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Der Einfluss von Kunst und Kultur


Fetisch-devot

Empfohlener Beitrag

Geschrieben
vor einer Stunde, schrieb Fetisch-devot:

Wie seht ihr denn derartige Einflüsse auf die Sexualität

Ich sehe gar nicht so sehr einen Einfluss auf die Sexualität - diese Dinge, Praktiken und Vorlieben gab es bereits von jeher - man hat dem Kind nur irgendwann einen eigenen Namen gegeben. Ist ein allzu menschliches Verhalten, für alles eigene Begrifflichkeiten zu wählen oder zu entdecken. Sieht man ja auch hier im Forum, wenn immer mal wieder die Frage gestellt wird: "Ich mag dies und das und bin dies und das - was bin ich/wie heiße ich?"

Aber ich warte noch auf den Tag, wenn irgendwann der Begriff "Shadismus" salonfähig wird, um weichgespülte BDSM-Phantasien zu umschreiben.

Geschrieben (bearbeitet)

Ich würde da eine Unterscheidung treffen, die allerdings nicht so einfach ist. "Rubensfrauen" und respektive Anhänger gab es bereits vor Rubens Werke. Daher ist die Sprache eine passende Formulierung (vermittelt durch die Kunst) für einen existierenden Geschmack. Bei de Sade und co. könnte ich mir vorstellen, dass das Erfahren über gewisse Praktiken durch ein kulturelles Medium Hemmungen abgebaut hat bzw. bei einigen Menschen ein Interesse an etwas geweckt hat, woran sie bis dato nicht gedacht hatten.

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben (bearbeitet)

Ich sehe da keinen Einfluss althergebrachter Wörter auf die aktuelle Sexualität. Es sind Begriffe, die wir nicht im ursprünglichen Kontext der Literatur verwenden. Der Mensch lernt sie als eigenständige Sprachbegriffe und das wohl häufig bevor er deren Ursprung kennt. Und die meisten Personen benutzen Wörter einfach in der erlernten Art und Weise, ohne sich größere Gedanken über deren eigentliche/ursprüngliche Bedeutung zu machen. Das eine ist also alltäglicher Sprachgebrauch und das andere Sprachhistorie.

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben
vor einer Stunde, schrieb Fetisch-devot:

Wie seht ihr denn derartige Einflüsse auf die Sexualität und unseren damit verbundenen Sprachgebrauch sowie unseren Umgang mit diesen Dingen?

Dazu müsste man ja wissen ob es jetzt solche Einflüsse gibt , für mich nicht vorstellbar .

Ich weiß zwar was unter einer " Rubensfrau " oder einer " Lolita " grob gemeint ist nutze diese Formulierung selber allerdings nicht .

De Sade oder Sacher-Masoch haben für mich nur als Namensgeber eine Bedeutung und ich denke Das ist eher dem Zufall geschuldet , das es grad die Beiden waren .

Geschrieben

Weitere Beispiele stammen aus der griechischen und römischen Mythologie: Aphrodisiakum, Erotik, nymphoman, Amor, Venushügel, venerischere Krankheiten, Hermaphrodit, Ödipuskomplex..., aus der griechischen Geschichte: platonische Liebe, aus der Literatur: Casanova und Don Juan... mit ein bisschen nachdenken, werden einem noch viele weitere einfallen.

Geschrieben
Tolles Thema...!! Ich muss aber etwas nachdenken darüber. Bringen Künstler und Literaten das zum Ausdruck, was der Zeitgeist bereithält? Oder lässt sich der Zeitgeist von Vordenkern inspirieren? "Lolita" zB ist verfilmt worden, und ich kann mir vorstellen, dass viele von denen die den Film gesehen, das Buch gelesen haben, sich von einem für sie neuen Ideal ansprechen ließen. Öffentliche Darstellung ermöglicht Zugänge, die es vorher nicht gab.
Geschrieben
vor 20 Minuten, schrieb OneNo:

Ich sehe gar nicht so sehr einen Einfluss auf die Sexualität - diese Dinge, Praktiken und Vorlieben gab es bereits von jeher - man hat dem Kind nur irgendwann einen eigenen Namen gegeben. Ist ein allzu menschliches Verhalten, für alles eigene Begrifflichkeiten zu wählen oder zu entdecken. Sieht man ja auch hier im Forum, wenn immer mal wieder die Frage gestellt wird: "Ich mag dies und das und bin dies und das - was bin ich/wie heiße ich?"

Aber ich warte noch auf den Tag, wenn irgendwann der Begriff "Shadismus" salonfähig wird, um weichgespülte BDSM-Phantasien zu umschreiben.

Es ist aus der linguistischen Perspektive heraus richtig, dass alle Dinge einen Namen brauchen, sonst würde die Kommunikation doch sehr schwer werden :D

"Shadismus" als neuer Begriff wäre durchaus ein Neoligismus, der mich belustigen würde.

vor 13 Minuten, schrieb LoveToFinish:

Das eine ist also alltäglicher Sprachgebrauch und das andere Sprachhistorie.

Da hast du recht, wobei ich ein sehr großer Fan der Etymologie bin, da kann ich nicht aus meiner Haut :D

 

Geschrieben
Guter Input, zu ein paar ganz privaten und frivole Stunden, gehört versautes Reden einfach mit dazu. Ist es doch eher als Auszeichnung zu verstehen, und feuern sich beide Partner noch gegenseitig damit an. Für sensible Gemüter ist das natürlich nichts, aber Spielverderber findet man überall. Die lieben es dann vegetarisch, andere dafür deftig. Es ist Geschmackssache.
Geschrieben
vor 10 Minuten, schrieb Nitrobär:

 

De Sade oder Sacher-Masoch haben für mich nur als Namensgeber eine Bedeutung und ich denke Das ist eher dem Zufall geschuldet , das es grad die Beiden waren .

Ich denke, gerade diese beiden Beispiele stehen dafür, bestimmte Gedanken einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auch wenn es diese vorher bereits gab. Dass diese dann eponym waren, ist zwar konsequent aber genauso dem Zufall geschuldet :)

 

vor 6 Minuten, schrieb holger63:

Weitere Beispiele stammen aus der griechischen und römischen Mythologie: Aphrodisiakum, Erotik, nymphoman, Amor, Venushügel, venerischere Krankheiten, Hermaphrodit, Ödipuskomplex...

Sehr schöne Beispiele, die mir jetzt sicher nicht alle aus dem Stehgreif eingefallen wären :)

 

vor 6 Minuten, schrieb Sanftermann58:

 Öffentliche Darstellung ermöglicht Zugänge, die es vorher nicht gab.

Das war in etwa mein Grundgedanke :)

 

Geschrieben

@Fetisch-devot

Ich denke zu ihren Lebzeiten hatten die Beiden kaum Einfluss auf eine größere Öffentlichkeit  und

wer sie dann später erwählt hat , hat ihren Namen dann den Einfluss verpasst .

Geschrieben
Joa ich seh dass so "ähnlich" wie panofsky, also wir haben einen Betrachter des Werkes einen "Künstler", ein Werk und die Gesellschaft. Der Künstler mit seiner eigenen Individualität ist durch Gesellschaft geprägt und orientiert sich bewusst oder unterbewusst im Sujet oder Stil an der Gesellschaft bzw. An der "Kultur". Hieraus entsteht nun ein Objekt welches vom Betrachter wahrgenommen wird, der Betrachter ist wiederum auch im Einfluss der Gesellschaft und bringt auch seine eigene Individualität mit und es steht ihm frei das Werk nach seinem eigenem ermessen in seinem eigenem zeitlichen kontext zu interpretieren. => ein Thema oder Stil resultiert aus gesellschaftlichen Strömungen die von einem Individuum manifestiert werden und diese werden dann vom Betrachter in seiner zeit neu interpretiert und bei genügen Anklang wird eine Strömung verstärkt oder neu begründet. Aka Gesellschaft +Künstler =Werk - > Einfluss auf Betrachter + Gesellschaft
Geschrieben

Ich denke MTV hatte auf meine Generation viel Einfluss , aber ob zB. die Madonna-Vids Kunst waren behaupte ich nicht .:$

Geschrieben
vor 10 Minuten, schrieb Fetisch-devot:

Das war in etwa mein Grundgedanke :)

Deine Hypothese hat auch was! 

Geschrieben
Meine Sexualität wird nicht von aussen beeinflusst, weil ich das gar nicht zulasse...
Geschrieben
vor 1 Stunde, schrieb Fetisch-devot:

Die menschliche Sexualität ist ein weites Feld und wird auch immer wieder von außen beeinflusst, etwa durch Strömungen, Ideen oder auch einzelne Personen aus dem öffentlichen Leben. So sind auch einige Wörter, die im Zusammenhang mit der Sexualität stehen, durch solche Faktoren geprägt worden

Ist es nicht eher umgekehrt? Die Sexualität beeinflusst Kunst und Kultur.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Minuten, schrieb Sunflower77:

Ist es nicht eher umgekehrt? Die Sexualität beeinflusst Kunst und Kultur.

Das kann man so herum durchaus auch sehen :)

Der Wahrheit am nächsten kommt vermutlich die Aussage, dass zwischen beiden Feldern Wechselwirkungen bestehen :D

 

vor 5 Minuten, schrieb LaPerla:

Meine Sexualität wird nicht von aussen beeinflusst, weil ich das gar nicht zulasse...

Ich meinte weniger die individuelle Sexualität und mehr ein eher kollektives Empfinden bzw einen gewissen Sprachgebrauch, der ohne äußere Einflüsse wohl anders aussähe als er es in unserer heutigen Zeit tut :)

 

bearbeitet von Fetisch-devot
Geschrieben
Warum eigentlich immer von Rubens, de Sade und etc. herleiten...? . Dirty Talk wurde unter anderem durch Apotheker beeinflusst... Die "Möse" hat ihren etymologischen Ursprung beim Gewürzmörser... . Soll bedeuten: Kultur befindet sich, ähnlich wie Sprache, in einem ständigen Wandel und es braucht nicht zwingend große Denker oder tolle Farben, um das zu entdecken oder ihm einen Namen zu geben...
Geschrieben
vor 4 Minuten, schrieb LaPerla:

Meine Sexualität wird nicht von aussen beeinflusst, weil ich das gar nicht zulasse...

Das gilt frühestens ab dem Moment, da Du ein voll funktionsfähigen und eigenständiges Bewusstsein hast. Bis dahin bist Du fast nur durch Beeinflussung zu dem geworden, was Du zu diesem Zeitpunkt bist. Und auch ab dann ist ein ein absoluter Trugschluss, dass Du Herr Deiner selbst bist. Den wenigsten Menschen ist das aber bewusst.

Geschrieben
vor 1 Minute, schrieb xxx_schlingel:

Warum eigentlich immer von Rubens, de Sade und etc. herleiten...? . Dirty Talk wurde unter anderem durch Apotheker beeinflusst... 

Weil es sich dabei ganz platt gesagt um die bekanntesten Beispiele handelt :D

Darüber hinaus darf jeder weitere Beispiele einbringen, deines finde ich sehr gut :D

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Minuten, schrieb xxx_schlingel:

Warum eigentlich immer von Rubens, de Sade und etc. herleiten...? . Dirty Talk wurde unter anderem durch Apotheker beeinflusst... Die "Möse" hat ihren etymologischen Ursprung beim Gewürzmörser... . Soll bedeuten: Kultur befindet sich, ähnlich wie Sprache, in einem ständigen Wandel und es braucht nicht zwingend große Denker oder tolle Farben, um das zu entdecken oder ihm einen Namen zu geben...

" Dirty Talk wurde unter anderem durch Apotheker beeinflusst". Könntest du das bitte erläutern? Zudem kommt es nicht so vor, als hätte die TE behauptet, Sexualität gehe NUR auf Kunst und Kultur zurück...

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Geschrieben

Um das auf mich zu beziehen, um es für mich zu erklären :

Derzeit bin ich dem "happy painting" verfallen, jedoch hat sich meine Sexualität deswegen nicht geändert. 

Ich mag Klimt und Munch sowie Dürer, aber ich wechsle dazu nicht meine Einstellung zum Leben. 

 

Jede Epoche bringt Künstler hervor, die die Epoche festhalten für die Nachwelt. 

Die Sexualität entwickelt sich weitab von der Kunst. 

Wenn beeinflusst eher die Sexualität die Kunst, da die Entwicklung für die Nachwelt festgehalten wird. 

Geschrieben
Der fairness halber sollte man dann auch Beispiele mit einbringen, wie die Gesellschaft sexuell kastrieren kann... . Im antiken griechischen Mäzenatentum war es nicht schlimm, den Hintern hinzuhalten, um politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich aufzusteigen... Heute wird Homo- oder Bisexualität unter Männern, nun ja, "anders" betrachtet... . Die alten Germanen haben zwischen der Wintersonnenwende und ihrem Neujahr gefeiert und gefickt, wie die Tiere... Alle mit allen, jeder mit jedem, Orgie auf Orgie usw... Haben das sterbende Jahr quasi mit exzessiver Lebendigkeit gefeiert und so das neue Jahr, den neuen Zyklus, willkommen geheißen... Heute sind Gangbangs und Orgien für die meisten fast schon was besonderes, wie eine Delikatesse... oder besonders abartig, je nachdem, wen man fragt... . Ich merke aber gerade, das das schon wieder in Richtung Religion und der "Siegermentalität", die eine damals noch sehr junge Religion etablieren sollte, abdriftet...
Geschrieben
Habe ich doch @Malguckenmalnicht ... . Aus dem Mörser wurde irgendwann die Möse, quasi also "Apothekerdialektik", wenn du so willst... Ähnlich, wie der Elektriker in einigen Teilen Deutschlands seine Kabelbinder "Strapse" nennt... . Wenn man sich nun die Gestalt eines Gewürzmörsers anschaut und dann noch den Pistill, Stößel oder Stampfer, welcher vage an einen Phallus erinnert, und wie er mit dem Mörser interagiert, um Gewürze und dergleichen zu zerstoßen betrachtet, ist die Verbindung da... . Sieht halt insgesammt aus, wie Zeigefinger von der rechten Hand durch Kreis, geformt aus Daumen und Zeigefinger, der linken Hand...
Geschrieben

Es wird oft dem Kind einen Namen gegeben was davor schon da war. Mir sind die meisten Begriffe zwar bekannt, verwende jedoch deshalb sie nicht immer in meinem Wortschatz, weil mir der Name dafür einfach nicht zu sagt. Oder ich der Meinung bin, warum sollte ich der Tatsache einen schön klingenden Namen geben obwohl es anders ist.

Ja, Kunst, Bücher und Filme haben einen Einfluss auf unser Leben in jeglicher Hinsicht. Es werden Wünsche geweckt, von denen man zuvor nichts geahnt hat. Oder auch fest gestellt, genau das möchte ich nicht.

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