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Betrogen werden

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Hier gibt es viele Treu / Untreue- threads und darin werden immer die Sichtweisen der untreuen Parts beschrieben.

ich möchte in diesem thread die Untreue nur aus der sicht des betrogenen Partners diskutieren.

wie Ihr euch fühlen würdet, wenn ihr heimlich!!!! betrogen werdet. die offenen Beziehungen sind hierbei ausgeklammert, auch die Paare, die "Mitspieler" suchen, denn das ist KEIN betrügen. ich definiere Untreue / Fremdgehen für diesen thread so, dass es heimlich passiert.

Würdet Ihr mit eurem Partner diskutieren? Würdet Ihr es überhaupt wissen wollen?


Engelschen_72
Geschrieben

Ich hab es damals per Zufall rausbekommen , es gab Anzeichen , mein Bauch der rebellierte .
Natürlich kamen immer Ausreden , ich hätte sie nicht mehr alle , ich sei extrem eifersüchtig etc.
Irgendwann , als es so offensichtlich war , hat er dann die Katze aus dem Sack gelassen und mir alles erzählt .
Es gab Nächte voller Tränen , voller Endlosdiskussionen , in denen er versuchte mir sein Handeln zu erklären , sich zu rechtfertigen .
Ab diesem Moment ist in mir etwas abgestorben !
Trotzdem bin ich blöde Kuh noch eine ganze Weile mit ihm zusammengeblieben .
Warum ?
Weil ich ihn liebte , zumindestens dachte ich das damals .

Ich würde es , auch in der heutigen Beziehung , wissen wollen , wenn mein Partner mich betrügt .
Denn ich weiß , daß mein Weg heute ein anderer wäre ... ich wäre direkt weg !


Geschrieben

Ich denke, ich habe fast das gleiche erlebt wie du! Und habe mich hier angemeldet, um besser damit umgehen zu können.

Ich habe für mich ein anderes Fazit gezogen: Mich nicht mehr selbst zu belügen und mich schneller zu trennen. Mein Ex hatte es gar nicht nötig, Entschuldigungen für sich zu finden, das hatte ich schon gemacht - aus Liebe. Das würde ich nicht mehr tun. Das buch "Er steht einfach nicht auf dich" ist quasi für mich geschrieben worden.

Meine Erkenntnis ist aber, eifersuchtsfrei an das Thema heranzugehen und mich mit einem evtl. künftigen Partner zu einigen.

(Dem Ex hatte ich das zwar auch angeboten, aber für ihn lag wohl der Kick im Heimlichen. Den anderen Frauen hat er mich auch verschwiegen. Zu meinem Geburtstag bin ich plötzlich zu einem Kumpel mutiert). Mein Ex wusste, dass ich das thema "TReue" nicht so eng sehe - er hätte beides haben können: unsere beziehung plus Abenteuer - trotzdem hat er das Lügen vorgezogen, und das ist es, was ich lange Zeit nicht verstanden habe.


Geschrieben (bearbeitet)


Ich habe für mich ein anderes Fazit gezogen: Mich nicht mehr selbst zu belügen und mich schneller zu trennen.
Meine Erkenntnis ist aber, eifersuchtsfrei an das Thema heranzugehen und mich mit einem evtl. künftigen Partner zu einigen.



Es liegt also nur daran, dass dein evtl. Partner dir bescheid sagt wann und wo und womit er poppt??

Schneller trennen ist kein Problem wenn man sich sein Leben so eingerichtet hat.
Wenn man auf eigenen Füßen steht. Und keine Kinder zus. hat.
Wobei das mit den Kindern zweitrangig ist.


bearbeitet von jepp006
Geschrieben

Es liegt also nur daran, dass dein evtl. Partner dir bescheid sagt wann und wo und womit er poppt??



Nein, er muss ncht vorher sagen, heute geh ich übrigens vögeln mit xxx - sondern es geht um die grundsätzliche einigung, ob wir uns "freiheiten" geben oder nicht.

Wenn man eine beziehung eingeht, klärt man doch verschiedene Dinge? Damit meine ich nciht, dass man sich hinsetzt , wie zu einem Vertragsabschluss, sondern dass sich das zwangsläufig beim Kennnen lernen und den Gspräche ergibt. Wird das thema "Treue" da ausgeklammert? Bei mir nicht.


Engelschen_72
Geschrieben (bearbeitet)

@Mandarina ...

Eben , es geht um`s Lügen !
Ich hatte soviele Fakten , die ich ihm nannte , er hätte merken müssen , daß ich mehr weiß . Ich sprach ihn auf eine Begebenheit
explizit an .
Aber statt Tacheles zu reden hat er mich über Wochen noch weiter belogen , daß ist das , was ich nicht verstehen , geschweige denn verzeihen kann !

Lange Zeit hab ich gegrübelt , ob er vielleicht Recht hat , daß ich übertrieben eifersüchtig sei .
Heute , in einer neuen Beziehung , weiß ich , daß ich das nicht bin . Ich spüre keine Eifersucht , weil ich meinem Partner zu 100% vertraue und er mir nie das Gefühl gibt , daß da irgendwas sei . Und weil wir offen und ehrlich miteinander reden , auch wenn wir dabei vielleicht mal "aneinandergeraten" .
Mit dem Ex war das nie möglich . Jegliches Gespräch wurde zu einer Schreierei , zu einem "über`s Maul fahren" .

Dennoch merke ich heute in manchen Situationen noch , wie tief die Narben auf meiner Seele sind , die er durch sein Verhalten verursacht hat und das ist das , was mich ärgert .


bearbeitet von Geile72
SinnlicheXXL
Geschrieben

Ich glaube, bei mir käme es sehr auf die Situation an. Könnte ich beispielsweise krankheitsbedingt für längere Zeit keinen Sex mehr haben, würde ich ihm Sex außerhalb der Beziehung erlauben, es aber wohl gar nicht wissen wollen.

Wenn ich mit meinem Partner Treue vereinbart habe und er hintergeht mich, würde mich das sehr verletzen. Ich würde es aber wissen wollen und je nachdem, wie die Beziehung ist, es auch als Chance sehen: Weil man Probleme erkennen, darüber reden und sie evtl. beseitigen kann. Jemand, der zwanghaft immer wieder "Frischfleisch" braucht, käme als Partner nicht in Frage.

Mein Geliebter und ich hatten ursprünglich eine sehr offene Beziehung vereinbart, aber derzeit keine Lust auf Dritte - außer evtl. mal gemeinsam im Club.


Engelschen_72
Geschrieben

Mein Geliebter und ich hatten ursprünglich eine sehr offene Beziehung vereinbart ....


Ist dein Geliebter liiert ?
Sorry , aber ich kann doch mit einem Geliebten keine " nicht offene Beziehung " vereinbaren ( ihr habt ursprünglich eine offene vereinbart , hätte das , so entnehm ich deinen Worten , aber auch als nicht offene vereinbaren können ) , wenn ich selber meinen Partner betrüge .
Das passt für mich irgendwie nicht .

Ich kann doch nicht Treue von jemandem wollen und gleichzeitig bin ich untreu .


sunschine39
Geschrieben

ich mache es selber heimlich!...

und wenn mein mann es macht,... weiter nicht schlimm! ich wollte es auch garnicht wissen wollen!


SinnlicheXXL
Geschrieben

Geile, mein Geliebter ist single. Mein Mann will keinen Sex und hat auch nichts dagegen, dass ich ihn mir anderweitig hole - wer also wird "betrogen"?

Das hast du falsch verstanden - wenn ich Treue vereinbare, halte ich mich daran - wenn ich was anderes ausmache, sehe ich das auch nicht so eng - natürlich für beide Seiten.


Geschrieben (bearbeitet)

wenn mein partner weiß, daß ich sofort weg wäre, wenn er mich betrügt, dann hat er doch damit schon allen grund der welt, es mir zu verheimlichen.

und wenn er es mir verheimlicht, zeigt er damit doch nur, daß er eben NICHT will, daß ich "weg bin".

es gibt genau so unendlich viele gründe, sich nicht zu trennen, wie es gründe gibt, einen teil seines ganz persönlichen glückes woanders zu suchen.

das fremdgehen zu erlauben, es aber unbedingt wissen zu wollen, hat nach meinem empfinden etwas mit kontrolle zu tun. man macht sich vor, besser damit umgehen zu können, wenn man es unter kontrolle hat.
das ist aber meistens ein selbstbetrug.
betrogen werden tut immer weh.
und deshalb, auf die gefahr hin, mich zu wiederholen:
ich nehme dem betrüger nicht übel, daß er mich betrügt. das ist so menschlich.....
was ich übel nehme, ist, wenn ich ihm nicht so viel wert bin, daß er es hundertprozentig vor mir verbirgt.


bearbeitet von musetta
Geschrieben (bearbeitet)

Das ist ein schwieriges Thema. Wir hatten vor 3 Jahren alles offen gelassen.
Mittlerweile habe ich sie über 2 jahre nicht mehr gezüchtigt im SM Bereich.
Auch bumse ich keine andere Frauen mehr mit ihrem wissen, weil ich gemerkt habe ich tue ihr damit weh. Merke ich an ihrem Verhalten. Ich war 2 mal poppen in der Zeit. Brachte mir aber nix, weil ich zur Zeit andere Interessen habe. Liegt vielleicht auch daran, dass ich alles "darf"!
Darf und doch nicht.

Aber wie schon erwähnt zweitrangig......
Das Internet und ihre Börsen machen es uns aber auch leicht.
Es ist viel Fake unterwegs........
Da freue ich mich wieder auf Ostern und eröffne die Campingsaison......

Ich kann nur jedem empfehlen es laufen zu lassen.
Was aber sicherlich mit 20 jahren nicht so einfach ist wie mit 40 jahren.

Ist eben Lebens und Situationsabhängig.

Unser sie ist der absoluten Meinung, dass wir eher durch Zufall die richtigen Sexpartner finden werden....... Im real Live. Auf dem Campingplatz?!
Wer weiß.

@musetta hat viel wahres geschrieben. Gerade erst gelesen.

Ich denke auch das wissen wollen hat was mit Kontrolle oder Tunnelblick zu tun. Ich will es wissen, keine Lüge.n mehr......
Es gibt auch Menschen die lügen, weil sie den anderen lieben. Notlüge, Rücksicht, Mißbrauch,.....??


bearbeitet von jepp006
Ballou1957
Geschrieben (bearbeitet)

Musetta, entschuldige - aber Deine Darstellung ist für mich etwas schönfärberisch:

1. Der erfolgreiche Betrug gegenüber dem Partner hängt von so vielen Faktoren ab, die ich als Betrüger gar nicht kontrollieren kann, dass ich beim besten Willen den Betrug nicht als Akt der Liebe deklarieren kann. Es ist ein egoistischer Akt, der das Risiko des Auffliegens und der damit verbundenen Verletzung des Partners zwar tunlichst vermeiden will, aber doch billigend in Kauf nimmt.

2. Wissen zu wollen, dass der andere mit jemand anderen zusammen ist, muss nicht zwingend Kontrollzwang bedeuten: es ist auch ein Stück Exklusivität, das der Partner damit einräumt - die Exklusivität der Wahrhaftigkeit und des Vertrauens. Gerade dadurch lassen sich Sex und Liebe in den Augen des "duldenden" Partners besser trennen und damit auch besser loslassen.

3. Letztlich propagierst Du eine "liebevolle Menschlichkeit" der Lüge: ich verstehe Deine Intention, nicht unnötig verletzen zu wollen. Und trotzdem muss ich Dir entgegen, dass die größtmöglliche Verletzung eines Menschen seine Entmündigung ist. Es gibt auch ein Recht auf Schmerz, der aus den selbstgewählten Lebensumständen resultiert und Du hast nicht das Recht, Dich zum Vormund Deines Partners zu machen.

Disclaimer: Ich räume ausdrücklich ein, dass ein paar wenige Fälle eine zeitweise Abweichung von Wahrhaftigkeit tatsächlich rechtfertigen: ein Partner, der akut in einer schlimmen Krankheitsphase steckt, kann vielleicht weitere Schläge nicht verkraften. Aber meine Erfahrung ist leider, dass solches "Verständnis für den andern" meist nur vorgeschobene Bequemlichkeit ist: man ist feige und behängt sich dafür noch mit dem Lorbeer des Großmütigen!


bearbeitet von Ballou1957
Geschrieben

es ist hier wie überall: wenn wir anfangen, ein paar wenige fälle zu benennen, die eine zeitweise (wie lange??) abweichung von wahrhaftigkeit rechtfertigen - wo ziehen wir da die grenze? wer entscheidet, welche fälle zugelassen werden und welche nicht?

warum können wir einfach nicht einsehen, daß unsere empfindungen, wünsche, vorstellungen in allem, was das leben in einer (oder mehreren) beziehung(en) betrifft, wirklich nur für uns selber gelten? nicht einmal mehr für den partner? geschweige denn für irgendjemand anderen, der außerhalb meiner beziehung lebt?
und daß es für die allerwenigsten fälle eine entweder/oder - lösung gibt?


Geschrieben

# 13 von Ballou stimme ich uneingeschränkt zu.


LG xray666


Geschrieben

....2. Wissen zu wollen, dass der andere mit jemand anderen zusammen ist, muss nicht zwingend Kontrollzwang bedeuten: es ist auch ein Stück Exklusivität, das der Partner damit einräumt - die Exklusivität der Wahrhaftigkeit und des Vertrauens. Gerade dadurch lassen sich Sex und Liebe in den Augen des "duldenden" Partners besser trennen und damit auch besser loslassen....



diese exklusivität geht dann aber zulasten des "betrugs"-partners, der auch ein mensch ist und sich nach seinem selbstverständnis möglicherweise gerade in einer liebes- oder verliebtheits-situation befindet. egal, ob er nun weiß oder nicht, daß der andere liiert ist. wenn auch dieser nach allgemein herrschenden moralbegriffen kein "recht" auf rücksichtnahme hat, so hat er nach meinem empfinden doch auch ein recht darauf, daß seine gefühle so wenig wie möglich verletzt werden und er nicht nur als ein "seitensprungs- und befriedigungsobjekt" dem rechtmäßigen eigentümer des fremdgehers aus gründen der exklusivität preisgegeben wird.

ja, ich weiß, daß ich auf der rasierklinge tanze... aber es ist MEIN tanz. und meine moral kann nur für mich gelten, denn es ist meine.


Geschrieben

Ich wollte diesen thread mal aus Sicht der Betrogenen diskutieren und nicht wieder "Freibriefe" und "Argumente" für Untreue finden - die haben wir hier in etlichen threads.

ich stimme Balou zu, es ist eine Entmüdigung des Partners und keine Schonung, nicht die Wahrheit zu kennen. Denn er ist immerhin von den auswirkungen betroffen: Sie es, dass das Aids-, HiB- und sonstiges Risiko steigt - denn ein restrisiko bleibt, das wissen wir alle!

Musetta, es ist auch keine Kontrolle, wenn ich am Anfang einer Beziehung über deren Gestaltung diskutieren möchte, ob selbige mit oder ohne sexuelle Treue geführt werden soll!!!! Hier wird so oft geschrieben, wie wichtig es sei, dass die vorlieben zusammen passen - auch für eine Beziehung. Warum dann die frage nach der Treue ausklammern?

einzelheiten will ich sicher nicht wissen.... selbst eine augenzwinkernde andeutung würde mir z.b. schon reichen...

Wenn man nur für sich allein entscheiden will und auch sein Leben ohne Kompromisse leben will, dann sollte man single bleiben.


Geschrieben

...wie Ihr euch fühlen würdet, wenn ihr heimlich!!!! betrogen werdet.

Würdet Ihr mit eurem Partner diskutieren? Würdet Ihr es überhaupt wissen wollen?



Wie man denkt das man fühlen würde und es dann im Ernstfall tatsächlich tut, sind mitunter zwei paar Schuhe.

Nachdem ich zufällig von den jahrelangen, heimlichen Betrügereinen meines Ehemannes erfuhr, habe ich:

1. ganz anders reagiert als ich das im Vorfeld erwartet hätte
2. mich auch ganz anders gefühlt, als ich gedacht hätte.

zu 1. Ich habe ihn nicht ad hoc verlassen, wie ich es für den Fall der Fälle angekündigt und angenommen habe, was im Übrigen der Grund war weshalb er es heimlich tat, da er mich nicht verlieren wollte. Schließlich liebte ich ihn doch noch und Liebe verzeiht vieles.

zu 2. Es hat sich viel schlimmer angefühlt als ich jemals dachte. Nicht das Fremdgehen an sich, sondern die Lügen drumherum. Der Faktor gnadenlos verscheissert worden zu sein.

Wir haben jahrelange, schier endlose Diskussionen geführt, mal äußerst emotional, meistens jedoch sehr sachlich....weil ich verstehen und er sich erklären wollte, denn kein Mensch tut irgendetwas ohne Gründe. Seine fand ich letztlich zumindest nachvollziehbar, wenngleich ich sie auch nicht gut gehießen habe.

Und ja , ich würde es wissen wollen. Denn bloßes "fremdgehen" empfinde ich als lange nicht so schlimm, wie ein Vertrauensmissbrauch. Voraussetzung für Fremdgehen ist für mich allerdings ein Treueversprechen.


gruenerWombat
Geschrieben

Wenn ich in einer Beziehung bin und sie fremdgeht, möchte ich schon, dass wir darüber miteinander reden können. Ich möchte es im Prinzip wissen, aber nicht im Detail. Denn ich möchte mich darauf einstellen können, was es für unser Verhältnis zueinander bedeutet.

Vertrauensbruch ist für mich, wenn Treue versprochen (und i.d.R. auch noch verlangt), aber nicht gehalten wird.
Am meisten betrübt mich dabei, dass sie mich dann wohl so einschätzt, nicht mit mir darüber reden zu können, oder dass ihr das einfach egal ist, wie ich mich dabei fühle. Die Lust auf einen anderen Menschen, mal was anderes auszuprobieren, kann ich aber recht gut nachvollziehen.

Für manche ist ein Treueversprechen (und die Einhaltung) eine gute Möglichkeit sich davor zu bewahren, sich mit Untreue auseinandersetzen zu müssen. Wenn es aber nur das Treueversprechen ist, weshalb meine Partnerin mir treu ist, ist das einerseits schön, sie so hinter mich zu wissen, andererseits unbefriedigend, weil sie gefühlsmäßig nicht wirklich bei mir ist.


Geschrieben

Ich habe es immer irgendwie gemerkt. Gespürt. Da war eine Art "sechster Sinn", der mir sagte, dass irgendwas nicht stimmt. Dass irgendwas anders ist, nicht in Ordnung.

Wenn ich sie darauf angesprochen habe, kamen nur Lügen. Selbst als es schon offensichtlich war, kamen fadenscheinige Ausreden. Aber als sie es dann endlich zugegeben haben, war es trotzdem wie ein Schlag ins Gesicht. Wie schon jemand hier schrieb, es war dieses Gefühl, komplett verarscht worden zu sein. Ich habe alles in Frage gestellt, jegliche Gefühlsäusserungen, die jemals getätigt wurden, die komplette Beziehung, die Pläne, die man hatte, alles. Bei mir hat das Betrogenwerden im Prinzip die ganze vorangegangene Beziehung kaputtgemacht... weil sämtliche schönen Erinnerungen von dem Gefühl getrübt wurden "hat er das damals auch schon gemacht? Inwieweit kann ich noch irgendwas glauben? Er hat gelogen, warum sollte er jetzt die Wahrheit sagen?"

Trotzdem bin ich, wie auch andere hier, damals bei ihnen geblieben. Weil ich sie liebte, diese Männer. Trotzdem. Oder zumindest dachte ich das. Wahrscheinlich war es eher die Angst vor dem Alleinsein, vor dem Aufgeben, vor dem Neuanfang. Letztlich haben sie mich dann doch verlassen... wegen einer Anderen.

Der Schmerz, betrogen zu werden, ging bei mir weit über die Unehrlichkeit hinaus... ich fing an, an mir selbst zu zweifeln, fühlte mich hässlich, ungenügend, ungeliebt, ungewollt. Die quälende Frage "was hat sie, was ich nicht habe" war allgegenwärtig. Ein Stück von mir ist dabei jedes Mal gestorben.
Und trotzdem gab es beim nächsten Mann wieder diesen Vertrauensvorschuss. Dieser "er ist nicht die anderen, er kann nichts für ihre Fehler"-Gedanke. Und trotzdem wurde dieses Vertrauen wieder ausgenutzt. Weil "es nicht mehr so stimmte". Mit mir kann man reden. Immer. Aber dafür war der Mut nicht groß genug.


Ballou1957
Geschrieben

Musetta: ja, ich weiß, daß ich auf der rasierklinge tanze... aber es ist MEIN tanz. und meine moral kann nur für mich gelten, denn es ist meine.



Und genau das stimmt nicht. In Wahrheit läßt Du nämlich den Partner, den Du hintergehst, mit verbundenen Augen auf der Rasierklinge mittanzen!

Worin besteht Dein Risiko? Erwischt zu werden, vielleicht den bisherigen Partner verlieren, auf jeden Fall sein Vertrauen - aber da ist ja noch immer der Neue!
Worin besteht sein Risiko ? Genau in das Loch des Selbstzweifels und des Unwertgefühls zu fallen, das Booty gerade beschrieben hat.


Lichtschimmer
Geschrieben

Wahrscheinlich würde ich mich irgendwann fragen, wo mein Anteil an den Ursachen liegt.


Geschrieben

@Lichti, ich hatte mir diese Frage 5 jahre lang gestellt. bin in dieses forum gegangen, um Antworten zu finden. Von ihm bekam ich keine! heute sage ich mir, ich habe nicht viel falsch gemacht, denn er war auch keiner anderen Frau treu. Und in 5 jahren , in allen foren dieser Welt, wird doch wohl eine Frau zu finden sein, die gut genug für ihn war???

Es waren auch keine sexuellen Defizite, denn ich wollte natürlich auch "drüber reden".... über eine Frau meinte er sogar, dass sie von mir noch etwas lernen könne.... Gegen einen ausgeprägten Jagdtrieb ist, glaube ich, jede frau machtlos.

Ich kenne seine ehemalige Verlobte aus der Jugendzeit, die hat mir erzählt, dass sie ins krankenhaus musste.... er besuchte sie, sie stand am Fenster, und sah, dass im auto eine andere auf dem Beifahrersitz saß. geschieden ist er auch wegen notorischen Fremdgehens.

als ich _ wieder einmal - heulend vor der tür stand, kam sein Sohn zufällig, nahm mich in den Arm und riet mir, mir einen neues zu suchen.... sein vater sei "bekloppt" (in puncto Frauen), er hätte das seine ganze Kindheit über erlebt.... das kommen und Gehen der Frauen.

Ich wollte so stark sein, die Beziehung so zu leben, immerhin hat er mich in 6 jahren wegen keiner anderen verlassen. Mit ehrlichkeit und Offenheit, warum nicht? Aber heimlich? 1 - 2 frauen pro Woche? Irgendwann bekam ich auch angst um meine Gesundheit.


Ballou1957
Geschrieben

@Lichtschimmer Wirfst Du da nicht zwei Ebenen zusammen ?

Das Auseinanderleben in einer Beziehung ist sicherlich ein Prozess, der von den Handlungen und der Einstellung beider Partner bestimmt wird. Die Ursachen für die Entwicklung also nur beim betrügenden Teil zu suchen, ist Nonsens und führt in das übliche Opfer-Schema samt Heulen darüber, dass man immer an die Falschen geraten würde und nächstes Mal alles anders wird.

Die Entscheidung, ob ich auf diese Entwicklung jedoch mit Betrug oder mit Trennung reagiere, ist tatsächlich eine Einzelentscheidung und damit bis auf ganz wenige Ausnahmen, die ich sehen könnte, eine Frage des Charakters.

Eine der erbärmlichsten Floskeln, die ich in Beziehungsfragen kenne, ist der Vorwurf des Betrügenden an den Betrogenen, der andere habe ihn dazu getrieben respektive ihm gar keine andere Möglichkeit gelassen. Denn diese Floskel begründet ein Amalgam: die richtige Aussage, dass der andere seinen Anteil am Auseinanderleben hat, wird vermischt mit der Falschaussage, dass man selbst keine Wahl gehabt habe - und das Ergebnis ist, dass das Opfer des Betrugs sich noch schuldig fühlen soll.

Und das funktioniert um so besser, als das Opfer sich in seiner Fassungslosigkeit ohnehin fragt, was es getan habe, dass die Dinge sich so entwickelt hätten.


Geschrieben (bearbeitet)

Würdet Ihr mit eurem Partner diskutieren? Würdet Ihr es überhaupt wissen wollen?



Ich war im 8 Monat schwanger als ich erfuhr das mein damaliger Mann in Canada fremdgegangen ist..als ich ihn drauf ansprach leugnet er erst aber als ich die Pfanne nach ihm warf mit dem heißem fett drin fing er an rumzuheulen etc..ich war zu tiefst verletzt aber bliebt bei ihm..wir waren zudem Zeitpunkt 18 Monate zusammen und wie gesagt das erste Kind war unterwegs...das nächste Mal er war einfach nur dumm es heimlich zu machen es lfog immer wieder auf

Naja die Ehe wurde nach 5 Jahren geschieden...er betrog mich, von denen ich weiß, insgesamt 6x und seitdem seh ich das mit dem Sex einfach lockerer.

Was ich gefühlt habe..ich hab an mir gezweifelt und weiß bis heut net was cih falsch gemacht habe..cih bin teilweise unsicher auch wenn ich teils sehr selbstbewusst rüber komme..ich bin leicht verletzbar und der boden unter meinen Füsse is auf Rollen aber hab mir sagen lassen nicht alle Männer sind so..leider wird es immer schwerer für jemanden dann dagegen anzugehen. Jede möglichkeit nimmt man war und manchma find ich mich scho fast paranoid aber man hat ja telefon und gute freundinnen..

Wenn ein neuer Partner jetzt fremdgehen würde...dann würde ich erwarten, dass er es mir sagt bevor es jemand anderes tut und ich will nicht das Leute über mich lachen..sollte es wieder passieren muß er gehen!! Entweder man hat was "offenes" oder halt nicht. Ich find schlimm ist es halt nur das man diese negativen GEdanken, auch wenn man sie ja nicht haben möchte, jedesmal viel schneller hochkommen


bearbeitet von Only_lickle
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