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Zu viel Wissen - zu wenig Gefühl ~ Warum D/S verwirrend sein kann


L1NDA

Empfohlener Beitrag

Man möchte in D/S einsteigen, also macht man, was man heutzutage macht:
Man goggelt, nutzt ChatGPT und Konsorten.

Und plötzlich ist man nicht mehr neugierig... sondern leicht panisch.
„10 Regeln für den perfekten Dom.“
„7 Dinge, die ein echter Sub niemals tun darf.“
„Ultimativer Leitfaden.“
„So wirst du wirklich dominant.“

...wirklich?

Nach dem dritten Artikel: keine Erleuchtung.
Stattdessen: Ikea-Schrank ohne Anleitung.

Nur das hier alle Anleitungen widersprüchlich sind.

Du liest weiter; Bücher, Podcasts und Artikel. Und plötzlich sprichst du fließend:

• 24/7
• Service Sub
• Brat Taming
• Aftercare Stufe 3b

Und man sitzt da und denkt:
»Ich wollte doch einfach nur fühlen...
Warum brauche ich plötzlich ein Zertifikat?«

Je mehr man liest desto weniger vertraut man sich selbst.
„Mach ich das richtig?“
„Bin ich dominant genug?“
„Zu viel? Zu wenig?“

Herzlichen Glückwunsch, man wollte D/S entdecken und hat nun Selbstzweifel im Premium-Abo.

Und nun folgt das absurde:
Man versucht zu kontrollieren, was vom loslassen lebt.
Man sucht Regeln für etwas, das von Verbindung lebt.
Man will perfekt sein in etwas, das nur echt sein will.

Und dann sitzt man da:
12 gespeicherte Posts
3 Bücher angefangen
1 komplett überfüllter Kopf.

Und das Gefühl?
»Cool... Ich komme später wieder.«

Erkennt ihr euch in diesen Sachen wieder und wie seid ihr damit verfahren oder hat sich das bei euch ganz anders entwickelt?
Oder seid ihr gar auf der Suche nach so einer Beziehung?

Ich bin gespannt 🫶🏻

ich  denke ich weiss was dich verrückt macht lesen bildet ja aber nur wenn man das richtige findet und das ist heut fast unmöglich

Das IT kann eine Möglichkeit sein Informationen zu bekommen, doch sollte man mMn vorsichtig mit Informationen aus dem IT sein, da viel Mist verbreitet wird… 

Auch bei Sachbüchern gibt es große Unterschiede, bei der Qualität der Informationen. 
 

Dominant ist man oder nicht, da hilft auch kaum lernen… 

Ansonsten sollte man einen Schritt nach dem Anderen machen.
Wenn man z.B. mit sportlichen Laufen beginnt, ist man ja nicht gleich ein Sportler/in der/die zu Olympia gehen. Vielleicht ist man irgendwann soweit, doch das ist ein langer Weg, der durch Informationen nur bedingt verkürzt wird. 

vor 8 Stunden, schrieb L1NDA:

hat sich das bei euch ganz anders entwickelt?

So, 

aus dem Leben heraus, ohne Selbstzweifel und dem wühlen im Internet 


Die Anleitung zur Unzufriedenheit trifft auf Fetish. ;-) 

Warum eine Anleitung und Informationsflut, wenn man sich mit dem Gegenüber auch einfach absprechen kann, was geht und was nicht und dann gemeinsam entdeckt, was D/S füreinander ist?
Einfach so, kleinschrittig,  wie beide es für richtig halten und es sich für beide gut anfühlt.

Im Kern ist es doch nur eine zwischenmenschliche Dynamik und kein technisches Protokoll.

Das ewig leidige Thema BDSM – Dom/Sub.
Dieses Gefühl, dass man eigentlich nur neugierig ist und am Ende mit einem komplett überladenen Kopf dasteht, weil plötzlich überall Regeln, Begriffe und angebliche „Wahrheiten“ auftauchen.
Das Problem ist aus meiner Sicht nicht, dass es diese Inhalte gibt, sondern wie sie oft dargestellt werden. Es wirkt schnell so, als gäbe es nur eine richtige Art, das zu leben. Als müsste man sich erst durch Leitfäden, Begriffe und Rollenbilder durcharbeiten, bevor man überhaupt „dazugehört“.
Die ganzen Anelitungen im Internet beweisen es aber auchwieder , das es kein richtig oder falsch gibt.
Jeder scheinnt sich da für ein Unikat zu halten, und nur seine Art es zu leben mache es echt.

Dabei ist genau das der Punkt, an dem viele sich selbst verlieren. Man fängt an, mehr darauf zu achten, ob man etwas richtig macht, als darauf, ob es sich überhaupt richtig anfühlt.
Und dazu kommt noch diese Spaltung innerhalb der Szene. Die einen leben es als festen Bestandteil ihres Alltags und stellen das gerne als die echtere Form dar. Die anderen sehen es eher als etwas, das in bestimmten Momenten stattfindet. Und genau da entsteht dann dieses unnötige Gegeneinander.
Kommt meine Dame zu mir und ist der Meinung, statt dem Blümchensex, mal eine härtere Gangart einzulegen und sie zieht sich ihr Latexoutfit und Strapon an um mich vor ihr
auf allen vieren den Sekt servieren zu lassen und ich soll sie Herrin nennen, dann ist das ein Dom/Sub Szenario. Fertig.
Und auch wenn ich ihr nur den Mund zuhalte und sie mir so platziere, wie es es möchte, das gleiche.
Wenn wir weiter gehen und ich ihr für Schmerz und Demütiging Dankbarkeit zeige oder Tribut zolle, ist auch ein Dom/Sub Verhältnis, aber eben nur als Rollenspiel.
Es hat rein gar nichts damit zu tun ober einer für den anderen den ganzen Tag den Beistelltisch macht oder den anderen den ganzen Tag mit Master oder Misstress anspricht.

Es sind einfach unterschiedliche Wege, mit derselben Sache umzugehen. Am Ende basiert beides auf denselben Grundlagen: Vertrauen, Kommunikation und Freiwilligkeit.Man muss sich nicht an hundert Regeln halten und irgendwelche Bücher auswendig lernen, um in einer Dom- oder Sub-Rolle zu sein. Diese Dynamik entsteht nicht durch Begriffe oder durch das Abhaken von Listen, sondern durch das, was zwischen zwei Menschen passiert.

Was viele meiner Meinung nach vergessen ist, dass es eben kein starres System ist. Es ist nichts, was man perfekt beherrschen muss. Es ist eher etwas, das sich entwickelt. Und zwar individuell.
Wenn man anfängt, sich komplett an fremden Vorstellungen zu orientieren, verliert man genau das, was eigentlich der Kern davon ist: das eigene Empfinden.
Man braucht kein Zertifikat und keine „Erlaubnis“, um das auszuleben. Und man muss es auch nicht rund um die Uhr leben, damit es irgendeinen Wert hat.
Alles andere sind am Ende nur Modelle, Beschreibungen oder persönliche Sichtweisen von anderen. Hilfreich vielleicht als Orientierung, aber kein Maßstab!

Peace

Ja, man kann sich schnell in Ratgebern verzetteln und am Ende macht man doch was eine gefällt.

Das Beste ist nicht zu verkopft ranzugehen:

- erstmal im Einvernehmen

- Safeword

- nicht zu viel auf einmal vornehmen, 2, 3 Sache genügen

- Spaß haben

- sich nicht unter Druck setzen

- sich nicht reinreden lassen, man müsste das so oder so machen, um dazuzugehören

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