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Lillyleinchen

Gescheitert

Empfohlener Beitrag

Lillyleinchen
Geschrieben

Ich finde dass die freie Sexualität gescheitert ist. Ich empfinde es als nicht realisierbar

Obwohl ich sexuell sehr aufgeschlossen bin, mich selbst als multisexuell beschreiben würde, habe ich jetzt seit einem Jahr keinen neuen Sexpartner gehabt.

Seit Tage grüble ich über eine Begegnung nach, die für mich in diesem Fall sehr Aussagekräftig ist.

Ich kenne (oder vielmehr nahm war) einen Mann von hier, der aber auch noch auf einen anderen Seite angemeldet ist, bei dem ich auch Bilder und Freundschaftsliste usw. im Profil habe. Dieser Mann und ich haben schon vor langer Zeit herausgefunden dass wir uns nicht leiden können. Da wir im selben Ort wohnen, in den selben Gruppen sind und sogar manche gemeinsamen Kontakte haben, geraten wir immer mal wieder aneinander.

Vor ein paar Tagen war ich mit einem langjährigen Bekannten in einem Saunaclub, wir sind da so was wie Stammgäste, dieser besagt Mann war auch da. Wir haben wie immer die Tür aufgelassen, haben aber niemanden zum mitmachen eingeladen. Besagter Mann hat, wie sollte es anders sein :-( versucht mich an zufassen. Mein deutliches Nein, hat er dann hingenommen und ist gegangen. Später an der Bar hat er mich angesprochen, dass er mich geil findet, das es schon immer in seiner Fantasie war, die Spielart auszuleben, die er bei mir und meinem Partner gesehen hat und er gerne mit mir auf die Matte möchte. Ich hab ihm ganz normal gesagt dass ich daran kein Interesse hätte und dass ich diese Spielart nur mit meinem Bekannten mache, da wir uns schon seit Jahren kennen. Daraufhin hat er mich als dumm und arrogant bezeichnet und hat die Sauna verlassen.

Soweit alles gut, ist nicht das erste Mal dass ein Mann nach einer Absage beleidigt war.

Aber jetzt kommt der Hammer, schreibt dieser Mann mich doch tatsächlich an, möchte sich mit mir treffen, meinte wir hätten ja schon Kontakt in der Sauna gehabt, und er wäre auch mit "normalem Sex" zufrieden. Er ist jetzt geblockt!

Es gab auch schon Männer mit denen ich mich getroffen haben, die meinten ich wäre nicht ihr Type aber wir könnten ja trotzdem Spaß miteinander haben :-(

Und genau darum ist es meiner Meinung nach gescheitert. Es geht nicht mehr um den Menschen, da wird gevögelt mit Menschen die man noch nicht mal leiden kann, jeder ist austauschbar, niemand wird mehr als Person wahrgenommen.

Männern scheint das im allgemeinen weniger auszumachen, Frauen reagieren darauf wohl sensibler.

Ich will doch ganz sicher mit keinem Menschen Sex der mich nicht leiden kann, nur weil ich bereit bin seine Fantasien auszuleben, noch nicht mal wenn seine Fantasie ist, mit jemanden zu poppen den er nicht leiden kann.

Soviele Gefühle die beim Sex freiwerden, soviel Nähe die ich zulasse, soviel Verletztbarkeit die entstehen kann, will ich doch nicht mit einem Menschen dem ich egal bin. Der hinterher seine Hose hochzieht, geht und vielleicht noch denkt ~was für eine blöde Kuh~


 

DerLeibhaftige
Geschrieben

Das würde ich unter "Vollidioten" abschreiben, und nicht deswegen meine Lebensart in Frage stellen, die mit den RICHTIGEN Menschen gut funktioniert! 

Soulsister008
Geschrieben

@ Kissingdragon

das hast Du sehr schön formuliert und auf den Punkt gebracht!

Bei diesem Thema sehe ich mich auch in der zweiten Gruppe.

Es gab bei mir vor vielen Jahren mal die Situation, dass ich mich auf und mit einem Mann eingelassen habe, den ich zu Anfang sehr unsympathisch empfand.

Nach langen Gesprächen und einem besseren Kennenlernen haben wir festgestellt, dass uns einiges verbindet und davon recht viel auf dem erotischen Sektor.

Daraus entwickelte sich das, was man wohl heute als Freundschaft + bezeichnet.

Das ist mir danach aber nie wieder mit einem Menschen passiert und vor allen Dingen würde ich mich nicht auf einen Mann einlassen wollen, der mich respektlos behandelt, so wie der Mann von der TE hier beschrieben!

Geschrieben (bearbeitet)

es gibt sehr viele die eine vorliebe lesen und es dann ihrer meinung nach passt. da schaltet wohl der kopf aus. sehr, sehr viele sogar. es ist egal ob man aussieht als wie durch den kanal gezogen, ansteckende krankheiten hätte, riegeldumm oder total unsympathisch wäre. es geht dann nur darum, der mensch ist bei solchen tatsächlich völlig egal.

bearbeitet von magnifica_70
Gixer_Axel
Geschrieben

Weitestgehend würde ich mich @kissingdragon anschließen,

denn auch ich habe diese Erfahrungen gemacht, jedoch ist diese nicht ausschließlich bei den Männern vorhanden.

Ich zähle mich auch eher zu der zweiten Gruppe, da es mir wichtig ist erst den Menschen kennen zu lernen bevor man sich den Körper, der dann meist eh schon präsentiert wurde und dem austausch des dann wenn man sich sympathisch ist folgenden Flüssigkeitsaustausches zu vollziehen.

 

Doch wie die TE es anspricht würde ich es absolut ausschließen,

dass es rum ist mit der Freien Liebe bzw. sie den Glauben daran verliert.

Denn ist gibt für jede dieser und bestimmt auch vielen weiteren Arten der Zusammenkunft auch immer ein passendes Deckelchen.

Was immer wieder Vorkommt sind halt die gekränkten Eitelkeiten beider Seiten,

die einen dann beschimpfen oder gar arg beleidigen müssen, da sie die Meinung und Einstellung des Gegenübers nicht tolerieren können, dass ist einfach nur Armselig.

Dies sehr natürlich auch nur ich so aus meiner Sicht- und Denkweise, die auch wieder bei jedem anders ist, doch für jeden Part gibt es ja auch anscheinend ein Gegenüber.

Watches
Geschrieben
vor 8 Stunden, schrieb Lillyleinchen:

Und genau darum ist es meiner Meinung nach gescheitert. Es geht nicht mehr um den Menschen, da wird gevögelt mit Menschen die man noch nicht mal leiden kann, jeder ist austauschbar, niemand wird mehr als Person wahrgenommen.

Die "freie Sexualität" ist nicht gescheitert. Die Frage ist, ob die "freie Sexualität" erstrebenswert ist/war. Zunächst sage ich "ja". Ein "Verbot", sich auszuleben, wie es "eben einfach unsittlich" ist, halte ich für grundfalsch. Durch die tagtäglich zu beobachtenden Langzeitfolgen der "freien Sexualität" erachte ich gewisse, vermeintlich altertümliche Einstellungen zu dieser Themaik als durchaus angebracht. Ein Mädchen solle nicht verurteilt werden, weil es oft die Beine breit gemacht hat, sondern weil mit dem Streben, möglichst oft die Beine breit zu machen, automatisch der Intellekt und der Mensch vernachlässigt werden. Menschen gehen den Weg des geringsten Widerstandes und Geschlechtsverkehr mit dem passenden Gegenstück, für das wir uns interessieren, ist die höchste Form der Intimität.

 

Wenn wir diese sofort gewährt bekommen, wo dann noch der Anlass, als verlässlicher, rücksichtsvoller Partner zu agieren und voneinander als Menschen zu lernen und zu reifen? Da, wo Menschen ihre primitivsten Triebe sofort befriedigen "dürfen", da kann nichts von langfristigem Wert entstehen, noch nicht einmal überhaupt etwas von tatsächlichem Wert. 

 

Die Verurteilung von Gelüsten ist falsch, genauso falsch ist es aber auch, diese zu glorifizieren und den Intellekt zu verachten. Deswegen haben manch biedere Attitüden der Vergangenheit uns aus den falschen Gründen aber auf richtige Weise vor manch einem Schindluder, mancher Rabenmutter verschont.

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