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Jetzt ist es raus: Wir alle werden immer dümmer


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Ich glaube, unsere Differenz geht tiefer als ein "Aneinander vorbei reden": ich sehe durchaus auch den Sinn von "wenn-dann-"-Modellen, wenn beispielsweise Virologen sich auf die Bekämpfung von Pandemien vorbereiten. Dass dabei selbst hinsichtlich kurzfristiger Auswirkungen durchaus auch Fehleinschätzungen möglich sind, hat doch 2009 die Risikoeinstufung des H1N1-Virus gezeigt.

Mit diesem Erfahrungshintergrund dann Schlußfolgerungen hinsichtlich der weiteren biologischen Evolution der Spezies Mensch formulieren zu wollen und diese noch im Brustton der Überzeugung mit "unbestritten" zu untermauern, geht mir nun doch etwas sehr in eine esoterische Richtung - zumal meine Tarotkarten ohnehin etwas anderes aussagen!

Ich finde Dein "relatives Verschwinden" übrigens klasse! Das ist fast so schön wie "Kollateralschaden" oder "brutalstmögliche Aufklärung!


Geschrieben

@Ballou:

Das ist wirklich keine Rocket-Science. Dass sich gut ausgebildete und beruflich erfolgreiche Menschen weniger fortpflanzen als ungebildete Menschen gehört seit Max Weber zu einem soziologischen Allgemeinposten. Heute beträgt der Fertilitätsunterschied bei Akademikerinnen und Frauen ohne Schulabschluss oder nur mit Hauptschulabschluss über 1 Kind pro Frau.

Die Korrelation zwischen IQ und Bildungserfolg ist auch sehr hoch. Soweit ich weiß gibt es nachwievor keinen besseren Prädiktor.

Eine Schlußfolgerung bzgl. der weiteren Evolution habe ich damit nicht getroffen, sondern erstmal nur den gegenwärtigen Zustand beschrieben.


Geschrieben

Die Korrelation zwischen IQ und Bildungserfolg ist auch sehr hoch. Soweit ich weiß gibt es nachwievor keinen besseren Prädiktor.


Was hat Intelligenz mit Bildung zu tun?

Heute beträgt der Fertilitätsunterschied bei Akademikerinnen und Frauen ohne Schulabschluss oder nur mit Hauptschulabschluss über 1 Kind pro Frau.


Und das hängt nicht mit der Bildung sondern mit dem Lebensstandard zusammen.
Auch bei Einwanderern nach Deutschland sinkt schon in der 2.Generation die Kinderzahl gegenüber dem Heimatland ab. Ohne dass damit ein Bildungszuwachs eingeht.


Geschrieben

@Babette:

Intelligenz ist sehr stark mit Bildungserfolg korreliert. Das ist erstmal ein statistisches Faktum. Über kausale Zusammenhänge habe ich damit noch nichts gesagt.

Auch die Frage WARUM Akademikerinnen weniger Kinder kriegen ist irrelevant für die Beschreibung eines Trends. Sie kriegen einfach weniger Kinder.


Geschrieben (bearbeitet)

wenn man sich z.b. kinder ansieht, habe ich nicht das gefühl, dass die immer dümmer werden. zum teil habe ich das gefühl, dass viele kinder heutzutage eine schlagfertigkeit an den tag legen, den mich als "erwachsenen menschen" manchmal echt sprachlos machen. das hängt vlt. zum teil einfach mit der schnelllebligkeit unsere welt zusammen. sogar kinder haben heute handys und benutzen pc's, also sind die anforderungen an sie auch viel höher. sie müssen schneller lernen!

ich hab mal in einer kinder- und jugendpsychiatrie gearbeitet, was man da zusehen bekommt spricht bände: kids mit zwölf jahren, super intelligent - schon fast erschreckend was die in dem alter erfassen können/müssen. aber auf der anderen seite entwickeln sie essstörungen, entwickeln symptome von ad(h)s obwohl keine anatomische grundlage dafür zu finden ist.

tja aber viele erwachsene wirken dagegen schon heftig abgestumpft. ich bemerks bei mir zum teil auch, kann dass aber NICHT IMMER nur negativ bewerten.

es hat manchmal auch was mit selbstschutz zutun.


bearbeitet von hansimglueck34
Geschrieben


Auch die Frage WARUM Akademikerinnen weniger Kinder kriegen ist irrelevant für die Beschreibung eines Trends.



Hi,
weil immer noch gilt , dumm fickt gut
Wenn ich 3 Kinder bekomme kann ich auch für 3 Kinder Kindergeld kassieren
Gruß Gaby


Geschrieben

@SensualGuy

Ich greife bewußt nochmals eine etwas ältere Aussage von Dir auf


Der Zölibat katholischer Priester hat sich definitiv sehr negativ auf katholische Populationen ausgewirkt. Wenn die intelligentesten Menschen über Generationen angehalten wurden, keine Kinder zu bekommen, kann sich das nicht positiv auf den Genpool auswirken. Es kommen nicht umsonst etliche Größen auch heute noch aus protestantischen Pfarrersfamilien.



1. war mir bislang nicht bekannt, dass religiöse Populationen sich in ihrem Bestand vornehmlich durch sexuelle Aktivität ihrer Priester sicherten.
2. wäre dann zu belegen, warum die katholische Population sich nach dem 10. Jahrhundert (Einführung des Zölibats) weiterhin rasant ausgebreitet hat.
3. würde mich interessieren, welche genetische Mutation dem Entstehen der evangelischen Kirche zugrundeliegt.
4. Was ist mit den Größen, die weder aus einem evangelischen, noch katholischen Pfarrhaus entstammen? (Gerüchte behaupten, das sei die Mehrheit)

Und Korrelation von Intelligenz und Bildungserfolg ist ja gut und schön: aber was bedingt nun was? Die Intelligenz den Bildungserfolg oder umgekehrt? (Du solltest Dir mal den Bildungserfolg verschiedener Träger hoher IQs zu Gemüte führen )
und dann vielleicht noch den Bildungserfolg mit ihrem Erfolg im weiteren Leben vergleichen.


Geschrieben (bearbeitet)

Genau um auf diese unschöne Wahrheit zu verzichten habe ich ja gesagt, dass das warum nicht entscheidend ist, hehe.

Aber klar. Es sind vor allem die ökonomischen Opportunitätskosten, die gut ausgebildete Frauen vom Kinderkriegen abhalten. Dass und die lange Ausbildungsdauer.

Wer mit 30 endlich mit seinem Doktor fertig ist und dann die Früchte der Arbeit ernten will, der hat durch einen beruflichen Ausfall von mehreren Jahren (wenn man mal von zwei Kindern ausgeht, die man beide nicht sofort nach der Entbindung in die Krippe gibt) so gigantische Opportunitätskosten durch entgangene Karrierechancen und Verdienstausfälle, da reden wir je nach Karrierepfad über mehrere Hunderttausend Euro.

Ein Hartz 4 Empfänger hat genau 0 Verdienstausfälle, weil Kindergeld und Hartz 4 fürs Kind idr alle Kosten mindestens decken. Vielleicht stellt er sich sogar besser.

Andere Gründe sind dann vielleicht auch fehlende Future Time Orientation - also dass sich Akademiker eher zu viele Gedanken machen (habe ich nun den perfekten Partner? Hält das alles?) während weniger intelligente Menschen mit weniger Impulskontrolle und weniger FTO generell schlechtere biographische Entscheidungen treffen. (Schulabbruch, Ausbildungsabbruch, Substanzmissbrauch, uneheliche Kinder)

Ein anderer Effekt könnte auch schlicht der falsche Gebrauch von Verhütungsmitteln sein. Dafür braucht man auch ein Mindestmaß an Intelligenz und Gewissenhaftigkeit.

@Ballou:

1. Die Theorie hat schon Francis Galton aufgestellt. Der klassische Vergleich ist dann immer der mit dem rabbinischen Judentum, in dem idr Rabbiner die meisten Kinder haben. Aber auch protestantische Pfarrhäuser sind für Kinderreichtum bekannt.

Wie groß der Effekt nun tatsächlich ist kann man natürlich schwer beweisen - wie bei allen Prozessen, die seit 1000 Jahren andauern ;-)

2. Katholiken ERMUNTERN ja ihre Anhänger enorm dazu, Kinder zu bekommen. Sie fragen (früher zumindest) aber gleichzeitig bei den cleversten auch immer wieder nach, ob er sich denn nicht vielleicht doch fürs Priesteramt berufen fühle. Und gerade die kriegen dann keine Kinder. Sondern eben der dumme Bruder Der dafür dann 10...

3. Jaja.


4. Ist aber wurscht ob die Mehrheit nicht aus Pfarrhäusern stammt um einen Zusammenhang zu belegen. Die Mehrheit der Nobelpreisträger ist auch nicht jüdisch, trotzdem haben Juden bei einem Weltbevölkerungsanteil von weniger als 1% ungefähr 30% Anteil an den harten Nobelpreisen.


Beides bedingt ein Stück weit einander. Aber eben nur ein Stück weit. Der Rest ist genetisch vorgegeben und da ist die Richtung klar.


bearbeitet von SensualGuy
Geschrieben

Wenn ich jetzt böse wäre - was ich ja nicht bin - würde ich sagen, du hast inkorrekt zitiert.
Bei indirekter Rede lass bitte das Wort "Zitat" weg, denn es ist keins mehr, wenn du es nur sinngemäß mit eigenen Worten widergibst.
LG xray666



Was redest du da ? Ich habe deine Worte raus kopiert und hier nicht meine eigenen rein gemischt!
Nur habe ich es kopiert, statt wie hier normal zitiert, weil ich keine Lust hatte, den ganzen Trext dazwischen raus zu löschen.
Also erst mal überlegen, bevor man was unterstellt.
Was ich aus deinem Text verstehe oder interpretiere ist auch meine Sache.


Geschrieben

ein paar Worte wollte ich auch da zu schreiben aber core_dump hat in seinem ersten Beitrag schon das wichtigste vorweggenommen

es ist nur ein gutes Beispiel dafür was dabei herauskommt wenn jemand aus einem Fachbereich Bücher oder Artikel schreibt die den Sachverhalt eines anderes entspringen.

eins will ich aber dann doch noch anfügen... wir leben in einer Welt sehr eng gefasster Spezialisierung. solche allgemein Genies wie z.B. Leonardo da Vinci, Newton, Aristoteles, Galileo usw... wird es in der heutigen zeit nicht mehr geben. niemand kann heutzutage all das abdecken was an Wissensgebieten existiert. selbst in der Physik gibt es Spezialisierungen auf einen bestimmten Teilgebiet der Physik. bei der Medizin Biologie und auch all den technischen oder soziologischen Bereichen ist praktisch das gleiche. aber anders geht es aber auch nicht mehr. also wenn jemand heute noch eine Ausbildung in einem bestimmten fach macht dem bleibt fast nichts übrig als zum sogenannten "Fachidioten" zu werden. obwohl in dem Zusammenhang das Wort viel zu negativ klingt... aber ein besseres fiel mir gerade nicht ein


Geschrieben

Ich möchte mal leise nörgelnd anmerken, und hierbei die ausdrückliche Erlaubnis erteilen, dieses Missfallen auf meine betrübliche intelligenztechnische Rückentwicklung zurückzuführen, gern auch explizit (ein beliebtes Hobby in diesem Kreisen ) dass die überbordende Nutzung von Begriffen wie

Flynn-Effekt, soziokulturell, Evidenz, Konsens der Intelligenzforschung, Fertilität, Korrelation, Prädiktorstatistisches Faktum, ökonomische Opportunitätskosten



ja schon ganz ok ist. Ich meine. Warum nicht. Man muss ja auch mal was für die Bildung des Pöbels tun. Aber sowas hier

dieses Trait, Rocket-Science, Future Time Orientation



Nein. Das muss nun wirklich nicht sein. PickUp Generation hin oder her. Für manche Dinge gibt es einfach keine Entschuldigung. Ich hab 2006 fast die WM verpasst, weil ich beim Begriff "die La Ola Welle" immer so schrecklich schreien musste. Auch dafür gab es keine Entschuldigung.

Kann man irgendwo abstimmen ob man den Newspeak als offizielle Sprache in diesem Forum aufnehmen oder ablehnen soll? Ich würde gern mit "Ablehnen" stimmen, wenns Recht ist. Vielen Dank.


Geschrieben (bearbeitet)

Wir alle werden immer dümmer ...
Wie seht ihr das?


xray, da muss ich dir und den anderen Untergangsapologeten aufs Entschiedenste - weil durch eigene empirische Beobachtungen widerlegt! - widersprechen.

Um zu sehen, was die Zukunft bringt, müssen wir an den Ort, an dem die zukünftige Intelligenzia "herangezüchtet" werden - an die Schulen!
Noch niemals gab es so viele Kinder und Jugendliche, denen mangelnde Aufmerksamkeit, wissensdefizite und Störertum attestiert wurden (besonders ausgeprägt scheint dieses Phänomen übrigens in den Haupt- und Realschulen zu sein, das habe ich allerdings nur vom Hörensagen). Dieses Verhalten liegt, wenn man insbesondere den Eltern betroffener Kinder Glauben schenken darf, an Unterforderung!
Der Sohn bzw. die Tochter ist nämlich nicht - wie man annehmen könnte - sozial gestört oder einfach doof, nein, sie sind hyperintelligent und langweilen sich während des Unterrichts.

Die ganzen Kevins, Chantales und Cheyennes werden also nur verkannt. Was könnte aus ihrem Leben nur werden, wenn ihr "Talent" richtig erkannt würde!

So muss es uns nicht bange werden, die Schulen stecken voll von kommenden Einsteins und Plancks. Möglicherweise gleiten diese Intelligenzler dann doch noch ab und "studieren" so was wie Geistes- oder Kultur"wissenschaften" oder finden die Nähe zur Esoterik? Aber wer weiß, wofür das wieder gut ist ...


2. ... warum die katholische Population sich nach dem 10. Jahrhundert (Einführung des Zölibats) weiterhin rasant ausgebreitet hat.


Weil Mörder, Kinderschänder und sonstige Halunken in der Kirche Asyl gewährt bekamen. Überlege dir mal, welchen Zuwachs die US-Kirche heute hätte, wenn alle Gefängnisinsassen zwischen Knast und Kirche wählen könnten!
Und früher war das eben möglich.


bearbeitet von Topbody
Geschrieben

Ich möchte mal leise nörgelnd anmerken, und hierbei die ausdrückliche Erlaubnis erteilen, dieses Missfallen auf meine betrübliche intelligenztechnische Rückentwicklung zurückzuführen, gern auch explizit (ein beliebtes Hobby in diesem Kreisen ) dass die überbordende Nutzung von Begriffen wie




@zweifeltorte



schön, das du wieder da bist, hab dich vermisst!


Geschrieben (bearbeitet)


Insofern ist so gut wie alles aus der Wissenschaft Spekulation - auch wenn sie sehr wahrscheinlich zutrifft



immer hin besser als eine bloße Behauptung es gibt tatsächlich Menschen die denken Wissenschaft müsste einen demokratischen Prozess darstellen... sie ist es aber nicht und das zurecht. wir können nicht darüber abstimmen ob die Gravitationstheorie richtig oder falsch ist... darüber entscheiden Experimente und Rechnungen nicht das Gefühl. weil sie nicht ein bisschen richtig und ein bisschen falsch sein kann... entweder sie ist richtig oder sie ist falsch. dass aber immer zweifeln angebracht sind ist es auch richtig so... z.B. die relativistische Theorien Einsteins werden schon seit ihrer Entstehung immer wieder einer Prüfung unterzogen sobald etwas neues an wissen in dem Bereich auftaucht. bis jetzt ist alles so wie die Theorie anhand ihres mathematischen Unterbaus es voraussagt... also kann man beruhigt davon ausgehen, dass sie richtig ist.... vorerst. aber auch wenn etwas neues an Erkenntnissen auftauchen würde würde diese Theorie wahrscheinlich nur erweitert werden. genau so wie die Newtonsche Gravitationstheorie die durch die Einsteinnische nicht ersetzt wurde sondern nur erweitert und verbessert. Newtons Berechnungen und sind in den Einsteinchen integriert... genau so wie auch der Satz des Pythagoras der auch in den Gleichungssystemen vorkommt...

@Topbody
ach so... war keine Kritik an deiner aussage... nur ein Erweiterung. hier im Forum ist das so eine Sache etwas zu kommentieren


bearbeitet von tenjin
Geschrieben

wir leben in einer Welt sehr eng gefasster Spezialisierung. solche allgemein Genies wie z.B. Leonardo da Vinci, Newton, Aristoteles, Galileo usw... wird es in der heutigen zeit nicht mehr geben.

Gerade Leonardo Da Vinci ist ja bekannt dafuer, dass er alles Moegliche ausprobierte und unvollendet liegen liess, wenn er wusste, dass es funktioniert. Du hast Recht, um Geld zu verdienen, bleibt man am besten im eigenen Fachgebiet - es gibt aber viele kreative Menschen, die zwar in irgendetwas trockenem ihr Haupteinkommen haben, aber nebenher einen Haufen anderer Sachen machen.
Und ob die nun Da Vinci-Level haben ist ja egal, damals gab es auf dem Level auch keine Unmengen Leute...


Noch niemals gab es so viele Kinder und Jugendliche, denen mangelnde Aufmerksamkeit, wissensdefizite und Störertum attestiert wurden...

Bist Du sicher?
Hast Du mal Tom Sawyer gelesen?
Wurde das damals vielleicht einfach als normal kindlich abgetan?
Bei uns gab es (wie in fast jeder Klasse) einen Klassenkasper - das fand keiner ungewoehlich, sein Vater war Klassenkasper als meine Mutter zur Schule ging...


Geschrieben (bearbeitet)


Und ob die nun Da Vinci-Level haben ist ja egal, damals gab es auf dem Level auch keine Unmengen Leute...



es gab damals auch keine Unmengen an gesicherten Wissen... von daher konnte man neben dem Arzt auch Philosoph, Alchemist, Mathematiker usw. sein... heute absolut undenkbar.

nur mal so allgemein...
die Große Bibliothek von Alexandria (Antike) umfasste nach diversen Überlieferungen um die 500000 Bücher. zu 95% waren es wissenschaftliche Fachbücher. das hat sich dann im Mittelalter, als das Christentum aufkam drastisch gewandelt. das Monopol auf lesen und schreiben, genau so wie die Deutungshoheit darüber was in den Büchern zu unterschiedlichen Themen stehen durfte erhielten nur geistliche, und die einzigen die Bücher besaßen waren kirchliche Einrichtungen. die meisten mittelalterlichen Bibliotheken besaßen gerade mal 500 Bücher... und zu 95% waren es religiösen Bücher.

Korrektur...
habe noch mal nachgeschaut...
die Zahl der Handschriften in mittelalterlichen Bibliotheken lag bei ca. 1500, die größte in Venedig besaß um die 15000 Bücher. ändert aber nicht daran, dass es im Grunde nur religiöse Wahnvorstellungen waren.


bearbeitet von tenjin
Geschrieben

Und heute wissen wir alles, weil wir Zugang zu Bibliotheken mit allem von Scott Adams bis Oscar Wilde haben?
Denn wer liest regelmaessig Fachliteratur?

Es waren schonmal alle sicher, dass wir alles wissen - und dann kamen Computer...
Wieviel von unserem Wissen ist den gesichert?

Und es ist undenkbar, neben dem Arzt auch Philosoph, Alchemist, Mathematiker usw. zu sein?
Mein Hausarzt baut tolle "antike" Moebel in Handarbeit, ein Freund von mir (auch Arzt) schreibt Theaterstuecke. Einen mathematischen Mediziner hab ich nicht im Bekanntenkreis, da sich das eher wenig mit meinen Interessen ueberschneidet, aber ich bin sicher, das gibt's auch.
Warum nicht?


Geschrieben

Man kann heute immer noch "alles" machen. Aber eben auf dem Niveau eines Laien. Der Unterschied zu Universalgenies wie Da Vinci oder Leibniz ist der, dass die auf mehr als einem Gebiet die größten ihres Fachs waren. Und häufig nichtmal in verwandten Fächern.

Das ist heute undenkbar. Eine einzelne Teildisziplin irgendeines Fachs ist so völlig unüberschaubar, die Beiträge einzelner Wissenschaftler soviel geringer und soviel mehr eingebunden in Gruppen, dass es den TYPUS des Universalgenies schlicht nicht mehr gibt.


Geschrieben

...dass es den TYPUS des Universalgenies schlicht nicht mehr gibt.

Wie steht es mit Douglas R. Hofstadter?
Oder Paul Robeson?


Geschrieben

Oder John Cage? Der konnte neben seinen zweifellosen geistigen Fähikgeiten sogar noch was nützliches: er war Pilzkenner.

Die Frage ist wirklich wieder mal: wie erkennt man "Dummheit". Am Fehlen der Fähigkeit, in flächendeckend im Einflußbereich von Sendemasten und mit mindestens einem am Körper festgewachsenen Handy im Wald überleben zu können? Wo findet man denn überhaupt noch einen Wald, in dem man diese Fähigkeit testen könnte?

Ist es ein Zeichen von Dummheit, Fähigkeiten zu trainieren, die man mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit niemals brauchen wird? Ich bezweifle, dass frühere Wald- oder Steppenbewohner, so gut sie in ihrer Umgebung überleben konnten, sich besonders intensiv um Kenntnisse in der Hochseefischerei bemüht haben. Vermutlich konnten sie nicht mal schwimmen.

Nein, eigentlich ist es nicht besonders dumm, seine Fähigkeiten in den Bereichen, die die Umwelt nun mal fordert (aktuell ist das halt auch die Fähigkeit, sehr schnell SMSen zu tippen und in WoW nicht allzu oft zu sterben) zu schulen. Kenntnisse in höherer Mathematik oder eine so ausgeprägte Kreativität, die es einem ermöglicht, als Urvater und Insipration zahlreicher Kunststile im Verlauf der nächsten 10 Dekaden zu werden sind da - wiewohl beeindruckend - nicht wirklich erforderlich. Um so anerkennenswerter, wenn sich so jemand dann doch mit Pilzen auskennt!

Aber bei den meisten anderen Leuten manifestiert sich das Fehlen von Dummheit doch einfach nur darin, dass sie in der Lage sind, sich an die Gegebenheiten ihres üblichen Umfeldes anzupassen und darin zurecht zu finden. Mir persönlich würde das schon reichen.


Geschrieben (bearbeitet)

@Sleeping Beasty:

Die beiden hast Du jetzt aber nicht gerade mit Leibniz und Da Vinci verglichen, oder? :P

@Zweifelstorte:

Intelligenz würde ich, ganz allgemein, als Problemlösefähigkeit bezeichnen. Und je abstrakter und neuer ein Problem wird, desto besser korrelliert in der Regel ein hoher IQ mit der Fähigkeit, das Problem lösen zu können.

Soll heißen: Buschmänner, die seit Jahrtausenden auf relativ gleiche Art und Weise der Jagd nachgehen, brauchen dafür keinen hohen IQ. Sie kriegen die wenigen entscheidenden Handgriffe von ihrem Stamm beigebracht. Der Rest ist Körperbeherrschung, Instinkt, Übung etc.

Ein unbekanntes mathematisches Problem zu lösen erfordert hingegen einen sehr hohen IQ, weil man sehr abstrakt denken und altes Wissen eigenständig transferieren können muss.


bearbeitet von SensualGuy
Geschrieben


Soll heißen: Buschmänner, die seit Jahrtausenden auf relativ gleiche Art und Weise der Jagd nachgehen, brauchen dafür keinen hohen IQ. Sie kriegen die wenigen entscheidenden Handgriffe von ihrem Stamm beigebracht. Der Rest ist Körperbeherrschung, Instinkt, Übung etc.

Ein unbekanntes mathematisches Problem zu lösen erfordert hingegen einen sehr hohen IQ, weil man sehr abstrakt denken und altes Wissen eigenständig transferieren können muss.



Sollte nicht auch zur Intelligenz gehören, dass man erkennt, dass man sich selbst diametral widerspricht ?

Dass wir heute genetisch dümmer werden bezweifelt eigentlich niemand. Da darf man sich auch nicht durch den Flynn-Effekt beruhigen, der hauptsächlich durch die (soziale) Anpassung an eine abstrakter werdende Informationsgesellschaft zu erklären ist.

Um das Gegenteil zu behaupten müsste man schon das Konzept Intelligenz komplett ablehnen oder unterstellen, Intelligenz sei überhaupt nicht genetisch bedingt sondern ausschließlich soziokulturell erworben.
Das tut heutzutage aber niemand. Selbst der linkste Soziologe würde sich SO weit nicht aus dem Fenster lehnen.



Was ist nun? Wir werden immer dümmer, unterscheiden uns aber von den Buschmännern, die jahrtausendelang nur so dahinvegetierten durch die Fähigkeit mittels eines hohen IQs abstrakte Problemlösungen erarbeiten zu können ?

Da möchte ich denn doch mal Zweifeltortes Ansatz aufgreifen: manchmal wäre es ausreichend, etwas mehr logische Stringenz in die eigene Argumentation zu bringen.


Geschrieben

@Ballou:

Wir werden insgesamt immer dümmer, weil sich die dümmeren Segmente der Bevölkerung stärker vermehren. Gleichzeitig haben wir umgekehrt eine zwar kleiner werdende, aber dafür immer intelligentere und homogenere kognitive Elite.

Dass diese kognitive Elite häufig völlig nutzlos ist und eben lieber mit dem Geld anderer Leute spekuliert anstatt z.B. Grundlagenforschung in der Physik zu betreiben oder Krebs zu heilen - das ist nochmal ein Thema für sich...

Aber mal ehrlich: wieviel % der Bevölkerung traust Du ein Mathematik Studium zu? 10%? 15%? Eher noch weniger würde ich sagen. Ich habe im NRW im GK 14 Punkte in Mathe gehabt und wurde im Mathe Vorbereitungskurs für mein BWL Studium in Mannheim so dermaßen überrollt, das war nicht mehr feierlich. Da habe ich in 3 Wochen so richtig schön gemerkt wie dumm ich bin und wie wenig das im "Bildungsland" NRW aufgefallen ist.


Geschrieben

Ich wiederhole es gerne nochmals: logische Stringenz des Denkens und Argumentierens gegenüber einer gegebenen Problemstellung - ob abstrakt oder konkret! - schlägt in meinen Augen eklektische und anekdotische Wissensdemonstration um Längen.

Eine "kognitive Elite", die lieber mit dem Geld anderer Leute (bzw. noch besser fiktivem Geld, das nur noch digital existiert) spekuliert, ist ein Widerspruch in sich. Da fehlt ganz einfach die kognitive Minimalleistung, zu erkennen, wohin dieses "Spiel" führt und wie nah am Kraterrand da bereits getanzt wird.

Ich bevorzuge auch da die modernen "Buschmänner" und selbstverständlich Frauen, die erkennen, dass eine auf dauer stabile Gesellschaft nicht mehr ausgeben kann, als sie an Werten schafft.
Aber ich gebe zu - das ist Geschmackssache!


Geschrieben

Eine sich unmoralisch verhaltende kognitive Elite ist kein Widerspruch, weil Intelligenz ≠ Weisheit oder Moralität.

Ein Meisterdieb ist genauso auf seine Intelligenz angewiesen wie ein Neurochirurg.

Und der Meisterdieb mag, wie der hoch-Risiko-Spekulant, wissen, dass nur er selber profitiert und die Gesellschaft vor die Hunde ginge, würden sich mehr Leute wie er verhalten. Aber er tut es trotzdem, weil er ein Trittbrettfahrer ist und darauf vertraut, dass andere sich eben nicht so verhalten.


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