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Frost und Feuer eine erotische Geschichte in 4 Teilen


Th****

Empfohlener Beitrag

Der Text ist zu heiß

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Teil 1
Der Winter 1978/79 war ein Tier. Ein knöchelharter, beißender Bastard, der sich über die Eifel gelegt hatte und alles unter einer bleiernen Decke aus Eis und Stille ersticken ließ. Die Kälte kroch durch jede Ritze der windschiefen Bauernhäuser, ließ die Dachrinnen zu gläsernen Klauen erstarren und verwandelte die Landstraßen in gefährliche Schlitterbahnen. In dieser erstarrten Welt war die „Blitzkiste“, die einzige Diskothek im Umkreis von dreißig Kilometern, ein widerständiges, pulsierendes Organ. Ein Betonklotz am Ortsrand, von außen eine triste Lagerhalle, innen ein brodelnder Kessel aus Licht, Schweiß und dem dröhnenden Bass von Boney M., Chic und den ersten zaghaften Synthesizer-Klängen von Kraftwerk.

Hier, zwischen den rauchgeschwängerten Wänden, dem flackernden Spiegelball und dem klebrigen Bierfußboden, bewegte ich mich an diesem Samstagabend. Ich, 22, frisch mit der Lehre fertig, die Welt ein einziges, noch unbetretenes Feld. Die Kälte draußen war vergessen, ersetzt durch die Hitze der Körper und den süßlichen Dunst aus Pommesschmalz, Bier und billigem Parfüm. Und dann sah ich sie.

Sie stand an der Theke, ein lebendiges Feuer in der dämmrigen Halle. Ihr Haar war nicht einfach nur rot, es war eine Mähne aus Kupfer und Mahagoni, die ihr in wilden Wellen über die Schultern fiel und das flackernde Farblicht einfing und zurückwarf. Sie trug enge, ausgewaschene Jeans, die sich um ihre langen Beine schmiegten wie eine zweite Haut, und einen grob gestrickten Rollkragenpulli, der trotzdem nichts von der spektakulären Kurve ihrer Brust verbergen konnte. Ihre Haut war blass wie Porzellan, übersät mit einem Staub von Sommersprossen über der Nase. Sie lachte, und das Geräusch schnitt durch den Discolärm wie ein heller Scheinwerferstrahl – unverstellt, fordernd.

Unser Blick traf sich. Sie hielt ihn aus, forschte in meinem Gesicht, ein leichtes, schiefes Lächeln um ihre vollen Lippen. Es dauerte keine fünf Minuten, bis ich neben ihr stand, über das ohrenbetäubende „Ra-Ra-Rasputin“ brüllend, das die Tanzfläche zum Beben brachte. Ihr Name war Lina. Sie kam aus dem Nachbarkreis, studierte irgendwas mit Sprachen in Köln, war aber übers Wochenende bei ihrer Tante. Ihre Stimme war rauchig, ihr Dialekt abgeschliffen, aber nicht ganz weggeküsst. Wir redeten über alles und nichts: Über den eiskalten Winter, über die lahme Musikauswahl des DJs („Immer diese Scheiße! Gib mir mal was Richtiges!“), über das Gefühl, auf dem Land festzustecken, während anderswo die Welt passierte. Ihre Augen, ein wässriges Grün, fixierten mich mit einer direkten Intensität, die mir den Atem raubte. Sie war klug, schnoddrig und hatte einen trockenen Humor, der mich immer wieder zum Lachen brachte.

Als aber Lobo‘s.  „ I'd love you to want me „. anbrach, ein langsamerer, aber umso intensiverer Song, zog sie mich ohne ein Wort auf die Tanzfläche. Ihr Körper presste sich an meinen, zunächst vorsichtig, dann mit einer entschlossenen Nachgiebigkeit. Ich konnte den Duft ihres Haares riechen – Shampoo, Zigarettenrauch und etwas Würziges, Unbekanntes. Meine Hände fanden ihre Taille, fühlten die schmale Kurve unter dem groben Stoff. Ihre Hände lagen auf meinen Schultern, die Finger leicht in mein Fleisch gegraben. Die Luft zwischen uns wurde elektrisch, geladen von einer ungeduldigen Erwartung. Als der Song ausklang und der nächste Beat noch nicht eingesetzt hatte, in dieser Sekunde der Stille, sah sie mich an. Ihr Blick war eine klare Frage, eine Herausforderung. Ich beugte mich vor, und unser erster Kuss war kein zartes Abtasten, sondern eine Besitzergreifung. Ihre Lippen waren weich, aber ihr Kuss war hungrig, fordernd, ihre Zunge erkundete meinen Mund mit einer unverblümten Direktheit, die mich schwindeln ließ. Es schmeckte nach Bier, Mentholzigaretten und purem, unverfälschtem Leben.

„Komm raus“, flüsterte sie mir ins Ohr, ihre warme Atemluft ließ eine Gänsehaut über meinen Nacken jagen. „Ich ersticke in dieser Bude.“

Draußen schlug uns die eisige Luft entgegen wie eine feuchte Faust. Wir standen im schmuddeligen Vorhof der Disco, zwischen vereisten Pfützen und qualmenden Auspuffrohren alter Opels und Golfs. Sie zitterte leicht, aber nicht vor Kälte. Ihr Gesicht war im fahlen Licht der trüben Straßenlaterne noch blasser, ihre Sommersprossen wie dunkle Tupfer. Sie griff nach meiner Hand. Ihre Finger waren eiskalt.

„Morgen“, sagte sie, während sie sich eine Zigarette anzündete, die Flamme des Feuerzeugs erhellte kurz ihre scharf geschnittenen Gesichtszüge. „Drei Uhr. Das alte Gartenhaus am Ende der Birkenallee. Weißt du, wo ich meine?“

Ich wusste es. Ein verfallenes Holzgebäude am Rande des Dorfes, halb versteckt hinter wildem Efeu, ein Relikt aus besseren Tagen. Ich nickte, unfähig, Worte zu finden.

„Gut.“ Sie drückte ihre Zigarette aus, ließ sie in den Schnee fallen, wo sie ein kleines, schwarzes Loch hinterließ. Dann stand sie auf den Zehenspitzen, küsste mich noch einmal, kurz und hart. „Bis morgen.“

Der Sonntagnachmittag war grau und still. Der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln, als ich die Birkenallee hinunterging, eine schnurgerade Schneise mit knorrigen, entlaubten Bäumen, deren Äste wie erstarrte Klauen in den Himmel griffen. Das Gartenhaus tauchte am Ende auf, ein malerischer Ruinenrest. Der Efeu hatte es fast verschlungen, das Holz war silbergrau und verwittert. Eine blecherne Regenrinne hing herab und klapperte leise im Wind.

Die Tür war nicht verschlossen. Ich drückte sie auf und trat ein.

Drinnen war es überraschend wohnlich. Lina hatte offenbar aufgeräumt. Der grobe Zementboden war gefegt, in einer Ecke stand ein altes Sofa mit zerrissenem Samtbezug, daneben ein klappriger Holztisch, auf dem eine Kerze und eine Flasche Rotwein mit zwei Gläsern standen. Ein kleiner, rostiger Ofen glühte in der anderen Ecke und verbreitete eine trockene Wärme, die den modrigen Geruch von altem Holz und feuchter Erde vertrieb. Das Licht fiel gedämpft durch die schmutzigen Fenster und tauchte den Raum in ein goldenes Dämmerlicht.

Sie stand am Fenster und drehte sich um, als ich eintrat. Sie trug enge Cordhosen und einen dünnen, weißen Rollkragenpulli, der ihre Formen umspielte. Ihr Haar war offen und leuchtete wie glühende Kohlen im trüben Licht.

„Du bist pünktlich“, sagte sie lächelnd. Ihre Stimme klang weicher als am Abend zuvor.

Sie kam auf mich zu, nahm mir den dicken Parka ab und warf ihn auf das Sofa. Dann führte sie mich zum Tisch, schenkte Wein ein. Der Wein war süß und schwer, er wärmte mir die Kehle hinunter. Wir sprachen wenig. Die Worte von gestern Nacht waren verbraucht. Jetzt herrschte eine andere Art von Spannung, eine dichte, sinnliche Erwartung, die den kleinen Raum ausfüllte. Ihre Blicke waren Botschaften, ihre zufälligen Berührungen – ihre Hand auf meinem Arm, ihr Knie, das kurz gegen meins stieß – waren Versprechungen.

Sie stand auf und zog mich vom Stuhl hoch. „Tanzen wir“, flüsterte sie.

Es gab keine Musik außer dem leisen Knacken des Feuers im Ofen und dem Heulen des Windes draußen. Wir bewegten uns langsam, ineinander verschlungen, in einem stummen, intimen Ritual. Meine Hände glitten über ihren Rücken, spürten die Wirbelsäule unter dem dünnen Stoff. Ihre Hände wanderten in meinen Nacken, ihr Atem war warm an meiner Wange. Der Geruch von ihr – jetzt vermischt mit dem holzigen Rauch des Ofens und einer leichten Zitrusnote – machte mich benommen.

Sie führte mich zum Sofa. Das alte Möbelstück ächzte unter unserem Gewicht. Sie lag über mir, ihr Haar fiel wie ein Vorhang um unsere Gesichter und schirmte uns von der Welt ab. Ihre Küsse wurden tiefer, verzweifelter. Meine Hände fanden unter ihrem Pulli die warme, weiche Haut ihres Rückens. Ich spürte die Schnalle ihres BHs. Mit einer geschickten Bewegung löste sie sie selbst.

Dann führte sie meine Hand. Nicht zu ihrer Brust, sondern weiter nach unten, über den flachen Bauch, bis zum Bund ihrer Cordhose. Ihre Augen waren weit geöffnet, ihr Blick eine Mischung aus Herausforderung und einer seltsamen Verwundbarkeit. Sie drückte meine Hand fest gegen sich.

Und da spürte ich es.

Durch den rauen Cordstoff hindurch fühlte sich die Kontur anders an als erwartet. Weich, aber darunter lag etwas Festes, Längliches. Mein Gehirn ratterte, verwarf die erste, unmögliche Schlussfolgerung. Ich drückte vorsichtig, forschend. Es war unverkennbar. Die Form, die Größe… es war ein erigierter Penis.

Ich erstarrte. Der Raum schien sich zu drehen. All meine Sinne konzentrierten sich auf diese eine Stelle unter meiner Handfläche. Lina bewegte sich nicht. Sie beobachtete mein Gesicht, atmete flach.

„Überraschung“, hauchte sie schließlich, und in ihrer Stimme lag ein Hauch von bitterem Trotz, aber auch eine ungeheure Erleichterung.

Ich zog meine Hand nicht weg. Der Schock war gewaltig, eine Lawine aus widerstreitenden Gefühlen: Verwirrung, Irritation, aber auch eine brennende, unerwartete Neugierde. Alles, was ich über Frauen zu wissen glaubte, zerbröselte in diesem Moment. Aber alles, was ich in dieser Sekunde fühlte, war die intensive Hitze ihres Körpers, der atemlose Ausdruck in ihren Augen und eine primitive, ungezügelte Erregung, die den Schock einfach überrollte.

„Macht das… einen Unterschied?“, fragte sie, und ihre Stimme war jetzt klein, fast ängstlich.

Ich sah sie an. Sah das feuerrote Haar, die grünen Augen, die vollen Lippen, die unglaublichen Kurven ihres Körpers unter mir. Ich spürte die Wärme, die von ihr ausging, die Leidenschaft, die uns hierher geführt hatte. Und ich spürte den steifen Schwanz unter meiner Hand, der zu ihr gehörte wie alles andere.

„Nein“, sagte ich heiser. Und es war die Wahrheit. In diesem verwunschenen Gartenhaus, abgeschnitten von der Welt und ihren Regeln, existierte nur das Hier und Jetzt. Und das Hier und Jetzt war verdammt heiß.

Ein langsames, triumphierendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sie stand auf und zog mich mit sich. Mit entschlossenen Bewegungen öffnete sie den Knopf ihrer Hose und zog den Reißverschluss herunter. Die engen Cordhosen glitten über ihre Hüften und fielen zu Boden. Darunter trug sie keine Unterwäsche.

Und da stand er. Schlank, gut geformt und vollständig erigiert, stolz aus einem ordentlichen Büschel rötlicher Haare ragend. Er passte irgendwie zu ihr – eine weitere, verblüffende Facette ihrer unglaublichen Erscheinung. Sie beobachtete meinen Blick, ihr Gesicht eine Maske aus Stolz und Unsicherheit.

„Na?“, sagte sie rauh. „Enttäuscht?“

Ich schüttelte den Kopf, unfähig zu sprechen. Stattdessen kniete ich mich hin. Der Geruch von ihr war intensiv, aufregend fremd und vertraut zugleich. Ich umschloss ihn mit der Hand, fühlte die pulsierende Wärme, die seidige Haut. Sie stöhnte leise auf, eine kehlige, raue Laut.

Was dann folgte, war kein zärtliches Liebesspiel mehr. Es war eine Entdeckungsreise ohne Landkarte, geführt von purer Sinnlichkeit und einem unstillbaren Hunger. Ich nahm ihn in den Mund, lernte ihre Reaktionen kennen – das Zucken ihrer Hüften, das unterdrückte Keuchen, wie ihre Hände sich in meinem Haar vergruben. Sie schob mich auf das Sofa zurück und ritt mich mit einer wilden Entschlossenheit, ihr Körper ein perfekter Bogen der Lust über mir. Später nahm ich sie von hinten, während sie sich über den klapprigen Tisch beugte, ihre Hände krallten sich in die Holzplatte. Das Geräusch unserer Körper, die sich trafen, vermischte sich mit ihrem heiseren Stöhnen und dem Heulen des Windes.

Es gab keine Scham, keine Hemmungen mehr. Nur Haut, Schweiß, das Knacken des Ofens und die überwältigende Intensität des Moments. Sie war komplett anders als jede Frau, die ich je gekannt hatte – freier, direkter in ihrer Lust, fordernder. Und doch war sie auch sie: Lina mit dem feuerroten Haar und dem schiefen Lächeln.

Später lagen wir erschöpft auf dem ausgeleierten Sofa, unter einer groben Wolldecke zusammengekuschelt. Der Ofen war nur noch eine glimmende Asche, die Kälte kroch langsam zurück in den Raum. Sie rauchte eine Zigarette, der rote Punkt in der Dämmerung malte Muster an die Decke.

„Passiert dir das oft? Dass du… so überrascht wirst?“, fragte ich leise.

Sie lachte kurz auf. „Oft genug. Die Reaktionen sind… unterschiedlich.“ Sie drehte sich zu mir, ihr Gesicht war ernst. „Manche laufen schreiend weg. Andere werden gewalttätig. Einige…“ Sie zögerte. „Einige finden es geil. So wie du.“

„Ich finde dich geil“, korrigierte ich sie und meinte es so.

Sie lächelte diesmal ein weiches, echtes Lächeln und drückte ihre Zigarette aus. „Das ist gut.“ Sie kuschelte sich enger an mich. „Weißt du… das hier… das war mehr als nur Sex.“

Ich wusste es. In dieser verfallenen Hütte hatte sich etwas geöffnet, in mir und zwischen uns. Eine Tür zu einer Welt, von der ich nicht einmal gewusst hatte, dass es sie gab. Eine Welt jenseits von einfachen Kategorien, geführt von nichts als dem rohen Funken der Anziehung.

„Kommst du nächsten Samstag wieder in die Blitzkiste?“, flüsterte ich ihr ins Haar.

Sie sah mich an, ihre grünen Augen funkelten im letzten Licht der Kerze. „Versprochen.“

gut geschrieben, sehr , den winter gabs tatsächlich so hart. ob bei euch in hessen auch keine ahnung. aber son knalliges erlebnis hatte ich nicht. bin gespannt wies weiter geht. 

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