ma**** Geschrieben am Donnerstag um 17:46 Der Text ist zu heiß Um weiterlesen zu können benötigst Du einen Account. Jetzt kostenlos registrieren! Jetzt registrieren # Hinweis Sämtliche Figuren, Ereignisse und Handlungen dieses Buches sind frei erfunden. Alle dargestellten Personen sind ausschließlich fiktiv und haben das 18. Lebensjahr vollendet. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, Orten oder Ereignissen sind rein zufällig. --- # Kapitel 1 — Stramme Titten Ich liege in meinem Bett. Es ist halb zwei nachts. Das Haus ist still. Ich liege in meinem Bett. Der Laptop steht auf meinem Schoß. Der Bildschirm leuchtet blau. Ich bin auf der Plattform. Ich lese Liora. --- *"Karibik. Weißer Sand, türkises Wasser. Wir sind an einem Strand der nicht überlaufen ist. Wir haben eine Hütte am Rand der Palmen, mit einer Veranda zum Meer.* *Es ist Nachmittag. Wir liegen auf der Veranda. Ich liege auf dem Rücken. Sie liegt neben mir, mit ihren langen blonden Haaren, nass vom Schwimmen, über meine Brust verteilt. Sie hat das Gesicht zur Sonne.* *Sie ist nackt. Ich bin nackt. Wir sind allein.* *Ihre kleinen Brüste sind fest, mit hellrosa Brustwarzen die sich gegen die Hitze zusammenziehen. Ihr Bauch ist flach. Ihre Hüfte ist breit. Ihre Scham ist dunkel, mit blonden langen Schamhaaren. Ihre Beine sind lang, gebräunt, endlos.* *'Fass mich an,' sagt sie.* *Ich streiche über ihren Bauch. Ich streiche über die Innenseite ihrer Oberschenkel. Ich öffne ihre Lippen mit zwei Fingern. Sie ist nass.* *Ich lecke sie. Langsam. Einmal von vorne nach hinten, einmal zurück. Sie schmeckt nach warmer Haut, salzig, ein bisschen bitter, nach Frau und nach Salz und nach Tropen. Sie stöhnt.* *'Komm in mich,' sagt sie.* *Ich gleite in sie rein, langsam. Sie schließt sich um mich. Ich stoße. Sie sagt 'härter'. Ich stoße härter. Sie sagt 'komm'. Ich komme. Heiß, in ihr.* *Ich komme. Sie kommt auch. Mit einem langen Schauer, einer Welle, einem Schrei in den Wind.* *Wir bleiben so. Wir atmen. Wir schlafen auf der Veranda ein, unter den Palmen, mit dem Meergeräusch."* --- Eine Hand an der Maus. Mit der anderen Hand massiere ich meinen Steifen. Ich lese den Satz „ich lecke sie — sie schmeckt nach warmer Haut" und atme aus. Mein Atem geht schneller. Ich bin Steinhart, feucht an der Spitze. Ich streiche mit dem Finger einmal über mich, mit der Vorhaut. Sperma schießt über meine Finger. Ich lecke das Sperma von meinen Fingern. Salzig. Ich schlucke. --- *"Sie wacht auf am Nachmittag. Wir liegen noch auf der Veranda. Mein Penis ist wieder hart, gegen ihren Rücken.* *'Schlaf mit mir nochmal,' sagt sie.* *Ich nehme sie von hinten. Langsam. Sie stöhnt leise. Sie presst sich an mich.* *'Fester,' sagt sie.* *Ich stoße fester. Sie kommt. Ich komme auch, wieder in sie.* *'Bleib so,' sagt sie.* *Ich bleibe so. Die Palmen rauschen. Das Meer rauscht. Wir schlafen weiter."* --- Der Bildschirm leuchtet blau. Ich sitze im Bett, nackt. Eine Hand an der Maus. Die andere liegt entspannt auf meinem Bauch. Ich klicke auf das Profil von Liora. Das Profil ist offen. Ich sehe oben das Pseudonym: M. Liora. Darunter ein Profilbild. Eine Frau, aufgenommen von der Seite, mit nassen Haaren, das Gesicht halb abgewandt. Lange blonde Haare, ein Lächeln das nicht ganz fertig ist. Man sieht den Kiefer, den Mund, einen Teil der Wange. Die Augen sind nicht zu sehen. Es ist kein Bild, auf dem man die Autorin erkennen könnte. Vielleicht zeigt es die Frau aus ihren Geschichten, vielleicht auch nur ein zufälliges Bild. Jedenfalls ist sie blond — also keine eindeutige Spur zur Autorin. Ich zoome mit dem Cursor rein. Das Foto ist unscharf. Es könnte jede Frau sein. Ich klicke mich durch. Drei weitere Posts sind offen, kleinere Szenen. Eine über eine Frau im Bad. Eine über eine Frau im Garten am Morgen. Eine über eine Frau die auf einem Stuhl sitzt und liest. Alle drei sind ohne Gesicht. Alle drei zeigen Körper, Gliedmaßen, Geste — aber das Gesicht bleibt weg. Ich denke: sie schreibt gut. Sie macht es absichtlich dass man das Gesicht nicht sieht. Man soll sich die Frau vorstellen die man will. Ich klicke auf das Profilbild. Ich lade es in voller Größe. Das Bild ist 1200x800 Pixel. Es ist von einem Strand. Man sieht Himmel, Sand, eine Strandliege. Die Frau sitzt auf der Liege, die langen blonden Haare fallen über ihre Schulter. Sie hat ein Buch in der Hand. Sie liest. Sie schaut nicht auf. Ich zoome nochmal. Das Buch ist ein Roman — der Titel ist nicht lesbar. Die Strandliege ist weiß. Die Haare sind lang und blond, man sieht die Naturdunen im Hintergrund, kein Gebäude. Ich versuche das Bild zurückzuverfolgen. Ich mache einen Screenshot. Ich speichere ihn. Ich öffne die Bildersuche — ich lade den Screenshot hoch. Ich bekomme keine Treffer. Die Frau ist nicht zu identifizieren. Ich starre noch eine Weile auf das Foto. Die langen blonden Haare. Die nassen Spitzen. Die Schulter. Das Buch in der Hand. Der Strand im Hintergrund. Ich denke: wer ist das. Ich habe keine Antwort und schließe das Profil. Letztendlich klappe den Laptop zu und lege mich hin. Ich liege da. Der Bildschirm leuchtet blau noch, aber ich klicke nichts mehr an. Ich bin schlaff geworden. Ich spüre den Druck an der Blase. Ich muss pinkeln. Ich stehe auf. Nackt. Ich gehe zur Tür. Ich klappe den Laptop nicht zu — ich lasse ihn offen, mit dem Bildschirm blau leuchtend. Ich gehe durch den Flur. Vorbei am Bad (mitte). Das Bad ist offen, Licht aus. Ich pisse in die Toilette. Ich spüle. Ich gehe zurück. Ich liege wieder im Bett. Ich habe einen Screenshot auf meinem Laptop, von einer Frau deren Gesicht ich nicht kenne, mit langen blonden Haaren, am Strand. Ich denke: ich werde das Profil wieder besuchen. Dann schlafe ich ein. --- # Kapitel 2 — Morgen danach Halb acht. Ich wache auf. Es ist hell. Die Sonne scheint durch die Vorhänge. Ich liege nackt im Bett, die Decke weggetreten. Mein Mund schmeckt leicht salzig vom Sperma letzte Nacht. Ich drehe mich auf den Rücken. Ich höre die Geräusche aus dem Erdgeschoss — Andrea und Jürgen, die beiden Eltern, die unten im Wohnzimmer geschlafen haben. Jemand öffnet die Tür zum Garten. Jemand macht Kaffee. Es riecht nach Röstbrot. Ich stehe auf. Nackt. Ich gehe aus dem Zimmer. Im Flur ist es kühler. Ich gehe zur Tür von Carina. Die Tür ist angelehnt. Ich linse durch den Türspalt. Carina ist wach. Sie steht an ihrem Bett, mit dem Rücken zur Tür. Sie legt frische Wäsche zusammen. **Ich sehe sie nur von hinten.** Was ich sehe: - Ihr Nacken, kurz rasiert, vom Pixie-Schnitt freigelegt. Blonde Stoppeln am Haaransatz, ein paar Sommersprossen. - Ihre nackten Schultern, schmal, mit leichten Sommersprossen. - Ihr Rücken, gerade, weich, eine Linie vom Nacken über die Wirbelsäule bis zu ihren Hüften. Unter dem Schulterblatt ein kleiner Leberfleck. - Ihre Taille, schmal. - Ihre Hüften, breiter als die Taille. Die Silhouette ist weich, voll, kurvig. - Ihre Pobacke, voll, fest. Sie richtet sich auf. Sie nimmt ihr T-Shirt vom Bett auf und zieht es über den Kopf. Sie nimmt eine Jogginghose. Sie zieht sie an. Sie war nackt im Zimmer, aber jetzt ist sie angezogen. Carina dreht sich um. Sie sieht mich an, kurz. Sie hat blaue Augen, weicher Blick, ein bisschen was Schlaftrunkenes noch. Ihre Lippen sind leicht geöffnet, sie lächelt nicht. Sie hat den blonden Pixie-Haarschnitt, der ihr ovales Gesicht einrahmt. Eine Haarsträhne hängt ihr in die Stirn. Sie trägt kein Makeup, morgens, sie hat ein bisschen was Rötliches an den Wangen. Sie sieht verschlafen aus, normal, ganz normal. Was ich jetzt sehe, wo sie angezogen ist und frontal zu mir steht: - Ihr Gesicht, weich, freundlich, verschlafen. - Ihr T-Shirt, weiß, weit geschnitten, sitzt locker, es bedeckt den Bauch. D-Körbchen schimmert nicht durch — der Stoff ist dick genug. - Die Jogginghose, grau, mit Tunnelzug, sitzt auf der Hüfte, nicht eng, nicht weit. - Sie hat Hausschuhe an, weiche, flauschige. Sie sagt: "Morgen, Kaffee unten?" Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Gehst du vor?" Ich sage: "Gleich." Sie geht an mir vorbei. Sie sagt: "Ich putz mir noch schnell die Zähne — du musst dich auch noch anziehen, Bruderherz." Sie zwinkert. Sie geht in Richtung Badezimmer. Nimmt ihre Zahnbürste aus dem Becher am Waschbecken. Ich bin aus den Gedanken gerissen. Ich denke: oh, ich habe mich noch nicht angezogen. Ich stehe hier nackt im Flur. Ich sprintte in mein eigenes Zimmer. Ich ziehe mich schnell an — Shorts, T-Shirt. Ich gehe wieder Richtung Bad. Im Bad ist die Tür auf. Carina ist fertig, sie hat sich die Zähne geputzt, sie geht raus. Sie ist fertig. Ich putze mir die Zähne. Ich pinkele noch kurz. Ich gehe runter. Andrea, meine Mutter, sitzt am Küchentisch, mit Carina neben sich. Andrea hat eine Tasse Kaffee in der Hand. Sie sieht müde aus, die Migräne-Tablette wirkt noch. Jürgen, mein Vater, ist im Garten, er gießt. Andrea schaut mich an, als ich in die Küche komme. Sie sagt: "Guten Morgen." Ich sage: "Morgen." Sie sagt: "Setz dich. Kaffee ist gleich fertig." Carina sitzt schon am Tisch. Sie hat Kaffee vor sich. Sie sieht ausgeschlafen aus, mit nassen Haarspitzen vom Waschbecken-Wasser. Sie lächelt mich an, ganz kurz. Andrea fragt: "Gut geschlafen?" Carina sagt: "Ja." Andrea fragt mich: "Du?" Ich sage: "Ja." Carina schaut mich an. Wir sehen uns kurz an. Jürgen kommt rein. Er sagt: "Morgen." Er nimmt sich Kaffee. Ich frühstücke. Ich esse Röstbrot. Ich trinke Kaffee. Ich schaue nicht zu viel zu Carina. Carina lächelt mich einmal an. Ein kleines Lächeln. Sie hat ein Röstbrot mit Butter. Sie isst es langsam. Nach dem Frühstück stehe ich auf. Ich nehme meinen Teller, bringe ihn zur Spüle. Andrea ruft mir nach: "Gehst du raus?" Ich sage: "Ja, kurz." Ich habe T-Shirt an. Ich gehe raus. --- # Kapitel 3 — Liora-Pause vor dem Gespräch Es ist der Abend. Ich sitze im Bett. Carina schläft. Eltern schlafen. Ich öffne die Plattform. Ich habe gesagt: heute lese ich nicht. Ich lese doch. Eine neue Liora-Geschichte. --- *"Sie kommt aus dem Bad. Sie hat ein Handtuch um den Körper, weißes Frotté, zu groß für sie, schleift fast am Boden. Ihre Füße sind nackt, die Zehen rosig von der Wärme. Sie geht durch den Flur, langsam, das Handtuch mit einer Hand an der Brust gehalten. Ihre Haare sind nass, lang, glatt am Kopf anliegend, rot — ein dunkles Rot, das im Halbdunkel fast schwarz wirkt, mit einzelnen Strähnen die ihr ins Gesicht fallen.* *Ich sehe sie durch den Türspalt. Sie weiß nicht, dass ich sie sehe. Das Licht im Flur ist aus, nur das Licht aus dem Bad fällt hinter ihr durch die offene Tür.* *Das Handtuch rutscht. Sie fängt es nicht. Es fällt langsam, zuerst über ihre Schulter, dann über ihre Brust, dann über ihre Hüfte. Sie lässt es gleiten. Sie hebt die Hände nicht. Ihre nassen Haare fallen über eine Schulter nach vorne, eine lange rote Strähne, die über ihre Brust streicht.* *Ihre kleinen Brüste werden sichtbar — fest, hellrosa, Brustwarzen die sich gegen die kühle Luft zusammenziehen, kleine harte Punkte im Halbdunkel. Sie sind nicht groß, sie sind fest, sie passen in eine Hand, jede für sich. Ihre Brustwarzenvorhöfe sind etwas dunkler, ein Hauch von Rosa gegen das Hellrosa. Eine nasse Haarsträhne liegt über der linken Brust, ein dunkler Faden auf heller Haut.* *Ihr Bauch. Flach und glatt, ein leichter Zug vom Bauchnabel nach unten, eine feine Linie, die im Schatten ihrer Scham verschwindet. Ihre Scham — ein weiches Dreieck, rot, leicht gekräuselt, ein Schatten unter dem flachen Bauch. Die äußeren Lippen voll und weich, leicht geöffnet, ein dunkler Schlitz zwischen ihnen.* *Sie steht im Türspalt. Sie atmet. Ich sehe ihren Atem, eine kleine Bewegung ihrer Brust.* *Sie schaut kurz zu mir. Sie sieht, dass ich sie sehe. Sie sieht meine Augen im Dunkeln. Sie schaut nicht weg.* *Sie lächelt. Es ist ein kleines Lächeln, kein Grinsen, eher ein Erkennen. Sie kennt mich. Sie hat gewusst, dass ich sie sehen werde.* *Sie lässt das Handtuch ganz fallen. Sie steht nackt im Türspalt, im Halbdunkel, das Licht aus dem Bad auf ihrer Haut. Ich sehe alles. Ich sehe die kleinen festen Brüste, ich sehe die nasse Haarsträhne auf der linken, ich sehe die feine Linie vom Bauchnabel abwärts, ich sehe die leichte Wölbung ihrer Scham, ich sehe das weiche Dreieck roter Haare, ich sehe die Innenseite ihrer Oberschenkel, ein Schatten.* *Sie kommt zu mir ins Zimmer. Sie geht langsam. Sie schaut mich an. Sie legt sich neben mich, auf den Rücken, den Kopf auf mein Kissen. Ihre nassen Haare breiten sich auf dem Kissen aus, lange rote Strähnen auf weißem Bezug. Sie schließt die Augen.* *Ich sehe sie von der Seite. Ich sehe ihre Brüste, wie sie sich beim Atmen bewegen, klein und fest. Ich sehe die leichte Wölbung ihrer Brustwarzen. Ich sehe die Linie ihres Körpers von der Schulter bis zur Hüfte, eine glatte Kurve. Ich sehe ihre roten Haare auf meinem Kissen, lang und nass, in alle Richtungen.* *'Fass mich an,' sagt sie. Ihre Stimme ist leise, ein Flüstern, ein bisschen rau.* *Ich hebe die Hand. Ich lege sie auf ihren Bauch. Ich spüre ihre Haut unter meinen Fingern, warm, ein bisschen feucht vom Bad. Sie atmet ein, langsam.* *Ich streiche über ihren Bauch. Ich gehe tiefer. Ich streiche über die weichen roten Haare ihrer Scham. Ich spüre, wie nass sie ist, schon jetzt, bevor ich sie richtig berührt habe. Sie atmet schwerer.* *Ich öffne ihre Lippen mit zwei Fingern. Sie ist warm und nass. Ich streiche mit einem Finger über ihre Klitoris, einmal, langsam. Sie zuckt. Sie macht die Augen auf. Ihre Pupillen sind groß, das Rot ihrer Haare ein Rahmen um ein blasses Gesicht.* *'Langsamer,' sagt sie.* *Ich streiche langsamer. Ich spüre, wie sie unter meinen Fingern weicher wird, wie sie sich öffnet, wie sie sich gegen meine Hand bewegt, ein kleines Becken, einmal, zweimal.* *'Fass mich an,' sagt sie nochmal.* *Ich beuge mich zu ihr. Ich küsse sie auf den Bauch. Ich küsse die Innenseite ihrer Oberschenkel. Ich lecke sie, einmal, langsam, von vorne nach hinten. Sie schmeckt nach warmer Haut, salzig, ein bisschen bitter. Sie stöhnt leise. Eine nasse Haarsträhne fällt mir über die Schulter, rot, kühl.* *Ich lecke sie nochmal. Sie legt ihre Hand in meinen Nacken, nicht drückend, nur da. Sie atmet schneller.* *'Komm in mich,' sagt sie.* *Ich halte inne. Ich schaue sie an. Sie schaut mich an. Ihre Augen sind offen, ihre Pupillen groß. Ihre roten Haare liegen auf dem Kissen, lang und nass.* *'Komm in mich,' sagt sie nochmal.* *Ich lege mich auf sie. Ich bin hart. Ich gleite in sie. Sie schließt sich um mich, eng und nass. Sie atmet aus. Sie legt ihre Arme um mich. Ihre nassen Haare liegen zwischen uns, auf unseren Schultern.* *Ich stoße, langsam. Sie presst sich an mich. Ich stoße wieder. Sie macht die Augen zu.* *'Härter,' sagt sie.* *Ich stoße härter. Sie stöhnt lauter. Ich spüre, wie sie unter mir zuckt, wie sie sich an mich klammert, wie sie kommt, mit einem langen Schauer, einer Welle, einem leisen Schrei in den Nachtwind.* *Ich komme. Heiß, in ihr. Ich bleibe so. Sie bleibt so.* *Wir atmen.* *Ich fasse sie nicht mehr an. Ich liege neben ihr. Sie ist eingeschlafen, auf dem Rücken, die langen roten Haare auf meinem Kissen ausgebreitet, die Brüste klein und fest im Halbdunkel. Sie schläft. Ich schaue sie an.* *Ich fasse sie nicht mehr an.* *Sie schläft ein."* --- Ich lege das Handy weg. Ich atme. Ich bin hart. Ich merke, dass ich die Lippen zusammenpresse. Ich denke an die blonde Frau, die zu mir ins Zimmer kommt. Ich denke an ihre langen nassen blonden Haare auf meinem Kissen. Ich denke an ihre kleinen Brüste, wie sie sich im Halbdunkel bewegen. Ich denke an ihre Stimme, als sie „Fass mich an" sagt. Ich denke an den Moment wo sie kommt, mit einem langen Schauer. Ich denke: das ist Liora. Sie schreibt Geschichten, die ich nicht lesen sollte. Sie schreibt über Begehren, das ich unterdrücken muss. Ich denke: in der Geschichte fasse ich sie nicht mehr an. In der Geschichte schläft sie ein. Ich bleibe liegen und schaue sie an. Ich denke: ich würde es nicht so machen. Ich mache den Bildschirm aus. Ich liege da. Ich atme. Ich warte. Es ist Samstag. Ich gehe in den Park. Ich sehe ein Mädchen auf einer Picknickdecke, mit einem Notizbuch auf dem Schoß. Sie hat lange braune Locken, eine runde Brille, sie liest und schreibt abwechselnd. Ich gehe zu ihr. Diesmal setze ich mich nicht auf eine Bank in der Nähe — ich gehe direkt zu ihr. Sie hat das Notizbuch auf dem Schoß. Sie klappt es nicht sofort zu. Sie schaut mich an, schaut auf das Notizbuch, schaut wieder mich. Ich sage: "Hallo." Sie sagt: "Hallo." Pause. Ich sage: "Du bist doch auch in Deutsch bei Herrn Koslowski, oder?" Sie hebt den Blick ein wenig weiter. "Ja. Du sitzt zwei Reihen hinter mir." Ich nicke. Wir haben uns in der Schule gesehen, zwischen Heften, Klingeln und den anderen aus dem Kurs, ohne je wirklich miteinander gesprochen zu haben. Sie sagt: "Magst du dich setzen?" Ich setze mich. Wir reden. Wir reden über das Buch das sie liest (einen Roman über eine angehende Schriftstellerin — sie findet ihn vorhersehbar). Ich sage: "Schreibst du selbst?" Pause. Sie legt die Hand über das Notizbuch. Sie sagt: "Manchmal." Sie sagt nichts weiter. Pause. Ich sage: "Ich mag wie du schaust." Sie schaut mich an. Sie schmunzelt. Sie sagt: "Was meinst du?" Ich sage: "Wie du schaust. Wenn jemand vorbeigeht. Oder der Wind was macht. Du hörst hin. Du verpasst nichts." Sie lächelt. Sie sagt: "Tue ich auch." Pause. Sie sagt: "Aber ich zeige es niemandem." Ich bin erregt, am Nachmittag. Die Liora-Lektüre von gestern Nacht hallt nach. Ich sitze neben einem Mädchen, das ich nicht kenne, und spüre den Nachhall, ohne zu wissen woher er kommt. --- # Kapitel 4 — Liora schreibt weiter Samstagabend, anderes Haus. Mareike ist zu Hause. Lea, eine Freundin, ist oben in Mareikes Zimmer, am Telefonieren. Mareike sitzt im Garten, auf der Decke. Sie hat das Notizbuch auf dem Schoß. Sie schreibt. Sie postet nichts. Sie schreibt für sich. Sie schreibt was sie gesehen hat — den Jungen im Park, gestern, die Picknickdecke auf der er sich hinsetzte. Sie schreibt: --- *"Er sitzt auf der Decke. Ich schaue ihn an. Er schaut zurück. Er schaut weg. Er schaut wieder.* *Er hat eine Art sich zu bewegen die wie Musik aussieht. Er hebt die Hand um eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen. Er schaut auf seine Schuhe. Er schaut auf.* *Ich sollte nicht hinsehen.* *Ich sehe hin.* *Er sieht mich an. Er lächelt nicht. Er lehnt sich zurück in die Bank. Er wartet.* *Was wartet er auf?* *Auf mich?* *Ich kenne ihn nicht.* *Ich will ihn kennenlernen."* --- Sie hält inne. Sie liest die Stelle. Sie sieht, was sie geschrieben hat — „ich will ihn kennenlernen". Sie weiß nicht, ob das wahr ist. Sie schreibt weiter. Sie geht online. Sie postet die Szene. Sie lässt sie unter "Liora" laufen. Sie schreibt einen Satz darunter, im Beschreibungstext: > *"Eine Szene über jemanden, den ich nicht kenne."* Ich komme wieder zuhause an. Ich denke noch an die Begegnung mit Mareike. Wir haben uns unterhalten, über Bücher, über das Schauen. Ich habe sie nicht nach ihrer Nummer gefragt. Am Abend gehe ich hoch in mein Zimmer. Ich mache den Laptop auf. Ich sehe, dass Liora eine neue Szene gepostet hat. Ich lese sie. Ich lese den Satz "eine Szene über jemanden, den ich nicht kenne". Ich denke: das könnte ich sein. Ich lese nochmal. Ich sehe, dass die Szene fast identisch ist mit der Begegnung von gestern Nachmittag. Eine Bank. Eine Picknickdecke. Ein Blick. Eine Frage. Ich lese die Szene ein drittes Mal. Ich merke, dass ich lächle. Ich denke: Liora schreibt über mich. Ich lese nochmal alle Liora-Szenen, die ich schon kenne. Eine Frau am Fenster. Eine Frau in der Badewanne. Eine Frau im Garten, beobachtet. Eine junge blonde Frau, die ins Zimmer kommt — die Szene mit dem Handtuch. Ich lese. Ich lese zum ersten Mal nicht mehr als Leser. Ich lese als jemand, der glaubt, dass diese Autorin mich sieht. Ich öffne die Plattform wieder. Ich suche nach allen Liora-Szenen, die ich noch nicht gelesen habe. Ich finde eine. Sie ist neu. Ohne Titel. Sie ist nicht öffentlich gepostet — sie ist nur für Leser mit Abonnement sichtbar. Ich habe das Abonnement seit Mai. Ich lese: --- *"Sie liegt im Bett. Es ist Mitternacht. Sie hat eine Hand unter der Decke. Sie liest mich.* *Erregt ihn, was ich schreibe?* *Erregt mich, dass er es liest?* *Irgendwann werde ich es jemandem sagen. Nicht heute.* *Ich schreibe was ich sehe. Ich sehe ihn. Ich will ihn nicht begehren. Ich begehre ihn.* *Lesen ist auch Begehren."* --- Ich lese den Text. Ich lese ihn nochmal. Ich sehe: sie schreibt über jemanden den sie begehrt. Sie schreibt über sich selbst. Sie sagt nicht wer sie ist. Ich weiß nicht wer sie ist. Aber ich spüre: sie schreibt über jemanden den ich kenne. Die Art wie sie schreibt — beobachtend, genau — kenne ich. Sie schreibt so wie jemand den ich kenne. Ich bin mir nicht sicher. Ich will mir nicht sicher sein. Wenn ich mir sicher bin, muss ich etwas damit machen. Ich will noch nicht. Ich klappe den Laptop zu. Ich lege mich hin. Ich sehe den Bildschirm nicht an. Ich denke: sie ist es wahrscheinlich. Sie schreibt über Figuren, die so aussehen wie Carina. Sie schreibt das, was ich begehre — was ich mir nicht erlaube. Sie schreibt es. Sie schreibt es für mich, ohne es zu wissen. Ich denke: was macht das mit mir? Was macht das mit ihr? Ich stehe auf. Ich gehe zur Tür. Ich gehe in den Flur. Ich bleibe vor dem Bad stehen. Es ist still. Carina schläft. Ich gehe zurück. --- # Kapitel 5 — Freibad, Kanal (mit Liora-Passage davor) Samstagabend, eine Woche später. Ich im Bett. Carina schläft. Eltern schlafen. Ich öffne die Plattform. Eine neue Liora-Szene. Eine Frau am Badesee. Ich lese: --- *"Sie liegt im Bikini am See. Sie sonnt sich. Ihr Körper ist klein und athletisch, ihre Brüste sind klein unter dem Bikini-Oberteil, fest, mit kleinen Brustwarzen die sich gegen den Stoff drücken.* *Sie nimmt die Sonnenbrille ab. Sie schaut zum Wasser. Das Licht spiegelt sich in ihren Augen. Sie blinzelt langsam.* *Ich schaue sie an. Ich schaue wie sie ihre Beine bewegt. Sie hat sie leicht angewinkelt, die Füße über Kreuz, die Zehen lang. Sie streicht sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht.* *Sie setzt sich auf. Sie zieht die Träger ihres Bikini-Oberteils über die Schultern nach unten. Langsam. Sie schaut sich nicht um. Sie weiß, dass ich zuschau.* *Ihre Brüste sind klein und fest, hellbraune Brustwarzen, die sich in der Sonne zusammenziehen. Sie legt das Oberteil neben sich. Sie legt sich auf den Rücken. Sie schließt die Augen.* *Ich gehe nicht zu ihr. Ich bleibe liegen. Ich schaue.* *Sie öffnet die Augen. Sie schaut zu mir. Sie lächelt.* *'Ich mag wie du schaust,' sagt sie.* *'Ich mag wie du dich anschaust,' sage ich.* *Wir liegen nebeneinander. Wir schauen einander an. Sie hebt die Hand an ihre Brust. Sie streicht mit den Fingern über ihre Brustwarze, einmal, langsam. Sie zuckt. Sie lächelt.* *'Mach weiter,' sage ich.* *Sie streicht wieder. Sie streicht über die andere Brust. Sie presst ihre Brustwarze zwischen zwei Fingern, zieht daran. Sie atmet ein, langsam.* *'Schau,' sagt sie.* *Ich schaue.* *Sie streicht mit der Hand über ihren Bauch. Ich sehe wie sich ihre Muskeln unter ihrer Handfläche anspannen und wieder lösen. Sie streicht tiefer, über den Bund ihrer Bikini-Hose. Ich sehe wie sich ihre Hand unter den Stoff schiebt.* *Sie spreizt die Beine, ein bisschen weiter. Sie atmet schwerer. Ich höre wie sich ihre Finger bewegen, unter dem Stoff, ein leises nasses Geräusch. Sie presst die Lippen zusammen.* *'Fass mich an,' sagt sie.* *Ich stehe auf. Ich gehe ein paar Schritte weg. Ich setze mich ins Gras, mit dem Rücken zu ihr. Ich schaue zum Wasser.* *'Nicht,' sage ich. 'Mach weiter.'* *Sie ist still. Dann höre ich sie atmen, schneller.* *Sie zieht ihre Bikini-Hose nach unten. Ich höre den Stoff über Haut gleiten. Sie wirft ihn zur Seite.* *'Schau,' sagt sie. 'Schau was du mit mir machst.'* *Ich drehe mich um. Ich schaue.* *Sie liegt nackt vor mir, im Gras, in der Sonne. Ihre Beine sind gespreizt. Ihre Hand liegt zwischen ihren Beinen. Ihre Finger gleiten über ihre Klitoris, kleine Kreise, langsam.* *Ich schaue ihre Brüste. Sie sind klein und fest, die Brustwarzen hart in der Sonne. Ich schaue ihren Bauch, wie er sich hebt und senkt.* *Ich schaue zwischen ihre Beine. Ich sehe ihre äußeren Lippen, voll und weich. Ich sehe wie sich ihre inneren Lippen öffnen, rosa gegen gebräunte Haut, wenn sie ihre Finger weiter nach unten schiebt. Ich sehe wie sie nass wird, wie ihre Finger glänzen.* *Sie stöhnt leise. Sie presst die Lippen zusammen. Sie macht die Augen zu.* *'Nicht aufhören,' sage ich.* *Sie streicht schneller. Sie stöhnt lauter. Sie presst ihre freie Hand auf ihre Brust, drückt ihre Brustwarze, zieht daran. Ihr Becken bewegt sich gegen ihre eigene Hand, ein kleines Stoßen, einmal, zweimal.* *Ich sehe wie sie zuckt. Ich sehe wie sie sich zusammen zieht. Sie kommt mit einem langen Schauer, einem Atemzug der nicht enden will, einem leisen Schrei.* *Sie liegt still. Sie atmet schwer. Sie macht die Augen auf.* *'Bleib,' sagt sie.* *Ich bleibe.* *Wir liegen im Gras, in der Sonne. Sie ist nackt. Ich bin angezogen. Sie lächelt. Sie legt ihre Hand auf meine Brust.* *'Komm nächstes Mal wieder,' sagt sie.* *Ich komme wieder.\"* --- Ich schließe die Plattform. Ich merke, dass ich erregt bin. Ich drehe mich auf die Seite und denke an eine blonde Frau im Bikini. Ich denke an eine Frau die ich nicht kenne. Ich schlafe ein. Sonntag, Nachmittag. Hitze. Es ist schwül. Andrea im Wohnzimmer, Jürgen ist im Garten, er gießt. Carina kommt in die Küche. Sie trägt Shorts und ein weites T-Shirt. Ihre blonden Haare sind im Nacken zusammengebunden. Sie hat Sommersprossen auf den Schultern. Sie sagt: "Willst du nachher zum Kanal? Schwimmen?" Ich sage: "Ich hab keine Lust." Sie sagt: "Komm. Es ist warm." Ich sage: "Okay." Sie geht in ihr Zimmer. Sie kommt mit einer Strandtasche wieder. Wir nehmen unsere Fahrräder. Wir fahren los. Am Kanal suchen wir uns ein freies Plätzchen. Eine Wiese, halb im Schatten von Bäumen, halb in der Sonne. Wir legen unsere Handtücher ab. Carina zieht sich um. Sie steht vor mir. Sie zieht ihr T-Shirt über den Kopf. Ihre Haare, vorher im Nacken, fallen jetzt lose auf ihre Schultern. Ich sehe ihren Rücken, die Linie ihrer Wirbelsäule, ihre Taille, ihre Hüften. Sie dreht sich um, zieht die Shorts herunter. Sie steht in Bikini da. Ich sehe ihre Brüste, voll und schwer, in einem schwarzen Bikini-Oberteil. Ich sehe ihren Bauch, weich, leicht gewölbt. Ich bilde mir ein als wenn ich ihre Ritze an ihren Biki Unterteil erahnen können. Sie merkt, dass ich sie anschaue. Sie grinst. Sie sagt: "Willst du das ich noch mehr ausziehe?" Sie hebt eine Augenbraue. Sie setzt sich im Bikini neben mich. Sie legt sich hin. Sie schließt die Augen. Sie sonnt sich. Ich schaue sie an. Ich sehe, wie sich ihre vollen Brüste im Bikini-Oberteil beim Atmen heben und senken. Ich sehe ihren Bauch, weich. Ich schaue zwischen ihre Beine. Ich sehe die Wölbung ihrer Vulva unter dem Stoff der Bikini-Hose, eine deutliche Rundung an der Stelle wo sich ihre vollen Schamlippen abzeichnen. Ich denke an die Liora-Passage von gestern Abend. Ich denke an eine blonde Frau im Bikini, am Wasser, die sich selbst berührt. Ich denke an Carina, die sich im Bikini neben mir sonnt, und an Mareike, die ich seit einer Woche kenne, aber im Park nicht wieder gesehen habe. Auf einmal werde ich aus den Gedanken gerissen. Ich erkenne Mareike. Sie läuft mit einer Freundin auf uns zu. Sie trägt eine Strandtasche über der Schulter. Sie hat lange braune Locken, offen. Sie schaut sich um, sie scheint einen freien Platz zu suchen. Sie sieht mich. Sie bleibt kurz stehen. Sie lächelt. Sie kommt auf uns zu. Lea, ihre Freundin, ist auch da. Lea hat dunkle kurze Haare. Sie trägt Shorts und ein Top. Sie schaut sich um. Ich sage: "Hey." Mareike sagt: "Hey." Pause. Ich sage: "Sucht ihr einen Platz?" Mareike sagt: "Vielleicht. Bei euch ist es eng." Ich sage: "Passt. Wir rücken zusammen." Wir rücken die Handtücher zusammen. Mareike legt ihre Tasche ab. Lea legt ihre Tasche ab. Wir machen uns bekannt. Lea sagt: "Ich bin Lea." Carina sagt: "Ich bin Carina." Mareike sagt: "Und ihn kenne ich schon aus dem Deutschkurs bei Herrn Koslowski." Sie schaut kurz zu mir. "Mareike." Ich sage: "Ich bin …" — ich nenne meinen Vornamen nicht. Ich sage nur: "Ich bin der Bruder." Carina schaut mich an. Sie sagt: "Er ist immer so." Sie grinst. Lea lacht. Mareike lächelt. Mareike geht ein paar Schritte weg, mit dem Rücken zu uns. Sie hat ihren Bikini schon drunter — schwarzer Sport-BH oben, dunkelblaue Bikini-Hose unten. Sie zieht nur das Top und die Shorts aus, die sie drüber getragen hat. Lea ist auch so. Sie trägt unter dem Tank-Top einen schwarzen Badeanzug, einteilig. Sie zieht das Tank-Top und den Rock aus, steht im Badeanzug da. Mareike trägt jetzt ihren Bikini, Lea ihren Badeanzug. Beide sind fertig. Ich schaue Mareike und Lea an. Ich schaue wie Lea im Badeanzug steht. Ich schaue wie Mareike im Bikini steht. Ich stelle mir vor wie Lea ohne Badeanzug aussieht, ich stelle mir vor wie Mareike ohne Bikini aussieht. Auf einmal krieg ich einen Knuff in die Seite. Ich schaue Carina an. Sie hat die Lippen zusammengepresst. Sie schaut mich mit einem scharfen Blick an. Sie schüttelt den Kopf. Sie weiß genau was ich denke. Sie sagt nichts. Sie dreht sich weg. Beide sonnen sich kurz. Mareike legt sich auf den Rücken. Lea setzt sich im Schneidersitz hin. Carina legt sich auch hin, neben mich. Ich lege mich hin. Ich schaue in die Wolken. Carina steht auf. Sie sagt: "Ich geh rein." Ich auch — sage ich und denke mir das ich es zwischen so Viellen frauen nicht lange aushalte. Und ich möchte schließlich nicht mit einer Erektion erwischt werden. Lea kommt nach. Mareike kommt nach. Im Wasser: alle vier. Mareike hat lange braune Locken, im Wasser schwimmend. Lea hat dunkle kurze Haare, nass am Kopf anliegend. Carinas kurzer blonder Pixie-Haarschnitt ist nass, platt am Kopf anliegend. Wir schwimmen eine Weile. Carina planscht. Lea taucht Mareike. Mareike lacht. Am Abend trocknen wir uns ab. Die Sonne geht tiefer. Wir ziehen uns wieder an — T-Shirts, Shorts. Wir setzen uns auf unsere Handtücher, im Kreis. Wir reden. Carina fragt Lea: "Was machst du so?" Lea sagt: "Schule. Vereinsheim. Und zuhören." Carina lacht. Lea grinst. Mareike sagt: "Lea ist die, die immer alles weiß, bevor alle anderen." Lea sagt: "Ich weiß gar nichts." Carina sagt: "Doch. Du weißt alles." Wir reden über die Schule. Über den Karnevalsverein. Über Sachen die ich nicht kenne. Ich höre zu. Carina erzählt lebhaft. Mareike ist ruhiger. Lea stichelt. Irgendwann sagt Lea: "Mareike schreibt übrigens." Carina schaut Lea an. Lea sagt: "Unter einem Pseudonym. M. Liora. Sie will mal große Geschichtenschreiberin werden." Carina schaut Mareike an. Mareike schaut weg. Sie wird rot. Carina sagt: "Wirklich?" Mareike sagt: "Ja. Ist nichts Großes." Lea sagt: "Sie schreibt gut. Ich bin ihre erste Leserin." Carina sagt: "Was schreibst du so?" Mareike sagt: "Kurzgeschichten. Alltägliches. Beobachtungen." Ich höre zu. Ich sage nichts. Ich denke: M. Liora. Das ist die Plattform. Mareike ist Liora. Ich denke an die Liora-Texte. Ich denke an die blonde Frau am Karibik-Strand. Ich denke an die blonde Frau die nachts ins Zimmer kommt. Ich denke an die blonde Frau mit dem Handtuch. Ich denke: Mareike schreibt das. Sie schreibt über blonde Frauen die begehrt werden. Sie schreibt über Begehren das sie sich selbst nicht gibt. Ich sage nichts. Carina sagt: "Zeig mal." Mareike schüttelt den Kopf. Sie sagt: "Nicht heute." Carina sagt: "Ein andermal." Wir sitzen noch eine Weile. Die Sonne ist fast weg. Wir packen zusammen. Wir verabschieden uns. Lea sagt: "War nett." Mareike sagt: "Ja." Carina sagt: "Machen wir mal wieder." Ich sage: "Gerne." Wir fahren mit unseren Fahrrädern nach Hause. --- # Kapitel 6 — Lea fragt Sonntagabend. Ich im Bett. Ich lese. Eine neue Szene. Ohne Titel. --- *"Sie kommt zu mir ins Zimmer. Sie trägt ein T-Shirt, das zu groß ist, das ihre Oberschenkel bedeckt. Darunter ist sie nackt.* *Sie legt sich zu mir. Sie schließt die Augen.* *'Schlaf mit mir,' sagt sie.* *Ich sage: ich kann nicht.* *'Warum nicht?'* *Ich sage: weil du meine Schwester bist.* *Sie lacht leise.* *'Wir sind nicht verwandt,' sagt sie. 'Das ist nur eine Geschichte.'* *'Aber ich bin verwandt,' sage ich. 'Mit jemandem.'* *Sie legt ihre Hand auf meine Brust.* *'Dann stell dir vor,' sagt sie, 'dass ich es nicht bin.'* *Ich schließe die Augen. Ich stelle es mir vor."* --- Ich klappe den Bildschirm zu. Ich denke: Liora weiß. Sie weiß, was ich denke. Oder: sie schreibt für jemanden der so denkt wie ich. Ich weiß nicht was. Ich bin erregt. Ich mache das Licht aus. Ich schlafe nicht ein. Sonntagabend nach dem Kanal-Treffen. Lea und Mareike sind bei Mareikes Eltern zu Hause. Die Eltern sind im Bett. Lea und Mareike teilen sich Mareikes Zimmer, im selben Bett, wie beste Freundinnen es tun. Lea liegt auf dem Bett. Mareike bringt Kakao. Sie setzt sich neben Lea. Sie reden leise, weil die Eltern schlafen. Lea sagt: "Er liest dich." Mareike setzt sich auf. Mareike sagt: "Was?" Lea sagt: "Er weiß, dass du Liora bist." Mareike ist still. Sie schaut auf das Notizbuch. Lea sagt: "Was machst du jetzt?" Mareike sagt: "Ich weiß nicht." Lea sagt: "Magst du ihn?" Mareike überlegt lang. Mareike sagt: "Ja." Lea sagt: "Dann sag es ihm." Mareike: "Was?" Lea: "Dass du Liora bist." Pause. Mareike: "Wenn er es schon weiß, muss ich es ihm nicht sagen." Lea: "Richtig." Pause. Lea: "Was schreibst du über ihn?" Mareike: "Eine Szene im Park." Lea: "Eine Sexszene?" Mareike: "Nein. Eine Beobachtung." Lea: "Warum hast du dann Angst?" Mareike schweigt. Mareike hat nicht nur über ihn geschrieben. Sie hat auch über eine blonde Figur geschrieben. Die blonde Figur war nicht er. Lea fragt nicht weiter. Lea versteht ohne zu fragen. --- # Kapitel 7 — Ich lese mehr Montagabend. Ich sitze am Schreibtisch. Ich öffne die Plattform. Eine neue Liora-Szene. Sie ist anders als die anderen — keine erotische Szene. Eine Beobachtung über zwei Menschen im Park. --- *"Ein Mädchen sitzt auf einer Decke im Gras. Ein Junge kommt den Weg entlang. Er geht zu ihr. Er setzt sich neben sie auf die Decke. Er schaut zum Mädchen hin.* *Das Mädchen hebt den Blick. Sie sehen sich an.* *Beide schauen weg. Beide schauen wieder hin. Beide wissen, dass sie gerade etwas getan haben.* *Später werden sie darüber reden. Beide werden vorsichtig sein. Beide werden nicht sagen, was sie wirklich denken.* *Aber das ist okay. Manchmal ist das Vorsichtig-sein genug für einen Anfang."* --- Ich lese das. Ich lese es nochmal. Ich denke: das bin ich. Das ist die Szene aus dem Park, vor einer Woche. Ich denke: Liora schreibt über mich, und sie macht es nicht erotisch. Sie macht es nicht heiß. Sie macht es genau. Ich denke: ich möchte sie kennenlernen. Dienstagmorgen, halb acht. Es ist hell. Die Sonne scheint durch die Küchenfenster. Carina ist schon unten. Sie sitzt am Küchentisch. Sie hat Brötchen gemacht — sie hat den Teig am Abend vorher vorbereitet, jetzt gebacken. Auf dem Tisch steht ein Korb mit Brötchen, Butter, Marmelade, ein Glas Nutella. Die Kaffeemaschine läuft. Es riecht nach frischem Brot und nach Kaffee. Carina trägt eine weite Pyjamahose und ein weißes T-Shirt. Ihr kurzer blonder Pixie-Haarschnitt steht morgens ein wenig in alle Richtungen. Sie hat noch Schlaf in den Augen, ein bisschen was Rötliches an den Wangen. Sie sieht verschlafen aus, normal, ganz normal. Ich komme die Treppe runter. Ich gehe in die Küche. Carina sagt: "Morgen, Kaffee?" Ich brummel: "Morgen, Ja." Sie schenkt mir eine Tasse ein. Sie setzt sich wieder hin. Ich setze mich. Ich schaue sie an. Ich denke: das könnte eine Liora-Figur sein. Junge blonde Frau, verschlafen, morgens, mit Brötchen und Kaffee. Ich merke, dass ich Carina jetzt immer mit den Augen eines Liora-Lesers sehe. Ich kann es nicht abstellen. Jede Bewegung von ihr, jede Geste, jede Falte in ihrem T-Shirt — ich sehe sie als Sex-Szene-Material. Sie sagt: "Was?" Ich sage: "Nichts." Sie schaut mich an. Sie lächelt. Sie merkt, dass ich sie anschaue, ohne zu wissen warum. Ich nehme ein Brötchen. Ich schneide es auf. Ich streiche Butter drauf. Ich beiße ab. Ich kaue. Carina sagt: "Schmeckt's?" Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Hab ich neu gemacht. Mit weniger Hefe. Schmeckt besser." Ich sage: "Schmeckt gut." Sie nickt. Sie nimmt sich auch ein Brötchen. Andrea kommt rein. Sie hat eine Tasse Kaffee in der Hand. Sie sieht müde aus, die Migräne-Tablette wirkt noch. Andrea sagt: "Guten Morgen." Wir sagen: "Morgen." Sie setzt sich. Sie nimmt sich ein Brötchen. Sie isst langsam. Carina sagt: "Mama, ich geh nachher zu Julia." Andrea sagt: "Wann?" Carina sagt: "Gegen zwei." Andrea sagt: "Okay." Jürgen kommt rein. Er hat den Garten gegossen. Er nimmt sich Kaffee. Er sagt: "Morgen." Er setzt sich. Wir essen Brötchen. Wir trinken Kaffee. Andrea fragt mich: "Wie war die Schule gestern?" Ich sage: "Normal." Sie sagt: "Nichts Neues?" Ich sage: "Nichts." Sie nickt. Sie trinkt ihren Kaffee. Carina schaut mich an, kurz. Ich schaue weg. Sie schmunzelt. Jürgen schaut auf die Uhr. Er sagt: "Ich muss los." Andrea sagt: "Schon?" Er nickt. Er steht auf, nimmt seine Tasse und stellt sie in die Spüle. Dann geht er in den Flur, um sich seine Arbeitsschuhe anzuziehen. Ich höre, wie er die Haustür öffnet. Kurz darauf springt draußen der Motor an. Jürgen fährt zur Arbeit. Carina schaut ebenfalls auf die Uhr. Sie sagt: "Wir müssen auch." Ich nicke. Schule. Dienstag. Mathe in der ersten Stunde, danach Deutsch. Ich habe keine Lust, aber ich muss hin. Ich denke: sie merkt dass ich sie anders anschaue. Sie weiß nicht warum. Ich kann es ihr nicht sagen. Ich esse mein Brötchen zu Ende. Ich nehme mir noch eins. Carina steht auf. Sie nimmt ihren Teller. Sie bringt ihn zur Spüle. Sie sagt: "Ich geh hoch. Ich zieh mich an." Sie geht aus der Küche. Ich höre sie die Treppe hochgehen. Ich bleibe noch kurz sitzen. Trinke meinen Kaffee aus. Dann gehe ich auch nach oben. Ich ziehe mich für die Schule an, packe meine Sachen und nehme den Rucksack vom Stuhl. Als ich wieder in den Flur komme, wartet Carina schon. Sie trägt Jeans und ein helles Oberteil. Ihr kurzer Pixie sitzt jetzt etwas ordentlicher. Sie sieht nicht mehr verschlafen aus, nur noch ein bisschen müde. Sie sagt: "Kommst du?" Ich sage: "Ja." Wir gehen zusammen zur Haustür. Andrea bleibt in der Küche. Sie ruft uns noch hinterher: "Bis später." Carina sagt: "Bis später, Mama." Ich sage es auch. Dann gehen wir los Richtung Schule. Eine Weile laufen wir nebeneinander, ohne zu reden. Ich spüre ihren Arm neben meinem, sehe ihre blonden Haare im Morgenlicht und denke trotzdem an Lioras Szene aus dem Park. Ich denke: Liora schreibt über blonde Figuren. Sie schreibt über Begehren das sie selbst nicht gibt. Sie schreibt über Frauen die nackt im Gras liegen, am Wasser, in der Sonne. Sie schreibt über das was ich begehre. Ich denke: ich begehre Liora. Ich begehre ihre Texte. Ich begehre die blonde Frau die in ihren Texten vorkommt. Ich denke: das bin nicht ich. Das ist die Liora-Figur. Aber die Liora-Figur sieht aus wie Carina. Ich denke: ich muss raus. Ich muss weg von hier. Ich muss Mareike wiedersehen. --- # Kapitel 8 — Ich frage Freitagabend. Ich im Bett. Ich lese Liora. Eine neue Szene. --- *"Sie steht am Küchenfenster. Sie trägt ein Herren-T-Shirt, das ihr bis zu den Oberschenkeln reicht. Darunter ist sie nackt.* *Der Mann, mit dem sie zusammen ist, liegt im Bett nebenan und schläft. Sie schaut aus dem Fenster. Sie schaut auf den Swimmingteich.* *Sie denkt an die Figuren, die sie schreibt. Sie denkt: ich bin nicht sie. Ich bin nicht die blonde Frau. Ich bin die mit den braunen Locken.* *Sie denkt: warum schreibe ich über Blonde?* *Sie weiß es nicht. Oder sie will es nicht wissen.* *Sie legt das Handy weg. Sie geht zurück ins Bett. Sie legt sich neben den Mann, der schläft. Sie schließt die Augen. Sie denkt an den Swimmingteich."* --- Ich lese. Ich merke, dass ich still werde. Ich denke: Liora denkt über sich selbst nach. ich weiß warum. Ich mache das Licht aus. Ich schlafe nicht. Ich liege noch lange wach. Der Gedanke an Mareike lässt mich nicht los. Ich will nicht nur weiter ihre Texte lesen. Ich will sie wiedersehen und sie fragen, was sie schreibt. Am nächsten Tag ist Samstag. Ich fahre in den Stadtgarten. Ich habe nichts mit Mareike verabredet. Ich weiß nur, dass sie manchmal dort ist. Vielleicht treffe ich sie. Vielleicht auch nicht. Als ich ankomme, sitzt Mareike schon da. Ich gehe zu ihr und setze mich. Sie hat das Notizbuch auf dem Schoß. Sie schreibt diesmal wirklich. Ich warte. Sie schreibt zu Ende. Sie hebt den Blick. Ich sage: "Schreibst du gerade?" Sie sagt: "Ja." Ich sage: "Magst du mir was davon zeigen?" Sie legt die Hand über das Notizbuch. Sie sagt: "Wieso?" Ich sage: "Weil ich wissen will was du schreibst." Sie sagt: "Das hat noch niemand gefragt." Ich sage: "Ich bin auch noch niemand." Sie lächelt nicht ganz. Sie sagt: "Ich kann dir nicht zeigen was ich gerade schreibe." Ich nicke. Ich frage nicht weiter. Beide sitzen eine Weile. Beide schauen über die Wiese. Sie sagt: "Schreibst du auch?" Ich sage: "Nein." Sie sagt: "Liest du?" Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Was liest du?" Ich überlege. Ich kann jetzt sagen was ich lese. Ich könnte eine Plattform erwähnen. Ich könnte Mareike raten lassen wer ich lese. Ich sage: "Verschiedenes." Pause. Sie sagt: "Kurze Sachen?" Ich nicke. Sie schaut mich an. Sie sagt: "Magst du Online-Autoren?" Ich sage: "Manche." Sie sagt: "Was magst du an denen?" Ich sage: "Genauigkeit." Sie senkt den Blick. Sie hat ein bisschen was im Blick, das ich nicht lesen kann — eine Anspannung, eine Furcht. Sie sagt: "Magst du, was ich schreibe?" Ich schaue sie an. Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Was gefällt dir am meisten?" Ich überlege. Ich sage: "Die Beobachtungen. Wenn du einen Moment genau anschaust, ohne ihn größer zu machen als er ist." Sie senkt den Blick. Sie sagt: "Und die anderen Sachen?" Ich weiß, was sie meint. Die Texte über Begehren. Die Frauen, die immer wieder anders aussehen. Ich sage: "Die mag ich auch. Aber die Parkszene ist näher." Sie schaut mich an. Sie sagt: "Warum?" Ich sage: "Weil ich dabei war." Ich sage nicht: du bist Liora. Sie sagt nicht: ich weiß, dass du es weißt. Wir müssen den Namen nicht sagen. Ich lese sie nachts, wenn alle schlafen. Ich weiß es. Sie weiß es. Es muss nicht noch einmal laut gesagt werden. Mareike nimmt ihr Handy aus der Tasche. Sie sagt: "Wir sollten unsere Nummern tauschen." Ich gebe ihr meine Nummer. Sie speichert sie. Dann gibt sie mir ihre. Ich speichere sie als Mareike. Sie sagt: "Dann können wir schreiben." Ich sage: "Ja." Ich stehe auf. Ich sage: "Ich geh dann." Sie sagt: "Okay." Ich gehe langsam. Ich schaue nicht zurück. --- # Kapitel 9 — Ich sage es Sonntag morgen. Ich liege in meinem Zimmer. Im Haus ist es noch still. Ich öffne die Plattform. Eine neue Liora-Szene. --- *"Sie kommt aus dem Bad. Sie hat sich gewaschen. Sie hat nasse Haare. Sie trägt ein Handtuch um den Körper. Sie geht den Flur entlang. Sie bleibt vor einer Tür stehen.* *Sie öffnet die Tür einen Spalt. Sie schaut in das Zimmer.* *Ich sitze auf dem Bett. Ich lese.* *Sie kommt rein. Sie lässt das Handtuch fallen.* *Sie ist nackt. Kleine Brüste, athletischer Körper, blonde Haare nass auf den Schultern.* *'Lies nicht,' sagt sie. 'Schau mich an.'* *Ich schaue sie an.* *Sie legt sich neben mich. Sie legt ihre Hand auf die Seite, die ich gerade lese. Sie schließt das Buch.* *'Lies mich,' sagt sie.* *Ich fange an."* --- Ich lese. Ich klappe den Bildschirm zu. Ich denke: Liora ist Liora. Sie schreibt weil sie schreiben muss. Sie schreibt über Begehren das sie selbst hat. Ich sitze mit Carina in der Küche. Andrea räumt das Geschirr weg. Jürgen schaut im Wohnzimmer Nachrichten. Mein Handy liegt neben meinem Teller. Es vibriert. Mareike schreibt: "Bist du zu Hause?" Ich schreibe: "Ja. Du?" Sie: "Auch." Carina schaut kurz auf mein Handy. Sie sagt: "Wer schreibt?" Ich drehe das Handy um. Ich sage: "Niemand." Carina sieht mich an. Sie sagt nichts. Sie nimmt sich noch ein Stück Brot. Später, oben in meinem Zimmer, schreibe ich mit Mareike weiter. Sie schreibt: "Wie war es für dich, nachdem du gegangen bist?" Ich schreibe: "Ich musste die ganze Zeit an deine Texte denken." Sie: "An welche?" Ich: "An die Parkszene. Und an die anderen." Sie: "Auch an die mit den blonden Frauen?" Ich starre lange auf den Satz. Ich schreibe: "Ja." Sie: "Und was denkst du jetzt über mich?" Ich überlege. Unten höre ich Carina lachen. Andrea ruft nach ihr. Jürgen schaltet im Wohnzimmer den Fernseher lauter. Ich schreibe: "Dass du schreibst, ändert nicht, wer du bist." Sie: "Das klingt einfach." Ich: "Ist es nicht." Sie schreibt lange nichts. Dann schreibt sie: "Du kennst dich doch mit Computern aus." Ich schreibe: "Ein bisschen. Warum?" Sie: "Mein Computer macht Probleme. Kannst du mir helfen?" Ich: "Soll ich vorbeikommen?" Sie: "Freitag?" Ich: "Bei dir?" Sie: "Ja. Ich komme." Ich: "Okay." Am nächsten Morgen schreibt sie noch einmal. Sie: "Du musst mich nicht als Liora lesen." Ich: "Ich lese dich als Mareike." Sie: "Auch wenn ich dir Liora-Texte zeige?" Ich: "Auch dann." Sie: "Und wenn ich über dich schreibe?" Ich schaue auf den Satz. Ich schreibe: "Ich will dich sehen. Nicht deine Figur." Sie antwortet: "Dann kommst du nochmal." --- # Kapitel 10 — Sie zeigt mir was sie geschrieben hat Donnerstagabend. Eine neue Liora-Szene. --- *"Sie liegt im Bett. Sie hat die Decke weggetreten. Ihre nackte Haut liegt im kalten Licht des Zimmers. Sie schläft nicht.* *Sie denkt an jemanden. Sie hat ihn ein paar Mal gesehen. Sie weiß nicht wie er aussieht mit Hemd. Sie weiß nur wie er aussieht wenn er vergisst, dass er angeschaut wird.* *Sie zieht ein Knie an. Ihre Hand gleitet über ihren Bauch. Sie schließt die Augen und denkt an die Art, wie er den Kopf neigt, wenn er zuhört.* *Sie stellt sich vor, dass er neben ihr liegt. Nicht nah genug, um sie zu berühren. Nah genug, dass sie seine Wärme spürt.* *Ihre Finger wandern tiefer. Sie hält den Atem an. Sie denkt an seinen Blick, wenn er versucht, nicht zu zeigen, dass er sie begehrt.* *Sie kommt leise.* *Danach liegt sie still. Sie dreht sich auf die Seite, zieht die Decke über sich und schläft ein."* --- Ich lese das. Ich weiß: das ist für mich. Ich merke, dass ich erregt bin ich habe einen Steifen wie selten. Ich mache das Licht aus. Freitagabend, Mareikes Haus. Ich fahre mit dem Bus zu ihr. Sie hat gesagt, dass ihr Computer Probleme macht. Mareike macht die Tür auf. Sie hat das Notizbuch in der Hand. Wir sitzen in ihrer Küche. Sie sagt: "Ich hab was zu zeigen." Sie legt das Notizbuch auf. Sie schlägt eine Seite auf. Sie schiebt mir das Notizbuch hin. Eine Szene aus dem Stadtgarten. Ein Mädchen sitzt auf einer Picknickdecke. Sie hat lange braune Locken und eine runde Brille. Sie liest und schreibt abwechselnd. Ein Junge kommt zu ihr und setzt sich. Sie klappt das Notizbuch nicht sofort zu. Sie schaut ihn an. Er sagt: "Ich mag, wie du schaust." Er meint, dass sie hinhört, wenn jemand vorbeigeht oder der Wind etwas macht. Dass sie nichts verpasst. Als er neben ihr sitzt, zeichnet sich eine Beule in seiner Hose ab. Sie tut so, als würde sie es nicht sehen. Sie lächelt und sagt: "Tue ich auch. Aber ich zeige es niemandem." Ich erkenne den Park wieder. Ich erkenne mich darin. Unter den Text hat Mareike geschrieben: "Er war süß." Es ist genauer, als mir lieb ist. Ich lese die Stelle noch einmal. Dann schaue ich auf den Satz darunter. Ich sage: "Du hast das gesehen?" Sie sagt: "Ja." Ich sage: "Auch die Beule?" Sie schaut kurz weg. Sie sagt: "Ich hab so getan, als würde ich sie nicht sehen." Ich sage: "Ich dachte, du hättest es nicht bemerkt." Sie sagt: "Ich wollte nicht, dass es dir peinlich ist." Ich sage: "War es aber." Sie sieht mich an. Sie sagt: "Warum?" Ich schaue auf das Notizbuch. Ich sage: "Weil ich dich mochte. Und weil ich nicht wusste, ob du mich überhaupt bemerkt hast." Mareike wird still. Ich zeige auf die Zeile unter dem Text. Ich sage: "Und was heißt 'süß'?" Sie lächelt kaum. Sie sagt: "Dass ich dich mochte. Schon da." Ich lese den Satz noch einmal. Dann schiebe ich ihr das Notizbuch wieder hin. --- # Kapitel 11 — Liora wird echt Eine Minute später. Wir sitzen in der Küche. Mareike sagt: "Magst du mich?" Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Seit wann?" Ich sage: "Seit dem Park." Sie sagt: "Ich hab dich auch gemocht. Seit dem Park." Pause. Sie sagt: "Hast du gedacht, dass ich Liora bin, bevor Lea geredet hat?" Ich sage: "Ich hab's nicht gedacht. Ich hab's gehofft." Sie sagt: "Hast du mich danach nochmal anders gelesen?" Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Hast du versucht zu sehen wo du schon gesehen wurdest?" Ich sage: "Ja. Ich glaube, du hast mich in 'Frau am Fenster' zum ersten Mal gesehen." Sie überlegt. Sie sagt: "Vielleicht." Pause. Ich bin still. Sie schaut mich an. Ich sage: "Ich will es nicht sagen." Sie sagt: "Morgen." Ich sage: "Morgen nicht. Eines Tages." Sie lehnt sich an mich. Ich lege den Arm um sie. Sie sagt: "Magst du noch bleiben?" Ich sage: "Ja." Wir kochen zusammen — einfach, Pasta, viel Knoblauch, zu viel Wein für uns beide. Wir machen die Küche sauber. Wir gehen ins Wohnzimmer. Wir sitzen auf dem Sofa. Das Sofa ist groß und weich und braun. Durch das Fenster sehe ich den kleinen Garten, schwarz im Dunkeln. Kein Swimmingteich, kein Wasser — nur Rasen, die Gartenstühle, der Zaun zum Nachbargrundstück. Sie hat eine Decke über die Beine. Sie trägt noch das T-Shirt vom Abend, eine Jogginghose, keine Schuhe. Ihre langen braunen Locken sind offen. Ich sitze am anderen Ende des Sofas. Ich habe mein Handy in der Hand, aber ich schaue nicht drauf. Ich schaue sie an. Sie sagt: "Was?" Ich sage: "Nichts." Sie lächelt. Stille. Sie sagt: "Magst du noch einen Wein?" Ich sage: "Nein." Ich lege das Handy weg. Wir schauen was im Fernsehen läuft. Irgendwas, das wir nicht richtig verfolgen. Mareike redet manchmal, leise, sie sagt was zu dem was im Fernsehen passiert. Ich nicke. Ich schaue sie an, nicht den Bildschirm. Irgendwann lehnt sie sich an mich. Ihr Kopf liegt an meiner Schulter. Ich lege meinen Arm um sie. Sie rutscht näher an mich ran. Mein Arm liegt jetzt über ihrer Schulter, meine Hand liegt auf ihrer Brust. Ich sage nichts. Sie sagt nichts. Durch den Stoff ihres T-Shirts spüre ich, wie ihr Herz schlägt. Es schlägt schnell. Es schlägt viel schneller als normal. Ich spüre wie es pocht, gegen meine Handfläche. Wir bleiben so. Wir sagen nichts. Wir schauen den Bildschirm an, aber wir sehen ihn nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit zuckt meine Hand. Eine kleine Bewegung, ein Reflex. Sie seufzt. Es ist ein leises Seufzen, fast unhörbar. Sie dreht sich nicht weg. Sie schmiegt sich enger an mich. Sie legt ihre Hand auf meine. Das ist Ermutigung. Ich merke das. Ich streiche mit dem Daumen über ihre Brust. Eine kleine Bewegung. Sie atmet ein. Sie zuckt nicht. Ich streiche nochmal. Langsamer. Ich spüre, wie sich ihre Brustwarze unter dem Stoff verhärtet. Ich spüre, wie ihr Herzschlag schneller wird. Mareike sagt: "Wir sollten hochgehen." Ich sage: "Ja." Sie steht auf. Sie nimmt meine Hand. Wir gehen nach oben. Oben ist der Flur. Drei Türen links und rechts, eine am Ende. Mareikes Zimmer ist links. Das Bad ist in der Mitte. Sie öffnet ihre Tür. Sie geht rein. Ich gehe hinterher. Mareikes Zimmer ist mittelgroß, mit einem Schreibtisch am Fenster, einem Bett an der Wand, einem Kleiderschrank, einem gerahmten Foto von Lea an der Pinnwand. Das Zimmer riecht nach ihr. Sie schließt die Tür. Sie lehnt sich an die Tür. Sie schaut mich an. Sie sagt: "Ich hab das die ganze Zeit nicht." Ich sage: "Was?" Sie sagt: "Das mit jemandem." Ich sage nichts. Sie hebt den Kopf. Sie küsst mich. Sie küsst langsam. Sie ist vorsichtig, sie macht keine schnellen Bewegungen, sie küsst und wartet und küsst wieder. Ich lege die Hand an ihre Wange. Ich spüre wie sie leicht zittert. Sie zieht das T-Shirt über den Kopf. Sie steht vor mir, im BH und in der Jogginghose. Ihre braunen Locken liegen über ihren Schultern; darunter zeichnet sich ihr kleiner, athletischer Körper nur an den Stellen ab, die der Stoff freilässt. Ihr Bauch ist flach, rechts unter dem Rippenbogen liegt das Muttermal. Ich schaue sie an. Ich sage nichts. Ich gehe zu ihr, lege die Hände an ihre Taille. Ich küsse die Stelle über ihrem Schlüsselbein. Ich atme ein, langsam, gegen ihre Haut. Ich lege die Hand auf ihre Brust. Sie atmet aus. Sie legt die Hände an mein T-Shirt und zieht es hoch. Ich helfe ihr. Sie schaut mich an. Sie sagt: "Du bist warm." Ich lächle. Sie berührt meine Brust, meinen Bauch, meine Seite. Ich greife hinter ihren Rücken und finde den Verschluss ihres BHs. Ich warte einen Moment, bis sie kaum merklich nickt, dann öffne ich ihn. Die Träger gleiten über ihre Schultern. Sie streift den BH ab und lässt ihn auf den Boden fallen. Erst jetzt steht sie mit freiem Oberkörper vor mir. **Brust:** - A-Körbchen, Brüste klein, fest, kein Hänge - Brustwarzen hellrosa, klein bis mittelgroß, hart aus der Situation - Brustwarzenvorhof mittelgroß - keine Dehnungsstreifen **Bauch:** - flach, leicht definiert (Sixpack-Ansatz) - kleiner Bauchnabel (kein Piercing) - zarte Linea nigra, kaum sichtbar - das Muttermal rechts unter dem Rippenbogen **Arme, Hände, Schulter, Rücken:** - schlanke Arme mit feinem Flaum - lange Finger - Sommersprossen auf den Schultern - Leberfleck am Hals Ich knie vor ihr. Sie trägt noch die Jogginghose. Ich küsse ihren Bauch und schaue zu ihr hoch. Sie schaut auf mich hinunter. Ich löse den Bund ihrer Jogginghose. Als ich den Stoff langsam über ihre Hüften ziehe, kommen zuerst ihre schmale Taille und dann ihre durchtrainierten Beine zum Vorschein. Der Stoff sinkt zu ihren Füßen. Sie steigt heraus und steht nur noch im weißen Baumwoll-Slip vor mir. Ich streiche über die Innenseite ihrer Oberschenkel. Sie atmet ein. Zwischen meinen Fingern und ihr liegt noch der Stoff; ich halte inne, bis sie die Beine ein wenig weiter öffnet. Dann greife ich an den Bund ihres Slips. Ich ziehe ihn nicht hastig herunter, sondern Stück für Stück. Zuerst zeigt sich das weiche Dreieck ihrer braunen, leicht gekürzten Locken. Als der Stoff weiter gleitet, sehe ich die hellen, vollen Lippen und den rosigen Rand der inneren, leicht asymmetrischen Lippen. Sie hebt die Hüfte, damit ich den Slip über ihre Beine und schließlich über ihre Füße ziehen kann. Ich sehe sie an, ohne etwas zu sagen. Dann berühre ich sie vorsichtig mit zwei Fingern. Sie atmet schwer und legt eine Hand auf meinen Kopf. Ich küsse erst ihren Schamhügel, dann die Innenseite ihrer Oberschenkel. Als ich sie schließlich mit dem Mund berühre, schließt sie die Augen und lässt mich. Nach einer Weile kommt sie leise, zitternd, mit einem langen Atemzug. Wir legen uns aufs Bett. Sie legt sich auf die Seite, ich lege mich hinter sie. Mein Arm liegt über ihrer Taille. Sie atmet. Sie sagt: "Warte." Sie steht auf. Sie geht zu ihrem Schreibtisch. Sie öffnet die Schublade. Sie kramt kurz. Sie sagt: "Hier." Sie legt ein Kondom auf das Bett, neben das Kopfkissen. Sie legt sich wieder hin. Sie legt sich auf die Seite, ich hinter ihr. Mein Arm liegt wieder über ihrer Taille. Sie sagt: "Ich bin bereit." Ich streife das Kondom über. Ich streiche mit den Fingern zwischen ihre Beine. Sie ist immer noch nass von vorher. Ich schiebe zeige und Mittelfinger in die Spalte und suche ihren Kitzle. Ich stimuliere sie kurz. Sie atmet ein. Sie presst sich gegen meine Hand. Ich frage: "Tut es weh?" Sie sagt: "Nein. Mach weiter." Ich lege mich hinter sie. Ich finde ihren Eingang mit den Fingern. Ich positioniere mich. Ich gleite hinein, eng, warm, feucht, langsam. Sie atmet aus und presst die Lippen zusammen. Ich stoße, langsam, vorsichtig. Sie stöhnt leise. Sie legt ihre Hand auf meine, die auf ihrer Hüfte liegt. Ich stoße wieder. Sie wird lauter. Sie presst sich gegen mich. Sie kommt zuerst. Sie kommt mit einem langen Schauer, einem Seufzen, einem Zittern am ganzen Körper. Ich halte an. Ich warte. Ich atme. Ich komme bald danach, in das Kondom, mit einem heißen Schub. Wir bleiben so. Sie atmet. Ich atme. Sie dreht sich zu mir. Sie legt den Kopf an meine Brust. Sie weint. Leise, ein paar Tränen. Sie weint nicht weil es weh tat — sie weint weil es richtig war. Ich halte sie fest. Ich streiche über ihr Haar. Ich warte bis sie aufhört zu weinen. Sie sagt: "Das war schön." Ich sage: "Ja." Sie sagt: "Ich will das nochmal." Ich sage: "Ja." Wir liegen im Bett. Die Decke über uns. Es ist still. Ich frage: "Schreibst du drüber?" Sie überlegt. Sie sagt: "Vielleicht." Pause. Sie sagt: "Irgendwann." Sie schläft ein. Morgen. Kaffee in der Küche. Mareike und ich sitzen am Küchentisch. Durch das Fenster sehe ich den kleinen Garten. Sie fragt: "Magst du noch bleiben?" Ich sage: "Ja." Beide wissen: das ist erst der Anfang. — wenn Mareike und ich in der Küche sitzen — habe ich noch immer die Liora-Texte in meinem Kopf. Die heißen Stellen. Die Anatomie. Die blonde Figur. Ich sehe Mareike gegenüber, mit ihren braunen Locken, ihren kleinen Brüsten, ihrem Bauch. Ich sehe die Frau mit der ich gerade Sex hatte. Ich sehe Liora. Ich sehe Mareike. Ich werde es niemandem sagen. **Ende von Story 1** Der Herbst bringt kürzere Tage, eine Kamera und zwei Svenjas, die noch nicht wissen, was ein einziger Blick verändern kann. *Fortsetzung in Story 2 – Hinter den Hecken.*
Empfohlener Beitrag