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Lupus-in-fabula

Leben oder gelebt werden....

Empfohlener Beitrag

Lupus-in-fabula
Geschrieben (bearbeitet)

Ich greife mal ein Zitat auf:

 

"Wir haben Berge von überflüssigem Bedarf angehäuft. Ständig müssen wir kaufen, wegwerfen, kaufen... Es ist unser Leben, das wir verschwenden. Denn, wenn wir etwas kaufen, bezahlen wir nicht mit Geld. Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit, die wir aufwenden mussten, um dieses Geld zu verdienen. Der Unterschied ist: Leben läßt sich nicht kaufen. Es vergeht einfach. Und es ist schrecklich, dein Leben zu verschwenden, indem du deine Freiheit verlierst."

 

Ich schicke eines vorweg: Ich habe früher 5 stellig verdient, sodass ich weiß, wie es ist Geld zu verdienen. Dass nur, dass ich mich in dieser Aussage voll wiedererkenne. Es war wie ein Trieb, mehr mehr ... größer usw...wobei ich eines Tages gemrkt habe, dass macht mich nicht mehr glücklich? Wofür der ganze Quatsch? Früher war es mir wichtig, heute kann ich loslassen und hinterfrage das System mehr? Ich achte den Moment mehr. Die Farben, die Ruhe, die Beziehungen, den Dialog mt anderen.

Ich lese viel über das Leben. Hinterfrage den Sinn bei Sterbenden im Hospiz, die darauf angesprochen sagen: "Verschwende Deine Zeit nicht!" Lebe!!!

Leben wir also bewusst oder werden wir gelebt...?

 

 

bearbeitet von MOD-Brisanz
Bild entfernt da mit Link
primer
Geschrieben

Wer in "bewußter Leben" Seminare geht wird gelebt.

Hauptsächlich sind wir dafür da, zu konsumieren. Man sagt ja auch "Verbraucher" oder sogar "Endverbraucher". Das ist wie "Müllschlucker". Ware muss hergestellt, verteilt und gekauft werden, immer mehr, damit es immer weitere Gewinnsteigerungen gibt. Ähnlich ist es mit den Dienstleistungen. Diese werden immer häufiger oder absurder, aber qualitativ nicht besser, damit sich wieder jemand in den Geldfluss einklinken kann.

Und "der Verbraucher" darf es dann kaufen, in Anspruch nehmen und wegwerfen. Zwischendurch darf er seine Arbeitskraft, also Lebenszeit zur Verfügung stellen, damit unser Schneeballsystem (wegen immer weiteren Gewinnsteigerungen, ohne die es nicht funktioniert) nicht langsamer läuft.

Wem das richtig klar ist, der hat schon mal einen Schritt hin zu bewußtem Leben getan.

DickeElfeBln
Geschrieben

wir werden gelebt, auch.....Aussteiger.... unbewusst.......

um dem vollkommen zu entfliehen, müssten wir die Galaxie wechseln

aber

wir können uns entscheiden bewusster gelebt zu werden und nicht jedem *Ding* hinterher zu hecheln

SabrinaohneSub
Geschrieben

Ich als Nachkriegskind schmeiss eher wenig weg

aber dann und wann muss schon mal was Neues her und die Kohle muss unter die Leute, damit die auch  leben können. Sich dann und wann mal was schönes gönnen, und wenn es nur ein gutes Essen in einer schönen Umgebung ist.

SinnlicheXXL
Geschrieben

So pauschal kann man das doch nicht sagen! Viele von uns sind doch in der glücklichen Lage, dass Arbeit nicht nur Knechtschaft bedeutet, sondern auch Spaß machen kann. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass Leute, die keine Arbeit haben, unbedingt glücklicher seien. Gut, den einen fehlt das Geld um wirklich Spaß zu haben, aber auch Rentner sind oft nicht sehr glücklich, dass sie sehr wenig Sinnvolles zu tun haben.

Viele Dinge, die Spaß machen, kosten nun mal Geld. Egal ob es sich um Essen gehen, Urlaub oder um die meisten Hobbies handelt.

Ich bin nicht sehr konsumorientiert, aber es beruhigt mich zu wissen, dass mich nicht jede Anschaffung vor Probleme stellt. Andererseits bin ich auch niemand, der je Angst hat, etwas verpassen zu können. Komischerweise gefällt mir Alltagsleben ziemlich gut - man muss nur ab und an für ein Highlight sorgen.

Delphie2016
Geschrieben

Gerade habe ich den vierten Versuch gestartet hier im Forum die "Begrüßungsecke" ergebnislos zu finden.

Dann sage ich hier einmal kurz Hallo.

Zum Thema:

Während meiner Bundeswehr Zeit fuhr ich nebenher Krankentransporte.

Damals erzählten die teilweise sehr kranken Menschen, dass ich mein Leben mehr leben sollte.

Das dieser Slogan - Häuschen bauen - Familie gründen, um sich dann später was leisten zu können nicht immer stimmte.

Pünktlich zur Rente kämen dann die Krankheiten.

Ich sollte einen gesunden Mittelweg finden.

Dies habe ich bis vor 10 Jahren nicht geschafft.

Krankheit blieb mir bis Dato erspart, aber der Sprung aus dem Hamsterrad war meine beste Endscheidung.

Ehrlich gesagt wurde ich durch persl. Umstände aus diesem geworfen.

Nach einer kurzen verzweifelten Zeit gewöhnte ich mich schnell an diese Sitiatio,n und drehe mir von da an alles in die passende Richtung.

schwandorfer01
Geschrieben
vor einer Stunde, schrieb Delphie2016:

Pünktlich zur Rente kämen dann die Krankheiten.

Wenn man die Todesanzeigen in der Zeitung liest kann man froh sein überhaupt das Rentenalter zu erreichen.

Hoffentlich geht das "Renteneintrittsalter ab 70" nicht durch!

SabrinaohneSub
Geschrieben

Wer weiss , ob es überhaupt noch eine Rente gibt  :(

DickeElfeBln
Geschrieben

Wenn Rentner sich nicht ...selbst...um sinnvollen Ausgleich bemühen, ist es sicher so, das bei ihnen das Wort unglücklich gleich neben Langeweile steht.....ich kann mit beiden Worten nix anfangen, auch hier ist es....selbstbestimmt, ob man nur am jammern ist oder nicht

Delphie2016
Geschrieben

Die Aussage der Rentner habe zum Beispiel genommen, dass man sich in jungen Jahren auch mal Zeit lässt.

Mann kann auch versuchen um 14 Uhr Feierabend zu machen.

Und dann Zuhause ein leckeres Mahl zubereiten und das Zuhause geniesen.

Sich was leisten wollen hat aus meiner Sichtweise nichts mit Geld zu tun.

SinnlicheXXL
Geschrieben

Das stimmt doch nur begrenzt! Egal ob du ins Kino, ins Restaurant oder irgendwo hinfahren willst, ohne Geld kommst du nicht weit! Man braucht Zeit und man braucht eben auch Kohle. Nicht ein Vermögen, aber ohne Geld wird das mit der sozialen Teilhabe schon sehr schwierig!

Delphie2016
Geschrieben

Ich habe den Tröderöffner so verstanden, dass es kürzer tritt.

Auch habe ich nicht geschrieben das Geld überflüssig ist.

Das Jemand der nur den Mindestlohn verdient nicht so leicht kürzer treten kann das stimmt.

Aber mir persl. ist kostenlose Freizeit wichtiger wie viel Geld zu verdienen, um dann jeden Tag ins Sternelokal zu fahren.

Ich paare das auch mit Zufriedenheit. Ich habe kein Problem ein 10 Jahre altes Auto zu fahren.

Nur das persl. Umfeld hat mir ein Problem, dass ich frei leben kann.

Ich bekomme kein "Sozialgeld" und habe 12 Jahre meinen Wecker nciht mehr stellen müssen.

Ich muss auch nciht mehr nach Tunesien, ich laufe durch den heimischen Wald.

Ich kaufe Morgens im Kleinanzeiger ein tadellose "Handy" für 99 € neu.

Früher in meinem Firmengeflecht 25ooo Mark für ein B- Netz.

Mir persl. fällt das auch evtl. leicht so zu leben, weil mich Besitz belastet und ich alles habe was andere träumen.

Nur wie schon mal geschrieben, Träume sind real nicht immer so wie sie geträumt wurden...........

Lupus-in-fabula
Geschrieben

@amoamas, ich sehe das genauso wie Du und hinterfrage, wie man es anders machen kann. Das bedeutet nicht, dass man kein Geld hat, sondern, dass man das System anders für sich arbeiten läßt. Ich für mich, bitte ich betone für mich, habe gemerkt, dass ich nicht glücklicher bin, wenn ich konsumiere, weil ich ein Bedürfnis verspüre etwas zu haben oder zu besitzen. X5, x6 , SLK - Häuser - was habe ich davon, wenn ich mir bewusst mache, dass die "Einschläge des Lebens" näher kommen. Mir ist es wichtiger, was gebe ich meinem Umfeld an positivem Input mit, wie bereichere ich meine Umgebung und schütze mich und andere vor negativen Einflüssen.

@DickeElfeBln, wir werden gelebt, weil das System es so von uns möchte. Es geht ja auch nur darum glücklich zu sein. Stimmst Du mir da zu ? Die Frage nach dem eigenen Glück definiert ja jeder anders, allerdings nur so lange, bis er nicht mehr kann oder, wenn man etwas verliert, dann nähern wir uns alle wieder an, weil dann die Urinteressen durchkommen. Überleben, Schutz Geborgenheit, Liebe... Wenn man das Zitat von oben als Grundlage nimmt, dann ist doch eine ausgeglichene Work-life-balance das Ziel. Und hier kann man vieles verändern. Wer schreibt mir vor, dass ich in Deutschland arbeiten muss, wenn ich mt meinem Laptop genauo auf Curacao arbeiten kann?

Ich für mich arbeite lieber weniger und lasse mehr andere für mich arbeiten, somit ist das finanzielle geregelt und ich bin unabhängiger, da ich nicht dem Druck ausgesetzt bin, meine kostbae Zeit mit dem eigenen Geldverdienen zu verbrauchen.

Ich denke, dass wir das System anders nutzen müssen. Und das muss jeder für sich selbst erkennen.

@Delphie2016, ich sehe das auch so.... wir verändern uns dann, wenn wir müssen oder etwas verlieren.... dann erst hinterfragen wir und verändern uns....

@SinnlicheXXL, das Thema ist nicht ken Geld zu haben, sondern eine bessere Work-Life-balance.... mehr Aufgaben verteilen, als sich mehr Aufgaben aufzuerlegen. Mehr bewusster seine Pläne, Wünsche und Ziele leben, als im Hamsterrad seine Runden zu drehen....  und das jetzt..... darauf brauche ich Geld. Ja, aber ich muss es nicht mt meiner eigenen Arbeitskraft erarbeiten...

DickeElfeBln
Geschrieben

@Lupus-in-fabula

Schmunzel... Schrieb ich ja, das wir bestimmt werden, auch als "Aussteiger" nur das man einen kleinen Tick zum selbstbestimmten *gelebt werden*  beitragen kann, wie @Delphie2016 es beschreibt, dem wirst du mir doch auch zustimmen

(Manchmal benötigt man für Aussagen nicht kilometerlange Postings.... schmunzel, wenn man Sachverhalte zusammzieht, auf den Nenner bringt...aber egal, nenn ich dann selbstbestimmtes Posten, bei dem mir egal ist, ob jeder mir schnell folgen kann, denn selbst hier kann man schon selbstbestimmt sein Forenleben gestalten....ich liebe das Wort..seit Montag... schmunzel... unser Tisch Schlagwort beim gutem Gemisch von Individuen)

Delphie2016
Geschrieben

Lupus

Dann habe ich dich falsch verstanden, weil andere für sich arbeiten lassen bedeutet keine Freiheit.

Das ist ein ganz normaler Lebensvorgang und verpflichtet dich trotzdem das Risiko deiner Firma und deiner Mitarbeiter zu tragen.

Das kann gut gehen, dass kann aber auch in die Hose gehen.

SabrinaohneSub
Geschrieben

 Ich denke jeder Mensch kann auf seinem Platz etwas  Sinnvolles finden, in das er sich zumindest  zum Teil auch selbst einbringen kann.

Es gibt doch, ehrlich gesagt, wenig Menschen, die total selbstbestimmt nur das tun können, was sie gerade gerne möchten, wir sind eben auch Teil einer Gemeinschaft,  die meisten jedenfalls.

Ein bischen Geld braucht jeder um aktiv am Leben teilnehmen zu können. Die Wenigstens können dauerhaft ohne EInkommen auskommen.

Aber man kann in jede Tätigkeit etwas von sich selbst reingeben, egal was es ist.

SilentHill_
Geschrieben
Am 19.4.2016 at 22:01, schrieb Lupus-in-fabula:

Ich lese viel über das Leben. Hinterfrage den Sinn bei Sterbenden im Hospiz, die darauf angesprochen sagen: "Verschwende Deine Zeit nicht!" Lebe!!!

Man muss sich nur mal vorstellen, selbst beim Sterben im Hospiz zu liegen, dann weiß man vielleicht, was "leben" ist.

Das Geld braucht man, sonst kann man seine Träume nicht erleben.

So ist ein Beruf, der einigermaßen selbst verwirklichend ist, nicht wie ein Hamsterrad, weil man darin glücklich ist.

Meist hat man aber oft nicht diesen Beruf. Und dann wird man gelebt. Denn jeder Tag ist dann so übel, dass man nur für das Wochen-

ende lebt.

Darum sage ich immer zu meinen Neffen und Nichten, dass sie sich genau überlegen sollen, was sie werden wollen.

Doch in dem Alter weiß man auch das meist nicht. Oder man hat eine völlig falsche Vorstellung von dem Beruf.

So landen viele im Hamsterrad, und werden gelebt...dann hilft nur eine berufliche Veränderung.

Dann gibt es diese Kurse...Jürgen Höller...Scherbenlauf, Feuerlauf...usw.  nur hilft es auch nur was, wenn man was ändert.

Aber wenn man sich dann einigermaßen selbstverwirklicht hat, dann ist auch der Konsum nicht lebenszeitfressend.

SinnlicheXXL
Geschrieben (bearbeitet)
Am 1. Mai 2016 at 04:12, schrieb Lupus-in-fabula:

darauf brauche ich Geld. Ja, aber ich muss es nicht mt meiner eigenen Arbeitskraft erarbeiten...

Immer wenn jemand sein Geld nicht mehr  durch eigene Arbeitskraft erarbeitet, bedeutet das doch in der Konsequenz, dass andere Menschen dazu betragen, dass er genug Geld hat. Insofern führt das dazu, dass Dritte mehr arbeiten müssen, damit du Geld hast, ohne dafür arbeiten müssen. Für diese wird also das Hamsterrad beschleunigt, damit du aus deinem aussteigen kannst. 

 

Ich kenne ein paar Männer, die durch sehr raffinierte Geschäftstaktiken (und Glück) in so einer Situation sind. Sie sind Mehrheitseigner an mehreren Betrieben, müssen selbst aber nichts mehr tun (außer sich immer höhere Ausschüttungen auszuhandeln). Seither sind sie in Freizeitstress. Reise hier, Unternehmung da. Sie würden sicher von sich sagen, dass sie alles richtig gemacht haben. Ich persönlich würde sagen, dass sie ein völlig sinnentleertes Schmarotzerleben führen!

 

 

bearbeitet von SinnlicheXXL
Epona302
Geschrieben

In der Tat sind wir alle ein Teil dieses unseren Systems. Der eine mehr, der andere weniger....

Ich hatte vor Jahren einen derart schlimmen Unfall, dass mir danach eines klar wurde : 

Dieses Leben das uns anerzogen wird ist nicht das Leben, was wir eigentlich leben würden, wären wir nicht darauf gedrillt worden.

Wir sind alle zur Schule gegangen, wurden also gut vorbereitet. Uns wurde eingetrichtert, dass wir nur wenn wir einen guten Abschluss machen, wir auch einen guten Job bekommen, nur wenn wir einen guten Job haben auch gut verdienen können und damit entsprechend gut leben können.

Was aber tatsächlich passiert ist : Uns wurde etwas genommen...aberzogen....nämlich unsere Individualität, unsere Idee vom Leben wurde uns genommen, wir alle hatten sie  mal, als Kinder...bis zu dem Zeitpunkt da wir den ersten Schritt in öffentliche Erziehungs - und Ausbildungseinrichtungen getan haben.

Nach meinem Unfall, bei dem ich eigentlich schon gestorben war , habe ich begonnen, wirklich zu leben, meine Träume zu erfüllen und mich ausschließlich mit Dingen beschäftigt, die ich liebe und mich interessieren...

denn, eines muss und klar sein : Morgen schon könnte mein letzter Tag auf Erden sein

SKuriosum
Geschrieben
vor 12 Stunden, schrieb Epona302:

In der Tat sind wir alle ein Teil dieses unseren Systems. Der eine mehr, der andere weniger....

...

Dieses Leben das uns anerzogen wird ist nicht das Leben, was wir eigentlich leben würden, wären wir nicht darauf gedrillt worden.

Wir sind alle zur Schule gegangen, wurden also gut vorbereitet. Uns wurde eingetrichtert, dass wir nur wenn wir einen guten Abschluss machen, wir auch einen guten Job bekommen, nur wenn wir einen guten Job haben auch gut verdienen können und damit entsprechend gut leben können.

Was aber tatsächlich passiert ist : Uns wurde etwas genommen...aberzogen....nämlich unsere Individualität, unsere Idee vom Leben wurde uns genommen, wir alle hatten sie  mal, als Kinder...bis zu dem Zeitpunkt da wir den ersten Schritt in öffentliche Erziehungs - und Ausbildungseinrichtungen getan haben.

...

Dem kann ich nur zustimmen.

vor 13 Stunden, schrieb SinnlicheXXL:

Immer wenn jemand sein Geld nicht mehr  durch eigene Arbeitskraft erarbeitet, bedeutet das doch in der Konsequenz, dass andere Menschen dazu betragen, dass er genug Geld hat. Insofern führt das dazu, dass Dritte mehr arbeiten müssen, damit du Geld hast, ohne dafür arbeiten müssen. Für diese wird also das Hamsterrad beschleunigt, damit du aus deinem aussteigen kannst. 

Ich kenne ein paar Männer, die durch sehr raffinierte Geschäftstaktiken (und Glück) in so einer Situation sind. Sie sind Mehrheitseigner an mehreren Betrieben, müssen selbst aber nichts mehr tun (außer sich immer höhere Ausschüttungen auszuhandeln). Seither sind sie in Freizeitstress. Reise hier, Unternehmung da. Sie würden sicher von sich sagen, dass sie alles richtig gemacht haben. Ich persönlich würde sagen, dass sie ein völlig sinnentleertes Schmarotzerleben führen!

Dem stimme ich auch zu. Allerdings sehe ich das noch etwas differenziert - so verwerflich es auch ist, andere für sich arbeiten zu lassen, schöpft er nur aus seinen aktuell gegebenen Möglichkeiten das beste für sich ab. Es reicht eben nicht, immer nur den Blick zur nächsthöheren Instanz zu werfen und die Schuldkeule dort anzusetzen. Es wurde zwar nicht so klar und deutlich gesagt, dass er selbst als Arbeitgeber auftritt und somit anderen die Knechtschaft aufbürdet, aus der er sich winden möchte, allerdings klingt es ganz danach.

 

Allen, denen das zu absurd klingt, kann man nur sagen, dass ihr perfekt erzogen seid - bestenfalls (je nach Perspektive) seid ihr gut dressierte Gutmenschen.

Wer sich für die Thematik interessiert und vielleicht auch verstehen möchte, was bisher so absurd klingt, dem sei folgendes als Lektüre ans Herz gelegt:

Einfach mal eine Suchmaschine nach Wahl bemühen, die Überschrift "Manifest gegen die Arbeit" von der Gruppe Krisis zu suchen. Wer bereit ist, über den Tellerrand zu schauen, wird dort seinen Horizont erweitern können.

Und wer dann noch einen Schritt weiter gehen und das ganze System, von der Spitze an, in Frage stellt, kann sich das Buch "Der Einzige und sein Eigentum" von Max Stirner (1845) durchlesen. Das ist auf der Seite des LSR-Projekts frei im Internet verfügbar. Das ist dann aber schon sehr fortgeschrittene Kost.

Geschrieben

Ich habe schon mit Anfang 20 entschieden, daß ich keine Karriere machen werde.


Gut - bürgerliches Kind mit reeler Chanche auf ein zumindest nicht völlig unerhebliches Erbe (Wenn nich 10+Jahre Pflegekosten dazwischenkommen)
Und ok - in einem Medi-sozialen Beruf gelandet, in dem ich eh höchstens eine 3/4 Stelle ertrage, weil er körperlich und emotional aufreibend ist.
Und ja - ich bin kein guter Lügner und daher auch ein schlechter Geschäftemacher (Die zwei Qualitäten in Menschen hate ich für sehr, sehr eng verknüpft)

 

Dennoch - das Hamsterrad von Job, Geld, Familie, Haus, Lions Club - kam für mich niemals in Frage
Hat mich auch immer tewas angewiedert, auf die weise verliert man doch so manchen Freund, wenn man seinen Weg nicht versteht und schlimm findet.

Aber ob ich damit glücklicher bin?
Weis nicht.
Ich stehe oft genug vor dem SPiegel und denke mir, was alles sein könnte wenn ich strebsamer wäre, angepasster, weniger sensibel, weniger nickelig. Mache mir Vorwürfe dafür, Tage im Wald und Wocheneden auf dem sofa mit guten Comics zu verbringen - ich bin ja fast Vierzig.
Überlege mir, warum ich keine Familie habe obwohl ich immer eine wollte - der Zug ist vermutlich raus.

Glücklicher eher nciht. Reflektierter vielleicht. Ruhiger.
Wenn man das Wort nicht scheut möglicherweise freier....aber auch genug Geld auf dem Konto ist eine Art Freiheit.

 

*Grübel*
Da bin ich noch nicht durch.
 

moonchilds
Geschrieben

Leben und gelebt werden? Irgendwie werden wir alle "gelebt" denn das was uns "lebt" nennt sich Gesellschaft in der man sich mehr oder weniger zu integrieren hat. Wir haben einiges, anderes nicht, wir hatten auch mal einiges aber auch da nicht alles. Die Fragestellung beinhaltet eigentlich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Was der eine als sinnvolles Leben bezeichnet ist für den anderen sinnlos und umgekehrt. Reiche Menschen die trotzdem nicht glücklich sind gibt es zur Genüge, ohne Geld ist aber auch vieles nicht möglich und das ist ja auch irgendwie Scheiße. Ein gesunder Mix aus allem wäre vielleicht nicht schlecht aber es ist eben auch so das der Mensch eigentlich immer das haben möchte was er gerade nicht hat?

Der Sinn des Lebens, gibt es den überhaupt? Was bewegen wir denn schon so nachhaltig das das Universum Notiz von uns nimmt? Nichts, rein garnichts. Aber irgendwie funktioniert die Welt wie sie eben funktioniert und selbst Aussteiger steigen nicht wirklich aus. Auch die Menschen die nichts haben müssen für ihr Leben zahlen. Das wissen wir aus eigener Erfahrung nur zu gut.

In diesem Sinne werden wir wohl alle ausnahmslos gelebt. Auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen.

SilentHill_
Geschrieben

es kommt darauf an, von welcher Warte man das ganze sieht.

In den USA hat man ca. 2 Wochen Urlaub im Jahr, aber die meisten haben 2 Jobs. D.h. sie kommen abends aus der Arbeit gleich in die nächste. Und auch in Japan sind die Leute sehr viel fleissiger als in Deutschland. In China auch....

Verglichen mit diesen Ländern dürfte man sich nicht im Hamsterrad fühlen.

Geschrieben (bearbeitet)

Fleißiger?

Mit welchem Ergebnis?

Wir sind ja immerhin unter den Top 5 der wirtschaftlich stärksten Nationen.

Und das schon seit vielen Jahren.

Und das TROTZ unserer "vielen" Urlaubstage und unseres guten Gesundheits-Systems. Oder vielleicht deswegen.

SaS

bearbeitet von SCHARF_aber_SANFT
Geschrieben (bearbeitet)

Sehr interessante Fragestellung.. Leben oder gelebt werden.

Wie schon angesprochen führt das ja fast zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Unsere Erde gibt es schon lang und wird es noch eine Weile geben. Bisher sind wir nur ein Wimpernschlag in der Geschichte unserer Erde, bedeutet noch weniger in der Geschichte unseres Universums.

Das ist aber eine gesellschaftskritische Frage. Aus der Geschichte heraus gab es meist autokratische Systeme. In der Regel hat einer gesagt wo es langgeht. Unsere Demokratie schenkt uns Freiheiten, so auch die Freiheit über solche Themen nachzudenken.

Natürlich werden wir gelebt, können aber in diesem Rahmen selbst leben. Warum gibt es verschiedene Rahmenbedingungen? Ganz einfach weil wir in einer Gesellschaft leben. Menschen brauchen Regeln um zusammen (weitestgehend) in Frieden Leben zu können. Wenn du das als gelebt werden definierst, dann ist das auch genauso. Freiheit ist eine Utopie. Mit der Geburt gehen wir so zu sagen einen Gesellschaftsvertrag ein. Ob wir wollen oder nicht, sind wir Teil dieser Gesellschaft. Die können wir mit beeinflussen oder auch nicht.

Ich finde wir sind schon frei in unseren Entscheidungen und ich sehe nur das Thema Arbeit, was uns unfrei macht. Das ist doch die größte Einschränkung überhaupt. Wir opfern Arbeitskraft, Zeit und in gewisser Weise unseren freien Willen um Geld zu verdienen. Der Sozialismus (bzw. seine "Erschaffer") interpretierte Arbeit als unabdingbar damit der Mensch überhaupt zum Mensch wird. Jetzt hat uns die Geschichte gelehrt, dass der Sozialismus nicht gerade ein Paradebeispiel war und ebenfalls von Menschenhand geschaffen. Das wiederum ist doch paradox: Wir schaffen ein System aus freien Stücken, indem die Menschen unfrei sind.

Letzlich steht doch die Frage im Raum, macht Geld frei oder nicht? Leute die kein Geld haben, denken oft daran, Leute die viel Geld haben, denken noch mehr daran. Nach dem Prinzip müsste jemand ohne Geld frei sein. Dazu empfehle ich euch den Kabarettist Vince Ebert mit seinem Programm zum Thema Freiheit. Hier thematisiert er genau das.

Nachtrag hier ein Video von ihm: Vince Ebert - Freiheit ist alles! - Teil 1
https://www.youtube.com/watch?v=0VlupxI-FRY
 

bearbeitet von BananaJoe90
Nachtrag - Youtubelink
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