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Bettler ? Penner ? Oder doch einfach nur Obdachlos ?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben
vor 3 Stunden, schrieb LiebundBöse:

In den Übernachtungen können sie, Duschen , Wäsche waschen und zu Ruhe kommen.

Das glaubst aber auch nur Du!

Zumindest hier in Bielefeld ist es so:

Um 22:00 Uhr ist für alle Bettruhe angesagt! Es sind meist größere Räume mit bis zu 8 Obdachlosen in einem Raum. Morgens um 07:00 Uhr müssen sie die Unterkunft verlassen, auch im Winter! Ab 16:00 Uhr öffnet die Unterkunft wieder und man kann wiederkommen. Sie dürfen aber nicht länger als 3 Nächte hintereinander dort übernachten!

Soviel zum "zur Ruhe kommen".

Von einem ehemals Betroffenen weiß ich, dass dort geklaut wird ohne Ende! Viele trauen sich fast gar nicht zu schlafen, aus Angst beklaut zu werden!

Jetzt kommt aber noch ein Problem das viele nicht auf dem Zettel haben.

Die allermeisten Obdachlosen haben ein Alkoholproblem. Wenn sie mehrere Stunden nichts alkoholisches getrunken haben, bekommen sie üble Entzugserscheinungen.

Und in den Unterkünften herrscht absolutes Alkoholverbot. Ergo gehen viele erst gar nicht in diese Unterkünfte. Entweder fliegen sie achtkantig wieder raus, weil sie Alkohol rein schmuggeln wollen, oder sie gehen erst gar nicht in diese Unterkünfte um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz.....

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Loki665
Geschrieben

Also einen Kommentar hier finde ich unter aller Kanone. Warum sollte den ein Thema nicht hierher passen? Klar gehts hier v.a. um etwas anderes, aber darum kann es nicht den ganzen Tag gehen. Es gibt auch noch andere Dinge, neben der schönsten NEBENsache der Welt.

Ich bin hier schwer unentschlossen, den ich kenne mich ein wenig mit der Suchtthematik aus. Zudem darf und kann man wirklich nicht alle Obdachlosen über einen Kamm scheren.
Es gibt durchaus Berber ohne Alkoholproblematik, freiwillige Aussteiger, Aussteiger, die lieber ausgestiegen bleiben, Abgestürzte und alle anderen Fassetten.

Ich für mich möchte allerdings keine Sucht anderer Unterstützen. Weswegen mir die Naturaliengabe, das Obdach, oder teilen um einiges sympathischer ist und auch Grundbedürfnisse eben jedes Lebewesens abdeckt.

Sehe ich einen Berber mit Hund und es ist ein Supermarkt um die Ecke, warum nicht eine Packung Hundefutter und eine Seele?

Aber für mich gilt auch hier, nicht ungefragt, den es Individuen mit Willen und Würde. Wie auch bei anderen möglicherweise Hilfsbedürftigen denen ich respektvoll gegenübertreten möchte gilt: Erst Erkundigen und Fragen, ob Hilfe gewollt, gewünscht und gebraucht wird.

Hilfe ohne ist Nötigung.

Für den Themenstarter als Kommentar:

Deine erste Geschichte hat mich sehr bewegt, ich wüsste auch nicht, was in mir vorgehen würde. Allerdings trifft dich meines Erachtens keine Schuld, den Menschen sind für sich selbst verantwortlich. 

Engelschen_72
Geschrieben

Auch wenn ich weiß, daß die Begriffe *Berber* und *Penner* schon fast normal sind, finde ich sie grauenvoll!

Ich persönlich finde sie ziemlich abwertend, denn es handelt sich um einen Menschen, im Regelfall halt ohne festen Wohnsitz.

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sveni1971
Geschrieben

Ich glaube das Thema "Obdachlose/Penner/Bettler" kann man nicht ganz so einfach abarbeiten, die Gründe sind einfach zu vielschichtig. Für mich selbst habe ich immer wieder Probleme, jemandem der "bettelt" Geld zu geben, ich habe dafür einfach auch schon zuviel Missbrauch gesehen. Ich würde eher jemandem eine Decke schenken oder etwas zu essen, bevor ich ihm Geld in eine Mütze lege.

Für mich gibt es im Wesentlichen 2 Gründe, weshalb jemand auf der Straße lebt, die einen sind diejenigen, die einfach auch mit der Bürokratie überfordert sind und sich nicht trauen, Hilfe anzunehmen. Die Anderen, sind meist solche, die eben Hilfsangebote tatsächlich ablehnen, weil es gegen ihre Lebenseinstellung ist. Meiner Meinung nach ist jedenfalls der Sozialstaat so aufgestellt, dass niemand auf der Straße leben müsste. Ob das immer gerecht ist, lasse ich einfach mal dahin gestellt.

Geschrieben
vor 2 Stunden, schrieb sveni1971:

Meiner Meinung nach ist jedenfalls der Sozialstaat so aufgestellt, dass niemand auf der Straße leben müsste.

Eine Meinung kann jeder Mensch haben. Nur ist diese eher selten fundiert und hat daher nicht wirklich etwas mit bestehenden Verhältnissen zu tun. Als Schutzschild mag Deine Meinung also funktionieren, zutreffend ist sie nicht.

Grundsätzlich habe ich mich schon immer gefragt, warum bei den sozial Schwachen immer so viel von Mißbrauch die Rede ist, warum es bedenklich ist, wenn wirklich mal ein paar Euro mißbraucht werden, warum aber bei den sozial Starken Mißbrauch von gemeinsamen Ressourcen nie ein Thema ist und sich die allgemeine Entrüstung immer zurückhält. Würden wir den Mißbrauch der Mächtigen mehr eindämmen, dann könnte eine echte Solidargemeinschaft vielleicht wirklich garantieren, dass niemand gegen seinen Willen auf der Straße leben müßte. Dies käme dann meinem Gefühl für Gerechtigkeit recht nah.

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sveni1971
Geschrieben

Dieses gesellschaftliche Grundproblem werden wir hier bei Poppen.de nicht lösen können (und müssen es zum Glück auch nicht). Es sind nunmal nicht alle gleich in unserer Gesellschaft, wenn ich vom "Missbrauch der Mächtigen" höre, dann klingt mir alles schon zu weit weg. Ich packe die Dinge lieber da an, wo ich tatsächlich etwas bewirken kann und auch ein greifbares Ergebnis habe.

Ob du meine Meinung für nicht zutreffend hälst, kann dahin gestellt bleiben denn auch deine Einschätzung ist wohl eher nur deinem Gerechtigkeitsgefühl geschuldet und keinen realen Lebensbedingungen. Das ist auch kein Schutzschild, wozu auch, ich muss mich hier für nichts und neimanden rechtfertigen und schon gar nicht für meine Meinung. Für eine derartige Solidargesellschaft sind wir eben viel zu sehr leistungsorientiert. Ich habe diverse Schulen besucht, verschiedene Ausbildungen gemacht und sorge seit meinem Schulabschluss selbst für mich und meine Familie. Durch den Umstand, dass ich nicht unbedingt  wenig Steuern zahle, auch für die sogenannte "Solidargemeinschaft",  sehe ich mein Soll darin ausreichend erfüllt. Für eine gerechtere Verteilung wende dich also nicht an mich, es ist auch nicht meine Aufgabe mich um solch hoheitliche Aufgaben zu kümmern (und dafür werde ich auch nicht bezahlt).

Ich bleibe also dabei, es gibt für jeden einen Platz zum schlafen, auch wenn der Weg manchmal nicht so einfach ist, es muss nicht unter einer Brücke sein.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde, schrieb sveni1971:

Ich packe die Dinge lieber da an, wo ich tatsächlich etwas bewirken kann und auch ein greifbares Ergebnis habe. (...)

denn auch deine Einschätzung ist wohl eher nur deinem Gerechtigkeitsgefühl geschuldet und keinen realen Lebensbedingungen. (...)

Für eine gerechtere Verteilung wende dich also nicht an mich, es ist auch nicht meine Aufgabe mich um solch hoheitliche Aufgaben zu kümmern (und dafür werde ich auch nicht bezahlt).

Ich bleibe also dabei, es gibt für jeden einen Platz zum schlafen, auch wenn der Weg manchmal nicht so einfach ist, es muss nicht unter einer Brücke sein.

Ich packe auch gerne da an, wo ich etwas bewirken kann, wer aber legt fest wo Engagement sinnvoll ist?

Ausgehend von dem was ich bei Dir lese denke ich, meine Vorstellung und Erfahrung realer Lebensbedingungen ist weitaus ausgeprägter als die Deine, sonst würdest Du nicht mit solchen Pauschalaussagen kommen à la "Keiner muss unter einer Brücke schlafen." Bei allem Respekt, viel erlebt, vielleicht auch mal Niederlagen eingesteckt hast Du in Deinem Leben nicht. Von der Sonnenseite betrachtet sieht die Welt nie dunkel aus. Wir müssen dies auch nicht ausdiskutieren, werde ich auch nicht, dafür war dieser Thread bislang auch zu schön. Zudem, bei uns beiden prallen Welten aufeinander.

Es würde mir nicht im Traum einfallen mich wegen einer gerechteren Verteilung an Dich zu wenden. Entweder Menschen haben einen Blick für Mißstände, sind fähig zu reflektieren oder sind es (meistens) nicht. Jene die aber hinterfragen, jenseits ihres eigenen wohlgefüllten Tellerrands denken, die rechnen ihr Engagement aber auch nicht gegen Lohn auf.

Genieße Du doch Deinen Lebensstandard, auch dass es das Leben, Deine soziale Herkunft gut mit Dir gemeint haben, Dir eine entsprechende Ausbildung ermöglicht wurde und schau meinetwegen immer Richtung Sonne. Aber unterstelle bitte anderen, die auch mal in den Schatten blicken, die das Leben im Schatten kennen nicht weltfremd zu sein.

bearbeitet von Popeye_Doyle
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sveni1971
Geschrieben

Du hast es genau richtig erkannt, ich bin ein total weltfremder ignoranter Mensch, mir wurde alles geschenkt :smiley:

Offenbar sind hier tatsächlich zwei Welten, deine und meine, die wir uns gegenseitig belassen möchten.

Ändere du deine schlechte Welt und ich lebe weiter in meiner sonnigen und labe mich an meinem Egoismus. Endlich sagt mir aber auch mal einer das es immer nur an den anderen lag, das ich jetzt dort bin wo ich bin, es liegt auf keinen Fall an meinem eigenen Tun.

Du hast völlig recht, wer legt fest was sinnvoll ist? Für mich ist mein Handeln sinnvoll und für dich Deines.

19sascha75
Geschrieben

Danke das ich die schönen Texte lesen durfte.

Huch da werd ich ja glatt sentimental.....verdammt.

 

Ich halte es auch so das ich Naturalien gebe.

 

Vor vielen Jahren mitten in der Nacht in Ffm auf der Hanauer ....

Stand einer und sprach ....wenn ihr reste macht...könnt ihr die bitte mit rausbringen?

Die Freude ;welche ihm deutlich anzusehen war, nachdem er bei uns am Tisch saß und sich richtig satt aß.....unbezahlbar.

 

Der Obdachlose ,welcher über viele Hundert km ,neben mir im Auto saß....was für ein Spaß ....was haben wir gelacht....und dann doch die Rührung in den Augen nur weil ich ihm nen Kaffee spendiert hab.

 

etc.

 

Aber leider will in unserer Gesellschaft fast jeder immer höher ,schneller ,weiter und wird egoisticher , kälter ....

 

 

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Geschrieben
Am 7/8/2016 at 22:19, schrieb DrGreenthum143:

Ein wirklich schönes Thema das meine Sozialarbeiterseele täglich miterlebt. Die erste Lektion die man als Erzieher pder Sozialarbeiter lernt und verinnerlichen sollte lautet:Du kannst nicht jedem helfen!!! Das zweite sieht eher die "Hilfe zur Selbsthilfe".Soll heißen das jeder Mensch seibe ganz eigenen Lösungsstrategien hat oder entwickelt.Es bringt also überhaupt nichts ... einem Hilfebedürftigen deine Strategien zu vermitteln, da er ein ganz eigenes Leben mit Problemen, vergangenem, Lösungen usw. hat. Zum Geld geben.Ich rate absolut davon ab !!!Oft hilfst du dem Menschen nicht, da er das Geld für seine Suchtmittel ausgibt und nach seinem Rausch alles beim alten bleibt.Lade solche Leute zum essen ein, drück ihnen etwas zu essen in fie Hand oder gib ihnen Adressen von Einrichtungen oder erkundige dich wo es z.B. Kältebusse, obdachlosenheime, Ärzte usw. gibt oder begleite ihn dahin.Gib ihm ne Decke oder etwas zum anziehen. Ein schöbes Beispiel: zwei junge Mädchen möchten Soziake Arbeit studieren und ich gab ihnen eine Aufgabe: Es ist tiefster Winter und ihr seht einen anscheinend Obdachlosen auf einer Parkbank schlafen.Neben ihm eine leere Flasche Wodka. Aifgabe: was tut ihr? Die Mädels arbeiteten einen riesen Hilfeplan aus ... mit Wohnheim, Hartz 4 Antrag, Arzt untersuchung usw. Aufgabe: Nicht bestanden... Die Lösung: Frag den Menschen erstmal ob er das üverhaupt möchte 😉 Vieleicht ist er komplett glücklich und sieht die Obdachlosigkeit eher als Freiheit an (selbst erlebt mit einem shizophrenen Obdachlosen der mir erklärte das er aufgrund von Halluzinationen nicht mehr in einer Wohnung leben wollte). Ich verstehe deine Sicht und freu mich über dein großes Herz aber wenn du wirklich helfen willst ... gib bei Möglichkeit kein Geld.Es gibt auch mafiöse Struckturen die Behinderte gezielt aussetzen und denen das erbettelte Geld wieder weg nehmen.Was zu essen ist hier viel mehr Wert!!! Greetz

Ich kann mich dem nur anschliessen. Habe selbst vor 20 Jahren selbst auf der Strasse (3jahre) gelebt , die gehende warum und wieso sind lange .... Nun die Menschen welche ich dort kennen gelernt habe bezeichne ich nicht als ...Penner usw. Das sind Menschen die allesamt eine Geschichte haben..  Geld geben ist aber nicht die beste loesung ..eher einladen zum Essen ....diese Menschen haben grösstenteils den glauben an die Gesellschaft verloren ....und wenn jemand fremdes ihnen dabei hilft den (glauben) wieder zu erlangen in dem er sie als Mensch akzeptiert ist weitaus mehr geholfen ...

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Geschrieben
Am 7/13/2016 at 07:49, schrieb sveni1971:

Ich glaube das Thema "Obdachlose/Penner/Bettler" kann man nicht ganz so einfach abarbeiten, die Gründe sind einfach zu vielschichtig. Für mich selbst habe ich immer wieder Probleme, jemandem der "bettelt" Geld zu geben, ich habe dafür einfach auch schon zuviel Missbrauch gesehen. Ich würde eher jemandem eine Decke schenken oder etwas zu essen, bevor ich ihm Geld in eine Mütze lege.

Für mich gibt es im Wesentlichen 2 Gründe, weshalb jemand auf der Straße lebt, die einen sind diejenigen, die einfach auch mit der Bürokratie überfordert sind und sich nicht trauen, Hilfe anzunehmen. Die Anderen, sind meist solche, die eben Hilfsangebote tatsächlich ablehnen, weil es gegen ihre Lebenseinstellung ist. Meiner Meinung nach ist jedenfalls der Sozialstaat so aufgestellt, dass niemand auf der Straße leben müsste. Ob das immer gerecht ist, lasse ich einfach mal dahin gestellt.

Das ist nicht so wie du es,hier beschreibst ,einfach für dich ,aber du bist mit diese Meinung nicht alleine ...Ca 9 von 10 Menschen aeusern sich so ....ist ja auch klar ...damit Schiebe ich das Problem weg von mir ,  und ueberlase es dem Staat ,o der Gesellschaft ...So bekommen wir es in der Schule Job beigebracht .... Leistungsorientiert arbeitend konsumieren . Solange du gesund und einiger Massen vermoegend bist , kannst du weiterhin in deiner Wolke leben .....viel Glück ....aber wehe wenn du mal wirklich am eigenen Leib erlebst .Wie diese Leben jenseits deiner gesllschaft ist ....dann mischte ich dich gerne mal hoeren .....Sorry aber solche Äußerungen zeigen das du noch sehr unerfahren bist ...

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sveni1971
Geschrieben
vor 11 Stunden, schrieb avatar997:

Das ist nicht so wie du es,hier beschreibst ,einfach für dich ,aber du bist mit diese Meinung nicht alleine ...Ca 9 von 10 Menschen aeusern sich so ....ist ja auch klar ...damit Schiebe ich das Problem weg von mir ,  und ueberlase es dem Staat ,o der Gesellschaft ...So bekommen wir es in der Schule Job beigebracht .... Leistungsorientiert arbeitend konsumieren . Solange du gesund und einiger Massen vermoegend bist , kannst du weiterhin in deiner Wolke leben .....viel Glück ....aber wehe wenn du mal wirklich am eigenen Leib erlebst .Wie diese Leben jenseits deiner gesllschaft ist ....dann mischte ich dich gerne mal hoeren .....Sorry aber solche Äußerungen zeigen das du noch sehr unerfahren bist ...

Ich unerfahren?

Nun ja, die einen sehen es so die anderen so. Ich gebe dir völlig recht, ich weiß nicht wie ein Leben in einer anderen Gesellschaft ist und ja, so habe ich es gelernt, Leistung sollte sich lohnen. Und nochmal ja, wenn jemand unter einer Brücke schläft, ist es nicht mein originäres Problem.

Ich habe fast den Eindruck, man sollte sich dafür entschuldigen, das man einigermaßen gesund ist und sein Leben im Griff hat. Ich habe in meinem Leben außer einer liebevollen Erziehung nichts geschenkt bekommen. Ich habe sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Niemand hat mir irgendwann mal etwas geschenkt, ich bezahle meine Rechnungen durch meine eigene Leistung.

Mag sein, dass das vielleicht nicht jedem gefällt aber das letzte was man mir nachsagen kann ist, ich wäre unerfahren. Du hast keine Ahnung von meinem Leben, in der rechtlichen Betreuung helfe ich täglich Menschen, aber eben denen, die Hilfe annehmen können oder wollen. Ich bin weder Jesus noch sonst jemand der die Menschheit vor bösen Dingen bewahren kann. Ich kenne durch meinen Beruf genügend Elend und auch genügend Hilfemöglichkeiten.

Wer also meint, es besser machen zu können, den werde ich sicher nicht aufhalten. Aber man sollte es erst mal besser machen. Ich habe jedenfalls kein schlechtes Gewissen und lasse mir auch nicht nachsagen, ich wäre vielleicht unsozial. Wenn sich 9 von 10 Menschen so äußern wie ich, könnte es vielleicht auch einen Grund dafür geben.

Man sollte Menschen nicht versuchen zu beurteilen, wenn man sie nicht ansatzweise kennt.

Geschrieben

Ich sagte doch das 9 von 10 so denken und sich auch so aessern . Das hat nicht damit zu tun das du dich für etwas hier Rechtfertigenm Sat oder sollst ....das du in deiner beruflichen Tätigkeit anderen rechtlich beistehst ist ja super , aber verurteile bitte nicht Menschen welche jenseits der Gesellschaft leben oder es nicht mehr schaffen zurück zu finden ... Dafür das eben solche so ein schiksal haben ,kannst du nichts ...sagt auch niemand ...freue dich darüber es dir gut geht, du gesund bist und auch weiterhin so leben kannst wie du es möchtest. Aber andere als Penner o Harz 4 zu bezeichnen und herab zu stufen entspricht nicht dem was du beruflich machst ....auf jeden Fall wollte ich dir nicht zu nahe treten .... Ich sehe halt in erster Line Menschen ,egal welchen Status die haben ...und beurteile sie nicht nach Iren bestiz , sonder nach ihrer Menschlichkeit ....

sveni1971
Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde, schrieb avatar997:

Ich sagte doch das 9 von 10 so denken und sich auch so aessern . Das hat nicht damit zu tun das du dich für etwas hier Rechtfertigenm Sat oder sollst ....das du in deiner beruflichen Tätigkeit anderen rechtlich beistehst ist ja super , aber verurteile bitte nicht Menschen welche jenseits der Gesellschaft leben oder es nicht mehr schaffen zurück zu finden ... Dafür das eben solche so ein schiksal haben ,kannst du nichts ...sagt auch niemand ...freue dich darüber es dir gut geht, du gesund bist und auch weiterhin so leben kannst wie du es möchtest. Aber andere als Penner o Harz 4 zu bezeichnen und herab zu stufen entspricht nicht dem was du beruflich machst ....auf jeden Fall wollte ich dir nicht zu nahe treten .... Ich sehe halt in erster Line Menschen ,egal welchen Status die haben ...und beurteile sie nicht nach Iren bestiz , sonder nach ihrer Menschlichkeit ....

Hier kann man wieder vom klassischen Missverständnis ausgehen. Ich meine zwar niemanden als Penner oder Hartzer bezeichnet zu haben, aber offenbar ist es wohl so rüber gekommen. Es liegt mir aber fern, jemanden so herab zu würdigen. Meine Ausgangsaussage sollte vielmehr so verstanden sein, dass es Menschen gibt, die aus welchen Gründen auch immer, sich selbst aus gewissen Situationen im Leben nicht mehr herausbegeben können und es aber auch solche gibt, die keine Hilfe möchten. Ich verurteile keine dieser Gruppen, wie gesagt, schon beruflich versuche ich jenen zu helfen, die einen Ausweg suchen und diese Hilfe auch in Anspruch nehmen möchten oder können.

Ich vertrete jedoch die Auffassung, das man niemanden "retten oder helfen" kann, der das nicht will. Daraus resultierend stammt also auch meine Aussage, dass der Sozialstaat so aufgestellt ist, dass niemand auf der Straße leben muss. Ich bin mir bewusst, dass es dennoch nicht immer funtioniert und das auch nicht alles als gerecht empfunden wird.

bearbeitet von sveni1971
Nitrobär
Geschrieben

Ich gebe fast immer Geld , ausser bei agressivem Betteln , ich urteile nie über diese Leute da ich lange mit Leuten aus der Szene zusammengearbeitet

habe und weiß wie unterschiedlich der Weg dahin sein kann und wie schwer oder gar unmöglich oft der Weg zurück .

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Geschrieben

Stimme Nitro bei. Der Weg zurück ist schwerer wie der Weg dort hinein. Das Schicksal kann jeden, jederzeit treffen. Sag niemals Nie.

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Engelschen_72
Geschrieben
vor 16 Minuten, schrieb Nitrobär:

... weiß wie unterschiedlich der Weg dahin sein kann

Das "erfasst" man aber meiner Meinung nach meistens nur, wenn man sich mit den Menschen unterhält und deren Lebensgeschichte hört.

Und wie du schon sagst... der Weg zurück in "die Gesellschaft" ist oft sehr, sehr schwer bzw. fast unmöglich.

 

 

Nitrobär
Geschrieben

@Engelschen_72

Ja Einsichten erreicht man nicht durch die " Draufsicht " , aber ich gebe auch Leuten die nicht zurück wollen und sich auch den 

staatlichen Hilfen verweigern , oder von kriminellen Organisationen geschickt werden ,

denn mir geht es nicht darum was derjenige mit dem Geld macht , sondern um " gute Tat " an sich die allen gut tut . 

Tristania_
Geschrieben

Beide Geschichten des TE berühren mich.  

Gäbe es bei uns im Ort Obdachlose -hab noch nie welche gesehen-,  dann würde ich auch auf eine Geldgabe verzichten und eher Zweckgebundenes,  wie Hundefutter (bei Mitführen eines Hundes)  oder eben ein Essen spendieren.  

Bin misstrauisch genug, um zu wissen,  dass das Geld zum Großteil eben nicht für das ausgegeben wird,  wofür es von mir angedacht war.   

Geschrieben
vor 6 Stunden, schrieb Arcadius:

Stimme Nitro bei. Der Weg zurück ist schwerer wie der Weg dort hinein. Das Schicksal kann jeden, jederzeit treffen. Sag niemals Nie.

Warte mal noch ein bisschen ab. Dann gibt es von mir dazu einen Link.

DickeElfeBln
Geschrieben

eigenartigerweise wollen diese menschen, die mir begegnen, nie eingewickeltes, eben gekauftes essen oder einen frischen kaffee, sondern werden noch ausfallend, wenn keine münzen rauschen, ich bin nach etlichen erlebnisen taub für bettelein

und für unsere organisierten ausländischen bettelbrigaden erst recht, die in berlin überall zu hauf anzutreffen sind, auch wenn mein mutterherz bei den halb erfrorenen babys sofort ganz babywalz spenden könnte

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Nitrobär
Geschrieben

@Tristania_

Warum ist es für Dich wichtig das der Mensch das Geld so ausgibt wie Du es willst ? 

Tristania_
Geschrieben

@Nitrobär: Weil ich Süchte jedweder Art nicht unterstütze.

Entweder nimmt derjenige meine Hilfe zu meinen Konditionen an oder er lässt es.  

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Engelschen_72
Geschrieben

Ich sehe das ähnlich. Im Regelfall haben Obdachlose Hunger, Durst und/oder Not mit Futter für ihre Tiere.

Mein Gedanke ist ebenfalls, daß ich keine Sucht irgendwelcher Art unterstützen will und somit demjenigen Essen/Trinken für sich und/oder seine Tiere anbiete.

Und ich durfte leider auch schon erleben, daß ich angepöbelt wurde, weil ich kein Bargeld gab. Nun gut, dann halt eben nicht.

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Geschrieben

Ich glaube dies sogar zu verstehen. 

Da sind Menschen die betteln, dies ist sicherlich schon demütigend genug. Wenn dann sogar noch die Entscheidung abgenommen werden soll, was man mit diesem Geld machen "darf" ist es gleich nochmal eine Spur erniedrigender.

Sucht gehört zu unserem Alltag dazu, und ich maße mir nicht an; Süchte zu klassifizieren. Von wegen die Alkoholsucht ist eine "bessere Sucht" als die Sucht nach Heroin, oder eine "schlechtere Sucht" als nach Nikotin.

Wenn ich Geld gebe, und ich gebe so gut wie immer einen "Taler", dann ist es mir völlig egal, was der Mensch mit diesem "Taler" macht. Ich maße mir dies nunmal nicht an! Wenn er meint sich dann dafür noch einen "Magensaft" kaufen zu müssen, dann ist das so. 

ICH werde diesen Menschen nicht ändern, und auch nicht seine Sucht "besiegen" können. Dies ist und bleibt in seiner Entscheidung.

(privates Posting!)

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