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Verlust der Menschlichkeit?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben (bearbeitet)

Korrektur siehe weiter unten...ich habe den Beitrag aus Versehen zweimal gepostet.


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben (bearbeitet)

Nein, Jatropha, natürlich ned!

Ich bin selbst bei einer berufstätigen Mutter aufgewachsen und glaub ned, daß ich dadurch keine Menschlichkeit hätt.
Was mich vielleicht schon irgendwie geprägt hat, war, beizeiten mitansehen zu müssen, wie schwer sie es gehabt hat.
War ja früher auch ned besser als heut.
Aber war (und bin bis heute) verdammt stolz auf meine Mutter, daß sie sich ned hat wegbuttern lassen.
Insofern auch ein Vorbild.

Außerdem lernt man als Kind einer berufstätigen Mutter beizeiten Verantwortung/Arbeiten zu übernehmen, man wird ganz einfach früh selbständig, weil die Umstände es erfordern.
Das soll jetzt ned heißen, daß andere Kids das ned schaffen.
Ich habe damals mit 12 Jahren den kompletten Haushalt geschmissen, einschließlich des Kochens, ich bilde mir da drauf nix ein, die Umstände erforderten das einfach, also hab es gemacht, ohne rumzumaulen. Und geschadet hat es mir nix.
Ohnedies wäre man damals nie auf den Gedanken gekommen, etwas ned zu machen, zu sagen, ne, ich hab jetzt grad keine Lust...
war allgemein ned so üblich.


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben


sie setzt vorraus, das emanzipierte Frauen, keinen Bock mehr haben auf Mutterschaft und sich laufend und ständig selbst verwirklichen und ihren Nachwuchs dadurch vernachlässigen.
*gähn* genau!


Au Backe- ich hätte mal meinen Mittagsschlaf heute machen sollen- stand gerade tatsächlich auf den Schlauch...also...räusper: NEE NE? Ich trage also mit meiner Berufstätigkeit dazu bei, dass die Menschlichkeit letztendlich auf der Strecke bleibt, weil mein Sohn zu einem Egomanen heran wächst...? Himmel ! ! !


Geschrieben



"Ich hab immer mehr das Gefühl, dass wir die letzten 20 Jahre verdammt viel an Menschlichkeit verloren haben - und das gefällt mir ganz und gar nicht."

[COLOR=Black]Wie empfindet Ihr? Seht Ihr es auch ähnlich?
[/COLOR]

Das ist doch ganz einfach:
Je mehr das Geld regierd (Kapitalismus) umso weniger geht es um den Menschen, um Liebe und Menschlichkeit. Das wird in der Tat immer offensichtlicher, auch weil wir heute allumfassend und (fast) unausweichlich informiert werden.


SweetSara001
Geschrieben

Dazu fällt mir ein:

Wir waren Helden.

Kinder von heute werden in Watte gepackt!

Wenn du als Kind in den 70er oder 80er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, daß wir so lange überleben konnten!

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.

Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.

Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen uns Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach “Aufsichtspflicht”. Kannst du dich noch an “Unfälle” erinnern?

Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders. Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht:

* Playstation
* Nintendo 64
* X-Box
* Videospiele
* 64 Fernsehkanäle
* Filme auf Video
* Surround Sound
* eigene Fernseher
* Computer
* Internet-Chat-Rooms

Wir hatten Freunde!!!

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten.

Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein.

Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns.

Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klar zu kommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, daß die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

Unsere Generation hat eine Fälle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Mißerfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wußten wir umzugehen.

Und du gehörst auch dazu.
Herzlichen Glückwunsch!

nicht von mir aber super toll...meine Mutter hat sich viel weniger gekümmert als ich mich heute um meine Weiber...es hat nicht geschadet.


totalxverrückt
Geschrieben

Vieles ist (für mich) heute menschlicher:

Damals wurde ein Kind vergewaltigt...
3-4 Stunden vernommen und die Mutter..
durfte nicht dabei sein.

Dann kam noch der Spruch eines Polizisten:..
Seien Sie froh, das Ihr Kind noch lebt!.

Hallo?

Heute läuft es anders (schade das es noch Vergewaltigungen gibt)..
aber die Polizei ist menschlicher geworden!


Myrff
Geschrieben

Mir drängt sich der Verdacht auf, das es bei dem Thema um Moralvorstellungen und Werte geht.

Sollte das der Fall sein, dann schließe ich mich weitestgehend den Ausführungen von Fotografin an.
Werte und Moralvorstellungen sind ständig im Wandel. Mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Was wollte man da als Maßstab verwenden?
Die Maßstäbe von vor 20 Jahren oder die von heute?
Nimmt man die von vor 20 Jahren, dann ließe sich daraus vielleicht eine Verschlechterung der heutigen Zeit ableiten. (Oder auch nicht.) Nähme man die Maßstäbe von heute für die heutige Zeit, dann wäre automatisch (fast) alles im grünen Bereich.


BetsyBoobs
Geschrieben

... Jeder ist sich nur noch selbst der Nächste, Profit geht immer vor Gefühl oder Nächstenliebe, Lügen gehört zum Alltag...



in den wenigen jahrzehnten meines daseins hier auf dieser wunderbaren erde habe ich eins gelernt und auch immer wieder bestätigt bekommen, die art, wie du einem anderen menschen gegeübertrittst, steckt ihn an und er gibt es dir wieder.

ich bin aber noch jung


DieFotografin77
Geschrieben

Das ist ja der springende Punkt, Myrff, der noch nicht abschließend geklärt ist: Wie wird Menschlichkeit definiert?

Bin ich unmenschlich, weil ich dem Nachbarn kein Mehl ausleihe? Oder bin ich erst unmenschlich, wenn ich einen anderen Menschen in seiner seelischen oder körperlichen Not allein lasse? Ist derjenige unmenschlich der sagt, ich weiß selbst nicht, von was ich morgen die Butter fürs Brot bezahlen soll, deshalb beteilige ich mich nicht an Spendenaktionen?

Oder anders gefragt: Bin ich schon unmenschlich, wenn ich nicht kann oder erst wenn ich nicht will?

Ein Mensch merkt sich, was ihm widerfährt. Dummerweise bleiben vorallem die negativen Erfahrungen haften. Und je mehr sich davon ansammeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch vielleicht könnte, aber nicht mehr will.

Wie ich schon schrieb ist das Empfinden, dass heute weniger Menschlichkeit herrscht, eine Summe aus den eigenen Erfahrungen mit fehlender Menschlichkeit und dem Multiplikator "Verhalten anderer aus deren Erfahrungen heraus". Ein 20-jähriger wird die Diskussionsfrage anders beantworten als ein 40-jähriger. Zum einen, weil ein 20-jähriger noch nicht auf einen so langen Zeitraum eigener Erfahrungen zurückblicken kann wie ein 40-jähriger, zum anderen weil das Erfahrungsmaß des Jüngeren im Normalfall noch nicht so hoch ist wie das des Älteren.

Ich persönlich denke, dass der Blick in die Vergangenheit den Blick in die Gegenwart oftmals verstellt. Vielleicht wäre die Frage nach fehlender Menschlichkeit im Vergleich zur Gegenwart statt zur Vergangenheit effektiver...


Myrff
Geschrieben

Ich klau jetzt einfach mal bei Wikipedia die Artikel zum Thema Menschlichkeit:

Ganz allgemein:

Menschlichkeit oder Humanität (lat.: humanitas) hat zwei Bedeutungen: Zum einen die neutral-sachliche Sichtweise, die alles, was Menschen zugehörig oder eigen ist, beinhaltet. Zum anderen wird der Begriff häufig subjektiv-wertend benutzt, um diverse Wertvorstellungen des Humanismus zu umschreiben.



Neutrale Sichtweise:

Menschlichkeit im objektiven, wertfreien Sinn umfasst alles menschliche, also sämtliche – „gute“ sowie „böse“ - menschliche Taten, Sichtweisen, Eigenschaften, etc. Beispielsweise kann ein Haar eines Menschen vom Haar eines Tieres unterschieden werden, oder auch das Sprichwort „Irren ist menschlich“ verdeutlicht die neutrale Sichtweise.



Wertende, humanistische Sichtweise(n):

1) Theorie einer „humanistischen Menschlichkeit“

ie vielen Philosophen des Humanismus grenzten aus dem allumfassenden und wertfreien Begriff Menschlichkeit anhand verschiedener moralischer Kriterien eine gewisse Teilmenge des menschlichen Verhaltens heraus. Sie nannten ihre selektierte Teilmenge - verwirrenderweise - ebenfalls „Menschlichkeit“.

Das Konstrukt dieser „wünschenswerten“ Menschlichkeit wurde kontrovers diskutiert, es ging um Themen wie „was den Menschen ausmache“ oder wie der Mensch sein solle. Das Ziel war friedvoller, gütiger, kultivierter Umgang. So sprach beispielsweise Johann Gottfried Herder davon, dass Menschlichkeit nur teilweise angeboren sei und nach der Geburt erst ausgebildet werden müsse: Die Bildung zu ihr sei „ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muß, oder wir sinken... zur rohen Tierheit, zur Brutalität zurück.“

Den Rang seiner Menschlichkeit könne ein Mensch - der Theorie nach - durch seine jeweiligen Taten verkleinern- oder vergrößern. Die humanistische Theorie zum Begriff Menschlichkeit umfasste „gute“ Ziele wie Taten der Güte, der Menschenliebe, der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit und des Mitgefühls. Zum Vergleich: „Sich zu irren“ ist kein wünschenswertes Ziel der humanistischen Menschlichkeit.



2) Theorie einer angeblichen „Unmenschlichkeit“

Die wertende Theorie der Humanisten definierte also einerseits ein „wünschenswertes Verhalten“, andererseits ergab sich daraus ihr theoretisches Gegenstück: das „unerwünschte Verhalten“, die von Humanisten so genannte „Unmenschlichkeit“ (lt. Inhumanitas). Beispielsweise stellte M.T. Cicero die Frage „Was macht einen Menschen zum Menschen?“ und antwortete sich “Der rücksichtslose Mensch, der sich für andere Menschen nicht interessiert“, sei „nicht human“, d.h. „unmenschlich“. Diese Zweiteilung in „Menschlichkeit und Unmenschlichkeit“ generierte ihre analogen Begriffe wie „Mensch und Unmensch“, ebenso Anhaltspunkte, durch welche „guten bzw. bösen“ Taten man „Menschlichkeit bzw. Unmenschlichkeit“ erreichen könne, zudem die Frage „wer wann einen Mensch zum Unmenschen erklären darf“.

Zur Zeit des Nationalsozialismus führten die Nazis den Begriff „Herrenmenschen“ ein, auch benutzte der Volksmund Ausdrücke wie „Untermenschen“, „Übermenschen“ (z.B. bei sportlichen Leistungen) oder „Gutmenschen“. Im Vergleich zum Begriff „Untermensch“ ist der humanistische Begriff „Unmensch“ derber, da er einen Menschen nicht nur unterordnen möchte, sondern ihm sein Menschsein gänzlich abzusprechen versucht.

Zum Humanismus und dessen „Mensch und Unmensch“-Sichtweise äußerte sich DDR Armeegeneral Erich Mielke, ehemaliger Minister für Staatssicherheit, folgendermaßen: Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüsste, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozess. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten, als wie einen Banditen leben lassen, der uns dann die Toten bringt, damit ich mal richtig erkläre, warum man so hart sein muss. Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil.

Helmuth Plessner kritisierte das Wertekonstrukt des Humanismus folgenderweise: Es habe die „überhebliche Auffassung“, andere Kulturen zu missionieren und „Menschlichkeit erst beibringen“ zu wollen.



Gerade wenn ich das lese, verstärkt sich bei mir der Verdacht das es hier eigentlich um was anderes geht. Mal abwarten ob PaanTuu sich dahin gehend erklärend äussert.


Geschrieben



Menschlichkeit nimmt nur da ab, wo sie nicht mehr als Vorbildfunktion beachtet wird: in den Medien!



100 %-ige Zustimmung.


LG xray666


Geschrieben (bearbeitet)

@Myrff
Inwiefern vermisst Du denn da weitere Äußerungen von mir?

Klar, geht es mir dabei wurzelnd um Moral und Werte. Darauf begründen sich ja schließlich sämtliche Aktionen/Reaktionen in einer Gesellschaft.

Zwei krasse Beispiele aktuell ist mal wieder der Umgang von Jugendlichen mit Aggressionen:
Einmal dieser Tage die Sache mit den Jugendlichen, die einen Obdachlosen ohne Not tot? schlugen, mit der Begründungen von einem der Beteiligten "Wir mussten mal unsere Aggression raus lassen".

Und dann die Nachricht gestern, wo 20! Jugendliche einen Anderen ins Hirntrauma prügelten.
Immer weiter, obwohl er schon bewusstlos am Boden lag und das ist heute wahrhaft keine Seltenheit mehr, eher eine normale Art der Schlägerei.

Hier erkenne ich sogar gar keine Menschlichkeit mehr und das war ja wohl vor 20 - 30 Jahren deutlich anders.


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
DieFotografin77
Geschrieben

Ist das wirklich so? Oder empfinden wir das nur so?

Damals war der Ortsteil, aus dem ich komme, der "Schläger- und Mörderort". Irgendwoher muss diese Betitelung ja kommen...

Wenn damals eine Frau vergewaltigt oder in der S-Bahn überfallen wurde, wenn Jugendliche sich eine tödliche Messerstecherei lieferten, dann wurde diesen Ereignissen allenfalls ein kurzer Bericht in den Regionalfernsehnachrichten und in der lokalen Presse gewidmet. In Nachrichtensendungen wie Tagesschau und ZDF-Nachrichten hatten diese Ereignisse nicht genügend "Gewicht".

Heute gibt es Nachrichtenmagazine wie RTL Nachrichtenjournal, Explosiv, das Mittagsmagazin in ARD und ZDF, Nachrichten auf N24, Phoenix, RTL2, Pro 7 usw. und das Sendeformat hat sich von seriös auf teilweise ziemlich reißerisch gewandelt. Hätte sich die Tagesschau jemals dazu herabgelassen, skurrile Meldungen zu verlesen? Ich kann mich nicht daran erinnern. Mit der Änderung des Sendeformats hat sich auch die Gewichtung verlagert, was früher nie erwähnt worden wäre, findet heute den Weg in die Nachrichtensendungen. Und vorallem noch viel schneller als damals.

Unser Medienkonsum hat sich gewandelt. Der berühmte Reissack in China würde es heute sogar in die Nachrichten schaffen.

Dadurch mögen wir es heute so empfinden, dass diese unnötige Gewalt zwischen Menschen heute häufiger auftritt als in den Jahrzehnten zuvor.

Was die einzelnen Taten moralisch trotzallem nicht rechtfertigt.


Geschrieben (bearbeitet)

@DieFotografin77 ,

es ist bei mir zumindest so, dass Jeder (Mann), der diesbezüglich mitreden kann (alt, uralt genug dafür also),
mir das bestätigt, dass Klopperei bis Schlägerei "früher" ganz anderen moralischen, menschlichkeitsmäßigen Gesetzen unterworfen waren.

Damals war es jedenfalls aus ethisch fest verwurzelten Gründen nahezu eine Unmöglichkeit, dass auf den Gegner noch weiter eingeschlagen wurde, wenn Dieser zu Boden ging.
Schon gar nicht wurde mit allen Mitteln versucht, gar den Kopf eines Bewusstlosen zu zerstören, da gab es ganz klar andere Grenzen und Mitgefühl, bei oder trotz aller Feindschaft!

Hier sehe ich also mal ganz deutlich einen Verlust der Menschlichkeit in heutiger Zeit.


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben



Damals war es jedenfalls aus ethisch fest verwurzelten Gründen nahezu eine Unmöglichkeit, dass auf den Gegner noch weiter eingeschlagen wurde, wenn Dieser zu Boden ging.



Die menschliche und moralische entwicklung erfolgt aber nicht linear sondern in wellen. Den "Früher" war vielleicht in den 50ern, wo die Menschen froh waren, einen krieg hinter sich gebracht zu haben.

Geh aber mal weiter in die Vergangenheit, da konnten Lehrer ihre Schüler schlagen, Waisenkinder wurden in Waisenhäusern misshandelt, auch die Meister durften ihre Lehrlinge und gesellen schlagen.


Geschrieben

@Mandarina7
Mein "Früher" meint aber konkret die Zeiten ab Anfang 1970 mal so ungefähr, über davor kann ich ja auch nicht wirklich mitreden.

Und Dein Vergleich hinkt außerdem, denn es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob früher Lehrer ihre Schüler mit dem Rohrstock geprügelt haben, oder ob heute in immer häufigerer Regelmäßigkeit Schlägereien mit Schädelhirntrauma enden, weil sich da deutlich Grenzen verschoben haben.

Das willst mir doch wohl nicht abstreiten, dass sich da Grenzen klar verschoben haben, oder?

Heute will man nicht mehr einfach nur den Gegner bezwingen, heute will man ihn...
(töten?) - Ich traue mich ja fast nicht mal, dass leichtfertig so zu definieren, aber in die Richtung geht es!
(und es wird immer seltener unterbunden, Handyfotos aus sicherem Abstand ist da wohl gesellschaftsfähiger heute )


DieFotografin77
Geschrieben

Und weil auf den "Gegner" nicht weiter eingeprügelt wurde, wenn dieser zu Boden ging und der Kopf nicht mutwillig zerstört wurde, gingen die damaligen Schlägereien immer ohne Todesfolge aus?

Das mag ich nicht so recht glauben... und mir gehen da auch andere Erinnerungen durch den Kopf.


Geschrieben


Einmal dieser Tage die Sache mit den Jugendlichen, die einen Obdachlosen ohne Not tot? schlugen, mit der Begründungen von einem der Beteiligten "Wir mussten mal unsere Aggression raus lassen".

wo 20! Jugendliche einen Anderen ins Hirntrauma prügelten.

Hier erkenne ich sogar gar keine Menschlichkeit mehr und das war ja wohl vor 20 - 30 Jahren deutlich anders.

Ich habe mich bisher mit einer Meinung zurückgehalten, weil ich denke, so spiegeln es auch die Antworten wieder - ja und nein. In meinem persönlichen Umfeld kann ich keine Abnahme der Menschlichkeit feststellen. Betrachtet man die Frage aber gesellschaftspolitisch, würde ich es bejahen. Das Beispiel der Jugendlichen berührt aus meiner Sicht eine Ursache für meine Einschätzung. Für mich gibt es 4 wesentliche Veränderung in den letzten 20-30 Jahren, die sich auf eine veränderte unmenschlicher erscheinende Gesellschaft ausgewirkt haben.

1. die zunehmende Perspektivlosigkeit der Jugendlichen
2. die Öffnung der osteuropäischen Grenzen
3. die Abnahme von festen Arbeitsverhältnissen (Out-Sourcing, Leiharbeit) in breiten Schichten der Bevölkerung (mangelnde sichere Lebensplanung, Zunahme der Ellbogen-Mentalität)

4. aus Punkt 1-3 resultierend: soziale Verwerfung - die Mittelschicht unserer Gesellschaft reduziert sich dramatisch, die Unterschicht nimmt stark zu, der Existenzkampf wird härter und lässt die Menschen mehr und mehr ihre gute Kinderstube vergessen, die sie auch in immer geringerem Umfang genießen dürfen.


Geschrieben

@Mandarina7
Mein "Früher" meint aber konkret die Zeiten ab Anfang 1970 mal so ungefähr, über davor kann ich ja auch nicht wirklich mitreden.

[...]

Das willst mir doch wohl nicht abstreiten, dass sich da Grenzen klar verschoben haben, oder?



Nein, auf gar keinen Fall will ich das abstreiten. Mir war nur das "früher" zu pauschal, denn Menschlich - und Unmenschlichkeit verändert sich in Wellen, genauso wie Freizügigkeit und prüderie. die alten römer und Griechen waren freiheitlicher eingestellt als spätere generationen.

allerdings amüsierten sich die Römer auch mit Brot und spielen und ließen skalven gegen Löwen kämpfen.

Ich muss meinem Vorposter voll und ganz zustimmen. auch wenn es nicht politisch korrekt ist - und man das nur privat schreiben darf - die öffnung der Grenzen nach osten hat ein unglaubliches Gewaltpotential nach deutschland geholt. Und das meinte ich mit "noch früher": Wenn man bedenkt wie viel Brutalität schon immer in russland geherrscht hat ; das bleibt nicht ohne Folgen.

Und wohin sollen die jungen leute mit all ihrer energie, wenn sie keine chance auf eine Ausbildung haben ? Erziehung findet in den Familien auch immer weniger statt, viele Kinder sind sozial verwahrlost.


Geschrieben

Danke Euch Beiden (Mandarine und Monti ) für Eure letzten Beiträge extra,
obwohl ich in diese Richtung lieber gar nicht zielen möchte,
trotzdem es aber so ist, dass unsere "fremden Kulturen in Deutschland" da auch einen großen Einfluss nehmen.

Das sind halt andere Mentalitäten, die sich mit unserer (neudeutschen, nach Nazi-Deutschland) Vorstellung von Ethik tatsächlich teilweise sehr schwer tun.
Kosovo-Albaner mal als Beispiel
(ganz sicher aber bloß deswegen nicht alle Kosovo-Albaner, also bitte nicht falsch verstehen und daraus einen Strick drehen wollen)
sind aufgewachsen mit dem Gesetz der Blutrache...

... tja, ist ja logisch, dass sie dann hier erstmal massiv Probleme haben, unsere Gesetze und ethischen Ansichten überhaupt zu verinnerlichen.
Das braucht Zeit, darf natürlich aber nicht ins Gegenteil kippen, dass also unsere in ihrer Erwachsenen-Entwicklung begriffenen "Kinder" sich an solchen Werten orientieren.

Hier gibt es wohl wirklich ein kulturelles Problem, entstanden aus einer Vielzahl von jungen Bürgern aus anderen Kulturen, die durch Überzahl in manchen Regionen in Deutschland einfach dominieren und dann ihre ganz eigenen Werte gegen unsere gewünschten Werte durchsetzen.

Diesen jungen Menschen muss endlich ganz klar Perspektive geboten werden, damit sie überhaupt umschalten können, sich von ihren gewohnten Werten hin zu besseren Werten orientieren können.

Aber damit gut jetzt, das ist für mich nur ein Nebenaspekt, ist nicht das von mir gewünschte Thema, denn leider sehr schwierig und politisch korrekt ja nur noch ganz schwer ansprechbar.

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Anderes, einfaches Beispiel, dreispurige Autobahn:

Ich bin brav und vorschriftsmäßig auf der rechten Spur mit ungefähr 110 km/h unterwegs, Die hinter mir auch...
... nun ist da aber ein LKW (90 km/h), ich muss also entweder bremsen oder auf die mittlere Spur wechseln...

So!
Sollte ja eigentlich kein Problem sein, aaaabäääär:

Genau mein mögliches Vorhaben deswegen erkennen die Hintermänner und was machen sie?

Richtig! Jeder ist sich ja selbst der Nächste, Zeit ist Geld, Wer zuerst kommt, malt zuerst!

Die gehen voll aufs Gas, möglichst noch ohne Blinker, damit ich nicht reagieren soll - und dann volles Risiko!

Ich könnte nun mitspielen, auch volles Risiko, einer muss ja zurückstecken, hoffentlich...

Versteht Ihr, was ich damit meine?

Ist nur ein weiteres Beispiel und Menschlichkeit bedeutet für mich Miteinander und Rücksichtnahme gegenseitig!


Engelschen_72
Geschrieben (bearbeitet)

Es sind Kleinigkeiten...

Ich bin ja nun frisch umgezogen in meine eigene Wohnung, ruhige Wohngegend.
Heute mittag komm ich hier an, parke mein Auto und steige aus. Auf dem Bürgersteig kämpft ein älterer Mann sichtlich damit, sich wieder in seinen Rolli zu setzen. Ihm war der Stock runtergefallen.
Ein paar Meter weiter stehen 4 Erwachsene, guggen hin, KEINER fragt, ob er ihm vielleicht helfen kann.

Für mich ist sowas selbstverständlich! Diese Begebenheit von heute mittag war für mich wieder mal ein kleines Zeichen dafür, daß vielen Menschen ihre Mitmenschen heutzutage scheinbar scheissegal sind.

Der Herr hat sich gefreut, auch wenn er keine Hilfe wollte und wir kamen ein bissel ins Plaudern.
Ist es so schwer, mal 2 Minuten seiner Zeit einem anderen Menschen zu widmen? Ist es so schwer einen fremden Menschen, der scheinbar Hilfe braucht, zu fragen, ob man behilflich sein darf?
Für viele scheinbar schon .


bearbeitet von Geile72
Geschrieben

Ist es so schwer, mal 2 Minuten seiner Zeit einem anderen Menschen zu widmen? Ist es so schwer einen fremden Menschen, der scheinbar Hilfe braucht, zu fragen, ob man behilflich sein darf?



Hat das was mit Menschlichkeit zu tun oder einfach nur eine Sache der Erziehung?

solche "kleinigkeiten" bringt man seinen Kindern bei..is denen ein Vorbild und ich bin immer wieder sehr stolz wenn mein Sohn (5 Jahren) in der U-Bahn oder im Bus aufspringt und einen älteren Menschen fragt ob er sich setzen möchte oder gar was aufhebt wenn was runterfällt etc..es sind Kleinigkeiten aber für mich (und somit auch für meine kids) Selbstverständlichkeiten

Verlust der Menschlichkeit allgemein...ich glaub eher weniger aber das Leben heutzutage is "schwerer" geworden als vorher..ich als Mutter hab das Gefühl mich gegen andere Sachen viel mehr durchzusetzen und Ängste zu verspüren als meine Mutter bzw Eltern vor 30 Jahren

Die Zeit allgemein wurde mittlerweile hektischer und so is jeder vorerst mit sich selbst beschäftigt..der Großteil wohl bemerkt aber dennoch nicht alle


DieFotografin77
Geschrieben

Aber auch das war vor 20 Jahren nicht zwingend anders, Geli

Steinigt mich, aber ich würde diesem Thema vollen Zuspruch geben, wenn es es sich ausschließlich auf heute beziehen würde.

Denn was vor 20 Jahren war, ist vorrüber... vorbei... passé... wir leben im Heute. Und wenn ich HEUTE das Miteinander im Alltag vermisse, dann mache ich den ersten Schritt und gehe auf die Leute zu, helfe wenn ich sehe dass jemand Hilfe braucht etc.

Oder anders gesagt: Totprügeln bleibt Totprügeln, egal wie es vor 20 Jahren war. Eine Prügelei bleibt eine Prügelei, egal wie es vor 20 Jahren war. Mord bleibt Mord, egal ob die Mordrate heute höher ist als vor 20 Jahren. Eheliche Gewalt bleibt eheliche Gewalt, egal wie es vor 20 Jahren war. Kindesmissbrauch bleibt Kindesmissbrauch, egal wie es vor 20 Jahren war.

Das meinte ich damit, als ich in einem vorherigen Posting meinte, dass der Blick aufs Gestern den Blick aufs Heute oftmals verstellt. Ob es nun vor 20 Jahren so oder so war, heute ist Aktivsein gefragt. Mit gutem Beispiel voran gehen.

Wir können die Welt nicht ändern, aber wir können einen Pflasterstein legen, und aus diesen Pflastersteinen wird dann irgendwann eine Straße, die wieder zu mehr Menschlichkeit führt.


Geschrieben (bearbeitet)



Ich habe damals mit 12 Jahren den kompletten Haushalt geschmissen, einschließlich des Kochens, ich bilde mir da drauf nix ein, die Umstände erforderten das einfach, also hab es gemacht, ohne rumzumaulen.

Hoffentlich hat Dich damals wenigstens jemand wissen lassen, DASS du Dir sehrwohl etwas darauf einbilden kannst.Ich denke, dass der Mensch- auch der kleine- an seinen Aufgaben wächst, vor allem dann, wenn er sie durch Lob und Dank entsprechend motiviert angeht...


bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben


Wir können die Welt nicht ändern, aber wir können einen Pflasterstein legen, und aus diesen Pflastersteinen wird dann irgendwann eine Straße, die wieder zu mehr Menschlichkeit führt.


Also siehst ja auch Du es so, dass es heute ein Defizit an Menschlichkeit gibt.

Finde auch diesen Beitrag von Dir wieder echt klasse und behaupte,
dass man auch auf diesem Weg (p.de\Forum) die von Dir angesprochenen Pflastersteine legen kann,
denn ALLES fängt letztendlich bei uns Menschen fast immer im Kopf an!


Für mich ist sowas selbstverständlich!


Logisch, hast ja auch altersbedingt da auch eine andere Wertevorstellung, Ethik.

Ihm war der Stock runtergefallen.
Ein paar Meter weiter stehen 4 Erwachsene, guggen hin, KEINER fragt, ob er ihm vielleicht helfen kann.


Vor 20 - 30 Jahren aber wären alle Erwachsenen spontan da hin gestürzt, hätten geholfen und nicht nur blöde geguckt!


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