Dies ist ein beliebter Beitrag. CAT-IS-BACK Geschrieben gestern um 09:22 Der Text ist zu heiß Um weiterlesen zu können benötigst Du einen Account. Jetzt kostenlos registrieren! Jetzt registrieren Dies ist ein beliebter Beitrag. Teil 1: Die Maske aus Seide Der Abend lag wie ein dunkles Tuch über der Stadt. In den Fenstern spiegelte sich Regen, Neon, Einsamkeit. Catta saß reglos auf der Couch, den Blick auf die Wand gerichtet, in Gedanken gefangen. Seit Monaten derselbe Kreis: Zwangsprostitution, Drogen, Geldwäsche. Namen, die auftauchten und wieder verschwanden. Spuren, die ins Leere führten. Der Name Krasniqi blieb. Doch der Mann war unsichtbar. Keine Fehler. Keine Zeugen. Keine Beweise. Catta wusste, dass dieser Fall anders war. Nicht nur gefährlich – sondern verschlingend. Und Catta wusste noch etwas: Der Schlüssel lag nicht in Akten. Sondern in Körpern, Blicken, Abhängigkeiten. Im Rotlichtmilieu, dort, wo Wahrheit nicht gesprochen, sondern gehandelt wurde. Am nächsten Morgen im Revier fiel der Satz, der alles zerriss: „Wir müssen jemanden einschleusen.“ Stille. Dann Cats Stimme – ruhig, fest, beinahe beängstigend klar: „Ich übernehme das.“ Einige Blicke waren skeptisch. Andere erschrocken. Doch keiner widersprach ernsthaft. Denn Catta war nicht nur Ermittler. Catta war jemand, der zwischen Rollen lebte – der wusste, wie Masken funktionierten. Als Transvestit hatte Catta gelernt, dass Identität nicht nur etwas ist, das man ist, sondern etwas, das man trägt. Und diesmal würde diese Maske aus Seide bestehen. Die Verwandlung Die Vorbereitung war keine Tarnung. Sie war eine Metamorphose. Neue Kleidung. Neue Bewegungen. Neue Stimme. Der Spiegel zeigte eine Gestalt, die fremd war – und gleichzeitig erschreckend richtig. Das Make-up verwandelte nicht nur das Gesicht. Es veränderte die Haltung, den Blick, die Art, den Raum zu betreten. In den Dessous lag keine bloße Erotik. Es lag Macht darin. Verletzlichkeit, die begehrt wurde. Kontrolle, die durch Begehren entstand. Catta betrachtete das Spiegelbild lange. Nicht mit Eitelkeit – sondern mit einer Frage: Wie viel von mir bleibt übrig, wenn ich diese Rolle lebe? Das Fuck Inn Das Gebäude war unscheinbar. Beton, Neon, eine Fassade wie tausend andere. Doch hinter der Tür begann eine andere Welt. Parfum, Schweiß, gedämpftes Lachen. Blicke, die nicht fragten, sondern forderten. Der Mann hinter dem Schreibtisch hieß Afrim. Breit gebaut, ruhig, mit einem Blick, der Menschen taxierte wie Ware. Seine Stimme war kontrolliert, sein Lächeln gefährlich. Er musterte Catta von oben bis unten. Nicht nur den Körper. Die Wirkung. Die Verwundbarkeit. Die Frage, ob diese neue „Ware“ gehorsam sein würde. „Du willst hier arbeiten?“ fragte er. Catta hielt seinem Blick stand. Keine Unsicherheit. Keine Bitte. Nur Präsenz. „Ja.“ Ein Lächeln zuckte über Afrims Gesicht. Kalt. Berechnend. In diesem Raum war nichts privat. Nichts freiwillig. Alles war Teil eines Spiels aus Dominanz und Abhängigkeit. Catta spürte es sofort: Hier ging es nicht nur um Geld. Hier ging es um Kontrolle. Und trotzdem – oder gerade deshalb – reagierte der Körper. Ein verräterisches Ziehen. Ein Pulsieren unter der Angst. Die Erkenntnis, dass Begehren nicht fragt, warum etwas geschieht. Afrim ließ Catta wissen, dass hier jeder getestet wurde. Nicht mit Formularen. Sondern mit Nähe. Mit Grenzverschiebung. Mit Situationen, in denen sich zeigte, ob jemand zerbrach – oder funktionierte. Catta funktionierte. Nicht aus Lust. Nicht aus Unterwerfung. Sondern aus Entschlossenheit. Doch als die Tür hinter Afrim zufiel und Catta allein im kleinen Zimmer stand, blieb ein Nachhall im Körper zurück, der nichts mit dem Auftrag zu tun hatte. Eine Mischung aus Scham, Macht und einer Erregung, die Catta am meisten erschreckte. Zwischen den Frauen Die anderen Frauen nahmen Catta auf – misstrauisch, aber nicht feindselig. Lucia. Loana. Namen, Geschichten, Narben hinter Lächeln. Sie erklärten die Regeln, ohne sie auszusprechen: Nicht fragen, wem das Geld gehört. Nicht widersprechen, wenn „oben“ etwas verlangt. Nicht glauben, dass jemand freiwillig hier bleibt – auch wenn er es sagt. Und zwischen all dem: Blicke. Körper. Flirts. Die permanente Spannung, die in der Luft hing wie Strom. Catta beobachtete. Hörte zu. Sammelte Andeutungen. Über Geldtransporte. Über „Freunde von Afrim“. Über Männer, die nie auftauchten, aber über alles entschieden. Der Name Krasniqi fiel nur selten. Immer leise. Immer mit einem kurzen Schweigen danach. Der Körper als Werkzeug Die Freier kamen und gingen. Manche grob. Manche freundlich. Manche gefährlich leise. Catta lernte, wie viel Macht darin lag, begehrt zu werden – und wie schnell diese Macht kippte. Die Begegnungen waren professionell, kontrolliert, aber niemals leer. Jede Berührung war eine Lüge mit einem Ziel. Jeder Blick eine Frage: Was willst du wirklich von mir? Doch der Körper reagierte. Nicht auf Menschen – sondern auf Nähe. Auf Hitze. Auf das Spiel aus Dominanz und Hingabe. In stillen Momenten, unter der Dusche, im Halbdunkel des Zimmers, fragte sich Catta: Ist das nur die Rolle? Oder beginnt diese Rolle, mich zu formen? Der Besucher Eines Abends tauchte ein Mann auf, den Catta kannte. Ein Kollege aus dem Revier. Getarnt als Kunde. Sein Blick blieb einen Moment zu lange hängen. Nicht lüstern. Nicht professionell. Sondern voller Sorge. Sie sprachen leise. Über Afrim. Über Geldflüsse. Über erste lose Fäden, die zu Krasniqi führten. Doch in der Luft zwischen ihnen lag etwas Ungesagtes: die Angst, dass Catta sich zu sehr veränderte. Als er ging, blieb eine Leere zurück, die tiefer war als jede körperliche Erschöpfung. Die erste Spur In einer Nacht, die nach Rauch und Parfum roch, hörte Catta zufällig ein Gespräch zwischen zwei Frauen. Nur Bruchstücke: „…der Albaner…“ „…das Geld kommt nicht von hier…“ „…Afrim ist nur der Verwalter…“ Ein Name fiel. Leise. Aber eindeutig. Krasniqi. Cattas Herzschlag veränderte sich. Nicht schneller. Fokussierter. Endlich ein Ansatz. Doch mit der Erkenntnis kam auch etwas anderes: Ein kalter Schatten der Ahnung, dass dieser Ort nicht nur gefährlich war – sondern tödlich für jeden, der zu viel wusste. Der Preis In dieser Nacht lag Catta auf dem Bett, das Licht gedämpft, der Körper müde, der Kopf hellwach. Das Telefon vibrierte. Eine Nachricht von zu Hause. Ein Name, der für Sicherheit stand. Für Vergangenheit. Für Wahrheit. Catta sah lange auf das Display. Antwortete nicht. Denn eine Frage brannte stärker als jede Angst: Wie weit kann ich gehen, ohne mich selbst zu verlieren? Der Körper war bereits Teil des Spiels. Die Rolle war nicht mehr nur Tarnung. Und irgendwo in dieser Stadt begann jemand zu bemerken, dass Catta nicht einfach nur eine weitere Figur auf dem Schachbrett war. Die Maske saß perfekt. Zu perfekt. Und der Feind war näher, als Catta ahnte.
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