Da sich einige „Herren“ offenbar in ihrer männlichen Ehre verletzt fühlen, weil ich nicht jedem dahergelaufenen Penis mit WLAN-Anschluss Zugang zu mir gewähre, hier eine kleine Klarstellung.
Ja, ich bin wählerisch.
Nicht ein bisschen. Richtig.
Ich weiß, revolutionäres Konzept: Eine Frau könnte tatsächlich Kriterien haben und muss nicht bei jedem „Na, Lust?“ feuchte Augen bekommen.
Ich finde die Frage „What do you bring to the table?“ übrigens vollkommen berechtigt.
Denn mal ehrlich: Ich habe bereits ein eigenes Leben. Einen Job. Hobbys. Freunde. Einen eigenen Kopf. Und vor allem: keinen Mangel an Möglichkeiten.
Was genau ist also dein Mehrwert?
Bitte komm jetzt nicht mit „Ich bin sehr leidenschaftlich“ – das behauptet ungefähr jeder Mann, der nach drei Nachrichten seinen IQ gegen seinen Blutdruck eingetauscht hat.
Ich brauche niemanden, der mir wegen meiner wenigen freien Zeit zusätzlich auf die Nerven geht, weil seine Hoden gerade einen persönlichen Notstand ausgerufen haben.
Wenn ich nach einer langen Schicht oder einer 6-Tage-Woche nach Hause komme, möchte ich vielleicht duschen, essen, schlafen oder einfach wie ein toter Käfer auf dem Sofa liegen.
„Aber ich bin so geil“ ist dabei ungefähr so überzeugend wie ein Steuerbescheid am Geburtstag.
Deine Erektion ist kein Terminkalender.
Und nein, ich stehe nicht auf Extreme.
Wenn dein Fetisch dein gesamtes Persönlichkeitsspektrum ersetzt, sind wir vermutlich keine gute Kombination.
Ich mag Abwechslung. Vielleicht habe ich Lust auf etwas Wildes. Vielleicht möchte ich Nähe. Vielleicht möchte ich einfach nur jemanden neben mir haben, ohne dass sofort jemand versucht, aus Körperkontakt einen olympischen Wettkampf zu machen.
Ich kann dir vor einem Date nicht garantieren, was ich an diesem Abend möchte.
Ich bin schließlich kein Getränkeautomat: Geld rein, gewünschtes Programm raus.
Was ich aber garantieren kann:
Wenn ich Zeit mit dir verbringe, dann weil ich will.
Nicht weil ich muss.
Nicht weil ich dich brauche.
Nicht weil du mir das Gefühl gibst, ich müsste dankbar sein, dass du überhaupt Interesse hast.
Und schon gar nicht, weil du glaubst, ein paar Euro würden aus dir plötzlich meinen persönlichen Hauptgewinn machen.
Ich arbeite selbst. Ich verdiene mein eigenes Geld. Ich kaufe mir meine Sachen selbst.
Also bitte versucht gar nicht erst, mich mit Geld zu beeindrucken.
Ich bin nicht käuflich. Ich bin lediglich sehr teuer in meiner Toleranz.
Und jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage:
Was bringst DU in mein Leben?
Humor?
Intelligenz?
Entspannung?
Gute Gespräche?
Respekt?
Ein bisschen emotionale Reife?
Die Fähigkeit, ein „Nein“ zu akzeptieren, ohne danach drei Absätze darüber zu schreiben, warum ich „eigentlich“ doch Lust haben müsste?
Die Fähigkeit, deine Geilheit im Zaum zu halten, sodass dein Gehirn nicht bereits nach dem zweiten Satz seinen Arbeitsplatz verlässt?
Kannst du Interesse zeigen, ohne mich zu belagern?
Kannst du dominant sein, ohne ein Vollidiot zu werden?
Kannst du selbstbewusst sein, ohne dich für Gottes Geschenk an die Frauenwelt zu halten?
Und schaffst du das alles, ohne anschließend in die große, traurige „Lappen“-Schublade zu fallen?
Dann …
Willkommen.
Für alle anderen habe ich ebenfalls eine gute Nachricht:
Ihr müsst euch nicht weiter bemühen.
Das Auswahlverfahren hat sich soeben selbst erledigt.
Kein Bewerbungsgespräch.
Keine Absage-Mail.
Kein Feedbackgespräch.
Einfach direkt in den Papierkorb.
Und falls du jetzt denkst:
„Boah, die ist aber ganz schön arrogant.“
Keine Sorge.
Ich bin nicht arrogant. Ich habe nur einen funktionierenden Filter.
Bye, Boy. 💋