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Betriebsgeheimnis

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Du hast einen ganz tollen Schreibstil. Wirklich super. Mach bitte weiter, die nächste Episode.

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Geschrieben

Bitteschön:

„Elena, ich muss dich unbedingt heute Abend sehen, lass mich nicht länger warten, ich brauche mehr.“
Verzückt las sie die Nachricht ihres Praktikanten und heimlichen Sklaven. Aber etwas macht sie auch misstrauisch daran.

Sie rief ihn in ihr Büro, ließ ihn die Tür schließen und Platz nehmen. Für Außenstehende nichts Ungewöhnliches, schließlich arbeitete er für sie. Das es ein sehr spezielles Verhältns war, dass die beiden teilten, wussten nur er und sie.

Heute aber konnte sie seinem Gesichtsausdruck Schuldgefühle entnehmen, die über die immer intensiver wachsende Peinlichkeit, die er sonst in ihrem Beisein empfand, hinausgingen.
„Weißt du, warum ich dich gerufen habe“, wollte sie von ihm wissen.
„Bestimmt wegen der Nachricht“, murmelte er und starrte in seinen Schoß, nur um plötzlich aufzublicken und ganz schrill klingend hervorzupreschen: „War ich zu aufdringlich? Es tut mir leid!“

Sie hob ihre Hände, mehr um seinen Fehlgriff in der Lautstärke zu dämpfen, als um ihn zu beruhigen. Umgehend bestätigte sie ihn in seinen Befürchtungen: „Du siehst also ein, dass so eine Nachricht unangebracht war.“
Er nickte stumm und betrachtete die Figur der Göttin Kali, die auf ihrem Schreibtisch stand.

Eine von zwei Figuren, die indische Geschäftspartner ihr überreicht hatten. Eine Göttin und ein Dämon, beide schrieben sich transkribiert Kali und auf die ein oder andere Weise entsprachen beide Elenas Naturell. Dass es sich nebenbei bei ihrem Unternehmen um einen Chemiekonzern handelte, der insbesondere mit Kalisalzen operierte, war da eher ein Nebensächlichkeit. Ihr gefiel dennoch diese vielschichtige Koinzidenz.

Ihn wiederum machte ihr kurzes Schweigen beabsichtigt nervöser.

„Quirin“, sprach sie ihn streng mit Vornamen an, wie es Mütter mit ihren Kindern taten, wenn sie etwas angestellt hatten. Manchmal sah sie sich tatsächlich in einer inzestuösen Mutterrolle und sie war sicher, hätte sie ihm das mitgeteilt, hätte sie einige Erregung aus ihm herausholen können. Er ging nunmehr richtig in seiner Opferrolle auf. Eigentlich schon zu gut.

„Quirin“, wiederholte sie, ebenso streng wie davor, „wir wissen beide, dass es dir nicht um ein Treffen geht. Du willst mich das höchstens glauben machen. Diese plötzliche Dreistigkeit und dieses einlenken, in etwas, zu dem ich dich bislang immer zwingen musste, da steckt doch was dahinter. Etwas, das dir so wichtig sein muss, dass du deine Peinigerin um etwas bittest, was sie sowieso immer wieder von dir nehmen kann, wie es ihr gefällt.“

Sie ließ ihren Blick durch die Glasfront hinter ihrem Schreibtisch hinaus über die Skyline schweifen. Sie atmete ruhig und leise, ließ wieder Zeit vergehen. Dann kam sie um den Tisch herum und hinter ihn und er wusste besser, als ihr mit dem Blick zu folgen.
Er bebte, als sie ihn an den Schultern griff, ließ es aber geschehen.
„Du hast gehofft, wenn wir es heute tun, hast du morgen freie Zeit, nicht?“ Mit dem letzten Wort wurde aus einer harten, aber angenehmen Massage ein kurzer Schmerz, den er mit aller Gewalt in sich behielt, selbst noch, als es nur noch sein verletzter Stolz war, der weh tat und ihre Berührung längst nachgelassen hatte.

Wieder nickte er und murmelte ein verschämtes „Ja“.

Daraufhin herrschte sie ihn an, Haltung anzunehmen, nahm selbst wieder Platz, gestattete ihm einen Blick durch den Glastisch auf ihre Schenkel und die Ansätze ihrer schwarzen Strümpfe, bevor sie ihn daran erinnerte, wo ihr Gesicht wäre. Dann ließ sie sich berichten.

Kleinlaut gestand er, auf einen freien nächsten Abend gehofft zu haben, weil seine Freundin und er etwas vorhatten. Das war bislang nie ein Problem gewesen, doch die Tatsache, dass er auf Nummer sicher gehen wollte, machte sie neugierig.

„Was ist morgen“, wollte sie wissen. „Ihr Geburtstag?“

Er schüttelte den Kopf. Wie sich herausstellte war am nächsten Tag der dritte Jahrestag der beiden.

Daraufhin gab sie sich milde. Er hätte doch nur etwas sagen brauchen. Natürlich bekäme er da morgen Abend frei. Sie wäre schließlich kein Monster, kein Unmensch und ihr läge auch etwas daran, dass die Beziehung weiter hielte.
Es musste alles so verzerrt und falsch in seinen Ohren ankommen, wie es auch beabsichtigt war. Wie ein Mafiapate, der die ewige Freundschaft gelobte, nur kälter, herzloser und biestiger.

Da mochte es kaum verwundern, dass sie seine Einladung für diesen Abend annahm. Er solle eine halbe Stunde eher Schluss machen, um seine Sachen zu holen, die besonderen Frauensachen waren gemeint, und anschließend sollte er vor dem Hotel auf sie warten. Möglichst untendrunter schon in Montur.

Dieses Spielchen kannte er inzwischen. Nichts besonderes!


Sie trafen sich. Er ließ alle Erniedrigungen über sich ergehen und sagte brav auf, was immer ihm einfiel, das seine Herrin je zufrieden gestimmt hatte. Er war schlicht zu gewöhnt an die Sache.

Er schminkte sich sofort, als sie ankamen, küsste ihre Füße, ihre Schenkel, den Po.

Sobald sie ihm ein Zeichen gab, machte er Männchen und wusste, wann er damit aufhören musste. Er horchte auf Kommando und wusste, wann Eigeninitiative erwünscht war. Natürlich kritisierte sie ihn trotzdem und er zeigte pflichtschuldig Reue, aber es war alles zu glatt.
Da nützte es auch herzlich wenig, dass sie auf ihm ritt, während er per Chat kurz nach Mitternacht seiner Freundin zum Jahrestag gratulierte. Küsschen und Herzchen wurden ausgetauscht und das Bedauern, erst morgen zusammen sein zu können.

Sie kam, er kam und sie ging, während er sich abschminkte und umzog.

Er ahnte nichts und das war gut so…


Am nächsten Tag ließ sie sich weitgehend nicht blicken. Er bekam Aufgaben außerhalb und sie versteckte sich hinter verschlossenen Türen. Erst kurz vor Feierabend bestellte sie ihn ins Büro.
Vorbildlich schloss er die Tür und legte ungefragt sein Diensthandy in ihre Reichweite auf den Tisch. Er war ein so braver Junge….
„Heute ist also der große Tag“, kommentierte sie.
Er nickte, fast etwas stolz, jedoch unsicher, ob er das zeigen dürfe.

„Wir haben es jetzt halb vier. Sillst du vielleicht heute eher Schluss haben“, fragte sie in herzlich klingendem Ton nach und griff beiläufig nach seinem Smartphone.

Er traute sich jetzt mehr zu lächeln als zuvor, nickte heftig, fing diesen unerlaubten emotionalen Ausbruch jedoch schnell wieder ein und erwiderte stattdessen schüchtern: „Ja, gerne!“

Sie lächelte ihn breit an, entsperrte nebenbei den Bildschirm des Mobilgerätes, wandte sich halb abgelenkt wieder ihm zu und sprach: „Schön! Was habt ihr beiden Turteltäubchen denn vor, heute Abend?“

Er erklärte ihr, während sie sich wahllos durch Bildschirme klickte, als wäre da irgendwas interessantes zu finden, er und seine Freundin wären zum Kino verabredet. Anschließend wäre ein intimer Abend zu zweit geplant. Er habe seiner Andrea zu diesem Anlass extra eine Halskette gekauft, mit der er sie beschenken wolle.

„Das klingt toll“, heuchelte sie unverhohlen und desinteressiert. „Dann bearbeiten wir jetzt schnell noch den neuen Indiendeal und du kannst im Anschluss gehen.“

Es dauerte einen Moment, bis seine Freude einem zaghaften Stutzen wich. „Der neue Indiendeal? Den haben wir doch bereits letzte Woche besiegelt.“

Ihre verschmitzten Lippen wurden immer spöttischer. „Richtig, Quirin, das weißt du und das weiß ich, aber ich kenne eine, die das nicht weiß.“

Sie öffnete Whatsapp, tippte auf das Kontaktfenster zu seiner Freundin.

„Für wann, soll ich sie denn bestellen“, fragte sie und fuhr ohne eine Antwort abzuwarten fort. „Kino um acht? Hmmm… das werdet ihr wohl leider nicht schaffen. Ich bestelle sie mal für Halbzehn, dann schafft ihr vielleicht die Spätvorstellung. Wenn sie dich unten abholt, seid ihr wahrscheinlich schnell genug. Ich will dem Glück ja nicht im Weg stehen. Aber die Arbeit, die Arbeit...“ Sie seufzte theatralisch.

Sein Gesichtsausdruck war Gold wert. Wie ein getretener Hund, der nicht wusste, was er falsch gemacht hatte. Sie ließ dem Gefühl einen ganz kurzen Moment sich zu entfalten, bevor sie streng befahl: „Und jetzt zieh dich aus. Immer dieses Hotel. Ich dachte mir, wir könnten doch mal Bürosex haben.“

Kurz holte er Luft und sie hoffte schon auf Widerworte. Stattdessen erhob er sich und begann pflichtschuldig sein Hemd zu öffnen. Vielleicht hoffte er, wenn er schnell ihren Wünschen nachkam, würden sie beide eher fertig sein.

Sie begann seinen Striptease mit seinem Handy zu filmen.

Als er nackt war, dirigierte sie ihn vor die Fensterfront. Da es noch hell war zeichnete sich nur seine Silhouette vor dem Fenster ab. Wie ein erotisches Schattenspiel. Pittoresk!

„Schau in die obere Schublade des Aktenschränkchens dort drüben“, wies sie ihn an.

Er tat, wie ihm geheißen und fand ein paar Kleidungsstücke, die sie für den Anlass besorgt hatte, ein schwarzes Ensemble aus Babydoll, Tanga, Hüfthalter und Nylons. Alles aus feiner durchsichtiger Spitze. Nur die Strümpfe waren samtglatt und hauchzart.

„Anziehen“, befahl sie, obschon er längst dabei war. Dieser Übereifer, den musste sie ihm irgendwie abtrainieren.

Als er fertig war, ließ sie ihn vor der Fensterfront Stellung beziehen. Den Blick nach draußen gewandt, konnte er nicht sehen, was hinter ihm geschah, was sie tat und vorhaben mochte. Gleichzeitig musste er sich beobachtet vorkommen. Man konnte den Parkplatz unten sehen und die Häuser gegenüber, alle niedriger, als der Firmentower, in der Stadt „der Chemieriese“ genannt, weil er alles überragte.
Sie wusste, wie man sich einbilden konnte, dass einen alle sahen, wenn man vor der Fensterfläche stand, nichts als Glas zwischen sich und der Welt. Erst wenn man sich erinnerte, dass die Scheiben von außen verspiegelt waren, konnte man sich unbeobachtet fühlen.

Ob ihm das bewusst wurde oder nicht war ihr allerdings herzlich egal. Sie ließ ihn erst einmal masturbieren. Sein Schwanz ragte steif aus dem Slip und er konnte nur die obere Hälfte umklammern. Trotz dieses Handicaps gab er sich viel Mühe, möglichst schnell zu kommen.

Sie unterband das Vorhaben, indem sie auf eine Nachricht verwies, die er eben bekommen hatte.

„Deine Freundin ist enttäuscht, meint aber, da könne man wohl nichts machen. Rührend, nicht?“

Er versuchte nicht darauf zu reagieren, rubbelte heftiger an sich herum.

„Wenn du jetzt fertig wirst, heißt das nicht, ich wäre mit dir fertig für heute, das ist dir hoffentlich klar. Hier! Schreib ihr mal was zurück, über deine doofe Chefin.“

Sie reichte ihm das Handy und er musste von sich lassen.

Aufmerksam blickte sie ihm über die Schulter. Diese Nähe! Wie ihre Auren sich berührten! Sogleich war er wieder mit Unbehagen erfüllt. Sie konnte förmlich sein Herz gegen den Kehlkopf pochen hören.
„Hallo Andrea“, tippte er und musste sich schon hier mehrfach korrigieren, weil seine zittrigen Finger die Buchstaben nicht trafen. Seine Chefin hetzte ihn noch etwas, damit diese Nervosität nicht aufhörte. „Es tut mir wirklich leid. Ihre Hoheit kam recht kurzfristig mit dem neuen Auftrag an. Ich beeile mich. Sorry. Hab dich lieb! <3“

Sie ließ ihn alles fein säuberlich tippen, bis jedes Jota richtig saß. Dabei ließ sie ihre Brust etwas an seinem Rücken streifen, damit er weiterhin nicht zu seinem Konzept zurückfand.

Kurz bevor er fertig war, wies sie ihn an, ihr das Handy zu überreichen, ohne die Nachricht abzuschicken. Er gehorchte.

„Habe ich nicht gesagt, du sollst es auf die doofe Chefin schieben? Das war viel zu freundlich. Komm, stell dich mal da zur Seite. Beine etwas übereinander geschlagen. Auf Zehenspitzen, wie eine Ballerina. Und jetzt die Arme über den Kopf. So ist gut.“

Er befolgte ihre Anweisungen und sie machte ein paar Schnappschüsse. Anschließend, löschte sie die Nachricht, ohne sie abzusenden.

„Ich schreib ihr jetzt eine Bessere. Hoffentlich schicke ich nicht versehentlich die Bilder. Du kannst dich solange auf den Schreibtisch setzen und dich zwischen den Beinen streicheln.“

Vorsichtig schob er sich auf den Glastisch, als hätte er Angst, das Möbel würde sein Gewicht nicht halten können. Anschließend machte er die Beine breit und rieb sich am Gewebe des Tangas, knapp unter seinem Sack. Sie rutschte mit dem Schreibtischstuhl zwischen seine Beine und sah ihm dabei zu, wenn sie nicht gerade, tippte.

Er konnte sich kaum konzentrieren. Es musste ihn massiv ängstigen, nicht zu wissen, was sie schrieb. Ein spiel das sie nun auch schon öfter gespielt hatten.

„Stöhn doch etwas“, befahl sie und er gehorchte.

„Höher, mehr wie ein Mädchen“, verbesserte sie ihn und er befolgte auch diesen Befehl.

„Nicht so laut, sonst tippe ich wieder daneben. Ich hätte gerade schon beinahe die Prima Ballerina verschickt.“

Er stöhnte etwas leiser, was sie dann wieder etwas nach oben korrigierte.

Sie ließ ihn eine Weile auf dem Tisch posieren, immer darauf bedacht ihn kurz vor dem Orgasmus zu halten, ohne ihn kommen zu lassen.

Als seine Eichel richtig angeschwollen war und wirklich nichts ihn mehr hätte aufhalten können, befahl sie ihm sofort aufzuhören.

Zu spät! Wild ergoss sich sein Samen über den Tisch, auf den Boden und haarscharf an ihr vorbei.

Innerlich zufrieden mit der Entwicklung, äußerlich voller Zorn schimpfte sie ihn für das angeblich vorschnelle Ejakulieren. Was ihm einfiele, sie hätte schließlich sofortigen Stopp geboten.

Sie zerrte ihn vom Tisch, drehte seinen Arm auf den Rücken und drückte ihn mit dem Gesicht in sein eigenes Sperma. Sie packte ihn an den Haaren und wischte mit seiner Wange darauf herum. Jahreslanges Training exotischer philippinischer Kampfsportarten machten sich in diesem Augenblick bezahlt.

„Du widerliches, kleines Dreckschwein, sieh dir die Sauerei, die du da gemacht hast, mal aus der Nähe an“, beschimpfte sie ihn. „Glaubst du, du hast hier irgendwelche Sonderrechte, nur weil du mich ein, zwei Mal ficken durftest?“

Es war eine starke Untertreibung. Sie sah keinen Sinn darin, sich eine Nutte zu schaffen und dann keinen Sex zu haben. Enthaltsamkeit war nicht ihr Ding und was wäre es schon für ein Fremdgehen seinerseits, wenn sein Glied nicht mindestens einmal pro Session in ihr steckte. Es mochte Leute geben, die es genossen, ihren Unterworfenen tagelang zappeln zu lassen. Für sie aber wäre es nur der halbe Spaß gewesen. Insofern hatte er sie jedes Mal gefickt, oder besser sie ihn, wenn sie zum Spielen aufeinandergetroffen waren.

„Wenn dir das noch einmal passiert, ein einziges Mal, dass du einfach unerlaubt kommst, dann wird es keine weiteren Jahrestage für dich geben. Zumindest nicht mit deiner kleinen, dummen Andrea! Haben wir uns verstanden?“

Er röchelte und nickte so gut es ging. Er war rot angelaufen. Sein eines Auge tränte. Aus seinem Mund lief Speichel und vermengte sich mit dem Ejakulat. Sie machte ein Foto davon und zeigte es ihm. „Schau dir an, wie ekelhaft du bist.“

Noch eine Weile ließ sie ihn in der unwürdigen Pose, vorn über auf den Tisch gelegt, die bestrumpften Schenkel hinabhängend, halb stehend halb kniend auf dem Boden, verharren, dann gab sie ihm einen etwas zu harten Klaps auf den Po und befahl ihm, sich zu erheben.

Als nächstes durfte er sich auf den Gästestuhl setzen, wie zu Anfang, nachdem er hereingekommen war.

Sie straffte ihr Kostüm, nahm wieder gegenüber Platz und schlug die Beine lasziv übereinander, was trotz des verschmierten Spermaflecks recht gut durch den Glastisch sichtbar war. Es war schwer auszumachen, ob er die Schlieren seiner Körperflüssigkeit oder doch ihre Nylons begaffte. Selbstverständlich unterstellte sie ihm zuerst letzteres.

„Du kleines Ferkel! Eben gekommen und immer noch nicht genug? Hattest du es nicht eilig? So wird das nichts, du verlogener, perverser, kleiner Wichser.“

Er war immernoch völlig durch den Wind, überrumpelt, halb heulend, unterdrückt zürnend, gekränkt und gedemütigt. Ein Träger seines Leibchens hing herunter, sein Schwanz hing oben über den Schlüpfer, halb steif. Seine Eier quollen seitlich hervor. Sie hielt mit der Kamera drauf und knipste genüßlich. Best Shot of three.

„Eieieieieiei“, kommentierte sie seinen Zustand. „Na, wenigstens wissen wir jetzt, dass es dir gefällt. Der gequälte und erpresste Praktiikant, ist zum willigen Gehilfen geworden, zum Täter, zum willigen Sklaven seiner eigenen Lust. Hast dir wohl gedacht, wenn du es schon nicht verhindern kannst, kannst du es dir wenigstens gefallen lassen. Mach dir nichts draus, das geht allen Zwangsprostituierten so. Immerhin, ich musste dir keine Drogen dafür verabreichen. Es scheint also auch etwas eigener Antrieb dahinterzustecken. Das ehrt mich.“

Sie war sich bewusst, dass sie damit eher ein Wunschbild schuf, als die Wirklichkeit abzubilden. Sie konnte sich aber auch sicher sein, dass er längst nicht mehr sicher war, warum er eigentlich mitmachte. Zu viele Orgasmen hatten sie beide geteilt und das musste ihm ganz schön zusetzen, selbst wenn es rein körperliche Ursachen gehabt hatte. Es gefiel ihr aber diese Ambivalenzen in ihn zu pflanzen, die in so vielen Misshandlungsopfern wohnte. Das hatte er nun, von seinem pflichtschuldigen Übereifer. Aus vorauseilendem Gehorsam hatte sie seine eigenen, sinisteren Fremdgehabsichten gemacht. Die Erpressung war nur noch das notwendige Spiel, eine Illusion, ein frivoles Rollenspiel als Rechtfertigung für sein Verlangen.

„So“, schloss sie Ihren Vortrag. „Jetzt krabbel schön unter den Tisch und zeig der Mama, wo es schön ist. Aber wisch dir vorher das Sperma aus dem Gesicht. Wir wollen doch nicht, dass ein Malheur passiert.“

In der vorhergesagten Mischung aus Resignation und Gier machte er sich ans Werk. Er brauchte nur wenige Zungenschläge. Sie war zu berauscht von den eigenen Worten. Sie fühlte sich in der Position eines Vergewaltigers, so voller Macht über ein fremdes Leben. Es war so geil, ihre Kopfhaut zog sich zusammen und ihr ganzer Körper wurde in Gänsehaut getaucht.


Als sie gekommen war, durfte er wieder hervorkriechen, was naturgemäß unbeholfen wirkte und entsprechend verspottet wurde, wenn auch nur aus Prinzip.

Er wartete geduldig bis sie sich soweit vom Orgasmus erholt hatte, um wieder Worte für ihn zu finden.

„Wisch dir den Dreck aus dem Gesicht, zusammen mit diesem debilen stolzen Grinsen. Wir haben es kurz vor Acht. Das heißt, du kannst dich jetzt nochmal hübsch machen, schön schminken, nachdem du hier aufgeräumt hast und deine Sachen richten. Nur weil du meine Schlampe bist, brauchst du ja nicht schlampig aussehen, oder?

Wenn du dich beeilst, bist du in 15 Minuten damit fertig. Ich rauche so lange auf der Terrasse. Wenn ich wieder reinkomme, erwarte ich eine geschniegelte Premiumhure. Wir haben noch ein bisschen was vor, bevor du heute Feierabend machen kannst.“

Der aufflackernde Glanz in seinen Augen verlosch umgehend und er begann umzusetzen, was ihm aufgetragen worden war.

Sie beobachtete ihn von draußen, wann immer er nicht hinsah und behielt dabei sein Smartphone nah bei sich. Diese lästige Andrea wollte wissen, wie es aussah und sandte ihm ein trauriges Smiley, ein paar verniedlichte Verwünschungen in Richtung seiner Chefin und aufmunternde Worte.
Als sie zurück nach drinnen kam, nickte sie und bescheinigte ihm, gerade so ausreichend erledigt zu haben, was er sollte, weswegen er jetzt im Vorzimmer Platznehmen durfte, an seinem Schreibtisch.

„So“, rief er entsetzt? „In der Kluft?“ Seine Fassungslosigkeit amüsierte sie.

„Nein, natürlich nicht so!“ beruhigte sie ihn.

„Ich wollte schon sagen“, entfuhr es ihm erleichtert.

Sie ging nochmal zu ihrem Schränkchen. „Ich hatte die hier ganz vergessen“, sprach sie und reichte ihm zwei lackschwarze High Heels. „Die solltest du schon tragen, bevor du dir an dem rauhen Teppich draußen Laufmaschen in die Strümpfe reißt.“

Sofort war er wieder alarmiert. Er könne doch nicht im durchsichtigen Nachthemdchen, geschminkt als Frau ins einem Büro…. Wenn jemand hereinkäme.

Sie wischte seine Einwände mit einfacher Geste fort. „Papperlapapp! Wer soll schon kommen. Die Putzkolonne kommt erst um Sechs und außerdem kannst du ja vorne absperren, falls du den Schlüssel findest. Der muss da irgendwo sein. Ist ja jetzt auch nicht für ewig, aber du wirst verstehen, ich kann mich nicht den ganzen Tag mit deinen perversen Neigungen beschäftigen und außerdem, während du den Schlüssel suchst, kannst du gleich laufen lernen. So jedenfalls sieht das schrecklich aus. Da wirst du noch ein ganzes Stück üben müssen.“

Er hatte, noch während sie zu ihm sprach, das für ihn ungewohnte Schuhwerk angelegt und ein paar wenige unbeholfene Schritte gewagt. Er schaffte es kaum bis zur Tür.

„Ich rufe dich dann“, klärte sie ihn auf und setze noch nach „Ach, und Quirin...“

Er fiel fast hin, als er sich zu ihr umdrehte und klammerte sich krampfhaft am Türrahmen fest, was ein weiteres gutes Foto abgab. „Zieh den Lippenstift noch mal nach, bevor du wieder reinkommst. Dieses ständige auf der Unterlippe kauen, das ist so undamenhaft von dir.“

Dann entließ sie ihn. Da sie keine Fallgeräusche, kein Kratzen und Scheppern hörte, ging sie davon aus, dass er draußen einfach so schnell wie möglich Platz genommen hatte, ohne abzusperren.

Es war allerdings auch äußerst unwahrscheinlich, dass jemand hereinkam um diese Zeit, zumal heute Fußballländerspiel im Fernsehen lief. Dennoch würde er eine sehr aufregende Zeit da draußen erleben, so quasi ausgeliefert, dem Schicksal und jeder Person, die jetzt zufällig ins Vorzimmer platzte.

Sie vertrieb sich die Zeit indessen damit, mit Andrea zu chatten und sich schlimme Dinge auszudenken, die sie als Chefin Quirin gerade antun könnte, von denen er seiner Freundin berichten würde.

Seine Freundin war so voller Verständnis, liebevoll und goldig. Wenn er das Gespräch später nachlesen würde, würden ihm die Tränen kommen, angesichts der Diskrepanz zwischen dem, was sie in ihm sah und seinem tatsächlichen Verhalten.

Elena konnte verstehen, warum er Andrea gewählt hatte. Gleichzeitig widerte sie diese blauäugige Unschuld an. Kein Wunder, dass sie auf den meisten Sexbildern immer auch peinlich berührt aussah, unter der Pornoblickfassade, die an ihr so authentisch wirkte, wie der Gesichtsausdruck eines Vegetariers, der seinen Eltern zur Liebe, ein Anstandsstück von der Weihnachtsgans aß und dabei bekundete, wie lecker seine Mutter kochte, was noch nie gestimmt hatte, Vegetarier hin oder her.

Elena ließ sich eine halbe Stunde. In der Zeit machte sie sich zurecht für das heutige Finale. Dann hieß sie ihn hereinkommen. Es war jetzt kurz vor Neun.


Sie saß auf dem Glastisch mit dem Rücken zu ihm und trug jetzt ein ähnliches, durchsichtiges Ensemble wie er, nur aus edleren Stoffen. Sie musste sich schließlich von ihm abgrenzen.

Sie warf den Kopf in den Nacken, damit ihr geöffnetes Haar wallen konnte, wie eine Playboy-Weichzeichnerphantasie. Sie hieß ihn, zu ihr zu kommen, zwischen sie und die Fensterfront, „damit die ganze Welt dich sehen kann.“

„Aber die Fenster sind doch verspiegelt“, widersprach er.

„Das ist richtig“, gab sie ihm recht, „allerdings nachts, wenn das Licht brennt, so wie jetzt, und es draußen naturgemäß dunkel ist, nützt all die schöne Verspiegelung nichts. Das muss dich jetzt aber nicht kümmern. Komm her, du weißt doch, was Mama gefällt.“

Sie ließ sich zärtlich von ihm berühren, küssen und saugen. An den Brüsten natürlich, doch auch auf den Lippen, den Ohren, den Schultern, dem Nacken. Er sollte ein feuriger Liebhaber sein und ihr immer wieder Liebesschwüre ins Ohr hauchen. Es sollte Sex sein, wie ihn Frischverliebte hatten, voller echter, ungezügelter Leidenschaft, ungestüm, ungebremst, einfach nur Begierde.

„Nimm mich, Junge“, forderte sie ihn auf, während er sich ihren Schenkeln, ihren Füßen, ihren Zehen widmete. „Nimm mich Junge“, stöhnte sie, als er den Rückweg antrat, um noch einmal intensiv ihren Schoß zu küssen.

„Nimm mich, Junge“, verlangte sie mit heiserer Stimme ein letztes Mal, bevor er ihren Slip zur Seite zog und seinen prachtvoll aufgestellten Schwanz in sie hineinschob.

Immer wieder musste er zustoßen. Langsam kreisen, und wieder schneller im Stakkato tief in sie eindringen, im steten Wechsel, im Rhythmus der Erregung, ein eingespieltes Team, das wusste, was der Partner verlangte.
Der Ton wurde heftiger, die Worte schmutziger. Von Liebe ging es über in lasterhafte Lust. Seine Lieblingsquadriga der Selbstbezichtigung aus Nutte, Hure, Schlampe und Fotze ging mit Verve ins Rennen. Sie bestätigte ihn zwischen den Atemzügen, die zunehmend tiefer und lauter wurden. Er fickte sie, wie es nur jemand tun würde, der es wirklich wollte, für den es echt war. Er fickte sie, vögelte sie. Sie bumsten um die Wette im Einklang anschwellender Ekstase. Ein Feuerwerk, ein rauschender Sturm. Ein Fanal! Inferno! Explosion!


Sie schrien beide, so laut, man musste sie auf der ganzen Etage hören können. Sie ließ alle Körperspannung fahren und genoß, wie sein Schwanz noch immer in ihr steckte. Beider Schweiß hatte sich vermengt, getränkt von ihrem Parfum klebte er an beiden. Völlig verausgabt rutschte sein schrumpfendes Glied aus ihr und er fiel mit dem Rücken an die Scheibe und ließ sich an ihr entlang zu Boden sinken. Sein Make-up war völlig zerstört, wie sie feststellte, als sie sich aufrichtete. Er musste lachen, als sie ihm das mitteilte und sie lachten gemeinsam.

„Sag das du mich liebst“, forderte sie, ruhig, fast freundschaftlich.

„Ich liebe dich, Elena“, hauchte er, mit nahezu unheimlicher Authentizität.

„Verlogenes Schwein“, erwiderte sie, neckend, nicht schimpfend. „Kleiner, perverser Betrüger.“

Er wiederholte: „Ich bin ein verlogenes Schwein. Ein kleiner, perverser Betrüger!“

„In Frauenkleidern“, fügte er hinzu.

„Und das an deinem Jahrestag“, schalt sie ihn, noch immer mit wenig Ernst.

Ihn hingegen schien in diesem Moment ein Blitz zu durchzucken. Aufgeregt schreckte er hoch.

„Wie spät ist es“, fragte er panisch und verhaspelte sich noch ein, zwei Mal dabei. „Wie spä… Wie spät ist...äh...“

Aufgeregt sprang er auf der Suche nach einer Uhr herum und kämpfte sich schließlich aus den High Heels frei.

Sie griff ruhig zu seinem Handy und ging zur Terrassentür, um selbe zu öffnen. Kalte Nachtluft strömte herein und kühlte sein Gemüt.

„22 Uhr“, klärte sie ihn auf.

„Verdammt, verdammt, verdammt“, schimpfte er, „dann habe ich Andrea versetzt, das Kino verpasst und alles ist Scheiße.“

„Na, na, na“, ermahnte sie ihn, „achte auf deine Wortwahl.“

„Scheiß auf meine Wortwahl“, wütete er.

„Liebst du mich nicht ohnehin mehr als sie“, fragte sie, jetzt wieder mit beißendem Spott. Die Kälte hatte zumindest ihr wieder Klarheit in den Kopf geflutet.

Sie schloss die Terrassentür, fröstelnd.

„Was“, spie er aus, „das ist doch jetzt scheißegal. Andrea ist bestimmt traurig und aufgelöst. Diese verdammte Scheiße. Warum, warum, warum?“

Sie räusperte sich und kramte ihre autoritäre Stimme hervor. Es gab nichts und niemanden, den sie damit nicht einfangen konnte und schon gar nicht Quirin, der inzwischen voll auf diese Stimme konditioniert war.

„Du wirst dich jetzt erstmal beruhigen. Geh ans Fenster und press dich dagegen. Die kalte Scheibe wird dein Gemüt schon kühlen.“

An die Scheibe pressen. Er musste die Idee blödsinnig finden. Doch die Stimme hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Wie eine Hieroglyphenfigur in Strapsen presste er sich zwischen die beiden Stahlverankerungen, die die Scheibe hielten und wartete auf weitere Anordnungen.

Stattdessen las sie vor: „Hallo Quirin, ich bin jetzt unten auf den Bänken vor der Firma. Es ist etwas frisch. Ich sehe das Licht im Büro deiner Chefin. Ich nehme also an, du bist noch beschäftigt. Mach dir keine Sorgen, ich warte, auch wenn es noch später wird. Ich glaube, ich habe gerade einen von euch beiden gesehen. Vermutlich deine Chefin. Es sei denn, du trägst neuerdings Kleider. ;-)“

In dem Moment sprang er wie von der Tarantel gestochen vom Fenster zurück.

Elena jedoch befahl ihn wieder zurück.

„Wenn du nach unten siehst, kannst du sie wahrscheinlich sitzen sehen. Ich schreib ihr, dass du in einer Viertelstunde da bist. Dann kannst du zwar nicht mehr duschen, aber es reicht, um dich abzuschminken und dir wieder etwas anzuziehen. Wenn du dich beeilst. Vielleicht duscht ihr nachher einfach zusammen. Ich glaube, du duftest etwas nach meiem Parfum. Und nach Sex.“

Sie spitzte ihre Lippen und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann verrieb sie den Lippenstift, den sie dabei hinterlassen hatte, richtig schön in seine Haut. „Du warst gut heute“, lobte sie.

Er hatte allerdings keinen Nerv für sie.


So schnell er konnte, zog er seinen Fummel aus und warf die Sachen achtlos auf den Boden. Beim hantieren mit den Abschminktüchern bekam er beinahe einen Nervenzusammenbruch, weil alles es so klebte. Mehrfach zischte sie ihn an, er solle nicht so eine Aufregung verbreiten, davon ginge es auch nicht schneller.

Sie selbst zog sich ebenfalls wieder um. Schob ihn vom Spiegel weg, um sich das Make-up zu richten und die Frisur wieder in einen strengen Knoten zu binden.
Während sie ihn aufräumen ließ, holte sie einen kleinen Boutiquebeutel aus einer Nische. Darin befand sich noch einmal ein schmuckes Nachthemdchen, ein passendes Wäscheensemble mit Strumpfgurt und feine Nylons.

Sie nahm den Slip und steckte seine Innenseite kurz zwischen die Beine, während er sie fragend anblickte.

„Lass dich nicht ablenken. Die Zeit läuft“, drängelte sie ihn.

Dann stellte sie das Beutelchen auf den Schreibtisch.

„Hier sind ein paar Sachen drin. Sie müssten Andreas Größe haben. Ich dachte, bevor du ihr nur Schmuck schenkst… Wahrscheinlich findet sie das chauvinistisch, weil du dich damit quasi selbst beschenkst. Aber damit wirst du schon fertig werden. Du hast ja noch was eigenes für sie. Außerdem könnte sie längst einmal ordentliche Unterwäsche vertragen. Nicht diesen billigen Sweatshopmüll in den du sie sonst immer zwingst. Sorg dafür, dass sie die Sachen hier anzieht und dokumentiere. Und wenn du sie dann zwischen den Beinen küsst, denk an mich, du weißt immerhin, wo ihr neuer Lieblingstanga zuletzt war. Ist sie überhaupt der Tangatyp? Was kümmert's mich. Sorg einfach dafür, dass sie es trägt. Langweilig kann sie morgen wieder drunterziehen.

Mach dann das Licht aus. Ich gehe schon mal vor. Sollten wir uns nicht mehr sehen. Bis morgen!“

Schweiß stand auf seiner Stirn und er hetzte noch mehr, was ihn mehr behinderte, als es nützte. Sie ließ ihn hinter sich und ging zum Fahrstuhl.

Als die Kabine kam, war noch immer nichts von ihm zu sehen, also stieg sie ein und fuhr nach unten.

Im Foyer angekommen schickte sie den Lift wieder nach oben und stolzierte lächelnd nach draußen.

Auf einer der Bänke saß tatsächlich Andrea. Sie kannte sie ja von den Bildern.

„Haben Sie zufällig Feuer“, fragte sie mit höflicher Distanz.

„Tut mir leid, ich rauche nicht“, war die Antwort.

„Macht ja nichts“, erwiderte Elena. „Irgendwo hier in meinem Täschchen muss doch… Ah da!“

Sie zündete ihre Zigarette an und versuchte interessiert zu wirken. „Warten Sie auf jemanden? Es dürfte doch kaum noch jemand im Gebäude sein.“

„Ja“, gab Andrea artig zu, „ich warte auf Herrn Pax.“

„Ach“, spielte sie die Überraschte, „Sie sind Frau Gleicher. Quirin hat mir schon soviel von Ihnen erzählt. Nur Gutes natürlich.“

Sie reichte der jüngeren die Hand. „Elena Hozjajka. Es freut mich, Sie endlich mal kennenzulernen. Quirins gute Seele. Da haben Sie aber einen tollen Fang gemacht.“

Andrea nickte und lächelte, im Smalltalk nicht sehr geübt.

„Da muss ich mich wohl bei Ihnen entschuldigen, dafür, dass ich Ihren Freund ausgerechnet heute so lange in Beschlag genommen habe. Andereerseits, er war mit solchem Eifer dabei. Er hat ja darauf richtig darauf bestanden, mit mir Überstunden zu machen. 'Denk an deine Freundin', habe ich ihn ermahnt, aber er wollte einfach nicht hören. So eifrig, so stolz...“ Damit würde sich auch sein vorauseilender gehorsam erledigt haben, hoffte sie im Stillen.

Sie konversierten eine Weile. Sie lobte Quirin in den Himmel, malte die Beziehung in pathetischen Farben aus und übte sich darin, die Jüngere sichtlich mit all dem Lob zu überfordern, ohne es übertrieben wirken zu lassen.

Als Quirin angehetzt kam, starrte er nicht zum ersten Mal an diesem Tag entsetzt, wer denn da mit seiner Freundin im Gespräch war. Erstaunlich schnell schaltete er dann auf gefasst um. Sie hätte so eine undurchdringliche Fassade kaum besser heucheln können. Offensichtlich hatte sein Spezialpraktikum ihm einige wichtige Skills beigebracht, die er später im Haifischtank gebrauchen können würde.
Er gab Andrea einen flüchtigen Kuss auf die Wange.

„Quirin“, wies sie ihn zurecht, „was für ein zaghafter Kuss. Ich dachte, es wäre Ihr Jahrestag. Lassen Sie beide sich doch von mir nicht stören.“

Sie gab den beiden Gelegenheit noch einmal ordentlich zu küssen, was natürlich nicht geschah. Verlegen blickte Andrea sie an und murmelte ein „Passt schon!“

„Die jungen Leute“, seufzte Elena. „Na gut, ich will Sie beide auch gar nicht mehr länger stören. Ich befürchte, das habe ich ohnehin schon viel zu lange getan, heute. Das tut mir wirklich außerordentlich Leid. So sehr!“ Sie pausierte dramatisch, um ihrer gespielten Reue entsprechend Gewicht zu verleihen. „Wissen Sie was“, fuhr sie fort, als wäre ihr ein spontaner Einfall gekommen, „als Entschädigung lade ich Sie beide demnächst mal zum Essen ein.“

Selbstverständlich schlugen beide höflich die Einladung aus. Quirin sogar noch mehr, als man es von einem Praktikanten erwarten würde, dessen Chefin ihn einlud, doch natürlich einigte man sich darauf, es doch zu tun. Sie war sehr zufrieden mit sich und noch mehr, als sie ihm beiläufig in die Augen sah. Dieser arme, arme verwirrte junge Mann. Ihre heimliche Nutte durch und durch, mit allen inneren Widersprüchen.

„Na dann“, schloss sie, „lassen Sie beide es sich mal gut gehen. Quirin, wir sehen uns morgen. Mach ein schönes Foto von eurer Feier, damit du es mir morgen zeigen kannst und ich hoffe, ich verrate Ihnen, Frau Gleicher, nicht zu viel, wenn ich Ihnen sage, dass er ein tolles Geschenk für Sie hat.“

Als sie weiterhin keine Anstalten machte zu gehen, ergriff Quirin Andreas Hand und zog sie von dannen.

Lächelnd sah sie ihnen hinterher, bis Dunkelheit die beiden verschlang.

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Geschrieben

Wieder ein ganz tolles Kapitel geschrieben. Mit Niveau und Stil. Mach weiter so. 

Geschrieben

Scheint aber primär Männern und älteren Paaren zu gefallen. Wenn überhaupt.

Geschrieben

Die Sonne schien auf ihre blasse Haut und erwärmte ihren Busen, „ohne das kalte Herz zu erreichen“, dachte sie schmunzelnd. Sie zog ihren dunklen Pelzmantel enger. Trotz der warmen Jahreszeit bließ hier in der Höhenlage von Băile Herculane, zu Deutsch Herkulesbad, in den Südkarpaten ein kalter Wind. Sie genoss noch einen Moment die Aussicht vom Balkon der Präsidentensuite und ging dann wieder nach drinnen.

Der Raum strahlte einen spezifischen Chic aus, eine Mischung aus Gründerzeit und 70er Jahre Ostblockluxus. Wieviele Bonzen diverser sozialistischer Staaten mochten sich hier wohl für ein paar frivole Stunden mit den viel zu jungen Töchtern des Landes vergnügt haben?

Sie sah auf die Mysterieuse, eine Schwingpendeluhr, die einer nackten Muse nachempfunden war und beschloss, dass Quirin jetzt lange genug Zeit zur Vorbereitung gehabt hatte.

Dann griff sie zu einem bereitstehenden Handglöckchen, hob es stilvoll zwischen Daumen und Zeigefinger an und läutete ihn herein, wie einen Hausdiener.

Die vertäfelte Tür zum Nachbarraum öffnete sich. Es dauerte einen Moment, bis er auf allen Vieren hereingekrabbelt kam, wie sie es ihm zuvor aufgetragen hatte.

Zwei Tage waren sie jetzt hier und sie hatte sie genutzt, um noch einmal alle Register der Demütigung zu ziehen, die ihr gefielen. Er hatte sich vor ihr eingeölt. Sie hatte ihn immer wieder wie zur Fleischbeschau begutachtet, verhöhnt und ausgelacht. Grimmig, stumm und tapfer hatte er alles über sich ergehen lassen, im festen Glauben, dass nach diesem Wochenende die Tortur endlich ein Ende für ihn haben würde.

Am Montag nach der Rückkehr würde sein Praktikum beendet sein. Ab Montag würde sie ihm nicht mehr mit seiner Karriere erpressen können. Er würde seine Beurteilung erhalten und damit nicht mehr auf ihr Wohlwollen angewiesen sein. Nun ja, nicht ganz! Immerhin hatte sie noch die ganzen Fotos und Filmchen von seiner Freundin und ihm, in all deren erniedrigender Pracht.

Für's Erste hatte sie aber auch einfach genug von ihm.

Sie hatte sich längst in den exklusiven Club der Wissenden gespielt, hatte den anderen Top-Managern von ihren Eskapaden mit Huren erzählen können und war damit in den Geheimbund derer Aufgenommen, für die Sexualmoral ein Insturment war, um Menschen zu unterwerfen, anstatt ein Kodex, an den man sich zu halten hatte.

„Da bist du ja endlich, kleiner Perverser. Ich hoffe, du hast beim Umziehen nicht wieder die ganze Zeit an dir rumgespielt“, zog sie ihn auf.

Sie hatte ihn einmal dabei ertappt, wie er in Frauenwäsche vor dem Spiegel gestanden hatte, die eine Hand am Oberkörper auf dem Spitzenabschluss seines Negligees, als ob er eine Brust hätte, die er kneten könnte, die andere wild wichsend an seinem Schwanz. Was seine Sexualität anging, hatte sie sein Selbstbild nachhaltig geschädigt. Oder befreit. Wie man es eben betrachten wollte.

Er schüttelte den Kopf.

„Braves Hündchen“, bescheinigte sie ihm und ließ ihren Mantel aufgleiten. Außer einem Hüftgurt und passenden Strümpfen trug sie nichts darunter.

Sie konnte sehen, wie seine übertrieben blau beschatteten Augen sich weiteten, beim Anblick ihrer nackten Brüste. Sie konnte stolz von sich behaupten, dass das Alter ihr nicht geschadet hatte. Ob gespielt oder echt, er vermochte es, sein Verlangen danach wortlos zum Ausdruck zu bringen.

Sie trat in ihren Stilettos zu ihm, darauf bedacht, jeden Schritt über das Parkett bedrohlich klingen zu lassen. Er buckelte auf Händen und Knien vor ihr auf einem Flokati, der ihm in der ersten Nacht auch als Nachtlager gedient hatte. Die andere hatte er ans Bett gefesselt im Nachbarraum verbracht, wo seine Phantasie mit ihm durchgegangen sein mochte, als sie sich laut stöhnend über einen längeren Zeitraum selbst befriedigt hatte.

Sie streckte ihre Hand zu ihm herunter, packte ihn am Kinn und zog es weit genug nach oben, damit ihre Blicke sich treffen konnten.

Sie drehte den Kopf leicht nach links und nach rechts und begutachtete seine Schminkkünste. Neben dem Lidschatten waren da Wimperntusche, Kajal, Rouge und Lippenstift. Alles völlig übertrieben und unsauber aufgetragen.

„Man sollte meinen, du hättest inzwischen Übung darin, aber du siehst aus wie die Mischung aus einem Panda und einem Orang-Utan in einem Puff in Jakarta. So lächerlich“, sprach sie zu ihm herab und ließ ihn los. Reumütig wandte er den Blick von ihr ab.

„Ja, ich bin lächerlich“, gab er zu, „ein lächerlicher Orang-Utan.“

„Na ja“, fuhr sie fort und ging aus seinem Blickfeld an seine Seite. „Eher ein Hängebauchschwein! Aber von einer rückgratlosen Schlampe wie dir, braucht man vermutlich keine Haltung zu erwarten. Was findet die kleine dumme Andrea nur an dir?“

„Was soll sie schon denken“, gab er zurück und es fiel ihm erstaunlich leicht hinzuzufügen: „Sie ist so naiv und einfältig. Sie wird nie merken, was zwischen uns läuft. Sie glaubt schließlich, dass ich sie liebe.“

„Und das tust du nicht“, wollte sie erstaunt wissen.

Er richtete seine Augen erneut auf sie. Es war ein aufrichtiger Blick, der da durch all das absurde Make-up zu ihr drang.
„Elena“, sprach er ihren Namen voller Hingabe aus. „Die letzten drei Monate waren eine entwürdigende Tortur für mich. Sie haben alles zerstört, was ich glaubte, von der Liebe zu wissen. Du hast meine Persönlichkeit eingerissen und sie Stück für Stück durch das ersetzt, was jetzt hier vor dir kniet. Ich bin deine Nutte durch und durch, deine Hure, deine Schlampe, eine billige Fotze, die du aufheben und wegwerfen kannst, wie es dir beliebt. Ich weiß, ich bedeute dir nichts. Aber du, du bedeutest mir alles. Ich bin bereit alles für dich wegzuwerfen. Du hast mir gezeigt, dass Andrea mir nichts bedeutet und nie etwas bedeutet hat. Ich möchte nur noch dir gehören. Und wenn du mich an dein Bett fesselst und mich Tag für Tag dort verharren lässt, um mich dann, wenn du heimkommst, zu benutzen, oder es zu lassen – wie es dir beliebt –, dann bin ich glücklich. Jede noch so widerliche Abscheulichkeit, die du von mir verlangst, bin ich bereit für dich zu tun. Jeden Verrat, den du von mir forderst, werde ich begehen, an mir und allem, was mir etwas bedeuten könnte. Ich will nichts mehr sein als dein Spielzeug, dein Fußabtreter, dein Hündchen, wenn es mir dadurch nur möglich ist, in deiner Nähe zu sein. Ich bete dich an...“

„Ist ja gut“, unterbrach sie ihn, „ich habe verstanden. Du kannst jetzt aufhören mit deinen erbärmlichen, pathetischen, schwülstigen Lügen. Das ist widerlich!“

Wie ein getretener Hund sank er in sich zusammen.

Sie fuhr fort: „Glaubst du, ich hätte ab morgen noch Verwendung für dich? Glaubst du, du hast in diesem Spiel je eine Rolle gespielt? Du warst ein Schwanz, ein Imbiss am Wegesrand, ein Stück Fleisch, den ich halb gegessen aus dem Fenster werfe. Du versuchst doch nur, mir mit ein paar lächerlichen Worten zu schmeicheln. In Wahrheit hat es dir doch gefallen, dein verschissenes, biederes kleines Glück zu untergraben. Du warst gelangweilt und ich, ich war aufregend genug, um dich mir hinzugeben. Du hättest längst damit aufhören können, hättest du gewollt, aber nein, stattdessen hast du dich immer weiter hineingesteigert und jetzt findest du nicht zurück. Es ist abstoßend! Du bist abstoßend! Hör dir mal zu! Sieh dich an! Einen wie dich kann ich nicht einmal mehr bemitleiden. Du bist Dreck!“

Sie ließ die Worte setzen, dann hob sie abermals an: „Du langweilst mich. Das Spielzeug ist kaputt. Ich erwarte nichts mehr von dir. Ich will dich nicht mehr wahrnehmen müssen. Ich bin ehrlich erleichtert, wenn du morgen weg bist und ich nicht mehr für deine Phantasien herhalten muss.“

Er widersprach: „Aber Elena, du bist mein ganzes Glück...“

„Glück“, entfuhr es ihr, „Das Glück ist nicht wie ein Gut, das einem gehört, sondern eine Pacht, für die man immer wieder zahlen muss. Und du, du kannst diesen Preis schon längst nicht mehr bezahlen. Geh zurück zu deiner kleinen dummen Freundin. Für jetzt darfst du mich höchstens noch ein bisschen verwöhnen, dann bist du wenigstens still.“

Sie machte es sich an der Bettkannte bequem und breitete ihre Beine aus.

„Na komm her, kleines Hündchen“, wies sie ihn an.

Gehorsam krabbelte er zu ihr. Langsam und darauf die Schenkel küssend, arbeitete er sich vor, bis er sein Gesicht inbrünstig in ihrem Schoß vergrub und es ihr mit der Zunge besorgte.

Sie schlang ihre Beine um seinen Nacken, damit er nicht aufhören konnte und spürte, wie er bei der Berührung ihrer Schenkel erbebte. Sogleich leckte er noch heftiger und brummte wohlig dabei. Seine beschmierten Lippen rieben sich an ihrer Scham und gaben ihre Farbe ab.

Das Verhältnis der beiden hatte sich wirklich verändert.
Anfangs war er nur ihr Nuttenexperiment gewesen und sie für ihn eine Erpresserin, die ihre Macht ausnutzte.

Inzwischen genoss sie es. Vielleicht etwas zu sehr. Deswegen wollte sie das Experiment abbrechen. Nicht etwa weil sein Praktikum auslief. Aber sie wollte sich nicht abhängig machen von ihren Treffen. Sie musste unabhängig bleiben, unangreifbar, beziehungslos.

Und er?

Sie hatte ihm vor einiger Zeit einen USB-Stick gegeben, mit Arbeitsunterlagen für den Computer zu Hause. Was er nicht gewusst hatte, war, dass darauf ein Trojaner untergebracht gewesen war. Seither konnte sie jedes Wort lesen, dass er von seinem Rechner aus schrieb und konnte sich jederzeit zu seiner Webcam zuschalten, ohne, dass er es mitbekam. Sie konnte seine Bildschirminhalte verfolgen und hätte alles, was er auf der Festplatte hatte, downloaden können, hätte sie Lust dazu verspürt. Für einen multinationalen Konzern zu arbeiten, der seine Mitarbeiter über das erlaubte Maß hinaus überwachte, hatte seine Vorteile…

Noch zufriedener war sie damit, dass er den Stick auch am Rechner seiner Freundin benutzt hatte. So konnte sie auch dort zusehen. Selbst auf deren Laptop, den sie in der Uni nutzte, konnte sie sich zuschalten. Ihrem Voyeurismus waren keine Grenzen gesetzt. Außer natürlich, dass nicht viel passierte. Zumindest bei der Freundin.

Bei Quirin hingegen, war die Sache anders gelagert.
Er hatte seit ein paar Wochen sein Surfverhalten auf interessante Weise verändert.

Anfangs hatte er sich tatsächlich kundig gemacht, was er gegen ihrer beider „Verhältnis“ hätte unternehmen können, war aber zu feige gewesen, etwas davon umzusetzen.

Im Chat mit Andrea hatte er sich zwar hin und wieder über die böse Chefin ausgelassen, aber immer nur bezogen auf die Arbeit, lustigerweise immer an Tagen, an denen die ihn genötigt und vergewaltigt hatte. Doch dann hatte er angefangen, immer häufiger, abends auf Pornoseiten herumzuklicken. „Sex mit der Chefin“, „Sex mit der Mutter“, „Milf“, all sowas.

Dann hatte er nach Frauen gesucht, die aussahen wie Elena. Dominas bevorzugt. Und wie viele vor ihm hatte er feststellen müssen, dass ihn nichts davon so wirklich antörnte. Er hatte sich jetzt auf ein, zwei Videos mit dem Thema „Strenge Lehrerin“ eingeschossen, deren Darstellerinnen ihn wohl wage an seine (vormals) Peinigerin erinnerten.

Noch spannender an der Sache war allerdings, dass er sich dabei vor seinen Computer stellte, sich Dessous und Negligee anzog, sich manchmal sogar schminkte und wenn sein Mitbewohner nicht da war, demütigte er sich selbst und übte all die Selbsterniedrigungen und Liebesschwüre, all die Hässlichkeiten, bezogen auf seine Freundin, die er auch immer sagte, wenn sie beide zusammen waren. Deswegen hatte sie auch schon seinen pathetischen Monolog von eben gekannt.

Nichtsdestotrotz, er hatte ihrer beider Verhältnis so sehr verinnerlicht, dass es das war, was ihn einzig erregte. Das schloss sie auch aus manchen Gesprächen, die er und Andrea in deren Wohnung führten, bei denen er sich immer öfter lustlos und müde gab, nur um Sex zu vermeiden. Andrea reagierte darauf fast widerlich verständnisvoll. Vielleicht mochte Elena die Freundin aber auch einfach nur nicht, weil sie eben die Partnerin ihres Spielzeugs war.

Nein, sie musste das wirklich beenden. Zumindest den persönlichen Kontakt. Es machte Sachen mit ihr, die ihr nicht gefielen.

Er hingegen machte gerade Sachen, die ihr sehr gefielen, zu sehr. Sie stöhnte auf, zitterte und bebte und verlor für einen kurzen Moment der Ekstase die Fassung. Verdammt!

Sie stöhnte laut, als sie kam.

Die Gedanken an die völlige Überwachung seiner Intimsphäre waren zuviel gewesen.

„Habe ich dir erlaubt, es so weit zu treiben“, schimpfte sie ihn, als sie sich entzog und ihn von sich stieß.

Sofort war er sich flach auf den Boden, küsste ihre Füße und winselte um Verzeihung.

Unsanft stieß sie ihn abermals fort.

„Genug“, herrschte sie ihn grimmig an. „Jetzt geh in deine Kammer, dein Make-up nachziehen, bis ich dich wieder hereinrufe.

Folgsam verließ er den Raum.


Sie nahm sich eine weitere Zigarette am Balkon Zeit, darüber nachzudenken, wie sie die Sache zu einem Abschluss bringen konnte. Die kühle Höhenluft half ihr, ihre Gedanken zu klären.

Sie wäre nicht Elena Hozjajka gewesen, tough und beherrscht, wäre ihr nicht in diesen wenigen Augenblicken ein Plan gekommen, wie das Ganze zu laufen hatte.

Entschlossen nahm sie wieder Platz, den Pelz lasziv offen tragend, darunter weiter nur Gurt und Strümpfe, die Brüste kaum bedeckt.

Laut klatschte sie zweimal kurz in die Hände und rief: „Quirin!“

Unsicher auf seinen High Heels und frisch geschminkt, trat er ein.

Sie wartete bis er vor ihr stand. Seine Blicke huschten von ihren Brüsten zu ihren Schenkeln und dazwischen und wieder zurück. Er wusste nicht, wo er zuerst hinsehen sollte. Sie lehnte sich zurück und ließ den Pelz über ihre Schultern gleiten, damit er wirklich alles, was er begehrte, ansehen konnte.

„Na“, fragte sie mit einem bedrohlich falschen Lächeln, „gefällt dir, was du siehst?“

Er nickte sprachlos.

„Wäre es nicht schön“, fuhr sie fort, „wenn wir jetzt nochmal einen richtig geilen Fick hätten, mit allen Schikanen?“

Wieder nickte er.

Sie ließ weitere verlockende Fragen folgen: „Möchtest du mich berühren, mir deine Liebe schwören? Möchtest du deiner Begierde freien Lauf lassen, mir all die scharfen Sachen sagen, von denen du glaubst, sie würden mich antörnen?“

Sein heftiges Nicken war eindeutig.

„Ich könnte dich jetzt immer schärfer machen, mich verwöhnen lassen, dich erniedrigen, wie du es heimlich immer schöner findest“, klärte sie ihn auf, „aber die Wahrheit ist, es bringt nichts mehr. Wenn wir jetzt weitermachen würden, wären wir Gefährten, Partners in Crime. Aber wir müssen zurückkehren. Nicht nur morgen nach Deutschland, sondern auch in unsere Leben. Dafür musst du begreifen, dass ich dein Feind bin. Für dich kann ich als Frau nur deine Despotin sein, oder in deinen wildesten Träumen vielleicht deine Sklavin, nie aber deine Gefährtin. Das würde ich erst, wenn wir gleich wären an Rechten, ebenbürtig durch Bildung und Arbeit. Aber du bist nur eine Nutte. Nicht weil es heiß ist, dich das sagen zu hören, sondern weil du nie etwas anderes sein solltest. Du bist nichts, niemand, aber ich merke, dass macht dich schon wieder an.“

Seine Erektion, die sich aus dem engen Slip freizukämpfen versuchte, sprach Bände.

„Ich habe mir überlegt, wie ich dich aus deiner Illusion bekomme“, erklärte sie. „Sollte ich mich vielleicht vor deinen Augen von einem anderen Mann ganz hart ficken lassen? Sollte ich es mir wenigstens selbst besorgen, damit du siehst, wie es mir wirklich gefällt? Sollte ich dich vielleicht vor anderen Männern knien lassen, sie von dir für mich hartlutschen lassen, dich vollwichsen lassen, wie es eine billige Hure verdient hat?“

Seine Augen leuchteten selbst bei diesen Ausführungen wollüstig.

„Nichts davon wird passieren“, enttäuschte sie ihn sogleich. „Es wird kein großes Finale geben, keine letzte Nacht, keine Katastrophe. Ich bin nicht deine Femme Fatale. Ich habe dich zu einem willigen Spielzeug gemacht und jetzt ist nichts mehr an dir, wofür du mir nützen könntest. Du wirst jetzt deine Freundin anrufen, ihr sagen, dass du dich freust, dass das Praktikum morgen endlich vorbei ist und wirst ihr sagen, dass du sie liebst. Komm, hol dein Handy. Rechnung zahlt ohnehin die Firma.“

Geknickt ging er abermals ins Nachbarzimmer und kam mit dem Smartphone wieder, auf dem immernoch soviele verräterische Fotos lauerten.

Geduldig wartete sie, während er mit zitternden Fingern die Nummer wählte.

„Stell auf laut, damit ich mithören kann. Und setz dich, bevor du mir vor Aufregung noch umkippst“, forderte sie ihn auf.

Er tat wie geheißen. Erst als es zu tuten begann, legte sie noch einmal nach: „Ach ja, sag ihr, morgen Abend ist ein Tisch für uns drei reserviert. Im Sacher! Acht Uhr. Keine Angst, ich zahle. Ich schulde euch doch ein Jubiläumsdinner...“

„Hallo Quirin…“, fragte Andreas Stimme, zum wiederholten Male. Sie hatte bereits beim zweiten Klingeln abgenommen und er hatte nicht antworten können, weil Elena noch gesprochen hatte. „Frau Hozjajka, sind sie das“, wollte sie folgerichtig wissen, da sie nur ihre Stimme gehört hatte.

„Nein, ich bin es“, widersprach Quirin, so gefasst, wie er konnte. „Frau Hozjajka wollte nur noch einen Termin mit mir besprechen.“

„Ach so“, erwiderte Andrea verständnisvoll, „ist sie jetzt noch da? Ich hörte irgendwas von Dinner.“

Elena schüttelte den Kopf.

„Äh, nein“, log Quirin, den Wink verstehend, „Sie, äh, ist gerade raus.“

Zufrieden lächelte Elena, nahm seine freie Hand und legte sie auf ihr Knie. Er begann sie zärtlich zu streicheln.

„Was gibt es denn“, erkundigte Andrea sich.

Quirin streichelte und erzählte gleichzeitig von der Einladung. Elena begann indes seinen Schwanz durch die Spitze des Tangas hindurch zu streicheln, was ihm immer wieder den Atem stocken ließ. Andrea wollte erst höflich ablehnen. Dann schob sie Termine vor. Schließlich gestand sie ihm, dass sie seine Chefin unheimlich fand. Die wiederum machte ihm mit den Augen klar, dass sie ein Nein nicht akzeptieren würde, während sie gleichzeitig sein Glied auspackte, um es zu massieren. Es war inzwischen so hart, dass jeder Tropfen Blut mehr es zum Platzen gebracht hätte.

Wortreich, mit vielen Unterbrechungen, die er brauchte, um ein Stöhnen zu unterdrücken, bettelte er, sie müsse zusagen. Seine Karriere hinge davon ab. Alle möglichen Lügen, warum das Essen für seine Zukunft wichtig wäre. Dann kniete sie sich tatsächlich vor ihn und stülpte ihre Lippen über seine Eichel. Ihre Zunge leckte den Schaft hinunter und sie schob den Schwanz so weit nur möglich in ihren Mund.

Er musste lautstark einatmen.

„Was ist denn“, fragte Andrea entsetzt.

„Nichts“, stammelte er, panisch nach einer Ausrede ringend, während Elena ihn immer heftiger blies. „Mir...ah...wäre...äh...nur beinaaaah...was runtergefallen. Ich packe gerade Wäää...“

„Soll ich auflegen, damit du dich kümmern kannst“, bot die Freundin an.

„Nein“, schrie er förmlich, mehr weil er fast gekommen wäre.

„Du wirkst so abgelenkt“, gab sich seine Gesprächspartnerin fast gekränkt.

„Geht schon“, presste er hervor. „Hab's gleich!“

Sie lutschte ihn so heftig, er konnte nicht mehr. Eilig drückte er noch auf stumm, bevor der Orgasmus ihn so laut wie möglich schreien ließ, heftig atmen und mit dem Rücken auf das Bett sacken. Sein Sperma schoss in Elenas Rachen und sie schluckte es anstandslos. Deutlich mehr, als sie für möglich gehalten hätte. Darum hielt sie einen Rest im Mund.

Im Hintergrund hatte Andrea begonnen, Banalitäten aus ihrem Alltag zu erzählen. Irgendwas wegen der Garderobe für morgen und aus dem langweiligen Unialltag. Elena kletterte über Quirin hinweg und ließ die Reste seines Saftes langsam auf sein Gesicht tropfen und verrieb es mit seiner Schminke. Dann stellte sie das Mikro des Handys wieder an.

„Du bist immernoch abgelenkt“, beschwerte sich Andrea. „Ich lege jetzt auf.“

Quirin schnappte das Gerät, stellte den Lautsprecher aus und hob es an sein Ohr.

Es folgten endlose Beschwichtigungen, denen wiederum Turteleien und Liebesbekundungen. Elena schob ihn in den Nachbarraum, wobei er ständig über sein unpraktisches Schuhwerk stolperte.

Als sie die Tür hinter ihm geschlossen hatte, begann sie sich frisch zu machen, anzukleiden zu packen und so weiter.

Sie war fast fertig damit, als er wieder herauskam. Ohne Schuhe, aber noch immer in Montur. Getrocknetes Sperma klebte in seinem Gesicht. Sein linkes Auge tränte. Dennoch strahlte er.

„Danke“, sprach er aus vollem Herzen. „Das war wundervoll.“

Sie sah ihn verständnislos an. „Ich weiß gar nicht, was du meinst.“

„Ich liebe dich“, säuselte er. „diesen Moment werde ich immer im Gedächtnis behalten. Jetzt bin ich sicher, dass das alles doch einen Funken Gegenseitigkeit in sich trug.“

Sie wiegelte harsch ab: „Mach dich nicht lächerlich. Es ging nur um die Gefahr. Fühle dich nie sicher bei einer Frau, die du liebst, denn sie bringt mehr Gefahren, als du glaubst.“

Er sah sie irritiert an.

„Denk dran“, erinnerte sie ihn, „ich habe dich in der Hand. Und wer weiß, vielleicht erzähle ich deiner Freundin ja morgen ein bisschen von dem, was du so getrieben hast.“

„Das würdest du nicht wagen“, sagte er, mit drohendem Unterton. „Das würde dich selbst zu viel kosten.“

„Vielleicht ist es mir das wert“, bluffte sie. „Außerdem, glaubst du, ich hätte nicht Mittel und Wege, dich als den Schuldigen darzustellen. Wer das Geld hat, hat auch die Wahrheit auf seiner Seite. So sieht es aus!“

Das kühlte rasch sein Mütchen und er war sofort wieder ein geschminktes Häufchen Elend in Frauenwäsche.

„Lass dich überraschen“, befeuerte sie sein Angst. „Ich jedenfalls freue mich auf morgen Abend.“


30 Stunden später saßen sie an einem ruhigen Tisch im Sacher, dem feinsten Sternerestaurant der Stadt. Er trug seinen teuersten Anzug, den er vermutlich am selben Tag, unter starker Strapazierung seines Monatsbudgets erworben hatte. Sie musste zugeben, er sah chic darin aus.

Seine Freundin hatte sich ein schwarzes Abendkleid angezogen und wie Andrea mit geübten Blick feststellte, offensichtlich die Dessous, die sie ihr über Quirin geschenkt hatte. Natürlich wirkte sie immernoch billig, aber das war wieder nur Elenas Besitzdenken geschuldet und dem jämmerlichen Studentenbudget. Warum diese armen Menschen sich auch immer so viel Mühe gaben, ihre Mittelmäßigkeit so schlecht zu kaschieren? Das Make-up hielt das Mädchen bestimmt für nobel, weil es nicht das Billigste aus der Drogerie war, sondern das zwei Reihen darüber. Na ja und ihre Malkünste waren immerhin bemüht. Aber alles an ihr strahlte aus, dass sie sich weit außerhalb ihrer Kreisklasse bewegte. Sie wirkte maskiert und verkleidet, fernab ihres natürlichen Habitats aus Wickelrock und Hippieblusen oder was immer die jungen Leute heute so hip fanden.

Das schlimme daran war, sie bemerkte es noch nicht einmal, so selbstbewusst und lässig gab sie sich.

Am meisten aber amüsierte Elena sich über Quirins ständig entgleisenden Gesichtszüge. Unter der herabhängenden Tischdecke spielte sich ein Wettkampf ab, wer seine Füße erregender am jeweiligen Bein des jungen Mannes auf und ab streifen ließ.

Erschwerend kam hinzu, dass alle drei am Tisch Halterlose drunter trugen, aber nur zwei wussten davon und eine durfte das, nach Quirins Dafürhalten niemals erfahren.

Elena hatte ihm natürlich aufgetragen, sich untenrum in Fummel zu werfen. Jetzt saß er wie auf glühenden Kohlen neben seiner Freundin und hoffte der Spitzenabschluss würde sich nicht auf der eng anliegenden Anzughose abzeichnen. Immer wieder war er versucht, seine streng gebundene Krawatte zu lösen, woraufhin ihn von beiden Seiten ein strenger Blick oder eine spöttisch hochgezogene Augenbraue straften.

Daneben konversierte Elena locker leicht, vornehmlich mit Andrea. Es wurde Champagner getrunken und auf das Ende des Praktikums angestoßen, auf die Liebe der beiden und dass sie für immer zusammenbleiben mochten.

Nacheinander wurden verschiedene Gänge aufgetischt, welche die feine Dame ausgesucht hatte und zu allen wusste sie kleine Anekdoten zu erzählen, die vor allem beeindruckten, aber gleichzeitig sympathisch machten.

Es war nicht schwer, Andrea für sich zu gewinnen. Die junge Frau war so begeistert. Mit gelöster Zunge gestand sie immer wieder, sie hätte Quirins Chefin nach dessen Erzählungen immer für eine strenge Matrone gehalten, was sie aber so gar nicht wäre.

Dafür, dass das Mädchen Psychologie studierte, sah sie so erstaunlich gar nichts, von dem, was hier gespielt wurde. Wie sollte sie auch. Bei einer Frau von Elenas Format, gehörte das Lügen zur zweiten Natur und Quirin hatte dieses Talent in den vergangenen Wochen auf ganz besondere Weise trainiert.

Nach dem Dessert wurden Cocktails geordert. Die nächste Phase des großen Finales konnte beginnen.

„Sagen Sie“, erkundigte sich die Einladende, „Frau Gleicher...“

„Oh bitte, nennen Sie mich doch einfach Andrea“, bat die Kleine, in einem würdelosen Verstoß gegen jede Etikette, von der sie keinen blassen Dunst hatte.

„Andrea“, ließ sie sich darauf ein, „Sie erwähnten vorhin, dass Sie gerade an Ihrem Master arbeiten. Womit beschäftigen Sie sich denn da?“

Selbstverständlich kannte sie die Antwort bereits, hatte alles, was die angehende Psychologin davon wusste längst gelesen und darüber hinaus recherchiert, um mit Fachwissen glänzen zu können. Sie wusste auch, das Quirin das Thema allmählich langweilte, wie er Bekannten im Internet regelmäßig schrieb, bevor er sich wieder auf seine Lehrerin einen runterholte. Er brauchte dieses Abwerten seiner Freundin immer mehr, um richtig in Fahrt zu kommen. Das hatte sie tief in ihm verankert.

Bereitwillig gab die Befragte Auskunft: „Ich arbeite mit einer Kommilitonin zusammen am Thema Sexualität und Macht. Wir machen da so Befragungen bei Führungspersonen. Qualitativ und Qunatitativ, auch wenn es schwer ist, an Personen auf Ihrer Führungsebene heranzukommen.“

„Hoch interessant“, heuchelte sie, „darüber würde ich gern mehr erfahren. Vielleicht lässt sich da was arrangieren.“

Jetzt strahlte die andere und wollte sogleich ausholen, doch Elena unterbrach sie noch einmal.

„Bevor sie das jetzt ausführen. Ich bin untröstlich, so unhöflich sein zu müssen, aber ich erwarte heute noch eine dringende Nachricht von einem Geschäftspartner aus den USA, nichts Großartiges, nur eine kleine Mail über einen Multimillionendollardeal. Leider habe ich mein iPhone im Auto liegengelassen. Ich würde das eben holen gehen und dann können Sie mir alles darüber erzählen. Das ist mir jetzt wirklich peinlich...“

Andrea schien der rettende Einfall zu kommen, sie ahnte nicht, dass sie nur mehr die Marionette in einem bösen Spiel war. „Wissen Sie, Quirin hat das alles schon so oft gehört. Vielleicht schicken wir einfach ihn.“ Sogleich wandte sie sich ihm zu. „Wärst du nicht so freundlich und würdest Frau Hozjajkas, ich meine Elenas Smart… ,äh, iPhone holen?“

Er zog die Augenbrauen zusammen. Es schmeckte ihm so gar nicht, die beiden allein zu lassen, das sah man ihm an.

Seine Chefin setzte noch einen drauf: „Du arbeitest zwar seit heute offiziell nicht mehr für mich, aber wenn du so nett wärst, mach ich noch ein Sternchen an meine sehr gute Bewertung für dich dran.“ Sie zwinkerte dabei, als wäre es ein harmloser Scherz.

Entwaffnet von den beiden Frauen, beugte er sich, ließ sich die Autoschlüssel geben und den Weg in die Tiefgarage weisen. Dann setzte er sich so eilig, wie es in einem teuren Lokal statthaft war, in Bewegung.

Er wusste noch nicht, was ihn erwarten würde. Mit diebischer Freude ließ sich Elena nun von seiner Freundin die ganzen langweiligen Details erklären. Sie horchte sie aus, gab ihr Ratschläge und schließlich kam es zu einer Vereinbarung. Dann wechselte sie das Thema und die beiden verbündeten sich.

Quirin würde inzwischen am Auto angekommen sein. Im Inneren würde er einen Umschlag finden, in dem das Telefon lag, zusammen mit ein paar kleinen Anweisungen. Die erste war, das Handy anzuschalten und als Entsperrcode das Geburtsdatum seiner Freundin einzugeben. Dann kam eine Nachricht.

„Lieber Quirin, du hast doch nicht gedacht, dass du mir so sang und klanglos davon kommst.“

Sie hatte die Aufzeichnung noch am Nachmittag gemacht. Dazu hatte sie sich so positioniert, dass er ständig in ihren Ausschnitt spannen konnte.

Auf dem Rücksitz des Wagens stand eine große Papiertüte aus einer Nobelboutique. Darin befanden sich abermals sexy Dessous für ihn, als Abschiedsgeschenk. Zufällig glichen sie denen einer gewissen Pornodarstellerin, aus einem strenge Lehrerinnen Video.

Seine Aufgabe bestand nun darin, sich auf dem Beifahrersitz auszuziehen, während das Auto für zufällige Passanten einsichtig in der Tiefgarage stand. Zunächst sollte er beweisen, dass er wirklich schon die geforderte Unterwäsche trug und ein paar eindeutige Fotos schießen, während er sonst nichts anderes mehr anhatte. Dann würde er ein zweites Couvert im Handschuhfach finden, worin sich eine Reihe frisch entwickelter Bilder seiner Freundin befanden, die er Elena im Laufe ihrer und seiner erzwungenen Affäre zugespielt hatte. Während er diese betrachtete, hatte er an sich herumzuspielen. Die Spitze seines Slips an seiner Sacknaht entlang streicheln, stöhnen, ein paar schmutzige Sachen sagen und alles mit der Handycam und einer weiteren Kamera, die auf dem Armaturenbrett installiert war, festhalten, solche Sachen eben.

Als nächstes musste er die besagte Tüte plündern. Die Sachen wechseln und ein letztes Mal Make-up auftragen.

Elena stellte sich vor, wie panisch er sein musste, angesichts der Tatsache, dass jederzeit jemand vorbeikommen mochte.

Als er sich umgekleidet hatte, schön mit Babydoll, BH, Stringtanga, Halterlosen, alles in einem aufdringlichen Bordeaux gehalten, durfte er sich das volle Programm ins Gesicht zeichnen. Lidschatten, Kajal, Wimperntusche, Grundierung, Rouge, Lippenstift. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber alles sehr aufwändig und zeitintensiv. Die Videoelena erinnerte ihn ständig daran, wie lange er jetzt schon vom Tisch weg war und in welche Erklärungsnöte er käme, wenn er noch länger herumtrödelte.

Schließlich durfte er sich richtig geil wichsen und zwischen den Beinen herumspielen. „Atmen nicht vergessen“ war der nächste Befehl und man konnte später auf den Videos sehen, wie er dabei abging. Noch mehr als am Vortag beim Oralverkehr! Am Ende musste er auf ein Gesichtsfoto seiner Freundin spritzen und dabei mehrmals laut und deutlich hecheln: „Elena, ich liebe dich! Elena, ich liebe dich! Elena, ich liebe dich!“

Als er und das Bild über und über besudelt waren, sollte er all die Sachen in den Beutel stecken. Schließlich war ihm gestattet, mit einer Menge Abschminktüchern die Schmierereien aus seinem Gesicht zu entfernen.


Als er zurückkehrte, saßen die beiden Damen sich schweigend gegenüber. Andrea funkelte ihn an. Sie wirkte wütend oder verletzt.

„Sorry“, murmelte er außer Atem, „die Tiefgarage ist ganz schön weitläufig.“ Er hoffte, dass es nur an der Zeit lag, die er gebraucht hatte, dass am Tisch so eine Stimmung herrschte.

Andrea schüttelte den Kopf. „Setz dich“, wies sie ihn mit ungewöhnlich knappen Worten an.

Schweigend ließ er sich nieder. Hinter seiner Stirn aber, konnte man es rotieren sehen.

„Das Handy“, forderte Elena und er gab es ihr.

„Ich verschwinde mal eben“, kündigte sie an, „dann könnt ihr in Ruhe reden.“

Quirins Herzschlag musste rasen. Der Arme…

Andrea wartete bis Elena fort war. Sie zog am Strohhalm ihres Cocktails und sah ihn dabei durchdringend an.

Quirin war innerlich panisch, äußerlich immerhin richtig nervös. Er konnte dem Blick seiner Freundin kaum standhalten.

Elena hatte sich auf eine Terrasse zurückgezogen und beobachtete das Ganze durch eine Glasfront. Sie konnte zwar die Worte nicht verstehen, aber sich sehr gut vorstellen, was gesagt wurde.

„Es stimmt also, was Frau Hozjajka gesagt hat“, eröffnete Andrea.

„Frau Hozjajka“, mochte es Quirin durch den Kopf gehen. „Was war aus der First Name Basis geworden?“

Laut fragte er: „Was denn“, mit einem Ochsenfrosch im Hals, der sich kaum herunterschlucken ließ.

„Sie hat mir alles erzählt, haarklein und ganz genau, was in den letzten Monaten gelaufen ist. Hast du etwas zu deiner Verteidigung zu sagen?“

Geknickt ließ Quirin den Kopf hängen. Was wollte er schon erzählen. Elena schaffte es kaum zu prüfen, ob die verlangten Aufnahmen in den entsprechenden Ordnern ihres Handys gelandet waren, so neugierig war sie, was jetzt geschah.

„Ich...“, stammelte er und setzte noch einmal an: „Sie, äh..“ Es wurde nicht besser. „Wir haben… wir sind… Ich meine...“ Er bekam keinen ganzen Satz heraus.

„Was denn nun“, hakte Andrea nach.

„Es tut mir Leid“, gestand er, und es sah so aus, als schössen jeden Moment Tränen in seine Augen.

Da musste Andrea lachen. Sie winkte Elena zu, die auf das vereinbarte Zeichen wieder hereinkam.

Völlig von der Rolle blickte er fragend zwischen beiden hin und her.

„Hihi“, kicherte seine Freundin und fügte, zu ihrer neuen Verbündeten gewandt, hinzu. „Sie haben Recht, er ist wirklich leicht nervös zu machen.“ Dann gleich wieder zu ihm: „Wenn du auch mal einen Chefposten haben willst später, sollten wir dringend daran arbeiten. Aber keine Angst, wir bekommen das hin, Liebster!“

Sie beugte sich zu ihm rüber, um ihn zu küssen. Er spitzte die Lippen, als sie plötzlich innehielt.

„Was hast du denn da“ und zeigte auf eine Stelle, irgendwo unterhalb seines Sichtfeldes. Hatte er vielleicht in der Düsternis der Tiefgarage Flecken übersehen, Reste von Make-up? Sperma?

Er blickte an sich herab und sofort gab sie ihm einen Nasenstöber.

Sie lachte. „Und so leicht auszutricksen!“

Elena lachte mit ihr, während er immernoch realisieren musste, das nichts Schlimmes geschehen war in seiner Abwesenheit.

„Was hast du denn gedacht, was jetzt passieren würde“, wollte Elena wissen. „Hast du geglaubt, ich hätte deiner bezaubernden Freundin irgendwelche Lügengeschichten über uns aufgetischt? Uns eine Affäre angedichtet, die ich ihr eben gebeichtet hätte?“

„Man weiß es ja nicht“, erwiderte er kleinlaut.

„Das ist doch absurd“, antworteten beide unisono und seine Nicht-Mehr-Chefin fügte noch hinzu. „Erstens sind solche Scherze weit unter unser dreier Niveau und zweitens Mal sehe ich doch, wie innig ihr euch lieb. Da hätte eine alte Frau wie ich doch nie eine Chance gehabt. Aber ich sehe es als Kompliment, dass du es für eine glaubwürdige Vorstellung hältst. Gut zu wissen, dass ich auch auf diesem Gebiet noch einen gewissen Marktwert besitze.“

Jetzt war es an Andrea höflich zu widersprechen. „Ich weiß ja nicht, wie alt sie sind, Elena, aber ich bin sicher, wenn Quirin hier Single wäre, er hätte sich über Avancen von Ihnen gefreut. Aber er ist so ehrlich und treu, mein Quirin, da hatten Sie wohl schlechte Karten.“

Sie lachten erneut.

„Ach wissen Sie, Andrea, ich glaube nicht, dass er es versucht hätte, oder?“

Sie sahen ihn beide an.

Er hatte seine Fassung noch immer nicht wiedergefunden.

Andrea erlöste ihn nach viel zu kurzen Augenblicken. „Antworte lieber nicht. Es wird dir so oder so zum Nachteil gereichen.“

Dann küsste sie ihn doch noch, auch wenn er nicht wusste, wie ihm dabei geschah. Er spürte nur wieder die Füße beider an seinen Schenkeln.


Der Abend hatte dann noch eineinhalb Stunden feucht fröhlichen Alkoholkonsums in Anspruch genommen. Sie hatten ihm erzählt, wie sie darauf gekommen waren, ihn ein wenig zu foppen, als er solange gebraucht hatte und das Thema Studium durch gewesen war.

Elena konnte sich lebhaft vorstellen, wie Andrea auf der Heimfahrt in der Nachtbahn ihrem Freund dann von ihr vorschwärmte, von ihrer Bereitschaft zu einem Interview, ihrem Angebot weitere Kontakte herzustellen und überhaupt, was für ein toller Mensch diese Frau Hozjajka sein würde.

Sie sandte ihm dann noch eine Nachricht, er möge doch dann sofort nach Ankunft seine Emails am Computer prüfen. Er würde sich sicher wundern, warum er dafür nicht sein Telefon benutzen dürfte, aber, noch immer in ihrem Bann, gehorchen.

Wie sich herausstellte, landeten die beiden dann bei Andrea, da diese allein wohnte und Quirins Mitbewohner wohl nächtlichen Lärm nicht leiden könne. Die beiden Herren waren zur Zeit nicht mehr auf bestem Fuß miteinander und es stand ein Auszug bevor. Aus ihrer beider privater Korrespondenz mit anderen wusste Elena allerdings, dass sie weiterhin nicht zusammenziehen wollten, da die Beziehung ihnen beiden noch zu jung erschien, trotz mehrjähriger Dauer. Dass da bei ihm auch noch andere Interessen dahinterstanden, war Andrea nicht klar.

Als der Computer anging, war Andrea gerade nicht im Raum. Man konnte nur Quirin und das Bett (so ein französisches mit Gittern an den Enden) sehen. Er rief seine Nachrichten auf und prompt poppten Bilder von ihm bei seinem „auto“-erotischen Akt auf.

Verzweifelt klickte er sie alle zu. Gerade als er das letzte geschlossen hatte, tauchte Andreas Gesicht im Sichtfeld der Kamera auf. „Was ist es denn?“

Er zuckte zusammen. „Ach nichts“, antwortete er mit viel zu hoher Stimme. „Nur noch ein paar Unterlagen. Kümmere ich mich morgen drum. War ein zu großes Format, um es sich am Handy anzugucken.“

Sie schüttelte den Kopf. „Tsts, diese Frau Hozjajka, selbst jetzt hält sie dich noch auf Trab. So sind sie eben, die Chefs. Das hat meine Studie bislang auch so ergeben. Sei froh, dass du keine Frau bist und sie kein Mann. Sonst wäre neben dem Machtaspekt noch Sexualität dazugekommen und das bei 20-40% weniger Lohn. Das Sekretärinnenklischee ist weitaus realistischer, als man so annimmt.“

Sie schmunzelte. „Stell dir das mal vor. Du und sie, so allein, vielleicht auf Geschäftsreise in einem Hotelzimmer….“

Er sah sie erneut an diesem Abend wieder in einer Mischung aus Nervosität und Verstörung an: „Was? Nein!“

Sie kicherte. „Quirin, ich bin's! Sie ist jetzt weg. Du benimmst dich ja wie ein verknallter Teenager. Hm… Hättest du denn gern? Also deine Chefin? Also wenn du gedurft hättest.“

Er schüttelte heftig den Kopf.

Sie entlarvte ihn: „Du schwindelst doch. Musst du aber nicht. Sie ist ja wirklich attraktiv und kommt auch viel jünger rüber. Bestimmt viel Yoga, oder so. Also ich könnt mir euch beide gut vorstellen. Du so als ihre kleine Vorzimmerschlampe...“

Sie kaute verschmitzt auf ihrer Unterlippe. Sexuelles Verlangen glitzerte ihn ihren Augen. Sie war nicht abgeschminkt, schien sogar noch einmal nachgezogen zu haben. Aus unerfindlichen Gründen trug sie einen Mantel. Als sie mit Blick zu ihm zum Bett zurückwich, konnte man auch sehen, dass sie hochhackige Schuhe trug und wie erwartet die besonders schönen Strümpfe.

Während Quirin knapp, aber bestimmt zu beweisen versuchte, dass er und Elena nichts miteinander getan hätten, selbst wenn sie gewollt hätte, hatte seine Freundin eine andere Idee.

„Stell dir doch einfach vor, ich wäre sie. Was würdest du denn gern mal mit ihr gemacht haben?“

Er startete einen letzten Versuch, sie vom Thema abzulenken: „Das willst du gar nicht wissen.“

Elena stellte zu Hause bei sich jetzt auf Vollbild und betrachtete das Schauspiel auf ihrem Großbildfernseher.

„Try me“, forderte Andrea ihn heraus und öffnete ihren Mantel. Darunter kamen ihre Brüste zum Vorschein, nur hauchdünn von einem schwarzen Hemdchen bedeckt. Ihr Unterleib lag frei, glattrasiert und mädchenhaft, gerahmt jedoch von Hüftgurt und Strümpfen.

Da brach sein Widerstand.

„Du hast es so gewollt!“

Sie hatte nicht damit gerechnet, wie rabiat er vorgehen würde, doch zumindest anfangs, gefiel es ihr noch. Er schubste sie auf das Bett, sofort als ihr Mantel zu Boden geglitten war. Außerhalb des Kamerawinkels kramte er in einer Schreibtischschublade und holte Kabelbinder hervor. Etwas verängstigt sah sie ihn an, ließ sich aber von ihm arrangieren. Sie musste sich hinknien und er fesselte ihre Handgelenke an die Gitterstäbe des Bettes.

„Nicht so fest“, jammerte sie.

„Halt's Maul du miese, kleine Schlampe“, herrschte er sie an. Diabolischer Zorn glitzerte in seinen Augen und verdunkelte gleichzeitig seine Miene. Dann schlug er ihr mit der flachen Hand auf den nackten Po.

„Au! Nicht so fest“, winselte sie. Wieder ging er sie an.

„Es wird noch viel härter, wenn du billige Nutte nicht machst, was ich sage.“

Dann ging er nochmal zum Rechner, stellte ihn so, dass er den Bildschirm über ihren Kopf hinweg sehen konnte und machte seinen Lieblingsporno an.

Er beschimpfte sie mit all den Worten, die er sich immer zugeordnet hatte. „Hure! Nutte! Schlampe! Fotze!“

Er nannte sie Versagerin, Abschaum, wertlos, Spielzeug. Erklärte ihr, wie er jede ficken würde und es mit allen geiler fand, als mit ihr, weil sie es einfach nicht brächte. Große Klappe im Büro und keinerlei Persönlichkeit jenseits davon.

Andrea schien das alles immer weniger zu gefallen. Doch zu stolz, jetzt einen Rückzieher zu machen, ließ sie alles über sich ergehen.

Er erklärte ihr, dass wenn sie eine Beziehung führen würden, also er und die gespielte Elena, dass er sie, so oft es ging, betrügen würde, dass er ihr Liebe vorgaukeln würde, nur um noch geiler zu sein, beim Fremdficken.

Ein paar Mal stieß sie gegen das Bettgestänge, wenn er kraftvoll von hinten in sie reinfuhr. Dann zog er seinen Schwanz heraus und rieb ihn ihr ins Gesicht. Er grapschte unsanft ihre straffen Titten und demütigte sie dabei immer weiter.

Andrea resignierte immer mehr. Als ob das Feuer der Leidenschaft in diesem Moment erlosch. Vielleicht sogar das der Liebe. Elena konnte nicht anders. Sie musste ein paar Screenshots davon machen.

Quirin, dieses kleine Schwein! Beim kleinsten Anzeichen, dass seine Freundin nicht mehr freiwillig mitmachte, würde sie die Polizei rufen. Doch im Grunde war er wie sie. Er hatte also die wichtigste Lektion zum Managementpraktikum verinnerlicht und sich endlich seine eigene Nutte geschaffen.

„Warum tust du das“, flehte sie zu erfahren, endgültig vom Charakter Elena ablassend. Tränen schossen ihr in die Augen.

„Die Frau ist der natürliche Feind des Mannes“, erwiderte er und man konnte sehen, wie sie endgültig zerbrach, als hinzufügte: „Sie kann nur seine Sklavin oder seine Despotin sein, nie aber seine Gefährtin. Das wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit. Davon aber, bist du kleine Hure weit weit entfernt.“

In diesem Moment war Elena so stolz auf ihre Kreatur.

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max_devot
Geschrieben

wow, wirklich klasse geschrieben

Geschrieben

Vielen Dank :-)

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