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Clara Kapitel 6


Mi****

Empfohlener Beitrag

Der Text ist zu heiß

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 Die Hingabe der Gedanken

Clara dachte häufiger daran, was er von ihr erwarten könnte.
Nicht aus Angst. Sondern aus einem wachsenden Bedürfnis nach Ausrichtung. Es beruhigte sie, sich vorzustellen, dass jemand anders entschied, was richtig war – zumindest hier, in diesem Raum zwischen den Zeilen.

Er begann, ihre Wahrnehmung gezielt zu lenken.

Wenn du heute Abend sitzt,
dann setz dich für mich.

Allein dieser Satz ließ sie erschauern.
Nicht, weil sie wusste, was er bedeutete – sondern weil sie es fühlte. Sie setzte sich bewusst. Ruhig. Aufrecht. Ihre Hände lagen still. Ihr Körper war wach.

Du wirst nicht handeln,
du wirst empfinden.

Ihre Lust war inzwischen kein Fragezeichen mehr.
Sie war klar. Warm. Still. Und sie wurde stärker, je mehr sie sich fügte. Jeder Moment, in dem sie nichts tat, vertiefte dieses Gefühl, gehalten zu werden – von seiner Aufmerksamkeit, von seinen Worten, von seiner Kontrolle.

Du beginnst zu verstehen,
schrieb er später.
Dienen beginnt nicht im Körper.
Sondern im Denken.

Clara spürte, wie sehr sie diesen Gedanken zuließ.
Nicht demütig. Nicht blind. Sondern mit einer ruhigen, bewussten Bereitschaft, die sie selbst überraschte.

Es machte sie tief, still und intensiv erregt, sich vorzustellen, dass ihre Lust nicht mehr nur ihr gehörte – sondern etwas war, das er lenkte, formte, hielt.

 

Als er ihr das nächste Mal schrieb, war der Ton verändert.
Nicht härter – klarer.

Du wartest richtig.
Du hältst deine Lust.
Und du erlaubst mir, sie zu führen.

Clara las diese Worte langsam.
Ihr Körper reagierte sofort. Diese tiefe, ruhige Erregung breitete sich aus, sammelte sich, wurde schwer. Ihre Gedanken wurden weich, ihr Atem gleichmäßig.

Du musst mir nichts beweisen,
um mir zu dienen.

Dieser Satz ließ etwas in ihr nachgeben.
Nicht aus Schwäche – sondern aus Vertrauen. Sie spürte eine neue Qualität von Nähe. Nicht körperlich. Innerlich. Still.

Sie verstand nun, dass Dienen für sie nicht bedeutete, weniger zu sein.
Es bedeutete, sich bewusst auszurichten. Ihre Aufmerksamkeit. Ihre Lust. Ihre Bereitschaft.

Und das Erstaunlichste war:
Es fühlte sich richtig an.

Als sie den Bildschirm schließlich schloss, war sie ruhig.
Erfüllt. Und tief in sich wusste sie:

Ihre Lust war kein chaotisches Verlangen mehr.
Sie war etwas, das gehalten wurde.

Von ihm.

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