Jump to content

Legales Fremdgehen?


Empfohlener Beitrag

Geschrieben
Bist Du wirklich so naiv oder tust Du nur so? Miteinander Reden ist die einfache Lösung. Nicht mehr und nicht weniger. Gepaart mit gegenseitigen Vertrauen und tiefer Liebe zueinander. Welcher Hengst oder Stute da da schon gegen anstinken ? Es ist egal ob man Cuckhold ist oder Hotwife oder was auch immer. Es gibt halt Menschen denen ist Sex nur eine Befriedigung einer Begierde/Lust und die sind in der Lage eifersuchtsfrei dem/der PartnerIn auch andere Menschen sexuell zu gönnen. Und dazu muss der/die Partnerin noch nicht mal dabei sein. Was ist daran so fraglich?
Geschrieben
Ist ein live Porno in 3D mit Anfassen, in dem die Partnerin die Hauptrolle spielt. Gleichzeitig hast du einen Perspektivwechsel. Siehst sie anders, ihre Reaktionen, kannst dich besser auf Details konzentrieren, die dir sonst verborgen bleiben.
Anonymes-Mitglied-2
Geschrieben

Ich war nun ein paar mal die die dritte im Bunde. Ich traf Männer, die in offenen Partnerschaften lebten. Wollte es mal ausprobieren und mich ein wenig davor schützen, dass sich der Mann in mich verliebt. Ja, es waren tatsächlich offene Beziehungen, kein Fake. Was soll ich sagen!? In allen Beziehungen war der Wurm drin, es gingen welche während unserer Bekanntschaft in die Brüche, inklusive verlieben seinerseits, oder die Partnerin wurde auf einmal eifersüchtig oder bekam Angst, weil er mich regelmäßig traf. Ich glaube nicht mehr daran, dass es stabile offene Beziehungen sind. Alle Männer bekamen etwas bei mir, was sie vermissten, was die Partnerinnen niemals machten oder nur halbherzig, wie mir gesagt wurde. Es gibt sicher Beziehungen mit einem intaktem Fundament, aber das sind bestimmt wenige, oft ist es eine Beziehung wo es sexuell eher holperig läuft. 

Geschrieben
Du bist noch jung, du lernst auch noch fürs Leben. 😉
Sachen, die du dir heute nicht und möglicherweise gar niemals vorstellen kannst, werden mitunter später erst interessant. 😄
Geschrieben

Zunächst sollte man sich selbst kennen und zwar recht gründlich und aktiv, nicht nur reaktiv. Viele Menschen beschäftigen sich gar nicht mit bestimmten Situationen oder Szenarien, die ihr Leben betreffen können und reagieren dann eher betroffen. Klar muss man jetzt nicht auf alle unmöglichen oder kaum möglichen Szenarien vorbereitet sein. Was die Grundbedürfnisse betrifft, finde ich aber schon, dass der eigene Handwerkskasten gut gefüllt sein darf. Bin ich komplett monogam und ist das innerlich gefestigt, ist es ok und ich kann bei allen Themen, die darüber hinaus gehen, abbiegen. Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.

Sobald andere Partnermodelle, -vorstellungen, -ansichten ins Spiel kommen, geht nur noch eine offene Kommunikation und wenn dann geklärt ist, was, wie, mit wem, warum.....dann kann das Leben und die "Hauptpartnerschaft" wunderbar harmonisch verlaufen.

Sprechenden Menschen kann geholfen werden.

Geschrieben
vor 2 Stunden, schrieb Anonymes-Mitglied-2:

Es gibt sicher Beziehungen mit einem intaktem Fundament, aber das sind bestimmt wenige, oft ist es eine Beziehung wo es sexuell eher holperig läuft. 

Eine offene Beziehung funktioniert nur wenn sie gefestigt ist und Ehrlichkeit und Offenheit wirklich gelebt werden.

Wenn in einer offenen Beziehung alles im grünen Bereich, das Sexleben aber "holperig" ist, beide Partner darin aber kein Problem sehen, dann ist doch alles bestens. Sexuell entwickelt man sich weiter und da kann es durchaus auch vorkommen, dass sich Vorlieben verändern. Genau so kann eine offene Beziehung funktionieren.

Geschrieben
mmh, ist es noch "fremdgehen" wenn PartnerIn es weiss?....
Geschrieben
vor 2 Stunden, schrieb Arteras:

mmh, ist es noch "fremdgehen" wenn PartnerIn es weiss?....

Glaube schon, aber dann ist es kein Betrug.

Geschrieben
Du darfst doch auch mit fremden Menschen tanzen, warum dann nicht mit fremden Menschen Sex haben?
Geschrieben
Fremdgehen setzt voraus, das es niemad weiß, deswegen gibt es keine "legales fremdgehen"
Geschrieben
Ich schau gerne meinem Mann zu und er mir. Wie man nicht Eifersüchtig wird und wie man das akzeptiert? Indem die Beziehung stabil ist, man weiß woran man ist, sich vertraut, Regeln aufstellt usw.
Geschrieben

Warum man das tut wird bei vielen unterschiedliche Gründe haben und die Gefühle dabei, werden auch unterschiedlich sein. Ich find die Vorstellung, dass meine Freundin Sex mit jemand anders hat, zum Beispiel nicht heiß, weil es mich demütigt und sie das am Ende dann wieder auffängt (was bestimmt ein ziemlich gutes Gefühl sein kann), sondern weil ich es spannend finde, sie mit jemand anders zu sehen, mit dem sie vielleicht ganz anders ist, als mit mir. Für mich geht es dabei um Neugier, um den Anderen anders kennenzulernen, Facetten zu entdecken, die ich vielleicht nicht kenne. Ich finds heiß, wenn ich ihre Lust sehe. Und wenn ich mich über ihre Erlebnisse freue, dann weil ich es als großes Vertrauen und als Intimität zwischen uns betrachte, dass sie das und diese Teile ihres Lebens mit mir teilt. Wir haben kein Verhältnis, in dem wir uns als Besitz betrachten, sondern leben jeder unser Leben und teilen das, was wir miteinander teilen möchten. Und wenn es andere Menschen gibt oder auch Gefühle für andere ist das okay, solange es nichts zwischen uns ersetzt oder austauschbar werden lässt. Für viele erscheint das als zu riskant, und das find ich auch eine legitime Ansicht, für mich schafft es Sicherheit: wenn sie mit jemand anders unterwegs ist und mich danach anruft und sie mit mir, wie mit einem guten Freund ihr Date auswertet, weiß ich, wie wichtig wir uns sind und dass da schon ganz schön viel passieren muss, dass das ändert. Aber es ist auch nicht so, dass wir das beide am laufenden Band, dauernd und in ewiger Vielzahl bräuchten. Und wir sind da auch beide nicht gleich: für mich spielen tendenziell viel mehr Emotionen eine Rolle, weil ich es mag Menschen kennenzulernen, für sie ist das eher eine Freiheit für Spaß und neue Erfahrungen, auch wenn das keine Gefühle ausschließt. 

Und zur Eifersucht: es ist ein Mythos, dass man dabei völlig frei von Eifersucht wäre. Nur ist Eifersucht ja im Grunde oft die Angst vor Verlust, davor ersetzbar zu sein, das Gefühl für den anderen nicht auszureichen oder sich vielleicht selbst nicht liebenswert zu finden und zu glauben, jemand anderes könnte all das haben, was man selbst nicht habe. Das sind Gefühle, die wir alle ab und an haben, manchmal mehr, manchmal weniger. Manche Menschen neigen zu Selbstzweifeln und andere weniger. Und es gibt unterschiedliche Punkte bei Menschen, die das triggern. Aber es sind am Ende meine Zweifel. Sie zu kennen und mit dem Anderen darüber zu sprechen hilft. Zumindest haben wir das für uns in solchen Situationen so rausgefunden. Wenn diese Gefühle hochkommen und sie mir zuhört, das ernst nimmt und mich in den Arm nimmt, weiß ich das sie da ist und das reicht meistens schon, um das relativ schnell wieder runterzukochen. Und umgekehrt genauso.

All das setzt aber voraus, dass man Bock darauf hat, sich damit zu konfrontieren und viel Zeit und Empathie in Beziehungsarbeit zu geben. Ich möchte das nicht mehr anders haben. Ich hab dabei immens viel über mich und sie gelernt und es ist für mich die schönste Lösung für Verbindung und individueller Freiheit. So es denn beidseitig funktioniert.

Geschrieben

Ich finde es immer wieder interessant was für Reaktionen die Ansprache eines Themas wie dieses bei den Leuten hervorholt. 

Fremdgehen ist Gesellschaftlich und auch aus Ethischen Gründen verpönt aber trotzdem passiert es jeden Tag millionen mal auf dieser Welt. 

Und anstatt die Gründe warum es passiert zu betrachten wird aus Prinzip erstmal draufgehauen und sinnvolle Antworten kommen nur selten zustande. 

 

Herrlich. 😅

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 6 Stunden, schrieb Walkyre05:

Du darfst doch auch mit fremden Menschen tanzen, warum dann nicht mit fremden Menschen Sex haben?

Dieser vergleich ist total absurd... Es ist schon ein verdammt großer Unterschied ob man mit jemanden Sexuell tätig wird oder man mit Ihm lediglich tanzt :sweat_smile:

bearbeitet von Choppy89
Geschrieben
Vor 1 Stunde, schrieb Drehbuchautor92:

Ich finde es immer wieder interessant was für Reaktionen die Ansprache eines Themas wie dieses bei den Leuten hervorholt. 

Fremdgehen ist Gesellschaftlich und auch aus Ethischen Gründen verpönt aber trotzdem passiert es jeden Tag millionen mal auf dieser Welt. 

Und anstatt die Gründe warum es passiert zu betrachten wird aus Prinzip erstmal draufgehauen und sinnvolle Antworten kommen nur selten zustande. 

 

Herrlich. 😅

 

Das hat in meinen Augen weder mit gesellschaftlich noch mit ethischen Gründen zu tun, ich kann da natürlich nur von mir sprechen. Ich lege wert auf Loyalität und Ehrlichkeit in einer Beziehung - egal welcher Art. Wenn ich also belogen und hintergangen werde ist das für mich ein Vertrauensmissbrauch - der mit meinen persönlichen Werten in Konflikt steht. Weiterhin zeigt es mir, dass ich dem anderen nicht wichtig bin um mit mir zu reden und das er mich für dumm genug hält seine Lügen zu glauben. Vielen fällt das differenzieren zwischen persönlichen Hintergründen und Verallgemeinerungen schwer und es wird pauschal auf Ethik und Gesellschaft geschoben.

Geschrieben
Vor 4 Stunden, schrieb Xpassion85:

Warum man das tut wird bei vielen unterschiedliche Gründe haben und die Gefühle dabei, werden auch unterschiedlich sein. Ich find die Vorstellung, dass meine Freundin Sex mit jemand anders hat, zum Beispiel nicht heiß, weil es mich demütigt und sie das am Ende dann wieder auffängt (was bestimmt ein ziemlich gutes Gefühl sein kann), sondern weil ich es spannend finde, sie mit jemand anders zu sehen, mit dem sie vielleicht ganz anders ist, als mit mir. Für mich geht es dabei um Neugier, um den Anderen anders kennenzulernen, Facetten zu entdecken, die ich vielleicht nicht kenne. Ich finds heiß, wenn ich ihre Lust sehe. Und wenn ich mich über ihre Erlebnisse freue, dann weil ich es als großes Vertrauen und als Intimität zwischen uns betrachte, dass sie das und diese Teile ihres Lebens mit mir teilt. Wir haben kein Verhältnis, in dem wir uns als Besitz betrachten, sondern leben jeder unser Leben und teilen das, was wir miteinander teilen möchten. Und wenn es andere Menschen gibt oder auch Gefühle für andere ist das okay, solange es nichts zwischen uns ersetzt oder austauschbar werden lässt. Für viele erscheint das als zu riskant, und das find ich auch eine legitime Ansicht, für mich schafft es Sicherheit: wenn sie mit jemand anders unterwegs ist und mich danach anruft und sie mit mir, wie mit einem guten Freund ihr Date auswertet, weiß ich, wie wichtig wir uns sind und dass da schon ganz schön viel passieren muss, dass das ändert. Aber es ist auch nicht so, dass wir das beide am laufenden Band, dauernd und in ewiger Vielzahl bräuchten. Und wir sind da auch beide nicht gleich: für mich spielen tendenziell viel mehr Emotionen eine Rolle, weil ich es mag Menschen kennenzulernen, für sie ist das eher eine Freiheit für Spaß und neue Erfahrungen, auch wenn das keine Gefühle ausschließt. 

Und zur Eifersucht: es ist ein Mythos, dass man dabei völlig frei von Eifersucht wäre. Nur ist Eifersucht ja im Grunde oft die Angst vor Verlust, davor ersetzbar zu sein, das Gefühl für den anderen nicht auszureichen oder sich vielleicht selbst nicht liebenswert zu finden und zu glauben, jemand anderes könnte all das haben, was man selbst nicht habe. Das sind Gefühle, die wir alle ab und an haben, manchmal mehr, manchmal weniger. Manche Menschen neigen zu Selbstzweifeln und andere weniger. Und es gibt unterschiedliche Punkte bei Menschen, die das triggern. Aber es sind am Ende meine Zweifel. Sie zu kennen und mit dem Anderen darüber zu sprechen hilft. Zumindest haben wir das für uns in solchen Situationen so rausgefunden. Wenn diese Gefühle hochkommen und sie mir zuhört, das ernst nimmt und mich in den Arm nimmt, weiß ich das sie da ist und das reicht meistens schon, um das relativ schnell wieder runterzukochen. Und umgekehrt genauso.

All das setzt aber voraus, dass man Bock darauf hat, sich damit zu konfrontieren und viel Zeit und Empathie in Beziehungsarbeit zu geben. Ich möchte das nicht mehr anders haben. Ich hab dabei immens viel über mich und sie gelernt und es ist für mich die schönste Lösung für Verbindung und individueller Freiheit. So es denn beidseitig funktioniert.

Ich finde toll das es für euch so funktioniert und ihr euch da gefunden habt. Für mich persönlich liest sich das aber eher nach einer sehr guten Freundschaft als nach einer ernsthaften Beziehung. Wie gesagt für mich, jeder definiert Beziehung für sich ja anders.
Gut finde ich, dass du schreibst das es ohne Eifersucht nicht möglich ist, viele streiten das ja rigoros ab, solche Gefühle zu kennen. Was ich nicht nachvollziehen kann ist, wie man auf die Idee kommt, nur weil man eine klassische monogame Beziehung führt meint der Partner wäre sein Eigentum.

Geschrieben
vor 14 Minuten, schrieb Pauline2778:

Ich finde toll das es für euch so funktioniert und ihr euch da gefunden habt. Für mich persönlich liest sich das aber eher nach einer sehr guten Freundschaft als nach einer ernsthaften Beziehung. Wie gesagt für mich, jeder definiert Beziehung für sich ja anders.
Gut finde ich, dass du schreibst das es ohne Eifersucht nicht möglich ist, viele streiten das ja rigoros ab, solche Gefühle zu kennen. Was ich nicht nachvollziehen kann ist, wie man auf die Idee kommt, nur weil man eine klassische monogame Beziehung führt meint der Partner wäre sein Eigentum.

Danke dir! Ich glaube es war eher ein Erfinden einer Beziehungsform für zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen anfangs gar keine wollten. 😄 Inzwischen ist es aber genau zu dem gewachsen, ohne dass wir irgendwas dafür aufgegeben haben.  

Was definiert für dich denn eine ernsthafte Beziehung? Für mich sind es einerseits Gefühle von Begehren, Verliebtheit und Liebe, die das von einer einfach "nur" guten Freundschaft unterscheidet und dann natürlich, wieviel und was man an Leben teilt. Aber abgesehen davon, seh ich, was Vertrauen, füreinander da sein und Verbundenheit angeht, auch einfach viele Übergänge zwischen inniger Freundschaft und Beziehung. 

Ich finds auch immer etwas seltsam, dass das Gefühl potentieller Eifersucht so abgestritten wird  Vielleicht spüren manche Menschen diese Gefühle auch nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht ab und an zumindest einen kleinen Anflug davon gibt. Und damit mein ich jetzt kein Drama oder bodenlose Verletztheit, das scheint es umgekehrt ja auch zu geben, wie man hier im Forum liest. Das kann ich dann umgekehrt auch immer nicht ganz so gut nachvollziehen. 

Ich hab gerade hier im Forum und auch sonst schon ab und an das Gefühl, dass das mit dem Eigentum schon oft die Perspektive auf den oder die Partner*in ist. Da wird dann ganz viel darüber verhandelt, wer das Recht auf was hat. Oder wem die Erlaubnis dafür erteilt wird. Apropos "legales Fremdgehen".

Aber du hast recht, das hängt nicht an der Frage monogam oder nicht monogam. Auch nicht-monogamen Konstellationen schließen nicht aus, die Partner*innen so zu betrachten. Und ich hab das auch in meinen bisherigen langjährigen monogamen Beziehungen, genau wie du, nicht so gesehen. Man muss ja auch nicht das Bedürfnis nach mehr als einem Menschen in seinem Leben haben. 

Geschrieben

Da war der TE schon wieder weg, hoffentlich waren es nicht unliebsame Forenbeiträge. Ich kann jedenfalls von mir aus sagen, dass wir ganz hervorragend damit klar kommen, denn es ist eben gerade kein Fremdgehen, auch wenn es mal so angefangen hat. Es ist schlicht das Ausleben von Sexualität ohne den Partner zu beschränken, was wir teilweise gemeinsam und teilweise jeder für sich erleben. Wichtig ist am Ende des Tages, dass wir uns nichts vormachen müssen und nach wie vor Lust auf uns haben. Tiefenpsychologisch kann ich das nicht begründen, aber es ist eine Mischung aus tiefem Vertrauen und sexueller Lust daran, dass meine Frau auch mit anderen Männern Sex hat. Aber da es seit 34 Jahren hält, kann es so verkehrt nicht sein, zumindest bei uns, es hängt ja auch immer von den eigenen Erfahrungen und Werten der Beteiligten ab.

Geschrieben
Vor 28 Minuten , schrieb Xpassion85:

Danke dir! Ich glaube es war eher ein Erfinden einer Beziehungsform für zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen anfangs gar keine wollten. 😄 Inzwischen ist es aber genau zu dem gewachsen, ohne dass wir irgendwas dafür aufgegeben haben.  

Was definiert für dich denn eine ernsthafte Beziehung? Für mich sind es einerseits Gefühle von Begehren, Verliebtheit und Liebe, die das von einer einfach "nur" guten Freundschaft unterscheidet und dann natürlich, wieviel und was man an Leben teilt. Aber abgesehen davon, seh ich, was Vertrauen, füreinander da sein und Verbundenheit angeht, auch einfach viele Übergänge zwischen inniger Freundschaft und Beziehung. 

Ich finds auch immer etwas seltsam, dass das Gefühl potentieller Eifersucht so abgestritten wird  Vielleicht spüren manche Menschen diese Gefühle auch nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht ab und an zumindest einen kleinen Anflug davon gibt. Und damit mein ich jetzt kein Drama oder bodenlose Verletztheit, das scheint es umgekehrt ja auch zu geben, wie man hier im Forum liest. Das kann ich dann umgekehrt auch immer nicht ganz so gut nachvollziehen. 

Ich hab gerade hier im Forum und auch sonst schon ab und an das Gefühl, dass das mit dem Eigentum schon oft die Perspektive auf den oder die Partner*in ist. Da wird dann ganz viel darüber verhandelt, wer das Recht auf was hat. Oder wem die Erlaubnis dafür erteilt wird. Apropos "legales Fremdgehen".

Aber du hast recht, das hängt nicht an der Frage monogam oder nicht monogam. Auch nicht-monogamen Konstellationen schließen nicht aus, die Partner*innen so zu betrachten. Und ich hab das auch in meinen bisherigen langjährigen monogamen Beziehungen, genau wie du, nicht so gesehen. Man muss ja auch nicht das Bedürfnis nach mehr als einem Menschen in seinem Leben haben. 

Ich definiere für mich eine Beziehung als das höchste der Freiheit was es gibt - das Gefühl von tiefster Verbundenheit, den anderen so zu lieben wie man sich selbst liebt, ihn als eigenständigen Menschen zu sehen. Für mich persönlich ist es aber auch so dass ich überhaupt keine Lust auf andere habe oder andere attraktiv finde wenn ich jemanden Liebe, somit ergibt es für mich auch keinen Sinn ( und wir reden jetzt von meiner Definition von Liebe) wie man Lust auf „fremde Haut“ haben kann, man sucht sich den Partner ja so das eben alles passt.
Ich glaube auch es hat nichts mit Monogam oder nicht zu tun, sondern mit dem Menschen, seiner Einstellung und ganz viel eben mit seiner eigenen Definition von etwas. Ich finde legales Fremdgehen auch falsch gewählt - wenn etwas gemeinsam oder mit Absprache ist, dann ist es kein Fremdgehen - wo wir wieder bei der Definition wären die jeder für sich hat. Ich finde es einfach spannend wie andere Beziehung, Liebe und Co. für sich definieren, ob ich es jetzt nachvollziehen kann oder nicht ist ja was anderes.

Geschrieben
vor 37 Minuten, schrieb Pauline2778:

Ich definiere für mich eine Beziehung als das höchste der Freiheit was es gibt - das Gefühl von tiefster Verbundenheit, den anderen so zu lieben wie man sich selbst liebt, ihn als eigenständigen Menschen zu sehen. Für mich persönlich ist es aber auch so dass ich überhaupt keine Lust auf andere habe oder andere attraktiv finde wenn ich jemanden Liebe, somit ergibt es für mich auch keinen Sinn ( und wir reden jetzt von meiner Definition von Liebe) wie man Lust auf „fremde Haut“ haben kann, man sucht sich den Partner ja so das eben alles passt.
Ich glaube auch es hat nichts mit Monogam oder nicht zu tun, sondern mit dem Menschen, seiner Einstellung und ganz viel eben mit seiner eigenen Definition von etwas. Ich finde legales Fremdgehen auch falsch gewählt - wenn etwas gemeinsam oder mit Absprache ist, dann ist es kein Fremdgehen - wo wir wieder bei der Definition wären die jeder für sich hat. Ich finde es einfach spannend wie andere Beziehung, Liebe und Co. für sich definieren, ob ich es jetzt nachvollziehen kann oder nicht ist ja was anderes.

Ich definiere das für mich ähnlich wie du. Nur weiß ich inzwischen von mir selbst, dass ich auch für andere Personen Gefühle haben kann und die nichts an meinen Gefühlen für meine Partnerin ändern. Aber da sind Menschen unterschiedlich. Für mich muss dafür aber auch nicht alles passen an einer Partner*in und das ist auch was schönes und entlastendes, weil es den Freiraum schafft den oder die Partner*in auch in ihren Gegensätzen und in anderen Seiten zu schätzen, die vielleicht zwischen uns keinen Raum finden. Am Ende muss man einfach zusammen eine Beziehungsform finden, die für alle Beteiligten funktioniert. Und es ist ja auch schön, wenn unterschiedliche Menschen da für sich ihre Antwort finden.

Ich finds auch spannend, wie das andere für sich definieren und über ihre Bedürfnisse und Lust- und Lebensformen denken. Und du hast recht: ob man das jeweils persönlich nachfühlen und nachvollziehen kann, ist völlig unabhängig davon. Ich finds immer ganz furchtbar, wenn Menschen aus ihren persönlichen Erfahrungen eine Norm entwickeln, nach denen dann alle andere Lösungen dafür beurteilt werden.  

Geschrieben
Treue muss nicht sexueller Exklusivität sein sonder eher Selbstverpflichtung zur Ehrlichkeit, Offenheit und Achtung.
Unsere Treue ist ein Commitment zu unserer Beziehung und sich gegenseitig immer wieder zeigen wie wichtig man sich ist. Menschen kann man nicht besitzen. Teilen hört sich immer nach Besitz an und danach einer Person etwas weg zu nehmen was man der anderen gibt. Aber man nimmt niemandem etwas weg sondern gewinnt dazu. Welche Regeln es gibt entscheidet jedes Paar individuell. Wenn alle damit Glücklich sind dann ist es eine Bereicherung. Kleiner Reminder: Wenn es dich glücklich macht dann muss es für niemand anderen Sinn machen. Eifersucht ist ein Gefühl was viele Gründe haben kann da hilft es die Illusion los zulassen das man andere Menschen und deren Verhaltensweisen kontrollieren kann. Sondern nur auf Absprachen vertrauen kann. Kommunikation und radikale Ehrlichkeit ist da sehr wichtig und bedeutet Wachstum. Oft lese ich zu geöffneten Beziehungsmodellen das es ja dann „keine Liebe“ ist und direkt die Beziehung und liebe abgewertet und abgesprochen wird. Es gibt keine allgemeine Regel für die Liebe auch wenn uns die Gesellschaft das so beibringt, du entscheidest was liebe ist und wie du dich wohl fühlst. Liebe sieht für jede Person anders aus. Liebe ist keine begrenzte Ressource.
Geschrieben
Am 28.4.2022 at 09:47, schrieb Xpassion85:

Warum man das tut wird bei vielen unterschiedliche Gründe haben und die Gefühle dabei, werden auch unterschiedlich sein. Ich find die Vorstellung, dass meine Freundin Sex mit jemand anders hat, zum Beispiel nicht heiß, weil es mich demütigt und sie das am Ende dann wieder auffängt (was bestimmt ein ziemlich gutes Gefühl sein kann), sondern weil ich es spannend finde, sie mit jemand anders zu sehen, mit dem sie vielleicht ganz anders ist, als mit mir. Für mich geht es dabei um Neugier, um den Anderen anders kennenzulernen, Facetten zu entdecken, die ich vielleicht nicht kenne. Ich finds heiß, wenn ich ihre Lust sehe. Und wenn ich mich über ihre Erlebnisse freue, dann weil ich es als großes Vertrauen und als Intimität zwischen uns betrachte, dass sie das und diese Teile ihres Lebens mit mir teilt. Wir haben kein Verhältnis, in dem wir uns als Besitz betrachten, sondern leben jeder unser Leben und teilen das, was wir miteinander teilen möchten. Und wenn es andere Menschen gibt oder auch Gefühle für andere ist das okay, solange es nichts zwischen uns ersetzt oder austauschbar werden lässt. Für viele erscheint das als zu riskant, und das find ich auch eine legitime Ansicht, für mich schafft es Sicherheit: wenn sie mit jemand anders unterwegs ist und mich danach anruft und sie mit mir, wie mit einem guten Freund ihr Date auswertet, weiß ich, wie wichtig wir uns sind und dass da schon ganz schön viel passieren muss, dass das ändert. Aber es ist auch nicht so, dass wir das beide am laufenden Band, dauernd und in ewiger Vielzahl bräuchten. Und wir sind da auch beide nicht gleich: für mich spielen tendenziell viel mehr Emotionen eine Rolle, weil ich es mag Menschen kennenzulernen, für sie ist das eher eine Freiheit für Spaß und neue Erfahrungen, auch wenn das keine Gefühle ausschließt. 

Und zur Eifersucht: es ist ein Mythos, dass man dabei völlig frei von Eifersucht wäre. Nur ist Eifersucht ja im Grunde oft die Angst vor Verlust, davor ersetzbar zu sein, das Gefühl für den anderen nicht auszureichen oder sich vielleicht selbst nicht liebenswert zu finden und zu glauben, jemand anderes könnte all das haben, was man selbst nicht habe. Das sind Gefühle, die wir alle ab und an haben, manchmal mehr, manchmal weniger. Manche Menschen neigen zu Selbstzweifeln und andere weniger. Und es gibt unterschiedliche Punkte bei Menschen, die das triggern. Aber es sind am Ende meine Zweifel. Sie zu kennen und mit dem Anderen darüber zu sprechen hilft. Zumindest haben wir das für uns in solchen Situationen so rausgefunden. Wenn diese Gefühle hochkommen und sie mir zuhört, das ernst nimmt und mich in den Arm nimmt, weiß ich das sie da ist und das reicht meistens schon, um das relativ schnell wieder runterzukochen. Und umgekehrt genauso.

All das setzt aber voraus, dass man Bock darauf hat, sich damit zu konfrontieren und viel Zeit und Empathie in Beziehungsarbeit zu geben. Ich möchte das nicht mehr anders haben. Ich hab dabei immens viel über mich und sie gelernt und es ist für mich die schönste Lösung für Verbindung und individueller Freiheit. So es denn beidseitig funktioniert.

Klasse Beitrag! Danke 😘

Am 29.4.2022 at 18:59, schrieb Stine3541:

Treue muss nicht sexueller Exklusivität sein sonder eher Selbstverpflichtung zur Ehrlichkeit, Offenheit und Achtung.
Unsere Treue ist ein Commitment zu unserer Beziehung und sich gegenseitig immer wieder zeigen wie wichtig man sich ist. Menschen kann man nicht besitzen. Teilen hört sich immer nach Besitz an und danach einer Person etwas weg zu nehmen was man der anderen gibt. Aber man nimmt niemandem etwas weg sondern gewinnt dazu. Welche Regeln es gibt entscheidet jedes Paar individuell. Wenn alle damit Glücklich sind dann ist es eine Bereicherung. Kleiner Reminder: Wenn es dich glücklich macht dann muss es für niemand anderen Sinn machen. Eifersucht ist ein Gefühl was viele Gründe haben kann da hilft es die Illusion los zulassen das man andere Menschen und deren Verhaltensweisen kontrollieren kann. Sondern nur auf Absprachen vertrauen kann. Kommunikation und radikale Ehrlichkeit ist da sehr wichtig und bedeutet Wachstum. Oft lese ich zu geöffneten Beziehungsmodellen das es ja dann „keine Liebe“ ist und direkt die Beziehung und liebe abgewertet und abgesprochen wird. Es gibt keine allgemeine Regel für die Liebe auch wenn uns die Gesellschaft das so beibringt, du entscheidest was liebe ist und wie du dich wohl fühlst. Liebe sieht für jede Person anders aus. Liebe ist keine begrenzte Ressource.

Dankeschön! Das hilft mir aktuell sehr.

Geschrieben
Ich bin da ganz bei @Stine3541

Meine Frau und ich leben in einer offenen Ehe. Für sie ist es absolut in Ordnung, wenn ich mich mit anderen Frauen treffe. Auch wenn wir uns lieben und unser Leben gemeinsam verbringen möchten, so heißt das nicht, für den Rest des Lebens nur noch zu zweit Sex zu haben. Sie darf ja auch mit anderen, wenn sie denn möchte.

Leider stößt das auch hier bei einigen auf Unverständnis. Soll mich oder dich aber nicht interessieren. Schließlich lebt jeder sein eigenes Leben und nicht das eines anderen. Also sei du selbst und mach das, was du für richtig hälst :)
×
×
  • Neu erstellen...