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Die unbequeme Konfrontation.....

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Irgendwann steht man vor die Frage, wie man es am besten der Familie beibringt, dass man transsexuell ist. Vorausgesetzt, die ahnen davon nichts. Ich hatte es mir dabei einfacher gemacht. Ich habe es der Familie nicht erzählt. Warum? Nun ja, für mich ist meine Erzeugerin keine Mutter und mein Erzeuger kein Vater. Das einzige, was wir gemein haben, sind unsere Gene. Zu den restlichen Familienmitgliedern habe ich ebenso keinen Kontakt mehr. Ich sah es also nicht notwendig es ihnen zu sagen.

Doch heute passierte etwas, was nicht hätte passieren sollen. Als ich heute meine Wohnung verließ, stand plötzlich meine Schwester im Treppenhaus, mit der ich auch schon länger kein Kontakt mehr hatte. Ich habe mich damit abgefunden, was ich bin und wie ich lebe. Dennoch blieb mir das peinliche Gefühl, das auch die Gesichtsfarbe rot ansteigen ließ erspart.

Reflexartig versteckte ich meine langen Haare in der Mütze. Doch das hatte nichts mehr gebracht, denn sie hatte mich bereits in KWICK gefunden. Ich fühlte mich so, als hätte mich jemand ins kalte Wasser geworfen, Ich meine, es ist schon ein Unterschied, ob es Freunde oder bekannte wissen, denen man das erzählt hat oder ob man es seiner Familie, die es gar nicht wissen soll erzählt.

Ihr war es selbst sehr unangenehm. Auch ihre Gesichtsröte stieg stark an. Nun ja, so sehr man sich mit etwas abgefunden haben mag, rechnet man nicht. Das Ergebnis des Aufeinandertreffens kann sich aber sehen lassen. Sie akzeptiert das, auch wenn es etwas gewöhnungsbedürftig für meine Schwester sein wird. Sie wird aber zu meiner Entscheidung stehen.


Geschrieben

Mhm. Scheinbar kein Problem.

Warum sollen Leute, zu denen man ohnehin keinen (oder nur sehr stark eingeschränkten) Kontakt hat, nichts wissen? Wenn man nichts mit ihnen zu tun hat, können sie einem weder schaden noch helfen. Die Informationen, die sie haben, sind somit nicht von funktionalem Wert. Sie könnten sich nur das Maul zerreißen - aber davon bekommst du ja nichts mit, weil du nichts mit ihnen zu tun hast. So what?

Ein Schamgefühl ist da in dem Zusammenhang ebenfalls nicht weiter wichtig. Du brauchst es einfach nicht.


Geschrieben

Naja was du schreibst klingt für mich eher wie das Normalste von der Welt?
Wer will denn schon anders sein und gegen die Überzeugungen und Meinungen der Öffentlichkeit sein?
Es ist schon en großer Schritt es dennoch zu machen, sein Leben auf sein Empfinden umzustellen. Jeder muss sich so einer Aufgabe irgendwann im Leben stellen, nicht mit gleichem Inhalt, aber wer immer vor Verantwortung wegrennt und sich verstellt lebt sein Leben nicht richtig.
Das du es der Familie nicht gesagt hast verstehe ich umso mehr wenn eh geringer Kontakt besteht. Das Verhältnis wird sich auf Grunde deiner erläuterten Tatsache bestimmt nicht ins Positive ändern. Soetwas wirklich zu aktzeptieren und zu verstehen fällt ihnen mindestens genauso schwer wie dir. Was wohl auch für deine Freunde gilt.
Meine Eltern haben beide das Ufer gewechselt nach ihrer Scheidung. Es wissen nur Freunde von mir, aber nicht weil ich mich schäme, sondern einfach nur weil die Öffentlichkeit (Schule, Arbeitskollegen ...) sich kindisch, unaufgeklärt und dumm verhält, grade der Gruppenzwang wird das wohl nie aussterben lassen. Aber als es solch eine Situation gab, wo es aufflog habe ich dazu gestanden, besonders je älter ich wurde.

Wenn deine Schwester zu dir steht umso besser! - sollten es deine Eltern mitbekommen ist es genauso als wenn ich es nun weiß, total egal. Denn in 1. Linie ist es wichtig das dich deine Freunde und Familie mit denen du was zu tun hast aktzeptieren. Andernfalls mögen sie dich nicht deiner Selbst oder sind viel zu sehr im "Mainstream" gefangen wie der Großteil unserer Bevölkerung. Zeit ist da wohl das richtige Wort.


DerLeibhaftige
Geschrieben

Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, das es dir doch eigentlich egal sein kann, was Leute von dir denken, zu denen du keinen Kontakt mehr hast. Und wenn deine Schwester nicht ganz dämlich ist, wird sie bereits gewusst haben, was mit dir los ist, nachdem sie dich bei "kwick" gefunden hat. Sie ist dennoch zu dir gekommen!

Vielleicht fängt deine Familie auch an zu verstehen, was mit dir los ist, und hält dich nicht einfach nur für verrückt, oder seltsam, wie sie es wahrscheinlich bisher tat. Der Kontakt zur Familie geht selten einseitig kaputt...


Geschrieben


Meine Eltern haben beide das Ufer gewechselt nach ihrer Scheidung.



Huch, na das gibts ja mal selten. Beide ?
Ich verkneife mir jetzt weitere Fragen

Lg.


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