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Empfohlener Beitrag
Va****
Jo, sieht man.
Anonymes-Mitglied-7
Abgesehen von deiner Einschätzung über meine Person: Der Fakt bleibt, dass Trans Männer sich letztlich von den von Geburt an echten Männern durch natürlich produziertes Sperma (außer es liegen medizinische Probleme vor) und die XY-Chromosomen (bis auf zB ca 1500 Männer die in DE unter De-la-Chapelle-Syndrom leiden) unterscheiden.
B-****
Vllt. sollte man das etwas weniger "aus A folgt B"-mäßig sehen. Und mal ein anderes Genre als Vergleich bemühen. Bin ich ein Nerd, wenn ich viel Science-Fiction gucke? Reicht das alleine bereits aus? Oder gehören dazu vllt. noch andere Attribute? Wie z.B. mir ne Sternenflotten-Uniform anzuziehen und dann mit den Öffis zur Convention zu fahren. 😂 Vllt. obendrein auch noch einen gewissen Look im Reallife zu haben. Und eben weitere, nerdige Attribute und Klischees erfülle, die es so gibt?
Ich denke es kommt dann eben stark auf die Ausprägung an. Macht es einen Mann bi, wenn er bisexuellen Content konsumiert? Aus meiner Sicht alleine noch nicht. Es sendet aber eben auch genau so wenig das Signal: Ich bin stock hetero. Ein gewisses Interesse dokumentierst es sicherlich. Man schaut halt nicht Sachen, die einen überhaupt nicht interessieren. Ich bin bei Schnulzen blank. Habe nie Notting Hill, Pretty Woman oder sonst was aus diesem Genre gesehen. Legitimiert das alleine irgendeinen Rückschluss dahingehend, ob ich mir Liebe oder eine Beziehung wünsche? Sicherlich nicht.
Von daher würde ich sagen, dass eine Facette alleine nicht ausreicht, um irgendjemanden irgendwo einzusortieren. Wirklich bi ist man in meinen Augen dann, wenn man eben auch sexuellen Kontakt zum gleichen Geschlecht hatte und es auch als gut empfunden hat. Bis zur erstmaligen "Feuertaufe" weiß man es ja nicht. Vllt. war es nur Interesse. Für manchen klingt auch Indoor-Klettern interessant. Und nach drei mal machen merkt er: Ne, doch nix für mich.
Insgesamt ist das auch die alte Frage, in wie fern Medienkonsum etwas über die Psyche sagt. Der Film Das Schweigen der Lämmer war sehr erfolgreich. Interessanterweise, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, haben außergewöhnlich viele Frauen den Film gesehen. Also im Vergleich mit anderen Filmen des Genres der damaligen Zeit. Deutet das jetzt auf eine verborgen schlummernde Präferenz für Kannibalismus in der Gesamtbevölkerung hin? Oder was würden wir dann daraus schließen, wenn wir aus dem Konsum von bisexuellem Content Bisexualität ableiten?
Darfste halt alles nicht überbewerten. Dokumentiert der eigene Medienkonsum Interesse am konsumierten Thema? Ja natürlich. Interesse kann aber eben vielschichtig sein. Interesse kann auch tiefgehend oder oberflächlich sein. Interesse kann auch einfach aus Faszination entstehen. Warum sind beispielsweise Kriegsfilme oft erfolgreich? Die allerwenigsten Zuschauer möchten sicher selber teilnehmen oder wünschen sich das für zu Hause. Trotzdem produzieren und konsumieren wir sie.
Menschen sind halt vielschichtig. Haben unterschiedliche Motivationen. Und tun Dinge daher auch aus unterschiedlichen Gründen. Das mit den Bi-Pornos ist wahrscheinlich ein kleines Indiz. Ein Puzzlestück. Aber da fehlen halt noch viele andere für ein Gesamtbild.