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DieFotografin77

In welcher Gesellschaft leben wir?

Empfohlener Beitrag

DieFotografin77
Geschrieben

Stellt Euch vor, Ihr wohnt in einem Haus zur Miete und wollt von keiner Menschenseele etwas. Ihr seid die Mietpartei, die am längsten darin wohnt. Ihr schreibt Kehrwochenkalender, macht Kehrwochenschilder, hängt im Winter einen Hinweis aus, damit jeder der Mitbewohner weiß, wie wichtig das Schneeräumen ist. Wenn der Strom ausfällt, besorgt Ihr einen Elektriker, der die Panzersicherungen austauscht, damit das Haus wieder Strom hat. Ihr stutzt das Efeu am Eingang, weil der Besitzer des dazugehörigen Gartens sich nicht drum kümmert, aber jeder beim Betreten des Grundstücks drüberstolpert, weil die Ranken schon den Boden bedecken. Kurzum, was die Belange des gesamten Hauses anbelangt, kümmert sich keiner drum außer Euch.

Und zum Dank steht Ihr dann unter Beobachtung und es wird sich darüber beschwert, dass man die Kehrwoche nicht mache (die man erst eingestellt hat, nachdem monatelang sonst keiner die Kehrwoche gemacht hat außer man selbst), dass man seine Treppe nicht wische etc. Und man habe beobachtet, wie Ihr Euer Kind im Haushalt miteinspannt. Wie das arme Kind den Müll runtertragen und den Briefkasten leeren muss.

Und das Beste: Diese Beschwerden werden nicht mal an Euch direkt gerichtet, sondern an Euren Besuch, und das obwohl man 10 Minuten zuvor erst noch freundlich grüßend an Euch vorbeigelaufen ist und kein Wort über diese Punkte verloren hat.

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ist unsere Gesellschaft tatsächlich so verlogen und feige geworden? Oder bin ich tatsächlich so eine Rabenmutter, weil ich mein Kind ab und zu mal den Müll runterbringen lasse? Und warum stehe ausgerechnet ich so dermaßen unter Beobachtung und nicht der Nachbar ganz unten, der sich an gar keine Regeln hält? Ist man als alleinerziehende Mutter etwa ein Schandfleck und wird deshalb so genau beäugt?

Wie würdet Ihr Euch in meiner Situation fühlen? Und wie würdet Ihr darauf reagieren?


Geschrieben

ich würde mich auf den Kehrbesen setzen und davon fliegen


Segramon
Geschrieben

Der Frust ist verständlich. Geholfen werden kann aber leider kaum. Es handelt sich um die normale Ungerechtigkeit, die man Schicksal nennt und die mit dem Leben in Gesellschaft einhergeht.
1. Dass man übereinander anders (und manchmal auch engagierter) spricht als miteinander, ist so alt wie die Menschheit selbst und weltweit zu beobachten.
2. Dass man Dein Verhalten bewertet, mag auf der einen Seite unangenehm sein. Auf der anderen Seite ist es ein Zeichen, dass man Dich wahrnimmt. Dies ist - auch und gerade in der westlichen Welt - mittlerweile nicht mehr selbstverständlich. Es muss jeder selbst die Frage beantworten, ob er diesen Preis für die Tatsache, nicht in der Anonymität zu versinken, zu zahlen bereit ist.
3. Dass diese Bewertungen nicht immer schmeichelhaft ausfallen, muss gleichfalls nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein: es zeigt, dass Du in einer (heilen) Welt lebst. Da fallen vermeintliche Abweichungen eher auf.
4. Dass Deine Leistungen für die Bewohner weniger gewürdigt werden als deren (einmaliges) Ausbleiben, ist gleichfalls eine betrübliche Normalität. Generell wird Freude weniger intensiv empfunden als Frustration: eine rote Ampel macht die ganze grüne Welle zunichte. Bei kritischer Selbstreflexion wird jeder zugeben, dass man selbst davon nicht gefeit ist.
5. Dass Du Dein Kind zur Übernahme von Verantwortung im gemeinsamen Haushalt anhältst, wird wohl auch keiner kritisieren. Ansonsten wird hier in die Erziehung Deiner Kinder hineinreden, solange keinerlei Anlass besteht, an Deinem Bestreben und Deiner Fähigkeit, eine gute Mutter zu sein, zu zweifeln.
6. Dass der Schlamperl mit seinem Verhalten durchkommt, ist schließlich auch nichts Ungewöhnliches: ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert.


gruenerWombat
Geschrieben

Tja, von seinen Nachbarn auf 'die Gesellschaft' zu schließen, ist schon ein bisschen gewagt.

Aber dass 'die Schwaben' viel kehren und schwätzen, 'den Schwaben' Besitz wichtig ist und dessen Sauberhaltung, ist ein Vorurteil, das auch hier in Berlin so sehr angekommen ist, dass es sogar im Szene-Bezirk Prenzlauer Berg eine politische unkorrekte 'Schwaben-raus'-Bewegung gibt.

Was da dran ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne nur zwei Schwäbinnen, beide ganz lieb; eine davon kehrt leidenschaftlich gern (auch für andere), die andere nicht.

Ein Problem scheint die mangelnde Kommunikation zu sein. Wenn eine Mietpartei immer putzt, ist es denkbar, dass die anderen denken, dass diese das als bezahlten Job macht und sie Anspruch darauf haben.

Oder es ist den anderen nicht so wichtig, sie fühlen sich aber durch aufgedrängte Kehrwochen belästigt, fremdbestimmt. Wenn einem das sehr auf den Geist geht oder jemand solchen schwäbischen Fleiß einfach nur zum Schießen findet, dann ist es nachvollziehbar (wenn auch nicht gerade fein), wenn er sich einen Spaß erlaubt und sich über Pflichtvernachlässigung beschwert, nur um dich zu ärgern und nicht weil er es ernst meint.

Gibt es einen typisch schwäbischen Humor?

Mein Tipp: Entweder gar nicht drum kümmern oder aber das Gespräch suchen, anstatt den Nachbarn per Schild vorzugeben, wann sie zu kehren haben. Mag aber sein, dass es dafür inzwischen etwas zu spät ist.

Was das Schneeräumen betrifft, ist der Vermieter in der Pflicht. Wenn er die per Mietvertrag auf die Mieter überträgt, dann muss er klar machen, wer wann zuständig ist.


cuthein
Geschrieben

... dass man die Kehrwoche nicht mache (die man erst eingestellt hat, nachdem monatelang sonst keiner die Kehrwoche gemacht hat außer man selbst), dass man seine Treppe nicht wische etc. ...


Wenn andere ihrer Kehrpflicht nicht nachkommen, dann ist das natürlich überhaupt kein Grund, selbst nicht zu kehren.

Mich trifft es so ca. zwei Mal im Jahr und ich kehre, wenn es mir reinpaßt, also mal am Samstag, dann wieder am Freitag oder am Montag, je nach Anwesendheit halt.

Einen Stock unter mir sind Deutschrussen (Rentner), sie beobachtet ihre Nachbarin auch sehr genau und hängt auch schonmal einen Zettel an deren Tür, auf dem sie in schlechtem Deutsch sich über deren Putzverhalten ausläßt (die Frau geht um 6.00 h aus dem Haus und kommt meist so gegen 22.30 h).

Wahrscheinlich erzählen sie über mich auch so einiges (vor allem mein Parkverhalten: mal steh ich auf dem Platz, mal auf jenem, ad weiß man ja nicht, woran man ist...) --&gt wurscht! Drauf geschissen!!

Aber: Stets die Pflichten erfüllen, dann kann keiner was Substantielles vorbringen!!


Geschrieben (bearbeitet)

Du suchst nach etwas, dass wuenschenswerterweise in einer Gesellschaft, die sich weiterentwickeln sollte, schlicht mehrheitlich nicht vorhanden ist. Ausser das selbstgefaellige Reden darueber.

Was wohnt in dem Einzelnen, das einfach nicht erbringen zu wollen? Oder einer Gruppe Ihresgleichen?
Verlogenheit
Ignoranz
Denunziantentum
LMAA-verhalten
Egozentrik
Hintertriebenheit
Intrigantentum
Paedagogik seltsamster Art#
usw
usw

die Liste kann man lang und ausfuehrlich werden lassen.
Irgendwann kommen auch noch die brauchbaren Eigenschaften.

gruss xirix


bearbeitet von xirix
Geschrieben

Ich wäre mir nicht sicher ,ob da nicht schon vorher geredet wurde.Deine Tochter bringt doch nicht erst seid der Trennung den Müll runter,oder?
Aber solange Du noch "bemannt" warst hat sich nur keiner getraut offen zu tuscheln.
Nachbarn stehen immer unter Beobachtung,da kann man nix machen,außer in ein Hochhaus ziehen oder als Einsiedler leben.Ist nun mal so.
Und da Dir nur zwei Möglichkeiten bleiben ist es eine Frage der Mentalität was Du machst.
Ich könnte,solange niemand meine Kinder damit belästigt, damit leben.Meine Devise lautet eh ,lass se reden,deren Türmatte ist bestimmt dreckiger.

Susi


DieFotografin77
Geschrieben

Wenn andere ihrer Kehrpflicht nicht nachkommen, dann ist das natürlich überhaupt kein Grund, selbst nicht zu kehren.



Da mag ich Dir nicht widersprechen und es stimmt natürlich. Und kommt es hart auf hart, kann ich damit natürlich nicht argumentieren. Ich erwähnte diesen Punkt auch nur, weil mich "immer"- und "nie"-Verallgemeinerungen einfach aufregen.

Einen Stock unter mir sind Deutschrussen (Rentner), sie beobachtet ihre Nachbarin auch sehr genau und hängt auch schonmal einen Zettel an deren Tür, auf dem sie in schlechtem Deutsch sich über deren Putzverhalten ausläßt (die Frau geht um 6.00 h aus dem Haus und kommt meist so gegen 22.30 h).



Da haben wir doch das gleiche Beispiel in "grün". Und da frage ich mich einfach, was hat man davon, seinen Nachbarn so genau zu beobachten, dass man Ende vielleicht noch weiß, was er für Unterwäsche trägt?!?



2. Dass man Dein Verhalten bewertet, mag auf der einen Seite unangenehm sein. Auf der anderen Seite ist es ein Zeichen, dass man Dich wahrnimmt. Dies ist - auch und gerade in der westlichen Welt - mittlerweile nicht mehr selbstverständlich. Es muss jeder selbst die Frage beantworten, ob er diesen Preis für die Tatsache, nicht in der Anonymität zu versinken, zu zahlen bereit ist.



Bevor man darüber entscheiden kann, ob man diesen Preis bezahlen möchte, sollte man erst einmal die Möglichkeit haben, zu wählen. Ohne Wahl keine Entscheidung.

3. Dass diese Bewertungen nicht immer schmeichelhaft ausfallen, muss gleichfalls nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein: es zeigt, dass Du in einer (heilen) Welt lebst. Da fallen vermeintliche Abweichungen eher auf.



In einer heilen Welt kann man Mißstände aber auch offen ansprechen, weil in einer heilen Welt ein offenes Miteinander auf Verständniss stößt.

[

Generell wird Freude weniger intensiv empfunden als Frustration: eine rote Ampel macht die ganze grüne Welle zunichte. Bei kritischer Selbstreflexion wird jeder zugeben, dass man selbst davon nicht gefeit ist.



Und das ist das, was ich so betrüblich finde. Wobei es mich frusten mag, wenn mir jemand das Leben schwer macht, etwas nicht so geklappt hat wie ich es mir erhofft habe etc. Aber soll mich tatsächlich frusten, ob meine Nachbarn die Kehrwoche machen? Dazu ist mir meine Lebenszeit zu schade. Ergo habe ich mich bei ihnen auch noch nie beschwert, dass ich ewige Zeiten ihre Kehrwoche quasi mitgemacht habe.

5. Dass Du Dein Kind zur Übernahme von Verantwortung im gemeinsamen Haushalt anhältst, wird wohl auch keiner kritisieren.



Offensichtlich aber schon. Dabei ist die Dame in einem Alter, in dem Kinder teilweise wirklich noch richtig herangezogen wurden, um die Eltern zu unterstützen.

Ich wäre mir nicht sicher ,ob da nicht schon vorher geredet wurde.Deine Tochter bringt doch nicht erst seid der Trennung den Müll runter,oder?
Aber solange Du noch "bemannt" warst hat sich nur keiner getraut offen zu tuscheln.



Genau das ist auch meine Vermutung. Mein Verhalten oder der Zustand im Haus hat sich nicht verändert seit der Trennung. Andererseits spricht wieder dagegen, dass der Besucher heute Morgen mein Vater war. Vor dem hätte sie ja dann eigentlich genauso kneifen müssen.

Und da Dir nur zwei Möglichkeiten bleiben ist es eine Frage der Mentalität was Du machst.



Wie ich mich kenne, bin ich jetzt fassunglos und wütend. Und morgen früh denke ich vermutlich genau das was Du sagst. Deren Glashaus ist schließlich auch nicht aus Panzerglas





Tja, von seinen Nachbarn auf 'die Gesellschaft' zu schließen, ist schon ein bisschen gewagt.



Ich hätte die Liste noch um einige Beispiele mehr ergänzen können, habe mich aber entschieden mich auf den aktuellen Fall zu beschränken Ich denke, es ist trotzdem gerechtfertigt, hieraus seine Schlüsse auf die Gesellschaft zu schließen. Nicht umsonst sind auf Mietrecht spezialisierte Anwälte sehr gefragt.

Aber dass 'die Schwaben' viel kehren und schwätzen, 'den Schwaben' Besitz wichtig ist und dessen Sauberhaltung, ist ein Vorurteil, das auch hier in Berlin so sehr angekommen ist, dass es sogar im Szene-Bezirk Prenzlauer Berg eine politische unkorrekte 'Schwaben-raus'-Bewegung gibt.



Die Kehrwoche ist ja angeblich ein Relikt, das nur im Schwabenland so gehandhabt wird. Wie funktioniert das in anderen Bundesländern?

Ein Problem scheint die mangelnde Kommunikation zu sein. Wenn eine Mietpartei immer putzt, ist es denkbar, dass die anderen denken, dass diese das als bezahlten Job macht und sie Anspruch darauf haben.



Das ist gar nicht so weit hergeholt. Irgendwie werde ich von den Anderen wie selbstverständlich als Hausverwalterin angesehen (siehe Elektriker, siehe Kehrwochenplan).

Mein Tipp: Entweder gar nicht drum kümmern oder aber das Gespräch suchen, anstatt den Nachbarn per Schild vorzugeben, wann sie zu kehren haben.



Das hab ich meinen Nachbarn nie vorgegeben. Ich bin keine Spießbürgerin die für sich beansprucht, das Sagen zu haben, nur weil sie am längsten in dem Haus wohnt. Der Kehrwochenplan war der Wunsch der Nachbarin.

Was das Schneeräumen betrifft, ist der Vermieter in der Pflicht. Wenn er die per Mietvertrag auf die Mieter überträgt, dann muss er klar machen, wer wann zuständig ist.

Was der Fall ist. Es besteht die Regelung, dass bei uns im Haus derjenige in der Pflicht ist, der gerade auch regulär Kehrwoche hat.


Geschrieben

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ist unsere Gesellschaft tatsächlich so verlogen und feige geworden? Oder bin ich tatsächlich so eine Rabenmutter, weil ich mein Kind ab und zu mal den Müll runterbringen lasse? Und warum stehe ausgerechnet ich so dermaßen unter Beobachtung und nicht der Nachbar ganz unten, der sich an gar keine Regeln hält?



Irgendwie triggerst Du das gesellschaftliche Immunsystem Deiner Nachbarschaft, das muß nicht mal sachliche Gründe haben...

Ich kenn so was, ich pass auch in keine Schublade.


SinnlicheXXL
Geschrieben

Ach, du weißt doch, wie Menschen sind. Die einen haben Langeweile, die anderen sind schlicht unzufrieden mit ihrem Leben und denken, wenn sie andere herabsetzen, stehen sie selbst besser da. Vielleicht sind sie schlicht neidisch auf dich.

Du hast drei Möglichkeiten:

1. Ignorieren und dieses Verhalten auf deren eigene Unzulänglichkeiten schieben.

2. Hingehen und dich über die Unverschämtheit beschweren - was entweder dazu führt, dass du fortan deine Ruhe hast oder dass zwischen Euch ein echter Nachbarschaftsstreit entfacht wird.

3. Die betreffende Person zum Kaffee einladen und scheißfreundlich nachfragen, warum sie sich so über dich ärgert. Was meinst du, wie sie in Erklärungsnot kommt!

Dass dein Kind ab und an mal mithelfen muss, ist völlig richtig und ich denke, dass wir derzeit unsere Kinder insgesamt eher viel zu wenig in die Verantwortung nehmen.


gruenerWombat
Geschrieben



Genau das ist auch meine Vermutung. Mein Verhalten oder der Zustand im Haus hat sich nicht verändert seit der Trennung. Andererseits spricht wieder dagegen, dass der Besucher heute Morgen mein Vater war. Vor dem hätte sie ja dann eigentlich genauso kneifen müssen.


Mag sein, dass ihr eigenes Schuldbewusstsein Anlass für die Attacke war. In diesem Fall würde ich das
nicht überbewerten.


Wie ich mich kenne, bin ich jetzt fassunglos und wütend.


Bestünde dann kein Grund zu.


Ich hätte die Liste noch um einige Beispiele mehr ergänzen können, habe mich aber entschieden mich auf den aktuellen Fall zu beschränken Ich denke, es ist trotzdem gerechtfertigt, hieraus seine Schlüsse auf die Gesellschaft zu schließen. Nicht umsonst sind auf Mietrecht spezialisierte Anwälte sehr gefragt.



Naja, es gibt recht unterschiedliche Arten mit Konflikten umzugehen. Da immer nur die unerfreulichsten aufallen, würde ich nicht voreilig auf alle schließen.

Wichtig ist auch, Konfliktpunkte im Vorfeld anzusprechen. Wenn man nur gelernt hat, höflich zu sein, bauen sich Konflikte im Verborgenen auf. Berliner Schnauze mag etwas wirsch sein, hat aber den Vorteil, dass Konflikte nicht im Verborgenen wachsen.


Die Kehrwoche ist ja angeblich ein Relikt, das nur im Schwabenland so gehandhabt wird. Wie funktioniert das in anderen Bundesländern?


Die meisten Vermieter beauftragen Hausverwaltungen oder Hausmeister. Die Reinigung des Treppenhauses wird oftmals den Mietern übertragen. Die Reinigung der Strassenfront ist Sache der Stadt. Schneereinigung den Mietern zu überlassen, ist für den Vermieter mit hohem Risiko verbunden. Eben weil er sich nicht auf die Selbstorganisation verlassen kann.


Das hab ich meinen Nachbarn nie vorgegeben. Ich bin keine Spießbürgerin die für sich beansprucht, das Sagen zu haben, nur weil sie am längsten in dem Haus wohnt.

Kann aber sein, dass andere das so empfinden, egal ob berechtigt oder nicht.


zur Schneeräumung:


Was der Fall ist. Es besteht die Regelung, dass bei uns im Haus derjenige in der Pflicht ist, der gerade auch regulär Kehrwoche hat.


Sehr riskant für den Vermieter. Denn rechtlich ist er in der Pflicht. Und wenn nicht nachweislich klar ist, wer wann zuständig ist und davon unzweifelhaft Kenntnis hatte, kann es für ihn im Schadensfall sehr teuer werden.
Er müsste mindestens auch die Kehrwoche konkret regeln.


Generell ist solch ein Konflikt für Außenstehende schwer zu beurteilen. Ohne dir zu Nahe treten zu wollen: Aus Nachbarsicht sieht es vermutlich ganz anders aus.

Wenn sich der Konflikt nicht im direkten Gespräch regeln lässt, kann die Einschaltung eines Mediators ganz hilfreich sein: Jemand der beiderseitiges Vertrauen genießt, sich beide Seiten zunächst getrennt anhört, ein gemeinsames Gespräch leitet und ggf. Vorschläge für die Zukunft macht. Ob es dann klappt, liegt dann wieder an den Beteiligtem.


DieFotografin77
Geschrieben

@Greyhat

Immer nur in derselben Schublade ist ja auch langweilig


@Sinnliche

Das mit dem Kaffee ist eine gute Idee

Und ich gebe Dir Recht, deshalb bin ich ja schier aus den Latschen gekippt, dass die Kinder heutzutage doch wirklich von fast allen Pflichten möglichst ferngehalten werden. Ich hab in dem Alter meiner Mutter schon sehr viel mehr helfen müssen, deshalb wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, dass sich jemand daran anstoßen könnte, dass mein Kind den Müll runterbringen muss.


cuthein
Geschrieben

... Und da frage ich mich einfach, was hat man davon, seinen Nachbarn so genau zu beobachten, dass man Ende vielleicht noch weiß, was er für Unterwäsche trägt?!? ...


Ehrliche Antwort?

Also dann: Das ist mir wurscht.

Keine Ahnung, ob denen langweilig ist oder ob sie sich drauf einen runterholen oder sonstwas.

Es interessiert mich einfach nicht.
Sollen sie doch.


Geschrieben (bearbeitet)

nachdem die vorposter sich ja bemüht haben dich zu verstehen und zu "trösten" erlaube ich mir mal die sache aus einem etwas anderen blickwinkel zu sehen .

Ihr schreibt Kehrwochenkalender, macht Kehrwochenschilder, hängt im Winter einen Hinweis aus, damit jeder der Mitbewohner weiß, wie wichtig das Schneeräumen ist. Wenn der Strom ausfällt, besorgt Ihr einen Elektriker, der die Panzersicherungen austauscht, damit das Haus wieder Strom hat. Ihr stutzt das Efeu am Eingang

als ich das gelesen habe war mein erster gedanke : was für ein glück , du mußt nicht mit der fotografin im selben haus wohnen .

kann es sein das du in der beziehung etwas meiner exfrau ähnelst und deine putzleidenschaft ein ganz klein wenig übertreibst ?

meiner meinung nach besteht dein problem zum größten teil aus dir selber .
vorab , es ist bestimmt keine schlechte charaktereigenschaft um sich herum immer alles ordentlich und sauber haben zu wollen , aber du überträgst , so sehe ich es , deine vorstellungen auf alle mitbewohner des hauses , die von dir , mehr oder weninger wiilkürlich , gesetzten standards sollen von allen anderen mitbewohnern eingehalten werden , passiert das nicht fühlst du dich persönlich angegriffen .

ich würde dir hier einfach zu etwas mehr toleranz raten , nicht jeder mag unter ordnung und sauberkeit das gleiche verstehen wie du .

an dieser stelle sei einmal angemerkt das ich gerade in einer flurecke mehrere spinnweben entdeckt habe und mir vorgenommen habe das ich , wenn ich das nächste mal mit dem staubsauger dort vorbei komme mal versuchen sollte daran zu denken sie zu entfernen .
bis es aber soweit ist verkneife ich mir tapfer jede hektik und hysterie und lasse sie dort hängen .

fürchterlich , nicht wahr .

mein tipp an dich also : mach sauber wenn du nach deinen plänen damit dran bist und lass es wenn du nicht dran bist und vor allem , mach nicht ein immer größer werdendes problem daraus .

ich weiß , ich hab gut reden , bin ich doch träger eine y-chromosoms und habe es von daher in dieser beziehung ohnehin viel viel einfacher als eine doppel-x trägerin .

gleiches gilt im übrigen auch dann wenn nachbarn vermeintlich über dich reden , lass sie .
ich denke , weiß es aber nicht , das ich das gleiche problem habe , wohne ich doch im erdgeschoß und besitze nicht eine einzige gardiene . das mag vielleicht für den einen oder anderen auch etwas befremdlich sein , ich für meinen teil kann gut damit leben , ich wohne direkt am waldrand , schaue gerne hinaus und dabei stören mich gardienen .
im gegenzug können die anderen natürlich auch hereinschauen .

ich nehme fast an , das dies schon mal gesprächsthema der nachbarn war oder ist .
na und ??
ich hänge mir bestimmt keine gardienen vor die fenster damit die nachbarn zufrieden sind .

all dies läßt sich natürlich leicht schreiben , es ist mir vollkommen klar das du deinen charakter nicht einfach ändern kannst , versuch es doch trotzdem einmal die ganze sache etwas lockerer zu sehen und du wirst sehen , das macht das leben angenehmer .


bearbeitet von Schmuseloewe51
DieFotografin77
Geschrieben

Schmuseloewe, danke. Du hast für herzhafte und laute Lacher bei mir gesorgt

Ich hab einen Putzwahn? Das wäre mir neu und würde Dir auch keiner, der mich kennt, bestätigen, dass ich putzwütig bin. Im Gegenteil, immer wenn ich denke, ich hab alles sauber und ordentlich kommt jemand daher und sagt: Du willst doch nicht sagen, dass es bei Dir aufgeräumt ist? Insofern betrachte ich meine Putztätigkeiten als ganz normales Übel, das halt mal sein muss.

Und wie gesagt, ich hab mich noch kein einziges Mal bei meinen Nachbarn beschwert, dass sie ihre Kehrwoche nicht gemacht haben. Oder dass das Efeu auf den Weg wächst. Oder die Büsche hinten den Durchgang zum Hof unmöglich machen.

Dass ich das ganze Grünzeug zurecht gestutzt habe, war einfach, weil es nötig war. Wer stolpert schon gern mit dem Wochenendeinkauf über Efeuranken und bricht sich dabei fast die Füße? Niemand. Siehst Du.

Und bevor ich den ganzen Tag keinen Strom habe und kalt duschen muss, weil sich sonst keiner im Haus dazu bemüßigt fühlt der Ursache auf den Grund zu gehen, rufe ich eben den Elektriker.

Was ist daran übertrieben ?


Engelschen_72
Geschrieben

Wenn ich das lese , dann muss ich schmunzeln .
Erinnert es mich doch an die Anfangszeit hier im Haus .

Es ist ein 6 Parteien Haus , wir hatten vor 10 Jahren mal eine Versammlung der Bewohner + Vermieterin .
Eine Nachbarin sagte meinem Expartner damals mit ziemlichem "Entrüsten" , ob er denn wisse , daß ich manchmal erst morgens um 3 Uhr heim käme .
Seine Antwort war nur "Da beobachten sie aber schlecht , sie kommt sogar manchmal erst um 6 Uhr heim" .
Und Ruhe war .

Stress gab`s hier auch ständig wegen der Kehrwoche , die von jeder Partei alle 6 Wochen zu machen ist .
Bis auf ein Paar nebenan bin ich die Einzige im Haus , die noch arbeiten geht .
Ich kam mal samstags um 17 Uhr , nach 10 Stunden Dienst , nachhause und hatte einen Zettel vor der Türe
"Es ist Samstag , 14 Uhr und die Treppe ist immer noch nicht geputzt" .

Zettel umgedreht "Es ist Samstag , 17 Uhr und die Treppe wird heute auch nicht mehr geputzt" draufgeschrieben und der Nachbarin vor die Türe gelegt , Ruhe war .

Dann wurde eine zeitlang das Treppenhaus "staffiert" , sprich irgendwelche Dinge in die Ecke gelegt , um zu prüfen , ob ich auch wirklich geputzt hätte .
Ich hab dann die Sachen genommen , geputzt und danach genau an dieselbe Stelle zurückgelegt !
Manchmal hab ich mich gefragt , ob ich im Kindergarten wohne *Koppschüttelt* .


Irgendwann war das Interesse an dem was ich tue wohl geschrumpft , warum auch immer und seitdem ist das Verhältnis der Mitparteien im Haus sehr entspannt !
Und es ist mir egal , wenn die Nachbarn reden sollten . Ihre Sache , wenn sie sonst nix zu tun haben .


cuthein
Geschrieben

... daß ich manchmal erst morgens um 3 Uhr heim käme .
Seine Antwort war nur "Da beobachten sie aber schlecht , sie kommt sogar manchmal erst um 6 Uhr heim" ....



Geschrieben (bearbeitet)


Ich hab einen Putzwahn? Das wäre mir neu und würde Dir auch keiner, der mich kennt, bestätigen, dass ich putzwütig bin. Im Gegenteil, immer wenn ich denke, ich hab alles sauber und ordentlich kommt jemand daher und sagt: Du willst doch nicht sagen, dass es bei Dir aufgeräumt ist? Insofern betrachte ich meine Putztätigkeiten als ganz normales Übel,


schön für dich .
dann war meine erste meinung über dich wohl falsch , es klang in deinen ersten sätzen von dir nur etwas geballt was das putzen angeht .

obwohl ich wenn das haus stromlos ist nicht unbedigt einen elektriker rufen würde kann ich das gut nachvollziehen und halte es gewiss nicht für übertrieben .

ööhmm , ich würde übrigens nicht unbedingt einen elektriker rufen weil genau das mein erlernter beruf ist .

bleibt letztendlich also nur der rat das alles nicht so verbissen zu sehen und im zweifelsfall einfach mal nett und ohne vorwürfe mit den leuten zu reden .

wobei , ich ganz klar sagen muß das es mich auch stören würde wenn ich der einzige wäre der zum beispiel den flur wischt aber es wäre für mich noch kein grund das ich mir dadurch auch nur einen tag verderben lasse .

gut , ich gestehe auch hier hab ich wieder leicht reden , ist das stück flur das ich zu wischen habe doch ca. ganze 5 quadratmeter groß .

eines will ich aber noch schreiben , ich habe das unverschämte glück in einem vierfamilienhaus zu leben , alle bewohner sind meine altersklasse , also über 50 und keiner sieht die ganze angelegenheit zu verbissen .

wir reden alle gern und oft miteinander so das es kaum zu mißverständnissen kommen kann .
am letzten samstag , es war ja sehr warm , haben wir einfach kollektiv alle vorgenommenen arbeiten niedergelegt , uns an einem schattigen plätzchen im garten niedergelassen und bei kühlen getränken auf den abend und das sinken der temperaturen gewartet , keiner hat flure gewischt oder wege sauber gehalten .

wir haben es alle heil , gesund und ohne probleme überstanden .


bearbeitet von Schmuseloewe51
Geschrieben

also ich muss sagen, ich rede gern mit meinen nachbarn, den von unten hab ich heute vormittag im krankenhaus besucht

wir sind eine reines single-haus, 6 mietparteien zwischen 90 und 23 jahren, drei frauen und drei männer, aus dem tristen hinterhof haben wir zusammen eine kleine grüne oase geschaffen, wir sitzen dort gerne im sommer zusammen, grillen, reden, lachen, wir feiern dort mit der familie oder mit freunden und niemand regt sich auf, wenn es mal spät oder ein wenig lauter wird

was die sauberkeit im haus betrifft haben wir uns darauf geeinigt, wenn es jemanden stört wie es im haus aussieht, dann steht oben auf dem boden für jeden zugänglich putzzeug, wer will nimmt es sich und putzt und wer nicht, der hält einfach die klappe

ich hab schon ein paar mal überlegt, ob ich ausziehe, da die nebenkosten recht hoch sind, das haus steht einzeln und die heizkosten sind recht hoch, doch so angenehme mitbewohner, die sich auch gegenseitig helfen, wenn es nötig ist, findet man recht selten, das soll jetzt nicht heißen, dass wir tag und nacht aufeinander hocken, aber wir verstehen uns gut und jeder der in unser haus kommt und sieht, wie friedlich und fröhlich es hier zu geht freut sich darüber

ich denke, es ist eine frage der charktere und nicht der gesellschaft

wer sich davon überzeugen möchte, dass ich die wahrheit sage ist herzlich eingeladen aber bitte das grillgut und das bier nicht vergessen, denn dafür muss jeder selber sorgen


antohin
Geschrieben

Mal ganz anders: Statt mich zu ärgern würde ich denjenigen mal zum Kaffee einladen und ihm meine Ansicht erzählen, nämlich, daß Kinder nicht früh genug lernen können, Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen.
Was wird er dazu wohl sagen?


Geschrieben

da ich gerade das posting von tollkirsche lese in deren haus es ja ähnlich zuzugehen scheint denk ich mir das genau in diesem guten miteinander die lösung aller probleme liegt .

man redet miteinander , man mag sich .
und damit übernimmt jeder gerne seine aufgaben , fühlt sich zu nichts gezwungen und niemand schaut auf eine genaue einhaltung von "diensten" .

also , miteinander und nicht gegeneinander .


Geschrieben

@schmuseloewe genauso ist es

@ liebe fotografin man sagt zwar, dass der frömste nicht in frieden leben kann, wenn es den bösen nachbarn nicht gefällt, aber fröhlich und offen auf die anderen zugehen hilft manchmal, wenn nicht, dann lass sie links liegen und ärger dich nicht darüber, das ändert auf jeden fall nix


MannohneSusi
Geschrieben (bearbeitet)


Genau das ist auch meine Vermutung. Mein Verhalten oder der Zustand im Haus hat sich nicht verändert seit der Trennung. Andererseits spricht wieder dagegen, dass der Besucher heute Morgen mein Vater war. Vor dem hätte sie ja dann eigentlich genauso kneifen müssen.


Dann wäre es Dein Vater sein Part gewesen,da gegen anzugehen,was hält er eigentlich von Dir.Nun gut kommt auf den Ton an,mit dem er es weitergibt.Aber da ich ja meinen Vater kenne,wäre ich explodiert und zwar über sein Verhalten,nicht das dieses Tratschweibes....


Susi


bearbeitet von MannohneSusi
Geschrieben (bearbeitet)

Wenn ich so Tollkirschens Bleibe lese..ich kenn es genau andersherum aus einem Mietverhaeltnis von vor ~ 18 Jahren.
6 Mietparteien, 4 davon Rentner, die nie da waren
( immer irgendwo im Ausland ) Eine fruehrentnerin, die ich nach 7 Jahren zum ersten mal sah ( war die erstaunt)..wobei..sie sah mich vermutlich zum ersten mal, da ich mehr geist als mietmieter war.
( liegt an meinen geh und komm - zeiten ..frueh weg..spaet da, was soll ich auch allein daheim und job ist job?!)
Gut, um die haeuslichen Dinge habe ich mich auch nicht gekuemmert, dafuer liess ich jemanden einmal die woche kommen.
Insgesamt gab es also ein schon fast ohnmaechtige Ruhe.

Es gibt im Beruf / Arbeitsumfeld aehnliche Situationen.
( dort wo auch wieder Menschen , dicht beieinandner mit ihren unterschiedlichen Charakteren, Ein - und Ansichten,Manieren,etc taeglich viele Stunden aufeinander hocken)
Ich habe mir lediglich zur Maxime gemacht, da nicht aufzuhoeren, wo andere noch nie angefangen haben.Das macht mich auch kein Deut besser.

gruss xirix


bearbeitet von xirix
Geschrieben (bearbeitet)

du machst lauter dinge im haus, um die dich niemand gebeten hat und zu denen du auch auch nicht verpflichtet bist.
außer dem putzdienst.

du wunderst dich das du keine anerkennung bekommst.
für freiwillige leistung.

du bekommst schelte und fühlst dich ungerecht behandelt.
für unterlassene pflichten.

du beklagst dich hier, wo es keiner ändern kann.
geh hin und besprich es mit den menschen die es angeht.
wenn du es möchtest das man MIT dir redet und nicht ÜBER dich redet, dann beginne selber damit.


irgendwie lebst du glaube ich nicht in der realen welt.


bearbeitet von steelpaar
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