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Alkoholismus


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Ich sehe diesen Thread weder als Outing noch als ein Thema, über welches man nicht sprechen sollte, weil es in unserer Gesellschaft noch weitestgehend tabu ist. Ich eröffne diesen Thread, um einfach andere zu warnen, die denken, die hätten dieses Problem nicht, aber definitiv Alkoholiker sind.

Also...um es auf den Punkt zu bringen:

Ich bin Alkoholiker!

Ich gehöre zu den Alkoholikern, die nicht mit dem Trinken begonnen haben, um ein aktuelles Problem wie Trennung oder Tod zu ertränken. Ich gehöre zu den Alkoholikern, die nahezu 365 Tage im Jahr am Party feiern sind. Die Gründe, mit dem Trinken zu beginnen, sind vielschichtig, führen aber IMMER in eine Abhängigkeit.
Und genauso wie alle anderen dachte ich immer, dass ich das "Problem", welches ja eigentlich keines ist, im Griff habe.

Dann kam der 27. Dezember......


An diesem Tag merkte ich, dass ich ständig die Lebenmittelmärkte wechselte, weil es mir schon peinlich war, meinen über alles geliebten Whiskey täglich im selben Laden zu besorgen. Zuhause angekommen (natürlich MIT der gekauften Flasche Whiskey!) setzte ich mich hin und wußte in diesem Augenblick, dass ich ein Alkoholproblem habe!

Wenn eines bei mir IMMER funktionierte - auch im Vollrausch, dann ist das mein Verstand, welcher mir sofort signalisierte, DASS ich ein Problem habe und dass ich SOFORT etwas dagegen machen muss! Ich wußte, dass ich faule Ausreden wie "in drei Tagen ist Sylvester, verschieben wir mal das Problem" ignorieren muss.

An diesem Tag begann mein erster Entzug.

Und natürlich kam eine Woche später genau das, was jeder von uns weiss, ein Betroffener aber nicht wahr haben will:
Man beginnt zu denken, dass man doch kein Alkoholiker sei und sein Alkoholkonsum kontrollieren könne - man beginnt wieder zu Trinken!

Nach 5 Tagen Saufen begann dann mein zweiter Entzug; und dieses Mal waren die 5 Tage Entzug KEIN Zuckerschlecken mehr! Ich war nur am Rumzittern, der Kreislauf funktionierte so garnicht mehr. Aber auch diese 5 Tage gingen vorbei.

Nun trinke ich seit fast 4 Wochen nicht mehr....und was soll ich sagen.....
Es "erschreckt" mich schon fast jeden Tag, wieviel Energie in einem Körper steckt, der nicht durch Alkohol gebremst wird! Körperliche, geistige und kreative Energie!

Allerdings erschreckt es mich zugegebenermaßen auch, dass das Problem Alkohol für mich irgendwie schon so weit entfernt ist. Damit meine ich, dass ich weiterhin Party mache und es für mich bisher auch nicht ansatzweise ein Problem darstellt, dass andere trinken und ich nicht mehr!

Für all diejenigen, die denken, sie hätten kein Alkoholproblem (und ich kenne hier eine ganze Menge Leute, die ein solches Problem ganz sicher haben), gibts genug Test im Internet, durch die man prüfen kann, wie stark man gefährdet ist.

Auch diejenigen, die meinen, es sei nicht schädlich, abends zwei bis drei Bier zu trinken....
ein Bluttest beim Hausarzt hilft hier weiter.


Im Zusammenhang mit diesem Thema möchte ich noch auf folgenden Thread verweisen, der mir aus der Seele spricht:

http://www.poppen.de/forum/showthread.php?t=459497&highlight=alkoholismus

So, und nun bin ich gespannt auf Eure Antworten



P.s. einen Nachteil gibts dann doch....keiner will mehr mit mir poppen, weil keiner die 5-Stunden-Dauerrammeln durchhält


Geschrieben

Nun trinke ich seit fast 4 Wochen nicht mehr....und was soll ich sagen..... [...]

Allerdings erschreckt es mich zugegebenermaßen auch, dass das Problem Alkohol für mich irgendwie schon so weit entfernt ist. Damit meine ich, dass ich weiterhin Party mache und es für mich bisher auch nicht ansatzweise ein Problem darstellt, dass andere trinken und ich nicht mehr!



Erstmal GLÜCKWUNSCH!!! Glückwunsch, dass du es selber erkannt hast, denn nur wenn man es selber erkennt, hat man Aussicht auf "Heilung".

Der 2te Absatz den ich kopiert habe macht mir jedoch etwas Sorgen. Ich hoffe für dich, dass Alk weit entfernt ist und weit entfernt bleibt aber normalerweise ist der Weg steiniger als "nur" 4 Wochen. Nicht falsch verstehen ... ich will deinen Erfolg wahrlich nicht schmälern, denn ich weiß wie hart der Weg ist.

Kleiner Auszug aus meiner Kindheit. Meine Mutter war Alkoholikerin und zudem noch tablettenabhängig. Nach außen hin alles super aber am Wäscheständer zwischen der Wäsche hangen ihre Alk-Flaschen. Insgesamt ein Drama über Jahre und jeder der einen Alkoholiker in der Familie hat weiß wovon ich rede und ich muss und will hier nicht auf Einzelheiten eingehen.

Entzüge hat sie, auch auf eigene Faust, unzählige. Sie war auch immer mal wieder für längere Zeit trocken aber irgendwann dachte sie immer "ach der kleine Schluck". Fakt ist, dass sie erst trocken wurde als sie mal wieder eine 2tägige Sause machte und in einer Nacht und Nebel Aktion, dass Jugendamt kam und mich ins Kinderheim brachte. Dadurch hat sie sozusagen den Läuterungsschock bekommen. Sie ging dann in eine Klinik. Ich weiß nicht mehr wie lange das war... nur das ich im Kinderheim endlich mal wieder eine "schöne" Zeit hatte, wo ich Kind sein konnte und wo ich nicht für meine Mutter heimlich Alkohol besorgen musste ohne das mein Stiefvater was merkte.

Im Resume konnte sie seitdem nie wieder was trinken. Sie ist trockene Alkoholikerin und sie erzählte mir, dass sie sofort merkt, wenn irgendwo Alk drin ist ... selbst, wenn es ein paar Tropfen im Kuchen sind und das ihr Körper darauf gleich extrem reagiert. Alkoholiker ist man somit irgendwie ein Leben lang.

Bei mir hat dazu geführt, dass ich sehr selten was trinke. Beim Griechen mal nen Ouzo oder mit Freunden mal nen Tequila aber ich schätze das beläuft sich auf 5 x im Jahr, wo ich was trinke. Ganz einfach weil ich Panik vor dieser Krankheit habe aufgrund dessen was ich sah und was es aus einem Menschen macht.
Genauso verhielt es sich immer bei meiner Partnerwahl. Wenn jemand mal ab und zu ein Bierchen trank sah ich darin schon die Anfänge von Alkoholismus, bzw. beäugte ihn mit Argusausgen. Diese Panik vor der Krankheit konnte mir noch nie wer nehmen. Mein jetziger Partner trinkt am liebsten Cola wobei die auch nicht gesund ist *gg*.

Spaß beiseite ... was ich dir sagen will ist, dass du es nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Ein Besuch bei den Anonymen Alkoholikern ist nicht die falscheste Idee. Man setzt sich mit seiner Krankheit auseinander, weil ich nicht glaube das es gut ist, wenn das Problem Alkohol schon so weit von dir entfernt ist.
Es gibt auch Menschen die haben einfach aufgehört zu trinken und gut war aber ich denke, dass ist die absolute Ausnahme.

Ich drücke dir die Daumen, dass du den Weg schaffst und so wie ich dich kennengelernt habe brauchst du gar keinen Alk um gut drauf zu sein *knutscha*. Du hast für dich schonmal viel gewonnen ... indem du selber erkannt hast, dass du eine Krankheit hast und indem du dich ihr gestellt hast. Bleib weiter stark.

Und zu deinem anderen Problem ... nimm einfach mehr Männer *gg* da ist dann auch die Abwechselung größer .


Geschrieben

Der erste und einzig richtige Schritt ist die Selbsterkenntnis der Abhängigkeit oder vielmehr die Abhängigkeit als Grund für aktuelle Probleme.

Ein befreundeter Arzt hat mal gesagt, einem Alkoholiker kann man nicht helfen, solange er nicht so tief in der Scheisse sitzt, das er die Hilfe von sich aus einfordert. Denn es ist und bleibt in erster Linie ein Kopf-Problem. Erst dann kann man die körperlichen Randerscheinungen angehen.

Den ersten Schritt hast Du getan mit der Entgiftung.
Der nächste Schritt, nämlich den professionellen Entzug und ein Umkrempeln Deines Lebenswandels steht Dir noch bevor.

Ich habe vor Jahren bei einem Mitbewohner meiner damaligen WG zwei Entzüge mitgemacht. Der erste war ein sogenannter offener Entzug, also mehr oder weniger ambulant. Er schien erfolgreich, bis ihn ein persönliches Erlebnis aus der Bahn geworfen hat.

Die zweite Abhängigkeit war umso schlimmer, da er nicht nur Probleme mit sich selber hatte, sondern auch vor und mit anderen. Besoffen sein ist das eine, es verheimlichen zu müssen das andere.

Beide Male war er nicht zugänglich für Hilfe, bis er jedesmal bis zur Halskrause in der Scheisse saß, tagelang mit Tippelbrüdern in Parks verbrachte und schliesslich von der Polizei gesucht wurde.

Der zweite Entzug fand stationär statt über eine Dauer von 6 Monaten.
Die Entscheidung war nicht einfach, aber nur über einen Bruch mit dem Lebensstil und der direkten Umgebung war es möglich, die Entziehung komplett durchzuziehen und trocken zu bleiben. In den meisten Fällen ist die Rückkehr in gewohnte Umgebungen, gewohnten Trott und gewohnten Freundeskreis mit eine Ursache für den Rückfall.

Ich kenne Dich nicht und kann mir so auch kaum ein Bild von Deiner persönlichen Situation machen, aber ich will Dir trotzdem 2 Ratschläge mitgeben:

1) Die Abhängigkeit selber schadet Deinem Körper. Die Entgiftung und der folgende Entzug aber auch, vielleicht sogar viel mehr. Das sollte unbedingt ein Arzt begleiten.

2) Ändere Dein Leben. Nur zu Sagen, ich trinke nicht mehr, mache aber weiterhin die gleiche Party wie vorher, wird auf Dauer nicht helfen. Du bekämpfst damit nur Symptome, aber löst nicht die Ursache.

Just my 2 Cents.

Ich wünsche Dir die Stärke, dass durchzuziehen mit allen Konsequenzen.


Geschrieben

Willkommen im Club!

Ich bin ebenfalls trockener Alkoholiker.

Der Alkoholismus hat sich im Laufe vieler Jahre aufgebaut, ganz schleichend.
Klar, Gründe zum Trinken habe ich immer gehabt. Immerhin galt es, meine Trinkgewohnheit zu erklären und zu begründen, anderen und vor allem mir selber gegenüber.

Es kam zu der Trennung zwischen meiner Ex und mir. Nach eigener Aussage hat sie wohl gewußt, dass ich Alkohol getrunken habe, aber die Mengen hat sie nie wahrgenommen.
Lag wohl daran, dass wir uns auseinander gelebt hatten und ich ein guter Schauspieler und Organisator war. Das war mit echter Arbeit verbunden, all die Dosen und Flaschen zu be- und entsorgen.
Nach der Trennung ist mein Alkoholkonsum drastisch angestiegen.
Morgens fuhr ich auf Montage. Unterwegs hielt ich ausschau nach Tankstellen oder Kioske.
Die Arbeit ist getan, der Heimweg angetreten. Nun kam mir meine Erkundung von der Hinfahrt zugute. Bei nächster Gelegenheit angehalten und Dosenbier (0,5 Ltr.) gekauft. Natürlich für daheim. Kaum war der Gedanke beendet, hatte ich die erste Dose geöffnet. Die zweite folgte sehr schnell. Dann Nachschub kaufen.
Bis zum Abend hatte ich einige Dosen getrunken und saß in meinem Zimmerlein, alleine und traurig. Jetzt war es Zeit für härtere Drogen. Also holte ich die Flasche Weinbrand oder Wodka.
An einem normalen Abend trank ich eine Flasche und 2 - 3 Liter Bier zum Nachspülen.
Am nächsten Tag begann das gleiche Spiel.
Ich wusste, dass mein Trinkverhalten nicht normal ist, war aber wie blockiert. Für 2 - 3 Tage konnte ich aufhören, holte dann aber alles nach.
Oft schwor ich mir: heute Abend trinkst du nur 1, höchstens 2 Glas. Am ende war die Flasche leer und ich voll.

Eines Tages, es war der 23. September 19..., traf ich eine Bekannte, die ich Jahre nicht gesehen hatte.
Sie erzählte von sich und ihrer Krankheit, dem Alkoholismus. In ihrer Erzählung erkannte ich einen großen Teil meines Lebens, meiner Gefühle, meines Unvermögens.
Jetzt wusste ich, was mit mir war. Ich hatte etwas Greifbares und war erleichtert.
Von diesem Tag an habe ich nicht mehr getrunken.
Die erste Zeit war nicht leicht, zumal ich keinen Entzug in einer Klinik gemacht habe.
Ich bin durch und mit eine Selbsthilfegruppe trocken geworden.

Heute, viele 24 Stunden danach, bin ich bemüht, anderen noch leidenden Alkoholkranken mit meinem Beispiel zu zeigen, dass ein Leben ohne Alkohol möglich, sinnvoll und schön ist.

Dir, liebe Hera, wünsche ich viele trockene 24 Stunden.


Geschrieben


So, und nun bin ich gespannt auf Eure Antworten


Irgendwie bin ich etwas erschüttert, weil Dein Geist hier sehr, sehr oft und klasse prägend war!

Aber:
War das denn nun etwa Alles! nur durch einen extremen Alkoholeinfluss passiert oder darf man noch hoffen, dass Du auch "ohne Sprit" so sympathisch witzig sein kannst?

Bin aufrichtig besorgt


Geschrieben

Mein Glückwunsch Hera zu dieser Selbsterkenntnis und dem Schritt.

Inhaltlich kann ich nichts dazu beisteuern, weil ich nicht wirklich jemand kenne, der daran leidet.

Ich wünsche Dir viel Glück...


Geschrieben

Im Grunde ist Sumses Beitrag nichts hinzuzufügen. Meine Schwester hat es auch erst nach dem dritten Entzug (immer in einer Klinik) geschafft, dauerhaft trocken zu bleiben.
Warum wird der eine zum Alkoholkranken und der andere nicht?
Mir haben damals die Ärzte bei den Angehörigenseminaren gesagt: jeder, der Alkohol trinkt, ist Alkoholiker, genauso, wie jeder, der raucht, Raucher ist. Nur alkoholkrank wird halt nicht jeder. Schwesterchen und ich haben früher meistens zusammen gefeiert und beide nicht wenig getrunken. Mit zunehmender Vernunft und Lebenserfahrung habe ich meinen Konsum reduziert. Ich habe keinerlei Symptome, kann bis heute mit Alkohol "umgehen", sprich, ihn nur zum Genuß und nicht zur Bewußtseinsveränderung trinken. Glück gehabt!!!


Geschrieben



Also...um es auf den Punkt zu bringen:

Ich bin Alkoholiker!




Ich wünsche Dir die Kraft, Dein Leben ohne Alkohol zu leben und drücke Dir die Daumen, die Stärke zu besitzen es zu schaffen!


Geschrieben

Respekt für deine Offenheit hier
Ich hatte damals mit einem Alkoholkranken in der Familie zu tun.
Und weiss wie beschi... sowas ist.


Viel Glück und Kraft wünsch ich dir


Behalte vor allem deinen Witz. Der war und ist immer noch sehr angenehm
Poste bloss wieder mehr hier im Forum


P.s. einen Nachteil gibts dann doch....keiner will mehr mit mir poppen, weil keiner die 5-Stunden-Dauerrammeln durchhält


Also 3 Stunden pack ich


Geschrieben

Danke erstmal für Eure Beiträge.

@Sumse
Wie Du selber festgestellt hast, sind solche Abhängigkeiten erstmal reine Kopfsache. In meinem Kopf ist diese neu gewonnene Energie drinnen, und genau diese Energie gibt mir diese Kraft! Diese Energie ist im Augenblick zumindest so vieles stärker als der Gedanke an Alkohol! Und wie ich schon selber sagte: Ich weiss, ich muss da bisschen aufpassen

Ich hab nicht erst in den letzten Wochen viel mit Menschen gesprochen, von denen mindestens ein Elternteil alkoholabhängig ist/war. Und wie Du selber geschrieben hast bist Du wahrlich nicht die einzige, die davon betroffen ist.

Es ist immer wieder grausam zu sehen, wie durch Alkoholismus diesen Menschen die vielleicht schönste Zeit im Leben - nämlich die Kindheit und Jugend - geraubt wird!

Daher hatte ich auch diesen einen Thread verlinkt, der genau DAS anspricht, was mich in unserer Gesellschaft ankotzt:

Von Morgens bis Abends wird man mit den schädlichen Folgen von Zigaretten konfrontiert!
In der Werbung sehen wir einen Werbespot, in dem 13 mio EU-Bürger (hier gibts nicht mal nen wissenschaftlichen Nachweis!!!!) an den Folgen von Passivrauchen gestorben sind. SOFORT anschließend folgt ein Werbespot über Bier, dem folgt einer über Wodka!!!! Das kanns ja wohl mal nicht sein!!!! Die Ignoranz und Tabuisierung des Themas Alkohol- ja schon fast eine Verharmlosung!!! - kotz mich echt an!!!!!

Kurze Pause einlegt zum abregen *gg*



1) Die Abhängigkeit selber schadet Deinem Körper. Die Entgiftung und der folgende Entzug aber auch, vielleicht sogar viel mehr. Das sollte unbedingt ein Arzt begleiten.

2) Ändere Dein Leben. Nur zu Sagen, ich trinke nicht mehr, mache aber weiterhin die gleiche Party wie vorher, wird auf Dauer nicht helfen. Du bekämpfst damit nur Symptome, aber löst nicht die Ursache.



Zu 1. Keine Sorge, bin in ärztlicher Behandlung, die ich auch selber für unbedingt notwendig halte, schon alleine aus dem Grund, um rauszufinden, ob schon innere Organe angegriffen sind.

Zu 2. Genau DAS halte ich für falsch:
Wenn man Deinen Gedanken Folge leistet, kommt man zu dem Schluss, nicht mehr zu feiern; also mal ehrlich....daraus möchte ich nicht verzichten
Ich heiße nicht umsonst Herausforderung!

Bei einem angebotenen Joint, bei einer angebotenen Zigarette, bei einem angebotenen Glas Alkohol....
Zeigt es nicht viel mehr Stärke, wenn man DANN ablehnt, wenn einem etwas direkt angeboten wird, als wenn man solche Situationen meidet? Ich denke schon.

Heute, viele 24 Stunden danach, bin ich bemüht, anderen noch leidenden Alkoholkranken mit meinem Beispiel zu zeigen, dass ein Leben ohne Alkohol möglich, sinnvoll und schön ist.



Danke für Deine offenen Worte. Genau dieser Satz zeigt den Sinn dieses Threads!!!!


Geschrieben

@hera!

heißt das jetzt, du hast auch wirklich spaß ohne alkohol??? hm, dann trau ich mich kaum dich auf einen ziemlich bekloppten stammtisch einzuladen!

ps
wo warste denn die ganze jahre? naja, hauptsache du bist wieder da.


Geschrieben (bearbeitet)

Erstmal was Allgemeines:
Da u.a. auch mein Vater Alkoholiker ist, wußte ich immer schon, dass Alkoholiker KEIN Mitleid verdienen! Das Gejammer z.B. über schlechte Leberwerte....tja, selber schuld, kann ich da nur sagen!
Bei einigen Antworten kam es bei mir so an, als hätte jemand Mitleid. Wie gesagt....Mitleid verdienen diejenigen, die unter Alkoholikern im Lebensumfeld leiden, aber nicht der Alkoholiker selber! Er alleine hat es ja in seiner Hand, das Problem zu beseitigen!

Irgendwie bin ich etwas erschüttert, weil Dein Geist hier sehr, sehr oft und klasse prägend war!



Ähm....das seh ich mal als Kompliment, danke

Es gab bei mir einen Punkt, der komplett allen Erkennungsmerkmalen eines Alkoholikers widerspricht, und das ist, dass NIEMALS - wirklich NIEMALS - die Kontrolle über das, was ich mache und das, was ich rede, verloren habe. Auch mit 3 Promille konnte ich Nachts noch wissenschaftliche Vorträge halten (auch wenns nie jemand hören wollte *gg*).

@ Indi
Danke, aber hast ja gestern im Chat schon gemerkt, dass ich jetzt lammfromm geworden bin
Und selbstverständlich darfst Du Dich mich jetzt auch weiterhin schön trinken

@Zicke
Genau DAS ist ja das Problem!!! Bei z.B. Heroin und Kokain weiss man, dass man nach dem ersten Konsumieren abhängig ist. Bei Alkohol dagegen ist der Prozess fließend!!!
Das ist ja auch genau der Sinn des Threads: die Menschen wach zu rütteln und auf sich selber aufzupassen. Zu erkennen, dass man gefährdet ist, ohne den Schritt der Erkennung, dass man eben schon alkoholkrank ist.

@Die Veränderte

dankeschön

@Söckchen

3 Stunden sind abba zu wenisch
Und willste wirklich mehr von meinen anstrengenden Themen hier im Forum?????

@Benny
Nö Du, ich bin jetzt voll die Spassbremse geworden

@Hurenblender

Nönö Du, wenns doch zum Thema gehört, dann schreib das mal schön hier in den Thread. Wollen ja schließlich alle lesen :-)


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Meinen Vorrednern kann ich wenig hinzufügen. Bewundernswert ist die Energie zur Selbsterkenntnis (nicht nur des Alkoholproblems, sondern auch der Behandlungsbedürftigkeit und die Kraft, dies auch durchzustehen) sowie der Mut, dies (insbesondere in dieser großen Runde) zu äußern. Das verdient auch deshalb Bewunderung, weil Alkoholprobleme von Frauen oft anders beurteilt wird als von Männern: Männern lässt man Alkoholkonsum (auch exzessiven) eher durchgehen.
Denn neben den körperlichen Schäden schädigen oder zerstören Süchte die Verbindungen zur Außenwelt: erst, weil man sie neben der Sucht für nicht so wichtig hält, später, weil man sich der erkannten Sucht schämt.
Was die Werbung angeht: Natürlich sieht man überall schlechte Vorbilder: der Kinoheld, der sich an entscheidenden Stellen erst mal Einen einschenkt oder an der Zichte nuckelt; die Werbung vor dem Film, die über 30 verschenkte Minuten zu suggerieren sucht, dass mit der richtigen Marke die potentiellen Freunde und LiebhaberInnen vom Himmel regnen. Dies ist letztlich kaum zu ändern: wo die Herstellung und der Verkauf von objektiv schlechten Gegenständen zugelassen wird, muss auch mit der Werbung dafür gelebt werden. Ansonsten werden die Folgen des Alkohols wohl auch deshalb weniger hervorgehoben, weil sie zuvörderst nur den Betroffenen treffen: Zigarettenqualm verbreitet sich unkontrollliert um den Raucher herum; Alkohol findet unmittelbar den Weg vom Glas in die Kehle.


Geschrieben

"Zu 2. Genau DAS halte ich für falsch:
Wenn man Deinen Gedanken Folge leistet, kommt man zu dem Schluss, nicht mehr zu feiern; also mal ehrlich....daraus möchte ich nicht verzichten
Ich heiße nicht umsonst Herausforderung!"

Und genau hier beginnt der Entzug. Solange Du Dich nicht ändern willst, wirst Du es auch nicht können. Nur zu denken, Du könntest Dein Unterbewusstsein täuschen, wird Dir nicht helfen.

Für Dich gehört Party zum Leben, Alkohol zur Party etc. Da schliesst sich der Kreis. Und eines sollte Dir gewiss sein, egal wie lange Du trocken sein wirst, ein Schluck reicht und der Körper holt sich wieder, was ihm über lange Zeit anerzogen wurde.


"Bei einem angebotenen Joint, bei einer angebotenen Zigarette, bei einem angebotenen Glas Alkohol....
Zeigt es nicht viel mehr Stärke, wenn man DANN ablehnt, wenn einem etwas direkt angeboten wird, als wenn man solche Situationen meidet? Ich denke schon."

Sorry, wenn das jetzt etwas hart klingt, aber die Stärke hast Du nicht.
Sonst wärst Du nicht in dieser Situation.

Abhängigkeit ist etwas, dass man nur sehr schwer mit reinem Willen bekämpfen kann. Dazu sind wir alle nicht in der Lage, unser Unterbewusstsein und die Reaktionen des Körpers ausreichend zu steuern und zu bestimmen. Das Unterbewusstsein ist leider etwas, was sich nur sehr langsam ändert und dazu bedarf es auch mal, die Verbindungen zu den "schädlichen" Einflüssen zu kappen.


Geschrieben (bearbeitet)


Mir haben damals die Ärzte bei den Angehörigenseminaren gesagt: jeder, der Alkohol trinkt, ist Alkoholiker, genauso, wie jeder, der raucht, Raucher ist. Nur alkoholkrank wird halt nicht jeder.


Da kann man mal wieder sehen, wie viel Ahnung Ärzte haben: sehr wenig bis gar keine.

Trinkt jemand zu einem Essen ein Glas Bier oder Wein, bei einem Empfang einen Sekt oder beim Grillen ein Bier, so ist er noch lange kein Alkoholiker.

Alkoholkrank ist die Person, die nicht kontrolliert trinken und ihr Leben nicht mehr meistern kann, weil der Alkohol es bestimmt.
Alkoholiker ist die Person, die es von sich selber sagt und dazu steht.

2) Ändere Dein Leben. Nur zu Sagen, ich trinke nicht mehr, mache aber weiterhin die gleiche Party wie vorher, wird auf Dauer nicht helfen. Du bekämpfst damit nur Symptome, aber löst nicht die Ursache.



Zu 2. Genau DAS halte ich für falsch:
Wenn man Deinen Gedanken Folge leistet, kommt man zu dem Schluss, nicht mehr zu feiern; also mal ehrlich....daraus möchte ich nicht verzichten
Ich heiße nicht umsonst Herausforderung!


Letztendlich ist es deine Entscheidung, was du machst und was nicht.

Wie ich trocken geworden bin, habe ich alles, was mit Alkohol in Verbindung steht, beseitig.
Auch ich war der Meinung, so weiter leben zu können, wie bisher. Also ging ich zu einem Sommerfest. Mensch, war ich ein Kerl und absolut stark!!! Ich hatte meiner Lebensgefährtin (die trockenen Alkoholikerin) allerdings versprochen, höchstens bis 24 Uhr zu bleiben und bei der Feier verkündet, nur bis zu dieser Zeit bleiben zu können.
Nun saß ich da, voller Zuversicht und Stolz. Ich war ja trocken und über alles erhaben.
Anfangs war alles normal. Es wurde geredet, gelacht und gegessen. Dann kamen die Getränke verstärkt auf den Tisch und der gute Mann neben mir trank Weinbrand.
Ehh, der trank meinen geliebten Weinbrand. Aber ich war ja stark und trocken.
Und er trank einen nach dem anderen. Ich bemerkte, wie meine Schultermuskeln verhärteten, der Nacken verspannte sich, plötzlich hatte ich den Geschmack von Weinbrand auf der Zunge, obwohl ich nur Wasser trank.
Ich war froh, als es 24 Uhr war und verließ die Feier.
Am anderen Morgen hatte ich einen Schädel, als wenn ich die ganze Nacht durchfeiert hätte.
Klar, ich hatte einen Trockenrausch. Im Gedanken hatte ich jeden Weinbrand meines Nachbarn mitgetrunken.

Erst später wurde mit bewusst, wie gefährlich diese Situation für mich war und ich blieb für eine gewisse Zeit von solchen Festen fern.
Klar, zum Tanz oder Familienfeiern bin ich gegangen, und wenn es zu viel wurde, habe ich mich verabschiedet.
Heute macht es mir nichts aus, wenn andere trinken. Allerdings behalte ich mir vor, jederzeit den Ort des Geschehens zu verlassen. Meistens ist der Moment gekommen, wenn zum dritten Mal der gleiche Witz erzählt wird.


bearbeitet von Filzpantoffel
Geschrieben

Rab im Grundsatz teile ich deine Einstellung aber ich denke nicht, dass man aufhören muss zu feiern. Ich denke man muss seine Grundeinstellung zum Alkohol ändern und natürlich auch sein Leben aber nicht so elementar, dass Party - vielleicht in anderer Form - nicht mehr möglich ist.

Unsere Gesellschaft hat doch schon ein Grundproblem mit ihrer Einstellung. Wie weit verbreitet ist denn z.B. die Ansicht, dass man mit Leuten die keinen Alk trinken keinen Spaß haben kann?

Ich selber wurde mal gefragt, ob ich trockene Alkoholikerin bin, weil ich in der Firma an den freitäglichen Absackern nur körperlich teilnahm aber ohne mit den anderen zu trinken. Das muss man sich mal vorstellen!!! Man kann nicht einfach an der Gemeinschaft teilnehmen ohne zu trinken, ohne das gedacht wird man hätte ein Alkoholproblem!

Die größte Herausforderung beim aufhören sind hier wohl auch Lebenskrisen. Nein zu sagen in dem Moment, wo im Leben was schief läuft. Mein Lebensgefährte war Raucher. Er hat letztes Jahr irgendann aufgehört. Dann starb sein Opa ... schwupps fing er wieder an. Ende letzten Jahres der 2. Versuch und bis dato hält er durch. Der Wille ist stark aber das Leben läuft nicht immer den graden Weg und in solchen Momenten braucht man mehr als nur einen starken Willen, um da eisern zu bleiben.

Mitleid habe ich mit drogenabhängigen nicht. Es gibt viele Arten von Süchten und es steht uns allen frei diese zu umgehen. Leidtragende sind, wie Hera schon schrieb, die Angehörigen und die Familien die - je nach Droge - darunter kaputt gehen.


Geschrieben

...
Es gab bei mir einen Punkt, der komplett allen Erkennungsmerkmalen eines Alkoholikers widerspricht, und das ist, dass NIEMALS - wirklich NIEMALS - die Kontrolle über das, was ich mache und das, was ich rede, verloren habe...

So viel Wares und Richtiges hier gesagt wurde, dass ist für mich dummerweise immer noch der größte Trugschluß, dem sich ein routinierter Alkoholtrinker hingibt.
Nämlich in den Glauben der Alkohol hat keinen Einfluss auf das Bewußtsein, die geistige und womöglich auch noch auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Wenn dem so wäre bräuchte er ja gar nicht saufen.
In meinen Augen wird das einem subjektiv vom abhängigen Körper vorgespielt, und ich behaupte jeder, der einmal Erfahrung mit schwerem Alkoholismus hatte, wird dies im Gegenüber erkennen können.


Geschrieben


Ähm....das seh ich mal als Kompliment, danke


DAS siehst Du sehr richtig!


Es gab bei mir einen Punkt, der komplett allen Erkennungsmerkmalen eines Alkoholikers widerspricht, und das ist, dass NIEMALS - wirklich NIEMALS - die Kontrolle über das, was ich mache und das, was ich rede, verloren habe. Auch mit 3 Promille konnte ich Nachts noch wissenschaftliche Vorträge halten (auch wenns nie jemand hören wollte *gg*).


DAS kann einem wirklich Angst machen, denn insofern bietet das Internet tatsächlich einen ganz schlimmen Boden für Traumtänze.

.


Geschrieben

Mist! Falsche Taste und weg war der Text Also nochmal:


Für Dich gehört Party zum Leben, Alkohol zur Party etc. Da schliesst sich der Kreis.



Ja, Party gehört zum Leben, und nicht nur bei mir! Party bedeutet ja nicht nur, Samstag Abend in die Disse zu gehen, sondern eben auch der 80ste Geburtstag vom Opa oder die Beförderungsfeier des Kollegen.
Alkohol GEHÖRTE bei mir zum Feiern, wie bei jedem anderen auch! Nur eben jetzt nicht mehr!

Und eines sollte Dir gewiss sein, egal wie lange Du trocken sein wirst, ein Schluck reicht und der Körper holt sich wieder, was ihm über lange Zeit anerzogen wurde.



Ja, das ist als Suchtkranker das, was man an schwersten versteht.....auch ich habs das - zugegebenermaßen - noch nicht so wirklich kapiert.


Das Unterbewusstsein ist leider etwas, was sich nur sehr langsam ändert und dazu bedarf es auch mal, die Verbindungen zu den "schädlichen" Einflüssen zu kappen.



Anhand dieses Satzes erkenne ich deutlich, dass Du noch nie ein Suchtproblem hattest *neidisch*

Beispiel:

Dem Klaus läuft die Anke weg, also beginnt Klaus vor lauter Frust mit dem Saufen. Er säuft drei Tage, hat weiterhin Frust, säuft weiter. Nach einem Jahr ist er immer noch gefrustet und säuft jetzt jeden Abend.
Nach einem Jahr und einem Tag später steht Anke vor der Türe und kehrt zu ihm zurück.
Ja, sein ursprüngliches Problem, nämnlich die Tennung von Anke, ist somit weg....

Das viel größere Problem aber ist:
Klaus ist mittlerweie KÖRPERLICH ALKOHOLABHÄNGIG!!!! Und der Körper scheisst drauf (sorry), ob dein ursprüngliches Problem noch vorhanden ist!!! Er BRAUCHT den Alk!!!!! Er FORDERT ihn! Klaus wird weiterhin trinken, weil sein Körper den Alkohol braucht!!!!


Selbstverständlich hat jede Form von Sucht ihre Ursache, aber eben diese Ursache wird mit dem Beginn einer körperlichen Abhängigkeit obsolet!!!!


Und mal ehrlich:
Wie zum Teufel soll man die "Verbindung" kappen??????
Alkohol ist ÜBERALL präsent:
Schalte den Fernseher ein- in nahezu jedem Film wird Alk getrunken, geh einkaufen - dort steht er in jedem Regal, besuch Leute - jeder hat Alkohol im Haus!
Man kann sich seinen Problemen nur stellen, weglaufen bringt nix!

Bei Heroin z.B. kann ich Deine Gedanken verstehen: Als Heroinabhängiger hab ich die Möglichkeit, z.B. die Gegenden, in denen Rauschgift verkauft wird, zu meiden. Bei Alkohol hab ich diese Wahl nicht!


Geschrieben

Die größte Herausforderung beim aufhören sind hier wohl auch Lebenskrisen. Nein zu sagen in dem Moment, wo im Leben was schief läuft.


Man sollte meinen, dass die meisten Rückfälle aufgrund einschneidender Erlebnisse geschehen. Ist aber nicht so.
Die meisten Rückfälle bahnen sich ganz schleichend an.
Der Alkoholkranke ist sich seiner zu sicher, wird leichtsinnig, überheblich und achtet nicht mehr auf seine Gesundheit.
Er vernachlässigt den Besuch der Selbsthilfegruppen.
Er trinkt zum Wild ein Glas Rotwein, weil es dazu gehört. Klasse, konnte ohne weiteres aufhören. Beim nächsten mal sind es zwei Gläser, .....und dann ....?
Er bildet sich nicht weiter. Alkohol ist nicht nur die Flüssigkeit in der Flasche oder im Glas.
Durch ständigen Genuss von alkoholhaltigen Speisen ist der Rückfall zum flüssigen Alkohol vorprogrammiert.

Es reicht bei weitem nicht aus, nur das erste Glas stehen zu lassen.

Alkoholismus ist eine körperlich, geistig, seelische Erkrankung. Das wird oftmals vergessen.


Geschrieben

dass ist für mich dummerweise immer noch der größte Trugschluß, dem sich ein routinierter Alkoholtrinker hingibt.
Nämlich in den Glauben der Alkohol hat keinen Einfluss auf das Bewußtsein, die geistige und womöglich auch noch auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Wenn dem so wäre bräuchte er ja gar nicht saufen.



Also erstmal denke ich, dass es bzgl. Suchtprobleme eine ganze Menge Trugschlüsse gibt:

- auch ich selber *zugeb* habe gedacht, Alkoholiker sind diejenigen, die Mittags schon besoffen auf der Straße rumgammeln und sich ein paar Kröten für den nächsten Schnaps zusammen sammeln.
- auch ich selber *wiederzugeb* habe gedacht, das sei "normal", ein paar Mal die Woche Alkohol zu trinken.

Was ich damit meinte ist, dass eben sehr unterschiedlich ist, wie sich Menschen im Vollrausch verhalten:
Der eine wird z.B. körperlich gewalttätig, der nächste wird aufdringlich und anhänglich, der dritte pennt einfach ein. Wir alle kennen Beispiele von Menschen, die am nächsten Tag aufwachten und sich nicht mehr an den vergangenen Abend erinnern können. Ich für meinen Teil kenne diesen völligen Verlust der Kontrolle nicht, was aber eben natürlich nicht bedeutet, dass keine Abhängigkeit vorhanden ist!

@Sumse

Da sprichst Du Wahres!!! Das Problem ist einfach, dass Alkohol in unserer Geellschaft dazu gehört!

@Filzpantoffel

Es sind nicht nur die Ärzte, die zum Teil so garkeine Ahnung haben. Auch JEDER andere Mensch, der niemals mit einer Suchtkrankheit in Berührung kam, wird hier überfordert.
Selbst wir betroffenen - also zumindest ich selber - kann es schon kaum kapieren, nie wieder auch nur einen Schluck zu trinken. Wie soll das erst jemand kapieren, der nie süchtig war?!?!?!


Geschrieben

hallo hera

erst einmal , mutig sich zu outen zu einem thema das ja heute in der gesellschaft als salonfähig angesehen wird.

ich gebe dir folgende tips

informiere deine freunde, die familie , alle bekannten über deine alkoholsucht, schonungslos offen wie hier auch, bitte alle, wenn du bei ihnen zu besuch bist, zb zu einem essen, dich zu informieren ob in den speisen alkohol , auch nur in geringsten spuren, enthalten ist. dann kannst du diese nicht essen..ebenso verhält es sich mit konfekt.
alle künstlichen aromastoffe die alkohol vortäuschen gehören auch dazu weil dein gehirn diese nicht unterscheiden kann.

ein weiterer punkt den du beachten musst sind medikamente in flüssiger form, der darin enthaltene alkohol kann dich ebenso zurückwerfen und wieder zum trinken bringen..

werde dir bewusst..egal wie lange du trocken bist,ob monate oder jahre, du bist immer alkoholiker dein leben lang und auch nach jahren reicht ein tropfen um dich in die sucht zurück zu führen...

ich wünsche dir die kraft die du benötigst, es wird ein schwerer weg sein den du zu gehen hast, ein weg der nie zu ende sein wird.

leider kenne ich genug menschen die diesen weg nicht geschafft haben ,meine lange arbeit in der gastronomie hat mich viele sehen lassen und nicht nur dort.

p.s. wen du in einem hotel eincheckst so bitte darum aus der minibar die alkoholika zu entfernen so das du auch dort nicht in versuchung geführt wirst.

juli


Geschrieben

Hi Hera auch ich wünsche Dir viel kraft u. das du es durchhälst u. nich wieder anfängst zu trinken,ich kann mir vorstellen das es schwer ist/wird

Ich selber mag kein Alkohol trinke wenn (höchstens) 1 Glas Sekt zu Sylvester o. zu Geburtstagen aber wenn gern gemischt mit O-saft


Alles Gute


Geschrieben


@Filzpantoffel

Es sind nicht nur die Ärzte, die zum Teil so garkeine Ahnung haben. Auch JEDER andere Mensch, der niemals mit einer Suchtkrankheit in Berührung kam, wird hier überfordert.
Selbst wir betroffenen - also zumindest ich selber - kann es schon kaum kapieren, nie wieder auch nur einen Schluck zu trinken. Wie soll das erst jemand kapieren, der nie süchtig war?!?!?!


Das mit dem Verstehen ist so eine Sache für sich.
Das "Nie" oder "Nie mehr" ist eine Ewigkeit, ein Zeitabschnitt, den ich nicht überschauen kann.
Ich lebe in dem "HEUTE". Heute will ich nicht trinken. Gestern habe ich nicht getrunken und das ist vorbei, und morgen ist ein neuer Tag.

informiere deine freunde, die familie , alle bekannten über deine alkoholsucht, schonungslos offen wie hier auch, bitte alle, wenn du bei ihnen zu besuch bist, zb zu einem essen, dich zu informieren ob in den speisen alkohol , auch nur in geringsten spuren, enthalten ist. dann kannst du diese nicht essen..ebenso verhält es sich mit konfekt.


Und wieso sollte Hera alle informieren? Damit alle sich ihren Mund fusselig reden und unsinnige Ratschläge geben können?
Oder sollen alle auf sie aufpassen?

Ich trage kein Schild mit der Aufschrift "Ich bin Alki" um den Hals.
Von mir wissen es auch nicht alle, und trotzdem bin ich trocken.
Das voreilige Outen kann zu einem Bumerang werden.

Jeder Mensch ist nur für sich verantwortlich, und keiner ist für ihn verantwortlich.
Ein sehr großer Fehler ist es, sich auf andere zu verlassen oder andere als "Aufpasser" zu nutzen. Irgendwann ist der Aufpasser nicht da, und dann?
Es ist auch sehr nervig, wenn andere immer zur Stelle sind und vorschreiben, was du essen oder trinken darfst (eigene Erfahrung mit der 2. Lebensgefährtin).

Nein! Ein alkoholkranker darf auf sich selber aufpassen.
Er hat einen Mund und kann fragen, ob Alkohol in den Speisen ist, wenn er sich nicht sicher ist.
Natürlich gibt es eine Menge Produkte, in denen Alkohol enthalten ist, angefangen beim Konfekt über Medikamente bis zu Speisen. Das kann erlernt werden.


Geschrieben

Ich halte Alkoholismus für eine sehr extrem unterschätzte Gefahr in unserer Welt (ich sag jetzt extra nicht "unsere Gesellschaft" ).

An Julischkas posting sieht man doch wunderschön, wie verkannt das alles wird;
wie man verharmlost, das komplette Problem auf Äußerlichkeiten, auf die Umwelteinflüsse reduziert.

Damit ist es ja wohl ganz sicher nicht getan.
Und ob es überhaupt hilfreich ist, die Substanz Alkohol völlig aus dem Lebensumfeld zu entfernen?

Würde es da nicht viel mehr Sinn machen, zum Beispiel hier in dieser Bar sämliche Alkoholika konsequent zu entfernen?

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