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Eine Woche frei


CAT-IS-BACK

Empfohlener Beitrag

Der Text ist zu heiß

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Die Fahrt hatte sich ewig gezogen. Drei Monate durchziehen, kaum Pause, immer funktionieren… und jetzt plötzlich: nichts mehr müssen.

Als ihr das Haus erreicht habt, war es fast schon still. Kein Nachbar, kein Verkehr. Nur Wind in den Bäumen – und dieses Gefühl, als hätte die Welt euch kurz vergessen.

Mary stieg aus, streckte sich langsam.
„Wenn hier nichts passiert… dann haben wir echt was falsch gemacht.“

Du hast nur gegrinst.
„Wart’s ab.“

Drinnen wurde alles ausgepackt. Taschen, Getränke, Klamotten.

Und natürlich die Sachen, die ein kleines bisschen mehr Mut brauchten.

Als du sie in der Hand hattest, war dieses Kribbeln sofort wieder da. Dieses „heute passiert was“-Gefühl.

Der Kamin lief am ersten Abend schon. Bier wurde geöffnet, Musik lief leise.

Ihr wart müde.

Aber nicht zu müde.

Eher… aufgeladen.

Am nächsten Tag wurde es zu ruhig.

Zu perfekt.

Zu leer.

Du lagst halb im Pool, die Sonne auf der Haut.
„Wir brauchen Leute.“

Mary drehte sich zu dir, dieses kleine, gefährliche Grinsen.
„Endlich sagst du’s.“

Anzeige rein.

Die Antworten kamen schnell.

Und mit jeder Nachricht wurde dieses Gefühl stärker.

Vorfreude.

Neugier.

Ein kleines Ziehen im Bauch.

Ihr seid nochmal einkaufen gefahren.

Bier. Wein. Snacks. Grillzeug.

Ihr habt euch gegenseitig Dinge in den Wagen gelegt, euch angeschaut, gelacht.

„Das wird nicht normal heute“, meintest du.

Mary sah dich an.
„Gut.“

Zurück im Haus begann das Ritual.

Styling.

Spiegel. Licht. kleine Korrekturen.

Im Hintergrund lief Musik – dieser typische Sound, der sofort irgendwas in dir auslöst.

Du standest vor dem Spiegel, hast dich selbst betrachtet, leicht den Kopf schief gelegt.

„Sag mal… kennst du den Song von Faltermeyer?“ meintest du plötzlich.

Mary hob eine Augenbraue. „Welchen meinst du jetzt?“

Du grinste.
„Wenn ich mich so im Spiegel sehe… heiß ich bald Catta Faltenmeyer.“

Du musstest selbst lachen.
„Ey, ich werd 55 – ich darf das.“

Mary lachte laut auf, trat hinter dich, legte kurz die Hände an deine Seiten.
„Ganz ehrlich? Steht dir.“

Du hast gespielt empört geschnauft.
„Frech.“

Kurzer Blick in den Spiegel.

Ein Moment.

Und dann dieses kleine, ehrliche Lächeln.

„Außerdem…“ murmeltest du, halb grinsend, „…gibt auch Stellen, die sind noch ziemlich glatt.“

Mary beugte sich leicht näher.
„Details sparen wir uns… erstmal.“

Ihr habt beide gelacht.

Und genau in diesem Moment war es wieder da:

Dieses Knistern.

Dieses „heute passiert was“.

Als die ersten Gäste kamen, war alles kurz vorsichtig.

Aber diese Spannung lag schon in der Luft.

Man musste sie nur anstoßen.

Ein Bier.

Ein Witz.

Ein Lachen.

Und plötzlich war alles offen.

Du standest am Grill.

Hitze im Gesicht, das Fleisch zischte, du warst konzentriert…

…bis du gemerkt hast, dass jemand hinter dir stand.

Sehr nah.

Zu nah.

Ein Atem an deinem Ohr.

„Pass auf, sonst wird’s schwarz“, murmeltest du.

„Keine Sorge… ich hab dich im Blick.“

Du wolltest gerade reagieren, da spürtest du diese bewusste Nähe.

Nicht zufällig.

Ganz sicher nicht.

Du hast kurz innegehalten, die Grillzange halb in der Luft.

„Ey… ich arbeite hier…“

Ein leises Lachen.
„Du kannst mehr als eine Sache gleichzeitig.“

Du hast versucht, ernst zu bleiben.

Hat nicht funktioniert.

Der Grill wurde plötzlich… nebensächlich.

Am Pool war die Stimmung lockerer.

Mary wurde lachend ins Wasser gezogen, spritzte zurück, zog jemanden näher.

Du bist dazugekommen.

Und plötzlich wart ihr alle nah.

Zu nah für „nur Spaß“.

Hände im Wasser, die sich berührten.

Ein Blick, der hängen blieb.

Du hast jemanden angesehen, der dich genauso ansah.

Kein Lächeln.

Nur dieses stille Verstehen.

Und dann doch ein kleines Grinsen.

In der Sauna wurde alles langsamer.

Dichter.

Die Luft warm, schwer.

Du saßt neben jemandem, eure Beine berührten sich leicht.

Niemand wich aus.

„Ganz schön warm hier“, sagtest du leise.

„Noch nicht“, kam zurück.

Ein Blick.

Direkt.

Ruhig.

Du hast gemerkt, wie dein Herz schneller wurde – und gleichzeitig alles langsamer.

Ein Moment, der sich zog.

Und keiner wollte ihn beenden.

Zwischen dir und Mary war es einfach.

Frei.

Du hast sie gesehen, wie sie lachte, sich bewegte, mit anderen spielte.

Und statt irgendwas anderem war da nur dieses Gefühl:

Ja.

Genau so.

Die Nacht wurde intensiv.

Nicht laut.

Sondern… dicht.

Am nächsten Tag: müde Gesichter, Kaffee, leises Lachen.

Und dieses gemeinsame Wissen:

Das war erst der Anfang.

Die neuen Gäste am zweiten Abend brachten sofort mehr Energie rein.

Direkter.

Selbstbewusster.

Du hast es sofort gespürt.

Dieses Ziehen.

Dieses „heute wird’s noch mehr“.

Begegnungen passierten schneller.

Ein Gespräch auf der Terrasse.

Erst locker.

Dann leiser.

Dann näher.

Jemand beugte sich leicht zu dir.
„Du bist gefährlich heute.“

Du hast gelächelt.
„Du bleibst ja trotzdem.“

Ein kurzer Moment.

Dann ein noch kürzerer Abstand.

Später bist du aufgestanden.

„Ich hab noch was.“

Alle schauen dich an.

Dieses Grinsen konntest du dir nicht verkneifen.

„Kommt mit.“

Das Kaminzimmer.

Die Tür geht auf.

Warmes Licht. Feuer. Ruhe.

Und in der Mitte diese große, weiche Fläche.

„Okay… das ist unfair“, lacht jemand.

Du lehnst dich an den Türrahmen.
„Ich nenn’s… gute Vorbereitung.“

Die ersten setzen sich.

Zögernd.

Dann nicht mehr.

Einer legt sich hin.

Zieht jemanden mit.

Gelächter.

Dann wird es ruhiger.

Nicht still.

Aber… anders.

Du liegst irgendwann mittendrin.

Um dich herum Wärme.

Nähe.

Bewegung.

Gespräche, die ineinander fließen.

Jemand sagt etwas, du hörst nur halb zu.

Weil sich alles gerade mehr wie fühlen anfühlt als wie denken.

Mary taucht neben dir auf.

Ganz nah.

Ihre Stirn kurz an deiner.

„Das ist genau das, was wir wollten, oder?“

Du atmest kurz aus.

„Ja.“

Mehr brauchst du nicht sagen.

Die Nacht vergeht.

Langsam.

Und viel zu schnell gleichzeitig.

Die restlichen Tage werden ruhiger.

Aber tiefer.

Mehr echte Gespräche.

Mehr kleine Momente.

Ein Lächeln beim Vorbeigehen.

Eine Hand, die kurz deine streift.

Ein Blick, der reicht.

Am letzten Tag ist es still.

Fast zu still.

Ihr packt eure Sachen.

Das Haus wirkt plötzlich größer.

Leerer.

Mary lehnt sich an dich.
„War gut, oder?“

Du schaust sie an.

Lächelst.

„War genau das, was wir gebraucht haben.“

Die Fahrt zurück fühlt sich anders an.

Nicht mehr leer.

Sondern voll.

Mit Momenten.

Mit Begegnungen.

Mit diesem Gefühl, einfach mal frei gewesen zu sein.

Und irgendwo zwischen all dem wisst ihr beide:

Das war nicht das letzte Mal.

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