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Ein Sonntag mit Rhett


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Geschrieben

 

Wie fast jeden Sonntag Mittag stand die Frage im Raum, wie die Junggesellen-Einsamkeit dieses Mal am besten zu ertragen ist. Er entschied sich dafür, wieder einmal mit dem Fahrrad aufs Geradewohl ein paar Ecken der Umgebung zu erkunden, die er noch nicht kannte. Nachdem die Stadt hinter ihm lag, fand er sich in einer verwilderten Parklandschaft wieder.

Den ganzen Weg dorthin hing er Gedanken nach, an die er sich nun nicht mehr erinnern konnte. Die Fahrt durch die Stadt war ebenfalls ohne bewußte Erinnerung an ihm vorübergegangen. Es war fast wie im Traum: Herbstlich bunte Bäume und Büsche und nur wenige Leute, die sich dorthin verirrt hatten.

Er empfand die Situation als romantisch, obwohl es objektiv betrachtet kalt, düster und nieselig war. Es wäre fast perfekt gewesen, aber Romantik und Einsamkeit enden leider oft in Melancholie, wie er aus Erfahrung wußte. Für den Moment war das jedoch ohne Bedeutung. Er summte leise einige Melodien vor sich hin, während er langsam den Weg entlang fuhr. Bei einem kleinen, einsamen See hielt er an und fand eine Bank, von der aus er einen Blick nach Osten über den See hatte. Die Sonne fand ein paar Lücken in der grimmig grauen Wolkendecke und ließ den See mit den wenigen Vögeln darauf ein wenig glitzern, was ihn dazu brachte wie in Trance weiter seinen Gedanken nachzugehen.

Wie aus dem Schlaf aufgeschreckt bemerkte er sie deshalb, als sie mit ihrem Rad an seiner Bank anhielt: “Hallo! Du hast also meinen geheimen Zufluchtsort ge-funden“. Die spontane Vertrautheit der unbekannten Person verwirrte ihn und er brauchte auch einige Zeit bis er mit seinem Bewusstsein wieder vollständig in der Realität war. Ebenso wie er selbst war sie warm eingepackt. Nachdem sie ihr Fahrrad abgestellt und sich zu ihm gesetzt hatte, sahen sie aus wie zwei aufgeplusterte Spatzen in einem Busch. Die Enten auf dem See bemerkten die Komik des Anblicks nicht und auch sonst war niemand da, der die beiden darauf aufmerksam hätte machen können.

Sie erzählte ihm, dass sie fast jeden Sonntag diesen Platz aufsuche, weil ihr sonst zuhause die Decke auf den Kopf falle. Er mußte lachen und klärte sie auf, dass sie in ihm einen “Bruder im Geiste“ gefunden habe, nur dass er nur selten an gewohnte Orte gehe. Sie erzählten sich von ihren Erlebnissen in der für beide noch recht neuen Stadt. Jeder hatte Anekdoten zu erzählen, die den anderen unterhielten und sie tauschten Geheimnisse aus, die die Leute dieser Gegend scheinbar lieber für sich behalten würden, aber ohne die sich Neulinge sehr schwer tun. So bildeten sie einen kleinen Geheimbund gegen die Verschwörung der Stadt.

Es schien, als gehörten sie schon immer zusammen, aber die Anonymität ihres neuen Wohnorts hatte sie auf boshafte Weise getrennt halten wollen. Durch den Zauber dieses entlegenen Stück Lands außerhalb der kalten Festung wurde der Bann gebrochen. Sie waren dicht zusammengerückt, hielten sich mit dem einen Arm und wärmten sich gegenseitig die andere, freie Hand. Diese vertraute Nähe war ein Gefühl, dass beide lange vermißt und schon fast vergessen hatten. Aber jetzt war es völlig selbstverständlich: wie hätte eshier anders sein können?Als die Sonne den Kampf, den sie gegen die Wolken fast gewonnen hatte, nun drohte gegen die Nacht zu verlieren, machten sie sich auf den Rückweg.

Jetzt, da sie sich gefunden hatte, konnte ihnen die Stadt nichts mehr anhaben. Sie lachten und wurden auf ihren Rädern sehr waghalsig, aber was sollte ihnen heute schon geschehen? Ein Kiosk am Weg hatte auch etwas Obst im Sortiment. Eine Ananas wurde mitgenommen, ein Symbol dafür, das auch Wetter und Jahreszeit keine Macht mehr über sie besaßen. Sie entschieden sich, zu seiner Wohnung zu fahren. Er bereitete heiße Schokolade und stellte auch Sahne auf den Tisch. Seine Wohnung war interessant eingerichtet und sie untersuchte viele Details. Es überraschte sie keineswegs eine solch bemerkenswerte Wohnung vorzufinden. Es fügte sich wie selbstverständlich in die Erlebnisse der letzten Stunden ein.

Die Ananas war inzwischen mit Hilfe eines Messers in ein kleines Kunstwerk verwandelt. Das hätte er sich vorher selbst nicht zugetraut, aber aus einer Laune heraus fing er damit an und heute schien wirklich alles zu gelingen. Das weitere Gespräch drehte sich um ihr Leben, ihre Vergangenheit und ihre Pläne. Auch die Familien wurden behandelt, was eher ein betrübliches Thema war. Da sie aber immer wieder Parallelen zueinander fanden, mußten sie schließlich doch darüber lachen. Sie fütterten sich gegenseitig mit Fruchtstückchen, die sie abwechselnd in Schokolade und Sahne tunkten. Ihre Augen und Hände erforschten dabei verspielt ihre Körper. Schon bald sahen sie beide aus, wie zwei Kleinkinder,der die Mutter beim Essen nicht pausenlos das Gesicht abwischt.

Nicht nur die Schokolade sorgte bald dafür, dass eine wohlige Wärme sich in ihren Gliedern ausbreitete. Die Ananas sorgte dafür, dass auch ihre Mägen nach einem Tag ohne Essen wieder Ruhe gaben. Nachdem es nichts mehr zu verfüttern gab, wurden ihre Hände mutiger und verteilten unter ihren Pullovern kleine Schauer von Gänsehaut und sie hatten das Gefühl, nie etwas Schöneres erlebt zu haben. Bald verlangte ihre Neugier nach mehr. Außerdem waren sie immer noch verschmiert von der Fütterung, die sie gerade beendet hatten. Er schlug vor, zu duschen. Wortlos fuhr sie unter seinen Pullover und zog ihn über seinen Kopf.

Wenige Augenblicke später standen sie unter einem Strahl von warmem Wasser und konnten sich endlich in ihrer ganzen Schönheit betrachten. Im Prinzip machten sie weiter wie unmittelbar vorher in der Küche. Nur dass das Wasser die Wirkung der Berührungen potenzierte. Nachdem die Haare naß waren und satt in Strähnen am Kopf an-lagen, befestigte er die Brause etwas tiefer, denn der Strahl störte ihre Augen beim Geniesen dieser Momente. Sie massierten ihre Haut mal zärtlich und mal mit mehr Nachdruck. Ihr Blick fiel auf eine Flasche mit Hautmilch und sie kam auf die Idee, sie als Massageöl zu zweckentfremden. Sie ließen beide am Körper des anderen keine Stelle aus zu liebkosen und reichlich mit Milch zu versorgen.

Da das Wasser natürlich reichlich davon sofort wieder wegspülte, war die Flasche bald leer. Wie in alter Gewohnheit drehte er zum Ende des Duschens das heiße Wasser zu und brauste sie beide mit kaltem Wasser ab, was sie mit einem überraschtenSchrei und schneller Flucht ins Schlafzimmer auf das etwas altmodisch wirkende französische Bett quittierte. Er stellte das Wasser ab und folgte ihr lachend mit ein paar Badetüchern. Die Haare waren schnell getrocknet, aber sonst war es nun gleichgültig, ob die Hautmilch auf dem Laken oder in den Badtüchern landete. So setzten sie ihr erregendes Spiel fort. Die feuchte, frisch geölte Haut war geschmeidig, und selbst das Streicheln war eine stimulierende Erfahrung.

Sie umarmten sich und ihre Arme und Beine umschlangen sich lange und innig. Sie begannen nun auch die Zungen und die Lippen für ihre Forschungsreise einzusetzen. Während er ihre Zehen massierte, fuhr sie mit ihrer Zunge über die Innenseiten seiner Oberschenkel. Er saugte hingebungsvoll an ihrer Brust und sie kraulte seinen Nacken und seine Ohren. Er hielt ihre Taille umschlungen und ihre Beine spielten wie Schlangen miteinander. Bald hatte ihre Erregung ein Niveau erreicht, so dass ihre Bewegungen immer fordernder wurden, und das Spielerische langsam weichen mußte. Sein Schwanz war schon seit dem Essen immer wieder fester und schlaffer geworden, als ob er sich nicht entscheiden könne; aber nun stand er unbeirrt und fest von seinem Körper ab.

Wenn er bei dem ungestümen hin- und herwälzen einmal umgebogen zu werden drohte, durchfuhr ihn ein kurzer Schmerz. Aber das tat seinem Trieb und seiner Lust keinen Abbruch. Beide hatten bereits einiges von dem klaren Saft produziert, der deutlich machte, dass ihre Körper schon lange zur Vereinigung bereit waren. Aber noch fanden sie mehr Gefallen daran, sich gegenseitig noch weiterauf den Berg der Erregung hinaufzutreiben. Sie massierte seinen Sack und fand auch den Trick, durch geschicktes Reiben des Schaftes die Eier in ihren Sockeln verschwinden lassen. Dieses Spiel beschäftigte sie eine Weile und auch ihm schien es mehr als nur zu gefallen.

Er fuhr währenddessen mit seiner Zunge zwischen ihren Schenkeln und um ihren Nabel herum, bis er die Schamlippen erreichte und nun seinerseits diese und den dazwischen hervorlugenden Kitzler als Spielzeug benutzte. Als sie wieder nebeneinander lagen und sich ihre Zungen begrüßten, schob sie ihn auf den Rücken. Ein Kondom fand sie im Nachttisch und sie streifte es seinem Freudenstab liebevoll über, als verpacke sie ein Geschenk für sich selbst. Danach setzte sie sich behutsam darauf und ließ ihn in ihrer warmen Grotte verschwinden. So verharrten sie regungslos eine Weile um diese neue Ebene der Erfüllung willkommen zu heißen. Nun miteinander verbunden, fanden sie bald einen Rhythmus mit dem sie gemeinsam den Gipfel erklimmen konnten.

Nach wie vor drehten sie sich umeinander, aber die Vereinigung gaben sie nun nicht mehr auf und auch die Gefahr, durch eine falsche Bewegung wieder hinunterzustürzen war der Sicherheit gewichen, mit ihrem nun gemeinsamen Körper und Geist die Spitze der Lust in einer ungeahnten Fülle von Gefühlen zu erleben. Alles war in diesen Augenblicken erotisch und selbst das Klingeln des Telefons wäre jetzt eine sinnliche Erfahrung gewesen. Als der Moment der Momente gekommen war, stießen sie gemeinsam Laute aus, die sie vorher nicht für menschlich gehalten hatten. Sie hielten den Rhythmus, der sich während der vergange-nen Ewigkeit immer ihren momentanen Empfindungen angepaßt hatte, noch eine Weile, um die letzten Wogen des wohligen Schauers auszukosten.

Für einige Minuten lagen sie nebeneinander, bewegten sich nicht viel, sondern strichen sich nur sanft über ihre Haut, die durch den Schweiß noch interessanter geworden war. Als sie sich beruhigt hatten, stellten sie sich noch einmal unter die Dusche, wo sie langsam wieder im Tal der Realität ankamen. Sie verzichteten diesmal auf die kalte Abschreckung und gingen warm und abgetrocknet ins Bett zurück. Sie lagen sich eine Weile in den Armen, als sie bemerkten, dass ihre Körper nach einer zweiten Runde verlangten und sie auch trotz des langen und intensiven Vorspiels noch die Kraft dazu besaßen. Nachdem sie beim ersten Mal ihren animalischen Instinkten folgend ihrem Sex fast etwas Akrobatisches gegeben haben, war diesmal die Atmosphäre von langsamer Zärtlichkeit geprägt.

Gemächlich gleitend erlebten sie ihren zweiten Orgasmus und schliefen ineinander gekuschelt ein, nachdem er das Gummi in einem Taschentuch entsorgt hatte. Der nächste Morgen war wie ein Erwachen in einer neuen Welt. Die Sonne bequemte sich schon in der Frühe dazu, den Dunst zu vertreiben und der Innenhof vor dem Küchenfenster strahlte golden. Erstaunlicherweise fand sich alles, was sie für ein Frühstück brauchten. Sie strahlten sich wissend an im Bewusstsein, dass diese Stadt nun für immer ihren abweisenden Charakter verloren hatte, und sie einer Zukunft voller Glück und Liebe entgegengehen.

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