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Das, was einst war.


Empfohlener Beitrag

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Geschrieben

Ich sitze nackt auf dem Bett und meine Erektion brennt fast schon schmerzhaft– alles ist fest, hart und angespannt. Vor lauter Erregung kann ich ein Zittern kaum noch unterdrücken. Und trotzdem kommen die Worte, die ich an F. richte, ruhig und souverän aus meinem Mund. Kurz und knapp erteile ich meine Anweisungen. 

„Ich will jetzt an deinen Nippel saugen. Aber ich möchte, dass deine Nippel nach deiner Scheide schmecken. Befriedige dich jetzt selbst.“ 
Nach einer kurzen Pause sprach ich weiter … 
„Nimm deine Finger, steck sie in dich rein und feuchte Nippel mit deinen Fingern an.“

Ich bin überrascht, mit welcher Gelassenheit ich das alles aussprechen kann. Überhaupt bin ich überrascht, dass ich jetzt hier sitze und sage, was ich gerade sage.

 

In meinem Leben hatte ich nie eine dominante Ader. Ich hatte aber auch keine devote Ader. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich überhaupt keine Ader. Ich wollte einfach so wenig wie möglich mit Menschen tun haben. Denn ich glaubte, dass ich so meine Ruhe hätte und zufrieden sein könnte. Glaubte ich …

Im tiefsten meines Wesens wusste ich, dass es nicht so ist. Eigentlich wollte ich mein Leben mit Menschen teilen. Eine Beziehung haben. Etwas geben. Etwas bekommen. Einfach glücklich sein. Aber das wusste ich damals nicht. Zu dieser Zeit kultivierte ich mein schrulliges Eremitendasein und eine enge Freundschaft mit meiner rechten Hand. 

Aber manchmal musste diese autistische Einsiedelei pausieren. Gerade im Frühling mischte sich unter meine zynische Selbstgewissheit eine gewisse Traurigkeit. Draußen sexelten junge Paare vor sich hin und freuten sich über die sonnige Frühjahrsenergie, die ihre Libido beflügelte. 
Und ich? Habe ich erwähnt, dass ich eine enge Freundschaft zu meiner rechten Hand pflegte? 

Ich mochte Frauen. Ich mochte Sex. Aber ich wusste nicht, wie ich einen Zugang bekommen konnte. Ich war zu schüchtern. Und mein Selbstwert war in etwa so hoch, wie eine Tiefgarage. Kein Wunder, das ich mich so zurückgezogen habe.

 

Heute sitze ich auf dem Bett und beobachte, wie F. meinen Anweisungen folgt: Sie steht nackt vor mir; mit leicht gespreizten Beinen und streicht mit ihrer linken Hand ihren Köper herunter. Von ihren Brüsten über ihren Bauch bis hin zu ihrem Venushügel. Dort verweilt sie ein wenig. 
Ich kann ihre Erregung genau sehen, schmecken, riechen, spüren – obwohl sie etwa eineinhalb Meter weit weg steht. 

Nun gleitet sie weiter. Ihre Finger berühren ihre leichtglänzenden Schamlippen und fangen an zu kreisen. Während sie kreist, führt sie zwei Finger der anderen Hand langsam in ihre Vagina. Das Ganze macht mich so heiß, dass ich mich kaum beherrschen kann. Am liebsten würde ich jetzt sofort über sie herfallen. Sie aufs Bett werfen. Auf ihr liegen. Sie spüren. Fühlen. Ficken. 

Aber ich beherrsche mich. Denn ich weiß, dass ich dieses Spiel weiterspielen will. Ein Spiel, dass weit vor dieser Nacht begonnen hat.

 

Nur weil ich ein Einsiedler war, heiß es nicht, dass ich nichts gemacht habe. Irgendwie war ich schon immer ein Mann der Tat. Ich liebte es, meine Arbeit zu machen. Ich liebte es, Sport zu machen. Ich liebte es, meinen Hobbys nachzugehen. Und alles, was ich gemacht habe, habe ich auch gut gemacht. Nur habe ich die ganze Zeit nicht gemerkt, dass ich meine Sachen gut gemacht habe. Es hat mir gereicht, irgendwie aktiv zu sein, um die Einsamkeit zu vergessen. 

 

Jetzt beobachte ich, wie F. ihre beiden Finger aus ihrer Scheide zieht. Vor lauter Lust, Erregung und Feuchtigkeit sind sie nass glänzend. F. führt sie an ihre Brust und beginnt, ihre Nippel zu umspielen. Über die Zeit werden ihre Bewegungen intensiver. Ich sehe wie sie ihre Fingernägel in die Knospen hineindrückt, wie sie sie dreht, wie sie sie zieht. 
Und das alles macht sie, ohne dass ich es ihr gesagt habe. Es ist so schwer, in diesem Moment ruhig zu bleiben. Die Schmerzen der Geilheit, die sich durch meinen gesamten Penis ziehen sind fast unerträglich. Ich will anfangen, loslegen. Aber ich bleibe sitzen und schaue F. bei ihrem Spiel zu. 

 

Meine erste Veränderung spürte ich durch einen Freund. Ja, ich hatte und habe Freunde. Nicht viele. Aber sehr verehrte und geschätzte. Dieser Freund war eine Plage. Immer und immer wieder nervte er mich. Ich solle mal aus meinem Schneckenhaus rauskommen. Ich solle beginnen zu leben. Ich solle den Menschen meine Arbeit zeigen. Mit ihnen reden. Meine Meinung äußern. Ihm gefiel, was ich machte und er war der Überzeugung, dass es auch anderen gefallen würde. Ich sah das nicht so. Aber der Freund konnte sehr gut nerven. Immer wieder versuchte er mich zu überzeugen, mit ihm auszugehen. 

Irgendwann hat er meinen Widerstand gebrochen. Also bin ich eines Tages mit ihm zu irgendeinem Netzwerktreffen gekommen. Okay, auf dieser Versammlung benahm ich mich scheu und ungelenk. Aber was ich sagte, schien anzukommen. Die anderen zeigten Interesse und stellten Fragen. Sie waren kompetent und erzählten mir von Dingen, die mich auch interessierten. Und mit einem Mal spürte ich ein sehr seltsames Gefühl: Zufriedenheit.

 

Jetzt bin ich auch zufrieden. F. beginnt leise zu stöhnen während sie weiter ihre Nippel verwöhnt, dreht, zieht und zwirbelt. Alleine vom zusehen bin so erregt, dass ich kurz davor bin zu platzen. 
Allmählich muss ich eingreifen: 
„Stopp! Ich will jetzt wissen, wie Du schmeckst. Komm her.“ 
Sie kommt auf mich zu. 
„Setze dich auf meinen Schoß.“
Sie setzt sich auf meinen Schoß und ich spüre, wie sie ihre Schamlippen meinen Penis berühren. Ich kann mich kaum konzentrieren. Ich vergesse fast, was ich wollte. 
Ficken! Jetzt sofort. 
Nein! Ich will wissen, wie jetzt ihre Nippel schmecken. 
Also ergreife ich ihre Brust und komme mit meinem Mund näher. Als meine Lippen zum ersten Mal ihre Haut berühren ist es eine Explosion auf den Nervenenden, die sich von meiner Mundspitze in den Kopf und von da aus weiter in meinen Unterleib ausbreitet. Langsam beginne ich, mit der Zunge ihre Brustwarze abzutasten und schmecke den süß bitteren Geschmack ihrer Lust. Das war ein Auslöser. Ich muss weiter machen: An ihr saugen. Lecken. Anfassen. Nach ihr greifen, sie von meinem Schoß hochnehmen und aufs Bett werfen.

 

Eine weitere Erfahrung in meinem Leben, war der Tag, als ich lernte, was Unabhängigkeit wirklich bedeutet. Bis zu dahin hatte ich bereits eine Entwicklung durchgemacht. Seit mich mein Freund auf das Treffen mitgenommen hatte, habe ich immer wieder andere Menschen getroffen. Manche von ihnen konnten mir durchaus sympathisch sein. Ich fühlte mich für meine Verhältnisse sogar ganz gut. Und ich spürte, dass da noch einiges in mir steckt. 

An diesem Tag auf jeden Fall, hatte ich einen Unfall. Ich bin gestürzt und habe mir auf einer choreografisch sehr interessanten Weise das linke Bein verdreht. Das Ergebnis: Ich konnte mich wenig bewegen und musste zuhause bleiben. Mit einem Mal war ich wieder der Einsiedler, der nicht in die Welt hinauskommt. Doch in diesem Fall war es anders. Ich fühlte mich nicht einsam. Auch wenn keiner meiner alten und neuen Bekannten Zeit hatte, mich zu besuchen. Ich war mir selbst ein guter Besuch. Ich konnte die Situation gut ertragen und hatte nicht eine Minute Langeweile. 
Ein ganz besonderer Moment in diesen Krankentagen, war der Augenblick, an dem ich etwas kochen wollte. Ich humpelte in Küche, öffnete den Vorratsschrank und sah, dass er gut gefüllt war. Es klingt banal. Ein gut gefüllter Küchenschrank. Das ist in etwas so besonders, wie ein VW Golf. Aber für mich war es einer der größten Augenblicke in meinem Leben. Der der volle Schrank hat mir ganz bildlich gezeigt, dass ich mich selbst versorgen kann und dass ich mir keine Sorgen machen muss. Dazu habe ich gelernt, dass ich mir alleine gut klarkomme und ein sehr zufriedener Mensch bin. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie stark und unabhängig ich bin. Und von diesem Tag an, hatte ich nie wieder Angst, alleine zu sein.

Dieses Gefühl war so schön und überwältigend, dass ich trotz des verletzten Beines versuchte zu tanzen. Das war keine gute Idee, denn die Schmerzen durchzogen meinen ganzen Körper. Trotzdem konnte ich nicht aufhören zu grinsen. 

Es war der Wahnsinn, der sich in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten fortsetzte. 

Nach meiner Verletzung zum Beispiel, bin ich zum Arzt gegangen, um zu checken, ob alles in Ordnung sei. Als er im Zuge der Untersucheng meine Körpergröße gemessen hat, kam eine Zahl heraus, die so nicht in Erinnerung hatte. Als ich die Zahl des Arztes mit den Angaben auf dem Personalausweis verglich, sah ich, dass ich 3 Zentimeter gewachsen bin. 

Eine Andere Episode war die Geschichte im Restaurant: Der Kellner brachte mir ein Essen, das ich nicht bestellt hatte. Normalerweise hätte ich es mit einem Lächeln angenommen. Irren ist menschlich. Außerdem mochte ich es nicht, zu diskutieren. In diesem Fall aber, wollte ich das Essen nicht haben. Mit freundlich, entschlossen Worten ließ ich das Mahl zurückgehen. Als der Kellner wiederkam mir schon etwas schlechter gelaunt ein neues Menü servierte, war es wieder falsch. Auch jetzt ließ ich es zurückgehen. Entschlossen aber nicht genervt. Jedes Wort von mir kam höflich, geradeaus und souverän aus meinem Mund. Ich war nicht auf schlechte Laune und Krawall ausgerichtet. Ich wollte einfach nur das essen, was ich bestellt hatte. Und diese Haltung wirkte … 

Während ich wieder auf meine Mahlzeit wartete, lächelte mir eine Frau zu, die zwei Tische weiter saß. Es war eine Frau, die mich vor Monaten nicht eines Blickes gewürdigt hätte. So sah sie zumindest aus. Sie wirkte wie eine Frau, die normalerweise einen Mann sucht, der mindestens ein russischer Oligarch ist oder zumindest einen Bären mit seinen bloßen Händen erlegen kann. 

Solche Episoden mehrten sich. Egal wo ich war. Ich war komplett bei mir und fühlte mich unabhängig. Mit diesem Gefühl im Bauch, war es schwer, nicht zu lächeln. Es beflügelte mich und es steigerte meine Aufmerksamkeit. Auf einmal sah ich Dinge im Alltag, die mir sonst nie aufgefallen wären. Der alte Mann, der mit seinen schweren Einkauftüten kaum durch die Tür kam. Ich habe ihn geholfen. Die Mutter, die versuchte mit drei Kindern in den Bus zu kommen. Ich nickte ihr zu und motivierte ihre Kinder einzusteigen. 
Irgendwie erschien mir alles leicht und schön. Ich zeigte meine Lebensfreude und bekam ein Lächeln zurück. Mit dieser Haltung kamen die Flirts von ganz alleine. Wenn ich wollte, konnte ich Frauen ganz einfach kennenlernen. 

Gleichzeitig spürte ich auch eine wachsende Verantwortung. Freunde fragten mich um Rat. Sie vertrauten mir. Sie spürten meine Ruhe. Sie mochten es, dass ich die Initiative ergriff. Und ich mochte es, die Initiative zu ergreifen. Ich habe entdeckt, dass ich die Kraft habe zu lenken. Also lenke ich. 

Vor zwei Wochen traf ich F. Es war in einem Café. Ich saß wieder einmal an meinem Lieblingstisch und genoss es, ein Buch zu lesen. In diesem Moment sprach sie mich an und fragte, worum es in diesem Buch ginge. Sofort merkte ich, dass das Buch sie gar nicht interessierte. Aber es war ein guter Einstig, so dass ich sie bitten konnte, sich zu setzen. Schnell kamen wir ins Gespräch. Kurze Zeit später redeten wir über alles – außer über das Buch. 

 

Und vom ersten Augenblick an wusste ich, dass ich mehr will. Ihre Worte sprachen meinen Kopf an und ihr Körper erregte meinen Körper. Lässig schlank saß sie da. Sie sah aus, als ob es ihr egal wäre, was sie anzieht. Aber das in solch einer eleganten und lässigen Perfektion, dass es mir fast Tränen in die Augen trieb. Nachdem wir den Kaffee getrunken hatten, strich ich ihr über die Schulter und fragte nach ihrem Smartphone. Sie gab es mir und ich tippte meine Telefonnummer ein. „Es war schön, mit hier dir zu sitzen. Ich würde es gerne wieder machen. Ruf mich einfach an, wenn du dich treffen willst.“ Auch das war für mich neu. In meinem alten Leben hätte nie so klare ansagen gemacht. Aber ich wollte mehr von dieser Frau und darum habe ich Initiative ergriffen. Keine Ahnung woher diese Kraft kam, auf einmal war sie da.

 

Jetzt liegt F. auf dem Bett. Sie stöhnt. Sie will, dass ich über sie herfalle. Ich will es auch. Aber ich gedulde mich noch ein wenig, um uns beide noch mehr zu erregen. Ich musste so lange auf diesen Moment warten, dass es auf diese paar Minuten nicht mehr ankommt.

 

Geschrieben

By the way: Das ist eine ausgedachte Geschichte. Alle handelnden Personen sind fiktionale Charakter.

  • 4 Wochen später...
Geschrieben

Wow. Gefällt mir ausnehmend gut. Weiter so subtil.

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