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Der Ball der Spiegel/Teil 2 von Das Versprechen der Nacht


CAT-IS-BACK

Empfohlener Beitrag

Der Text ist zu heiß

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Die Einladung war schlicht: ein schwarzer Umschlag, ein goldenes Symbol, kein Absender.
Darin nur ein Karton mit einer Zeit, einem Ort – und einem Wort: „Feuer.“

Catta wusste sofort, dass dies keine gewöhnliche Einladung war.
Sie erinnerte sich an den vergangenen Abend, den Wein, Marcs Blick.
Dieses Feuer hatte er gemeint.

Der Abend kam schneller als gedacht.
Catta trug Schwarz, tief und glänzend, das Kleid knapp an der Schulter, das Licht spielte über den Stoff.
Die silberne Maske auf ihrer Haut ließ sie anonym wirken – aber ihr Gang, die Schultern, das leichte Neigen des Kopfes verrieten mehr, als jede Stimme es gekonnt hätte.

Das Palais thronte still am Rand der Stadt, groß, beinahe wachsam.
Ihr Herz schlug schneller, als sie die Stufen hinaufstieg. Hinter der Tür: Musik. Kein Takt, den man tanzen konnte, sondern ein Herzschlag, der aus der Tiefe kam.

Der Saal war erfüllt von Licht und Schatten – Menschen in Masken, in Bewegung, gedämpfte Gespräche, das Schimmern von Glas.
Ein Ball ohne Tanz, ein Fest des Sehens.

Natürlich bemerkten sie die Männer zuerst.
Drei von ihnen. Den Anführer erkannte sie trotz Maske: Marc. Neben ihm zwei weitere – einer heller, schmal, kühl; der andere breitschultrig, ruhig, mit Augen, die jede Geste aufnahmen.

Catta bewegte sich nicht direkt auf sie zu.
Sie ließ sie kommen.

Marc brach den Abstand zuerst. „Sie tragen das Feuer bei sich,“ sagte er leise, und das Wort Feuer glitt über seine Lippen, als hätte es Geschmack.

„Ich bringe es nur dahin, wo es brennen darf,“ antwortete sie.

Ein kaum merkliches Nicken, dann führte er sie hinaus aus dem Saal, durch einen schmalen Korridor.
Hinter ihnen fielen die Gespräche erstickt zurück.

Die Tür zum Spiegelsaal öffnete sich – ein Raum wie aus Traumstoff:
hohe Wände, mattes Licht, Spiegel überall; das goldene Leuchten von Kerzen multiplizierte sich zu einer endlosen Flamme.

Catta blieb in der Mitte stehen.
Ihre eigene Gestalt tausendfach um sie herum – eine einzige Bewegung, ein Meer aus Schatten.

Die Männer bildeten einen Halbkreis.
Niemand sprach. Die Musik aus dem Saal war hier nur noch ein fernes Brummen, so ruhig, dass man den eigenen Atem hörte.

Ein Schritt. Noch einer. Schuhe auf Marmor.
Als Marc neben ihr stand, spürte sie, dass der Raum enger wurde – nicht physisch, sondern in der Luft, in der Temperatur, in dem, was unausgesprochen stand.

Er hob die Hand, nur leicht. Kein Griff, kein Drängen – eine Frage.
Catta antwortete mit einem fast unmerklichen Nicken.

So begann es.
Ein Spiel aus Nähe, aus Blicken, die nichts hielten, aber alles versprachen.
Der Blonde trat näher, ließ seine Fingerspitzen in die Luft zwischen ihnen gleiten, als wolle er das Licht selbst berühren.
Der Dritte nahm eine der Kerzen, stellte sie neben Catta – ihr Schein zitterte an ihrer Silhouette entlang, zeichnete Linien wie aus Gold.

Keiner von ihnen berührte sie – nicht wirklich. Und doch fühlte sie jeden von ihnen.
Jede Bewegung, jeder Blick legte sich wie Wärme auf ihre Haut.
Die Spiegel vergrößerten es, vervielfachten ihre Körper, ihre Masken, diese langsamen Bewegungen, in denen sich Macht und Neugier mischten.

Catta atmete lang aus, senkte den Kopf leicht – eine Einladung, oder vielleicht nur ein Befehl.
Dann öffnete sie die Hände, bewegte sich einen halben Schritt vor und ließ die Spannung wachsen – dieses fast sichtbare Band, das sich durch den Raum spannte.

Ein Windzug flackerte durch die Kerzen – Licht und Schatten überschlugen sich.
Hinter jeder Spiegelung lauerte eine andere Geschichte, jeder Atemzug wurde zu einer kleinen Explosion in der Stille.

Marc flüsterte etwas, das sie nicht verstand – vielleicht ihren Namen, vielleicht gar nichts – und der Satz zerrann im Raum wie Rauch.

Dann ein Augenblick, in dem alle Grenzen verschwanden.
Nicht durch Berührung – sondern durch Nähe, durch das Wissen, dass sie könnten … wenn sie wollten.
Dieses Fast, das viel gefährlicher war als das Ganz.

Catta schloss die Augen.
Für einen Moment war sie nur Klang und Licht und Herzschlag.
Und als sie sie wieder öffnete, blickte sie in den Spiegel – und sah in hundertfachem Widerschein, was sie wirklich war:
eine Gestalt zwischen Feuer und Stille, zwischen Stärke und Verlangen, zwischen Frau und Mann, schön genau dort, wo sie sich nicht festlegen ließ.

Als sie den Raum verließen, war die Luft abgekühlt, aber zwischen ihnen blieb Hitze zurück.
Marc nahm ihre Hand, drehte sie kurz in seiner, und während die Musik aus dem Ballsaal langsam wieder lauter wurde, sagte er:

„Jetzt wissen sie alle, wer du bist – ohne es zu wissen.“

Catta lächelte – dieses langsame, gefährliche Lächeln, mit dem jedes Spiel endet und ein neues beginnt.

Nachklang

Am nächsten Morgen, als die Sonne glitzernd zwischen die Vorhänge fiel, vibrierte ihr Handy.
Eine Nachricht:
„Palais Noir. Freitag. Kein Maskenzwang. Nur Wahrheit.“

Darunter wieder: 🔥

Catta legte das Telefon zur Seite, trat auf den Balkon, schloss die Augen und atmete tief die Luft dieses neuen Tages ein.
Sie lächelte.
Die Flamme brannte.

oh man die spannung extrem, bin gespannt wies weiter geht. da steht alles unter "strom". grins ABER dazu muß man auch Mut haben. nochmal grins

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