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Neugierde001

Empfohlener Beitrag

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Geschrieben

Hier eine längere Geschichte, die ich mal vor etwa 6 Jahren geschrieben habe. Wenn Interesse besteht, füge ich gerne weitere Teile an.

Er saß in der Küche und hörte ihr aufmerksam zu. Vor allem war er bemüht, sie nicht zu unterbrechen, auch wenn es ihm nicht immer einfach fiel. Sie redete von den Verletzungen, die er ihr angetan hatte; auch wenn er diese Verletzungen nicht immer absichtlich begangen hätte.
„Sven, was ich dir jetzt sage, da bin ich wirklich gespannt, wie du darauf reagierst. Ich möchte einmal die Woche alleine ausgehen; ich kann dir nicht sagen, wann ich nach Hause komme, ob ich vielleicht einmal die ganze Nacht fort bleibe. Du hast dies über Jahre hinweg getan, nun werde ich den Spieß einfach mal umdrehen. Es kommen viele Faktoren zusammen, warum ich dies mache, es ist nicht alleine die Revanche.“
„Weißt du, Margot, einerseits reizt mich der Gedanke, das müsstest du wissen, aber ich kann dir nicht sagen, wie ich damit umgehen werde. Ich hoffe, dass es mich mehr antörnen wird, wenn ich, wenn du weg bist, hier bin und mir vorstelle, was du jetzt da draußen in der Wildnis machst.“
Er versuchte zu lächeln, gleichzeitig merkte er, dass es ihm nicht so überzeugend gelang, wie er es sich gewünscht hätte.
Jetzt erst bemerkte er, dass Margot sich ganz schön in Schale geworfen hatte: sie trug einen langen, sehr körperbetonten Rock, der ihren Hintern fantastisch zur Geltung brachte. Drüber hatte sie ein Shirt gezogen und eine schwarze Lederjacke.
Sven erinnerte sich, dass sie fast genau einmal dieses Outfit in einer Weinkneipe angehabt hatte. Nichts trug sie damals drunter, das einzige, was sich unter dem Rock befand, waren Liebeskugeln. In der Weinkneipe ging sie dann zur Toilette und kam ohne Shirt zurück; die Jacke hatte sie durch den Reißverschluss etwas geöffnet, aber nicht zu sehr: es war noch alles verdeckt, aber immerhin so weit geöffnet, dass Ahnungen entstehen konnten.
„Heute werde ich das erste Mal gehen,“ sagte Margot. Sie schaute Sven an, versuchte, Reaktionen in seinem Gesicht festzustellen. Aber er schien sich gut in seiner Gewalt zu haben.
Wenn sie ehrlich war, wusste sie gar nicht, wo sie hingehen sollte. Dann fiel ihr ein Bistro in der Altstadt ein: dort war sie auch schon mit Sven gewesen. Sie erinnerte sich an einen Kellner dort, den sie schon sehr attraktiv fand. Sicher ergäbe sich dort nichts; außerdem war er so Anfang 30, sie ging nun mit großen Schritten auf die 50 zu. Aber einfach mal dort hin fahren und in Ruhe einen Tee trinken.
Als Margot gegangen war, setzte sich Sven an seinen PC, ging ins Internet und surfte. Dann, nach kurzer Zeit, dachte er an Margot und stellte sich vor, wie sie jetzt irgendwo war und sicherlich auch von der Männerwelt beachtet wurde. Mehr würde heute nicht passieren, da war er sich ziemlich sicher. Als jedoch schon drei Stunden vergangen waren und sie immer noch nicht zuhause war, merkte er, dass er nervös wurde.
Margot war etwas durch die Stadt gelaufen, hatte noch in dem ein oder anderen Geschäft nach Kleidung Ausschau gehalten, dann begab sie sich in ein Bistro und bestellte sich einen Milchkaffee. Einerseits hatte sie ein schlechtes Gewissen, andererseits erregte sie der Gedanke aber auch, dass sie nun unterwegs war, frei war. Sie war überzeugt, dass heute nichts passieren würde. Aber dennoch blieb ein Rest von Unsicherheit diesbezüglich vorhanden. Sie war ja gar nicht der Typ, der sich mal eben von einem Mann abschleppen ließ. Vielleicht machte sie dies alles ja auch nur, um das Interesse von Sven an ihr weiter lebendig zu halten.
Sie schaute auf die Uhr und stellte fest, dass sie nun schon zwei Stunden unterwegs war. Sven saß nun also schon zwei Stunden zuhause und wartete auf sie. Sollte sie sich jetzt mal wieder auf den Weg heimwärts machen? Sie spürte nun auch Müdigkeit aufkommen; also wäre es besser, wenn sie nun nach Hause ginge.
Sven würde bestimmt erfahren wollen, wie der Abend verlaufen sei. Sie hatte sich vorgenommen, darüber Stillschweigen zu wahren.
Erst jetzt schaute sie sich in dem Bistro um. Es war recht leer, einige Tische waren mit Pärchen besetzt, schräge neben ihr, zwei Tische weiter, saß ein Mann, der die 40 vielleicht gerade überschritten hatte. Er las in einer Zeitschrift. Volles, mittellanges, etwas welliges Haar sah sie, ein frisch rasiertes Gesicht, das interessante Züge aufwies. Sie schaute wieder weg und war sich sicher, dass er hier auf eine Frau wartete, vielleicht seine Freundin, seine Frau oder evtl. ja auch ein erotisches Abenteuer. Als sie wieder hinschaute, trafen sich ihre Blicke, ein Schmunzeln glitt über sein Gesicht. Sie lächelte kurz zurück und rührte kurz noch einmal in ihrem Milchkaffe. Der Mann war ihr zu selbstsicher, sicher ein Mensch, der sehr von sich eingenommen war. Dennoch schaute sie nochmals hinüber. Er las nun wieder in der Zeitschrift. Sie überlegte, in was er da so vertieft war? Der Spiegel, der Stern?
Sven chattete mit einer seiner Bekannten im Internet. Eine Frau, die weit weg wohnte, mit der er sich aber gerne unterhielt. Hin und wieder schlürfte er aus seinem Glas Wein und stellte fest, dass er doch schon die Flasche weit über die Hälfte geleert hatte. Dies bewirkte, dass er sehr müde wurde, aber er wollte nicht ins Bett, bevor Margot wieder nach Hause kam. Es konnte doch nicht mehr lange dauern; dreieinhalb Stunden war sie nun fort; sie wollte ihn sicher extra so auf die Folter spannen.
Er gab der Frau einige Tipps, wie sie besser mit ihren Kindern umgehen könnte. Dann schrieb er, dass er jetzt doch zu müde sei und dass er ins Bett wolle.
Er zog sich aus, putzte sich die Zähne und ging zu Bett. Nun tauchten Gedanken auf, was Margot vielleicht jetzt gerade machte. Hatte sie wider Erwarten jetzt doch einen Mann kennen gelernt, der ihr so interessant erschien, dass sie sich spontan auf ein Abenteuer einließ? Und wäre er ein guter Liebhaber, der behutsam begänne und dann immer intensiver sie verwöhnte? Sven bemerkte, wie dieser Gedanke ihn erregte. Er umschloss seinen Schwanz und begann, ihn zu massieren.
„Warten Sie auf jemanden?“
Der Mann, der eben noch vertieft in der Zeitschrift gelesen hatte, stand nun an ihrem Tisch. Er lächelte sie an und Margot konnte nicht umhin, dieses Lächeln als sehr angenehm wahrzunehmen.
„Nein, ich warte auf niemanden, will aber gleich nach Hause gehen.“
„Ach, dann könnte ich Ihnen ja noch so lange Gesellschaft leisten, wenn Sie nichts dagegen haben.“
„Ja, sicher, Sie können ruhig Platz nehmen.“
Sie rückte mit ihrem Stuhl etwas beiseite, damit der Abstand zwischen ihnen nicht zu kurz war.
„Was treibt Sie hierhin? Sind Sie öfter hier oder trinken Sie nur zufällig hier einen Kaffee?“
„Nein, ich war in der Stadt, schaute mich nach Anziehsachen um, und dann war es mir noch nach einem Kaffee.“
„Das ist ja witzig,“ entgegnete er, „genau so war es bei mir auch. Und Sie haben genau so wenig gefunden wie ich.“
‚Aha,‘ ging es ihr durch den Kopf, ‚nun will er auf Gemeinsamkeiten abheben.‘
„Richtig, ich habe nichts passendes gefunden. Aber letztendlich kann ich ja auch nicht immer fündig werden.“
„Entschuldigen Sie bitte, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt: ich heiße Dieter.“
Er streckte ihr seine Hand entgegen. Margot nahm sie an und sagte kurz, dass sie Margot heiße. Sein Händedruck war warm, kräftig, aber nicht so kräftig, dass es weh getan hätte. Wenn sie etwas hasste, dann waren es diese laschen Händedrucks, aber dieser war genau richtig.
Sie nahm einen Schluck aus dem Kaffe, er neigte sich wirklich jetzt zu Ende.
„Darf ich Ihnen noch einen Kaffee bestellen?“
„Eigentlich wollte ich ja jetzt gehen,“ antwortete sie.
„Na, das ist doch ein Wort.“
Er winkte den Kellner herbei und bestellte noch zwei Milchkaffee. Sie lächelte.
Er nahm den faden, der noch gar nicht gesponnen war, auf und entgegnete:
„Sie haben gesagt, dass sie eigentlich gehen wollten, daraus habe ich nun zu meinem Vorteil geschlossen, dass Sie doch noch einen Kaffe mit mir trinken wollten.“
„Hm, da haben Sie meine Äußerung aber schnell in Ihrem Interesse interpretiert.“
„Ja, das mache ich gerne, weil sonst kommt man zu schnell auf die Verliererstraße.“
„Oh, ich wusste gar nicht, dass es hier um gewinnen oder verlieren geht.“
„Es ist immer ein Gewinn, wenn eine attraktive Frau mit mir einen Kaffe trinkt.“
Er lächelte, und dieses Lächeln war wirklich sehr gewinnend.
Sven merkte, dass ihn die Vorstellung, wie Margot sich gerade zu dieser Zeit mit einem anderen Mann vergnügte. Er fickte sie jetzt hart durch. Sie wimmerte vor Lust, und da spritzte Sven auch schon ab.
Wieder zu sich gekommen, schaute er auf die Uhr. Es war nun kurz nach 0 Uhr; wann würde sie denn endlich kommen. Als er das Licht ausgeschaltet hatte, merkte er, wie wieder seine Gedanken um das kreisten, was sie vielleicht jetzt gerade machte. Aber diesmal war es weit weniger erregend; er merkte, wie Eifersucht von ihm Besitz ergriff. Von ihm, der immer gesagt hatte, dass er nicht eifersüchtig sei. Sicher, er hatte immer einschränkend hinzugefügt, dass es in der konkreten Situation anders sein könne; aber jetzt war ja nicht einmal sicher, dass etwas vorgefallen war.


Geschrieben

sehr schön. also wir würden gerne wissen wie es weiter geht- Bitte schreib weiter. Bussy


Geschrieben

Die Stimme Dieters gefiel ihr. Margot legte immer viel Wert auf die Stimme des Mannes: wenn diese ihr nicht gefiel, war für sie die Sache bereits gelaufen. Außerdem sah er wirklich gut aus: nicht nur sein Gesicht sagte ihr zu, auch was sich unter seiner Kleidung verbarg, konnte sich sicher sehen lassen: ein eher kräftiger Körper eines etwa 1,85 m großen Mannes, der aber nicht aufgeplustert war.
Als sie von Sven fortgegangen war, hatte sie die feste Vorstellung, dass sie ziemlich schnell wieder zurückkäme. Nun saß sie hier zu ihrer eigenen Überraschung schon eine lange Zeit mit einem gut aussehenden Mann und unterhielt sich. Sie wurde immer neugieriger, wie sich das Gespräch weiter entwickelte. Sicher ginge sie heute nicht mit ihm ins Bett, aber ihr gefiel, dass er Interesse an ihr zeigte.
Dieter stellte viele Fragen, was ihre Person betraf. Wie sie lebte, was sie arbeitete; es war aber weniger ein Ausfragen, mehr sprach aus diesen Fragen Interesse. Und welcher Mensch mag es nicht, wenn ein anderer sich für ihn interessiert.
Mittlerweile waren sie die einzigen Gäste in dem kleinen Bistro.
„Es ist doch sehr spät geworden. Jetzt muss ich aber gehen.“
„“Hm, ja, es ist schon spät. Aber hättest du Lust, mir deine Telefonnummer zu geben oder deine e-mail Adresse, damit wir in Verbindung bleiben können?“
Margot überlegte. Wenn sie ihm die von Dieter gewünschten Daten gäbe, zeigte sie natürlich auch so etwas wie Interesse, dass es nicht bei einer einmaligen Unterhaltung bliebe. Sie war unsicher, ob sie es tun sollte, andererseits war es schon verlockend, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Vielleicht hätte es ja positive Auswirkungen auf ihre Beziehung, da Sven durch den vermeintlichen Konkurrenten sich noch einmal intensiver um sie bemühte.
Sie tauschte also mit Dieter sowohl die Mailadresse als auch ihre Telefonnummer. Bei der Verabschiedung umarmten sie sich kurz, Dieter gab ihr einen Kuss auf die Wange und dann trennten sich ihre Wege.
Sven hörte, wie die Wohnungstür geöffnet wurde. Es war ihm klar, dass er sich schlafend stellen würde. Margot versuchte, so leise wie möglich zu sein, um ihn nicht aufzuwecken.

Am Frühstückstisch kam Sven ziemlich schnell auf den vorigen Abend zu sprechen:
„Na, wie war dein erster freier Abend? Du bist ja ziemlich späte nach Hause gekommen, ich habe dich gar nicht mehr gehört.“
„Ach, nichts Besonderes. Zuerst bin ich noch durch Geschäfte gelaufen, dann trank ich noch einen Kaffee.“
„Dann hast du aber lange Kaffee getrunken. Um 22 Uhr schließen doch auch die letzten Geschäfte.“
„Ja, ich habe mich noch etwas mit einem Mann unterhalten.“
„Ah, unterhalten nennt man das.“ Sven lächelte, als er dies sagte.
„Ja, unterhalten, mehr nicht. Oder meinst du, ich hätte in den drei Stunden einen Mann kennen gelernt und sei dann sofort mit ihm ins Bett gegangen?“
„Nein, das glaube ich sicherlich nicht. Und, war er nett?“
„Ja, war er.“
Sven merkte, dass Margot wie zu erwarten nicht in Redelaune war. Das war auch ein Problem für ihn: er hatte ja gar nichts gegen einen Flirt ihrerseits, aber er wollte wenigstens daran teilhaben. Doch Margot spräche nur das aus, was sie wollte, und das wäre wenig.
„Hm, nicht gerade eine umfassende Antwort.“
„Wieso, du hast gefragt, ob er nett sei und ich habe darauf ehrlich geantwortet. Was willst du mehr? Ich kann dir ja nicht etwas erzählen, was gar nicht stattgefunden hat.“
„Und trefft ihr euch wieder?“
„Das weiß ich nicht, glaube aber nicht.“
„Also ihr habt geredet, habt euch nett unterhalten, aber keinen weiteren Termin ausgemacht.“
Margot schmunzelte. ‚Termin ausgemacht‘, wie sich das anhörte. So förmlich.
„Nein, haben wir nicht. Aber wenn du es genau wissen möchtest: er hat meine e-mail Adresse.“
„Oh, das ist doch schon mal was. Dann kann man sich darüber ja sehr flexibel verabreden. Wie alt ist er und wie sieht er aus?“
„Ich habe ihn nicht gefragt, wie alt er ist.“
„Aber du hast doch eine Vorstellung. Und wie er aussieht, das müsstest du ja wissen, oder warst du nicht dabei?“
Jetzt lächelte Margot ein wenig.
„Ich glaube, er ist etwas jünger als ich. So 5 Jahre. Ja, und das mit dem Aussehen: wir haben da ja auch unterschiedliche Vorstellungen, was gut aussehen bedeutet und was weniger gut aussehen bedeutet.“
„Aha, er ist also jünger. Das ist doch schon einmal wichtig für dich. Und ich fragte ja, wie du ihn findest, nicht, wie ich ihn einschätzen würde.“
„Ich finde ihn gut aussehend. Aber ich habe jetzt wirklich keine Lust, den ganzen Morgen über ihn zu reden, das gibt allem eine Wichtigkeit, die es gar nicht hat.“
Während des kurzen Gesprächs waren Bilder bei ihr aufgestiegen: sie sah Dieter vor sich, wie er ihr gegenüber saß, mit seinem offenen Gesicht, seiner warmen Stimme und seinem kräftigen Körper, ohne dass er dazu neigte, zu dick oder ein reines Muskelpaket zu sein. Auch entging es ihr nicht, dass das Gespräch über ihn sie ein ganz wenig erregte. Diese Erregung hielt sich in Grenzen, sie wusste auch nicht, was da überwog: die körperliche Attraktivität oder einfach die Ursache darin lag, auch einmal einen attraktiven Mann kennen gelernt zu haben und einfach gewisse Optionen zu haben. Sven redete doch immer darüber, dass das Leben so sein sollte, dass Optionen vermehrt werden sollten. Und wenigstens hier, in diesem Fall, hatte er recht. Andererseits war es noch viel zu früh, um sich zu viele Gedanken darüber zu machen. Vielleicht würde er sich auch gar nicht mehr melden: er war ein Mann, der bestimmt viele Möglichkeiten bei Frauen hatte, warum sollte er gerade auf eine aus seiner Sicht älteren Frau stehen.
Als Margot abends nach Hause kam, arbeitete Sven noch. Sie schaltete den PC ein und rief ihre Mails auf. Direkt sah sie, dass sie einen Neueingang hatte.
‚Liebe Margot,
ich möchte mich noch einmal für das gestrige Gespräch bedanken. Es ist schön, dass du dir doch noch die Zeit genommen hast, mit mir zu reden. Ich muss sagen: ich habe mich in der Zeit mit dir sehr wohl gefühlt und es drängt mich schon dazu, dir zu sagen, ob wir dies nicht noch einmal wiederholen sollten. Aber vielleicht hast du ja auch gar keine Lust, da du ja in einer festen Beziehung lebst. Vor allem heißt es ja auch nicht, dass bei dir dasselbe Gefühl aufkam wie bei mir; vielleicht hat dir das Gespräch ja nicht so zugesagt oder es war eben eine nette Unterhaltung aber nichts drängt auf Wiederholung. Dies ist deine Entscheidung, nur solltest du wissen, dass ich eben sehr daran interessiert wäre, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Man muss ja auch nicht immer direkt ins Bett gehen, nur weil man sich gut unterhalten hat.
Ach, ja, was ich dir noch sagen wollte: du bist eine sehr attraktive Frau. Dies kann und will ich nicht verschweigen, auch wenn dies vielleicht deine Meinung zu einem erneuten Gespräch vielleicht ungünstig beeinflusst. Dir noch alles Liebe
Dieter‘
Margot bemerkte, dass sie die Mail drei- oder viermal gelesen hatte. Sie gefiel ihr; sie war zurückhaltend, aber dennoch äußerte er ganz eindeutig sein Bedürfnis. Sie verspürte den Wunsch, sofort eine Antwortmail zu verfassen. Dann überlegte sie aber, ob dies so geschickt sei. Vielleicht wäre Dieter bei einer sofortigen Antwort sich ihrer doch zu sicher, und das wollte sie eigentlich vermeiden.


Geschrieben

Svens Arbeitstag verlief so wie immer: jede Menge Kontakte zu Menschen, mit denen er arbeitete. Aber zwischendurch wurde diese Arbeit etwas unterbrochen: seine Gedanken schweiften ab, gingen zu der neuen Bekanntschaft von Margot. Wie sicher konnte er ihrer sein? Gab es überhaupt so etwas wie Sicherheit? Fast resigniert stellte er fest, dass er nun nicht sein ganzes Glaubenssystem umstellen konnte: Sicherheit gab es nicht und würde es auch niemals geben. Aber wenn das stimmte, dann hatte dies natürlich zur Folge, dass er sich auch Margot nicht sicher sein konnte. Was bedeutete das nun für ihn?
Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, ging ihm durch den Kopf. Dann fiel ihm eine Episode aus der Sauna ein, wo ihm ein Mann bezüglich seiner Frau gesagt hatte: „Wenn du etwas festhalten willst, musst du es loslassen.“
Das erinnerte ihn an den chinesischen Spruch: ‚Wenn du es eilig hast, gehe langsam.‘
Wie oft hatte er sich von der Richtigkeit dieser chinesischen Weisheit überzeugen müssen. In der übertriebenen Eile passierten immer wieder Dinge, die einen in der Zeit zurückwarfen; hätte man sich gleich Zeit gelassen, dann wäre dies sicherlich nicht passiert. Und so war man im Nachhinein nicht schneller, sondern langsamer gewesen. Schon als Auslieferungsfahrer hatte er bemerkt, dass übertriebene Eile nichts an Gewinn brachte: im Gegenteil, letztendlich verfuhr man sich, musste ellenlange Umwege in Kauf nehmen, die Unfallgefahr erhöhte sich; alles Dinge, die durch Gelassenheit reduziert wurden. Also schon zu Studienzeiten war ihm dies klar geworden.
Er merkte, wie er abschweifte; nun wollte er sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren. Dann ging ihm aber auch noch durch den Kopf, dass er gespannt sei, wie Margot ihn heute Abend empfing. ‚Vielleicht ist es ja schon zu einem Mailaustausch gekommen.‘
Zwei Stunden später öffnete er die Wohnungstür.
Margot setzte sich trotz aller Zweifel an ihren PC. Sie wollte nur ein paar Sätze schreiben, also begann sie:
„Lieber Dieter,
es ist sehr nett von dir, dass du so schnell mir deine Zeilen hast zukommen lassen. Sie entsprechen fast genau dem, was ich auch von dir erwartet habe: nicht zu aufdringlich, aber durchaus das schreibend, was du möchtest.
Auch mir hat der gestrige Abend mit dir gefallen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich dich nochmals wiedersehen möchte, da, wie du ja richtig bemerkt hast, ich in einer Beziehung lebe, die zwar nicht immer faszinierend ist, aber welche Beziehung ist das schon? Vor allem nach solch einer langen Zeit. Deshalb bin ich sehr wankelmütig und möchte mir noch etwas Bedenkzeit erbitten. Auf jeden Fall lasse ich noch einmal etwas von mir hören.
Gruß
Margot“
Auch diese Mail las sie noch zweimal durch, dann drückte sie auf senden. Nun war es nicht mehr rückkehrbar, die Mail würde ihn erreichen und zöge sicherlich eine weitere Mail von ihm nach.
Sie setzte sich aufs Sofa und überlegte, ob es richtig gewesen war, ihm zurück zu schreiben. ‚Wie auch immer,‘ kam sie letztendlich zu dem Schluss, ‚es ist schon ein schönes Gefühl, von so einem Mann vielleicht ein wenig begehrt zu werden.‘
Als sie so dasaß und über das Für und Wider eines weiteren Kontaktes, evtl. auch eines weiteren Treffens zu sinnieren, hörte sie, wie Sven den Schlüssel in die Haustüre schob. Ein Blick auf den PC sagte ihr, dass sie noch nicht aus dem Mailprogramm hinausgegangen war. Jetzt war es zu spät, denn schon stand Sven vor ihr und hatte längst bemerkt, dass das Mailprogramm aufleuchtete.
„Oh, schon dich ausgetauscht,“ sagte er und schloss dann an: „Einen schönen Abend, wie war dein Tag?“
Margot hasste sich etwas dafür, dass sie jetzt ein wenig verlegen wurde. Als sie sich gefangen hatte, entgegnete sie:
„Ach, heute war es relativ ruhig in der Firma, ich bin endlich mal zu einigen Aufgaben gekommen, die schon lange meinen Schreibtisch belagern und die ich etwas abarbeiten konnte.“
„Na, das kenne ich ja gar nicht von dir, dass du sagst, es sei relativ ruhig auf der Arbeit gewesen. Und was macht deine neue Bekanntschaft?“
„Nun übertreib mal nicht so. Was soll da schon Großes gewesen sein; ich heiße ja nicht Sven.“
Sven hatte ihr vor nicht allzu langer Zeit gestanden, dass er vor Jahren öfter mal fremd gegangen war. Das hatte sie sehr verletzt; allerdings hatte sie keine Konsequenzen daraus gezogen. Aber seitdem war die Beziehung sicher nicht mehr die von vorher gewesen.
„Hm, bei mir ist es etwas vollkommen anderes. Wenn ich damals dich betrogen habe, so waren dies Geschichten, die mich emotional nicht berührt haben. Es war einfach kein Gefühl dabei, oder sagen wir besser: so gut wie keines. Bei dir ist es anders, das hast du mir immer wieder gesagt: bevor du dich auf einen Mann einlässt, muss da auch Gefühl sein, du musst ihn mögen und nett finden. Somit ist die Situation bei dir bedrohlicher als bei mir.“
„Ja, sicher, du darfst mit irgendwelchen Frauen vögeln, aber wenn ich mal mit jemandem spreche und ihm dann auch eine Mail schicke, ist dies etwas ganz anderes, viel bedrohlicher, viel ernst zu nehmender. Für mich waren deine damaligen Ausführungen alles andere als leichte Kost; es hat mich verletzt, ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen sollte. Typisch Mann: bei euch ist das immer anders, ob ihr was macht oder die Frau.“
„Quatsch, ich fühle mich nicht als typischen Mann. Dennoch bin ich der Meinung, dass es etwas anderes ist und das kannst du nicht widerlegen. Deshalb kommst du jetzt mit typisch Mann und so einem Gerede, weil du nämlich selbst merkst, dass es etwas anderes ist.“
„Bitte, sprich mir nicht meine Wahrnehmung ab. Für dich ist es etwas anderes, für mich tut sich da nicht viel. Außerdem, ich sage es nochmals, ist ja überhaupt nichts passiert.“
Sven überlegte, ob er etwas entgegnen sollte. Dann erinnerte er sich daran, was er sich vorgenommen hatte: Aufmerksamkeit. Aber nicht so eine negative. Außerdem stand die Sache wieder kurz vor der Eskalierung; wenn er jetzt weitermachte, würden sie beide sich wieder gegenseitig hochschaukeln und das war überhaupt nicht das, was er wollte. Seit gestern Abend hatte er nämlich Bock auf Margot, und wenn es jetzt so weiter ging, dann könnte er sich das abschminken. Also ging er in die Küche, um das Essen vom vorherigen Tag aufzuwärmen.


Dieter schaute in sein Mail-Programm. Er las mit Freude Margots Mail. Nun wäre es ein leichtes, sie dazu zu bewegen, mit ihm ins Bett zu gehen. Aber schon nach dem Treffen hatte er sich vorgenommen, sich hier Zeit zu lassen. Eigentlich war es nicht seine Art, Möglichkeiten nicht zu nutzen: er hatte genug und setzte diese meist auch recht schnell um. Aber schon als er Margot gesehen hatte, kam ihm in den Sinn, dass es ihn vielleicht viel mehr anheizen würde, die Sache extrem langsam anzugehen. Er wollte das gegenseitige Verlangen immer größer werden lassen, um dann auch in den Genuss einer besonders ausschweifenden Sexualität zu kommen. Dafür musste sie aber natürlich antworten. Und dies hatte sie nun getan. Alles Weitere ergäbe sich jetzt fast von alleine.
Wenn er von etwas Ahnung hatte, dann waren es die Frauen und deren Bedürfnisse. Ihm war schon lange klar geworden, dass man am besten auf die Bedürfnisse des Anderen eingehen konnte, wenn man sich seiner eigenen nicht nur bewusst, sondern sie auch in Kleinarbeit umzusetzen wusste.
Kleinarbeit, das war eines seiner Lieblingswörter! Nicht den großen Wurf, nein, kleine Dinge mussten nach und nach erreicht werden, über jede Kleinigkeit freute er sich, bist sich alles zu einer beachtlichen Größe verdichtete.
Genau so wollte er hier vorgehen: mehrere kleine Erfolge, wie zum Beispiel mehr oder weniger erotische Treffen, immer eindeutigere Mails, hin und wieder ein nettes Telefonat: immer mehr wollte er den Wunsch von Seiten Margots intensivieren, mit ihm ins Bett zu gehen. Aber wie gesagt, dies sollte nicht zu schnell geschehen, er wollte es auskosten, jeder Schritt sollte ihm Spaß machen und ihm ein wenig Befriedigung verschaffen.
Also klickte er ‚Antworten‘ an und schrieb:


Geschrieben

„Liebe Margot,
es hört sich vielleicht jetzt etwas blöde für dich an,. Aber ich habe mich wirklich sehr über deine lieben Worte gefreut.
Deine Bedenken, was ein erneutes Treffen anbelangt, kann ich natürlich nachvollziehen. Ich glaube, ich handelte an deiner Stelle nicht anders. Dennoch denke ich, dass ein weiteres Treffen nicht deine Beziehung infrage stellt. Vielleicht kannst du es ja einfach als Bereicherung sehen, ohne dass du deinen Freund damit verletzt.
Dennoch möchte ich nicht verschweigen, dass du schon eine sehr große Ausstrahlung hast, die auch bei mir nicht unbemerkt geblieben ist. Dein interessantes und offenes Gesicht, deine Figur, von der ich sehr angetan war; alles hatte schon Auswirkungen auf mein Befinden.
Ich möchte dir schon sagen, dass ich mich oft mit Frauen unterhalte, aber selten harmonierte es so wie mit dir. Jeder Mensch hat sicherlich seine Reize und ist auf irgendeine Art recht interessant, aber wir sind nun mal so, dass dies auf etwas von uns treffen muss. Ich meine damit, dass wir so gepolt sind, dass wir die Menschen interessant finden, bei denen wir entweder eine Übereinstimmung sehen oder die völlig anders sind. Bei dir waren es mehr die Übereinstimmungen, die mir einen schönen Abend bereitet haben.
Ich merke gerade, dass ich wohl etwas zu viel schreibe. Auch möchte ich dich nicht zu irgend etwas drängen, was du vielleicht später bereust. Aber ich habe bei dir schon den Eindruck gewonnen, dass du schon sehr weißt, was du willst und ich sowieso keine Chance hätte, dich zu etwas zu drängen, was du nicht möchtest.
Nun aber Schluss für heute. Sei ganz liebe gegrüßt von mir
Dieter.“
Er lehnte sich zurück und las die Mail nochmals durch. Ja, so konnte sie stehen bleiben. Letztendlich konnte er nur sein Bestes geben, wie dann die Mail bei Margot ankam, daran war dann nichts mehr zu machen. Wie er sie allerdings einschätzte, so ging er doch davon aus, dass die Mail ihre Wirkung nicht verfehlen würde. Also sandte er sie fort.

Margot lag im Bett und wartete auf Sven, der noch im Bad war. Wie wäre es, wenn jetzt nicht Sven, sondern Dieter dort wäre? Wie würde er sie verführen, ihren Körper erkunden? Sven kannte ihren Körper sehr gut, sie waren nun schon fast zwei Jahrzehnte zusammen. Und sie hatte bis auf eine kleine Episode in dieser Zeit keinen anderen Mann gehabt. Okay, der Sex mit Sven war schon noch immer etwas Besonderes; sie spürte, wie er sie begehrte, und welche Frau findet es nicht toll, wenn sie begehrt wird. Andererseits waren es natürlich auch immer Wiederholungen und die überraschenden Momente fehlten. Wenn sie aber mit ihren Freundinnen über deren Beziehung redete, dann merkte sie, dass sie vor allem in der Sexualität doch sehr zufrieden sein konnte: in den meisten Beziehungen war der Sex, wenn nicht ganz eingeschlafen, so doch sehr reduziert. Sie hingegen schliefen noch immer ein bis zweimal die Woche miteinander, und es kam eigentlich fast nie vor, dass sie nicht zum Orgasmus kam, ja, es blieb meist nicht bei einem. Sven ging sehr auf ihre Bedürfnisse ein, manchmal war er etwas zu sehr und zu schnell auf die primären Geschlechtsteile fixiert, aber wenn sie wollte, konnte sie durchaus ihn dann auch auffordern, sich auch auf andere Körperteile zu konzentrieren. Sie mochte es, erst lange gestreichelt zu werden: ihren Rücken, ihre Flanken, ihren Bauch. Wenn er sie dann an den Brüsten anfasste, reagierten sie sehr stark, es war, als verliefen Nervenbahnen direkt von den Brüsten zu ihrer Klit.
„Ich habe den Eindruck gehabt, dass du heute besonders geil warst,“ sagte Sven. Sicherlich war das ein Hinweis darauf, dass er meinte, sie hätte an ihr Treffen gestern gedacht.
Sie wollte aber nicht diesen Gedanken folgen und antwortete nur:
„Schön, dass es dir gefallen hat. Ich fand es heute auch besonders schön.“
Sven überlegte, ob er näher auf seine Vermutung eingehen sollte. Das war nicht ganz risikolos; es könnte dazu führen, dass das soeben erlebte einen schalen Beigeschmack erhielt, ebenso könnte es aber sie oder ihn auch nochmals aufstacheln.
„Vielleicht könnte er ja zu einem belebenden Moment bei uns führen.“
Dies wollte er dennoch loswerden. Ganz am Anfang der Beziehung hatten sie einmal über das Fremdgehen gesprochen und beide die Meinung vertreten, dass dies, wenn es schon passieren würde, doch zu einer Bereicherung führen sollte. Als es dann soweit war, war da aber nur noch Verletzung, von Bereicherung keine Spur.
„Ich glaube, du gibst ihm eine viel zu große Bedeutung. Ich habe ihn erst einmal gesehen, und da schon von Bereicherung sprechen, halte ich doch für etwas gewagt.“
„Da hast du sicherlich Recht. Wie dem auch sei, es war einfach sehr schön und ich hoffe, dass wir uns auch in der Sexualität immer weiter entwickeln können.“
„Mal schauen“ war das Einzige, was er darauf zu hören bekam. Seit langer Zeit das erste Mal schliefen sie wieder in ihrer Umarmung ein.

Als es auf Feierabend zuging, merkte Margot, dass sie etwas unruhig wurde. Hatte Dieter nochmals geschrieben? Und wenn, was stand drin? Dann musste sie aber noch zwei intensive Gespräche führen und war so in ihrer Arbeit befangen, dass sie Dieter vergaß.
Auf dem Nachhauseweg kamen die Gedanken aber schnell wieder. Wenn Sven da war, konnte sie nicht direkt das Programm starten. Sie musste eine gute Gelegenheit abwarten, bis er in seinem Zimmer war.
Sven beobachtete Margot genau. Er wollte herausbekommen, ob sie vielleicht noch heute Morgen nach einer Mail geschaut hatte. Aber sie erschien ihm so wie immer. Nach dem Abendbrot ging er in sein Zimmer, nahm sich aber vor, relativ kurz danach auf Toilette zu gehen. Dann konnte er bei einem Blick in ihr Zimmer erkennen, ob sie gerade an ihrem PC saß.
Dies kam eigentlich nicht häufig vor, sodass dies ein Hinweis darauf wäre, dass sie eine Mail läse oder sogar antwortete. Also würde er sich etwas mehr Zeit lassen, bis er die Toilette aufsuchte.
Auch sein PC war on, aber er starrte nur gedankenverloren auf den Bildschirm. Die Bilder, die er aufgenommen hatte und als Bildschirmschoner genutzt wurden, schoben sich nacheinander über den Bildschirm. Viele zeigten auch Bilder von Margot, andere waren Urlaubsbilder, wo sie gemeinsam gewesen waren.
Nun stand er auf und ging zur Toilette. Er hörte, wie Margot am PC etwas schrieb; also hatte er auch noch einmal geschrieben und sie antwortete. Wie gerne hätte er ihr jetzt über die Schulter geschaut; natürlich so, dass sie es nicht mitbekam. Nervös betrat er wieder sein Zimmer. Er war extra etwas laut, damit sie auch mitbekam, dass er über ihr Vorgehen Bescheid wusste.


Geschrieben

Sehr schön, auch ich möchte gerne noch weiter lesen.


Geschrieben

„Lieber Dieter,
ich muss schon sagen, dass du es verstehst, dich interessant zu machen. Deine Worte sind gut gewählt und ich denke, dass du viel Übung darin hast, Frauen etwas Nettes zu sagen.
Es wäre eine Lüge, wenn ich sagte, dass deine Mail mich nicht berührt hätte. Du bist sehr vorsichtig und meines Erachtens sehr sensibel. Vielleicht denkst du aber auch, dass ich für ein Abenteuer offen wäre und du mich so dafür gewinnen könntest.
Mir geht es aber sicher mehr darum, zu sehen, ob wir die Möglichkeit haben, uns Sachen zu sagen, die uns selbst betreffen. Mich interessieren sowieso andere Menschen; aber sicher hast du es jetzt schon geschafft, mich neugierig auf dich zu machen. Was denkst du eigentlich, was sind deine Bedürfnisse, was deine Ziele. Können wir uns auch persönliche Sachen schreiben oder willst du mehr einen oberflächlichen Kontakt haben.
An den Fragen erkennst du sicherlich, dass ich es spannend fände, wenn wir uns etwas besser kennen lernten. Dies kann ja auch erst einmal über diesen Mailkontakt geschehen. Wie denkst du darüber?
Deine Zeilen lassen jedenfalls erkennen, dass du in der Lage bist, über dich selbst zu reflektieren. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich weiter von dir hörte.
Alles Liebe
Margot“

Margot kam zu Sven ins Zimmer und setzte sich auf die Couch.
„Na, hast du ihm geschrieben?“
„Ja, aber nur kurz.“
„Hm, und wie geht es jetzt weiter mit euch beiden Turteltäubchen?“
„Also auf diese Art habe ich gar keine Lust, darüber zu reden. Du bist jahrelang fremdgegangen und machst jetzt den großen Aufstand, nur weil ich mal einem anderen Mann eine Mail schreibe. Ich weiß nicht, was das soll.“
„Du schriebest ihm nicht, wenn er dir nicht sympathisch wäre. Wenn du nicht schon Gefühle ihm gegenüber aufbrächtest.“
„Ich soll also nur mit Männern schreiben, die mich nicht interessieren? Das ist ja eine schöne Aussicht.“
„Nein, du kannst ihm ja schreiben, aber ich möchte irgendwie da mit eingebunden sein. Davon profitieren und mich nicht auf der Verliererstraße fühlen.“
„Ehrlich gesagt, ich habe gar keine Lust, dir alles ganz genau zu schildern. Nachher bestimmst du noch über unseren Mailkontakt, über die Inhalte. Das wäre doch lachhaft.“
„Was macht er eigentlich beruflich? Und lebt er auch in einer Beziehung oder lebt er alleine?“
„Er ist Lehrer. An irgendeinem Gymnasium. So wie ich ihn verstanden habe, hat er lockere Bindungen zu Frauen.“
„Ach, das ist ja interessant! Und nun möchte er dich in seine Sammlung einfügen?“
Margot stand auf und ging zur Tür.
„Auf so ein Gespräch habe ich keine Lust. Das ist mir zu blöde.“

Als Dieter das Mailprogramm öffnete, freute er sich, dass Margot so schnell wieder geschrieben hatte. Sein Gefühl hatte ihn also doch nicht betrogen; er war guter Dinge gewesen, dass sie schon ein wenig angebissen hatte. Nun war die Bestätigung gekommen. Jetzt konnte er sich Zeit lassen, alles gut überlegen, was er eigentlich wollte. Im Großen und Ganzen war sein weiteres Vorgehen ihm schon klar: ihre Neugierde auf ihn fossieren, dann aber auch durch erotische Fantasien sie für sich einnehmen. Hoffentlich entzog sie sich nicht, wenn sie diese dann las. Aber er hatte genügend Erfahrungen mit Frauen, die ihn guter Dinge sein ließen.
Wichtig war bestimmt, sehr genau auf ihre Mails einzugehen, da er damit den Eindruck hinterließ, sich sehr genau mit ihr und ihren Wünschen auseinander zu setzen. Das kam sicher gut bei ihr an, wie übrigens bei allen Frauen, ja vielleicht überhaupt bei allen Menschen. Aufmerksamkeit ist das größte Geschenk, was man einem Menschen machen kann, hatte er einmal gelesen, und er stimmte darin sofort mit dem unbekannten Schreiber überein. Er wusste es ja auch von sich, dass er gerne Aufmerksamkeit erregte, vor allem die der Frauen.
Also begann er mit seiner Antwortmail:


Geschrieben

„Liebe Margot,
mit so einer schnellen Antwort habe ich gar nicht gerechnet! Desto erfreuter war ich, als ich deine Zeilen lesen durfte.
Ich möchte gar nicht abstreiten, dass ich gerne Frauen etwas Nettes sage. Dies sehe ich allerdings nicht als ein Einschleimen, sondern mehr, dass die Welt insgesamt etwas angenehmer wäre, wenn wir behutsam und achtsam miteinander umgingen. Wir schimpfen allzu oft auf die Mächtigen der Welt, ohne uns im Kleinen anders zu verhalten. Ich habe in den Jahren meines Lebens lernen dürfen, dass ich mit einer freundlichen, offenen, zugewandten Art den Menschen gegenüber mir selbst das Leben angenehmer gestalte. Das heißt nun nicht, dass ich zu jedem Ja und Amen sage; dies stünde gerade meinem Ansinnen, offen und klar zu sein, entgegen.
Du schreibst, dass es dir mehr(!!!) darum ginge, dass wir uns Sachen sagen, die uns selbst betreffen. Das heißt aber ja auch, dass du insgesamt einem Abenteuer nicht ganz abgeneigt bist, auch wenn dies nicht an erster Stelle deiner Vorstellungen steht, wie der Austausch zwischen uns stattfinden soll.“
Er las nochmals die Zeilen bis jetzt und war sehr mit sich zufrieden. Er glaubte, auch hier die richtigen Worte gefunden zu haben und fuhr darum mit frischem Elan fort,
„Deine Frage nach meinen Bedürfnissen und Zielen ist natürlich gar nicht so einfach zu beantworten. Ich glaube, dass vor allem Bedürfnisse etwas nicht Statisches sind: sie entstehen und sind auch schon in Veränderung begriffen. Sie entwickeln sich weiter, verändern sich laufend. Die Ziele haben ja auch meist etwas mit unseren Bedürfnissen zu tun: wir haben das Bedürfnis, ein gewisses Ziel zu erreichen. Somit sind auch Ziele nichts fest Verankertes, sondern wir sind ihnen mal näher, dann scheinen sie aber auch wieder in unendliche Ferne zu rücken.
Vielleicht fange ich doch mal mit den Zielen an: ich setze mir keine Ziele, von denen ich nicht überzeugt bin, dass ich sie nicht auch erreichen kann. Sie müssen schon ein Stück weit in mein tägliches Leben integriert sein. Auch sollten sie für mich handfest sein; das Ziel, dass ich einmal reich werden möchte, in den Himmel kommen, ein guter Mensch zu sein, das alles ist für mich zu wenig mit Leben infiziert.
So habe ich also mehr das Ziel, meinen Job gut zu machen, auch Spaß daran zu haben. Dies gelingt mir auch immer wieder, aber oftmals bin ich von mir nicht allzu sehr überzeugt. Das heißt also auch, nicht zu selbstkritisch zu sein, auch zu sehen, was mir alles schon gelungen ist und darauf aufzubauen.
Ich möchte mehr mit dem zufrieden sein, was ich habe als Dingen hinterher zu laufen, die ich nicht besitze. Mir geht es finanziell, in Gegensatz zu vielen anderen Menschen ausgesprochen gut, ohne dass ich sagen könnte, ich sei reich. Also gehört zu meinen Zielen auch Genügsamkeit! Dies bezieht sich allerdings mehr auf materielle Dinge, im zwischenmenschlichen Bereich, oder sagen wir auch im sexuellen, bin ich nicht so schnell zufrieden zu stellen. Aber hier habe ich auch viel mehr Einfluss drauf, weil ich ja dies direkt mitbestimme und somit zu einem guten Gelingen beitragen kann.
Meine Bedürfnisse sind menschlich, allzu menschlich, wie Nietzsche sagen würde. Ich esse gerne gut, trinke gerne ein gutes Glas Wein, unterhalte mich gerne mit Freunden, lerne gerne neue Menschen kennen, philosophiere gerne, aber nicht über die Welt an sich oder wohin wir gehen und was der Sinn des Lebens ist, sondern mehr über alltägliche Dinge, die uns geschehen, die wir mitbestimmen können, wovon wir ein Teil sind. Also kurz: ich rede gerne über das, was mein Glaubenssystem ausmacht. Dies habe ich ja in den Jahren, die ich nun auf dieser manchmal so seltsamen Erde zubringe, mir nach und nach angeeignet. Und dies hat nichts mit Gott oder Allah zu tun, sondern sind mehr meine Grundüberzeugungen, wie ich mein Leben besser gestalten kann.
Natürlich gehört zu meinen Bedürfnissen auch, ein erfülltes Sexualleben zu haben, mir Sachen zuzugestehen, die vielleicht auch jenseits der allgemeinen Moral liegen, die mich sowieso recht wenig berührt. Auch dort nicht zu fragen, ob man so etwas tut, sondern mehr darauf zu achten, dass ich auch dort zu meinen Bedürfnissen stehen kann. Also auch achtsam mit meinen Bedürfnissen umgehen, sie nicht aus irgendwelchen moralischen Aspekten ablehnen, sondern versuchen, sie auszuleben und vor allem mir keine Vorwürfe wegen meiner Bedürfnisse zu machen.
Nun bin ich ganz schön ins Erzählen gekommen und ich hoffe, dass diese Zeilen dir nicht zu oberflächlich sind.
Als ich dich in dem Bistro sitzen sah, freute ich mich erst einmal darüber. Ich sehe mir gerne gut aussehende Frauen an; dann kommt der Zeitpunkt, an denen ich sie vielleicht anspreche. Natürlich schwingt da auch immer ein sexueller Aspekt mit. Er rückt mal mehr oder weniger in den Vordergrund, das hängt natürlich auch von der Ausstrahlung der Frau ab. Hat sie einen offenen Gesichtsausdruck, der vermuten lässt, dass sie auch im Bett offen für neue Erfahrungen ist oder ist sie mehr in sich gekehrt und denkt vielleicht gerade über ihre Beziehung oder über ihre Probleme bei der Arbeit nach.
Wie ist die Frau gekleidet? Trägt sie ihren Körper mit Stolz, lässt die Körperhaltung erkennen, dass sie sich ihrer Reize bewusst ist? Spielt sie gerne mit diesen? Kann ich mir vorstellen, dass sie es liebt, begehrt zu werden?
Ich merke, dass gerade diese Form der Kommunikation, auf der Ebene des Mailkontaktes, sehr viel Spielraum lässt für Gedanken, Hoffnungen und Wünsche. Auch kann man vielleicht vieles mitteilen, was einem sonst nicht so gelänge. Eben sprach ich von Offenheit; die ist vielleicht auch manchmal besser auszuleben, wenn man nicht direkt dem Menschen gegenüber sitzt.
Du hast mich an diesem Abend schon außergewöhnlich gereizt! Im Laufe des Gespräches dachte ich daran, wie es sei, wenn wir gegenseitig immer mehr von der in uns weilenden Lust dem Anderen gezeigt hätten. Wie wir uns körperlich immer näher gekommen wären. Das Verlangen, den Anderen zu berühren, ihn zu spüren, wäre immer stärker geworden und hätte auf Umsetzung gedrungen. Du wärest aufgestanden, um zur Toilette zu gehen, ich hätte dir nachgeschaut und mein Blick hätte deinen wunderschönen Hintern getroffen, der sich so schön abgezeichnet hat unter deinem Rock. Jeder Schritt von dir hätte ihn noch besser zur Geltung gebracht. Meine Blicke wären so intensiv gewesen, dass du sie förmlich gespürt hättest. Dich umzusehen, ob dein Gefühl des Betrachtetwerdens zutrifft, trautest du dich nicht, aber dir wäre bewusst geworden, dass es so sein muss, da sich dein Po plötzlich wärmer anfühlte, du nahmst ihn intensiver war. Dann, auf Toilette, konntest du feststellen, dass sich auch in deiner Möse etwas getan hätte; du stelltest fest, dass sie nass war.
Auf dem Rückweg fingst du sofort meinen Blick auf; du interpretiertest ihn als reines Begehren, schrecktest ein wenig davor zurück, weil du befürchtetest, dass du eben genau diesen Blick auch auf mich wandtest.
Als du dich wieder zu mir setzt, spürst du förmlich meine Erregung. Auch bei dir, obwohl du gerade deine Votze abgewischt hast, stellst du fest, dass sie wieder feucht geworden ist. In diesem Augenblick sehnst du dich danach, von mir liebkost zu werden. Meine Hände und meine Zunge erkunden deinen gesamten Körper, dringen nach schier endlosen Minuten mal in die eine, dann in die andere Körperöffnung ein. Du bist jetzt nur noch geil, ein willenloses Etwas, das sich danach sehnt, nun endlich genommen zu werden. Als ich in dich eindringe, stöhnst du laut auf; das feuert mich an und ich schiebe dir meinen Schwanz mit aller Macht in deine herrliche Votze. Ich möchte dich wimmern hören, will, dass du nicht mehr Herr deiner Sinne bist sondern dich vollkommen auf dich und deinen offenen Körper konzentrierst. Jeder Stoß von mir ist auch für mich ein Genuss, jetzt bist du nicht mehr Margot, sondern nur noch eine geile Sau, die gefickt und verwöhnt werden möchte. Deshalb unterbreche ich jetzt auch, rutsche mit dem Gesicht zwischen deine Beine und schlürfe deinen Saft, er schmeckt herrlich, und ich möchte dich jetzt solange lecken, bis es dir kommt. Es dauert nicht lange, und du explodierst förmlich.
Ich weiß nicht, ob es richtig ist, dir diese Mail zu schreiben. Aber ich hoffe dennoch, dass sie dir etwas gefällt. Natürlich bin ich sehr auf deine Antwort gespannt.
Alles Liebe
Dieter.“


Geschrieben

Chapeau...
sehr gute Wortwahl ...
schöner Spannungsbogen,das Kopfkino arbeitet unter Hochlast
bitte bald weiter so...


Geschrieben

Vielen Dank für das Kompliment, nun also weiter:

‚Das Alles oder Nichts Prinzip‘, ging es ihm durch den Kopf. Wenn sie jetzt darauf reagierte, könnte es wirklich ein wunderschöner Mailkontakt werden. Außerdem zeigte dies dann, dass auch sie daran interessiert wäre, den Kontakt auf eine andere Stufe zu stellen. Wichtig war jetzt nur, die Fantasie nicht zu schnell in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie sollte immer geiler auf ihn werden, sodass dann ein Treffen besonders hemmungslos verlief.

Bei Sven entstand der Eindruck, dass Margot im Bett immer geiler wurde. Er führte dies auf den Mailkontakt zwischen Margot und Dieter zurück. Sollte er es ansprechen oder es einfach genießen?
„Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit im Bett geiler bist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir dies nur einbilde, ob es also so etwas wie eine Zuschreibung ist oder ob du dies auch bemerkst,“ begann er das Gespräch.
Ein Lächeln breitete sich über Margots Gesicht aus, das eigentlich schon Antwort genug war.
„Vielleicht liegt es wirklich an dem Mailkontakt. Dieter schreibt einerseits viel über sich, andererseits lässt er schon ziemlich deutlich durchblicken, was er alles mit mir machen möchte. Stell dir einmal vor, du bekämest von einer gut aussehenden Frau solche Mails. Vielleicht wirkte sich dies auch auf dein Verhalten aus.“
„Ich habe das nicht als Vorwurf gemeint! Ich stelle es nur fest. Und wie in meinem ganzen Leben sehe ich dies nicht eindeutig: ich profitiere davon und das finde ich natürlich schön, aber hat auch was von Bedrohung. Er ist jünger als ich, sieht nach deinen Beschreibungen auch besser aus als ich; dann ist es auch etwas Neues, was ja auch seinen Reiz hat. Das wiederum hält meine Freude über dein vermehrtes Geilsein in Grenzen.“
„Für mich ist es momentan nur schön, dass ich diesen Mailkontakt habe. Was daraus entsteht, kann ich nicht sagen, vielleicht begrenzt sich ja alles auch nur auf einen Austausch. Einen Austausch von Worten, meine ich. Außerdem möchte ich ja gar keine neue Beziehung; wir haben viel gemeinsam erlebt, wir bereichern uns durch unsere ähnlichen Jobs, du hast meine Tochter doch ganz liebevoll mit großgezogen; so etwas schmeißt man doch nicht einfach so weg.“
„Ja, das ist vielleicht die Stimme der Vernunft, die da aus dir heraus spricht. Aber im Ernstfall entscheidet nicht die Vernunft, sondern das Gefühl. Der Mensch ist nicht so rational, wie er immer zu sein vorgibt.“
„Du hast sicher recht, dass man nichts ausschließen kann. Aber es ist doch recht unwahrscheinlich, dass ich so viel aufs Spiel setze, um vielleicht eine kurze Zeit mit einem Mann zusammen zu sein, der sich dann doch wieder einer Jüngeren zuwendet.“
„Ach, wenn du dir also sicher wärest, dass es eine Zukunft mit ihm gäbe, wäre die Sache schon bedrohlicher?"
„Sven, das habe ich nicht gesagt. Es ging mir nur darum, dir mehr Sicherheit zu geben.“
„Oh, danke. Das ist aber nett von dir.“
„Willst du jetzt vernünftig mit mir reden oder pochst du jetzt wieder auf deine Sichtweise? Ich höre da wieder so einen zynischen Unterton, und das mag ich nun gar nicht. Ich fühle mich dann nicht ernst genommen.“
„Ich meinte es aber vollkommen ernst. Und ich kann nichts dafür, wenn du meinen Worten einen gewissen Zynismus zuschreibst, das hat jedenfalls mit meiner Intention nicht viel zu tun.“
Es war so wie oft, wenn sie miteinander redeten: schnell driftete das Gespräch ab, unterschwellig kamen Vorwürfe, Unterstellungen, jeder von ihnen hatte den Eindruck, dass ihnen das Wort im Munde umgedreht wurde. Einmal in dieser Spirale gefangen, war es ihnen kaum mehr möglich, da herauszubrechen. In seltenen Fällen spitzte sich die Lage dermaßen zu, dass man an dem Abend nicht mehr das Bett miteinander teilte, öfter kam es vor, dass jeder sich auf seine Seite zurückzog und dann gleichzeitig darunter litt. Aber beide waren dann unfähig, den ersten Schritt in Richtung Versöhnung zu unternehmen. Es waren manchmal so unbedeutende Dinge, worüber sie redeten, und plötzlich bekam die Unterhaltung eine Wendung, die dann zu einem Zerwürfnis führte. Da war dann überhaupt nichts mehr von Rationalität; es war einfach lächerlich, wie beide sich verhielten. Nur dass beiden nicht zum Lachen zumute war.

Margot hatte wiederholt die Mail durchgelesen. Obwohl sie ja eigentlich mit Pornos überhaupt nichts am Hut hatte, nicht einmal erotische Romane sonderlich prickelnd fand, konnte sie doch nicht umhin, sich zuzugestehen, dass das Geschriebene sie angemacht hatte. Vielleicht lag es daran, dass sie ja hier so etwas wie die Hauptperson war. Hinzu kam, dass sie sich geschmeichelt fühlte, von diesem gut aussehenden Mann wohl begehrt zu werden.
Ihre Gedanken schweiften zu Sven: sie empfand ihn als guten Liebhaber; eigentlich als den Besten, den sie bisher gehabt hatte. Allerdings hatte sie trotz ihres Alters nun nicht so viele unterschiedliche Liebhaber gehabt, als dass sie darüber ein abschließendes Urteil hätte fällen können. Aber nun lachte sie bei dem Gedanken: was für ein unsinniges Wort, „ein abschließendes Urteil“, als sei dies überhaupt möglich. Das konnte man doch nur, wenn überhaupt, am Ende des Lebens fällen, und dort stand sie ja nun doch noch nicht.
Ihr gefiel, was er über sich geschrieben hatte; er schien ein nachdenklicher, nicht oberflächlicher Mensch zu sein. Aber vielleicht hatte er dies auch nur geschrieben, um sich interessant zu machen und dann auf den wahren Grund des Schreibens zu kommen: ihr diese erotischen Zeilen zu schreiben um zu sehen, wie sie damit umging.
Wie dem auch sei, sie wollte nun antworten. Dabei fiel ihr ein, dass morgen die Woche um war und sie wieder ihren freien Abend hatte. Sie schob erst einmal diesen Gedanken von sich und begann:
„Lieber Dieter,
ich war schon etwas erstaunt, von dir diese lange Mail zu bekommen. Auch habe ich weder damit gerechnet, dass du so viel über dich erzählst, noch, dass du dann mir deine Fantasie geschrieben hast, die, wie ich gestehen muss, mich nicht ganz kalt gelassen hast.
Gerade weil du viel über dich geschrieben hast, so möchte auch ich dir noch einiges von mir mitteilen.
Seit nunmehr 16 Jahren lebe ich mit meinem Partner zusammen. Es gab, wie sollte es anders sein, Höhen und Tiefen. Allerdings hat sich die Beziehung in den letzten Monaten stabilisiert, da er sich in dieser Zeit sehr auf mich eingelassen hat und mich auch meines Wissens nach nicht mehr betrügt.
Da ich in einer leitenden Stelle arbeite, fehlt mir oftmals die Zeit, die ich gerne für mich hätte. Dies kompensiere ich mit Urlauben, leider in letzter Zeit meist ohne meinen Partner, da es ihm finanziell nicht so gut geht, da er lange arbeitslos war und nun einen doch schlecht bezahlten Job hat. Seine Nebeneinkünfte, die er durch Therapien erzielt, sind sehr begrenzt, sodass Diese mehr dazu gedacht sind, seine Schulden, die er aus seiner vorherigen Selbständigkeit erlangt hat, abzuzahlen.
Auf der einen Seite führe ich gerne wieder einmal mit ihm in Urlaub, da diese doch früher sehr schön waren, andererseits haben mir aber auch die Urlaube, die ich alleine oder mit einer Freundin gemacht habe, sehr gefallen. So hat also beides seinen Reiz.
Du beendest deine Mail mit einer erotischen Fantasie. Ich habe ja schon geschrieben, dass sie mich nicht kalt gelassen hat, gleichzeitig möchte ich dir aber auch schreiben, dass ich mit meinem Partner in puncto Sexualität sehr zufrieden bin. Es ist also nicht so, dass ich irgendwie ausgehungert wäre oder sehr in Richtung anderer Mann dächte.
Da mein Freund mich eine zeitlang betrogen hat, habe ich ihm nun vorgeschlagen, dass ich mir einmal die Woche einen Abend frei nehme: einen Ausgehabend, an dem ich mache, was ich möchte. Vor Jahren nahm mein Freund sich einmal in der Woche so einen freien Tag; unter anderem waren dies auch die Tage, an denen er mich betrogen hat. Allerdings möchte ich ihm da gar nicht gleichtun; es ist mehr so, dass ich einerseits einen Abend für mich alleine genießen möchte, andererseits aber auch gespannt bin, wie er damit umgeht. Ist er wirklich so eifersuchtsfrei, wie er immer tut, oder konnte er das immer gut behaupten, weil ich ihm gar keinen Grund zur Eifersucht gegeben habe.
Ich stelle jetzt schon fest oder meine es zumindest, dass der Kontakt zu dir meinen Freund dazu bewegt, noch aufmerksamer mir gegenüber zu sein. Dies ist bestimmt ein guter Grund, zumindest den Mailkontakt zu intensivieren, wenn du damit einverstanden bist. Denn ich möchte dich ja nun auch nicht nur ausnutzen für meine Interessen. Schaue sehr gut hin, was du möchtest, denn ich kann dir überhaupt nicht versprechen, dass ich auf deine reizvollen Angebote eingehen werde.
So, nun muss ich Schluss machen, Sven sitzt in seinem Zimmer und wartet auf mich. Er bekommt auch bestimmt mit, dass ich dir wieder schreibe.
Sei lieb gegrüßt
Margot.“


Geschrieben

Sie las die Mail nochmals durch. Na, ja, sehr viel hatte sie nicht hineingeschrieben, aber es sollte fürs Erste reichen. Mal sehen, wie er reagierte und wie sie mit einer weiteren Mail von ihm umging.
Auch war sie nicht auf morgen eingegangen, dass sie da wohl wieder unterwegs sei, geschweige denn hatte sie den Vorschlag gemacht, sich zu treffen. Allerdings konnte er sich natürlich ausrechnen, dass sie morgen „Ausgang“ hatte.

Sven war sehr neugierig, was die Beiden sich so schrieben. Auf Fragen bekam er aber nur allgemeine Antworten, die ihn nicht so recht befriedigten. Im Bett war er weiter der Meinung, dass sich der Kontakt positiv auswirkte: Margot ließ sich fallen, genoss sein Verwöhnen sehr, auch wehrte sie sich nicht mehr gegen einen zaghaften dirty talk, den er liebte, dem sie aber bisher immer ablehnend gegenüber gestanden hatte. Dabei hatte er sich die Philosophie zugelegt, dass, je geiler und hemmungsloser die Frau war, desto mehr Achtung und Respekt er ihr entgegenbringen konnte. Die Worte geile Sau waren für ihn nicht diskriminierend, sondern vielmehr ein Lob! Er trennte auch deutlich den Sex vom sonstigen Leben: immer hatte er gehofft, eine Frau zu finden, mit der man auf Augenhöhe umgehen könnte. In Margot hatte er sie gefunden. Natürlich war ihm bewusst, dass mal die eine, dann der andere der Überlegene war, aber es hielt sich bei beiden die Waage. Im Bett galten andere Regeln, wenn man dort überhaupt von Regeln sprechen konnte: da wurden Schmerzen zu Lust, da spielte man mit Dominanz und Devotheit, da wurden die, die erniedrigt wurden, gleichzeitig erhöht. So ganz war es ihm nie gelungen, bei ihr auf offene Ohren für dieses Denken zu stoßen. Vielleicht war da doch immer noch zu viel Scham, eine Scham, die er lange hinter sich gelassen hatte; das propagierte er zumindest, denn andererseits wusste er ganz genau, dass auch er nicht so schamlos war wie er es hätte gerne sein wollen.
Anfang der 80-ger Jahre hatte er ein Buch der Frauenbewegung gelesen: die Scham ist vorbei. Er war sehr enttäuscht gewesen von dem Buch, aber den Titel empfand er als wunderbar und richtungsweisend. Seit damals versuchte er immer mehr, schamlos zu sein, sich seiner Wünsche und Bedürfnisse nicht zu schämen, sondern vielmehr stolz auf sie zu sein. Aber wer war er denn, dass er dieses Denken anderen aufoktroyieren könnte? Dennoch war er sich sicher, dass es sich schamlos besser leben ließ als mit Hemmungen überfrachtet.
Er ging seinem Job routinemäßig nach, dachte hin und wieder, meist auf den Autofahrten zu seinen Klienten, daran, dass Margot heute Abend wieder fort ginge. Träfe sie diesen Menschen wieder? Er überlegte kurz, wie er hieß, dann fiel ihm ein, dass er Margot noch gar nicht nach dem Namen gefragt hatte. Na, so wichtig war der Name ja nicht, wichtiger waren die Übereinstimmungen zwischen diesem Menschen und Margot, die Neugierde, die sich bei Margot entwickelte. Neugierde, auch ein Wort, was für ihn eine übermäßige Bedeutung hatte! Er propagierte sie in fast jeder Lebenslage, führte die Kinder als Vorbild an. Für einige ein Schimpfwort, war es für ihn die Grundlage für Vieles.
Er hörte im Radio, dass Updike gestorben war. Ein kurzer Bericht in einem Kulturmagazin ließ ihn aufhören: „Entwicklung ist Untreue“ hatte er demnach geschrieben. Diesen Satz notierte er sofort in seinen Terminkalender. Es war immer wieder erstaunlich, wie einige Menschen mit so wenigen Worten so viel aussagen konnten. Er hatte sich jahrelang damit auseinander gesetzt, dass Entwicklung nicht nur notwendig, sondern ein nicht aufhaltbarer Prozess sei. Und dieser Prozess beinhaltete, dass man sich von der angeblich so notwendigen Sicherheit verabschieden müsse. Immer wieder wurde man vor neue Aufgaben gestellt; man konnte Angst davor haben oder aber sie mit Freuden und Neugierde (!) angehen.
Diese drei Worte bekamen nun eine nochmals andere Bedeutung. Als hätte er es schon lange gewusst, rannten diese Worte offene Türen bei ihm ein. Und diese Untreue bezog sich ja nicht nur auf andere Menschen, sondern vor allem auf sich selbst: wie oft hatte er gehört, dass man sich selbst treu sein müsse; immer hatte er dies angezweifelt, dies war nur möglich, wenn man sich nicht entwickelte. Es gab schon dumme Sprüche diesbezüglich; einer der Schlimmsten war wohl, dass man so bleiben solle, wie man sei. Schon Brecht hatte dies in den Geschichten des Herrn K. ad absurdum geführt. Ihm überlief immer ein kalter Schauer, wenn er diese Worte hörte. Meist zu Geburtstagen ausgesprochen. Nicht gerade das, was er dann hören wollte. Sicher, jeder Tag war ein neuer Aufbruch, aber es gab eben Tagen, an denen er sich das vielleicht nochmals besser bewusst war: Sylvester und eben Geburtstage.
Sicherheit! Ihm war vom ersten Tag der Beziehung an klar gewesen, dass er sich Margot nicht sicher sein konnte. Sowohl er als auch sie entwickelten sich; die Frage war natürlich auch immer, wohin? Eine unterschiedliche Entwicklung, bei zwei Menschen nicht gerade etwas, das Verwunderung auslöst, brauchte sich nicht negativ auf die Beziehung auszuwirken. Es konnte auch gerade interessant sein, aufmerksam und achtungsvoll die Entwicklung des Anderen wahrzunehmen, ja, sich darüber zu freuen, auch wenn man gewisse Entwicklungen nicht selbst nachvollziehen konnte. Man war ja schließlich anders unterwegs.
Neue Menschen tragen natürlich zur Entwicklung bei, vor allem, wenn ihnen positive und interessante Anteile zugeschrieben werden. Es war ja nun nicht so, dass irgendein Mensch sagen konnte, wie ein anderer Mensch sei; es war ihm nur möglich, das eigene Bild vom anderen zu betrachten. Je besser einem das eigene Bild vom Anderen gefiel, desto interessanter wurde dieser Mensch.
Tatsache war jedenfalls, dass dem Mailpartner dies wohl gelungen war, sonst hätte Sven nicht hin und wieder bemerkt, wie Margot an ihrem PC saß und schrieb.
Mit etwas gemischten Gefühlen sah er dem heutigen Abend entgegen: Margot würde gegen Acht das Haus verlassen. Träfe sie ihn wieder? Das war sehr naheliegend. Sie zu fragen hatte eigentlich keinen Zweck, denn er hatte nicht den Eindruck, dass er es hinbekäme, ihrer Antwort zu glauben. Der Mensch sollte nur dann fragen, wenn er den Vorsatz hat, dem Gegenüber das abzunehmen, was er sagt. Manchmal empfiehlt es sich vielleicht, diesen Vorsatz über den Haufen zu werfen, allerdings nur, wenn die Möglichkeit bestand, auf irgendeine Weise zu überprüfen.

„Triffst du ihn heute Abend wieder?“
Kurz nach der Begrüßung hatte er diesen Satz ausgesprochen. Im gleichen Moment wusste er, dass er sich an seinen eigenen Vorsatz nicht gehalten hatte. Er ging zwar davon aus, dass Margot in den meisten Fällen die Wahrheit sagte; er erinnerte sich daran, wie schlecht sie schwindeln konnte, die Tochter hatte es meist sofort gemerkt. Aber in diesem Fall traute er ihr die eine oder andere überzeugende Lüge zu.
„Ich weiß gar nicht, ob ich dir das erzählen soll.“
Hm, mit dieser Antwort hatte er nicht gerechnet.
„Gut, dann formuliere ich die Frage anders: mich würde interessieren, ob du dich heute wieder mit dem Mann triffst.“
„Lach, eigentlich ist die Frage ja nicht so umwerfend anders. Aber ich denke, dass ich es dir jetzt nicht sage. Wenn ich zurückkomme oder morgen früh sage ich es dir.“
„Hast du Angst, dass er dich draufsetzt?“
„Ich habe dir gesagt, wann du es erfährst, weiter möchte ich jetzt nicht darüber reden.“
„Wie heißt er eigentlich?“
„Dieter.“
Ist ja nicht gerade nett, wenn ich immer von diesem Menschen rede oder so. Wollte schon lange fragen, wie er heißt, hatte aber wohl darauf gewartet, dass du es von dir aus erzählst.“
„Weißt du, Sven, du sagst immer, man darf alles fragen, aber man hat kein Recht, eine Antwort auf seine Fragen zu erhalten. Ich hoffe, du hältst dich nun an deine Überzeugungen und an das, was du anderen mitteilst.“
„Okay, ist ja schon gut, ich habe ja gar nicht noch einmal nachgefragt. Jedenfalls wünsche ich dir viel Spaß, ob nun mit oder ohne Dieter.“
Margot ging ins Schlafzimmer und zog sich um. Er wusste, dass er nun gleich den nächsten Fehler machte, wenn er ihr hinterher ging. Aber er musste seinem Impuls nachgeben.
„Bitte, Sven, lasse mich doch alleine umziehen. Du weißt, dass ich das nicht mag.“
„Und du weißt, dass ich dir gerne beim Umziehen zusehe.“
Sie hatte einen relativ kurzen Rock angezogen, als Schuhe hatte sie Stiefel gewählt. Über den Rock trug sie ein shirt und darüber die Lederjacke. Ihm gefiel, was er sah und streichelte ihr kurz über den Hintern. Sie schob seine Hand beiseite.
„Nicht jetzt. Und? Kann ich so gehen?“
„Das fragst du mich? Wenn ich dich nicht kennen würde und so irgendwo träfe, versuchte ich, mit dir ins Gespräch zu kommen.“
„Na, dann ist es ja das Richtige,“ sagte sie, nahm ihre Handtasche und verließ die Wohnung.
Nicht einmal ein Abschiedskuss, dachte Sven.


Geschrieben

Kurz bevor Sven nach Hause kam, hatte Margot die Zeit genutzt, um nochmals in das Mailprogramm zu schauen. Und siehe da, sie wurde fündig:
„Liebe Margot,
diesmal habe ich mich besonders gefreut, als ich deine Zeilen las. Ich möchte nicht verschweigen, dass es wegen meiner Fantasie war, die mich im Nachhinein etwas beunruhigte. Langsam merke ich, dass dieser Kontakt mit dir mir gefällt und ich hatte kurz das Gefühl, dass dich das Geschriebene von mir vielleicht abgeschreckt hat. Umso mehr freute es mich natürlich, dass sie dich sogar etwas angemacht hat.
Vielleicht ist dieser Mailkontakt aber auch eine Chance, aus „sicherer“ Entfernung Dinge schreiben zu können, die einem im direkten Kontakt nicht so leicht über die Lippen kämen.
Es ist nett von dir, dass du mich nicht ausnutzen möchtest, aber da kannst du beruhigt sein, ich kann schon ganz gut für mich sorgen.
Schon wie ich hier sitze und dir schreibe, merke ich, wie sehr mir dies gefällt. Ich habe dich ja schon real gesehen, aber nun überwiegt eigentlich schon der Mailkontakt. Meine Neugierde, mehr von dir zu erfahren, steigert sich mit jedem Schreiben. Dabei geht es mir wirklich nicht in erster Linie um Sexualität, zumindest nicht um die praktisch gelebte, auch wenn ich mir dies sehr verlockend mit dir vorstellen könnte. Gerade die Entfernung und somit das Virtuelle macht mich sehr an.
Ich kann mich im Allgemeinen nicht als großen Spieler bezeichnen; aber gerade in der Sexualität ist mir das Spiel sehr wichtig. Sex sollte sehr intensiv sein, aber gleichzeitig mit einer gewissen Leichtigkeit einhergehen. Allseits bekannt ist ja der Spruch, dass der Sex im Kopf stattfindet. Dies trifft um so mehr zu, je weniger real er ist.
Du hast mir am ersten Abend unserer Begegnung erzählt, dass du einmal die Woche ausgehst, ohne deinen Freund. Das finde ich eine gute Vorstellung; es ergeben sich Möglichkeiten, die nicht unbedingt in die Praxis umgesetzt werden müssen. Die Optionen alleine sind schon eine Bereicherung.
Lange habe ich mir überlegt, ob ich dich nicht fragen soll, ob wir uns diese Woche wieder treffen sollten. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen, dass der Reiz wesentlich erhöht wird, wenn wir unser nächstes Treffen hinausschieben (natürlich nur, wenn du damit einverstanden bist). In der Zwischenzeit äußere ich ein paar Wünsche, wobei es dir natürlich freigestellt bleibt, ob du ihnen nachkommst. Das bräuchte ich eigentlich gar nicht zu schreiben, denn das versteht sich ja von selbst.
Das nächste Mal, wenn du ausgehst ohne deinen Freund, fände ich es geil, wenn du einen kurzen Rock trügest, falls du so etwas hast. Das Shirt, das du voriges Mal anhattest in Kombination mit der Lederjacke könntest du ja darüber tragen. Vielleicht sexualisiert es dich ja, dann nichts unter dem Rock zu tragen. Fantastisch wäre es, wenn du über Spielzeuge in Form von Liebeskugeln verfügtest, die du dir in deine Möse schöbest.
Ich stelle mir vor, wie du ausgehst und durch die Sachen, die du unter deinem Rock trägst oder auch nicht trägst, in Gedanken dich immer wieder auf dein Lustzentrum konzentrierst. Keiner der Anwesenden hat natürlich die geringste Ahnung, dass du unter deinem Rock nichts anhast. Du merkst, wie du selbst immer wieder deine Geilheit beeinflussen kannst, indem du einmal mehr, einmal weniger daran denkst, wie du dich an diesem Ort aufhältst.
Es wäre natürlich gut, wenn es ein Ort ist, der etwas belebter ist als der, der uns bekannt gemacht hat.
Es wäre nett, wenn du mir antworten würdest, bevor du das nächste Mal unterwegs bist. Das wäre auch für mich eine Bereicherung, da ich dann öfter an dich dächte.
Bin natürlich seht gespannt, wie du auf meinen Vorschlag reagierst. In Gedanken führe ich natürlich selbst dir die Liebeskugeln ein.
Alles Gute
Dieter.“
Schon beim Lesen erregte sie der Gedanke. Dieter verstand es wirklich, ihr Lustgefühle zu bereiten, einfach durch diese paar Zeilen.
Als sie sich anzog und Sven ihr über den Hintern strich, hatte sie Angst, dass er merkte, dass sie kein Höschen anhatte. Deshalb wehrte sie auch bestimmter als sonst seine Annäherungsversuche ab.
Da sie kaum Zeit hatte, antwortete sie nur kurz:
„Lieber Dieter,
habe leider keine Zeit, ausführlich auf deine Mail einzugehen, möchte dir aber mitteilen, dass ich deinem Vorschlag nachkomme.
Liebe Grüße
Margot.“
Sie kannte ein Bistro in der Altstadt, das immer recht gut besucht war. Es war hübsch eingerichtet mit einem orientalischen Touch. Meist gingen dort Paare hin; dies kam ihr entgegen, da sie heute gar kein Interesse daran hatte, wieder jemanden kennen zu lernen. Platz fand sie in einem kleinen Rondell: die Bänke waren jeweils an den Fenstern plaziert, davor standen die Tische. Drei Seiten waren so eingerichtet, wenn man nach links schaute, ging es einige Stufen hinunter; aber dort war alles besetzt gewesen. Als der Kellner kam, bestellte sie sich ein Radler und schaute sich um: wie sie erwartet hatte, saßen zumeist Pärchen an den Tischen.
Ihr kam zu Bewusstsein, dass das hier vielleicht doch nicht der richtige Ort war, da man sehr hoch saß und die gegenüber Sitzenden ihr leicht zwischen die Beine schauen konnten. Dem versuchte sie entgegen zu wirken, indem sie die Beine übereinander schlug.
Die Bedienung brachte das Radler; heute ausnahmsweise mal auf Anhieb das richtige Getränk. Sie war schon einige Male mit ihrem Freund dort gewesen. Zuerst hatte sie den Kellner interessant gefunden: er war recht jung, trug das lange Haar zu einem Zopf zusammen, hatte einen stämmigen Körperbau und ein markantes Gesicht. Doch jetzt hatte sie den Eindruck, dass er wirklich nicht der Hellste war, weil er sich allzu oft vertan hatte bei den Bestellungen.
Nun hatte sie Zeit genug, sich durch den Kopf gehen zu lassen, was Dieter eigentlich mit seinem Auftrag bezweckte: eine Sache war wohl, zu sehen, wie weit sie seinen Vorstellungen und Vorschlägen entgegenkam. Dann geilte es ihn bestimmt auch auf, zu wissen, dass sie jetzt irgendwo saß, ohne Höschen und mit Liebeskugeln in ihrer Möse. Sicher wollte er später dann wissen, wie es für sie gewesen sei. Auch war er ja ganz schön, und hier lag die Betonung wirklich auf schön, unverschämt gewesen mit seinem Wunsch, dass er am liebsten selbst die Kugeln bei ihr einführen wollte.
Am meisten verwunderte es sie, dass sie wirklich dem Ansinnen Dieters gefolgt war. Jetzt saß sie also hier, trank hin und wieder an ihrem Getränk und fühlte sich etwas verwegen. Als sie kurze Zeit später den Weg auf die Toilette nahm, hatte sie kurz den Eindruck, dass besonders viele Menschen ihr nachsahen. Sicherlich eine Einbildung, vor allem, weil sie befürchtete, dass von den Schauenden viele merkten, dass sie unter dem Rock nackt war.
Das Ergebnis ihrer Gedanken stellte sie auf der Toilette fest: sie war nass geworden. Plötzlich hatte sie Angst, dass man dies auch auf dem Rock sehen könnte, aber nachdem sie sich vergewissert hatte, dass dem nicht so war, beruhigte sie sich ein wenig. Sie versuchte sich mit Toilettenpapier zu trocknen, was ihr einerseits gelang, andererseits aber nochmals wohlige Gefühle aufkommen ließ, weil plötzlich nicht sie es war, die ihre nasse Möse trocknete, sondern der Kellner, sozusagen als Service inbegriffen.
Sie vertrieb den Gedanken damit, dass sie an Sven dachte: er säße jetzt sicher beunruhigt zuhause und dächte daran, was sie wohl heute machte. Er ging bestimmt davon aus, dass sie sich wieder mit Dieter getroffen hätte. Er tat ihr in diesem Moment leid, im nächsten Augenblick glitt ein Lächeln über ihr Gesicht: eigentlich hatte er es verdient, sich auch mal Sorgen zu machen, weil er sich vor noch gar nicht allzu langer Zeit alles andere als korrekt verhalten hatte.
Oben angekommen, sah sie sofort, dass neben dem Platz, den sie eingenommen hatte, nun ein Mann saß, schätzungsweise im Alter von Sven. Im Gegensatz zu ihm hatte dieser aber noch volles Haar. Auch den Gesichtsausdruck fand sie angenehm, allerdings wirkte er durch die Haltung, wie er Platz genommen hatte, doch etwas dicklich, was ihn wieder weniger interessant erscheinen ließ.


Geschrieben

wie und wann gehts weiter ?

allen Schreiber und Leser eine "Frohe Weihnacht" schöne Festtage
und ein " Gutes neues Jahr 2014"


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