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Wer niemanden an sich heran lässt ...


Nixe_HRO

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

... kann nicht verletzt werden. So sagt zumindest der Volksmund. Und nach ein paar Monaten in dieser bunten Community drängt sich mir die Frage auf: ist genau das vielleicht bei einigen,  wenn nicht sogar bei vielen Menschen der Grund, zwischenmenschliche Interaktion bewusst auf das Körperliche zu beschränken? Tummeln sich hier (und in der restlichen Welt) zahlreiche Leute, die nur deshalb explizit ONS oder kleine Affärchen suchen, weil damit das Risiko emotionaler Nähe und die daraus resultierende Verletzbarkeit ausgeschlossen werden?

Klar,  viele von uns suchen wirklich einfach nur mal den Kick fremder Haut. Abwechslung vom Ehealltag. Den Spaß mit Mr./Mrs. Wrong, während man darauf wartet, dass Mr./Mrs. Right sich endlich mal blicken lässt. Aber irgendwie scheinen mir die Angsthasen,  die den ONS bzw. die Affäre eher als Mittel zur Nähevermeidung als zum Zweck des unverbindlichen Spaßes suchen, immer häufiger zu werden.

Oder ist das nur meine subjektive Wahrnehmung?

 

Geschrieben

Ich finde nicht, dass, wenn ich eine Affäre suche, denjenigen nicht an mich heranlasse. Ich bin genauso verletzbar und gefühlsmäßig involviert, wie bei der suche nach einer Beziehung.

Und auch bei einer Affäre muss es der *Richtige* sein.

 

Selbst wenn die Hormone mal ihren Anteil fordern, so ist der Mann, der dann bei einem ONS für mich da ist, just zu diesem Zeitpunkt der Richtige.

 

Aber meine Einstellung ist eh, das sich auch aus einem Kaffee eine Beziehung entwickeln kann , deswegen gehe ich mit bedacht Kaffee trinken.

Geschrieben

Sehr interessante Überlegung. 

Ich glaube, dass die emotionale Enthaltsamkeit eher dem Stress und der Hektik der heutigen Zeit geschuldet ist. Die meisten Leute sind dauernd gestresst und gereizt, für eine Gefühlsebe ist da selten Platz. 

Ich erwische mich auch oft dabei, wie ich den Sex zur Ablenkung vom Stress nutze.

Geschrieben

Hatte gerade eine Beziehung über drei Jahre. Die ging letzten Oktober auseinander. 

Im Moment möchte ich niemanden an mich heranlassen, weil ich nicht wieder verletzt werden will. Also passt dies bei mir schon. 

Gruß der Berg 

Geschrieben

Wer niemanden an sich heran lässt ...

... verletzt sich selbst bzw. betrügt sich selbst. Kann man sich auch teilweise mit sehr guten Freunden/Familie/Haustieren kompensieren, aber macht das auf Dauer glücklich?

Ich war zwar in den letzten Tag ziemlich im Eimer, aber solange man sich nicht mit den "größten Arschlöchern" einläßt und die Trennung nicht zu heftig und ohne Nachgespräch beendet, ist das Risiko im Vergleich zu Gewinn eher klein.

 

In meinen "wilden Zeiten" war ich da aber vielleicht auch nicht so vorbildlich. Kontakte habe ich da teilweise recht hart abgebrochen.. naja man wird ja auch reifer.

 

Geschrieben
vor 10 Stunden, schrieb soulero:

Wer niemanden an sich heran lässt ...

... verletzt sich selbst bzw. betrügt sich selbst.

Ich würde eher sagen, er bestiehlt sich selbst. Denn so verletzbar diese Nähe auch macht, so glücklich kann man sich mit ihr auch fühlen.  

Trotzdem,  wie der Berg schon schrieb ... manchmal gibt es Phasen im Leben, da ist man so angeschlagen, dass so ein Liebeskummer einen völlig aus dem Gleichgewicht bringen würde. Dann scheut man vielleicht das Risiko ... 

Kritisch wird es m.E. aber, wenn das zu einem Dauerzustand wird. Und somit einerseits zur zunehmenden Versingelung beiträgt,  andererseits aber auch bei den (mitunter nicht vorgewarnten) Mitspielern dieses Spieles für eine Reihe von Enttäuschungen und letztlich für den Verlust des Vertrauens in das Konzept "Liebe" sorgt. 

Geschrieben

Ich fand es schon immer erstaunlich, dass so etwas überhaupt funktionieren kann,
dass man sich nur auf das Körperliche beschränkt. Ist wahrscheinlich so,
wie der Gang zu einer Prostituierten oder einem Callboy, aber mir stellt sich die Frage:

Wie kann man bestimmte "Emotionen" beim Sex mit einem anderen Menschen
ausschalten? Bindet man sich nicht automatisch und auch emotional, wenn man
mit einem anderen Menschen öfter intim wird, wenn man mehr über ihn erfährt?

Ich kann mir schon vorstellen, dass man vielleicht mit dem festen Vorsatz zu einem
Treffen geht, sich nicht emotional binden zu wollen, aber kann man das letztendlich
immer verhindern? 

Wahrscheinlich fehlt mir persönlich die nötige Einstellung dazu, Sex als reinen Akt
der Lustbefriedigung zu sehen, finde es aber doch bemerkenswert, wenn Menschen
hier über Ratio so gut trennen können, wann sie sich emotional binden wollen und
wann nicht - wird für mich wohl ein nie erreichbares Ziel bleiben.

Geschrieben
vor 10 Stunden, schrieb dreimala:

Ich kann mir schon vorstellen, dass man vielleicht mit dem festen Vorsatz zu einem
Treffen geht, sich nicht emotional binden zu wollen, aber kann man das letztendlich
immer verhindern? 

Das geht sehr wohl. Das habe ich in den letzten Monaten gemerkt. Langsam merke ich aber, dass dieses Gefühl des emotionalen Schmerzes nachlässt. Aber ich will und kann nicht ausschließen, dass bei einem der letzten Treffen nur für Sex nicht eigentlich die Richtige dabei war. Aber ich konnte keine Bindung aufbauen.

Gruß der Berg

Geschrieben

Je länger ich alleine bin und mir das gefällt, so wie es ist, desto schwerer fällt mir das, jemanden an mich herankommen zu lassen. Ich weiß aber auch nicht, ob das so schlecht ist. Evtuell stumpft man ein wenig ab, wenn es dann wirklich mal jemand nett mit einem meint und man kriegt es gar nicht mit.

Geschrieben
vor 4 Minuten, schrieb cuddly_witch:

Evtuell stumpft man ein wenig ab, wenn es dann wirklich mal jemand nett mit einem meint und man kriegt es gar nicht mit.

Nein, das ist Persönlichkeitsabhaengig, ich bin nämlich nicht abgestumpft.....

Geschrieben

wenn sich momentan beziehungsmäßig nichts ergibt, warum soll man dann auf etwas "Spaß" verzichten?!

Man kann ja die Geilheit nicht raus schwitzen :P

Geschrieben

Ich denke schon, dass es bei einigen Menschen so ist.

Wer verletzt wurde, versucht sich zu schützen..

Solche Aussagen habe ich auch in meinem Umfeld schon oft gehört.

Vielleicht ist es auch so, dass dieser Schutz nicht verkehrt ist, denn es braucht doch seine Zeit um wieder offen sein zu können um wieder zu vertrauen, sich fallenlassen und Gefühle zulassen zu können.

Letztendlich ist das eine ganz individuelle Geschichte..

der eine benötigt Zeit, der andere Ablenkung..

Jeder so, wie er oder sie es für richtig hält!

Geschrieben

sicher, man benötigt die zeit der trauer, aber man darf sich darin nicht verfangen und schon garnicht dem folgenden die fehler vom vorgänger anhaften.......

Geschrieben

Aber hat denn das vermehrte Aufkommen von unverbindlichen Abenteuern immer etwas mit nicht verletzt werden wollen zu tun, oder ist es bei vielen nicht vielleicht auch so das sie keine Verantwortung und Arbeit die eine tiefergehende Beziehung mit sich bringt übernehmen wollen?

Geschrieben

Elfe, ich denke auch so...

Aber manchen Menschen fällt es nicht so leicht wieder Vertrauen aufzubauen!

Geschrieben

Collossus Verantwortung ist halt nicht jedermanns Sache! ;)

Geschrieben
vor 3 Minuten, schrieb Collossus:

Aber hat denn das vermehrte Aufkommen von unverbindlichen Abenteuern immer etwas mit nicht verletzt werden wollen zu tun, oder ist es bei vielen nicht vielleicht auch so das sie keine Verantwortung und Arbeit die eine tiefergehende Beziehung mit sich bringt übernehmen wollen?

Man findet denjenigen, der das Gegenstück ist, nicht auf Anhieb, es dauert manchmal Jahre und gewaltsam suchen bringt nix, soll man dann sich solange dann einmauern??? Darf man, auch wenn man das Eine will.....nicht trotzdem das Andere leben???

Geschrieben

Dürfen darf doch jeder, was er möchte..

solange es nicht auf Kosten anderer Menschen und unehrlich von Statten geht!

Geschrieben

@DickeElfeBln Ich bezog mich auf die Textpassage die von den Angsthasen und ONS handelt. Und wenn zwei sich da einig sind das außer dem Sex nichts weiter von Interesse ist, ist das ja auch vollkommen  in Ordnung.
Aber Affären und ONS als Lebensmodell?, irgendwie eine traurige Vorstellung.

Geschrieben (bearbeitet)

Bei dem/der ein oder anderen aber scheinbar schon.

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben
vor 14 Stunden, schrieb dreimala:

Ich fand es schon immer erstaunlich, dass so etwas überhaupt funktionieren kann,
dass man sich nur auf das Körperliche beschränkt. Ist wahrscheinlich so,
wie der Gang zu einer Prostituierten oder einem Callboy, aber mir stellt sich die Frage:

Wie kann man bestimmte "Emotionen" beim Sex mit einem anderen Menschen
ausschalten? Bindet man sich nicht automatisch und auch emotional, wenn man
mit einem anderen Menschen öfter intim wird, wenn man mehr über ihn erfährt?

 

Laut meiner Erfahrung gibt es auch noch etwas dazwischen! Man will keine Beziehung, verliebt sich auch nicht unbedingt, kommt sich aber dennoch nah. Es ist schwierig zu beschreiben, Nähe, Innigkeit auf Zeit? 

Das gibt es ja manchmal auch bei Freunden: Zu manchen hat man sofort einen Draht und manche Freunde können auch mal monatelang abtauchen, aber sobald man sich sieht, ist die alte Vertrautheit sofort wieder da. So in der Art habe ich das auch mit manchen Liebhabern erlebt. Ich bilde mir ein, das in gewissen Rahmen auch steuern zu können. Wenn die äußeren Umstände völlig unpassend sind, verliebe ich mich normalerweise auch nicht.

Geschrieben (bearbeitet)

Jo, in meinem Fall ein ganz klares Ja.

 

Mir ist ein paar mal so schön das Herz gebrochen worden - den Mist mach ich nicht nochmal mit in diesem Leben.


Ich lebe alleine gut und genüge mir selber - ich habe Freunde, Hobbys, und viel Ruhebedürfnis.
Das Thema Familie ist jetzt ende Dreißig im Grunde erledigd - bei den gleichaltrigen Damen ist die biologische Uhr fast ausgetickt und ich trau mir einen Säugling nach Jahren des selbstgenügsamen Jungesellenlebens auch nicht merh wirklich zu.
Also wozu im Gottes willen sollte ich in dieses System eine Frau hereinlassen, die mir wieder mein sorgsam gerichtetes Leben zerschmeißt, mich um die Seelenruhe bringt und mich für die schmerzlichste aller Gefühls-Verletzungen öffnen?

 

Aber Flirten, spielen, prickeln und ab und zu Sex sind halt trotzdem ganz schön.
Und auf gekauften oder emotionslosen Sex steh ich nicht.

Was bleibt?
Eine nette Frau suchen, mit der ich mich gut unterhalten und was unternehmen kann.
Jemand, der mir und dem ich gut tun kann. Ohne irgendwelche Verpflichtungen aufzumachen oder groß Was an der Lebensführung ändern zu müssen.
Und dann halt ehrlich von Anfang an sagen: Ich such sowas - wenn das für dich klappt freu ich mich, wenn sich was ändert müssen wir reden. Denn dann krieg ich Agbrenzungs- oder gar Fluchtbedürfnisse.

 

Ist das bissl kühl? Schon.
Feige? Je nachdem wie man draufschaut sicher auch.
Unreif? Ich denke: Im Gegenteil!

Diese  große Drama-Lovestory-aufregung-Märchen-fürImmer-Geschichte halte ich inzwischen zum einen für Illusion, und zum anderen bin ich alt genug um geschnallt zu haben, daß ich damit nicht umgehen kann.
Wer das saufen nciht verträgt hörts auch irgendwann auf *Schulterzuck*

 

LG

FT

 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Ich habe nicht alle kommetare gelesen, also sorry wenn ich etwas wiederhole.

In dieser Community (soetwas hab ich noch in keiner anderen erlebt) herrscht definitiv eine Verzerrung des geschriebene Wortes und des Seins.

Ängste vor dem Leben, Ängste vor Bindungen. Sorry aber...

Wenn ich schreibe das ich ONS/Affäre oder der gleichen haben möchte, trage ich doch grundsätzlich kein Herz aus Stein mit mir herum. Ich erlebe den Menschen wie er ist doch erst nach den ersten Treffen. Der Mensch kann schreiben was er will, da ist er unangreifbar, jedoch tritts du ihm Gegenüber wisst du erst wie er sein kann. Und wenn sich jemand aufgrund von Oberflächlichkeit ziert okay. Doch den Vorwand zu geben, der will nur eine Affäre und ich eine Beziehung, das ist echt Kindergarten.

 

Und oben drein, wer dem geschriebenen Wort mehr glaubt, als der Erfahrung und das auch noch für eine Bemessensgrundlage und gleichzeitig Entschuldigung für sein Versagen (in jeder Phase seines Lebens) als Vorwand benutzt, verpasst alles oder hat es nicht besser verdient von den heuchlern betrogen zu werden.

 

Unsere Taten machen uns zu dem Was wir sind und keine Angst der Welt sollte uns das Vergessen lassen.

 

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