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Klimaveränderung - dramatisch oder nicht?

Klimaveränderung - dramatisch?  

30 Stimmen

  1. 1. Klimaveränderung - dramatisch?

    • Ja, die Welt wird aus den Fugen geraten.
    • Ja, aber die wirklichen Probleme liegen woanders.
    • Nein, die Welt ist flexibel genug.
    • Nein, die Palmen sind gepflanzt, Hängematte gibt's auch, der Kühli funktioniert.
    • Klimaveränderung? Was ist das?


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Angeregt durch eine der letzten Spiegel-Ausgaben (Nr. 19 - 07.05.07) wollte ich hier mal rundfragen, wie die Poppen-Gemeinde zum Thema steht.

Ich persönlich denke, daß die Klima-Debatte bzw. -Hysterie allzu oft als Deckmäntelchen genutzt wird, um Interessen der westl. Industrienationen gegenüber Schwellenländern durchzudrücken... Damit möchte ich nicht sagen, daß Abgase und Müll nicht zurückgefahren werden sollten, ich plädiere nur für weniger Panikmache und mehr Aufklärung bezüglich der Folgen der Erderwärmung. Anscheinend rücken die Horrormeldungen über zukünftige Wirbelstürme, Mißernten und Überschwemmungen mit besseren Berechnungsmethoden immer mehr in den Hintergrund und machen einer gewissen Gelassenheit Platz... Auch der Zeitrahmen, in dem die Umwälzungen passieren sollen, dehnt sich von Meldung zu Meldung.
Ich freu mich auf Siesta und Orangen im Garten...

So, viel Spaß beim Diskutieren...


Segramon
Geschrieben

Sehr eurozentristisch gedacht.
Nach dem derzeitigen Stand der Dinge werden gerade die Ärmsten am meisten leiden: denn von diesen leben überproportional viele in überschwemmungsgefährdeten Regionen (klassisches Beispiel: Bangladesch; noch schlimmer dran: die Maldive Islands, die komplett unterzugehen drohen). Weitere leben in Gebieten mit erheblicher Trockenheit (Afrika), die sich weiter verschärfen wird.
Und selbst innerhalb der Schwellenländer wird sich der Klimawandel entlang der Grenze zwischen arm und reich auswirken. In Südamerika bedroht er insbesondere einige Indianerstämme.
Innerhalb der westlichen Welt mag sich vor allem Mittel- und Nordeuropa auf besseres Wetter einstellen. Uneingeschränkt von Vorteil ist das aber auch nicht: mit der Wärme rückt auch eine unangenehme Fauna vor, insbesondere solche Wesensarten, die Krankheiten übertragen. Zudem wird die Alpenregion an Wohnlichkeit einbüßen: bereits jetzt schafft die Erwärmung, was man bislang nur dem Glauben zutraute: sie versetzt Berge (ins oft bewohnte Tal).
Generell wird man sich auf heftigere Wetterlagen und -auswirkungen (Flusshochwasser etc. ) einstellen müssen und damit - zumindest - auf höhere Versicherungsprämien. Darüber hinaus wird man je nach Entwicklung einen Teil derNordseeküste vielleicht nicht halten können.
Im übrigen sollte sich kein Europäer einbilden, von den sonstigen Problemen verschont zu bleiben. Unabhängig von der Frage, ob Isolationismus für die U.S.A. eine Option sind: für Europa auf keinen Fall. Zum einen sprechen schon die geographischen Fakten dagegen (zwischen Europa und den Problemgebieten liegt halt Land oder nur schmale Meeresarme) zum anderen sind die europäischen Staaten schlicht zu schwach: Nullen lassen sich beliebig addieren.
Auch in Nordamerika werden sowohl Vor- als auch Nachteile zu spüren sein: die Küstenregionen im Süden werden wohl ungemütlicher werden; zudem sagen einige für die Präriestaaten (vor allem die südlichen) weitere Wasserprobleme voraus. Beides hat durchaus auch politische Konsequenzen: beide Regionen sind bislang von stabilen roten Mehrheiten geprägt; daher kann dies der G.O.P. nicht egal sein. Gleichzeitig stehen deren Wähler aber Staatsinterventionismus höchst kritisch gegenüber.


simmibln
Geschrieben

Klimaveränderung? Die Erde hat sich in jahrtausenden immer wieder verändert, auch ohne Mensch. Ich sehe das ganze eher als Geldmacherei und Abzocke.

Ich stelle mal ne Gegenfrage: Wo sind Rinderwahnsin, Schweinepest, Vogelgrippe und MSRA-Virus ... usw.? Ausgestorben? Wer das glaubt muss schon sehr naiv sein. All das gab es schon immer, nur konnte man es nicht so schön nachweisen wie zur Zeit und die Menschheit ist heute so steril wie noch nie. Irgendwann wird wieder ein Pharmakonzern etwas tolles bei Rindern finden, weil sie eine neue Methode gefunden haben etwas nachzuweisen. Und dann geht der Hickhack wieder von neuem los. Alles nur Geldmacherei.

Gruß simmi


ohne-limitsDWT
Geschrieben

Klar ist eine Veränderung des Klimas dramatisch, aber nicht neu.
Neben der allgemein bekannten Umweltverschmutzung trägt auf die Verschiebung der Erdachse eine Rolle.
Richtig dramatisch wird es, wenn der Mensch sich nicht ändert, und zwar schnell.
Solche Treffen wie jetzt das K 8 sind in den Augen einiger wichtig. Ich meine, wenn jeder bei sich zuerst anfängt und Mißstände abändert, brauchen wir solche kostspielen Veranstaltungen nicht und das Geld kann besser angelegt werden.

So, und nun gehe ich in die Saune, um mich ein wenig abzukühlen.


simmibln
Geschrieben

Solche Treffen wie jetzt das K 8
... Du meinst bestimmt den G8-Gipfel ...

Stimmt, jeder könnte bei sich selbst anfangen, die meisten tun es aber nicht.
Beispiel? Ok, hier in Berlin sieht man immer wieder, dass viele ihren Dreck einfach auf die Gehsteige fallen lässt obwohl genug Mülleimer da sind. Harmlos? Nee ... ganz und gar nicht! Und wie wird der Dreck weggemacht? Kehrfahrzeuge (Sprit) die den Müll einsammeln .... inkl. dem Hundedreck. Der so "gewonnene" Müll ist Sondermüll und es bedarf bestimmter Entsorgung und die kostet viel Geld und geht zu lasten der Umwelt. Würde man einfach seinen Müll hinpacken wo er hin gehört, könnte er über "normale" Entsorgung vernichtet werden. Wäre einfacher, billiger und weniger umweltbelastend. Und wir reden hier nur von kleinen Müllartikeln nicht von Autobatterien, Fernseher oder Kühlschränken.

Viel Spass in der Sauna Filzpantoffel

Gruß simmi


Myrff
Geschrieben

Die Klimakatastrophe muß sofort aufgehalten werden:

Man stelle sich vor das ein Großteil der Niederlande jetzt schon erheblich unter dem Meeresspiegel liegt.
Was passiert,wenn die Deiche nicht mehr zu halten sind?

Es werden hier überall niederländische Wohnwagen herum stehen,obwohl es jetzt schon zu wenig Parkplätze gibt.
Das gilt es zu vermeiden,damit wir auch weiterhin unsere Autos vor die Tür stellen können.
Das würde doch sonst keinen Sinn machen morgens zum 200 m weit entfernten bäcker zu fahren,wenn das Auto 250 m weit weg steht.

Zum Glück sieht die Realität noch anders aus:
Laut Wetterforschern ist die nächste Eiszeit seit 2000 Jahren etwa überfällig,was nix anderes heißt,hier herschen eh schon Temparaturen die ca 50 Grad zu hoch sind.

Leben wir also nicht schon längst in der Klimakatastrophe?












Nur so zum nachdenken......


Geschrieben

Hab's hier schon mal gepostet: Im Mittelalter wurde in Südengland Wein angebaut.

Dass der ganze Kohlenstoff besser in der Erde geblieben wäre, ist klar. Erneuerbare Enerige wäre auch klasse.
Der ganze Rummel in den Medien hat nur einen Zweck: In maximal 2 Jahren eine neue CO2-Steuer einzuführen.


Geschrieben

Ich denke auch , dass wir schon längst mitten in der Klimakatastrophe leben. Siehe die Bilder der schmelzenden Gletscher. Ausserdem finde ich es auch richtig, dass das Thema echt nicht gerade neu ist. Ich erinnere mich das Thema in der 9ten Klasse, also vor 12 Jahren gehabt zu haben.
Geldmacherei gehört natürlich, wie bei allen anderen Themen (z.Bsp. : Knut) auch mit dazu, aber neu scheint zu sein, daß selbst George W. Bush dem Druck der Medien ein klitzeklein wenig nachgibt. Genauso wie einige größere Konzerne, die zumindest ihre Werbung auf das neue Thema umstellen. Bleibt abzuwarten, ob irgendjemand seine Versprechen diesesmal einhält.
Verschont von den Folgen bleibt unterdess nur derjenige, der eh nicht mehr lange lebt, aber die Anfänge erleben wir doch momentan auch schon. Ist keine Panikmache, nur meine Meinung.

Man sollte versuchen das beste draus zu machen, es mit Humor nehmen, und bevor die Welt untergeht nochmal richtig guten Sex haben.

Puh ist das heiss heute.
"Hilfe die Wohnwagenfahrer kommen."


Myrff
Geschrieben

Das find ich mal ne richtig gute Idee:

Zum Weltuntergang poppen


Geschrieben (bearbeitet)

Die Überschwemmungstheorien haben in den letzten Jahren deutlich an Boden verloren, so wie es aussieht, ist mit einer Erhöhung des Meeresspiegels um 40-80cm zu rechnen (laut IPCC-Bericht)...

In weiten Teilen Afrikas (außer dem Süden), ist nur mit kaum abnehmenden Niederschlägen zu rechnen, die Sahelzone dürfte sogar feuchter werden. Dürren werden wohl eher im Süden der USA, Australien, Spanien,Italien,Griechenland hinzunehmen sein, also in Industrieländern...

Auf die Artenvielfalt dürften höhere Temperaturen auch positive Auswirkungen haben, wie die Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt hat...

Quelle: Der oben bereits zitierte Spiegel - zum Nachlesen der wissenschaftlichen Artikel war ich bisher zu faul, aber ich gehe davon aus, daß dies einigermaßen sorgfältig recherchiert wurde.

Hehe, Weltuntergang herbeipoppen ist gut... manchmal gehen da tatsächlich alle Lichter aus...


bearbeitet von Moorhuhn1974
Herr_Bierbauch
Geschrieben

Soweit die Klimaveränderung langsam vonstatten geht, mache ich mir keine großen Sorgen um die Menschheit. Der Mensch ist flexibel genug, um damit fertig zu werden, auch wenn sicher Tausende oder Millionen dabei den Löffel abgeben.

Eine gruselige Vorstellung, aber auf der anderen Seite irgendwie beruhigend.

Trotzdem sollten wir uns zu der Verantwortung bekennen, die wir der Welt gegenüber haben, hier gilt der Spruch: "macht euch die Erde untertan!", der auch eine ungeheure Verantwortung enthält, was viele wohl leider vergessen.

Ich verstehe in diesem Zusammenhang die Leute nicht, die sich über Windkrafträder in ihrer Nähe aufplustern.
Wollt Ihr lieber ein AKW vor der Tür?
Oder soll Euch der Blanke Hans gleich mal besuchen kommen?


Geschrieben

nabend , nettes thema

ich bin da der meinung das es keinen menschen gibt der sagen kann ob klimamässig schlimmes auf uns zu kommt oder nicht .
der grund ist einfach der , das das weltklima kein statisches - sondern ein chaotisches system ist .
dies besagt das wir vieleicht , aber wirklich nur vieleicht , tendenzen vorhersagen können , niemals aber die wirkliche entwicklung .

ich bin was das klima angeht der meinung das sich das klima dermaßen verändern wird das es millionen von menschenleben kosten wird und das die gefahr von bewaffneten konflikten dadurch drastisch ansteigt .

trotzdem sehe ich dem eher gelassen entgegen weil ich nicht mehr der allerjüngste hier bin .
ich gehe mal davon aus bevor es ganz schlimm kommt mach ich den deckel hinter mir zu und sage : pffffffft , ist mir doch alles egal


Geschrieben

Hab jetzt nicht alles gelesen hier...

Das "schlimmste " Gas ist eigentlich Methan..nicht unbedingt Kohlendioxid...es gibt einige Forschungsprojekte, welche Kohlendioxid senken, dafür Methan erzeugen..

Nuja..hab gestern eine tolle Forschungssendung gesehen (Link darf ich ja nicht posten)..prinzipiell ist die Menschheit zur Zeit unfähig das Klima der nächsten 100-1000 Jahre zu bestimmen/beeinflussen...die ganzen Unwetter usw liegen innerhalb der "messbaren" Toleranz....

der_master

P.S.: Ich bin auch für ein "Runterfahren" vom CO2..jedoch nicht wegen dem Klima..sondern wegen den Menschen..


Myrff
Geschrieben

Deine Einstellung passt irgendwie zu dem Thema Schmuseloewe ,frei übersetzt heißt die ja nur:

..nach mir die Sintflut

Find ich in dem Zusammenhang gut


Geschrieben

Jo, da hat das Masterle mal Recht... das wesentlich schlimmere ist das Methangas. Deswegen diskutieren gerade ja alle wegen unserer armen Rindviehcher so rum.
Die größte Erzeugungsquelle ist übrigens der Regenwald... ich glaube, mit 1/5 oder sogar 1/3 des weltweiten Methanaussstoßes? (Ich bin leider so vergesslich). DA scheinen sogar die größten Klimaschützer keinen Rat zu wissen.
Ich halte wie einige hier viel von der Klimadiskussion für Panikmache (dieses Jahr gibts ja auch enorm Anlass dafür - klar hatten wir keinen wirklichen Winter... vergessen ist, dass letztes Jahr mehrere Gebäude auf Grund von tonnenschweren Schneelasten einstürzten - dass das Klima sich auch automatisch wandelt, wurde ja bereits auch angesprochen).
Sicher ist, dass etwas getan werden muss, da die Erde wirklich nicht besonders toll von uns behandelt wird. Aber auf Teufel-komm-raus jetzt schnell was daherzubasteln, was eher schadet als gut tut, sehe ich eindeutig nicht als richtige Lösung an.
Und hier in Deutschland wird eine Mentalität erzeugt, dass ja die "Großen" alleine dafür die Verantwortung tragen (Industrie-Emissionen mindern, schadstoffarme Autos bauen etc.) und Ottonormalmensch sich keine Gedanken machen muss; das ist für mich eine Sauerei.

Die Menschen sollten besser informiert werden und mehr Verantwortung in sich selbst suchen.


Geschrieben

@ myrff

jo , stimmt irgendwie

aber mal im ernst , selbst wenn wir auf eine klimakatastrophe zusteuern wird sie sich nich verhindern lassen .
die industrienationen haben vieleicht die möglichkeit einer co² reduzierung .
aber was sollen wir anderen nationen die zu den schwellenländern gehören oder erst eine geringe industrie haben sagen ??
leider dürft ihr keine industrie aufbauen weil es der umwelt eh schon schlecht geht ??
ihr müßt leider euren tee die nächsten 100 jahre weiter auf kameldung kochen damit wir noch mehr geld verdienen können ??
radio , fernsehen autos und handys sind für euch leider auch nicht mehr drinn ??

das alles wird nicht klappen , weil der mensch erstmal an seinen eigenen vorteil denkt und erst in zweiter linie an die umwelt .
hilft also nix sich aufzuregen , ich nutze daher den vorteil der frühen geburt und fertig
und um es noch einmal ersthaft auszudrücken , ich bin der meinung das wir uns da selber in ein auswegloses dilema manövrieren und das es auch frau merkel nicht gelingen wird die welt zu retten


Geschrieben


Die größte Erzeugungsquelle ist übrigens der Regenwald... ich glaube, mit 1/5 oder sogar 1/3 des weltweiten Methanaussstoßes? (Ich bin leider so vergesslich). DA scheinen sogar die größten Klimaschützer keinen Rat zu wissen.
.




Yepp..so wurde es gestern inner Forschungssendung auch gesagt....ebenso die Experimente mit Plankton z.B.

Ich persönlich würde es sinnvoller finden mehr Geld in die Klimaforschung zu stecken, als am Klima mit z.B. irgendwelchen fragwürdigen CO2 Absenkungen rum zu experimentieren...

Just my 2 cents..der_master


Myrff
Geschrieben

Geb meinem Vor-Vorredner Recht,die Entwicklung andere Teile der Erde können wir es nicht verbieten sich auch zu entwickeln.
Deren Argumentation ist ja schließlich auch nicht vom Tisch zu weisen,das die Industrienation seit 200 Jahren Klima schädliche Gase in die Atmosphäre blasen und jetzt soll der Rest der Welt auf seine Entwicklung verzichten,nur weil eine Klimakatastrophe bevor steht.

Kann ich durchaus nachvollziehen,das Länder die sich entwickeln möchten,sich von den Industrienationen in der Angelegenheit nichts vorschreiben lassen wollen.

Ich persönlich denk mir einfach ,abwarten und Tee trinken,es gibt schließlich mehre Szenarien wie das ganze Klimageschehen weiter geht.

Eine z.B. besagt zum Beispiel,das sich der Golfstrom durch den Klimawandel abschwächen könnte.
Das hätte zur Folge das es sich dank der globalen Klimaerwärmung,in Europa abkühlen würde.

So,ich geh dann mal zu Ebay und kauf Mützen und Schals,bevor noch jemand anders auf die Idee kommt.


ladyallista
Geschrieben

Ich habe kürzlich erst einen sehr interessanten Artikel zu dem Thema gelesen, den ich hier (gekürzt) einfach mal reinstelle (weil ich gleich zur Arbeit muß, ergo keine Zeit habe, das jetzt alles selbst zusammen zu tippseln. )

Quelle: PM 5/2007

Zukunft der Erde, Teil 1

Klimawandel – Alles nur Panikmache?


Wie dramatisch ist die Erderwärmung tatsächlich? Ist CO2 wirklich der Klimakiller, für den wir es halten? Und wie verlässlich sind die Computersimulationen? Was die Forscher wirklich wissen...

Fliegt uns die Erde um die Ohren? Zerbricht der Nordpol? Der Planet ächzt, die Gletscher schmelzen, Sylt zerbricht, und die Eisbären sterben aus. Medien, Politiker und Wissenschaftler wählen den Alarmton, seit dem neuen UN-Bericht geht die Klima-Hysterie um. Viele Menschen haben Angst und fürchten um die Zukunft. Für den normalen Bürger ist es oft schwer, Positionen und Argumente einzuordnen und wissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Wie dramatisch ist die Erderwärmung tatsächlich? - Ist CO2 wirklich der Klimakiller, für den wir es halten? - Und wie verlässlich sind die Computersimulationen?

[...]

1. Was ist »Klimawandel«?

Klimawandel ist der Normallfall. Das Klima hat sich verändert, solange die Welt existiert, und wird dies auch weiterhin tun. Schon vor dem Erscheinen des Menschen gab es wärmere und kältere Zeiten als heute, mitunter auch abrupte Temperaturschwankungen um mehrere Grad innerhalb weniger Jahre.

2. Was bedeutet »globale Erwärmung«?

Darunter wird im Allgemeinen eine vom Menschen verursachte Erwärmung verstanden. Sie wird in erster Linie auf Kohlendioxid zurückgeführt. Es wird durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe schneller ausgestoßen, als es die Natur absorbieren kann, und häuft sich in der Atmosphäre an. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass zumindest bei der Erwärmung der letzten 30 Jahre der Einfluss des Menschen überwiegt.

3. Was ist unter »Klimakatastrophe« zu verstehen?

Klimakatastrophe ist ein von Medien und Umweltaktivisten geprägter Begriff. Er wird meist im Kampf um politische Ziele bemüht. Praktisch alle Naturkatastrophen werden dabei auf den Treibhauseffekt zurückgeführt, auch wenn es für einen solchen Zusammenhang keine wissenschaftlichen Belege gibt. Wetterextreme werden als repräsentativ für die Zukunft dargestellt und mit Bildern von Stürmen, Fluten, versinkenden Städten und Inseln emotionalisiert. Archetypisch für diese Weltsicht ist der Hollywoodfilm »The Day After Tomorrow«, in dem New York unter einer eisigen Flutwelle gefriert. Die Endzeit-Prognosen basieren auf Spekulationen, beispielsweise dem vollständigen Abschmelzen der Pole oder dem Ausbleiben des Golfstroms. Solche Entwicklungen sind für die absehbare Zeit extrem unwahrscheinlich.
[...]

5. Was ist Konsens unter den Wissenschaftlern?

Es herrscht Einigkeit darüber, dass der Mensch das Klima beeinflusst. Das hat er bereits in der Vergangenheit getan, eine Weltbevölkerung von über sechs Milliarden Menschen tut es umso mehr. Lokale Veränderungen wie Entwaldung, Landwirtschaft, Überweidung, Bewässerung und wachsende Großstädte tragen dazu genauso bei wie großräumig wirkende Emissionen durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe oder die Haltung von Nutztieren. All dies kann direkte oder indirekte Auswirkungen auf das Klima haben.

Einigkeit herrscht auch darüber, dass eine erhöhte Konzentration von Treibhausgasen tendenziell zu einer stärkeren Erwärmung der Atmosphäre führt. Alles andere ist umstritten. Keine Einigkeit herrscht insbesondere darüber, inwieweit der zusätzlich vom Menschen verursachte Treibhauseffekt durch andere künstliche oder natürliche Einflüsse verstärkt, abgeschwächt oder überlagert wird. Dies ist einer der Gründe, warum es eine so große Bandbreite der Prognosen für eine künftige Temperaturentwicklung gibt.

[...]


8. Wie ungewöhnlich ist unser gegenwärtiges Klima?

Würde man die gegenwärtigen Temperaturen mit der mittelalterlichen Warmzeit (»Mittelalterliches Optimum«) vergleichen, ergäbe sich kein merkbarer Unterschied. Wie bei allen statistischen Betrachtungen hängt die Aussage sehr stark von den Zeitabschnitten ab, die man für einen Vergleich auswählt. Unser heutiges Klima wird am häufigsten in Beziehung zu den vergangenen 150 Jahren gesetzt, auch weil es erst seitdem einigermaßen zuverlässige und fortlaufende Wetter- und Temperaturmessungen gibt. Viele Temperaturkurven fangen mit dem Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen um 1860 an. Dieser Termin fällt mit dem Ende der »kleinen Eiszeit« und somit einem Temperatur-Minimum zusammen. Ein Teil der Erwärmung seitdem ist der Erholung von dieser Kaltzeit geschuldet.

9. Wird die Erwärmung immer dramatischer?

Ein Blick auf den Temperaturverlauf der letzten 100 Jahre zeigt bis etwa 1940 einen ähnlich raschen Anstieg wie heute, obwohl die Treibhausgase dabei noch keine große Rolle gespielt haben können. Danach kühlte es ab, und man befürchtete deshalb eine neue Eiszeit. Seit den 1970er Jahren nimmt die Temperatur um knapp 0,2 Grad pro Jahrzehnt zu.

Der beobachtete globale Erwärmungstrend der letzten Dekaden verläuft bis dato ziemlich gleichmäßig und linear – und nicht exponentiell. Er bewegt sich damit seit drei Jahrzehnten im unteren Bereich der von Klimamodellen für die Zukunft prognostizierten Werte. Als wärmstes Jahr gilt 1998, in dem die zyklische Meereserwärmung El Niño in besonders starker Ausprägung auftrat. In den acht Jahren seitdem wurde der Rekordwert nicht mehr übertroffen.

10. Wie global ist die globale Erwärmung?

Die globale Erwärmung ist erstaunlich regional. Schon die getrennte Betrachtung von Nord- und Südhalbkugel offenbart das. So entfallen etwa drei Viertel der Erwärmung der letzten 30 Jahre auf die nördliche Hemisphäre. Die Südhalbkugel, die zum überwiegenden Teil von Meeren bedeckt ist, zeigt nur sehr moderat steigende Temperaturen. Eine Analyse der Erwärmungsmuster auf der Nordhalbkugel ergab, dass die Erwärmung der letzten 50 Jahre zu über zwei Drittel im Winter stattgefunden hat. Und beinahe 80 Prozent dieses winterlichen Temperaturanstiegs konzentrieren sich auf die kältesten Gebiete von Sibirien und Nordamerika, wo die Temperaturen in der Polarnacht 40 Grad und mehr unter dem Gefrierpunkt liegen (es ist dann nicht mehr ganz so kalt). Auf die winterliche Erwärmung dieser Gebiete – und damit nur auf einen kleinen Bruchteil der Fläche der Nordhalbkugel – entfällt etwa die Hälfte der gesamten Erwärmung.

Das Phänomen lässt sich mit einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Man stelle sich ein Haus vor, bei dem es im Keller minus 20 Grad kalt und unter dem Dachboden plus 20 Grad warm ist – die Durchschnittstemperatur wäre null Grad. Wenn es nun im Keller nur noch 10 Grad minus hat, dann ergibt sich daraus eine durchschnittliche Erwärmung des Hauses um fünf Grad: Was nichts daran ändert, dass im Keller immer noch Dauerfrost herrscht. Auch in unseren Breiten haben mildere und kürzere Winter sowie weniger kühle Sommernächte einen größeren Anteil an der Erwärmung als etwaige Hitzerekorde. Es ist vor allem weniger kalt.

11. Ist der Treibhauseffekt vom Menschen verursacht?

Der Treibhauseffekt ist zunächst einmal ein natürliches Phänomen. Zusammen mit dem Wasserdampf und anderen Spurengasen sorgt das Kohlendioxid für lebensfreundliche Temperaturen auf dem Planeten. Die Hülle der verschiedenen Gase bewirkt, dass ein Großteil der von unserem Planeten ausgehenden Wärmestrahlung reflektiert wird. Grob vereinfacht ist das wie eine Nebelwand, durch die man nachts mit dem Auto fährt: Der Nebel verschluckt das Scheinwerferlicht und fängt an zu leuchten, sodass ein Teil auf den Fahrer zurückgeworfen wird.

Ohne den Treibhauseffekt würde der Planet nicht 15 Grad warm, sondern minus 18 Grad kalt sein. Er erwärmt die Erde also um etwa 33 Grad. Tatsächlich ist die Sache noch komplizierter: »Würde der natürliche Treibhauseffekt ungedämpft wirken«, sagt der NASA-Klimaforscher Roy Spencer, »so wäre die Erde rund 55 Grad heiß.« Die Natur hat in Form von Verduns-tung und Wetterprozessen offenbar ein Kühlsystem installiert, das aber kaum verstanden ist.

Bei der Klimadiskussion ist im Gegensatz zum natürlichen der »anthropogene« Treibhauseffekt gemeint, also eine Verstärkung des Phänomens durch den Menschen. Eine Verdoppelung des Kohlendioxid-Anteils gegenüber der vorindustriellen Zeit würde den natürlichen Treibhauseffekt um etwa 2,5 Prozent verstärken. Wie groß die Temperatursteigerungen sind, zu denen es im Klimasystem aufgrund von zusätzlichen Rückkoppelungs-Effekten tatsächlich kommen wird, ist jedoch unsicher.

Die Funktion des Kohlendioxids ist logarithmisch: Wollte man seine zusätzliche Wirkung noch einmal verdoppeln, müss-te man die CO2-Konzentration bereits vervierfachen, dann verachtfachen und so weiter. Es strebt also einem Sättigungspunkt entgegen, an dem neu in die Atmosphäre gelangte Moleküle praktisch keine zusätzliche Wirkung mehr haben. Genau wie bei einem Treibhaus, bei dem es nichts mehr bringt, noch dickere Scheiben zu installieren.


12. Ist Kohlendioxid das wichtigste Treibhausgas?

Mindestens zwei Drittel des natürlichen Treibhauseffekts gehen auf das Konto von Wasserdampf. Kohlendioxid und (in geringerem Ausmaß) Gase wie bodennahes Ozon oder Methan teilen sich lediglich den Rest. Es ist auch weniger die unstrittige, aber relativ geringe Treibhauswirkung des Kohlendioxids selbst, als vielmehr die Vermutung eines erheblichen Verstärkungseffektes durch Wasserdampf, auf dem das gängige wissenschaftliche Gebäude aufbaut.


ladyallista
Geschrieben

Und weiter gehts ...

Für den Fall einer Verdoppelung der Kohlendioxid-Konzentration ergäbe sich eine direkte zusätzliche Treibhauswirkung von nicht einmal einem Grad. Wie kommen dann Prognosen zustande, die für diesen Fall einen Temperaturanstieg um mehrere Grad voraussagen? Dem liegt folgende Hypothese zugrunde: Die ursprüngliche leichte Erwärmung lässt mehr Wasser verdunsten, und der zusätzliche Wasserdampf lässt die Temperaturen dann noch mehr steigen. Die Wissenschaftler nennen dies eine »positive Rückkoppelung«.

Theoretisch ist dieser physikalische Prozess klar. Was aber tatsächlich im komplexen Geschehen der Atmosphäre abläuft, ist unklar. Und in diesem entscheidenden Punkt liegt auch die Achillesferse aller gängigen Klimamodelle und Prognosen. Das Verhalten des Wasserdampfes und die Wolkenbildung sind nämlich kaum verstanden und können auch nicht im Rechner simuliert werden. Verschiedene Wolken in verschiedenen Höhen können wärmende Wirkung (positive Rückkoppelung), aber auch kühlende Wirkung (negative Rückkoppelung) haben. Ihre kühlende Wirkung hat jeder schon einmal erlebt, wenn sich im Sommer eine Wolke vor die Sonne schiebt. Was bei den teilweise gegenläufigen Temperatureffekten unter dem Strich herauskommt, ist schwer zu sagen. Wie groß die Unsicherheit ist, zeigen die Temperatur-Hochrechnungen für den Fall einer Verdoppelung des Kohlendioxids: Sie schwanken um den Faktor drei.

13. Ist die Verantwortung des Kohlendioxids für die Erwärmung bewiesen?

Für eine dominierende Rolle des Kohlendioxids im aktuellen Klimageschehen gibt es keinen direkten Beweis, sondern nur eine indirekte Herleitung: Man glaubt, alle anderen Ursachen für die in den letzten 30 Jahren beobachtete Erderwärmung ausschließen zu können. CO2 bleibt derzeit nach Meinung der meisten Klimaforscher als einziger Tatverdächtiger übrig.

Richtig ist: Die Kohlendioxid-Konzentration ist seit der vorindustriellen Zeit um etwa ein Drittel angestiegen, von etwa 0,029 Prozent auf heute 0,038 Prozent. Richtig ist auch, dass die Temperatur im gleichen Zeitraum um etwa 0,7 Grad angestiegen ist. Der Zusammenhang beider Entwicklungen ist aber nicht sehr deutlich. Das Kohlendioxid ist langsam und stetig angestiegen. Man sollte also meinen, dass die Temperaturen in diesem Zeitraum ebenfalls kontinuierlich zugenommen hätten. Das ist aber nicht der Fall. Erst wurde es wärmer, dann wieder kälter, dann stiegen die Temperaturen wieder an. Die meisten Klimaforscher halten Kohlendioxid als Hauptfaktor für die Erwärmung der letzten 30 Jahre dennoch für erwiesen.

Dem widerspricht eine Reihe von Astro-Physikern und Geo-Wissenschaftlern, die einen anderen Tatverdächtigen präsentieren. Sie glauben, dass zwei Drittel der Temperaturschwankungen mit der kosmischen Strahlung erklärbar sind. Diese könnte somit der Hauptmotor für Erwärmung und Abkühlung sein. Die kosmische Strahlung muss man sich wie einen unsichtbaren Sandsturm vorstellen. Sie stammt von explodierenden Sternen in der Galaxie und enthält winzige Partikel, die beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre Kondensationskerne und in der Folge Wolken bilden. Eine Änderung der Wolkenbedeckung um nur wenige Prozent hat enorme Auswirkungen auf das Erdklima.

Die Kausalkette dafür scheint plausibel und lässt sich physikalisch genauso schlüssig wie die Kohlendioxid-Hypothese erklären: Die auf die Atmosphäre treffende kosmische Strahlung wird von der Sonne moduliert. Je stärker das Magnetfeld der Sonne ist, desto mehr schirmt sie die Erde gegen den Partikelsturm ab. Nun hat sich das Magnetfeld der Sonne im 20. Jahrhundert verdoppelt. Weil die Erde dadurch besser abgeschirmt wird, bilden sich in den unteren Schichten weniger kühlende Wolken: Es wird wärmer. Doch auch hier gibt es das gleiche Problem wie bei der Kohlendioxid-Hypothese: Die Physik der oberen Atmosphäre ist zu wenig verstanden. Forscher aus 18 Instituten und neun Ländern haben sich inzwischen zu einem Großprojekt »Cloud« (Wolke) zusammengetan, um unter anderem mit einem Experiment am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf zu überprüfen, ob und wie der diskutierte Erklärungsansatz für den Einfluss der Sonnenaktivität auf unser Klima funktioniert.

Das ändert nichts an einem durch Kohlendioxid intensivierten Treibhauseffekt – es könnte sich aber herausstellen, dass er in seiner Wirkung überschätzt wird. Möglicherweise treffen beide Hypothesen zu, und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Prinzipiell ist es wenig plausibel, dass die natürlichen Einflüsse, die für die rasche Erwärmung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts eingeräumt werden, plötzlich aufgehört haben sollten zu exis-tieren. Das letzte Wort in dieser Hinsicht ist nicht gesprochen.

14. Kann das Klima aus dem Ruder laufen?

Einige Wissenschaftler befürchten, das Klima könne durch eine sich selbst verstärkende Kettenreaktion einen »Tipping-Point« erreichen und gleichsam umkippen. Das Szenario lautet wie folgt: Mehr Kohlendioxid verursacht höhere Temperaturen, die mehr Wasserdampf und damit noch mehr Wärme produzieren, woraufhin wiederum mehr natürliches Kohlendioxid und andere Treibhausgase aus Meeren und Böden aufsteigen, was die Temperaturen weiter erhöht.

Das Ganze löst eine fortwährende Kaskade positiver Rückkoppelungen aus – schmelzende Eisflächen reflektieren weniger Wärmestrahlung, was wiederum mehr Eis schmelzen lässt, und so weiter und so fort. Dem steht entgegen, dass es in der Erdgeschichte Phasen mit 10- bis 20-mal höheren Kohlendioxid-Konzentrationen als heute gab – und gleichzeitig eine Eiszeit herrschte. Es kam auch wiederholt zu Temperatursprüngen um mehrere Grad innerhalb weniger Jahre, ohne dass ein solcher »Runaway-Effekt« eingetreten wäre.

[...]

16. Hat die klassische Luftverschmutzung etwas mit der globalen Erwärmung der atmosphäre zu tun?

Nach Ansicht der meisten Forscher trägt nicht die Luftverschmutzung zur globalen Erwärmung bei, sondern ihre Beseitigung. Die Emissionen aus Schloten und Auspuffen enthalten kleine Staubpartikel, so genannte Aerosole, die Strahlung reflektieren und Wolken bilden können. Nach der gegenwärtig herrschenden Lehrmeinung haben sie insgesamt einen eher kühlenden Effekt: Je höher die Luftverschmutzung, desto größer die Abkühlung.

Mit dieser Hypothese wird beispielsweise versucht, die trotz steigenden Kohlendioxid-Gehalts sinkenden Temperaturen von 1940 bis 1970 zu erklären: Die abkühlende Wirkung der Luftverschmutzung habe die erwärmende Wirkung des zunehmenden Kohlendioxids »maskiert«, also überlagert. Mit Filtern und steigender Luftqualität falle dieser Faktor jetzt mehr und mehr weg, und die Temperaturen würden umso schneller ansteigen. Trifft das zu, dann tragen unsere Luftreinigungsmaßnahmen paradoxerweise zur globalen Erwärmung bei. Es gibt allerdings viele Stimmen unter den Klimaforschern, die diesen Mechanismus für überschätzt halten.


17. Steigt der Meeresspiegel immer schneller an?

Der Meeresspiegel stieg am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10000 Jahren rasch, in den letzten paar tausend Jahren aber nur noch langsam an. Satellitenmessungen ergeben einen Anstieg von etwa ein bis drei Millimeter pro Jahr, das wären in 100 Jahren zehn bis 30 Zentimeter. Der aktuelle UN-Klimabericht hält für diesen Zeitraum einen Anstieg zwischen 19 und 59 Zentimetern für möglich, der Höchstwert wurde gegenüber dem Vorbericht um etwa ein Drittel zurückgenommen.

Dabei kommt der Wärmeausdehnung des Wassers vermutlich eine größere Rolle zu als zusätzlichem Schmelzwasser. Es gibt Regionen, in denen der Pegel sich etwas schneller erhöht, in anderen sinkt er. Das deutet darauf hin, dass natürliche und zyklische Einflüsse eine Ausdehnung des Wassers infolge der Erwärmung deutlich überlagern. Die Weltmeere sind keine spiegelglatte Wassermasse, die lediglich der Krümmung der Erdkugel unterliegt. Weil Masse und Anziehungskraft der Erde ungleich verteilt sind, weist die Meeresoberfläche Senken und Höhen mit einem Unterschied von bis zu 130 Metern auf. Auch Winde und Strömungen lassen den Meeresspiegel an manchen Orten steigen und an anderen sinken. Nach einer Studie britischer Forscher von Anfang 2007 ist der Anstieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geringer ausgefallen als in den 50 Jahren zuvor.



ladyallista
Geschrieben

hui ganz schön lang...

18. Versinken die Malediven und die Südseeinseln?

Um den Südseestaat Tuvalu herum, dessen Inseln in den Medien zu Ikonen des Untergangs geworden sind, ist die durchschnittliche Höhe des Meeresspiegels seit Jahrzehnten nicht angestiegen. Die Malediven wuchsen vor 5000 Jahren auf einem untergetauchten Korallenriff bis über die Wasseroberfläche. Seitdem ist der Meeresspiegel bereits um zweieinhalb Meter gestiegen, ohne dass die Inseln verschwunden wären – sie wachsen einfach mit. Auch große Mündungsdeltas auf dem Festland heben sich dank angeschwemmter Sedimente vielerorts mit vergleichbarer Geschwindigkeit wie der Meeresspiegel.

19. Schmelzen die Pole? Die Situation an den Polen ist nicht eindeutig. Am Südpol ist es in den letzten Jahrzehnten überwiegend kälter geworden. Wenn von einer Erwärmung die Rede ist, bezieht sich dies in der Regel auf die antarktische Halbinsel: Die macht allerdings nur zwei Prozent der antarktischen Landmasse aus. Am Nordpol ist es hingegen tatsächlich wärmer geworden. Allerdings gibt es sehr große regionale Unterschiede. Der Nordpol besteht aus auf dem Wasser schwimmendem Eis, das den Meerespiegel beim Schmelzen nicht ansteigen lässt (genauso wenig wie ein Eiswürfel im Wasserglas). Abschmelzende Eismassen auf den Festlandsockeln der Antarktis oder Grönlands würden den Meerespegel aber sehr wohl steigen lassen. Diese Eismassen verändern sich derzeit; während das Eis an den Rändern teilweise abnimmt, kommt im Inneren durch Niederschlag neues hinzu. Die Antarktis scheint insgesamt stabil, in Grönland soll zwischen 1993 und 2003 ein Nettoverlust an Eismasse zwischen 50 und 100 Gigatonnen pro Jahr stattgefunden haben. Diese Jahresmenge entspricht grob abgeschätzt einem Fünfzigtausendstel des gesamten Eisschildes.

20. Versiegt der Golfstrom?

Die Wahrscheinlichkeit eines Versiegens des Golfstroms im 21. Jahrhundert liegt nahe bei null. Die Theorie hinter dem Szenario beruht auf der so genannten thermohalinen Zirkulation. Warmes Wasser strömt vom Golf kommend nach Norden. Da auf dem Weg dorthin viel Wasser verdunstet, erhöht sich der Salzgehalt, das Wasser wird schwerer. Im Norden sinkt das abgekühlte schwere Wasser in die Tiefe und fließt dann zurück in den Süden. Ein Abschmelzen der Polkappen würde den Ozean mit Süßwasser »verdünnen«, die leichteren Wassermassen könnten nicht mehr in die Tiefe sinken, das Förderband des Golfstroms käme zum Stillstand. So könnte die globale Erwärmung Europa eine Kaltzeit bescheren, lautet die Hypothese.

2005 glaubte man tatsächlich eine 30-prozentige Abschwächung des Strömungsantriebs des Golfstroms festgestellt zu haben – was sich inzwischen als falsch herausgestellt hat. Hinzu kommt: Der Golfstrom wird in erster Linie von dem Windsystem über dem Nordatlantik und von der Erdrotation in Schwung gehalten. Der Ozeanograf Carl Wunsch vom Massachusetts Institute of Technology sagt: »Wer den Golfstrom wirklich zum Stillstand bringen will, muss entweder die Winde abschalten oder die Erde anhalten. Oder beides.«

21. Dehnen sich die Wüsten immer mehr aus?

Auf 40 Prozent der Landfläche des Planeten ist es gegenüber dem langjährigen Mittel entweder trockener oder feuchter geworden. Es gibt mehr als 100 verschiedene Definitionen für den Begriff »Verwüstung«: Je nachdem, welche man wählt, kommen unterschiedliche Aussagen heraus. Es liegen aber auch kaum quantitative Daten vor, die Aussagen über einen globalen Trend erlauben würden. Es gibt Wüsten, die sich ausdehnen, und solche, die schrumpfen. Auswertungen von Satellitenbildern und Niederschlagsmessungen zeigen beispielsweise, dass im Sahel südlich der Sahara das fruchtbare Land zunimmt und die vegetationslose Fläche auf dem Rückzug ist.

Die Ausdehnung von Wüsten muss ihre Ursachen nicht unbedingt in Klima-Veränderungen haben. Abholzung, Überweidung und falsche landwirtschaftliche Methoden können genauso ausschlaggebend dafür sein. In Afrika werden nach Angaben der UN 58 Prozent der Bodenerosion auf Überweidung zurückgeführt. Auch der erhöhte Kohlendioxid-Gehalt der Luft spielt eine Rolle: Er bewirkt ein stärkeres Pflanzenwachstum, insbesondere auf der Nordhalbkugel. Satellitenbilder dokumentieren, wie sich die Wälder ausdehnen.

22. Schmelzen die Gletscher?

In den Alpen nehmen die Gletscher ab – wie fast überall auf der Welt. Auch hier ist es schwierig, eine Abgrenzung zwischen natürlichen Zyklen und einem menschengemachten Klimawandel als Ursache vorzunehmen. In den Schweizer Zentralalpen gab es in den letzten 10000 Jahren acht ähnliche Rückzugsphasen, teilweise über den heutigen Stand hinaus. In den Geröllhalden finden sich Zeugnisse früherer Vegetation und Zivilisation.

23. Wird es immer stürmischer?

Die globale Erwärmung verringert die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und dem Äquator. Je größer dieser Gegensatz ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Stürme entstehen. Von der Theorie her sollte eine globale Erwärmung daher eher zu einer Verringerung der Sturmhäufigkeit führen. Die Statistiken der letzten Jahrzehnte lassen keinen eindeutigen Trend in die eine oder andere Richtung erkennen. Das gilt auch für die Stärke der Stürme, die nach Ansicht einiger Wissenschaftler durch mehr Wasserdampf in der Atmosphäre entstehen könnten.

24. Gibt es auf der Erde immer mehr Naturkatastrophen?

Für diese Behauptung existiert keine eindeutige Datenlage. Beispielsweise ist nicht klar, ob extreme Wetterereignisse zugenommen haben – oder nur die Aufmerksamkeit dafür. Richtig ist, dass die materiellen Schäden immer mehr zunehmen. Das liegt aber vor allem daran, dass immer mehr Menschen in gefährdeten Gebieten – beispielsweise an den Küsten – siedeln. Auch haben sie durch wachsenden Wohlstand immer mehr Hab und Gut und sind immer häufiger versichert. Viel wichtiger aber ist eine andere Entwicklung: Die Zahl der bei Stürmen, Hochwassern und anderen klimabedingten Katastrophen getöteten Menschen ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts stark rückläufig. Trotz steigender Temperaturen ist das Leben für die Menschen sicherer geworden.

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27. Sterben die Eisbären aus?

Szenarien über aussterbende Eisbären basieren auf einer Bärenpopulation in der westlichen Hudson Bay. Die ist um ein Viertel geschrumpft – und diese Entwicklung wird in die Zukunft hochgerechnet. Wie sieht es aber mit der Art insgesamt aus? Von 13 kanadischen Eisbär-Populationen sind elf stabil oder nehmen sogar zu. Naturschutzexperten haben erst in den 1940er Jahren angefangen, sich für den Stand der Tiere zu interessieren. Um den globalen Gesamtbestand eines Wildtieres zu ermitteln, werden in abgegrenzten Gebieten Stichproben erstellt, die man dann hochrechnet. Das Ergebnis beim Eisbären: 1950 gab es 5000 Exemplare, 1965 bis 1970 lag die Zahl bei 8000 bis 10000, 1984 bei 25000 und 2005 bei 20000 bis 25000.

Sollte es weiter wärmer werden, wäre dies für die Eisbären vermutlich auch kein großes Problem. Ursus maritimus ist eine evolutionär sehr junge Art, die sich aus dem Braunbären Ursus arctos entwickelt hat, mit dem sie sich bis heute kreuzen kann. In den Sommermonaten leben viele Eisbären in der schnee- und eisfreien Tundra und kommen dort auch gut zurecht. In der letzten Zwischeneiszeit vor 15000 bis 10000 Jahren waren die Temperaturen in der Arktis erheblich höher als heute, auch in der mittelalterlichen Warmzeit war das Nordmeer zu einem guten Teil eisfrei. Der Eisbär hatte sich damit offenbar arrangiert, schließlich ist er nicht erst vor Kurzem vom Himmel gefallen.

28. Verursacht die globale Erwärmung ein Artensterben?

Dass höhere Temperaturen zu einem Rückgang der Artenvielfalt führen, ist keine sonderlich plausible Prognose. Zwei einfache Befunde sprechen dagegen. Erstens nimmt die Artenvielfalt der Erde zum Äquator hin immer mehr zu. Die geringste Artenvielfalt herrscht an den Polen und in der Kälte der Hochgebirge, die höchste im tropischen Regenwald. Zweitens waren die Warmzeiten der Erdgeschichte immer die artenreichsten, während in den Eiszeiten die Vielfalt abnahm. Artenverluste in beträchtlichem Umfang hatten die Kaltzeiten (Glaziale) des Eiszeitalters (Pleistozän) gebracht – und nicht die Warmzeiten dazwischen. Nach Ansicht vieler Biologen wird es in nächster Zukunft vielmehr an der Erhaltung hinreichend großer Flächen der artenreichen Tropenräume liegen, ob und in welchem Umfang die globale Biodiversität verlorengeht.

29. Kann es auch wieder kälter werden?

Kein einziges der gegenwärtigen Klima-Modelle hält eine solche Entwicklung für möglich. Einige Klimaforscher sehen dies durchaus mit gemischten Gefühlen: Eine Abkühlung scheint derzeit zwar nicht sehr wahrscheinlich – sollte es aber dennoch dazu kommen, würde dies die aktuelle Klimaforschung in eine große Glaubwürdigkeitskrise stürzen. Auszuschließen ist das nicht. Denn auch folgendes Verhalten der Ozeane ist in keinem Klimamodell vorgesehen: Die oberen Wasserschichten haben in den Jahren 2003 bis 2005 ein Fünftel der Hitze verloren, die sie in den 50 Jahren zuvor aufgebaut hatten. In den letzten beiden Jahren erschien in anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschriften eine Reihe Studien von Astrophysikern, die in den nächsten Jahrzehnte mit dem Beginn einer Abkühlung aufgrund solarer Einflüsse rechnen.

[...]



Sorry für den Mammut Text - aber ich fand den wirklich super interessant.


bangbangladash
Geschrieben

Ich denke - wie einige andere User auch -, dass das Thema "Klimawandel" im Moment sehr populär ist und man hier und da versucht, sich damit zu profilieren.

Im Grunde sehe ich es wie die meisten User hier:
Unser Klima unterliegt ständigem Wandel und alles was bisher an Veränderung geschah, passierte in der Vergangenheit schon einmal oder gar mehrfach.
Was natürlich nicht heißen soll, dass man jetzt die Erde weiter verpesten soll...

Die Forschung zu diesem Thema ist noch jung und sollte - da stimme ich Master ausdrücklich zu - ausgebaut werden, damit man dieses komplizierte System besser versteht.
Und Ladyallista hat - Danke! - etwas gepostet, was in der üblichen Berichterstattung oftmals untergeht: Sehr interessante Sicht der Dinge!

Meines Erachtens stehen wir weder vor einem Weltuntergang, noch werden durch den so genannten "Klimawandel" Millionen Menschen sterben.

Die teilweise Hysterie in den Medien - die ich sehr kritisch betrachte - ist mir unverständlich und mir deucht, dass sich das auch wieder legt und dann sprichwörtlich wieder eine andere Sau durch's Dorf getrieben wird.


Geschrieben

Mal ganz prinzipiell gesagt -

wenn auch die derzeitigen Daten nicht stimmen, und unsere Kinder um die Katastrophe rumkommen sollten -

gibt uns das das Recht weiter zu machen wie bisher und das Problem dann halt auf die übernächste Generation zu verschieben?

Ein bisschen mehr Verantwortung täte uns allen gut, egal was die Wissenschaft an konkretem Zahlenmaterial vorlegt -

aber ich gebe zu: ob in der großen Politik, oder hinter den milchigen Butzenscheiben des Privatlebens:
der innere Schweinehund ist ein mächtiger, fast unnachgiebiger Gegner...


Geschrieben (bearbeitet)

Noch eine kleine Anmerkung von mir:

Einige Dinge sind gar nicht vom Menschen beeinflussbar...

In dem Bericht den ich gesehen habe, wurde z.B. auch der Einfluss der Sonne (Sonnenstürme , kosmische Strahlung, etc.) auf die Atmosphäre und damit auf das Klima genannt.

*Halb off-topic*:

Ich hab auch mal irgendwo nen Bericht über die Überbevölkerung der Erde gesehen... bei dieser Untersuchung kam heraus, dass eigentlich zuviele Menschen auf der Welt leben im Verhältnis zu den vorhandenen Resourcen...

In dem Zusammenhang: Wieviel CO2 stösst eigentlich nen Mensch so im Jahr durch das Atmen aus (<- ironisch gemeint)...

der_master


bearbeitet von der_master
Rächtschraipunk
Geschrieben

Sicher ein interessanter Artikel. Ich habe ihn nur überflogen, aber mir ist eine Stelle aufgefallen die meiner Meinung nach schlichtweg falsch ist. Ich habe da ganz anderes gelesen und in Fernsehberichten gesehen. Dadurch erscheint mir der gesammte Artikel unglaubwürdig, wenn auch vieles andere stimmen mag.

Dem steht entgegen, dass es in der Erdgeschichte Phasen mit 10- bis 20-mal höheren Kohlendioxid-Konzentrationen als heute gab – und gleichzeitig eine Eiszeit herrschte. Es kam auch wiederholt zu Temperatursprüngen um mehrere Grad innerhalb weniger Jahre, ohne dass ein solcher »Runaway-Effekt« eingetreten wäre.



Gemeint ist die Kettenreaktion, die nach dem Artikel nicht eintreten wird.


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