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Bald schlimme Zeiten für Arbeitnehmer?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Gestern bei spiegel-online einen Artikel gelesen, der mich aufhorchen lässt und mir zu denken gibt...
(seltsam dabei, dass der Artikel nicht mehr auffindbar ist für mich, aber Nebensache)

Es ging dabei um ein aktuelles Buch, wo der Autor (Wissenschaftler?, Wirtschaftsberater? keine Ahnung!)
sich über den Umgang von Unternehmen mit ihren Mitarbeitern auslässt und für mich recht erschreckende Tipps für die Zukunft gibt...

Kernaussage war, dass in Unternehmen der (humane) Umgang mit den Mitarbeitern in den letzten Jahren falsch gewesen und nach seiner? Studie der gesunden Wettbewerbsfähigkeit abträglich sei.
Klartext: Besser nicht Loben - "kein Tadel" reicht auch! (ähnlich war auch der Titel von dem unauffindbaren Beitrag)
Auch wurde im Text erklärt, dass der heutige Weg von mehr Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter sich als gänzlich falsch erwiesen hätte, Untergebene brauchen eine strenge Hand und nicht etwa persönliche Freiheiten.
(wie gesagt finde ich den Artikel leider nicht mehr, kann mich also nur auf das stützen, was ich sinngemäß ungefähr so gestern bei spon gelesen habe)
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Soweit also die für mich verfügbaren Fakten zum Thema und jetzt meine persönliche Meinung dazu:

Als Mitarbeiter in einem großen Konzern kann ich klar bestätigen, dass im letzten Jahrzehnt definitiv ein Umbruch von oben nach unten stattgefunden hat, wo sich bemüht wird, den einzelnen Mitarbeiter mit mehr Respekt und weniger Strenge zu behandeln.
Es wird sich bemüht, dem Mitarbeiter (bei Verdienst dafür) unbedingt Lob und Anerkennung auszusprechen.
Außerdem versucht man sehr deutlich, den einzelnen Mitarbeiter an Entscheidungen zu beteiligen (Arbeitskreise), bzw. werden sogenannte "konstruktive Mitarbeitergespräche" mit dem jeweiligen direkten Vorgesetzten angeboten, wodurch halt jeder Einzelne Ideen oder Verbesserungsvorschläge einbringen kann - zudem geben sich die ganz hohen Chefs auffällig nahbar bis menschlich.

Im Prinzip eine sehr humane Entwicklung im letzten Jahrzehnt und es fördert meiner Meinung nach die Eigenverantwortung und auch die Motivation der Mitarbeiter.

Nun aber soll (soweit es nach besagtem Autor geht) eine absolute Kehrtwende hin zu alten Philosophien eingeschlagen werden:

Ich Chef - Du nix! (Du doof)

Natürlich möchte ich diesen Artikel nicht überbewerten, bin jetzt auch nicht völlig verstört und besorgt ob unserer Zukunft deswegen, aber es macht mich einfach frühzeitig stutzig, lässt mich aufhorchen
und vor allen Dingen interessieren mich dazu mal andere Meinungen oder besser noch Erfahrungen, Hintergründe, (besseres) Wissen...

Auf eine interessante und fruchtbare Diskussion,
in der Hoffnung, dass das Thema bleiben darf, also nicht zu sehr als Politik genommen wird, denn (noch) sind ja viele von uns in Arbeit und betroffen von solchen Entwicklungen.

Danke fürs Lesen und eventuelle Antworten... !



Geschrieben

Ich arbeite seit 6 Jahren in einem kleinem Betrieb, wo es noch recht sozial zugeht. Trotz allem fällt mir auf, dass es in den letzen zwei-drei Jahren immer deutlicher wird wer das sagen hat und wer nicht. Die Hierarchie wird immer öfters betont und da bei uns noch am QM gearbeitet wird, wird es immer offensichtlicher,gerade wenn irgendwas beschlossen wird.
Eigentlich finde ich das sehr schade, weil es auch ziemlich an der Motivation der Mitarbeiter immer mehr mangelt. Weil ja jeder sagen kann..*das geht mich ja nichts an...sollen sich die Chefs kümmern.*

Lob gibt es einmal im Jahr...bei der Jahresabschlussfeier..was ich auch viel zu wenig finde, bei dem was wir jeden Tag leisten nur beim normalen Arbeiten. Abgesehen von Einspringen, Überstunden...We- arbeiten...länger bleiben...sogar unsere Freizeit für die Patienten manchmal hergeben...

Eigentlich schade...

lg Sun


Geschrieben

Man sollte irgendeinen wirren Menschen, den der Spiegel aus einem kleinen dunklen Zimmer gezerrt hat, nicht überbewerten und mehr Beachtung schenken, als seinen Worten zusteht.


Rab
Geschrieben

Die Gutsherrenmentalität alter Schule scheint teilweise wieder schwer im Kommen zu sein.

Die Situation am Arbeitsmarkt ("hinter Dir stehen 10, die Deinen Job wollen") gibt es leider immer noch her.

Ich kann aber auch manchen Chef verstehen ... Ich kenn da Betriebe, da wird alles dreimal im Kreis gekaut mit Meetings und Arbeitskreisen, aber dummerweise nichts mehr geschafft. Jeder Pfurz muss von irgendeinem Beirat abgesegnet werden und gleichzeitig wurde die Privat-Haftung von Geschäftsführern drastisch verschärft (der Beirat oder Betriebsrat haftet natürlich nach wie vor nicht ...).

Kommt also nix bei raus, gibbet keinen Umsatz und kein Gehalt.

Ich denk mal, der beste Weg liegt da irgendwo in der Mitte.


Geschrieben

@gambleme
Mein Problem dazu ist im Moment, dass der verdammte Artikel seltsamerweise nicht mehr auffindbar ist für mich,
würde nämlich auch gerne genau wissen, was für ein Fuzzi das überhaupt ist, der da solch üble Vorschläge macht.

Sorge macht mir jedoch tatsächlich, dass ja nur "der Richtige" das womöglich glaubt und für effektiv befindet
und schon würde von "Oben" runter ganz schnell dieser Druck durchgedrückt und realisiert werden.
Nach meiner bisherigen Lebenserfahrung würde sich leider die Mehrheit der deutschen Führungskräfte sofort darauf einstellen (ist sich ja Jeder selbst der Nächste) und Rumms - hätten wir den Salat.


Geschrieben

Mehr Hierarchie und mehr Gängelung?

Ich halte das für einen extrem unsinnigen Ansatz. Wie geht das mit unserem Fachkräftemangel und dem immer kleiner werdenden Anteil an arbeitsfähigen Menschen überein?

Ist es nicht eher so das die Arbeitgeber langsam ihre Gutsherrenmentalität ablegen müssten? Der Satz mit den zehn anderen die meinen Arbeitsplatz haben wollen könnte ich eh nicht ernst nehmen. Dazu bin ich zu sehr Spezialist. Aber auch generell kann und wird der Arbeitgeber sich in den meisten Fällen sehr genau überlegen ob und in welchem Rahmen er Personal austauscht. Immerhin bindet die Einarbeitungsphase noch zusätzliche Arbeitskraft aus einem Sektor, aus dem ja eh schon eine Person die es konnte mit der Kündigung herausfällt. Das bedeutet einen deutlichen Kostenaufwand. Jeder Eingriff am "Getriebe" Unternehmen birgt eine Erforderlichkeit Geld aufzuwenden.

Die Mißstände des Arbeitsmarktes sind dennoch da. Aber hier muss ein Umdenken bei den Politikern und bei unseren Konzernen erfolgen. Mit den 400€-Jobs geht es doch schon los. Effektiv bedeutet das doch nur: Ich streiche eine feste Ganz- oder Halbtagsstelle weg und stelle mir lieber ein oder zwei 400€-Jobber in den Laden. Denen stelle ich dann in Aussicht in ferner Zukunft mal einen Fulltime-Job bekommen zu können. Ob ich das tatsächlich vorhabe, das mache ich lieber mit mir und dem lieben Gott aus. Von 400€ kann aber keiner leben. Also passiert was? Genau, wir alle zahlen. Danke!

Zeitarbeitsfirmen, die Sklavenhändler des neuen Jahrtausends, sind nicht wirklich besser. Das Prinzip heißt Hoffnung. Die Menschen werden mit ihrem eigenen Streben nach Sicherheit motiviert, denn alle geben ihr Bestes um eine Übernahme nicht zu vermasseln. Das Gehalt was dem einzelnen Arbeitnehmer zustünde wird lieber in die tiefen Taschen einiger Unternehmer gezahlt. Effektiv bedeutet das für den Auftraggeber zwar vergleichbare Lohnkosten, aber viel flexiblere Personalbedarfsplanung, weniger Aufwand für die Verwaltung der Arbeitnehmer und zu allem Überfluss auch noch einen Mitarbeiter der ackert wie eine Hafendirne. Würdet ihr nicht auch auf Zeitarbeiter setzen wenn ihr dafür selber mehr in der Tasche hättet? Genau! Nochmal vielen Dank!

Unsere Politik hat uns hier alle in den letzten Jahren Stück für Stück verkauft. Und keiner hats gemerkt.

Schluß also bitte mit der Gutsherrenmentalität der Arbeitgeber, dies ist nicht zeitgemäß. Aber bitte auch Schluß mit der Auflösung des Mittelstandes. So gehts nicht weiter. Und glaubt bitte keinem Politiker, egal welcher Partei, das es besser würde mit ihm. Das könnt ihr vergessen. Das haben sowohl Schwarz als auch Rot und Gelb gezeigt.

Jetzt habe ich mich doch ziemlich ausgelassen. War garnicht meine Absicht. Aber bei dem Thema beginne ich zu brennen!


Geschrieben

Die Situation am Arbeitsmarkt ("hinter Dir stehen 10, die Deinen Job wollen") gibt es leider immer noch her.



Also das kommt sicher auf die jeweilige Branche an. Ich kenne auch Bereiche, in dem die gesuchten Mitarbeiter Mangelware sind und wenn bestimmte Mitarbeiter mit ihrem Know- How das Unternehmen verlassen, stellt das eine mittelschwere Krise dar. Es gibt mittlerweile auch immer mehr Fälle, in denen gezielt Mitarbeiter aus anderen Unternehmen abgeworben werden. Sicher keinen normalen Bauarbeiter, allerdings auch nicht nur überbezahlte Top- Manager.


Geschrieben

Hierarchienlose Arbeitsplätze aussuchen oder in die Selbstständigkeit wechseln.

Schlimmer finde ich die generelle Arbeitssituation und daß man sich selbst evtl. am meisten Druck macht.

- man findet nichts neues auf die Schnelle
- man ist abhängig vom Job


Geschrieben


Schluß also bitte mit der Gutsherrenmentalität der Arbeitgeber, dies ist nicht zeitgemäß. Aber bitte auch Schluß mit der Auflösung des Mittelstandes. So gehts nicht weiter.

Sehe ich absolut ebenso und Danke überhaupt für Deinen besonders ausführlichen Beitrag.

Aber der Knackpunkt ist für mich dieser Artikel gestern, wo ein (Autor?, Wissenschaftler? Wirtschaftsexperte?, Idiot?) in seinem Buch feststellt, dass dieser humane Umgang mit Arbeitskräften aus wirtschaftlicher Sicht kontraproduktiv sei, eine Firma im Wettbewerb behindern würde.

Andersherum, und darum geht es mir mit diesem Thema,
sollten in Zukunft Mitarbeiter wieder mehr entmündigt werden, möglichst nicht gelobt werden - Tadel wäre wesentlich motivierender.
Der heutige Weg, wo Mitarbeiter sich eigenverantwortlich einbringen und überhaupt ihnen die lange Leine gelassen wird, dieser Weg hätte sich als falsch erwiesen.
Wirtschaftlicher in Hinsicht auf Wettbewerbsfähigkeit wäre konsequente Strenge gegenüber den Angestellten!

(Alles nochmal wie gesagt nicht exakt der Wortlaut aus dem Artikel gestern, aber sinngemäß werde ich das schon soweit richtig verstanden haben)


Geschrieben (bearbeitet)

cls500 hat´s zutreffend geschrieben.

Das Volk verraten und verkauft...
einige haben´s doch gemerkt und gehen zu keiner Wahl mehr.
Aber damit können Politiker gut leben, denn wer zuhause bleibt und wer mich nicht wählt, wählt auch nicht gegen mich, wird mir also nicht gefährlich.
Die Gutsherrenmentalität ist Realität.
Wir leben schließlich im Kapitalismus, da zählt das Kapital, nicht der Mensch.
Der Mensch ist beliebig austauschbare Masse, die nur noch verschlissen wird.
Kein Wunder, daß es soviel Burnout und massenhaft psychische Leiden gibt, die die Volkswirtschaft enorm teuer zu stehen kommen.
Und das alles ist erst der Anfang, befürchte ich.
Die Politik wird sich auch nicht damit begnügen, Menschen zu entrechten und zu versklaven, sondern wird die Menschen häppchenweise von allem enteignen, was sie irgendwie aufgebaut haben, um es anschließend zu verschleudern.
Das Volksvermögen wird vor die Säue geworfen, verschwindet in dunklen Kanälen und
die Menschen rackern sich ab, im Prinzip für nichts.
Aber diese Salami-Taktik, das häppchenweise Enteignen, funktioniert sehr gut, denn so gewöhnt sich der Michel dran und macht keine Revolution.
Schon Stalin sagte:
"Die Deutschen machen kein Revolution, denn dazu müßten sie den Rasen betreten".
Die Einschätzung stimmt, besser kann man es nicht ausdrücken.
Gleichzeitig betreiben namhafte Politiker sehr erfolgreich die Entsolidarisierung der Bevölkerung nach dem alten Motto: Teile und herrsche.
Damit legen sie eine gefährliche Lunte aus, aber auch das kümmert sie wenig, da sie prinzipiell nur im Takt einer Legislaturperiode denken.
Prinzip: Nach mir die Sintflut.
Fazit: Wer das alles nicht glaubt oder sieht, muß schon ziemlich blauäugig sein.
Wohin das alles führt, kann man sich in logischer Konsequenz ausrechnen.
Fakt ist auch, daß die meisten Leute gar nicht so schlecht denken können, wie die sind.

Meine Meinung.


bearbeitet von Silbersternchen
Geschrieben

Danke @Silbersternchen (und natürlich alle anderen) für die Antworten jetzt schon soweit!

Bitte allerdings lasst uns versuchen, den Aspekt "Politik" möglichst aus dem Thema heraus zu halten, damit es nicht deswegen geschlossen wird. Ich weiß, es fällt schwer, denn die Politik ist definitiv involviert, denn sie bestimmt letztendlich mit, wo es lang geht, was geduldet, erlaubt, gewünscht ist.

Für dieses Thema hier interessiert mich aber mehr Eure Meinung, ob die Vorschläge von diesem Autor für die Arbeitswelt sinnvoll sind oder nicht.

Seine Behauptung ist ja, dass es den Unternehmen wirtschaftlich nichts gebracht hätte, dass man die "Untergebenen" mit Samthandschuhen geführt hat, so könne man im Wettbewerb zukünftig nicht bestehen und es muss umgedacht werden, Strenge, Tadel, weniger Eigenverantwortung wäre maßgeblich.

Zwar sehe ich das absolut nicht so, denn die explodierten Gewinne der meisten Großkonzerne (im letzten Jahrzehnt) in Milliardenhöhe sprechen dazu ganz klar gegen seine Aussagen.
Aber - es kann ja sein, dass jetzt noch, noch mehr rauszuholen ist, wenn man nun umschwenkt und das derzeitige Arbeitspack zusätzlich knechtet?

Sollte diese Rechnung aufgehen können, dann sehe ich wirklich nur noch schwarz, dann kämen tatsächlich schlimme Zeiten auf Arbeitnehmer zu.


Geschrieben (bearbeitet)

PaanTuu:
Du hast freilich recht (überhaupt wollte ich Dir mal sagen, daß ich Dir sehr dankbar bin, da Du immer sehr interessante Themen eröffnest).
Die Politik ist halt involviert insofern, daß sie die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft, die die Mißstände überhaupt erst möglich machen.

Ganz grundsätzlich bin ich der Meinung zum Thema Eigenverantwortung:
Das ist geradezu fatal, was da angedacht ist.
Wer keine Eigenverantwortung kennt, wird wohl auch kaum Verantwortung gegenüber anderen zeigen.
Wir stellen ja jetzt schon fest, wie die Verantwortungslosigkeit um sich greift bzw. die Auswirkungen davon.
Und mir kommt es auch so vor, es gibt immer mehr Menschen, die treiben nur noch ziel- und planlos dahin, was ein großes Problem darstellt. Oder flattern wie Blätter im Herbstwind umher. Mal in diese, mal in jene Richtung... Viele haben auch gar keine Meinung mehr oder wagen nicht, sie zu vertreten.
Also, man kann doch nicht im Ernst glauben, daß es gut sei, wenn Menschen keine Eigenverantwortung mehr haben,
weil man glaubt, sie so dann besser beherrschen zu können.
Das Gegenteil ist der Fall: Nur ein eigenverantwortlicher Mensch ist ein brauchbares Glied in der Gesellschaft.

Wenn ich Arbeitgeber wäre, so würde ich meine Mitarbeiter loben, da sie dieses motiviert und gerecht entlohnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden sie sich dann loyal verhalten... und mir nicht in den Rücken fallen.
Auch würde ich sie auffordern, eigene Ideen einzubringen oder Vorschläge zu machen, sie also einbinden ins Geschehen anstatt sie zu übergehen und niederzuknüppeln in irgendeiner Form.
U. U. haben die Leute ja Ideen, auf die ich selbst noch gar nicht gekommen bin, die uns aber alle miteinander vorwärtsbringen können.
Bin felsenfest davon überzeugt, behandelt man die Leute nicht gerecht, und knüppelt man sie nieder, so kriegt man dieses irgendwann retour, wahrscheinlich sogar noch doppelt und dreifach.
Man wird nicht weit kommen, auch nicht als Chef, wenn man alle gegen sich aufgebracht hat und nur von Leuten gehaßt wird.


bearbeitet von Silbersternchen
Geschrieben (bearbeitet)

Ich glaube nicht das die Vorschläge bei der momentanen Weltwirtschaft und der Verteilung von Produktion und Entwicklung den Erforderlichkeiten entsprechen.

In Deutschland werden Ideen zu Produkten entwickelt. Dafür benötigt der Markt aber kreative Köpfe und Mitarbeiter die mit Motivation an Lösungen arbeiten. Es muß im Interesse des Mitarbeiters sein, sich für das Projekt an dem er arbeitet voll einzubringen. Restriktionen und Aufbau von Hierarchien sind nicht unbedingt gute Antriebsgründe.

Und hier wird in den nächsten Jahren ein neues Problem entstehen: Die Arbeitnehmer werden sich immer weniger mit ihrem Arbeitgeber und dem Produkt indentifizieren. Darunter wird die Produktivität leiden.

Für mich steht fest das ein derartiges Statement eines Experten extrem engstirnig gefasst ist.


bearbeitet von cls500
Geschrieben

@rostreich

mir scheint, wenig worte, aber viel hirn


nick999999
Geschrieben

Dies Erlebe ich seid Jahren, am eigenen Leib mit. Unser Geschäftsführer ist bei Tarifverhandlungen, mit sofortiger Wirkung aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten.

Das hat uns 3 Jahre ohne Lohnerhöhung eingebracht. Früher waren wir vom Lohnsatz über dem Flächentarif angesiedelt, heute sind wir von der Fläche überholt.

Für denn Arbeiter lohnt sich auch kein Einsatz, da Überstundenzuschläge schon längst nicht mehr bezahlt werden, die Mehrarbeit nur noch auf Konten gerechnet wird. Die bei schlechter Auftragslage wieder abgebummelt werden dürfen.

Einkaufen von Betriebsräten ist, auch schon gängige Praxis, Am besten noch die Belegschaft ausernanderdiviedieren.

Habe schon erlebt wie mir im angesicht eines Lecken Urinals, frech vom Vorgestzten ins Gesicht gelogen wurde. "da pisst jemand daneben"
Mobbing wird mehr gefördert als Sozialer oder Arbeitseinsatz.

Ich arbeite als kleines Rädchen irgendwo im Getriebe. Doch hatte ich auch schon einen Burnout. 14 Tage nach dem Jahresurlaub konnte ich nicht mehr.
Und das weil immer mehr Vorgesetzte, anstatt mit ihren Untergebenen zu KOmunizieren, nur noch Druck ausüben.


Geschrieben

@rostreich

mir scheint, wenig worte, aber viel hirn


Das kann ich insofern nicht ganz nachvollziehen, als der Markt an hierarchiefreien Arbeitsplätzen sehr beschränkt sein dürfte und der Sprung in die Selbständigkeit mit Sicherheit mehr Stress bedeutet als jeder Arsch von Chef.


Geschrieben

@cls500,

Deine Ansicht bestätigt die Meine und lässt Hoffen, dass möglichst viele andere Menschen es auch so oder ähnlich sehen.

Leider bin ich für mich aber eher pessimistisch eingestellt und befürchte schon, dass das ein oder andere Unternehmen auf so einen Zug aufspringen wird.

Der Wahlspruch "Geld regiert die Welt" dominiert einfach immer mehr zu sehr;
wer nicht mitspielt bleibt auf der Strecke, ist der Dumme.
Für den schnellen Profit sind heute (fast) alle Mittel recht, Moral spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Aber, Du (und Andere hier) lasst hoffen, dass doch letztendlich erkannt bleibt,
dass echte Motivation und Anstrengung für den Job ein wichtiges Maß an Freude und Verbundenheit mit dem Arbeitgeber/Unternehmen voraussetzt. *meine Meinung*


Geschrieben

... der Sprung in die Selbständigkeit mit Sicherheit mehr Stress bedeutet als jeder Arsch von Chef.


Wenn ich selbstständig bin (wäre), weiß ich aber, für wen ich mir den Stress antue, nämlich für mich, nicht den Arsch von Chef.

Natürlich gibt's für/wider die Selbstständigkeit noch andere Aspekte, aber das sind andere Baustellen.


Geschrieben

@debo71,
aus meinem Freundeskreis kenne ich aber leider auch kuschelmuts Realität, wo Selbstständigkeit (im Mittelstand wohlgemerkt) brutal kaputt und krank machen kann.
Völlig unverschuldet und trotz ganz viel Idealismus/Ideenreichtum, Herzblut, finanzieller Investition und ganz besonders tagtäglicher Anstrengung bis an alle Schmerzgrenzen.

Umgekehrt ist ein absolut fieser Chef ebenfalls nicht zu unterschätzen, soweit man sich ihm nicht entziehen kann.

Ich bin mir dazu sehr sicher, dass es beide Extreme gibt und beide gleich schmerzhaft bis existenziell bedrohlich sein können.
Pauschal ist da unter dem Strich sehr wahrscheinlich weder das Eine, noch das Andere besser.


Geschrieben

Ja, das ist gut möglich.
Ein Selbstständiger arbeitet selbst und ständig, wie schon das Wort sagt,
und nicht zuletzt diese Seite hier zeigt, daß ein Selbstständiger oftmals nicht mal mehr Zeit zum Poppen hat (kein Scherz).
Auch dieses soll im Vorübergehen erledigt werden.
War oft so mein Eindruck, aus dem, was mir geschrieben wurde.


Geschrieben

@Silbersternchen,

manch Selbstständiger bleibt trotz bester Idee, Anstrengungen und wie von mir schon beschriebenem Einsatz bis an alle Schmerzgrenzen chancenlos, scheitert eventuell an einer miesen Zahlungsmoral, weil er sich für einen "Hai" finanziell übernommen hat - im guten Glauben, dass seine vollbrachten Dienstleistungen auch entsprechend fair wie abgesprochen entlohnt werden.

Allzu oft geht ein Selbständiger mittels Bankkredit in Vorkasse, liefert zudem sämtliche gewünschte Leistungen, entlohnt dazu Angestellte und geht am Ende nicht nur leer aus, sondern hat dann noch Schulden an der Backe für die er überhaupt nichts kann, aber womöglich mit seinem Privatvermögen haften muss.
Sowas ist leider keine Seltenheit in der heutigen Zeit und da ist es für einen starken Charakter sogar wesentlich leichter, einem so richtig fiesen Chef Paroli zu bieten.

P.S.:
Du hättest Post!
(aber ich komme nicht durch Deinen Filter )


Geschrieben (bearbeitet)

Wenn ich selbstständig bin (wäre), weiß ich aber, für wen ich mir den Stress antue,


Davon träume ich seit 30 Jahren; aktuell lasse ich gerade in meiner Zweitexistenz ein paar Tausender in der Insolvenz eines ehemals wichtigen Kunden, will sagen, ich habe ein halbes Jahr umsonst malocht.
In meinem ersten Beruf als Handwerker habe ich seit der Öffnung der deutschen Grenzen bis nach China keine Chance mehr...
btw: hatten wir hier schonmal einen Jammerfred für kleine Selbständige?


bearbeitet von kuschelmut
Bastler250D
Geschrieben

Hallo Leute..

Was soll sein??
Unternehmen bereichern sich an Mitarbeitern und dem Staat auf eine völlig aus dem Ruder gelaufenen Art und Weise..
Und das protegiert durch die Politik..
Es hat sich eine Sumpfsymbiose gebildet,gegen die die Kosa Nostra der reinste Kanbenchor ist..
Das gegenseitige Deckungsspiel diverser rechtskräftig verurteilter Berufsverbrecher in Politik und Wirtschaftmanagment ist bezeichnend für die völlige Verrottetheit der s.g. Eliten..
Und dann dien sadistischen Mißbrauch des s.g. Direktionsrechts anzuprangern,mutet da gradezu naiv an..


blulagoon
Geschrieben (bearbeitet)

Der Spiegel wird in der Bloggerszene nur noch "EhNaMag" (Ehemaliges Nachrichten-Magazin) genannt, oder auch die "Bildzeitung" der Chefetage.

Von wem stammt der Text? Dieses konfuzianische Geseier über "harte Hand" klingt immer stark nach INSM, oder Bertelsmann Mietschreibern, die die Matrix ihrer schönen, neuen LMAA Welt in die Hirne pflanzen wollen.

Diese Mainstreammagazine sind einfach total uninteressant. Sie sind voller Propaganda und blanker Lügen. Für eine Papierausgabe würde ich kein Geld ausgeben und SPON ist auch nur noch eine Lachnummer. Es gibt einfach kein Thema mehr, was diese betriebsblinden Copy & Paste Journalisten nicht total versauen und entstellen.


bearbeitet von blulagoon
Geschrieben (bearbeitet)

@blulagoon,
so weh es tut, aber ich kann, muss, möchte... gebe Dir da absolut Recht!

Ich weiß da derzeit auch überhaupt nicht mehr, welche Medien wirklich glaubwürdig oder zumindest neutral zu nehmen sind!

Aber, davon ab, gibt es noch immer erkennbare Tendenzen, grundsätzliche Tendenzen, die ein jeder in seinem Leben sehen kann, wenn er die Augen auf hält.

Genau darum geht es eigentlich für mich mit dem thread hier,
nämlich, dass wir schon sehr genau mitbekommen und sehen, was abgeht...
... deswegen wir uns besser schon in den Anfängen wehren können, wenn miese Entwicklungen losgehen!

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Von einer ganz lieben Userin habe ich nun den link zum derzeitigen Artikel zur Sache erhalten, obwohl ich meine, dass dieser Artikel gestern etwas anders formuliert war.
Jetzt, beim Nachlesen, steht da nur noch was von "Sachbuchautor", aber ich würde darauf wetten, dass es gestern als Buchvorstellung eines "Wissenschaftlers?, Wirtschaftsexperten?, keine Ahnung!" eingestellt war...

Jetzt, in dem neuen Artikel, ist es plötzlich nämlich lediglich ein unverfängliches Interview:

Disziplin und Kontrolle statt Eigenverantwortung und netter Worte: Nur so kann eine Firma im Wettbewerb bestehen, glaubt Sachbuchautor Roland Springer. Im manager-magazin-Interview erklärt er, warum Chefs ihre Mitarbeiter streng erziehen sollten - und warum liberale Führungsmodelle gescheitert seien.


bearbeitet von PaanTuu
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