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Nurayia

männlich, weiblich, anders?

Empfohlener Beitrag

Nurayia
Geschrieben

Ihr lieben Leute, schon seit einiger Zeit ärgere ich mich mit der wunderbar korrekten Genderisierung durch Binnen-I, Gendergap und mehr oder weniger dezente ähnliche Phänomene herum. So berechtigt sie auch sein mag, so unschön ist sie zu lesen und, mal ganz persönlich gesagt, ich finde mich durchaus in Bezeichnungen wieder auch wenn nicht explizit die weibliche Form genannt ist. Dabei halte ich mich nicht für mehr oder weniger weiblich als andere. Weiblich eben.

Hier auf p.de gibt es ja durchaus andere Angaben, um das Geschlecht zu bezeichnen, aber auch "da draussen" wird immer mehr Augenmerk gelegt auf die Möglichkeit, sich und vor allem andere nicht bzw nicht nur als männlich oder weiblich zu identifizieren. Angefangen von geschlechtsneutralen Personalpronomen wie im Schwedischen bis zu Unisex-Toiletten (top, endlich kein langes Schlangestehen mehr!) gibt es da ja einiges, was gemacht, gefordert oder verordnet wird.

Nun frage ich mich: Ich als stink-normale weiblich geborene und weiblich selbst- und anderweitig Idenfitizierte brauche keine weiteren Optionen im statistischen Teil des Fragebogens, aber wie ist das bei anderen? Gerade die Damen und Herren die sich hier als Trans(mann, frau) bezeichnen, identifiziert ihr (selbst) euch als eindeutig männlich, weiblich, trans, inter oder gar noch etwas anderes? Braucht ein Fragebogen mehr Kategorien - und wie, wenn überhaupt, kann man es allen gerecht machen?

Ich freue mich über Denkanstösse und persönliche Ansichten.

Geschrieben (bearbeitet)

Mir ist nicht so ganz klar, worauf sich dein Thread richtet, was deine Fragestellung ist.

Ich persönlich finde das Binnen-I zwar ästhetisch unschön - aber es kommt ja eh nur in Bürokratensprache und -texten vor.   Die ich allgemein eh wenig ansprechend finde.
Und berechtigt - und sei es nur um die Hirne von Millionen Menschen und vor allem Verwaltern etwas umzuformen - ist es wie du sagst allemal.

 

Ich fand das Konstrukt des SF-Autors Ian M. Banks ganz nett. Der schreibt Romane in einer utopistischen Welt in der eine Mischkultur mehrerer humanoider Rassen und KI-Personen die "Hauptrolle" spielt. Gender- und auch Körperwechsel ist kein Problem und regelmäßig praktiziert, Maschienengehirne leben Jahrtausende und verwalten wohlmeinend die Gesellschaft der biologischen Wesen, sind aber vollwertige Bürger mit gleichen Rechten...wie gesagt, untopistische post-mangel-Gesellschaft.

 

Ein Teil dieser Kultur ist eine sorgfältig konzipierte Kunststprache, das Marain.
Die keine Geschlechtpronomen oder ethniesn kenn, es sei denn als explizite beschreibende einheiten.
Sondern "sentients" - denkfähige Persönlichkeiten - generell als "ers" im englischen original bezeichnet.
"Wir haben ers Karriere mit interesse beobachtet. Unser Mitarbeiters Glenn hat uns über ihre wissenschaftlichen Arbeiten gründlich informiert...ers war beeindruckt von ers gedanklicher Klarheit "  ect.pp.

Klingt im deutschen bissl fies, macht aber beim lesen selbst ohne die fiktionale Kunstsprache klar:
Es geht um Taten und Lebensleistungen, nicht um das Vorhandensein oder die Eigenheiten der jeweiligen Keimdrüsen.

Fand ich spannend, was das beim lesen mit mir gemacht hat. seitdem gucke ich viel gnädiger auf das Binnen-I, weil es eine ähnliche Rolle erfüllen soll.

 

Aber wie gesagt - Fragestellung dürfte für mich klarer sein.

 

LG

FT

bearbeitet von FingerTanz
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Nurayia
Geschrieben (bearbeitet)

Weia. Danke schonmal für deine Antwort, hätte nicht gedacht dass ich mich so schlimm wirr ausdrücke :D

 

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Gerade die Damen und Herren die sich hier als Trans(mann, frau) bezeichnen, identifiziert ihr (selbst) euch als eindeutig männlich, weiblich, trans, inter oder gar noch etwas anderes? Braucht ein Fragebogen mehr Kategorien - und wie, wenn überhaupt, kann man es allen gerecht machen?

 

Sollte doch eindeutig sein: Was für eine (oder mehrere) Alternativen zu "männlich" und "weiblich" sollte es standardmässig geben? Oder ist alles gut so wie es ist?

bearbeitet von Nurayia
Geschrieben

Oookay...nee, dann hast du es sprachlich schon klar genug formuliert.
Ich habe nur nicht verstanden, was du eigentlich willst - was dich zu der Frage bewegt...und tue das noch immer nicht so wirklich.
Aber ist ja wurscht, bin ja eh nicht trans.

Und damit mal raus und Spamschluß meinerseits. Sorry.

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primer
Geschrieben

Das erigierte "I" (von dir Binnen "I" genannt, woher kommt der Begriff?) ist ästhetisch unschön und hemmt ab und zu den Sprachfluß. Für mich ist das eine Modeerscheinung, die nach ein paar Jahren wieder verschwinden wird.

Nachdem ich lange mit Leuten zusammengelebt habe, die ungefähr jährlich ihr Geschlecht (und den Namen) wechselten, kann ich diese ganze Identifiziererei nach einer gewissen Zeit (s.u.) nicht mehr so ernst nehmen. Man kann das auch missbrauchen, um andere zu verwirren oder zu bevormunden.

Dabei ist mir klar, dass das sichtbare (biologische) Geschlecht nicht immer mit dem gefühlten. genetischen oder sozialen Geschlecht überein stimmt. Nur: Das biologische Geschlecht ist das erste, was man an einer Person wahr nimmt und es gibt davon maximal drei, nämlich "männlich", "weiblich" und "nicht ganz klar".

Wenn ich also eine Person sehe werde ich sie dem sichtbaren Geschlecht entsprechend anreden. Sobald mir die Person mitteilt, dass sie anders angeredet werden will, mache ich das ohne weitere Bemerkungen und nehme die Person ernst. Selbst wenn sich das Geschlecht noch ein paar Male ändern sollte. Wenn dann aber zudem damit gespielt wird (z.B. "du nimmst meine männliche Seite nicht wahr" oder ähnliche Aussagen), werde ich auch spielerisch und nehme das Ganze nicht mehr so ernst, d.h. als gegeben hin.

Auf Fragebogen genügen mir die oben genannten drei Angaben. Wenn andere Leute mehr davon haben wollen, dann ist das auch OK.

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schwandorfer01
Geschrieben

auf unserem Planeten gibt es nun mal nur "Männliche" und "Weibliche" Geschlechter. Auch wenn sich manche im falschen Körper fühlen/befinden.

Habe den Text auch mehr überflogen und vielleicht deshalb nicht richtig verstanden was du genau möchtest!?

Nurayia
Geschrieben

Wenn du dich schon auf den ganzen Planeten beziehst dann musst du aber nochmal gucken, es gibt genug "Zwischendinge", Zwitter und Geschlechtswandler ;)

Um aber beim Menschen zu bleiben, wiederhole ich auch für dich nochmal die Frage:

Gerade die Damen und Herren die sich hier als Trans(mann, frau) bezeichnen, identifiziert ihr (selbst) euch als eindeutig männlich, weiblich, trans, inter oder gar noch etwas anderes? Braucht ein Fragebogen mehr Kategorien - und wie, wenn überhaupt, kann man es allen gerecht machen?

sveni1971
Geschrieben

Tja, das mit der Bezeichnung, da wartet auch manchmal so manches Fettnäpfchen, was vom anderen gar nicht böse gemeint war.

Man könnte es wie "schwandorfer" reduzieren mit, wir sind so, wie wir geboren wurden, aber Menschen entwickeln sich eben in verschiedene Richtungen.

Ich kann natürlich auch nicht für die Transsexuellen sprechen, ich fühle mich eindeutig männlich und habe ja auch einen Penis von Geburt an.

In meinem engeren Bekanntenkreis gab es jedoch eine Frau, am Anfang als "Lesbe" bezeichnet, später das ganze Programm, Hormonbehandlung, OP, sie heißt heute Matthias, ist verheiratet und hat sogar ein Kind mit ihrer Frau (auch wenn sie es biologisch nicht selbst gezeugt haben kann), alles läuft Prima.

Brauchen wir für jeden eine Schublade? In der Gesellschaft leider all zu oft ja, im privaten Bereich versuche ich aber die Leute so einzuordnen, wie sie sich selbst sehen. Im Zweifel kann man nie allem gerecht werden, aber man kann ja auf den einzelnen eingehen und versuchen weniger in Schubladen zu sortieren, auch wenn das irgendwie automatisch immer wieder passiert.

kismet23
Geschrieben

Ich mag das Binnen I nicht. In meiner persönlichen Umgebung gibt es einige Menschen die sehr darauf achten "Genderneutral" zu sprechen, was auf mich gekünstelt wirkt und wenig mit Respekt vor Menschen und ihrer freien Geschlechterwahl zu tun hat. Eine Unterscheidung zwischen Biologischen Geschlecht und Sozialem Geschlecht finde ich gut, sollte jedoch in angemessen und passenden Rahmen stehen.

Für deine Frage: Fragebogen bitte nur Männlich / Weiblich / Hermaphrodit, da es dann doch eindeutig nur um vorhandene oder nichtvorhandene Primäre Geschlechtsorgane geht.Fragebogen um das Geschlecht sollte meiner Meinung auch nur für Krankenakte sein, vieleicht noch bei der Frage, welches Geschlechtsorgan biete ich an und erwarte ich bei einem Sexualpartner.

Welches Geschlecht ich selbst wahrnehme, beziehungsweise als welches Geschlecht ich mich selbst sehe und gesehen werden möchte, ist von so vielen Faktoren abhänig, das es in meinen Augen eine persönliche Entscheidung ist. Und diese kann und sollte Mensch bei Bedarf erläutern können.

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