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Probleme in der Beziehung durch Alkohol


Paar_OstWest

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob das hier der richtige Ort ist, aber ich muss trotzdem mal mein Herz ausschütten. Meine Freundin, mit der ich nicht zusammen wohne, hat ein Alkoholproblem. Seit ca. drei Jahren mit zunehmender Intensität. Immer wenn sie Stress hat(te), trank sie. Im Dezember musste ich sie sogar kurz in eine Psychiatrie bringen, wo sie sich leider nach drei Tagen selber entlassen hat. Sie meinte dann, dass ihr Wille vom Alkohol wegzukommen groß sei und sie schaffe das alleine. Da sie vorher lange krankgeschrieben war, kam - nicht ganz unerwartet - Anfang Januar die Kündigung. Bis dahin war sie trocken (soweit ich das beurteilen kann). Danach ging es auf und ab. Immer wenn sie alleine bei sich war (sie wohnt mit ihrem 25-jährigen Sohn zusammen), trank sie wieder. Immer wieder war ich für sie da. Aber ich habe auch die Gefahr gesehen, in eine Co-Abhängigkeit zu geraten.
Als es vor 4 Tagen zu einem erneuten Rückfall kam, habe ich das durchgezogen, was ich (leider zu oft) angekündigt habe: ich habe den Kontakt vorerst (?) abgebrochen. Ich habe versucht, ihr zu helfen, aber scheinbar übersteigt das meine Grenzen. Sie muss - was sie bis jetzt verweigert hat - professionelle Hilfe annehmen. Ich hoffe, dass sie nun merkt, wie ernst die Situation für sie und uns ist. Denn eines werde ich nicht hinnehmen: eine trinkende Partnerin. Ich hatte einen Alkoholiker als Vater - das war eine harte Erfahrung.
Meine Freundin hat übrigens wieder einen neuen Job, worüber ich mich einerseits natürlich für sie freue; andererseits bietet er ihr auch wieder eine Ausrede, nicht an sich zu arbeiten (sprich: Therapie).

Aber jetzt ist der Punkt, wo ich an mich denken muss. Ich will nicht mit in den Strudel abwärts gerissen werden. Daher erscheint mir diese Trennung auf Zeit das einzige Mittel.

Kann jemand von eigenen Erfahrungen als Angehöriger von Alkoholikern berichten? Wie geht ihr mit dem Spagat um, dass ihr die Person einerseits noch liebt, andererseits den Alkoholismus nicht ertragt?


Geschrieben

hol dir rat bei einem spezialisten und nicht bei den hobbypsychologen hier
ich kann dir nur von mir sagen, ich habe mich nach 1,5jahren ehe von einem alkoholiker scheiden lassen - weil ich mir..wichtiger war


Geschrieben

Danke für deine Einschätzung. Ich war auch schon bei einer Beratungsstelle und die gaben mir den Rat: klare Ansagen, die man dann aber auch umsetzen muss. In dieser Phase bin ich gerade. Aber ich überlege auch, mir weitere Hilfe zu tun.


Geschrieben

Ich kann der Elfe nur zustimmen!
Ich hab das Ganze lange Jahre mitgemacht, bis ich merkte, daß es leider nichts bringt und habe mich dann endgültig getrennt.


Geschrieben (bearbeitet)

hol dir rat bei einem spezialisten und nicht bei den hobbypsychologen hier...


die elfe hat völlig recht...die ratschläge, die du hier erhältst werden von trennung bis zu kämpf um deine beziehung, sowas schmeisst man nicht einfach weg , wenns mal schwierig wird reichen...*** edit by Mod - Seitenhieb einfach mal lassen ***...weiterbringen wird dich wohl keiner dieser ratschläge..

ich wünsche dir alles gute auf dem weg zum für dich richtigen weg


bearbeitet von MOD-Brisanz
Geschrieben

Ich meine, dass Du das Richtige tust.

Für mich käme ein solcher Partner auch nicht in Frage und eine Trennung wäre unvermeidlich.


Geschrieben

Auch ich hab das durch, mir hat ein Satz, der mir gesagt wurde, geholfen.

" Wie lange willst du ertragen und erdulden?"


Geschrieben

Sei klar in deinen Ansagen und konsequent in deinem Handeln.


Geschrieben

Sei stark egal was du tust
Oder nicht tust.


Geschrieben

Noch will ich mich nicht trennen, aber ich weiß auch, dass es so nicht weiter geht. Auch diese Einsicht hat (zu) lange gedauert. Jetzt habe ich meine Freundin seit ein paar Tagen nicht gesehen. Am Dienstag hat sie einen Termin bei einer Suchtberatung... - wenn sie denn hingeht.
Wenn sie danach Hilfe braucht, stehe ich bereit. Wenn sie sich weiterhin weigert, Hilfe anzunehmen... Daran will ich jetzt noch nicht denken. Auf keinen Fall werde ich hinter ihr herlaufen und mich um alles kümmern. Den Fehler habe ich lange genug gemacht. Jetzt muss sie für sich sorgen - sofern das ein Alkoholiker überhaupt kann.


Geschrieben

Setz dich in dein Auto, stell alle Spiegel nach oben und die Schaltung auf D.
Dann trittst du das Gaspedal durch, bis alle 6 -7 Gänge durchgeschaltet wurden...........

Ich nähm noch nicht einmal ne trockene Alkoholigerin.

Ein Kampf gegen Windmühlen.


Geschrieben

@TE, Deine Gefühle in Ehren, Dein Einsatz in Ehren, aber ich sage es mal so krass, alle Bemühungen von 3. Seite, egal ob Suchberatung, Anonyme Alkoholiker, Entzugsklinik, werden nicht fruchten, solange Deine Freundin nicht für sich anerkennt, das sie ein Problem hat.

Solange sie mit allen möglichen Ausreden kommt, solange ist sie noch nicht tief genug gefallen und hat noch nicht genug Dreck gefressen, entschuldige die Deutlichkeit.

Solange dieser Prozess nicht zustande gekommen ist, wirst Du ihr nicht helfen können. Sei für sie da, wenn sie diesen Schritt gemacht hat. Bis dahin überlege Dir, wie viel Kraft Du in etwas aussichtsloses investieren möchtest, was letztendlich allein an Deinen Kräften zehren wird. Und glaube mir, Mitleid ist hier nicht angebracht, denn Du wirst sonst immer wieder ungeniert angelogen werden.


Geschrieben

Wenn Du ihr wirklich helfen möchtest, solltest Du Dir klar machen, dass sie krank ist. Schwer krank.
Das hilft vllt. ein Stück weit, damit selbst besser umgehen zu können und die -mit Sicherheit- auftretenden Lügen zu verkraften.


Geschrieben

Wende dich an eine Gruppe/ einen Psychologen/ eine Beratungsstelle, die sich mit

Co Abhängigkeit befasst

Google, du wirst dich in zig tausenden Beschreibungen wiederfinden.

Viel Erfolg.

Halkyonia


Geschrieben

Nicht nur die Lügen, auch die Spielchen.

Du must dir vorstellen, die lebt nur für den Alk.

Die füttert dich an indem sie z.B. sagt das sie einen Entzug machen möchte.

Dem ist aber nicht so.

Und wenn die wirklich aufhört zu trinken, dann behalte sie trotzdem weiter im Auge.

Spielautomaten sind auch noch da.


Geschrieben

... alle Bemühungen von 3. Seite, egal ob Suchberatung, Anonyme Alkoholiker, Entzugsklinik, werden nicht fruchten, solange Deine Freundin nicht für sich anerkennt, das sie ein Problem hat.


Ich hab`s mir heute beim 1. Posting verkniffen, weil ich nicht wollte, daß es falsch *ankommt*.

Fakt ist aber und das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung... solange der Süchtige nicht das eigene Einsehen hat, daß er süchtig ist und Hilfe braucht, kann man als Partner noch soviel machen, es wird nichts helfen!
Meine Mutter hat damals immer gemeint, daß ich mir als Partnerin Hilfe suchen solle.
Meine Meinung war von jeher, daß das alles nichts bringt, solange es bei ihm selber nicht KLICK macht.
Hätte es das gemacht, dann wäre ich alle Wege mit ihm gegangen.
Aber es kam anders.


Geschrieben

So schlimm es klingt: Vielleicht hilfst du ihr gerade durch die Trennung. Viele Leute sind erst dann bereit, sich helfen zu lassen, wenn sie ganz am Boden sind. Du hast sie bisher emotional stabilisiert, von daher könnte es sein, dass es ihr nun so schlecht geht, dass sie professionelle Hilfe sucht.


Geschrieben

Auch ich hab das durch, mir hat ein Satz, der mir gesagt wurde, geholfen.

" Wie lange willst du ertragen und erdulden?"



Genau das ist es.
Dem Partner hilft nämlich das helfen nicht.

Ich habe viel zu lange ertragen und erduldet, geholfen hats nichts, mein Ex säuft immer noch.

Aber ich selber lebe wieder


Geschrieben

Aber ich selber lebe wieder


So geht`s mir mit Abstand auch.
Geplagt von Schuldvorwürfen, als ich mit dem Gedanken spielte mich zu trennen.
Dann noch Vorwürfe der "Ex-Schwiegermutter in spe", daß ich schuld sei, wenn ihr Sohn sich totsäuft.

Ich hab eine lange Zeit gebraucht, um`s wirklich durchzuziehen, weil ich oft dachte "Das kannst du nicht machen, er geht zugrunde".
Aber instinktiv wußte ich trotzdem immer, daß das dann nicht meine Schuld sein wird.


Geschrieben

Bei mir waren es die eigenen Ängst- gar niemanden mehr zu haben- die mich gehindert haben mich zu trennen.
Ich hab viel zu lange gebraucht, bis ich es geschafft habe.
Aber dann war da kein Schuldgefühl, ich hab mir aber auch professionelle Hilfe geholt.
Von diesem Tag an ging es mir nur immer besser. Ich habe es noch keinen Tag bereut


Geschrieben

Angst vor dem Alleinsein hatte ich nicht.
Irgendwie war`s eine Mischung zwischen "Du kannst ihn nicht im Stich lassen" und "Vielleicht bekommt er ja doch noch die Kurve".

Meine Schuldgefühle, die ich einige Zeit nach der Trennung hatte, die habe ich mithilfe lieber Freunde und meiner Familie aufgearbeitet.
Und endgültig genommen wurden sie mir durch ihn , als ich Jahre später ein sehr langes, emotionales Gespräch mit ihm hatte, in dem er mir sogar dankbar war, daß ich die Reißleine zog.
Heute hat er seinen Alkoholkonsum im Griff, trinkt nur mal etwas, wenn er alle paar Monate mal weggeht, Alkohol daheim ist seit langem gestrichen.


Geschrieben

In dem Wort Coabhängigkeit steckt auch die Abhänigkeit

Irgendetwas hat der Coabhängige auch davon


Geschrieben

Ich danke euch allen für eure Beiträge hier. Es hat mich bestärkt darin, dass ich auch wieder das Recht habe, egoistisch zu sein. Ich muss und werde wieder auf mich achten.
Dass ich meine Beziehung noch nicht aufgebe, mag man mir nachsehen. Ich kann (noch?) nicht loslassen - zumindest im Kopf.


Geschrieben

Ich bin fast 16 Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet gewesen...immer wieder zog ich die Reissleine..trennte mich 2 mal auch durch Auszug..das Kind immer im Schlepp... er trank nach meinem letzten Auszug 3 Monate nichts...da dachte, er habe es eingesehen, dass er krank ist...falsch gedacht,er wollte nur bei der MPU "gut wegkommen".
Ich war ganz sicher Co Abhängige..habe mir Hilfe geholt und mich endgültig von ihm getrennt, weil mir klar wurde, dassi ich meiner Tochter gegenüber Vorbild sein muss und Verantwortung für sie trage.
Seit 2 Jahren lebe ich von ihm getrennt...er trinkt immer noch und auch, wenn ich gelegentlich " in schönen Erinnerungen schwelge, weil ja nit Alles schlecht war"....mir geht es Besser, denn je..und unserer Tochter auch!
Ohne prof. Hilfe wirst Du da sehrwahrscheinlich nicht "rauskommen"! Alles Gute für Deine Wege und Ziele!


Geschrieben

Ich habe noch Kontakt zu meinem Exmann, letzten Samstag hat er mir wieder gezeigt, wie richtig meine Entscheidung war.
Mir tut es auch heute noch leid, für ihn, aber es hat nichts mehr mit mir zu tun.


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