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„Zwei Herzen schlagen, ach in meiner Brust“


Anonymes-Mitglied-1

Empfohlener Beitrag

Anonymes-Mitglied-1

Hallo in die Runde.
Ich würde gerne mal eure Meinung zu folgendem Thema hören:
„Zwei Herzen schlagen, ach in meiner Brust“.
Ich denke immer öfter, ich brauche zwei Frauen.
Zum Einen habe ich eine sehr romantische Seele (emotionale Begierde).
Zum Anderen habe ich auch eine recht lustvolle Seite (körperliche Begierde).
Aber ich sehe das nicht beides gleichzeitig in einer Frau.
Ich sehe mich nicht in der Lage jemandem der mir emotional wichtig ist,
von meinen geheimen sexuellen Phantasien zu erzählen.
Ich habe Angst, dass das zu einer gewissen Erwartungshaltung führt,
die die Gegenseite nicht erfüllen möchte / kann.
Und das das dann zwischen uns steht.

Ich weiß nicht, ob das hier verstanden wird.
Aber vielleicht gibt es jemanden / mehrere die verstehen was ich meine.
Ich suche keinen Lösungsansatz, mich würde nur interessieren,
ob es anderen auch so geht.
Von daher würde ich mich über eure Rückmeldung freuen.

Und an diejenigen, die außer sarkastischer Kritik nichts
weiter zu dem Thema beitragen möchten oder können…..
Gebt doch bitte euren Senf woanders ab.
Oder auch: Fickt euch !
Vielleicht wird das besser verstanden.

Ich kann diesen Gedanken sehr gut nachvollziehen und möchte dir ein kurzes Feedback geben – einfach, weil ich das Gefühl habe, dass du mit dieser Aufteilung von Sehnsüchten keineswegs allein bist.
Was du beschreibst – die Trennung oder zumindest die gedankliche Trennung zwischen einer sehr romantischen, emotionalen Sehnsucht und einer eher lustvollen, sexuellen Seite –, ist tief menschlich. Viele Menschen kennen dieses Gefühl, dass verschiedene Anteile in einem selbst nach unterschiedlichen Ausdrucksformen verlangen. Ebenso viele Menschen, können es nicht wirklich beschreiben oder aussprechen (das glaube ich persönlich jedenfalls).
Besonders berührt hat mich deine Angst davor, dass das Aussprechen geheimer sexueller Fantasien bei einer emotional sehr wichtigen Person zu einer Erwartungshaltung oder einer Barriere werden könnte. Diese Angst vor Entblößung, Ablehnung oder davor, etwas "kaputtzumachen", das einem heilig ist, ist extrem weit verbreitet. Oft trauen sich Menschen genau deshalb nicht, ihre innersten Wünsche zu öffnen, aus Sorge, das fragile Band der Intimität zu belasten.
Ich lebe selbst in einer polyamoren Beziehung und kenne es, dass verschiedene Facetten von Nähe und Begehren gelebt werden wollen. Es ist für Außenstehende sehr oft kaum nachvollziehbar, was für ein umfassender Kommunikationsaufwand dahinter steht. In der Tat...man muss es können/wollen/aushalten. Auch wenn das Thema hier noch mal eine ganz eigene Dynamik hat, zeigt es mir vor allem eines: Wie vielschichtig wir Menschen sind und wie schwer es manchmal in unsere gesellschaftlichen Raster passt, all diese Bedürfnisse in einer einzigen Person und einem Beziehungsmodell unterzubringen.

Danke für diesen ehrlichen und verletzlichen Einblick. Du wirst hier auf jeden Fall (von mir und anderen Menschen) verstanden.

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