Jump to content

Ist Lust heute freier – oder einfach nur komplizierter geworden?


CAT-IS-BACK

Empfohlener Beitrag

(bearbeitet)

Sie ist freier, da mehr Informationen verfügbar sind. In den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden gingen viele Menschen recht uninformiert in sexuelle Abenteuer, der Einfluss der Kirche tat das übrige - Sex und Selbstbefriedigung seien eine Sünde und nur Kinderzeugen ist erlaubt, am besten, während beide angezogen sind und Licht aus und natürlich nur innerhalb der Ehe. Wir wissen, dass sich nicht alle daran gehalten haben, aber viele eben auch doch.

bearbeitet von Yenna
Tippfehlerchen

Nein, frei war ich schon immer.
Man ist leichter austauschbar geworden und das halte ich für nicht gut.

Zu viele Optionen und jede Minderheit will die Mehrheit in ihrem Sinne beeinflussen /erziehen. Dass die große neue Freiheit - studientechnisch mehrfach belegt - zu mehr Vereinsamung und Verrohung führt scheint ja für so Einige erstrebenswert zu sein. Komischerweise nimmt aber auch die Jammerei zu dass immer mehr Menschen keinen Partner finden, wobei ja klar ist dass 'zig nach Toleranz schreiende inkompatible Randgruppen sich gegenseitig runtermachen. Bestes Beispiel ist was man heutzutage ' Standarts' nennt. Jede/r will individuell sein und wahrgenommen werden und ist doch genauso unfrei wie alle Anderen. Heutzutage /unsere Zeit wo es quasi unendliche Möglichkeiten gibt zeigen nur eines ganz deutlich : dass Menschen ohne Regeln, ohne Rücksicht, nur als wandelnde Egotrips unterwegs, sozial kaputt gehen.

vor 4 Minuten, schrieb Yenna:

Sie ist freier, da mehr Informationen verfügbar sind. In den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausende gingen viele Menschen recht uninformiert in sexuelle Abenteuer, der Einfluss der Kirche tat das übrige - Sex und Selbstbefriedigung seien eine Sünde und nur Kinderzeugen ist erlaubt, am besten, während beide angezogen sind und Licht aus und natürlich nur innerhalb der Ehe. Wir wissen, dass sich nicht alle daran gehalten haben, aber viele eben auch doch.

Das ist ein sehr guter Punkt – vor allem der historische Vergleich.Ich glaube auch, dass heute viel mehr Wissen und Zugang da ist als früher, was grundsätzlich etwas Positives ist. Allein schon, dass über Lust, Selbstbestimmung oder Bedürfnisse offener gesprochen wird, macht einen riesigen Unterschied.Gleichzeitig frage ich mich aber, ob diese Freiheit nicht auch eine neue Art von Druck erzeugt hat. Früher gab es klare (wenn auch oft starre) Regeln – heute gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Meinungen und Erwartungen.
Man kann alles wissen, alles ausprobieren, alles sein … und genau das kann auch überfordern.Vielleicht ist Lust heute freier im Kopf, aber komplizierter im Gefühl.
Zumindest fühlt es sich für mich manchmal so an.

Anonymes-Mitglied-1

Es gibt kein richtig oder falsch. Jeder hat seine Meinung und darf diese vertreten. Wir Menschen sind unterschiedliche Individien, Gott sei Dank,daher gehen die Sichtweisen so oder so auseinander.

Nun zu deinem Thema. Social Media macht vieles einfacher. Ob es das Flirten,Schreiben, Meinungsäußerung usw.ist. ABER es macht angreifbar,weil sich viel in der Anonymität versteckt wird.

Was die Lust betrifft: Ich habe mich vor knapp 15 Monaten getrennt, hatte eine fast 30jährige Beziehung und habe danach erst gelernt, was Lust ist. Asche auf mein Haupt,alleine durch diese App, habe ich meine Wünsche und Bedürfnisse kennen- und erfüllen gelernt. Für mich freier. Komplizierter hingegen, jemanden zu finden,wo indem Moment, das Gesamtpaket stimmt.

P.S.: Und auch auf seriösen Dating-Apps geht es ab,wie auf Poppen. Daher bin ich hier gelandet.

Ich empfinde es als Paradoxon.
Während immer inflationärer darüber geredet, influenced, klug geschossen, mit Sex geworben, wird umso verklemmt er werden alle. So zumindest mein Eindruck.
Ich beobachte das auch im Erscheinungsbild der Profile von Frauen. Ich begegne dort gefühlt nur noch den Extremen. Entweder Vielmännerei-Frauenphantasien mit Rudelbumsen, offener Ehe oder sonstigem.
Und als Gegenpol nur Vanille und das erst nach Eheversprechen.
Ich vermisse all das dazwischen....

Gerade eben, schrieb CAT-IS-BACK:

Das ist ein sehr guter Punkt – vor allem der historische Vergleich.Ich glaube auch, dass heute viel mehr Wissen und Zugang da ist als früher, was grundsätzlich etwas Positives ist. Allein schon, dass über Lust, Selbstbestimmung oder Bedürfnisse offener gesprochen wird, macht einen riesigen Unterschied.Gleichzeitig frage ich mich aber, ob diese Freiheit nicht auch eine neue Art von Druck erzeugt hat. Früher gab es klare (wenn auch oft starre) Regeln – heute gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Meinungen und Erwartungen.
Man kann alles wissen, alles ausprobieren, alles sein … und genau das kann auch überfordern.Vielleicht ist Lust heute freier im Kopf, aber komplizierter im Gefühl.
Zumindest fühlt es sich für mich manchmal so an.

Ich glaube, Druck kann beides auf seine Weise erzeugen. Früher Kinder zeugen müssen ob man sich liebt oder nicht und kaum Ahnung von irgendwas und die heutige Freiheit: ich bevorzugen die heutige Freiheit. Herausforderungen wird es im Miteinander sicher immer geben.

Freier und komplizierter gehören zusammen - wenn du unfrei bist und es nur eine (vorgegebene) Möglichkeit gibt, entfällt die Entscheidung und das ist dann 'einfacher'.

Das ist der springende Punkt: Wir haben die äusseren Fesseln (gesellschaftliche Tabus, starre Moralvorstellungen) weitgehend abgelegt, uns dafür aber innere Fesseln aus Erwartungsdruck und Optimierungswahn angelegt.

Es ist das klassische Paradoxon der Wahl (uach wenn ich mich wiederhole, aber das hätte auch noch gut in den anderen Thread gepasst): Wenn alles möglich ist, muss das, was man wählt, perfekt sein. Und wenn es nicht perfekt ist, fühlt es sich wie ein Fehler an.

Lust,Freier ist heutzutage eher im Netz aktiv,aber auch Respekt und Niveauloser,lieblos (Mobbing),Beleidigend obwohl das Gegenüber ein nie kennen gelernt hat real‼️Man zieht sich zurück und hat weniger Stress und Enttäuschungen 🙂🙃👍💯‼️🙋

Von frei kann man hier nicht reden, kommt einem alles recht prüde vor heutzutage. Siehe doch die Werbung zum Beispiel. Wenn früher bei der Fa Werbung die Dame nackt ins Meer gesprungen ist, war doch sehenswert, sowas ist doch heutzutage in der prüden Gesellschaft undenkbar.

Kann ich nicht beurteilen.

Allerdings war die sog. "Lust" schon seit der sog. "sexuellen Revolution" der 1960er/70er freier als in der gesamten Zeit davor.

Somit frage ich mich dann schon womit das "heute" in der Fragestellung im EP denn eigentlich verglichen wird.

vor 39 Minuten, schrieb CAT-IS-BACK:

Und trotzdem wirken viele überfordert, unsicher oder schneller enttäuscht.

Das eher nicht, viel eher herrscht die Angst, Gesellschaftlich nicht mehr gut da zu stehen, wenn gewisse sachen ans Licht kommen, oder eben den Partner zu verlieren, wenn man sich diesem öffnet.

Daraus resultieren auch die ganzen fremdgehenden Personen, die sich in Ihrer eigenen Beziehung nicht öffnen können. Und das, obwohl sie nichtmal sicher sind, wie die Partner wirklich darauf reagieren würden.

Definitiv kann sowohl der Solo Mensch, als auch die entsprechenden Beziehungen, Ihre Sexualität offener Ausleben als früher. Eben ohne Gefahr gesteinigt zu werden. Auch wenn hier und da verachtende Blicke und getuschel kommt, überlebt man dies 😉

#
Ich denke eher im Gegenteil. Neulich wurde im Radio berichtet, dass heutzutage die Jungend immer später mit Sex beginnt. Das Durchschnittsalter für das "Erste Mal" liegt heute bei 19 Jahren.
Mit 19 hatten wir schon jahrelange Erfahrung und so ziemlich alles durchprobiert, von dem man mal gehört oder gelesen hatte. Wir haben in dem Alter überlegt wieder damit aufzuhören. 😁

Anonymes-Mitglied-2

Freier...aber die Verklemmten sind mehr geworden.
Sie ziehen sich Pornos rein und denken das eäre Realität, und dementsprechend ist ihr Kopfkino und die Respektlosigkeit Frauen gegenüber.

Wenn es in Druck ausarten sollte, läuft was ganz entschiedenes falsch. Da empfehle ich Psychohygiene und Löschung aller Apps.
Für mich hat sich gar nichts geändert.
Ich Date eben nur online,statt offline.
Online hat den Vorteil,dass du in Ruhe jemanden kennen lernen kannst. Die sexuellen Vorlieben spielen dabei eine wichtige Rolle.
Das blöde abhängen in Kneipen oder Diskotheken,hat ein Ende.

Die Lust ist freier geworden, Toleranz und Gleichberechtigung sind aber nicht mitgezogen. 
Die Rollenbilder sind immer noch genauso antiquiert wie zu Großmutters Zeiten. Es wird bei der sexuellen Selbstverwirklichung immer noch mit zweierlei Maß gemessen.
Wenn eine Frau viele und vielfältige sexuelle Erfahrungen gesammelt hat, disqualifiziert sie dies in den Augen vieler Männer als potenzielle Lebenspartnerin und deklassiert sie zur „Hure“.

Umgekehrt wird Sex aber auch eine viel zu hohe Bedeutung beigemessen. Es ist ein allgegenwärtiges Thema in den Medien und man bekommt in unserer westlichen Gesellschaft suggeriert, dass man es mindestens mit Federn im Arsch und brennend vom Kronleuchter runterhängend getrieben haben muss, weil man ja sonst unmöglich eine erfüllende Sexualität haben kann und auf jeden Fall was verpasst hat. Höher, schneller, länger, tiefer. Superlative allenthalben. 
 

Und wenn‘s nicht passt, wird fröhlich weitergewischt  Der nächste „life changing sex“  ist ja vielleicht nur ein Match entfernt  😉

 

Ich war schon immer sehr offen und habe mich komplett ausgelebt. Aber gerade meine Generation und noch älter, hatte da wohl so seine Probleme mit. Wenn ich hier von einem 56-jährigen Mann lese, dass der noch nie Outdoor Sex hatte und er sich deswegen unglaublich viele Gedanken macht, frage ich mich wirklich was so ein Mensch bisher in seinem Leben so getrieben hat. Ich finde das unglaublich traurig. Man sollte sich ausleben solange man noch jung ist und der Körper, bei Männern ganz besonders der Penis, auch noch so mitspielen, wie man das gerne möchte.

Als Online-Dating noch was neues war, fand ich das ganz großartig. Damals hat noch jeder gefunden was er wirklich gesucht hat, weil es viel ungezwungener war. Egal ob ons, Affäre, Betrug oder die große Liebe. Jeder hat noch gefunden was er suchte. Heute dreht es sich in absolut jeder dating-app nur noch um den schnellen, unverbindlichen Sex, nur noch das zu finden, was man in irgendwelchen Filmen gesehen hat. Was ich jetzt überhaupt nicht schlecht reden möchte. Aber gerade der Druck bei den Männern scheint unglaublich groß zu sein, sich auf Biegen und Brechen irgendwie noch mal ausleben zu wollen. Und das mit allen Mitteln.
Und ja, auch da gibt es wieder Ausnahmen, bitte fühlt euch nicht alle angesprochen. Gerade hier im Forum ist ja auch ein ganz anderes Klientel, als die Leute, von denen wir Frauen in den meisten Fällen angeschrieben werden.

Sehr paradox finde ich dann auch immer, wenn jemand behauptet er möchte mich kennenlernen, es aber noch nicht mal für nötig gehalten hat, sich 30 Sekunden zu nehmen um mein Profil zu lesen. Wenn ich jemanden kennenlernen möchte ist für mich der erste Schritt doch, einen Einblick von dieser Person zu bekommen und das mache ich, indem ich das Profil lese.

Ich bin definitiv raus aus dem Online-Dating, denn ich finde nicht mehr das, was ich mir gerne wünschen würde.

×
×
  • Neu erstellen...