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Clara Kapitel 7


Mi****

Empfohlener Beitrag

Der Text ist zu heiß

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 Ordnung, Regeln und Macht

Die Veränderung kam mit einer Klarheit, die Clara zugleich beruhigte und erschütterte.
Er schrieb nicht mehr nur, wenn er wollte – er bestimmte, wann sie bereit sein sollte.

Ab heute gibt es Struktur.

Allein dieses Wort ließ ihren Körper reagieren.
Nicht hastig. Sondern tief. Sie saß aufrecht, als hätte ihr Körper längst gelernt, was gemeint war.

Du wirst mir nicht jederzeit schreiben.
Du wirst warten.
Und wenn ich dir schreibe, bist du anwesend.

Diese Sätze legten sich wie ein Rahmen um sie.
Ihre Lust sammelte sich augenblicklich – schwer, ruhig, aufmerksam. Es erregte sie nicht, etwas tun zu dürfen. Es erregte sie, nicht entscheiden zu müssen.

Deine Aufgabe ist es, bereit zu sein.

Bereitsein bekam eine neue Bedeutung.
Es war eine Haltung. Ein inneres Aufrichten. Ein stilles Ja.

Die Regeln waren wenige. Und genau deshalb wirkten sie so stark.

Du antwortest vollständig.
Du antwortest ehrlich.
Und du antwortest nicht sofort – sondern gesammelt.

Clara merkte, wie sehr ihr diese Klarheit gefiel.
Ihre Gedanken ordneten sich. Ihre Lust auch. Sie begann, ihre Abende bewusst nach seinen Zeiten auszurichten. Nicht aus Zwang – aus Bedürfnis.

Wenn du sitzt, sitzt du bewusst.
Wenn du wartest, wartest du vollständig.

Diese Worte wirkten in ihr nach.
Sie saß stiller als früher. Aufmerksamer. Ihr Körper reagierte sensibler, als würde jede Regel eine Saite in ihr spannen, die langsam straffer gezogen wurde.

Ihre Erregung war inzwischen kein Geheimnis mehr vor sich selbst.
Sie war da, präsent, ruhig – und sie wuchs mit jeder Regel, die sie akzeptierte.

Als er ihr die neue Anrede nannte, hielt sie kurz den Atem an.

Du wirst mich nicht beim Namen nennen.
Nicht hier.

Clara spürte sofort, wie sich etwas in ihr zusammenzog – angenehm, intensiv.
Eine Grenze. Klar gezogen. Und genau das machte sie so wirksam.

Du wirst mich ansprechen, wie es deiner Haltung entspricht.

Sie übte es innerlich.
Noch nicht schreibend. Nur denkend. Und allein dieser Gedanke ließ ihre Lust tiefer werden, konzentrierter, fast ehrfürchtig.

Es war nicht Unterwürfigkeit, die sie empfand.
Es war Ausrichtung.

Und sie merkte, wie sehr sie sich danach sehnte, diese Ausrichtung zu halten – für ihn.

Er begann, ihre Aufmerksamkeit gezielt einzufordern.

Heute gehört mir deine volle Präsenz für zehn Minuten.
Du tust nichts anderes.
Du denkst nichts anderes.

Diese Zeit wurde kostbar.
Clara saß still, der Rücken gerade, die Hände ruhig. Ihr Körper war warm, ihre Lust deutlich, gesammelt – und sie ließ sie genau dort.

Es machte sie auf eine tiefe, intensive Weise erregt, zu wissen, dass diese Empfindung gesehen wurde. Gesteuert. Gehalten.

Deine Lust ist kein Problem,
schrieb er.
Sie ist ein Werkzeug.
Und du lernst, sie mir zu überlassen.

Dieser Gedanke ließ sie weich werden.
Nicht willenlos. Sondern bewusst offen.

An diesem Abend verstand Clara etwas Entscheidendes.
Er hatte ihr nichts genommen. Er hatte nichts erzwungen.

Er hatte angeboten.
Und sie hatte angenommen.

Die Struktur, die Regeln, die Kontrolle – sie gaben ihrer Lust Richtung. Ihrer Sehnsucht Halt. Ihrem inneren Chaos Ruhe.

Und zum ersten Mal dachte sie den Gedanken nicht nur flüchtig, sondern klar und ohne Angst:

Ich will dienen.

Nicht, weil sie musste.
Sondern weil sie darin bei sich war.

Und sie wusste:
Je klarer seine Kontrolle wurde,
desto tiefer würde sie sich ihm öffnen.

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