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Gibt es eine "Nettigkeitsfalle"?


DerGoettinger

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Wir kennen alle Klaus Lage: "1000x berühnt, 1000x is nix passiert, 1001 Nacht, und es hat "zoom" gemacht". O.k., die Fälle gibt es also, in denen man nach Jahren des "Kennens" sich plötzlich Liebe entwickelt. Aufgrund einiger Gespräche im Freundes- und "Freundinnen"-Kreis sowie aufgrund eigener Erfahrung drängt sich mir der Eindruck auf, dass das aber genau genommen die absolute Ausnahme ist.

Ja, ich weiß, jetzt kommt wieder der eine oder die andere, die von sich sagen kann, "aber bei mir war es genau so". Nur: in meinem persönlichen Umfeld (selbst im erweiterten) ist mir nur ein einziger Fall bekannt, wo tatsächlich nach langjähriger Freundschaft plötzlich die Liebe im Raume stand.

Ich stellt mir also gerade die Frage, ob es sowas wie eine "Nettigkeitsfalle" gibt? Denken wir wirklich unbewusst in solchen "Schubladen" wie "Freundschaft" und "Liebe", also Kategorien, die wir - warum auch immer - instinktiv gegeneinander abgrenzen?

Mich interessiert hier nicht so sehr der theoretische Teil, sondern mehr die Erfahrungen. Insbesondere an die Frauen: Ihr habt doch mit Sicherheit wirklich nette Männer in Eurem Umfeld. Was ist, wenn die sich in Euch verlieben? In wie weit haben diese Männer eigentlich überhaupt eine Chance? Oder würdet Ihr eher versuchen, dieses abzublocken? Und wenn ja, warum? Ist es vielleicht sowas wie "Angst davor, einen Freund zu verlieren"?


Geschrieben

das ist etwas vertrackt:

früher, wenn ich mit einer Frau schlafen wollte, wollte sie nur mit mir reden -
heute will ich eigentlich nur reden, aber sie wollen mit mir schlafen -
wenn ich aber dann mit ihnen schlafen möchte, möchten sie nicht mehr mit mir schlafen und erst recht nicht mehr mit mir reden...

sehr, sehr geheimnsvoll...


Geschrieben

Reden wir jetzt von Freundschaft ohne Sex oder mit Sex?


Geschrieben

Eigentlich:
Freundschaft ohne Sex <---> Beziehung

Aber gern auch erweiterbar auf:
Freundschaft ohne Sex <---> Beziehung/Freundschaft mit Sex


Geschrieben

Ich glaube ja, dass Frauen eher dazu in der Lage sind, mit einem Mann "nur befreundet" zu sein. Zumindest bei mir ist das so, dass ich bei einem wirklich guten Freund einfach "ausblende", ob er nun männlich oder weiblich ist, da geht es in erster Linie um den Geist und die Fähigkeit, miteinander zu reden und füreinander da zu sein. Derjenige kriegt dann einen "brüderlichen" Status und deswegen ist es für mich undenkbar, mit eben diesem Freund eine erotische Beziehung zu führen (was ja zweifelsohne zu einer "richtigen Beziehung" dazugehört).
Und manchmal ist es einfach so, dass man jemanden kennt, mit dem man 100 %ig auf einer Wellenlänge ist, sich blind versteht und vertraut, über alles reden kann, die gleich Interessen hat, der eigentlich der perfekte Partner für einen wäre und mit dem es sogar sexuell super klappen würde oder sogar tut (Freundschaft + Sex)... aber man ist einfach nicht verliebt. Naja, und wenn da kein Funke überspringt, dann kann es noch so toll sein. Und eigentlich ist es auch doch besser so, wenn man mal drüber nachdenkt

Dabei liebt man diesen Menschen durchaus... nur eben auf eine andere Weise, aber dafür dauerhaft


Geschrieben

in eine freudnschaft gehört kein Sex

Wenn aus ner Affäre ne Freundschaft wird ist das was anderes.

Aber mit guten Freunden ins Bett zu steigen, würde in Normalfall viel kaputtmachen.

Daher seh ich das auch so mit der "Schwesternstatus"


Geschrieben

Ohohoh - Contra!

Erotik KANN eine Freundschaft kaputt machen - aber sie kann sie auch bereichern und vertiefen.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Einer meiner engsten und langjährigsten Freunde ist ÜBERWIEGEND ein platonischer Freund - und wenn wir beide gerade Single sind und Lust haben, dann haben wir auch mal Sex.

Klappt prima und hat unserer Freundschaft eine wunderbare Tiefe gegeben.

Dennoch ist er ein FREUND. Ich bin nicht verliebt, er ist nicht verliebt und wir würden auch nie eine Beziehung haben wollen.

Der Sex schadet der Freundschaft in keinster Weise.


Ich denke, der Knackpunkt ist wirklich das Gefühl. Wie jemand so schön sagte: "Entweder, es schnackelt - oder nicht." Der Grund, warum aus Freundschaften so selten Beziehungen werden, liegt wohl darin, daß es nicht "geschnackelt" hat - und daß das in den meisten Fällen auch nicht mehr passiert, weil das üblicherweise am ANFANG eines Kennenlernens geschieht und nur selten erst nach Jahren.


Geschrieben

Zumindest bei mir ist das so, dass ich bei einem wirklich guten Freund einfach "ausblende", ob er nun männlich oder weiblich ist

O.k., ich glaube, dass ist das, was mir so durch den Kopf ging mit "Falle": Natürlich ist da schon eine Art "tiefe Beziehung", nur wird der andere eben irgendwie als "sexuelles Neutrum" gesehen. Bei einer "Beziehung" (zumindest so, wie ich sie sehe), ist Sex aber ein unabdingbarer Bestandteil (nicht der wichtigste, letztendlich aber unverzichtbar).

Frage also: wie nachhaltig und unumkehrbar ist dieses "sexuelle Ausblenden"? Denkt "frau" auch bei solchen Freunden zB. ab und an mal, "wie er im Bett wäre"?


Geschrieben (bearbeitet)

Zum einen ist die Aussage, dass man einen Freund nicht verlieren will (Steigerung: ich möchte unsere Freundschaft nicht aufs Spiel setzen) der praktischste Weg zu sagen: "ich will nichts von Dir."

Sorry Jungs, aber das ist die Quintessenz des Spruches.
Obwohl er auch ernst gemeint ist suggeriert er insgeheim (ohne dass die Frauen auch selbst es merken): "Ich würde Dich ja wollen, aber unsere Freundschaft ist mir wichtiger."

Myriaden von Männern haben sich nach diesem Mustergespräch an den Angebeten die Zähne ausgebissen, bis auch deren Freundschaft an Penetranz, oder eben enttäuschten Gefühlen ("Du hast doch gesagt, dass Du etwas für mich empfindest, Dir aber unsere Freundschaft wichtig ist...") zerborsten ist...

Ich glaube nicht, dass es einfach Schubladen sind, wie Göttinger vermutet.

Man hat den anderen einfach in seinen Funktionen (ohne das rein funktional zu meinen) lieb gewonnen und ihn auf eine bestimmte Art und Weise in sein Leben und Fühlen eingebunden.
Auf diese Art ist er Teil des Lebens und Fühlens und wenn er plötzlich mehr will, dann ist das als würde ein Arm schreien: "Lass mich Dein Bein sein!"

Oft steht dem angebeten Wesen ein amouröses oder gar erotisches Gefühl für den anderen gar nicht zur Verfügung, und die Geschichten solcher Freundschaften zeigen häufig, dass diese Freundschaft schon vor dem Outing des "Ich liebe Dich" sehr stark durch "schon liebendes" Engagement des Anbetenden geprägt war.
Einer hat also oft schon so eine "Vorliebe" für den anderen, die sich irgendwann zu einem größeren Gefühl verdichtet.

In gewisser Weise entwertet das, hart gesagt, sogar die Dinge, die der Liebende aus nur scheinbaerer Freundschaft tut, weil Liebe an diesem Punkt egoistisch ist -
ich tue es nicht nur für den anderen, sondern auch für mich, auf das der andere seine Gefühle für mich entdecken möge -
während freundschaftliches Handeln immer altruistsch geprägt ist, und den anderen zum Zweck des Tuns erhebt.

Erst in gemeinsamer Liebe fügen sich im Idealfall Egoismus und Altruismus wieder zu einem harmonischen Ganzen, wobei der Egoismus auch ein ganz besonderer ist.
"Mir kann es nur gut gehen, wenn es ihm/ihr auch gut geht..."

Insofern muss die richtige gegenseitige Devise in Freundschaft und Liebe nicht "geben und nehmen", sondern "geben und geben" lauten.
Wenn beide (sich) ganz geben, ist das Nehmen und die Angst des "zu wenig Bekommen" aufgehoben...


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben


Frage also: wie nachhaltig und unumkehrbar ist dieses "sexuelle Ausblenden"? Denkt "frau" auch bei solchen Freunden zB. ab und an mal, "wie er im Bett wäre"?



Wenn er ein richtiger Freund ist, weiß sie es aus seinen Erzählungen


Geschrieben

Ich denke, der Knackpunkt ist wirklich das Gefühl. Wie jemand so schön sagte: "Entweder, es schnackelt - oder nicht." Der Grund, warum aus Freundschaften so selten Beziehungen werden, liegt wohl darin, daß es nicht "geschnackelt" hat - und daß das in den meisten Fällen auch nicht mehr passiert, weil das üblicherweise am ANFANG eines Kennenlernens geschieht und nur selten erst nach Jahren.



Gut gesagt. Aber... (ich abere gerne)

Die Dinge, die uns dazu bringen, uns in jemanden zu verlieben sind nicht starr, sie wandeln sich im Laufe der Zeit, ändern sich mit den Umständen, Erfahrungen, Vorstellungen, meist schleichend, manchmal drastisch.
So, wie wir uns alle wandeln, wandeln sich auch unsere Freunde. Und so kommt es manchmal vor, dass der "Zoom" erst viel später kommt - weil beide in ihrem Wandel an einem Punkt sind, der sie zu einander führt.


Geschrieben

Ich denke, daß größte Problem bei einer freundschaftlichen Beziehung zu der irgendwann Sex dazukommt, besteht darin, daß evtl. einer der beiden Beteiligten stärkere Gefühle entwickelt. Dann hat man natürlich eine verzwickte Situation und das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund warum solche Freundschaften dann meistens in die Brüche gehen. Es mag natürlich Ausnahmen geben, aber die Beziehung wird wahrscheinlich nie wieder so sein wie vorher.
Das ist vermutlich auch der Grund warum die meisten Leute dann lieber bei einer reinen Freundschaft bleiben. Selbst wenn vielleicht einer der Beteiligten stärkere Gefühle hat wie der andere wird er(sie) es vermutlich nicht zugeben.


Geschrieben (bearbeitet)

@littlelady11
Jaja, das ist so das, was man sich so allgemein halt vorstellt:
Freundschaft --&gt Freundschaft + Sex --&gt eine Seite entwickelt mehr Gefühl --&gt Problem
Das kennen wir alle, davon haben wir alle schon gehört... Aber das ist letztendlich nicht das, was mich bewegt. Es geht eben nicht darum, dass sich plötzlich der Sex dazu kommt, und dann alles aus dem Ruder läuft.

Vielleicht war ich zwischenzeitig ja auch auf dem falschen Dampfer, aber ich beschäftige mich grundsätzlich mit der Frage, wie starr wir in unseren Denkkategorien "Freundschaft" (egal ob mit Sex oder ohne Sex) und "Partnerschaft" denken, bzw. wie "durchlässig" sind die Grenzen dieser Kategorien?

Vielleicht wird es deutlicher mit folgendem:

a) Man lernt jemanden kennen.
b) Man pflegt eine bestehende Freundschaft.

In welchem der Fälle spielt man/frau eher mit dem Gedanken, ob der/die andere ein/e geeignete/r Lebenspartner/in sein könnte? Meine Vermutung ist, dass dies bei a) weitaus häufiger der Fall ist als bei b). Das ist soweit ja auch nicht schlimm. Dennoch verbergen sich dahinter immer noch einige Fragen:

Nicht selten ist man in einer Lebenssituation, in der man nicht daran denkt, sich einen Partner zu suchen (weil man in einer Partnerschaft ist / weil man gerade aus einer Partnerschaft 'raus ist / weil die sonstige Lebenssituation gerade "keine Zeit" für eine Partnerschaft lässt etc.). Die Folge ist doch, dass man Menschen, die man in dieser Phase kennen lernt, zwar bereitwillig "zum Freund" macht, sich aber eben nicht darüber Gedanken macht, ob dieser Mensch "potentieller Lebenspartner" ist. Mit anderen Worten: wir machen aus den Lebensumständen heraus einen Menschen zum Freund, ohne dass er/sie die Chance hat, (auch) als möglicher Partner in Betracht zu kommen (wie gesagt: kein Vorwurf, sondern aus den allg. Umständen heraus).

Ich meine jetzt mit "Nettigkeitsfalle" (vielleicht ist "Freundschaftsfalle" ein besserer Ausdruck) folgendes: wenn sich die Lebenssituation ändert, man also (wieder) Gedanken an einen möglichen Partner verschwendet, warum schauen wir dann idR nach fremden Menschen? Warum bleiben die Freunde idR dabei unbeobachtet? Blenden wir auf der Suche nach Partnern die Freunde aus? Sind also die Grenzen zwischen "Freundschaft" und "Partnerschaft" nahezu undurchdringlich?

Und parallel dazu: Was ist, wenn der eine Teil (egal ob männlich oder weiblich) tatsächlich doch mal feststellt, dass der "Freund" mehr sein könnte, als nur Freund? In wie weit wären wir "als anderer Teil" bereit, aus der "Freunschaftsschiene" auszubrechen?

Wenn dem so ist, wie ich vermute (bloß kein Riskio eingehen, um ja die Freundschaft zu erhalten): warum machen wir das? Haben wir wirklich Angst, "eine Freundschaft zu verlieren"? Ist der Mensch da "risikoscheu"?


bearbeitet von DerGoettinger
Geschrieben

Ich denke, der Knackpunkt ist wirklich das Gefühl. Wie jemand so schön sagte: "Entweder, es schnackelt - oder nicht." Der Grund, warum aus Freundschaften so selten Beziehungen werden, liegt wohl darin, daß es nicht "geschnackelt" hat - und daß das in den meisten Fällen auch nicht mehr passiert, weil das üblicherweise am ANFANG eines Kennenlernens geschieht und nur selten erst nach Jahren.

Aber warum "schnackelt" es dann nicht mehr? Das meine ich ja mit "Falle". Kann es sein, dass wir uns, weil es sich um eine/n "Freund/in" handelt, quasi selbst blockieren und es eben gar nicht mehr zulassen, dass es schnackelt? Ist das eine Form der "selbsterfüllenden Prophezeiung", der "Selbstlimitierung"?


Geschrieben

Warum?

Warum verliebe ich mich in irgendjemanden? Oder warum nicht?

Ich glaube nicht, daß das andere Gründe hat, wenn man befreundet ist. Entweder ich verliebe mich, oder nicht. Und entweder es wird erwidert, oder eben nicht.

Ich denke wirklich, daß es bei Freundschaften deshalb seltener vorkommt, weil man sich dazu tatsächlich erst gemeinsam in eine bestimmte Richtung entwickeln muß - sonst hätte man sich ja von vorneherein verliebt.

Klar ist Verlieben auch zum Teil Kopfsache - aber WENN es einen erwischt, dann ist das halt so, Freund oder nicht.

Mag sein, daß es Menschen gibt, die sich dann dagegen wehren, weil sie sagen, daß sie Angst um die Freundschaft haben ("Sicher hätten wir eine tolle Zeit, aber wer tröstet mich denn dann, wenn's schief geht??") ... aber ich glaube, daß das in den meisten Fällen nur eine vorsichtige Art ist, dem Gegenüber zu verstehen zu geben, daß es eben nicht gefunkt hat.

Ich kann mich ja schließlich nicht auf eine Beziehung einlassen, nur, damit man es "mal probiert hat", und weil mein Gegenüber sich nun doch in mich verliebt hat. Entweder, es hat auch bei mir geknallt, oder nicht.


Geschrieben (bearbeitet)

Ein, allerdings sicher nicht der einzige, wohl recht trivialer Grund mag sein, dass der auslösende Reiz für ein amouröses und sexuelles Interesse in einer gewissen Fremdheit liegen kann.

Für mich besteht ein großer Reiz im Kennenlernen immer darin, den inneren Widerspruch zwischen dem sich noch fremd Sein und dem sich langsam Annähern, dem sich Stück um Stück etwas vertrauter Werden auszukosten -

bis es zu dem fast schon klischeehaften Satz kommt, dass man sich doch schon ewig zu kennen scheine, obwhl man sich doch vor ein paar Tagen erst getroffen hat...

Der Freund ist bereits vertraut, bedeutet mehr Stabilität und Verlässlichkeit und hat demnach weniger Aussichten darauf, meine "Welt aus den Angeln" heben zu können.
Außerdem ist er (wie oben schon gesagt) meinem Leben als Arm verbunden und ich kann ihn mir nur unter Schwierigkeiten als Bein vorstellen.

Viele bezaubernde Liebesfilme drehen sich um dieses Thema und es gibt zwei Auflösungen zum Happy End -

eine langsam sich steigernde Nähe, die die ebenso langsam sich ändernden Lebensumstände der beiden begleitet, -
oder eine rapide Veränderung einer oder beider Situationen, die zu einer Umwertung der Wertigkeiten führt und einem Neuanfang, in dem man den anderen plötzlich mit anderen Augen zu sehen vermag...


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Bei mir ist es so, dass ich nie mit einem Freund eine beziehung eingehen würde, weil die Nähe bei einer Freundschaft eine andere ist, als in einer Beziehung. Zumindest ist das bei mir so. Und einfach zu einer Freundschaft den Sex mit dazu nehmen, würde daraus noch keine Beziehung machen. Ich brauche das Kribbeln im Bauch, das von Anfang an da ist, und sich steigert je näher man sich kommt. Bei Freunden ist die Nähe beruhigend und weniger spannend oder prickelnd.
Andere Sache ist, dass es Männer gibt, die einfach zu nett sind, als dass da ein kleiner Funke überspringen könnte. Ich kann dann mit ihnen reden, und mich auch verbal fallen lassen, aber hormonell ist da kein Aufruhr zu verspüren. Ganz schlimm wird es, wenn ich merke dass solche Männer sich verliebt haben. Da ist der Ofen bei mir dann ganz aus. Das ist nicht mehr spannend, und ich könnte rein theoretisch alles tun was ich will, und würde ihre volle Zustimmung dabei haben. Das ist aber genau das, was ich von meinen Freunden bekomme, von einem potentiellen Partner erwarte ich ein anderes Verhalten.


Geschrieben

Göttinger,
ich empfehle die lektüre der "ladder theory" von Dallas Lynn. Einfach nach googeln. Es enthält alle antworten zum thema
(Es ist eigentlich eine zugespitzte satire, keine richtige theorie. Aber vieles ist wahrer als einem lieb ist. Meine persönlichen erfahrungen finde ich jedenfalls weitestgehend bestätigt.)

Es ist in englisch, daher eine kleine zusammenfassung für alle runaways in diesem forum:


Jeder mensch sortiert die personen des anderen geschlechts auf einer rangfolge ein (leiter). Jedoch haben männer nur eine leiter, frauen haben zwei leitern.

Männer sortieren alle frauen, die ihnen im leben begegnen, auf einer großen leiter ein. Es gibt keinen unterschied zwischen einer sympathischen frau und einer die er gerne poppen würde, das ist größtenteils synonym. Somit können frauen bei männern sich durch sexyness sympathie erschleichen, als auch sich durch nettsein sexy machen.

Hingegen frauen besitzen zwei leitern auf denen sie männer einsortieren, streng getrennt eine für potentielle liebhaber (männer die "in frage" kommen), und eine für freunde. Die entscheidung, auf welche leiter ein mann platziert wird trifft eine frau sehr früh innerhalb des ersten kennenlernens. Danach kann ein mann nur noch seine position innerhalb der leiter verändern, aber nicht, auf welcher leiter er einsortiert ist. Dies ist um so erstaunlicher als dass frauen ihre meinungen zu allen möglichen dingen alle nase lang ändern, nur in diesem einen punkt bleiben sie unglaublich konsequent. Ein mann kann sich in der regel nicht bei einer frau durch nettsein sexy machen.


Somit ist der grundstein für alle missverständnisse gelegt.


Geschrieben

Habe gerade diesen tollen Thread enddeckt und mit grossem Interesse von vorne bis zum Schluss gelesen.
Da ich momentan leider genau in der besch.... Situation stecke, die oben sehr expliziet beschrieben wird.

Aus Freundschaft wurde bei mir mehr Nähe und blöderweise habe ich auch noch Gas gegeben, um die Gefühle bei der Freundin zu forcieren.
Wenn ich schon höre: Ich finde Dich wirklich sehr nett, dann kriege ich die Krätze.
Mein Auto und mein Laptop sind auch sehr nett, aber als Mensch mit Gefühlen im Bauch will ich sowas natürlich nicht hören.
Na ja und wenn es dann so weitergeht mit Aussprüchen wie: Wir können ja erst mal Feunde sein und schauen, ob sich daraus mehr entwickelt. Dann ist bei mir der Ofen endgültig aus und das Ding ist total vergurkt.

So ist halt da Leben.

Aber es tut gut, zu lesen, dass ich nicht der einzige Depp bin, der in diese Nettigkeitsfall getappt ist.

Der Glücksbote, der auch manchmal kein Glück hat und dann auch noch Pech dazu


Geschrieben

hmmm..... bei mir ist es so, dass ich - sobald ich mit einem Mann befreundet bin, wir uns gut verstehen (ich kann glaub ich ein guter "Kumpel"Typ sein) und die Gefühle intensiver werden - also im Sinn von gernhaben, mögen - dann hab ich eine Hemmschwelle, auch wenn ich mal das Gefühl hätte, ihn küssen zu wollen. Mehr Nähe haben zu wollen. Weil die Angst da ist, dass die Freundschaft kaputtgehen könnte. Weil ich Respekt habe vor der Person als Mensch an sich - nicht als Mann. Schwer zu erklären ähm..... Es gab schon Situationen, in denen ich mir mehr wünschte in einem schwachen Moment - oh ja. Aber ich hätte niemals den Anfang machen können, eben aus Angst etwas kaputtzumachen. Angst, dass der Freund sich vielleicht erschrocken abwendet.

Im Lauf meines Lebens hatte ich schon einige sehr gute Freunde. Ich komme mit Männern eigentlich fast besser zurecht als mit Frauen. Hatte schon als Kind und später als Teenie meistens Freundschaften zu Jungs.

Ich denke ehrlich gesagt, dass eine sehr gute Freundschaft zwischen Mann und Frau nur dann möglich ist, wenn keiner von beiden den anderen begehrt. Oder wenn beide Angst haben, durch zuviel Nähe, die durch Sex nunmal automatisch kommt, die Freundschaft kaputtzumachen.

Aber die Sehnsucht kommt schon manchmal, ja......


Geschrieben

Weil ich Respekt habe vor der Person als Mensch an sich - nicht als Mann.

Ich will ja nicht sagen, dass ich mir das schon fast so gedacht hab, aber: ich hab mir das schon fast so gedacht Und ich fand diese Leitertheorie, die Widder73 ins Spiel gebracht hat, ziemlich sinnig.

Ist es also an dem, dass ein "Freund" üblicherweise zu einem "sexuellen Neutrum" wird? Denn damit würde - zumindest indirekt - auch die Chance ausscheiden, vom "Freund" zum "Lebenspartner" zu werden. Und damit steckte man(n) tatsächlich in der "Freundschaftsfalle".

Frage wäre: wie kommt man(n) da 'raus? "Abwesenheit"? Muss man(n) sich längerfristig rar machen, um so aus dem "weiblichen Raster" 'rauszufallen und so die Chance zu bekommen, erneut "einsortiert" zu werden? (ich weiß, seltsam formuliert. Aber besser geht's gerade nicht...)

Ich denke ehrlich gesagt, dass eine sehr gute Freundschaft zwischen Mann und Frau nur dann möglich ist, wenn keiner von beiden den anderen begehrt. Oder wenn beide Angst haben, durch zuviel Nähe, die durch Sex nunmal automatisch kommt, die Freundschaft kaputtzumachen.

Was mich zur nächsten Frage bringt...

O.k., ich gebe zu, ich bin momentan da vielleicht keine wirklich objektive Entscheidungsinstanz ... und ich weiß auch nicht, in wie weit man bei sowas von "Wertigkeit" reden kann... Fakt aber ist, dass ich langfristig gesehen eine weitaus höhere Sehnsucht nach einem "Lebenspartner" als nach einem "Freund" (oder Freundin) habe. Was mich nun deutlich überrascht, ist die doch sehr deutliche "Risikoscheu", die spürbare "Angst", einen Freund zu verlieren. Vielleicht bin ich ja derjenige, der ein wenig "abnorm" ist, aber die Vorstellung, "auf Dauer keinen wirklich engen Freund zu haben", schockt mich weitaus mehr als die Vorstellung, "auf Dauer keine Lebenspartnerin zu haben". Letzteres sorgt vielmehr für Panik bei mir. Warum scheint das bei Frauen da anders zu sein (wobei ich Euch - angesichts meiner Gefühle dabei - eigentlich bewundere...)?


Geschrieben

Ich glaube, es kommt darauf an, wie beide mit der Situation umgehen...... Also nehmen wir mal an - es käme zu einer verfänglichen Situation (vielleicht durch ein, zwei Gläser Wein)... Man fühlt sich wohl, geniesst die Gegenwart des anderen. Dann kommt plötzlich das Verlangen nach mehr, nach Körperlichkeit - im Sinn von küssen, streicheln. Wer macht den Anfang, wenn beide Angst haben, die Freundschaft könnte ins Wanken geraten?

Hab nochmal drüber nachgedacht - ich glaub der einzige Weg wäre dann, dass man darüber redet. So in etwa: "Du ich geniesse unsere Freundschaft, sie ist mir viel wert - und ich will Dich jetzt einfach küssen, wäre das ok?" Dann kommts aber wieder darauf an, wie der andere reagiert.... hmmm..... Alle Theorie nützt nix. Das Durchdenken nützt nix.

Vielleicht ist es ja auch so, dass eine gute Freundschaft nicht ins Wanken gerät, wenn man sich näher kommt. Wenns dann nix ist, dass man darüber reden kann. Reden ist sowieso sehr wichtig.

Hab einen sehr guten Freund, er ist asexuell (also nicht hetero, nicht schwul - er hatte in seinem Leben noch keinen Sex) Wir haben so viel über Sex geredet, ganz offen. Er hat schon Vorstellungen, ja. Aber sie noch nie umgesetzt. Er ist wohl eher Männern zugetan, aber er weiss es 100 % ig nicht, weil er beides noch nicht richtig ausprobiert hat (ausser Fummeln, Knutschen usw....) Wenn ich ihm von meinen Erfahrungen erzählt habe, dann hab ich gemerkt, dass er Sehnsucht bekommt - nicht unbedingt nach mehr mit mir, sondern nach Liebe an sich. Und ich hatte plötzlich gemerkt, dass ich mich fast verliebt habe und mir mehr gewünscht habe. Wir haben öfter bei ihm in der Wohnung gelegen auf seinem Teppich, haben Wein getrunken und geredet. Und wenn der Alkoholpegel hoch war, hab ich manchmal überlegt, ob ich ihn einfach überwältigen soll ähm...... aber sowas kann ich nicht. Ich glaube, hätte er den Anfang gemacht, z. B. mich zu küssen, dann hätte ich mitgemacht, ja. Aber diese Freundschaft ist ziemlich stabil, auch wenn wir uns nicht oft sehen bzw. länger nicht gesehen haben. Ich denke, wir könnten darüber reden, wenns total blöd gewesen wäre mit z. B. Küssen, Streicheln, Knutschen und mehr...... Aber auch das ist Theorie.

Schwieriges Thema hmmmm....


Geschrieben (bearbeitet)

Ich finde gerade hier wieder dass poppen.de ein forum bietet, dass es im deutschsprachigen raum so nicht nochmal gibt!

Was auffällig ist: Es sind nur frauen die davon sprechen, dass etwas verloren ginge, wenn sex dazu kommt. Männer sprechen so nicht. Sieht hier jemand ein muster?

Ich kann für mich sagen, dass ich keine probleme hätte mit einer lieb gewonnenen, langjährigen platonischen freundin plötzlich sex zu haben. Das ist eine bereicherung der freundschaft, da geht nichts verloren, sondern es würde die beziehung auf den nächsten level anheben. Da kommen mir auch keine gewissensbisse, denn ich gebe ja etwas.

Für frauen scheint das nicht so zu gelten. Wenn sex mehr als nur der mechanische akt ist (also sexuelle beziehung die "zählt"), dann liest es sich hier so als ob frauen insgeheim wissen das sie damit dem mann auf dauer nicht gut tun werden, dass sie nicht etwas geben sondern etwas nehmen werden, sonst müssten sie ja keinen "respekt" oder ein schlechtes gewissen davor haben einem freund sowas "anzutun".

Interessant, interessant.

Danke Perlenhexe und Nepthtir für den einblick in eure welt.
Es ist die indirekte bestätigung einer anderen theorie die ich irgendwo gelesen habe.


bearbeitet von widder73
Geschrieben

Nee, Widder - so einfach ist das nun auch wieder nicht....... Bemerkst Du nicht die Vorsicht in den Aussagen der Frauen? Hab ich z. B. behauptet, dass auf jeden Fall dann die Freundschaft kaputtgeht? Ein vorsichtiges Rantasten eher....

Es gibt da übrigens ein Buch "Männer sind anders - und Frauen auch" ;-)

Hattest Du denn schon mal eine sehr enge Freundschaft mit einer Frau? Also richtig, dass man über alles reden kann, gerne mit dem anderen zusammen ist. Einiges gemeinsam durchmacht usw.....


Geschrieben

@perlenhexe
Hab ich, aber erst nachdem ich von dieser frau in die freundschaftszone verbannt wurde.

Aus dem widderschen geschichtsbuch, weil es gerade on-topic ist:

Es fing an mit normalem kennenlernen, dates. Aber ich war, wie so typisch für jungs in dem alter, schlecht im lesen von "zeichen" und war zu zögerlich die beziehung in angemessener zeit voranzutreiben (nota bene: was eine angemessene zeit ist, entscheidet natürlich die frau, nach gutdünken). So wurde ich zum "freund" , nein, eher zur "freundin" LOL! Wir konnten wirklich über alles reden, einschließlich IHRER lover und affären. Sie hat mir so intime sachen gebeichtet wie dass sie - schock - ausnahmsweise auch mal zwei wochen ohne sex aushalten könne. MEGA-LOL! Aber alle meine anbahnungsversuche nach ihrem "entscheidungspunkt" wurden allesamt zurückgewiesen.


Wie ich schon gesagt habe, ich und wohl viele männer mit mir, unterscheiden nicht zwischen sympathie und sex. Sex wäre die logische fortsetzung einer engen freundschaft. Es sind die frauen die diese trennung zwischen freund und lover machen. (wahrscheinlich aus evolutionären gründen, es würde sinn machen.)

Es ist vergeblich, als mann von sich auf die frauen zu schließen und zu denken, wenn ich nur genügend sympathie aufbaue, dann will sie irgendwann mit mir poppen. Oder der umkehrschluss: weil sie nicht poppen will, habe ich noch nicht genug sympathie aufgebaut. Das ist fatal, aber man muss es wissen. Wo sind die väter die ihren söhnen das erklären?

Hier kommt der eigentliche schocker:
JEDER mann hat mindestens eine solche geschichte zu erzählen. Es hebe die hand wer frei von der erfahrung ist, mindestens einmal im leben für eine frau die intellektuelle nutte gespielt zu haben. Es sei denn ein mann hatte außerordentliches glück und hatte frühzeitig eine kompetente männliche bezugsperson als wegweiser.

Ich kann mich des verdachts nicht erwehren dass frauen das ganz ok finden wenn die meisten männer in dieser hinsicht ahnungslos aufwachsen, wer soll hinterher schließlich die regale anbohren und den PC einrichten, wenn nicht ein guter "freund". DAS ist es, was frauen nicht durch sex "kaputt" machen wollen.

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Wir sind die guten!


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