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Frau, Sein, Ding

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Geschrieben

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Es war einmal ein ziemlich kluger Mann, im Leben hatte er alles gut im Griff und trotzdem hatte er immer wieder neue Ideen, neue Interessen, neue Ziele. Alles was gerade in ihm aufflammte suchte eine Antwort, mit der er dann leben konnte. Er wollte es verstehen, durchleuchten, hin und her wenden, oder auch selbst ausprobieren. Er musste nicht alles können, auch selbst keine Perfektion in allem erreichen, allerdings achtete er diejenigen umso mehr, die es zu hohem Können geschafft haben. Ein Thema beschäftige ihn schon ewig, das Weib, mit all seinen Eigenarten. Er wollte das ganze Frau-Sein-Ding mit seiner großen Lupe, bei ganz viel Licht klarer werden lassen.

Die Frau-Sein-Frage wo fängt Mann da an? Hexenmilch? Schönheit? Blütejahre? Die Greisin? Das Seelenleben? Eitelkeit? Klatschsucht? Koketterie? Grübeln? Backfisch? Blumen? Reinheit? Madam? Flirt? Eroberung? Egoismus? Mitwelt? Die Lüge? Scham? Keuschheit? Unbefriedigt? Werbung? Schwärmerei? Er? Platonisch? Enttäuschung? Passivität? Unglücklich? Ehe? Kupplerin? Küssen? Der Duft des Mannes? Gesang? Schminken? Einzel-Tanz? Haus-Frau? Anpassung? Freundin? Dulden? Die Mücke? Glücklich? Kichern? Liebe? Sehnsucht? Berufung? Schuld? Mode? Mutter? Rendezvous? Wild? Ernst? Empfindung? Kalt? Verehrung? Spiel? Lernen? Stolz? Was ist Frau Sein?

Die vielfachen anatomischen Studien am lebendigen Objekt konnte nicht alles beantworten und auch da ist noch kein endgültiger Abschluss in Sicht. Vieles wurde untersucht, experimentiert, Grenzwerte ermittelt, manipuliert und mitgefühlt.



In einer Abhandlung zu verschieden Regionen und Religionen fand ich dann einen Abschnitt, wie Mann, in längst vergangen Tagen, frei von den erotischen Gelüsten lebte. Zuerst war da mein Schmunzeln beim Lesen, für mich selbst wäre so was seltsam, viel zu sehr mag ich all die Berührungseinheiten. Wie würde mein Tag sein, wie meine Nacht, ohne all das zu fühlen? Die Frage drängte sich in meinen Kopf, wollte nicht wieder gehen und so begann ich lange sinnierend eine Antwort zu suchen, bemühte die Weite der Fantasie, die Tiefen der Philosophie, doch eine wirkliche Erkenntnis war da nicht zu holen.

Könnte ich dieser verschworenen biblischen Gefahr der Gelüste widerstehen? Ich muss es wohl selbst erleben, so wie es ist, herausfinden ob ich es kann. Mit vollen Optimismussegeln, ging ich es an.

Als erstes war es günstig das ich gerade Single war und die versprochenen Nächte leicht verschiebbar waren, eine hat sich gleich ganz verabschiedet, die Andere konnte es gar nicht verstehen, das keine andere Frau im Spiel war, keine hat mir geglaubt das ich paar Wochen nicht erreichbar bin, den wahren Plan habe ich nicht erzählt. Mein Zweifeln kam erst später, vielleicht wäre es für sie gar kein Problem, wenn ich es nur mal so, für mich probieren will. Nun gut, vielleicht beim nächsten mal.


Tag 1:

Als ich morgens aufwachte war wie immer die Morgenlatte zu spüren, mein erster Gedanke hatte ein leichtes bedauern, denn heute sollte ganz und gar nichts derartigeres Geschehen, keine Nähe, kein Kuscheln, kein Streicheln, keine Küsse, kein Sex, alles für die nächsten Wochen, gestrichen, ausgeschlossen. Noch vor dem Mittag fuhr ich ins Kaufland, eindecken musste ich mich diesmal nicht so wie sonst immer, vorsichtshalber für Zwei, sondern umdenken auf nur eine einzige Person. All die leckeren Sachen die besonders gut zu zweit schmecken wollte ich für die nächsten Wochen weglassen. Konzentriert fing ich an durch die Regale zu gehen.

Ich erwischte mich selbst dabei das ich bestimmte Frauen länger ansah als es nötig war um z.B. ein zusammenstoßen zu vermeiden. Ich erinnerte mich gerade an meinen Plan als vor mir eine Frau herlief, sie war wohl gerade aus den Gang herausgefahren, war nun in meiner Wegbahn zusehen. Halblange dunkle Haare, Alltagsklamotten, irgendwas an ihr war mir bekannt. Sie blieb stehen, ich sah sie kurz von der Seite, aha, Maika.

Maika war eine Liebelei, die schon weit zurück lang. Sie war noch Verheiratet, hat zwei Kinder, so wie ich sie sah, hat sie die schmale Taille immer noch. Sie hatte Zöpfe, Sommersprossen, lachende Augen. Damals belegte sie einen abendlichen exotischen Kochkurs, danach haben wir uns immer kurz gesehen, als der Kurs zu Ende war hat sie ihn einfach noch mal gebucht, um alles, wirklich gut zu verstehen. Dann war die Affäre vorbei, ich hatte sie bisher nicht wieder gesehen.

Auch sie entdeckte mich, freudig lächelnd kam sie zu mir. Nach dem obligatorischen, wie geht’s, folgte zügig die subtile verklausulierte Anfrage ob ich denn wen festes Hab. Als ich es verneinte erzählte sie gleich wie ein Wasserfall, dass sie in Trennung lebt, er ausgezogen ist, die Kinder gerade übers Wochenende bei ihm sind. Vor ein paar Tagen hätte ich wahrscheinlich gleich mit flirten angefangen.

Ungeschickt bastelte ich wieder eine Ausrede für mich, auch sie glaubte mir nicht, fast ließ sie mich stehen, doch so bisschen wehmütig wie sie mich noch ansah erinnerte ich mich an die abgesagten anderen Nächte vom Vortag. Bei ihr wollte ich es nun besser machen. Also Rückwärtsgang, weg von dem Geflunker. „Lass uns dann hier noch einen Kaffee zusammen trinken“, ich zeigte nach vorn, sie nickte und ging davon.

In der Nähe vom Ausgang, an einem Imbiss, holte ich dann den Kaffee, wir setzten uns in eine Ecke und ich gestand ihr als erstes das ich geflunkert hab. Erzählte warum, wie ich zu meinem Plan gekommen bin, was gestern schief lief, dass ich sie immer noch gern hab. Sie fand es spannend dass ausgerechnet ich solch ein Experiment wag. Sie fragte dann ob wir uns am Abend bei ihr treffen wollen, weiter über die alten Zeiten oder Neues reden, oder ob das meinem Plan entgegensteht. Es könne doch dann später ein jeder auf den Außenseiten des großen Bettes bleiben. Ich überlegte schmunzelnd und sagte zu. Der Abend war klasse, wir lachten, erinnerten uns, hatten Spaß, irgendwann war’s dann Zeit ins Bett zu gehen. Jeder auf seiner Seite, Licht aus und Tag 1 war für mich geschehen.


Tag 2

Da waren meine Hände, die zwei Brüste liebkosten, Haare die mich sanft streichelten, ihr warmer weicher Körper auf mir, ein anschmiegen, fühlen, das mir sehr gefiel – was war passiert – Die Nacht sommerlich warm, ich hatte mich im Schlaf von meiner Decke befreit, bei Tagesanbruch hat sie dann meine Erektion gesehen und da ich fest schlief, wurde sie nicht nur mutiger sondern auch dreister. Irgendwann ist sie nach oben, als meine Hände sie dann festhielten, nahm es seinen Lauf. Ich liebe es so aufzuwachen, verknäult, aneinanderreiben, schlaftrunkene Küsse. Wir sind wieder eingeschlafen, als ich dann aufwachte, war es schon halb Zehn. Sie krabbelte aus dem Bett, sagte, dass sie ein kleines Frühstück für uns machen will. Bei dem Wort Frühstück fiel mir mein Plan wieder ein, unwillkürlich zeitgleich auch Adam & Eva, mit ihrem Apfelspiel, ich sah ihr grinsen beim Bettverlassen, sah ihr nach als ihre nackte Rückseite den Raum verließ.

Mein breites Grinsen galt mir selbst, was für ein idiotischer Plan, all diese schönen Momente, inniges Küssen, das grobe Benutzen, das Kuscheln, verspielte Leidenschaft, alles auslassen nur um diese These selbst zu erfahren, nein, dieses Thema muss ich nicht, selbst erfahr.





Sax


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