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"Nicht mit dir und nicht ohne dich"

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Hallo allerseits!

Mich beschäftigt, immer wieder mal und so auch aktuell, das Thema, warum Pärchen/Paare/Partner in einer solchen Verbindung leben und bleiben, wie sie die Überschrift beschreibt.
Mir begegnet die Aussage einfach häufig, dass es in der Beziehung große Probleme gibt, es nicht auszuhalten ist etc. Und dass man sich gleichzeitig auch nicht daraus lösen kann. Zumeist fehlt aber - einer- oder beiderseitig, der Wille zur Verbesserung.

Ich kenne so eine Situation nicht, möchte aber gern verstehen, was dahintersteckt. Bestimmt haben einige bis viele der User sowas schon (mit)erlebt und/oder eine Ansicht zum Thema.

Darum freue ich mich auf eine rege, respektvolle und themenbezogene Diskussion.
Also, an die Tasten, Mädels und Jungs.


Paar29M38WSucht
Geschrieben

Guten Morgen Madame,

haben deinen Beitrag gelesen und musste kurzerhand mal uns etwas zurück Erinnern und uns beiden viel auf das wir beide, so etwas auch schon erlebt haben. Es waren etwas längere Beziehungen wo sich das ganze mit der Zeit so entwickelt hatte und wir beide haben es dann auch weiter durchgezogen aus jeweils anderem Beweggrund oder doch ähnlichen. Zu Anfang heile Welt und zum ende hin ein Chaos hoch zehn, aber eben in dieser Konstellation „Mit ihr/ihm ging es nicht, aber ohne sie/ihn auch nicht“. Normale Gespräche waren nicht möglich in der Beziehung selbst und die Versuche an der ganzen Situation was zu verändern – scheinen Rückblickend das ganze eigentlich nur noch verschlimmert zu haben. Man hat seinerzeit Freunde eingeschaltet die hin und wieder vermitteln sollten, die jedoch vom anderen dann meistens als „Feind“ irgendwo eingestuft wurden. Man war ja in gewisser weise Erwachsen um sich selbst zu helfen, aber nicht so Erwachsen um sich helfen zu lassen – da steht eben hin und wieder auch das Ego einem im Weg.

Irgendwo steckte auch ein gewisses maß an „Bequemlichkeit“ dahinter, sich eben nicht aus dieser Beziehung zu lösen, warum sollte man den auch was anderes suchen wenn man da was hatte? Auch wenn man vlt selbst schon erahnen konnte das es nicht das Richtige ist. Auch wenn das jetzt beinahe zu banal klingt, ist die Bequemlichkeit oftmals ein sehr großer Feind was das eigene wohl angeht. Jedem der mal versucht hat eine Diät durchzuziehen und es eben nicht geschafft hat, wird wissen was wir meinen.

Ich denke der Wille war schon im gewissen maße da, aber man wollte sich schlussendlich nicht für den anderen komplett verbiegen. Man wollte, wie man das ja schon so oft hört und auch hier in vielen Profilen liest, sich nicht ändern müssen. Natürlich darf man auch nicht vergessen das Gefühle für den anderen zu diesem Zeitpunkt immer noch im spiel sind und wenn es diese nicht sind, sind es vlt die gemeinsamen Kinder die einen an den anfang der Beziehung erinnern! Nur ob man dies Liebe oder einfach ein Verbundenheitsgefühl nennen kann ist mal dahin gestellt. Hoffnungen dass sich der andere verändert stehen aus und auch diese Hoffnung ist manchmal größer als wie das Potential was hinter dem ganzen steckt. Man selbst nimmt dies so ja gar nicht wahr, die dies wahrnehmen würden die Notbremse ziehen spätestens jetzt. Die es jedoch nicht so sehen, lassen dieses Spiel weiter laufen, bis endgültig ein Abpfiff, meist wie ich finde durch andere die sich einschalten, ertönt.

Jedoch kann ich mir persönlich auch im Umkehrschluss vorstellen, das gerade dieses einen reiz hat, den anderen so zu seinem Wohlsein verändern zu wollen obwohl man eigentlich klar vor Augen haben müsste das dies unmöglich ist.

Natürlich sind das nur unsere Eindrücke zu diesem Thema, die böse Bequemlichkeit und die Hoffnung scheinen uns hier recht Starke Faktoren zu sein. Aber noch ist die Diskussion hier ja frisch da werden sich noch ganz andere Dinge gewiss finden lassen….

Schönen Abend noch….

C. & R.


Geschrieben

Vielen Dank, ihr zwei, das gibt mir schon einen recht guten Einblick!

Bin gespannt, ob sich dieser nun bestätigt oder ob noch ganz andere Sichtweisen zutage kommen!


Geschrieben

Ich fühle mich in einer Bezeihung sofort eingeengt.
Alleine bin ich aber auch nicht gerne.
Ich brauche sehr viel Freiraum und bin schnellgenervt, kurz gesagt, ein echtes Arschloch.
Sehr schwer, mit mir kalr zu kommen.
Deshalb sind/waren meine Beziehungen eigentlich immer so, wie oben in der Überschrift beschrieben


Engelschen_72
Geschrieben

Ich brauche sehr viel Freiraum und bin schnellgenervt, kurz gesagt, ein echtes Arschloch.


Warum ist man ein Arschloch, wenn man viel Freiraum braucht und schnell genervt ist
Wenn ich das fragen darf


Katasaster
Geschrieben

Auch wenn man sich liebt, heißt das nicht zwangsläufig, dass die Beteiligten eine Partnerschaft führen können. Oftmals sind das zwei Paar Schuhe. Das musste ich leider auch erst am eigenen Leib erfahren. Die Gründe dafür können vielerlei Natur sein ... Probleme im Alltag, Persönlichkeitsstrukturen, Verhaltensweisen.

Deshalb lieben wir alten Leute ja nicht mehr weil, sondern trotz


Geschrieben

Ich denke, dieses "trotz" gilt für jede Beziehung, es gibt nun mal nicht die 100%ige Schnittmenge zwischen den Wünschen an den Partner und der Realität. Es geht immer um ein sich-miteinander-arrangieren.. jedenfalls nach Ende der alles-ist-perfekt-und-rosarot-Phase.
Das muss noch nicht in solch ein Muster führen... kann aber, verstehe ich.

Kann die Angst vor dem "danach" oder dem Alleinsein ein Grund sein? Um die wenn auch noch so problematische Sicherheit und Gemeinsameinsamkeit vorzuziehen?


Myrff
Geschrieben

Viele Menschen sind Gewohnheitstiere.
Deswegen habe ich den Eindruck, das einige Menschen lieber in einer (für sie) schlechten Situation ausharren, anstatt eine ungewohnte Veränderung in Angriff zu nehmen.

Still nach dem Motto: Lieber den gewohnten Mist, da weiß ich was ich habe, als versuchen etwas zu verbessern, wo ich nicht weiß, was ich erhalten werde.


Geschrieben

Viele Menschen sind Gewohnheitstiere.
Deswegen habe ich den Eindruck, das einige Menschen lieber in einer (für sie) schlechten Situation ausharren, anstatt eine ungewohnte Veränderung in Angriff zu nehmen.



Ich glaube, da hast du Recht.
Ob Job, Beziehung oder was auch immer, viele finden sich lieber mit der vertrauten Situation ab.


Geschrieben (bearbeitet)

Also dann lieber Aushalten (und mitunter Zetern/Fremdgehen/Leiden) statt zu verändern?

Noch eine Idee... manches Paar "braucht" die Reibungsfläche, das Streiten, das Nichtzusammenpassen - um sich nach der Explosion wieder zusammenzuraufen und nach evtl. Versöhnungssex wieder für eine Weile in den status quo überzugehen, bis sich das nächste Gewitter anbahnt.


bearbeitet von MadameFuckAndGo
Geschrieben

Also dann lieber Aushalten (und mitunter Zetern/Fremdgehen/Leiden) statt zu verändern?



Solange der *Schmerzpegel* aushaltbar ist,ja ,denn man hat immer die Hoffnung das es wieder *besser* wird.

Als ich meine letzte Trennung endgültig vollziehen wollte,
hat man wie Ertrinkende aneinander noch versucht zu klammern.
Schließlich hat man ja gemeinsames erlebt, was einen miteinander verbindet und man will nicht wahr haben, das die Beziehung ja eigentlich schon beendet ist.

Für mich war das damals wie eine Art Befreiung /innerliches Aufatmen nach dem ich den Schritt vollzogen hatte.
Ein Schritt, den ich bis heute nicht bedauert habe, auch wenn er für mich große Verluste bedeutet.

Winatchia


Mopeder
Geschrieben

Meiner Meinung nach können im Laufe der Jahre einer Beziehung gemeinsame Verantwortlichkeiten entstehen, die, wenn beide diese ernst nehmen, dazu führen, dass eine Beendigung der Beziehung komplizierter wird.

In wie weit diese Verantwortlichkeiten dazu führen, sich selbst innerhalb der Beziehung zurück zu nehmen, ist individuell. Einige können problemlos ihre Kinder verlassen, andere noch nichtmal ihren Hamster.


Engelschen_72
Geschrieben

Auch wenn man sich liebt, heißt das nicht zwangsläufig, dass die Beteiligten eine Partnerschaft führen können.


Wie wahr!

Meine letzte Partnerschaft ist nicht an der Liebe zueinander "gescheitert", sondern daran, daß wir gemerkt haben, daß wir uns zwar lieben, wir aber keine Partnerschaft miteinander führen können.
Einige in meinem Freundeskreis haben das bis heute nicht verstanden, wenn ich ihnen erkläre, daß wir uns aus Liebe zueinander getrennt haben.


Agoria6
Geschrieben

In meiner letzten beziehung waren wir trotz viel streit etc und obwohl er sich schon mehrfach von mir trennen wollte noch zusammen bis er sich in eine andere verliebt hat. Doch auch nach der folgenden trennung haben wir noch ein halbes jahr an einander gehangen bis seine eltern gedroht haben in rauszuschmeißen. Erst dann haben wir uns endgültig getrennt.


Geschrieben

Ich weiß ganz genau, was die TE meint, denn ich erlebe es ja selbst... Bloß kann man dieses Gefühlswirrwarr nur ganz schlecht in Worte fassen...

Es kommt bei mir ganz viel auf die momentane Stimmung an. Wenn es mir gut geht, das Wetter schön ist und der letzte Krach schon eine Weile her, dann kann ich kleine Unstimmigkeiten oder Ärgernisse mit einem Lachen übergehen.

Bin ich aber sowieso schon gereizt, dann reicht ein falsches Wort, ein eingebildeter Unterton oder auch ein falsch interpretierte Blick, um die Explosion auszulösen. Dann schaukelt sich das Ganze im Streit wieder hoch, all die alten Verfehlungen und Streitpunkte werden ausgegraben und aufgewärmt. Es fliegen halt so richtig die Fetzen. Manchmal, wenn das ganze durch ein Telefongespräch oder eine SMS ausgelöst wurde, ist es noch schlimmer, dann kocht die Wut still in meinem Inneren immer weiter und jede störende Kleinigkeit, alles, was sich im Lauf der Jahre an Negativem angesammelt hat, wird wieder hochgeschwemmt und es reift in einem die Erkenntnis: Es geht einfach nicht (mehr)!

Dann werden auch schon mal Türen geknallt und Koffer gepackt oder man verschwindet eine paar Stunden, weil man "erst mal Zeit zum überlegen braucht."

Wenn die Wut dann wieder abklingt, erfolgt fast automatisch die Versöhnung, denn dann kommen wieder die Erinnerungen an die schönen Zeit, man besinnt sich wieder auf das, was man am Partner schätzt und liebt.

Und so lebt man weiter in dieser Gefühlsachterbahn. Geht es nach unten, will man da raus, man glaubt nicht mehr an eine gemeinsame Zukunft. Ist die Wut aber verraucht, dann geht es wieder aufwärts und die Zukunft scheint wieder in ein helleres Licht getaucht zu sein.

Und so hält man es mit dem Partner einfach nicht aus, aber man will auch nicht ohne ihn sein, denn da sind ja noch die Gefühle...


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Geschrieben

Ich kenne das von früher..

Erst wenn der letzte Hauch an Hoffnung stirbt..der Hoffnung,das doch noch "alles gut" wird..dann stirbt auch die Liebe und erst dann hat man meist den Punkt erreicht,das man gehen kann..ohne wenn und aber..

Und manchmal..muss man erleben..das Liebe allein eben doch nicht genügt..man kann einander von Herzen lieb haben und es doch nicht miteinander aushalten..
Dann sollte man nie das Gefühl,sondern den Verstand entscheiden lassen..denn solange man liebt,wird das Herz immer festhalten am anderen..also ist nur der Verstand in der Lage eine vernünfitge Entscheidung zu fällen..

Finde ich zumindest..


Engelschen_72
Geschrieben

Wenn die Wut dann wieder abklingt, erfolgt fast automatisch die Versöhnung, denn dann kommen wieder die Erinnerungen an die schönen Zeit, man besinnt sich wieder auf das, was man am Partner schätzt und liebt.


Sicherlich kenn ich solche Situationen auch.
Aber ich hab mich dann immer gefragt, was überwiegt.
Und wenn man merkt, daß die Phasen der Auseinandersetzungen den größeren Teil einnehmen, dann sollte man es lieber beenden.
Ich finde es sehr wichtig, daß man sich als ehemaliges Paar nach einer Trennung noch grade in die Augen schauen kann, den Respekt und die Achtung voreinander nicht verloren hat.
Und das wird nicht gelingen, wenn man in dieser Spirale "Alles gut, alles kacke" (um es mal platt auszudrücken) verharrt.

Nur meine Meinung!


Geschrieben

Aber ich hab mich dann immer gefragt, was überwiegt.
Und wenn man merkt, daß die Phasen der Auseinandersetzungen den größeren Teil einnehmen, dann sollte man es lieber beenden.



Leider lässt sich genau das nicht so leicht sagen... Wir haben Phasen, da kracht es mehrmals täglich zwischen uns und dann wieder ganze Wochen, wo gar nichts ist.


Engelschen_72
Geschrieben

Ich kann`s nur aus meiner Sicht schildern. Ich habe nur dieses eine Leben und das möchte ich so gut wie möglich gestalten.
Und wenn eine Partnerschaft zum Großteil nur noch aus Stress, Streit und Auseinandersetzungen besteht (egal wie lang die Phasen sind, in denen Harmonie herrscht), dann finde ich es besser, wenn man einen Cut macht.
Und man kann auch danach noch miteinander verbunden sein, halt nur auf einer anderen Ebene wie der partnerschaftlichen.


cheeta030
Geschrieben

Deswegen habe ich den Eindruck, das einige Menschen lieber in einer (für sie) schlechten Situation ausharren, anstatt eine ungewohnte Veränderung in Angriff zu nehmen.

Dieser Meinung bin ich auch, obwohl ich mir selbst eine Gewohnheitsbeziehung nicht vorstellen kann. Ebenso sind viele Ehen oft auch keine Ehen mehr, einige sind sich selbst fremd und können auch nicht über das Wesentliche reden, was schade ist.


Geschrieben

Können Abhängigkeiten eine Rolle spielen? (finanziell, alltagspraktisch, sozial, emotional...)

Oder sogar Machtspiele à la... wenn du gehst - dann...?


Geschrieben (bearbeitet)

Die Gründe dafür sind so vielfältig wie das Leben selbst. Ich selbst, wie auch ein sehr guter Freund, habe(n) das mehr als 10 Jahre durchgemacht. Dann kamen in meinem Falle 14 Jahre Sendepause und nun…

Wenn Du wirklich an den Gründen interessiert bist, dann lies unsere Geschichte. Solltest Du das nicht können (Status) schicke eine PN, dann mailen wir sie dir.


bearbeitet von 69Paul69
Engelschen_72
Geschrieben

Oder sogar Machtspiele à la... wenn du gehst - dann...?


Ich habe eine Freundin, mit der ich seit dem Kindergarten befreundet bin.
Sie lernte vor 12 Jahren, durch mich, ihren jetzigen Mann kennen.
Dieser Mensch war gewalttätig, hat sie extrem erniedrigt, sie sogar fast in den Suizid getrieben.
Vor 2 1/2 Jahren bekamen sie ein gemeinsames Kind, ich konnte mich nicht wirklich für sie freuen, immer das ganze "vorher" im Hinterkopf, was ich zu 95% immer miterlebt habe.

Seit einem 1/2 Jahr sind sie nun verheiratet, als wir uns letzte Woche gesehen haben, habe ich mit ihr lange gesprochen.
Sie gefragt, wie sie diese ganze Wendung sieht.
Die Erklärung war, daß er sich um 180 Grad gedreht hätte, von dem alten Mann von damals nix mehr da sei.

Ich selber habe in der akuten Zeit ihr immer wieder versucht, da rauszuhelfen, Beratungsstellen mit ihr aufgesucht etc. Gebracht hat es nichts, ihre Aussage war immer "Ich liebe ihn doch so sehr".
Wie es mittlerweile ist?
Ich denke, daß es eine Art Hörigkeit war, ob er sich wirklich geändert hat vermag ich nicht zu beurteilen. Will ich auch gar nicht, weil dieser Mensch für mich nicht mehr existiert!

Ich kann das alles nicht wirklich verstehen oder nachvollziehen. Aber ich habe gelernt, daß es ihr Leben ist und wenn sie sich glücklich fühlt, dann freue ich mich für sie!


Geschrieben (bearbeitet)

Egal ob er sich geändert hat, Hörigkeit und die damit verbundene Selbstaufgabe ist Schei...!!!
Menschen die sich selbst aufgeben, aus welchen Gründen auch immer, ist sehr, sehr schwer zu helfen.
Männer oder auch Frauen die diese Hörigkeit ausnutzen und den Partner quälen, wünsche ich die Pest an den Hals, oder besser noch, das sie das selbst durchmachen müssen.

Für mich sind solche Leute der letzte Dreck!


bearbeitet von 69Paul69
Engelschen_72
Geschrieben

Deswegen ist dieser Mann für mich gestorben!
Wir treffen uns nur, wenn er nicht zuhause ist.
Für mich war und ist dieser Mensch unberechenbar!


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