrainieren, die ihn ausgleichen oder kanalisieren. Worauf ich da hinaus will: er ist tief verankert und verschwindet nicht von selbst wie eine Bronchitis.
Es hilft ungemein, wenn man als Perfektionist erst mal verinnerlicht, dass eine richtige Lösung nur manchmal perfekt ist, nur manchmal optimal, oftmals nur gut genug und mitunter gerade mal akzeptabel. Außerdem wenn man etwas findet, womit man sich richtig austoben und den Drang zur Perfektion ausleben kann, womit man niemanden nervt - und wo man mit der Zeit trotz Rück- und Fehlschlägen immer besser wird. Wenn man begreift, dass Perfektion ein Ziel ist, auf das man mit viel Geduld und Sturheit hinarbeiten kann, sie aber wahrscheinlich nie erreicht.

Anderes - Traumata, Verhaltensweisen etc. fügen sich als Bausteine in die Persönlichkeit ein und beeinflussen, wie man Dinge sieht, bewertet und automatisch handelt. Also, wenn sich da an der Oberfläche etwas zeigt, was man ändern möchte oder was sich absolut unvorteilhaft auswirkt, ist das oftmals nichts, was man einfach so abschalten kann. Und bei dem es noch nicht einmal offensichtlich ist, warum das überhaupt so ist und was man machen müsste, damit die störende Auswirkung verschwindet. Wie Du schon sagtest: es ist komplex. Alles, was da in der Vergangenheit mal angekarrt wurde, landet ggf. als Stein in der Mauer - und je tiefer drin die stecken, desto aufwändiger wird es, die zu finden und da rauszubekommen.

Anpassung ist so eine Sache - und ein Begriff, der da SEHR vieles bedeuten kann.
In einem kleinen Ausschnitt kann das tatsächlich auch eine Änderung an eigenen Denkstrukturen sein. Und sei es eine Kleinigkeit, wie nicht jedem Impuls nachzugeben und sich wie ein Arschloch zu verhalten.
Oder Filtertechniken zu erlernen.
Häufig bedeutet Anpassung aber auch, sich zu verstecken, weil man sein Umfeld ansonsten schlicht überfordert.
Oder sich Techniken aneignen, um etwas mühsam zu emulieren oder nachzuahmen, was anderen leicht fällt (im Autismus-Spektrum absolut nicht selten).
Oder eine sozial verträglichere Rolle zu spielen.
Fehlt noch etwas?

 

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