Geh jetzt, Winter.
Du hast lange genug
meine Schultern bewohnt,
hast klare Linien gezogen
zwischen Haut und Haut.
Ich habe dich getragen
wie eine kühle Disziplin.
Wie eine Hand,
die nie zu lange verweilt.
Aber unter der Ruhe
lag immer ein Puls.
Ein leiser Widerstand gegen Eis,
eine Hitze,
die sich nicht beugen wollte.
Heute löse ich die Kälte
von meinem Kragen.
Lasse sie fallen
wie einen Mantel,
der zu schwer geworden ist.
Die Luft ist anders.
Weicher.
Dichter.
Sie streift mich nicht mehr –
sie bleibt.
Und wo Frost war,
liegt jetzt Wärme
mit eigener Absicht.
Kein Sturm.
Kein loderndes Feuer.
Nur dieses langsame,
sich ausbreitende Glühen
unter der Oberfläche.
Geh jetzt, Winter.





