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justmebln

Schwul? Hetero? Was ist das denn?

Empfohlener Beitrag

Geschrieben (bearbeitet)

Ich bin neu bei POPPEN.DE und stelle diese scheinbar kindliche Frage aus gutem Grund: es scheint hier 1000 verschiedene Ideen und Vorstellung zu geben, was denn „schwul“ oder „hetero“ sei. Die einen „Heteros“ wollen Schwulen mal einen Schwanz blasen, andere „Heteros“ finden die Idee mit einem anderen Mann rumzuknutschen ekeleregend, wieder andere finden Schwänze widerlich (und haben selber einen!) und dann gibt’s auch noch die die sich als Heteros gerne einen Blasekumpel zu legen wollen.

Damit es klar ist: ich will hier nicht streiten was besser, schlechter ist oder wer mit wem zu Recht oder Unrecht ins Bett hüpft. Mir geht’s um die Definition der Worte.

Ich hatte mal gelernt das „Hetero“-Sein bedeutet Frauen zu lieben und bei den Homos eben Männer. Irgendwie ist da der Begriff „Liebe“ nichts erklärend.

Ist man jetzt Hetero weil man Frauen nachjagt? Oder weil man auf Titten masturbiert? Oder weil man die Art der Frauen „liebt“ (was m. E. in sehr vielen Heterobeziehungen nicht der Fall ist – da gibt’s massenweise Verachtung ggüber dem Verhalten von Frauen).

Ist man Schwul weil man Hinterteile gerne penetriert? Oder Schwänze lutscht? Oder was ist mit Männern, die nur gerne Schwänze wichsen und sonst nichts? Oder ist man Schwul wenn man die Art eines Mannes liebt aber keinen Sex hat? Oder wenn man szenekonform sein Hirn abschaltet und nur noch in Darkrooms lebt und PP schnüffelt?

Wie ihr seht: kreuz und quer in der Definition.

Wie seht ihr dies? (nein nicht was für eine sexuelle Orientierung ihr habt – sondern wie ihr die Begriffe definiert).

Bin gespannt!


bearbeitet von JustMeBln
Geschrieben

Meine Definitonen:

Hetero
Steht aufs andere Geschlecht!Möchte nur mit dem anderen Geschlecht sexuellen Kontakt haben.
Bei Frauen zählt meiner Meinung nach Küssen noch nicht zum Bi sein...sorry,solche kenne ich genug,solange der kuss nicht weiter unten ist,ist das noch nicht bi.

Homo:
Steht ausschließlich aufs eigene Geschlecht.Das andere ist nett anzusehen vielleicht,aber sexuell nur das eigene Geschlecht.

Bi:
Beiden Geschlechtern nicht abgeneigt. Klar gibt es da dann Verteilungen wie zum Beispiel lieber mit Männern,hat aber auch nichts dagegen ne andere Frau zu verwöhnen,wenn wir mal von einer Frau ausgehen.


Natürlich gibt es dann noch die Grauzone des Ausprobierens...Da kann man es halt noch nicht wirklich sagen..

Hoffe es hilft.


Lichtschimmer
Geschrieben (bearbeitet)

Jeder wie er mag. Definitionen sind nur was für Menschen, die sich mit der Komplexität der Welt schwertun.
Das Leben ist wie eine Quattro Stagioni mit Zwiebeln anstelle von Salami...


bearbeitet von Lichtschimmer
root82
Geschrieben

Auf Sex würde ich das in erster Linie nicht beziehen. Klingt komisch, lässt sich aber begründen ;-)

Kannst Du Dir vorstellen einen Mann zu küssen, mit ihm zu kuscheln oder ihn zu heiraten, dann:
a) wenn Du selbiges mit einer Frau kannst: Du bist bi
b) wenn Du selbiges nicht mit einer Frau kannst: Du bist homo

Kannst Du es Dir bei einem Mann nicht vorstellen, Dich macht der Gedanke eines (zusätzlichen) Manns im Bett aber totzdem an, dann hast Du eine bi-Neigung.

Just my two cents ...


ingridwolfgang
Geschrieben

Möchten uns im wesentlichen den Ausführungen von jem88 anschließen.

Die genannte Grauzone ist unserer Meinung besonders dann gegeben, wenn er oder sie im Profil schreibt "bi-Interessiert": er / sie könnte sich vorstellen, daß es auch mit dem eigenen Geschlecht Spaß macht, auch ohne zu wissen, wie weit er / sie gehen wollen, auch noch nach ersten zaghaften Versuchen.

Im übrigen dürften die "Grenzen" ohnehin fließend sein, von streng hetero mit absoluter Ablehnung von Berührungen / Kontakten zum eigenen Geschlecht (vermuten wir bei Männern häufiger) über bi als Bedingung für einen Kontakt bis homo mit der Absoluten Ablehnung des anderen Geschlechts.

Klappt also mit den Schubladen nicht so richtig, ist auch gut so.


Geschrieben



Kannst Du es Dir bei einem Mann nicht vorstellen, Dich macht der Gedanke eines (zusätzlichen) Manns im Bett aber totzdem an, dann hast Du eine bi-Neigung.



Find ich jetzt nicht,dann müssten ja alle vergebenen Männer,die einen Dreier haben auch bi sein...und meiner ist das nicht.


Gebe dir aber auch Recht,dass das jetzt nicht allein mit der Sexualität zusammenhängt,aber ist doch auf dieser Seite und im wahren Leben kein unwesentlicher Faktor.


root82
Geschrieben

Find ich jetzt nicht,dann müssten ja alle vergebenen Männer,die einen Dreier haben auch bi sein...und meiner ist das nicht.


Genau das meine ich. Ich bezeichne mich auch nicht als bi. Deswegen sag ich ja, dass der Sex nicht der entscheidende Punkt ist (für mich).
Eine gewisse Unschärfe hat die Aussage natürlich auch. Und man kanns sowieso sehen, wie man will. Ich kenne auf jeden Fall mehr Leute, die nen Mann beim 3er mal anfassen wollen/ würden, die aber einen Mann weder küssen noch sich in ihn verlieben könnten.


Gebe dir aber auch Recht,dass das jetzt nicht allein mit der Sexualität zusammenhängt,aber ist doch auf dieser Seite und im wahren Leben kein unwesentlicher Faktor.


Klar nicht. Ich hab lediglich die Gewichtung des Sex in der Beurteiung der Bisexualität nach hinten geschoben und dafür die "Liebe" höher gewichtet. Für jemanden der "bi" rein auf den Sex bezieht, passt meine Ausführung eben nicht ... macht auch nichts ;-)


Geschrieben

Lieber root82,
ich glaube im Prinzip meinen wir das Gleiche,drücken uns aber ein bissl kompliziert aus...ich bezeichne das nur als die große Grauzone...aber ansonsten gebe ich dir mittlerweile Recht.

Aber schön,dass noch jemand die Wichtigkeit der Liebe hervorhebt,auch auf dieser Seite.


root82
Geschrieben

Liebe jem,


ich glaube im Prinzip meinen wir das Gleiche,drücken uns aber ein bissl kompliziert aus


Das kann durchaus sein ;-)


...ich bezeichne das nur als die große Grauzone...aber ansonsten gebe ich dir mittlerweile Recht.


Juhu, den Tag streich ich mir im Kalender rot an. Ich hab bei p.de von einer Frau recht bekommen ;-)
Nur Spaß ... geht ja schließlich um den Gedankenaustausch. Aber schön ist es trotzdem, wenn man Gleichgesinnte findet.


blulagoon
Geschrieben

Zitat Harald Schmidt:
"Nein, er ist nicht schwul, er hat nur andauernd Sex mit Männern."

Die Ehe ist für Volk und Vaterland, mit wem man dann wirklich Sex hat, ist wieder etwas Anderes. Hauptsache, der Anschein stimmt, dann kann man machen, was man will.


bangbangladash
Geschrieben

Leider typisch deutsch: Schubladendenken! Wir schreiben das Jahr 2010 und nicht 1949.
Es ist schlichtweg egal was man ist oder nicht - Hauptsache man hat Spaß dabei und ist glücklich!


Geschrieben

nee mal anders herum:

ich hab mir lange zeit schwul als kampfbegriff angeklebt. wissend das ich mit männern kein verkehr will (aber alles was es sonst so gibt: kuscheln, freundschaft, liebe und was mann sonst so mit dödeln schönes ggseitig tun kann). aber der kampfbegriff gg die heterowelt ist für mich jetzt ausgelutscht. vor allem weil - wenn auch noch immer mit vorurteilen - das ding durch ist.

die schwulen in berlin - mit sehr wenigen ausnahmen - haben sich herausgesteelt was ich schon immer befürchtete: das egozentristigste, ausgrenzendste was mir je übern weg lief. Ich kenne nichts was - wenn mans von innen kennt - übler ist.

trotz aller erblicher mängel in der bewußtheit diverser heteros und heteras finde ich die mittlerweile echt weniger ätzend.

was mach ich jetzt aus mir?

schwul? ich mag die meisten nicht.
hetero? das wäre ne lüge
bi? ist mir irgendwie zu soft. früher und manchmal heute verschanzen sich klemmschwuppen dahinter.

jmd ne idee?


Geschrieben

wenn es nach mir ginge....gäbe es keine nationalitäten, keine bezeichnungen für sexuelle orientierungen und keine religionen.

das sind alles sachen die mich überhaupt nicht interessieren wenn mir jemand gegenüber steht.


ingridwolfgang
Geschrieben

....gäbe es keine nationalitäten, keine bezeichnungen für sexuelle orientierungen und keine religionen..



Also in all diesen Richtungen nur Einheitsbrei? - Nein danke.

Da wir hier schließlich bei poppen.de sind, frage ich nur so einfach mal: ob es wohl Sinn macht, wenn Ingrid plötzlich auf einen schwulen Mann trifft, der um Frauen einen meterweiten Bogen macht oder Wolfgang auf eine Lesbe mit einer gleich großen Antipathie gegen die Männerwelt?

Deshalb ist es schon sehr schön, wenn jede/r ihre/seine Neigungen oder Abneigungen einigermaßen zutreffend formuliert. Und wie es zwischen schwarz und weiß jede Menge Graustufen gibt, gibt es nartürlich auch im Bereich der Sexualität diese Zwischentöne.


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